Latest / Gin And Talk / Rosalie Thomass über Gleichberechtigung und Schauspielkunst
Transcript
- 0:01Speaker 0: Als blonde junge Frau ernst genommen zu werden ist echt hart.
- 0:07Speaker 0: Wenn du permanent über Jahrtausende und jetzt immer noch in einer benachteiligten Situation lebst, weil du zufällig das falsche Geschlecht hast dann darfst du auf jeden Fall richtig wütend darüber sein!
- 0:20Speaker 0: Ich möchte Freiheit haben für beide Geschlechter.
- 0:23Speaker 0: Oh Gott, ich muss jetzt gleich selber anfangen zu weinen.
- 0:25Speaker 0: Weil das bewegt mich so und ich denke, es kann einfach gar nicht sein, dass wir im Jahr zwei Tausend zwanzig immer noch auf diesem Level darüber sprechen ... weil letztendlich hat sich seit siebzig Jahren nicht wahnsinnig viel getan.
- 0:40Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 0:40Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürk und bevor wir gleich rüber an den Bartresen gehen möchte ich kurz unseren heutigen Gast vorstellen.
- 0:46Speaker 1: Rosa Littomas ist eine deutsche Schauspielerin und zwar eine ziemlich erfolgreiche.
- 0:50Speaker 1: Für ihre Arbeit wurde sie mit verschiedensten Preisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Fernsehpreis, der Bayerische Fernsehmreise, der bayrische Filmpreis und der Grimmepreis.
- 0:59Speaker 1: Im Kino haben wir sie zuletzt in die Kangaroo-Kroniken und eine ganz heiße Nummer zwei Punkt Null gesehen.
- 1:05Speaker 1: Ich möchte heute mit ihr darüber sprechen wie es überhaupt dazu kam dass Sie Schauspielerin wurde Wie es Ihr in dieser aktuell Verrückten Corona Zeit eigentlich geht Und welche Themen Sie beschäftigen.
- 1:15Speaker 1: ich freue mich sehr auf das Gespräch und danke euch dass ihr alle wieder dabei seid.
- 1:21Speaker 0: Zwei
- 1:21Speaker 1: Menschen, eiskalte
- 1:23Speaker 0: Drinks und eine Menge Zeit für ein persönliches
- 1:27Speaker 1: Bargespräch.
- 1:29Speaker 1: Herzlich
- 1:30Speaker 0: willkommen an unseren Bartresen!
- 1:32Speaker 0: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Gin & Talk.
- 1:38Speaker 0: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück und tauche
- 1:41Speaker 1: ein in die verrucht düstere Atmosphäre unserer Studio-Bar.
- 1:51Speaker 1: Ja, Rosalie Thomas.
- 1:52Speaker 1: Ich freu mich sehr, dass du heute hier bist in dieser verrückten Zeit die ja auch für dich durchaus anders ist als sonst.
- 1:59Speaker 1: Hast gerade ja schon erzählt Filmdrehs sind momentan immer so ein bisschen eine Challenge weil die Schauspieler dann immer in Quarantäne gehen müssen und danach wieder an Zett und hin und her.
- 2:10Speaker 1: das macht natürlich zeitlich alles ein bisschen schwierig oder?
- 2:14Speaker 1: Also wenn man jetzt in der Situation steckt
- 2:18Speaker 0: Ich glaube vor allem ist es herausfordernd für die Produktionen, weil sie unglaubliche komplizierte Auflagen haben und diese ganzen Tests bezahlen.
- 2:25Speaker 0: Also das ist erstmal eine Frage, glaub ich, des Geldes ein bisschen kriegt man's überhaupt gestemmt?
- 2:31Speaker 0: Und man sieht ja dass jetzt wieder produziert werden kann, aber sage ich mal erst einmal jetzt die alten Sachen wieder aufgenommen werden.
- 2:38Speaker 0: Die unmittelbar durch Corona unterbrochen wurden oder die, die ganz kurz vor Drehbeginn standen.
- 2:42Speaker 0: im Kino ist man noch sehr zarkhaft.
- 2:44Speaker 0: also mit Kinofilm und ich sag mal so die Dailys haben erstes angefangen Sturm der Liebe oder Hormis der Holmen sowas.
- 2:50Speaker 0: Die können natürlich eine ganz andere Sicherheit bieten durch diese Infrastruktur dass man in dem Studio ist usw.
- 2:58Speaker 0: Also ich glaube das Ich kann mir vorstellen, dass es noch relativ lange so ein bisschen kompliziert und ungewohnt bleibt.
- 3:07Speaker 0: Also all das was ja auch mit unserer Arbeit mitkommt ist ja, dass man viel körperlich ist sich umarmt und herzlich ist.
- 3:16Speaker 0: Und diese ganze Nähe die für uns ja so selbstverständlich ist und vielleicht auch ein bisschen mehr eben als in anderen Berufen alltägliches fällt irgendwie weg.
- 3:26Speaker 0: Es ist schon komisch
- 3:28Speaker 1: Viele Kinofilme wurden ja auch verschoben, die Kinostarts verschoben.
- 3:32Speaker 1: Ich war immer noch sehnsüchtig auf den Bond-Kinostat, der ich glaube im November stattfinden soll.
- 3:39Speaker 1: Einer der Filme in denen du mitgespielt hast, nämlich die Känguru Chroniken, war ja auch ein Stück weit davon betroffen.
- 3:44Speaker 0: Ja, den hat es richtig bitter erwischt.
- 3:46Speaker 0: also... Ende Februar, Anfang März, die Premierentour.
- 3:52Speaker 0: Und da gab's schon so bisschen Corona hat man schon mitgekriegt aber es war irgendwie noch gar nicht vorstellbar dass das irgendwelche ernst zu nehmenden Konsequenzen hatte.
- 4:01Speaker 0: Man hat sich im Gegenteil auch ein bisschen so.
- 4:03Speaker 0: ja gut die von James Bond machen jetzt einen Wirbel weil sie brauchen diesen asiatischen Markt und die nehmen sich hierzu wichtig.
- 4:08Speaker 0: Und irgendwie ich glaube zehn Tage nach Kinostart waren die Kinos zu was natürlich für die Produzenten erst mal ein Disaster ist weil in so einem Film sehr viel Geld steckt.
- 4:20Speaker 0: Diese Animation ist sehr teuer, sie ist auch sehr gut.
- 4:26Speaker 0: Soweit ich das überblicken kann, dass ein deutscher Film so eine gute Motion-Capture-Animation gemacht hat.
- 4:34Speaker 0: Das war ganz toll und das war echt ne bittere Pille!
- 4:38Speaker 0: Jetzt ist der Film ja wieder im Kino mit einer Zusatzeinstellung, die ich selber noch gar nicht gesehen habe in drei D., wo man eben so die Idee hatte, irgendwie die Fans jetzt noch mal zu motivieren.
- 4:48Speaker 0: Dass man jetzt nochmal reingeht... Ich glaube es ist jetzt aber einfach so.
- 4:55Speaker 0: jeder... Das habe ich so gelernt über diese Zeit.
- 4:59Speaker 0: Jeder oder jede hat ein ganz unterschiedliches Sicherheitsempfinden und jeder hat seine Gründe warum man sagt, ich trau mich ins Kino oder ich traue mich ins Yoga oder wo auch immerhin Und manche eben nicht.
- 5:11Speaker 0: Oder jeder hat so seine eigenen Grenzen und ich finde es eine total schöne Lehre aus dieser Zeit, dass es uns überhaupt nicht zusteht darüber zu urteilen wie jetzt Nachbar X Y das macht?
- 5:21Speaker 0: Es geht mich überhaupt nichts an!
- 5:23Speaker 0: Weil vielleicht hat er ne kranke Mutter oder ein Risikopatienten-Tochter.
- 5:26Speaker 0: also es geht mir einfach nichts an.
- 5:28Speaker 0: Insofern möchte ich natürlich alle Mutigen ins Kino gehen weil es wahnsinnig schön ist, dass wir das wieder dürfen verstehe aber auch wenn Menschen da noch zurückhalten sind
- 5:38Speaker 1: Wann hast du denn so richtig gemerkt oder ist jetzt was, das ist irgendwie schon ernst?
- 5:44Speaker 1: Ich finde es nämlich gerade immer ganz spannend wenn ich mich mit Leuten unterhalte um ein bisschen herauszuhören.
- 5:49Speaker 1: Was der Moment der ausschlaggebende Moment für die Leute war wo sie gemerkt haben oh das ist nicht nach zwei Wochen wieder vorbei.
- 5:57Speaker 0: Du ehrlich gesagt bin ich da immer noch nicht.
- 5:59Speaker 0: also ich wäre mich da total dagegen.
- 6:00Speaker 0: Also was ich gar nicht habe in meinem Leben So eine Idee von, oh Gott das könnte ja jetzt alles total schlimm werden.
- 6:07Speaker 0: Das hab ich einfach gar nicht!
- 6:09Speaker 0: Ich würde jetzt nicht sagen dass ich komplett Angst befreit bin aber... ...ich mach mir irgendwie immer nicht so Sorgen weil ich so denke Boah wenn es dann richtig scheiße wird dann werde ich das schon merken und dann muss ich halt irgendwie gucken wie ich damit umgehe.
- 6:22Speaker 0: Und ich bin glaube auch durch meinen Beruf total darin geschult Veränderungen in meiner Lebenssituation anzunehmen und das Beste daraus zu machen.
- 6:30Speaker 0: also Ich habe so ein unstehtes Leben, ich hab überhaupt gar keinen Alltag.
- 6:35Speaker 0: Ich weiß oft überhaupt nicht wo oben und unten ist oder was nächste Woche ist oder wann eigentlich mein Zug fährt am nächsten Tag oder so... Und ich bin so daran gewöhnt mich darauf einzustellen, was so kommt einfach anzunehmen und auch wirklich die positiven Aspekte darin zu finden, auch wenn es sauhart ist für Familien richtig hart für alle, die in diesen Pflege- und medizinischen Trufen arbeiten.
- 7:01Speaker 0: Also es ist für so viele Menschen eine Vollkatastrophe, für so vielen Menschen so eine krasse existenzielle Bedrohung... Und das nehme ich wahr!
- 7:12Speaker 0: Und gleichzeitig habe ich so eine total vielleicht schlimme Naivität, vielleicht ist es auch gut weil mich das durchs Leben trägt dass ich denke ja irgendwie verändert sich da gerade was?
- 7:25Speaker 0: Vielleicht bleiben wir eine Gesellschaft, in der man in der Regel in der Öffentlichkeit Masken trägt.
- 7:31Speaker 0: Kann sein ich werde es mitbekommen wenn es so ist?
- 7:33Speaker 0: Also ich kann dir das gar nicht sagen.
- 7:38Speaker 0: ob ich jetzt einen Aha-Moment hatte von oh das kommt ja wirklich zu uns.
- 7:42Speaker 0: Ich betrachte das immer mit einer relativ gelassenen Distanz und schau halt wie geht's den Menschen in meinem Umfeld wo auch was tun kann oder so wenn ich die Kapazität habe.
- 7:55Speaker 0: also Ich bin ... ich bin noch nicht so weit.
- 8:02Speaker 1: Ja, was gerade auch in der Zeit super wichtig ist, dass man irgendwie optimistisch bleibt.
- 8:08Speaker 1: Weil die Leute, die den Kopf in den Sand stecken und sagen, es ist alles ganz schlimm und nichts funktioniert mehr.
- 8:14Speaker 1: Und alles wird den Bach untergehen?
- 8:17Speaker 0: Nein!
- 8:18Speaker 0: Also ich bin von Natur aus total optimistischer.
- 8:21Speaker 0: Ich weiß gar nicht, ob ich da etwas dafür kann.
- 8:23Speaker 0: Ich find's einfach schön also... Ich hab einfach keinen Bock auf schwarze Malerei.
- 8:29Speaker 0: Es gibt mir einfach nichts, aber ... ich glaube, Optimismus hat schon auch mit der realen Lebenssituation zu tun.
- 8:36Speaker 0: und wenn du, sag ich mal wirklich eh schon im Normalzustand kniet tief in der Scheiße steckst?
- 8:42Speaker 0: Wenn du irgendwie zwei Kinder hast alleineziehend einen Job wie in Schichtarbeit oder so, nach Schwester oder so.
- 8:49Speaker 0: dann bist du eh immer schon total am Limit und dann kommt Corona.
- 8:53Speaker 0: Und dann bist Du zum Beispiel als Alleinerziehende am Anfang ausgenommen von der Notbetreuung, ich meine das muss man sich mal reinziehen, dass das erstmal nur quasi vollwertige Eltern die in systemrelevanten Berufen arbeiten, in Anspruch nehmen durften.
- 9:08Speaker 0: und wenn du alleinerziehen bist halt ne ja nee ist nicht so wichtig.
- 9:11Speaker 0: okay wie verdiene ich dein Geld?
- 9:13Speaker 0: Und ich glaube Optimismus immer richtig gut, wenn man es hat.
- 9:19Speaker 0: Aber ich finde auch ... Man kann das nicht verlangen!
- 9:22Speaker 0: Man kann es nicht von jedem Menschen erwarten, weil Menschen haben zum Teil so unzumutbare Lebensumstände und denen dann noch zu sagen, hey, we look into positive side, das find' ich irgendwie zynisch.
- 9:35Speaker 0: Lieber sollte mal die Situation der Menschen endlich verbessern?
- 9:39Speaker 0: Das glaub ich.
- 9:40Speaker 0: Und das finde ich eigentlich, wenn ich jetzt mal den Gedanken ... Entschuldigung, du kommst hier.
- 9:44Speaker 0: Zu gar nichts.
- 9:46Speaker 0: Das finde ich schon erstaunlich!
- 9:47Speaker 0: Es gab so ganz am Anfang Corona und Pflegepersonal oder Kindergärtnerinnen, das ist schon sehr wichtig weil die sind übrigens alle mega systemrelevant.
- 9:57Speaker 0: Aber ja wir können doch für die klatschen, es ist doch super.
- 10:01Speaker 0: Und dann... Sie sind teilweise viele Wochen ins Land gegangen und ich habe von niemandem in der Politik gehört.
- 10:08Speaker 0: alles klar Wir haben jetzt endlich kapiert wie unschätzbar wertvoll und wie unzumutbar die Arbeit aufgrund der Bedingungen ist.
- 10:17Speaker 0: Das heißt, wir werden jetzt diese und diese Schritte in so kurzer absehbarer Zeit unternehmen, dass zum Beispiel verdient ihr einfach alles Doppelte.
- 10:26Speaker 0: So Punkt!
- 10:27Speaker 0: Nein es ist einfach irgendwie.
- 10:30Speaker 0: ja dann hat man so andere Themen Upsle Wirecard und lauter so Schmarrn.
- 10:34Speaker 0: Und so Dinge Lebensrealität von den Menschen heute.
- 10:37Speaker 0: bitte mal wenn jetzt zum Beispiel bei einem Kindergarten Wenn die einfach alle wesentlich mehr verdienen würden, was sie auch verdienen, weil es ist eine Arbeit.
- 10:48Speaker 0: Ich möchte das nicht machen.
- 10:48Speaker 0: Mir ist es so anstrengend wenn mich zwanzig Kinder einen ganzen Tag anscheinen.
- 10:52Speaker 0: Also ja das muss man erstmal verpacken können.
- 10:55Speaker 0: da muss man erst mal so stark sein dass man es aushält und dann noch freundlich ist zu den Kindern.
- 10:59Speaker 0: Ja also jetzt mal ganz im Ernst Und wenn die natürlich mehr verdient werden wäre der Beruf Natürlich attraktiver, weil es nicht so was hat von ... Ich opfere meinen Ganzes selbst für einen kleinen Haufen Sense und bin dann immer total im Eimer.
- 11:13Speaker 0: Sondern diese Wertschätzung, die behauptet ist in dem man sagt ja das erkennen wir an der Klatschen mehr jetzt und das möchten wir doch noch mal erwähnen des Pflegepersonal.
- 11:22Speaker 0: Es ist keine Wertschättung.
- 11:23Speaker 0: Wertschätzungen muss sich auch in der Bezahlung und vor allem in den Arbeitsbedingungen niederschlagen.
- 11:29Speaker 1: Und vor allem nachhaltig?
- 11:31Speaker 0: Ja, nicht so, ihr kriegt zu zweieinhalb Euro Bonus.
- 11:33Speaker 0: Was ist das für ein Quatsch?
- 11:35Speaker 0: Das ist doch nur um die Leute dann wieder kurz zu beruhigen ... Ganz ehrlich, die, die es betrifft können sicher auch gar nicht wirklich auflehnen.
- 11:44Speaker 0: Die können nicht einen Riesenaufstand machen.
- 11:46Speaker 0: Erstens weil sie eine riesen Verantwortung haben in ihrem Beruf und nicht einfach so alles zu streiken und niederlegen können.
- 11:51Speaker 0: Und weil Sie gar nicht die Kapazität haben!
- 11:53Speaker 0: Natürlich gehen nicht alle Alleinerziehenden auf die Straße und machen Riesenalarm.
- 11:57Speaker 0: Natürlich geht nicht die ganzen Ärzte oder Pflegerinnen oder Ärztinnen und wäre auch immer alles auf die Strasse oder Kindergärtner... Ja, weil Sie keine Kapazitäten haben.
- 12:07Speaker 0: absolut fertig mit den Nerven, wenn die abends nach Hause kommen.
- 12:11Speaker 1: Ja und gerade auch in der jetzigen Zeit, ich meine grade auch die ganzen Leute dem Krankenhaus arbeiten müssen, wenn sie zehn Stunden am Tag diese Maske aufhaben das ist auch ein Horror für dich.
- 12:23Speaker 0: Es ist ja auch ob jetzt im Supermarkt oder in anderen Schäfen also es ist ja alles so.
- 12:29Speaker 0: betrachtet das bitte mal Weißt du, dann holt man jetzt rum, weil man zum Einkaufen die Maske anziehen muss und mich nervt es selber auch.
- 12:36Speaker 0: Ich hab immer das Gefühl ich habe was im Gesicht.
- 12:40Speaker 0: Aber kommt mal klar.
- 12:41Speaker 0: also es gibt ... Ich meine eine Chirurgin hat das ja sowieso den ganzen Tag auf, ob jetzt Corona oder nicht.
- 12:47Speaker 0: Die jammern glaube ich auch nicht rum, aber das ist furchtbar.
- 12:50Speaker 1: Ja, es hat auch viel mit... Also was ich die letzten Wochen so ein bisschen gemerkt habe ist dass gegenseitiger Respekt so ein Riesenthema ist, was teilweise den Leuten einfach fehlt.
- 13:03Speaker 1: Also viele ja alles in Ordnung.
- 13:06Speaker 1: aber es gibt ganz viele Situationen wo ich mir gedacht habe gerade letzte Woche saß ich das erste Mal seit März wieder im Flugzeug und drei Reihen vor mir saß rechts jemand der die Maske den ganzen Flug über unter der Nase hatte.
- 13:20Speaker 0: Sehr sehr sinnvoll sehe ich.
- 13:22Speaker 0: auch.
- 13:22Speaker 0: oft
- 13:23Speaker 1: Hatten den Sohn dabei gehabt, der hat das Ganze natürlich auch gemacht.
- 13:26Speaker 1: Weil Papa macht es ja auch so und dann hat sich die Lufthansa eigentlich mal überlegt hier wir das Aussteigen aus dem Flugzeug machen wir nach rein damit eben nicht wieder jeder im Gang stehen und nicht alle aufeinander und gleichzeitig Ja er saß in Reihe zwanzig Und war der erste der vorne stand weil Er musste ja nicht an Regeln halten und es ist sowieso alles fake.
- 13:55Speaker 1: Nicht wahr, nur schikane hat dann zum Glück auch eine Ansage bekommen aber das passiert ganz oft momentan dass Menschen einfach... ...nicht mehr einen Schritt weiter zu denken scheinen.
- 14:09Speaker 1: ich glaube das haben die da vorteilweise schon gemacht Aber in der jetzigen Situation wird's so sichtbar wie respektlos.
- 14:18Speaker 1: manche Menschen irgendwie sind Genau das Gegenteil davon natürlich.
- 14:22Speaker 1: Aber die Sichtbarkeit ist momentan irgendwie so da, finde ich.
- 14:28Speaker 0: Was ich total interessant finde, ist ... Ich hab das Gefühl in manchen Menschen bringt es sozusagen das Gute noch mehr hervor.
- 14:35Speaker 0: Die dann irgendwie sagen, ach komm hier die Oma nebenan, da kann ich doch mal für die einkaufen, da muss sie nicht raus und sowas oder auch in noch kleineren Vier nachdem wie viel man halt so leisten kann oder dass man öfters im All das heim die Ome anruft wenn die Lüften ja ganz lange keinen Besuch haben.
- 14:51Speaker 0: Bei manchen Menschen richtet jetzt diese Extremsituation eher den Fokus darauf, was bei dir so richtig fehlt.
- 15:00Speaker 0: Und wie du sagst also Respekt und Rücksichtnahme ist irgendwie... Das klingt jetzt so als wäre ich hundertundachtzig aber das finde ich schon etwas, was in unserer Zeit generell ist mir vorher auch schon aufgefallen, mich verloren gegangen scheint.
- 15:15Speaker 0: Ich muss vor allem schauen, dass mir gut geht und ich brauche hier mein Geld.
- 15:18Speaker 0: Und ich braue mein fettes Auto und ich will mein geiles
- 15:20Speaker 0: Haus.".
- 15:21Speaker 0: Ehrlich gesagt, was du machst ist mir egal!
- 15:23Speaker 0: Wir leben ja im globalen Sinne sowieso in einer extrem rücksichtslosen Welt.
- 15:28Speaker 0: Also alles, was wir uns gönnen oder als selbstverständlich ersehen – das wird ja noch gar nicht so gesehen, dass wir uns das gönnnen -, ist auf dem Rücken anderer.
- 15:38Speaker 0: Ob es jetzt die Rohstoffe sind aus Afrika?
- 15:40Speaker 0: Der Fisch aus den Victoria-Sea… Fleisch von diesem widerlichen Tönnies.
- 15:47Speaker 0: Boah, da fehlen mir wirklich die Worte!
- 15:49Speaker 0: Also egal sozusagen auf welcher Ebene nehmen wir uns halt was wir finden das uns irgendwie zusteht in unserer Gesellschaft und den Restblendenwert aus?
- 15:58Speaker 0: Und das ist im globalen sozusagen so ausgeprägt dass Wenn du jetzt dann der Öko bist, der sagt ja aber ich kauf mir werde.
- 16:10Speaker 0: Ich weiß noch in der Schule zum Beispiel als ich noch im Gymnasium war, war ich in irgendeinem so einem...ich glaube das hieß Umweltakar.
- 16:16Speaker 0: und dann haben wir zum Beispiel durchgesetzt dass im Lehrerzimmer nur noch fair gehandelter Kaffee getrunken wird.
- 16:21Speaker 0: Fällt mir jetzt gerade erst wieder ein und es kostet aber mehr.
- 16:26Speaker 0: und ich war damals schon so, dass ich dachte sag mal geht's noch?
- 16:31Speaker 0: Also in einem Lehrerzimmer, die sind nicht arm.
- 16:36Speaker 0: Oder dann habe ich gesagt, dann sammeln wir mit dem Umweltakades Geld dafür, dass sie diese Differenz bezahlen können?
- 16:42Speaker 0: Also ich fand es damals schon erstaunlich, dass du so ein Nerfsack bist wenn du irgendwie aufzeigst... Ich hab das ja nicht erfunden!
- 16:50Speaker 0: Wenn du auf zeigst hey das ist aber total ungerecht was ihr da macht oder was wir hier alle machen.
- 16:56Speaker 0: und es geht ja weiter mit der Rolle der Frau in der Gesellschaft, die immer noch links liegen gelassen wird.
- 17:02Speaker 0: Unterdrückt wird schlechter bezahlt und so weiter und sofort.
- 17:05Speaker 0: Also auch den Mädchen ... Es geht mit allem weiter, mit strukturellem Rassismus, mit all diesen Dingen.
- 17:13Speaker 0: Das hat ja letzten Endes alles damit zu tun, dass man denkt, Hauptsache ich!
- 17:17Speaker 0: Und das ist was, da hab' ich ehrlich gesagt recht wenig Verständnis dafür.
- 17:22Speaker 1: Ja, ehrlich.
- 17:24Speaker 0: Entschuldigung, weil ja oft Nicht die Menschen, die ein bisschen Geld zur Verfügung haben.
- 17:32Speaker 0: Also die irgendwie einen Job haben mit dem sie viel verdienen oder mit einem Erbe in die Welt gekommen sind.
- 17:37Speaker 0: Die sind für mich die Menschen... eine echte Möglichkeit zur Gestaltung haben.
- 17:44Speaker 0: Ich rede jetzt nicht von einer Familie, die irgendwie dauerhaft gerade auf Hartz IV hängen geblieben ist und dann nicht mehr rauskommt, weil das ein totales Schweinedrechtssystem ist, sondern die gönnen dann nicht sagen, oh ich nehme sonst vorne Bio-Fleisch so, sondern ich rede von den Leuten und es sind ziemlich viele!
- 18:03Speaker 0: die wirklich viel Geld zur Verfügung haben und damit eine total große Verantwortung.
- 18:09Speaker 0: Und dieses Gefühl vermisse ich total, dass es einen Verantwortungsbewusstsein gibt gegenüber den anderen, die vielleicht aus Pech oder einfach aus Chancenungleichheit schlechter dastehen.
- 18:22Speaker 0: Jetzt trinke ich mal ein Schlucker!
- 18:24Speaker 1: Ich finde gerade auch, weil du gerade Turnies angesprochen hast um dieses ganze Ernährungsthema so ein Stück weit.
- 18:33Speaker 1: unsympathische Ernährungskultur, was das Thema angeht.
- 18:37Speaker 1: Wir haben... Ich meine wenn man in ein bayerisches Restaurant reingeht ist es maximale was man da irgendwie an vegetarischen Optionen.
- 18:44Speaker 1: und ich bin jetzt weder Vegetarier noch Veganer aber ab und zu habe ich auch einfach keine Lust auf Fleisch oder will auch nicht irgendein Fleisch nehmen wo ich gar nicht weiß wo kommt denn das eigentlich her?
- 18:54Speaker 1: Aber die vegetarischste Variante ist dann irgendwie ja Kälschpatzen oder Salat.
- 19:01Speaker 0: Mein Lieblings-Vegetarische Option in bayerischen Wirtshäusern ist Salatpute.
- 19:06Speaker 1: Außen schlecht!
- 19:07Speaker 1: Das ist
- 19:07Speaker 0: wirklich super, du fragst ja irgendwas einfach Vegetarische oder Salatputte könnt ihr da machen?
- 19:12Speaker 0: Kannst die Pute vielleicht das nicht einfach weglässt oder so?
- 19:16Speaker 0: Ja aber du siehst den dann.
- 19:19Speaker 0: Gemüse sag ich ja, das ist so.
- 19:22Speaker 0: Das ist super.
- 19:24Speaker 0: Ich meine, das bessert sich ja und so kommt dann langsam.
- 19:27Speaker 0: Aber es gibt immer noch diese Idee von ohne Fleisch gibt's kein Essen?
- 19:32Speaker 0: Ja!
- 19:33Speaker 0: Was ich halt... Also bin ich zum Glück einfach auch ganz anders aufgewachsen.
- 19:36Speaker 0: Es war bei uns ganz klar, dass wenns Fleisch gibt, dass ist irgendwie die Ausnahme und dass da was Scheides ist.
- 19:43Speaker 0: Und deswegen bin ich damit auch aufgewachsen, dass man sehr vielfältig mit Gemüse kochen kann.
- 19:49Speaker 0: Ich gebe nie auf die Idee zu sagen, da fehlt jetzt aber der Fisch oder das Fleisch.
- 19:52Speaker 0: Und es ist gar nicht komplett ... Man kann natürlich wahnsinnig auffällig und tatsächlich vielfältiger mit Gemüse kochen.
- 20:04Speaker 0: So erlebe ich das zumindest.
- 20:06Speaker 0: Dafür kann hier halt kein Steak braten.
- 20:08Speaker 0: Das kann ich leider nicht.
- 20:10Speaker 1: Ich würde mir auch einfach wünschen, dass es mal mehr Restaurants gibt, die sich zum Beispiel nur mit einer vegetarischen Karte beschäftigen und das richtig gut machen.
- 20:19Speaker 1: Wenn nicht gerade Corona ist, normalerweise ziemlich oft in den Nordics unterwegs und viel auch in Finnland zum Beispiel.
- 20:25Speaker 1: Und in Helsinki gibt es so gute, so unfassbar gute vegetarische Restaurants die richtig cool sind wo man gerne hingeht, wo ich immer jedes mal wenn ich irgendwie ein paar Leute dabei habe schleppe ich die da hin?
- 20:39Speaker 1: Dann kommt immer so ja so vegetarisch muss das sein haben wir nicht irgendwas wo's auch irgendwie Fleisch oder Fisch gibt und sage ich ne beginne jetzt mal dahin Und die finden das dann danach, ist jeder total begeistert.
- 20:51Speaker 1: Weil es gibt einfach so tolle Sachen, die man machen kann.
- 20:56Speaker 1: und ich finde auch immer wir haben einen Haus- und Tofkoch hier der Vincent Frickin ein guter Freund von mir, der quasi auch in jedem Podcast hier gemeint wird.
- 21:06Speaker 1: einmal weil das Thema immer aktuell ist.
- 21:09Speaker 1: Aber Vincent macht immer wieder so Pop-up Restaurants auch in München.
- 21:14Speaker 1: Und die haben immer ein bestimmtes Thema.
- 21:15Speaker 1: Er hat eins gemacht mit komplett veganer Küche, er hat eines gemacht, wo es wirklich darum ging from nose to tail, so einen Tier zu verarbeiten.
- 21:26Speaker 1: und ja, so habe ich auch geschaut ... Ja
- 21:29Speaker 0: ist das natürlich ein guter Gedanke, dass
- 21:31Speaker 1: man das
- 21:31Speaker 0: Tier im Ganzen verwertet weil man's denn so will?
- 21:36Speaker 1: Ich war da auch super skeptisch... Ich bin auch da gar kein Freund davon, aber ich dachte mir dann eher wenn es Vincent macht.
- 21:41Speaker 1: Dann weiß ich das ist irgendwie dass die Herkunft von dem Fleisch passt und dass er irgendwas Leckeres daraus macht.
- 21:48Speaker 1: Und ich muss auch sagen es war jetzt nicht jeder Gang mein favorite und ich würde auch nicht alles wieder essen.
- 21:53Speaker 1: Aber es waren so ein paar Sachen dabei wo ich mir echt gedacht habe oh Das ist gar nicht so schlecht eigentlich.
- 22:00Speaker 1: Man muss da so ein bisschen bewusster, glaube ich einfach mit umgehen.
- 22:03Speaker 1: Generell mit dem Thema sich mehr Gedanken darüber machen, wo kommen die Sachen eigentlich her?
- 22:07Speaker 1: Die ich gerade esse und dann zeigst du es ja... Ich finde das
- 22:10Speaker 0: auch so sauecklich!
- 22:11Speaker 0: Also ich denke immer so irgendwie also grade bei dem was man in seinen Körper hineingibt, dann da überhaupt nicht drauf zu achten.
- 22:21Speaker 0: und ich find's jetzt ehrlich gesagt, also ich denke mir so dass ist überhaupt alles erlaubt.
- 22:25Speaker 0: Ist das da lauter so Dreckszusatstoffe im Zeug drin sind oder so?
- 22:30Speaker 0: Okay, vielleicht schmeckt es auch manchen Leuten einfach super gut.
- 22:33Speaker 0: Mir schmeckt das nicht?
- 22:35Speaker 0: Ich finde's einfach saueglich!
- 22:38Speaker 0: Also ich finde... Das ist einfach komisch, dass man sich so widerliches Zeug hinein verleibt.
- 22:47Speaker 1: Ja, ja, das stimmt oder wenn... Er ist unbewusst einfach.
- 22:50Speaker 1: also es ist den Leuten eigentlich einfach egal... Aber das weiß
- 22:53Speaker 0: man ja eigentlich.
- 22:56Speaker 0: Man weiß, dass die da dieses widerliche Krebsgewebe einfach so aus dem Schwein quasi rausschneiden und den Rest halt weiterverarbeiten.
- 23:03Speaker 0: Ich meine das Informationen sind ja mittlerweile nicht mehr besonders schwer zugänglich.
- 23:08Speaker 0: Und wie gesagt ich rede jetzt mal vor allem von den Leuten, die irgendwie die Kapazität haben sich mit der Welt zu beschäftigen.
- 23:15Speaker 0: Es gibt einfach Leute wo ich denke wenn sie überhaupt den Tag überstehen Respekt.
- 23:20Speaker 0: Aber bei allen den Leuten, die irgendwo im Mittelstand angesiedelt sind, denk ich so, äh ... bisschen.
- 23:28Speaker 0: Komm mal klar!
- 23:29Speaker 0: So?
- 23:30Speaker 0: Wo kommen eure Milch her?
- 23:31Speaker 0: Siehst du, der ist voll teuer geworden, die Milche und ich bin so, das sind alles Informationen, diesen Zugegen nicht zu recherchieren.
- 23:37Speaker 0: Dann siehst du achso es gibt ja fast keine Bauern mehr weil keiner will mir diese Drecksarbeit machen, weil er super schlecht bezahlt und Milch ist nichts mehr wert usw.
- 23:45Speaker 0: Das ist da alles da.
- 23:48Speaker 0: Es war ja auch mal normal, dass man ein Tier irgendwie viel ganzheitlicher verwertet hat.
- 23:55Speaker 0: Dass man halt nicht immer zu jeder Tageszeit Fleisch in Massen zur Verfügung hatte, Milchensüß war ja alles mal kostbar und das da so verloren gegangen ist.
- 24:05Speaker 0: wenn man jetzt zum Beispiel selber mal einen Hochbeet oder so hat oder Kräutergarten oder so merkt man Boah, es ist voll viel Arbeit.
- 24:12Speaker 0: Dass du ein Fenchel dann auch so wirklich wächst oder einen Brokulier, dann kann Rabi uns dauert verlangen und uns da voll viel
- 24:18Speaker 0: pflegen.".
- 24:19Speaker 0: Und er merkt, das ist jetzt echt nur so ein Teil Gemüse draus geworden!
- 24:24Speaker 0: Wie viel Arbeit isst es bitte eigentlich?
- 24:26Speaker 0: Wir hauen uns einfach immer alles rein weil's in der Packung liegt halt einfach da.
- 24:32Speaker 0: Du kannst ja einfach eine Packung Erdbeeren hinbeeren, reinballern aber das ist total viel Arbeit die zu ernten und zu pflingen.
- 24:38Speaker 0: Irgendwie finde ich das nachvollziehbar, dass uns das verloren gegangen ist.
- 24:44Speaker 0: Aber auch echt schade kann man schon wieder ein bisschen zurückkommen.
- 24:49Speaker 1: Es geht ja in vielen Bereichen so, dass die Informationen eigentlich verfügbar werden.
- 24:54Speaker 1: Wir wissen seit Jahrzehnten, dass der Klimawandel da ist und wir ein Problem haben.
- 25:02Speaker 0: Wenn es den überhaupt gibt?
- 25:03Speaker 1: Genau!
- 25:05Speaker 1: Aber es wird halt einfach weg ignoriert.
- 25:08Speaker 0: Ich glaube, dass das bestimmt ... weil man jetzt Hirnforscherin wäre oder so könnte ich es viel besser.
- 25:14Speaker 0: Ich glaube da ist es zu einem gewissen Teil ganz normale menschliche psychische Vorgänge sind, dass du einfach ... also ich sag mal, du kannst ja nicht jede Information die du bekommst schon gar nicht heutzutage wo du alle Informationen permanent ungefragt bekommest.
- 25:26Speaker 0: Kannst du ja nicht verarbeiten und immer eine Konsequenz daraus ziehen?
- 25:30Speaker 0: Das ist wahrscheinlich nicht leistbar!
- 25:31Speaker 0: Und du kannst glaub ich oft auch nicht die Tragweite Begreifen von dem, was da wirklich ... also Klimawandeltechnisch was da echt auf uns zurollt.
- 25:43Speaker 0: Also ich sag mal die Tragweite von so'nen Prozessen zu überblicken ist wahrscheinlich jetzt gar nicht so ohne.
- 25:52Speaker 0: Wir sind ja jetzt nicht alle Forscherinnen, die sich hinsetzen und sagen oh, ich fuchs mich da jetzt rein.
- 25:57Speaker 0: Zu einem gewissen Teil kann das nachvollziehen dass nicht jeder sofort sagt okay, ich kann auf gar keinen Fall noch fliegen und so.
- 26:06Speaker 0: Aber irgendwo hört es halt dann auch auf.
- 26:08Speaker 0: Also ich denke vor allem die Menschen, die in den großen verantwortlichen Positionen sitzen, die also wirklich Gestaltungsmöglichkeiten haben dass sie nicht schon längst gehandelt haben und viel konsequenter sind und sich klüger- und weiser Verhalten als jeder Endverbraucher.
- 26:25Speaker 0: das geht mir nicht ins Hirn rein.
- 26:28Speaker 0: Also da fehlt mir dann wirklich der geistige Horizont, ich denke ihr habt doch die Möglichkeit.
- 26:33Speaker 0: Ja klar!
- 26:34Speaker 0: Ich kann aufs Auto fahren verzichten.
- 26:35Speaker 0: Ich bin überhaupt eh noch nie geflogen wenn es nicht unbedingt unbedingt sein musste weil ich immer schon...ich war halt früher der merkwürdige Öko und er fährt jetzt immer mit der Bahn.
- 26:47Speaker 0: normal.
- 26:48Speaker 0: Und jetzt ist es so voll cool, das alle mit der Bahn fandet was mich ja auch freut.
- 26:52Speaker 0: sehr super.
- 26:53Speaker 0: aber ich sage mal klar wir können im kleinen schon viel machen.
- 26:56Speaker 0: aber die wirklich großen weltverändernden Dinge da müssen halt auch die großen entscheidern die in der regel alte weiße männer sind ran und müssen.
- 27:11Speaker 0: Es geht ja nicht um... Ich glaube immer, es geht gar nicht darum dass man jetzt so ich will aber jetzt nicht meine ganzen Privilegien aufgeben.
- 27:16Speaker 0: Dass sie immer alles haben kann was ich haben will und Kapitalismus ist so geil!
- 27:19Speaker 0: Und ich kann mir mal alles kaufen.
- 27:20Speaker 0: Ja gut das sterben woanders Leute deswegen.
- 27:22Speaker 0: aber ich muss das alles haben.
- 27:25Speaker 0: Es geht vor allem darum glaube ich offen zu sein für Veränderungen Und sich zu fragen, was können wir denn verändern?
- 27:34Speaker 0: Was ist jetzt schnell und einfach möglich.
- 27:36Speaker 0: Aber ich hab mir das Gefühl die Menschen haben so eine krampfhafte Angst davor, dass ja irgendwas anders werden könnte ohne dass sie ihn betrachten, dass es vielleicht auch besser
- 27:48Speaker 1: werden
- 27:48Speaker 0: könnte.
- 27:49Speaker 0: Schöner!
- 27:51Speaker 1: Ich hatte immer
- 27:52Speaker 0: gar nicht auf dem Tablo.
- 27:52Speaker 0: Das finde ich total
- 27:53Speaker 1: komisch.
- 27:53Speaker 1: Richtig, ich hatte am Anfang der ganzen Corona-Zeit ein bisschen die Hoffnung Dass die Menschen ein bisschen mehr Wert schätzen, was sie eigentlich haben.
- 28:03Speaker 1: Wie gut es ihnen manchmal geht.
- 28:06Speaker 1: Gutes sind natürlich nicht alle.
- 28:07Speaker 1: Es gibt auch die, die da merken dass es ihnen wirklich scheiße geht klar.
- 28:11Speaker 1: aber gerade diese ganzen ja Konsumsüchtlinge wenn man sich dann mal so bezeichnen möchte, die halt einfach immer irgendwie das neueste Auto ist neuste die neuesten Klamotten, und noch eine Reise.
- 28:25Speaker 1: Und ich will in manchen Bereichen gar nicht mal aus, weil es ist so eine Routine, die man irgendwann drin hat ... Weil die Kapitalismusopfer
- 28:34Speaker 0: sind?
- 28:34Speaker 1: Genau!
- 28:36Speaker 1: Ich hatte die Hoffnung, dass sich das vielleicht ein bisschen ändert, dadurch auch, dass sie nichts kaufen konnten über ein paar Wochen.
- 28:45Speaker 1: Außer über Amazon, die natürlich sich gefreut haben.
- 28:49Speaker 1: Aber ich hatte so ein bisschen die Hoffnung, dass die Leute da vielleicht ein bisschen bewusster mit umgehen.
- 28:54Speaker 1: Aber irgendwie so jetzt seit es die ganzen Lockerungen gibt habe ich das Gefühl, ist alles wieder so back to normal?
- 29:00Speaker 0: Also ich glaube wie immer es gibt die Menschen ja wo sich da was bewegtes sind aber zumindest in meinem Umfeld die, die sich eh schon immer Gedanken gemacht haben und so ein bißchen bewuster sind.
- 29:09Speaker 0: also ich hatte neulich so einen Erweckungs- erlebnis.
- 29:11Speaker 0: ich war in Berlin Und bin mit dem Fahrrad von Kreuzberg nach Franz-Lauberg gefahren und so durch Mitte Und da sind die ganzen schickeren Läden, also halt so schickere, geilere Klamottenläden.
- 29:23Speaker 0: Da gibt es eigentlich alles und bin dann in so ein Laden rein, weil ich das so eine Creme kaufen wollte.
- 29:29Speaker 0: und dann dachte ich so, sorry was ist hier los?
- 29:32Speaker 0: Es ist Samstag, es ist wirklich herrlichste Sommerwetter!
- 29:36Speaker 0: Und vor den Klamottenläden standen die Menschen in der Schlange draußen bis sie halt dann rein durften.
- 29:43Speaker 0: Und ich dachte so, ich krieg dieses Bild.
- 29:46Speaker 0: Ich komm nicht drauf klar.
- 29:47Speaker 0: Also ja am Anfang als es wieder losging, dachte ich so ja klar jetzt stehen die mal von einer guten Metzgerei oder einem guten Bäckerei, weil man oder Formreformhaus, wenn man irgendeinen speziellsten Lebensmittel braucht und das ist jetzt einfach so.
- 30:00Speaker 0: Stehen wir halt an kennen wir in unserer Generation ja auch noch gar nicht von den Klamotten lehnen.
- 30:07Speaker 0: also mich hat's wirklich ... Ich dachte so.
- 30:09Speaker 0: ich will zu denen hinter ihnen sagen was macht ihr da mit eurem Leben?
- 30:15Speaker 0: Das kann es nicht sein, das kann nicht die Essenz sein von dem was wir gerade erlebt haben oder noch erleben dass sie sich nicht entblöden in der Schlange vor einem coolen dänischen Laden zu stehen.
- 30:30Speaker 1: Das Erlebnis hatte ich jetzt aber auch ein paar Tage in der Hofstadt.
- 30:32Speaker 1: da gibt's irgendwie einen Schulladen.
- 30:34Speaker 1: hier in München unterstehen die wirklich nonstop Schlangen.
- 30:39Speaker 1: Also ich verstehe es nicht von einem Schulladen.
- 30:43Speaker 0: Mir fehlt dann natürlich auch die Geduld, ich bin ein sehr ungeduldiger Mensch.
- 30:46Speaker 0: aber also das... Ich merke dann einfach zum Beispiel für mich hätte das jetzt niemals den Stellenwert.
- 30:51Speaker 0: Also ich würde mich halt anstellen für Sachen, die ich dringend brauche und selbst dauernd darfst.
- 30:56Speaker 0: Das ist schon wahnsinnig!
- 30:57Speaker 0: Aber gut, das kann ich schon aushalten.
- 31:01Speaker 0: Aber dass dir das so wichtig ist?
- 31:04Speaker 0: So wichtig, dass du jetzt vielleicht auch als Touristin oder so in Berlin bist, und dann musst du da in diesen Ladendienst ungefähr jeder größeren europäischen Stadt auch gibt.
- 31:17Speaker 0: Ich war völlig ratlos und dachte, was ist das für eine Welt, die wir uns da gemacht haben?
- 31:23Speaker 0: Dass das so wichtig ist jetzt anstatt ... Die könnten allerlei gute Sachen machen mit ihrer Zeit.
- 31:29Speaker 0: Sie könnten in die Natur rausfahren.
- 31:32Speaker 0: Wobei die natürlich nicht so schön ist wie hier bei uns.
- 31:36Speaker 0: Sie könnten bei der Tafel Essen ausfahren, weil es schwierig ist durch Corona.
- 31:41Speaker 1: Es gibt
- 31:41Speaker 0: gute Sachen, die man machen kann mit seinem Leben.
- 31:44Speaker 0: vor einem Klamottenladen anstehen gehört für mich nicht dazu.
- 31:46Speaker 1: Was man auch sehr schnell gemerkt hat, dass Kultur ja quasi so eine Vollbremsung machen muss ein Stück weit also alles was zumindest Kultur ist wo man irgendwie hingeht, was man live erlebt und was man im Kino erlebt All diese Dinge sind zu so einem kompletten Stopp gekommen.
- 32:07Speaker 1: Und ich frage mich immer, wie lang wir... Ja also es ist glaube ich ziemlich schwierig da wieder in so eine Normalität reinzukommen.
- 32:17Speaker 1: Wir merken das natürlich selber auch mit Veranstaltungen und man muss sich jetzt irgendwie echt Gedanken machen was kann man eigentlich machen?
- 32:23Speaker 1: Was kann man für neue Formate entwickeln?
- 32:25Speaker 1: aber Gerade dass sich ein Theater zum Beispiel rechnet, dass sich einen Kino rechnet.
- 32:32Speaker 1: Viele von den kleinen Kinos waren davor ohnehin schon in Situationen wo es sehr schwierig wurde.
- 32:39Speaker 1: ich werde das nie vergessen als ich glaube letztes Jahr Es hat ein Kino zugemacht in München, in der Dachaustraße.
- 32:45Speaker 1: Das ist Neugabriele.
- 32:47Speaker 1: Da hab ich Wochen meines Lebens verbracht, weil damals die ganzen Pressevorführungen stattgefunden haben und ich saß da quasi ... Also ja, einige Jahre meines Lebens quasi jeden Tag!
- 33:00Speaker 1: Und das hat dann einfach zu gemacht, weil sie auch gesagt haben es rechnet sich nicht mehr.
- 33:04Speaker 1: Ja, das
- 33:05Speaker 0: ist so'n schwieriges Thema finde ich, weil ich sag mal dass eine bei Kulturschaffenden und allen was jetzt so rum dazu Gehört.
- 33:12Speaker 0: Gibt es ja dann schnell so dieses ... Von außen, so dieses Ja-gutes in Luxusproblemen?
- 33:18Speaker 0: Weil ihr macht ja eh was, was euch Spaß macht.
- 33:20Speaker 0: So ungefähr ist der damit kein Geld
- 33:22Speaker 0: verdient.".
- 33:23Speaker 0: Und da bin ich dann auch oft so, wir sollten da unsere Privilegien hinterfragen und so.
- 33:28Speaker 0: Aber die andere Seite ist ja dass wiederum in der Coronazeit sehr deutlich wurde das die Kulturschaffenden so wichtig sind ... am Leben bleiben, dass sie bei Laune bleiben und sich Serien reinballern können.
- 33:45Speaker 0: Dass Sie im Radio Informationen zugänglich haben im Fernsehen... ...dass Sie Ihre Daily-Soap weitergucken können, die Ihnen irgendwie Halt und Trost gibt oder was auch immer,... ...oder wo Sie da einfach mitfiebern können.
- 33:56Speaker 0: Das es irgendwann mal wieder einen neuen Krimi im Fernseh gibt und nicht die zweihundertste Wiederholung.
- 34:01Speaker 0: Also das wird ja wahnsinnig viel konsumiert!
- 34:07Speaker 0: Auch wenn jetzt vielleicht nicht jeder so aktiv ins Kino geht, viele halt streamen und Fernsehen usw.
- 34:12Speaker 0: Aber es hat eigentlich gar keinen gesellschaftlichen Stellenwert.
- 34:18Speaker 0: Weil es diesen Irrglauben gibt von... Ich erlebte das ja ganz oft, ich lasse das dann auch aufstehen, dass Leute denken wir machen die ganze Zeit nur Party.
- 34:29Speaker 0: also wir chillen einfach hart ab auf dem Filmset Lassen uns wahrscheinlich auch immer vorlaufen.
- 34:34Speaker 0: Wir hängen eigentlich nur rum und machen Instagram-Stories oder
- 34:37Speaker 0: so.".
- 34:38Speaker 0: Und dass eigentlich irgendwie neunzig Prozent richtig harte Arbeit sind, auch viel Verzicht auf Privatleben, auf Freundschaften oder auf Familie, weil du einfach so viel alleine bist und weg bist.
- 34:52Speaker 0: Das ist eine psychische Leistung, das zu tragen, dass du einfach irgendwie vierzehn Stunden einen Tag arbeitest usw.
- 35:00Speaker 0: viel Vorbereitung und viel Reisen.
- 35:02Speaker 0: Und ich beschwere mich darüber gar nicht, weil ich den Beruf wirklich liebe und es total als Privileg empfinde.
- 35:08Speaker 0: aber da stimmt natürlich das Bild nicht zusammen.
- 35:13Speaker 0: also zum Beispiel was soll jetzt ein klassischer Musiker oder eine Violinistin?
- 35:19Speaker 0: Was machen die denn wenn sie nicht auftreten dürfen?
- 35:22Speaker 0: Also das ist ja Ich weiß auch nicht.
- 35:25Speaker 0: Es gibt dann immer das Gefühl, was so transportiert wird als sei es alles Luxus.
- 35:30Speaker 0: Aber es wird ja nicht wie ein Luxus gut konsumiert sondern es wird konsumierend wie Fast-Food und das passt finde ich nicht zusammen.
- 35:38Speaker 0: Und da hatte ich eigentlich gehofft dass in der öffentlichen Wahrnehmung, dass sich da auch etwas ändert aber das ist irgendwie nicht so.
- 35:46Speaker 1: Dieser Fast-food-Konsum ist ja auch ein spannendes Thema gerade die letzten Jahre mit Netflix Ansonsten mit Disney Plus und diese ganzen Plattformen, wo ich eigentlich für ja nicht mal mehr den Preis eines Kinotickets monatlich wahnsinnig viel konsumieren kann.
- 36:06Speaker 1: Wie ist da deine Meinung dazu?
- 36:08Speaker 1: Das siehst du das eher positiv, weil die Menschen eben mehr konsumiert oder eher vielleicht negativ war, weil es vielleicht die Wertschätzung für das auch die finanzielle Wertschätzung.
- 36:21Speaker 1: Ich weiß nicht
- 36:23Speaker 0: Bei Netflix
- 36:23Speaker 0: z.B.,
- 36:23Speaker 0: die bezahlen ja wenigstens gescheit, wenn sie produzieren... Also das ist auch ein schwieriger Punkt.
- 36:31Speaker 0: Zum Beispiel für mich als Berufsmensch ist es unschätzbar wertvoll weil ich irgendwie nachgucken kann wo ist es gerade auf welcher Streamingplattformen Film den ich gucken will zur Recherche oder warum auch immer.
- 36:43Speaker 0: Und dann finde ich das und im besten Fall habe ich da eh schon ein Abo oder ich kann mir den da ausleihen.
- 36:49Speaker 0: Das ist natürlich total super, weil früher musste ich dann irgendwie in die Videothek fahren und dann war der Film ausgeliehen oder ich musste rumfragen ob den jemand hat und so.
- 36:58Speaker 0: Für mich ist es total toll!
- 37:03Speaker 0: letzten Endes auch toll, dass Geschichten zugänglich sind.
- 37:06Speaker 0: Also wenn du jetzt in Deutschland eine Serie produzierst für Netflix dann wird die einfach in Hundert neunzig Länder rausgeballert.
- 37:14Speaker 0: das ist schon fett.
- 37:16Speaker 0: also diese Reichweite können wir uns ja in Deutschland mit nichts anderem ermöglichen und das verstehe ich auch wenn Leute das machen wollen und gucken wollen.
- 37:26Speaker 0: Ich glaube nicht, dass es dazu beiträgt, dass wir irgendwie lernen unser Konsumverhalten zu ändern.
- 37:32Speaker 0: Im Gegenteil, weil dieses Binschbotschen ist ja wie so eine Chippstüte wo du eh schon merkst, ich esse die jetzt irgendwie auf und dann wird sie irgendwie nicht leer!
- 37:42Speaker 0: Und du isst quasi immer weiter wie ein Sack vom Weihnachtsmann oder so.
- 37:46Speaker 0: Also es ist ja einfach krass.
- 37:47Speaker 0: also du ziehst dir einfach nur noch Zeug rein und muss man einfach lernen dann da auch so sagen stopp oder höh jetzt kann ich nichts mehr aufnehmen.
- 37:57Speaker 0: Ich glaube ja immer noch dass diese Diskussion so Kino- oder Streaming Sie ist real, weil die Kinos müssen gucken wo sie bleiben.
- 38:06Speaker 0: Jetzt mehr denn je und trotzdem gibt es kein vergleichbares Filmerlebnis was du dir zu Hause schaffen kannst.
- 38:14Speaker 0: Du kannst den schönsten Dolby Surround Keller haben mit irgendwie so einer Folge vor Zen Couch.
- 38:20Speaker 0: Es wird nie das Gleiche sein, wie dass du in diesen Saal kommst und es Licht geht aus...
- 38:26Speaker 1: Frisches
- 38:27Speaker 0: Popcorn!
- 38:29Speaker 0: Frische Popcorn Werbung quatschende Leute über die du dich aufregen kannst oder du bist selber der über den sich Leute aufregt.
- 38:36Speaker 0: dann fragst du dich kann ich jetzt mein Popcorn essen?
- 38:38Speaker 0: Oder ist das gerade zu still im Film?
- 38:40Speaker 0: also du bist ja einfach in Verbindung mit Menschen die du noch nie gesehen hast, vielleicht nicht kennst.
- 38:46Speaker 0: Der Mensch an sich ist so ein Herdentier und ist dafür gemacht in Verbindung zu sein im Gleichklang oder Missklang mit anderen Menschen.
- 38:57Speaker 0: Ich glaube einfach nicht daran, dass das für immer aufgegeben
- 39:01Speaker 0: wird.".
- 39:02Speaker 0: Vielleicht wird es sich verändern, vielleicht ... wird das sich verkleinern.
- 39:07Speaker 0: Aber ich glaube nicht daran, dass dieses Erlebnis Kino oder auch eben Theater- oder Oper noch mal eine kleinere Bevölkerungsgruppe ist, die das überhaupt nutzt.
- 39:18Speaker 0: Ich mein gemeinsam mit Leuten in einem Kinofilm lachen?
- 39:21Speaker 0: Oder ... Ich bin jetzt zum Beispiel die Horror-Kinubsucherin, wenn's so ein bisschen spannend ist.
- 39:28Speaker 0: Ich mach das auch eigentlich nicht mehr, weil es für alle anderen so schlimm ist, weil ich ihn so die Freude verderbe ... Weil ich bin so schreckhaft und weiß dann schon so, ja, so dunkeln... Man sieht jetzt noch was wie Schulter von hinten.
- 39:42Speaker 0: Dann kommt so Musik und ich weiß so, dass bestimmt gleich kommt da um die Ecke oder in den Fenster die Spiegelung vom Bösewicht Obwohl ich es weiß, obwohl ich die Filme so weit durchschau, dass ich weiß, jetzt kommt der Moment erschreckig.
- 39:55Speaker 0: So sehr und so laut!
- 39:57Speaker 0: Das echt alle so... Ich denke immer, ist doch total lustig neben mir zu sitzen weil da tut sich noch was.
- 40:04Speaker 0: Da geht noch jemand mit und so.
- 40:05Speaker 0: aber das finden in den scheinbar allen manche Leute halt nicht so toll.
- 40:11Speaker 0: Aber auch das gehört ja zu dieser Erfahrung, dass man so mit Menschen gemeinsam ist.
- 40:15Speaker 1: Richtig an Und
- 40:16Speaker 0: letzten Endes fehlt uns das ja jetzt auch mehr denn je.
- 40:18Speaker 0: Also ich sage mal, die Leute daheim, die kennen wir wirklich zur Genüge.
- 40:23Speaker 0: Falls man noch miteinander spricht oder zusammen ist nach dieser extremen Lockdown-Zeit ... Jetzt kann man wieder mit anderen Leuten was machen.
- 40:34Speaker 1: Netflix hat man langsam durchgeschaut.
- 40:37Speaker 1: Wobei es einen neuen Staffel Dark
- 40:39Speaker 0: gibt!
- 40:39Speaker 0: Ja, das Ohr-Dark ist ja vom Genre nicht so meins.
- 40:42Speaker 0: Da komme ich irgendwie nicht drauf klar auch wenn ich natürlich die Arbeit von den ganzen Kolleginnen und so total respektive und anerkenne.
- 40:48Speaker 0: aber dass irgendwie das kriegt mich nicht da bin ich voll einfach nicht meinen
- 40:55Speaker 1: Magst du noch mal so ein Getränk?
- 40:57Speaker 0: Ich würde sehr gerne nochmal so ein leckeres Getränke.
- 41:00Speaker 0: Soll ich erzählen, was du mir gemacht hast?
- 41:01Speaker 0: Also du hast mir ein total schönes Getrenk gemacht, weil ich hab nämlich festgestellt wie dumm das ist wenn wir uns hier zu Din and Talk treffen tagsüber wo man sich nicht schön gepflegt einen Rhein löten kann und habe jetzt hier ein Sandbitter, dass es so quasi non-alkoholik abruhl oder so.
- 41:19Speaker 0: ne?
- 41:19Speaker 0: Wie so'n Campari eigentlich ohne Alkohol.
- 41:21Speaker 0: Metronik und Eishöfe ist sehr lecker!
- 41:24Speaker 0: Ich kann es nur jedem empfehlen, der nicht voll trunken in Podcasts sprechen möchte.
- 41:31Speaker 1: Worüber wir ja noch gar nicht gesprochen haben ist eigentlich wie's bei dir zu all dem kam was du heute machst?
- 41:38Speaker 1: Das haben wir so ein bisschen übersprungen weil wir gleich so in die großen Themen abgebogen sind.
- 41:43Speaker 1: aber Wurdest du denn eigentlich Schauspielerin?
- 41:48Speaker 1: Weil die Klischee-Frage überhaupt ... Aber ich ...
- 41:52Speaker 0: Ich wurde so geboren.
- 41:56Speaker 0: Ähm, ja... Da muss ich mal überlegen wie viele Details sind da als interessant?
- 41:59Speaker 0: also ich finde das ja ... Ich find es natürlich nicht so interessant weil ich war dabei.
- 42:06Speaker 0: Also tatsächlich bin ich das Klischeekind von, ich wusste das schon als Kind und hab als Kind schon immer versucht, Leute zu unterhalten.
- 42:17Speaker 0: Hab dann irgendwie auf dem Kindergarten-Sommerfest mir selber so eine Clowns-Nummer überlegt und ich kann mich nicht daran erinnern was ich gemacht habe.
- 42:25Speaker 0: oder hab da irgendwie aufm Schulfest unseren Lateinlehrer parodiert.
- 42:30Speaker 0: und so wo ich mich heute frage, wo ich den Mut hergenommen hab aber der war einfach wirklich ein krasses Original.
- 42:40Speaker 0: Das war irgendwie immer so da, diese Lust am Spielen.
- 42:43Speaker 0: Und dann war ich wahnsinnig frustriert in der Grundschule und dem Gymnasium, dass ich immer einen Mann spielen musste.
- 42:49Speaker 0: Weil ich bin ja eine Frau oder ich sehe mich zumindest als Frau... ...und war halt recht groß, recht früh und dann kam das so, es sind nur zwei, drei Jungs in den Theatergruppen und deswegen musste ich dann immer den alten Müller, den alten König oder den alten Vater spielen Und das hat mich richtig krass genervt.
- 43:06Speaker 0: Also nicht nur so ein bisschen, sondern es hat mich so richtig wütend gemacht!
- 43:09Speaker 0: Ich hab' mich auch in der Pubertät... ich fühl mich hier nicht gesehen und ich mein', das Verrückte ist ja dass man oft in diesen Jugendtheatergruppen an Schulen so Stücke macht die erstens nichts mit Jugendlichen zu tun haben?
- 43:23Speaker 0: So ein bisschen absurdes Theater oder gar kein Bezug zu uns und halt auch Stücke weil es fast nur Stücke gibt wo es vor allem Männerrollen gibt Und dann gibt es aber wenige Jungs, das heißt natürlich müssen Frauen bei einer Rollenspiele.
- 43:39Speaker 0: Verstehe ich ehrlich gesagt bis heute nicht, weil es gibt ja auch Frauenstücke für Frauen und Schauspielerinnen.
- 43:46Speaker 0: Dann war mir so klar, ich musste es irgendwann auf jeden Fall beruflich machen damit die das verstehen.
- 43:52Speaker 0: Das sieht man doch!
- 43:57Speaker 0: Das war ziemlich cool.
- 43:58Speaker 0: In den Kammerspielen wurde ein Jugendclub gegründet von Theaterpedagogen, da bin ich sofort hin und habe sehr viel gelernt dort.
- 44:06Speaker 0: Da hatte man Mentoren aus dem Ensemble und Team von den Kamerspielen.
- 44:13Speaker 0: Und dann hab ich parallel dazu irgendwie in so einer Kinder-Casing-Agentur, da hatte meine Mutter gejobbt und da habe ich sie gesucht.
- 44:20Speaker 0: Dann war die ganze Zeit über uns ganz begeistert, Russalie ist super!
- 44:24Speaker 0: Und ich sah mir alles ein bisschen befremdet.
- 44:26Speaker 0: Ich mein, das waren drei, zehn, vierzehn, wo irgendwie alles ... Ich war groß und wusste nicht was soll ich das alles hintun?
- 44:31Speaker 0: Ich bin pubertät, alles schlimm... Und dann haben die mir zu einem Übel noch gesagt, Herr Russalie, du bist supertyptisch aus wie die Franzi von Eimsek.
- 44:41Speaker 0: Ich bin jahrelang durch meine Bibliothek so fast wirklich.
- 44:47Speaker 0: Hab dann so Fotos von der gesehen und dachte, das ist wirklich mit meinen Fotos... Also man ist ja da sehr angreifbar wenn man so jung ist Und nichtsdestotrotz haben die mich total krass unterstützt Was nicht?
- 45:00Speaker 0: was sie da gesehen haben habe ich dann zu allen möglichen Kastingsgeschichten auch wenn ich überhaupt nicht passte So kleines jüdisches ausgemergeltes Mädchen.
- 45:06Speaker 0: ich weiß sowas mache hier Hab da aber natürlich viel gelernt und hab dann einfach einen Kurzfilm gemacht von einer Schauspielerin, die selber Regie ausprobieren wollte.
- 45:17Speaker 0: Und das war irgendwie auch cool!
- 45:20Speaker 0: Dann hat sie mich empfohlen an so eine richtige Schauspieltagentur für Kinder und Jugendliche hauptsächlich.
- 45:27Speaker 0: Da bin ich dahin und es ist natürlich geil wenn du so jung bist.
- 45:31Speaker 0: weil du weißt ja noch nicht, wie hart dieses Business ist.
- 45:34Speaker 0: Also ich hab einfach gedacht, ja, ich werd halt Schauspielerin und wie das schau' ich mal?
- 45:38Speaker 0: Ich wollte eigentlich unbedingt an die Schauspilschule, weil ich dachte sonst kann ich es nicht richtig!
- 45:42Speaker 0: Und ich muss doch an die Böhne und Kunst machen und so... Und dann durfte ich eben anfangen mit Filmen fürs Fernsehen und habe so gemerkt, irt, dass is auch ganz schön anspruchsvoll.
- 45:52Speaker 0: Das ist gar nicht so, wie ich mir das gedacht hab', dass das dann so voll einfach ist.
- 45:57Speaker 0: Und hatte da sehr früh wirklich richtig tolle Leute, die an mich geglaubt haben und die mich halt in guten Sachen besetzt haben.
- 46:05Speaker 0: Und hab dann mit siebzehn ein Polizeiruf gedreht ... Polizeiruf München mit Dominik Graf als Regisseur der also wenn ihn jetzt jemand nicht kennt das ist so der Regisseure mit dem wirklich jeder Schauspieler und jede Schauspultin unbedingt arbeiten will in Deutschland!
- 46:20Speaker 0: Und ich so mit siebtzehn, oh das wäre schon cool aber ich glaube er nimmt mich nicht hat er aber hat mir das zugetraut im Gegensatz zu mir.
- 46:29Speaker 0: Und dann hab ich irgendwie diesen Polizeiruf gemacht, der auch wirklich heftig war.
- 46:35Speaker 0: Dann hatte ich mein Abi gemacht gerade noch so ... Also weil ich wollte mich eigentlich abmelden von der Schule, weil die gesagt haben das geht nicht so lang kannst du nicht drehen?
- 46:45Speaker 0: Nicht in der K-twölf und so.
- 46:47Speaker 0: Wir hatten damals... Ich bin sehr alt, wir hatten noch dreizehn Jahre!
- 46:49Speaker 0: Wenn ich es nicht machen darf, dann gehe ich halt von der Schule.
- 46:54Speaker 0: Mir war das einfach klar dass so eine Chance nicht... Also ich war einerseits natürlich in diesem glücklichen naiven Zustand, wo ich vieles noch nicht wusste.
- 47:03Speaker 0: Aber vieles wusste ich auch sehr genau also... Ich glaube meiner Mutter zum Beispiel war es auch manchmal unheimlich weil ich war so wahnsinnig zielstrebig und auch ehrgeizig.
- 47:10Speaker 0: Also ich wusste einfach, ich glaub' ich kann irgendwie was?
- 47:13Speaker 0: Und ich will richtig viel!
- 47:14Speaker 0: So.
- 47:15Speaker 0: Und hab mich das dann einfach getraut.
- 47:18Speaker 0: und dann habe ich aber mein Abi noch gemacht.
- 47:23Speaker 0: Dann kam dieser Film am Filmfest, da gibt es so eine neues deutsches Fernsehenreihe und alle sind total ausgerastet.
- 47:33Speaker 0: Ich versteh das heute erst, weil wenn ich jetzt richtig begabte Schauspielerin bin, wo nimmt die das her?
- 47:41Speaker 0: Und damals dachte ich was habt ihr denn?
- 47:42Speaker 0: Ich hab das halt gemacht!
- 47:45Speaker 0: Mit der Unverschämtheit ging's dann einfach ganz gut weiter... Ich habe dann nicht die Schauspielschule besucht, weil ich da wirklich mit Pauken und Trompeten abgelehnt wurde.
- 47:59Speaker 0: Ich hab auch nach drei Vorsprechen keinen Bock mehr gehabt.
- 48:03Speaker 0: Weil ich das so würde losfinde wie man da... Also ich fand es einfach unmöglich, wie die damit einem sprechen.
- 48:11Speaker 0: Und hatte ja das Glück, ich konnte schon arbeiten!
- 48:12Speaker 0: Ich hab dann angefangen mit dieser Trilogie von Markus Rosenbüller beste Zeit, beste Chance.
- 48:17Speaker 0: Und irgendwie ging es dann so, dass ich davon leben konnte und dass sich immer noch ein bisschen was übrig hatte um einfach Unterricht zu nehmen.
- 48:26Speaker 0: Und Lehrer zu finden oder Lehrerin wo ich merke, da kommt ganz viel.
- 48:30Speaker 0: das brauche ich gerade.
- 48:31Speaker 0: Das habe ich gemacht und mache auch bis heute, dass man einfach guckt so kann man noch etwas dazu gewinnen und besser werden und schlauer werden.
- 48:40Speaker 0: So mache ich das also so wie es halt fast niemandem passiert Also so, wie man es auch niemandem rät.
- 48:49Speaker 0: So wird man Schauspielerin, weil das ist natürlich sehr unwahrscheinlich dass am Anfang irgendwie die Leute da was in dir sehen.
- 48:57Speaker 0: ich hatte aber tatsächlich und dann höre ich auf mit meinem harten Loverflash Ich glaube ich hatte das Glück Einfach auch ein ungewöhnlicher Typ war, jetzt denkt man so ... Ich war halt echt... ich bin das immer noch.
- 49:12Speaker 0: Ich bin groß!
- 49:13Speaker 0: Ich bin fast eins Achtzig.
- 49:14Speaker 0: Ich find's natürlich wieder nicht so groß, ich find es normal.
- 49:17Speaker 0: Aber sagen wir mal Unterschauspielern?
- 49:18Speaker 0: Gerade männliche Schauspieler sind sehr oft kleiner als ich wenn überhaupt genauso groß und mir wurde das am Anfang vielleicht glaube ich fünfzehn.
- 49:26Speaker 0: hat mir das einer nach einem Casting gesagt Du wirst es nicht weit bringen du bist einfach zu groß.
- 49:30Speaker 0: Und ich dachte so ja gut.
- 49:32Speaker 0: also mein lieber Scholli Das kann ich nicht ändern Ich kann zunehmen, ich kann abnehmen.
- 49:37Speaker 0: Ich kann mir die Haare färben und schneiden.
- 49:40Speaker 0: Aber ich kann mir nicht die Beine
- 49:41Speaker 0: abschneiden.".
- 49:43Speaker 0: Da dachte ich dann, es ist mir egal so.
- 49:45Speaker 0: Es muss irgendwie trotzdem gehen.
- 49:47Speaker 0: Und irgendwie denke ich heute, dass das vielleicht auch gerade mein Glück war, weil ich so total spannende Rollen gekriegt habe ... Ich weiß jetzt auch nicht, an der Größe liegt?
- 49:56Speaker 0: Ich weiß es auch nicht!
- 49:59Speaker 0: Ich war halt nicht ein typisches Mädchen mit sechs in siebzehn.
- 50:05Speaker 1: Es sah einfach
- 50:06Speaker 0: uralt aus.
- 50:07Speaker 1: Ich find das ganz interessant, weil du erzählst es so schön und gleichzeitig denke ich ein bisschen an die Zeit zurück, weil wir sind tatsächlich fast gleich alt.
- 50:18Speaker 1: Du bist ... Jünger bitte!
- 50:21Speaker 1: Nee, du bist tatsächlich ein knappes Jahr älter.
- 50:25Speaker 0: Unfassbar...
- 50:28Speaker 1: Aber auf jeden Fall war damals zur gleichen Zeit, vorhin eben erzählt so ein Kinoportal gegründet und war zur gleichenzeit in der ähnlichen Szene quasi unterwegs.
- 50:43Speaker 1: Ich habe ganz viele Interviews geführt mit ganz vielen Schauspielern, ganz vielen Deutschen natürlich aber auch internationalen und war auf diesen ganzen Events und Offenfilmen fest und alles irgendwie alle möglichen Leute getroffen.
- 50:57Speaker 1: Hab schon auch, es gibt natürlich auch sehr liebe nette Menschen in dem Umfeld.
- 51:03Speaker 1: Aber es gibt schon auch welche gerade so erfolgreiche deutsche Schauspieler bei denen ich immer ein bisschen das Gefühl habe ja die finden sich's selber schon sehr toll und fanden...
- 51:15Speaker 0: Immer alles nur Unsicherheit!
- 51:18Speaker 0: Immer!
- 51:19Speaker 1: Auf jeden Fall hatte ich da ab und zu so in meinem Alter und eben du warst damals genau so alt Ja, also es gab die.
- 51:27Speaker 1: Die fanden das ganz cool, dass da mal jemand in dem Alter kommt und ihn Fragen stellt und andere ja, fanden es so ein bisschen so, wir kommen sehr von der Schülerzeitung oder?
- 51:38Speaker 1: Und dann gehst du mal wieder schön zurückkriegst, ein bisschen Applaus von den Lehrern.
- 51:42Speaker 1: Also was ich damit sagen wollte ist... war wahrscheinlich auch gar nicht immer so leicht, sich da durchzusetzen
- 51:50Speaker 0: oder?
- 51:51Speaker 0: Na ja also du kommst natürlich aus einer anderen Position.
- 51:53Speaker 0: Du bist ja wenn du auf der Journalien-Seite bist bis zu quasi per se der Feind.
- 51:57Speaker 0: Also man riecht hier sozusagen mit dem Reden für viele.
- 52:01Speaker 0: Für mich ist es zum Beispiel nicht so weil ich das total gerne mache aber für viele ist es irgendwie so.
- 52:05Speaker 0: Gott ich muss Pressearbeit machen und vielleicht drehen die nicht so gerne wie ich.
- 52:14Speaker 0: Also, ich weiß gar nicht wieso.
- 52:16Speaker 0: Aber ich stand da so richtig unter dem guten Sternen.
- 52:18Speaker 0: Ich wurde einfach von richtig tollen Leuten begleitet und hab dann wirklich meine superheißgeliebte Agentin gefunden, die mich jetzt eben seit ... keine Ahnung, aus drei Hundert Jahren betreut.
- 52:29Speaker 0: Die mit mir immer jede Entscheidung durchgeht und so.
- 52:32Speaker 0: Also, irgendwie habe ich echt richtig viel Liebe erfahren.
- 52:41Speaker 0: Und... die anderen Erkenntnisse, sozusagen diese Gesetze des unpersönlichen Kaltes, was auch in der Branche ist.
- 52:50Speaker 0: Es kam dann erst ein bisschen später ... dass ich das so gesehen hab.
- 52:54Speaker 0: Achso?
- 52:55Speaker 0: Aha!
- 52:56Speaker 0: Jetzt hast du irgendwie einen Bayerischen Filmpreis reden, bestimmte Leute plötzlich mit dir, die vorher immer so getan haben als wüssten sie gar nicht, wer du bist, jetzt musst du mir mal
- 53:04Speaker 0: helfen.".
- 53:05Speaker 0: Aber es ist tatsächlich so, dass ich da von der Persönlichkeit dass mir das wirklich so richtig egal ist.
- 53:12Speaker 0: Weil ich glaube, dass mein Ego in meiner Arbeit auch wenn es viele anders denkt oder erwarten würden und auch viel anders leben für mich spielt meine Ego an meiner Arbeit wirklich keine Rolle.
- 53:27Speaker 0: also es ist für mich einfach scheißegal weil ich gehe da geht zum Filmset.
- 53:31Speaker 0: Ich habe eine Figur Und meine einzige Aufgabe ist, dass ich diese Figur und ihre Geschichte so gut erzähle.
- 53:38Speaker 0: Und so gut irgendwie rüberbringe was auch immer, das die Menschen es berührt und dass sie irgendwas mitnehmen.
- 53:45Speaker 0: Das ist meine Aufgabe.
- 53:46Speaker 0: der Rest ist mir egal.
- 53:47Speaker 0: Mir ist es egal ob jetzt einer sagt ja aber ich muss hier näher an der Kamera sitzen oder nein das war mein Platz und diese ganzen unfassbar vielen Statusspiele die da abgehen.
- 53:58Speaker 0: Ich nehme das wahr und ich finde es manchmal befremdlich, ich find's manchmal so witzig.
- 54:02Speaker 0: Aber ich bin da kein Teil davon.
- 54:05Speaker 0: Weil es gibt mir nichts interessiert mich nicht.
- 54:09Speaker 0: Und so ist es auch mit diesem ganzen Umgang ... sag ich mal in diesen Veranstaltungsgeschichten auf irgendwelchen Events, dass sich irgendwann so dachte ah weißt du was?
- 54:21Speaker 0: Die Leute die mich verstehen und die mich mögen, das sind wahrscheinlich eh die, mit denen ich arbeiten will Bei denen, wo ich das Gefühl habe, ich müsste mich jetzt total verstellen.
- 54:30Speaker 0: Damit ich den gefalle... Auf die hab' ich ja eigentlich keinen Bock!
- 54:34Speaker 0: Weil es muss sowieso vibrieren und irgendwie resonieren gegenseitig.
- 54:39Speaker 0: Und hat mir echt
- 54:40Speaker 1: einfach
- 54:41Speaker 0: frecherweise das Recht rausgenommen, dass es dann schon passen wird wenn die Leute, die mich eben interessieren, wenn's da klick macht, das reicht ja im letzten Endes.
- 54:54Speaker 0: Keine Ahnung ob wir alle zuhören und denken, gut, jetzt ist aber auch vorbei Aber ich hab eben ... Tatsächlich ist das Einzige, was ich wirklich furchtbar finde.
- 55:07Speaker 0: Das wird jetzt besser, weil jetzt bin ich dann schon über dreißig und es macht einen riesigen Unterschied.
- 55:12Speaker 0: Das einzige, was echt noch dramatisch ist, als junge Frau, als blonde junge Frau ernst genommen zu werden, is echt hart!
- 55:24Speaker 0: Ich weiß nicht, was man noch machen soll.
- 55:27Speaker 0: Also... Selbst wenn du dir Gedanken machst zur Welt und selbst, wenn du sie auch äußern kannst in ganzen vollständigen korrekten Sätzen.
- 55:34Speaker 0: Selbst dann passiert es dir noch dass nach einer Talkshow wo du das alles gemacht hast jemand eine andere Frau zu dir sagt also das hätte ich ja nicht gedacht.
- 55:42Speaker 0: Also es war jetzt total überrascht, dass so ne junge blande Frau ist und ich bin so oh Mann!
- 55:48Speaker 0: Ich weiß was du sagen willst aber es ist so falsch.
- 55:52Speaker 0: Oder dass ein Produzent so dir sagt, also für eine junge Frau hast du aber doch ein bemerkenswertes dramaturgisches Verständnis.
- 55:58Speaker 0: Und ich bin so äh... Das ist mein Beruf!
- 56:02Speaker 0: Das ist meinen Beruf einen Drehbuch zu verstehen Alter und kann sein das er andere Erfahrungen gemacht hat.
- 56:09Speaker 0: Kann sein, dass andere Frauen in meinem Beruf vielleicht auch versuchen zu verstecken, dass sie smart sind weil sie vielleicht schlechte Erfahrungen damit gemacht haben.
- 56:16Speaker 0: was weiß ich?
- 56:17Speaker 0: Aber ich möchte nicht, ich möchte nichts, dass man somit mit mir redet.
- 56:21Speaker 0: Ich mach das so, dass ich die Leute immer darauf aufmerksam mache und freundlich sage guck mal du wolltest mir ein Kompliment machen aber du hast mich eigentlich beleidigt.
- 56:28Speaker 0: Und ich bin da total total ausdauernd und wirklich geduldig obwohl es mir eigentlich nicht liegt.
- 56:34Speaker 0: also ich gehe dann auch nicht an die Decke oder so weil ich denke so ist.
- 56:38Speaker 0: meint jetzt erstmal niemand böse.
- 56:39Speaker 0: wir müssen das einfach lernen.
- 56:41Speaker 0: wir müssen alle lernen dass man jemanden klein macht indem man sowas sagt Und quasi mich labelt mit diesem, du bist ja nur eine junge Frau und dann kannst du das noch nicht wissen.
- 56:52Speaker 0: Ich denk so, hey hör mir erst mal zu!
- 56:55Speaker 0: Und sieh'n ich nur mein Geschlecht oder meine Haarfarbe?
- 56:57Speaker 0: Das ist einfach unfassbar!
- 57:00Speaker 0: Und das ist jetzt die freundliche Spitze des Eisbergs, die hier hingeht bis zu Mitoo-Geschichten... ...und diesen ganzen Machtstrukturen.
- 57:07Speaker 0: und wo ich jetzt einfach merke, ich bin zum Beispiel total froh, dass ich nicht mehr zwei in zwanzig bin sondern in dreißig wie ich einfach schon so viel erlebt habe, auch so viele schlimme Sachen in dem Beruf.
- 57:18Speaker 0: So viele Tiefpunkte mit eben ob es jetzt ne Sex-Szene ist oder was.
- 57:24Speaker 0: Dass sie umgehen mit dir als wäre es eine gebuchte Prostituierte also... Es gibt so viele schlimm Geschichten die ich dir jetzt erzählen könnte.
- 57:32Speaker 0: Die mich aber letzten eines Jahr zu der Frau gemacht haben, die ich jetzt bin Dinge verstehe, dass ich sie durchschaue oder immer noch lerne.
- 57:40Speaker 0: Sie zu verstehen und in den Dialog gehe weil ich einfach nicht glaube das wir mit so einer Kampfhaltung da wirklich weiterkommen.
- 57:48Speaker 0: Weil die müssen es einfach verstehen!
- 57:51Speaker 0: Und es muss natürlich auch sein, dass die Frauen die denken... oder die Lust haben, nachzudenken und eine Haltung zu haben.
- 57:59Speaker 0: Die müssen es halt auch machen!
- 58:01Speaker 0: Die müssen sich das trauen und sie müssen als Mädchen schon darin bestärkt werden, dass ihre Meinung interessant ist.
- 58:06Speaker 0: Dass ihre Wut berechtigt ist, dass ihr Ideen Raum haben dürfen – das ist jetzt glaube ich unsere Aufgabe.
- 58:13Speaker 0: Das bitteschön, die nächste Mädchengeneration nicht auch noch so aufwächst wie ich.
- 58:17Speaker 0: Es geht einfach
- 58:18Speaker 0: nicht.".
- 58:19Speaker 1: Du sagst gerade, die Leute müssen das einfach endlich mal verstehen.
- 58:22Speaker 1: Also vor allem die Männer müssen es endlich mal verstehen.
- 58:24Speaker 0: Ja, die Frauen auch!
- 58:26Speaker 0: Aber sage ich erst einmal fertig?
- 58:27Speaker 1: Ja aber gerne ist eigentlich ein guter Punkt.
- 58:31Speaker 1: Glaubst du dass Frauen auch teilweise... Ich als Mann darf mir da irgendwie... steht mir vielleicht das Urteil so nicht zu.
- 58:42Speaker 1: Aber ich weiß nicht, wenn du auch sagst Frauen kommen auf dich zu und sagen wie ja.
- 58:47Speaker 1: also dass du das jetzt so gesagt hast.
- 58:51Speaker 1: Glaubst du, dass Frauen vielleicht auch manchmal da einfach mehr auf den Tisch hauen müssten?
- 58:56Speaker 0: Ja also zu hundert Prozent glaube ich und weiß ich das!
- 59:00Speaker 0: Also es geht ja... Es ist ein super weites Feld.
- 59:04Speaker 0: Da könnte ich jetzt fünf Stunden ohne Unterbrechung glaube ich darüber referieren.
- 59:09Speaker 0: Ich glaube natürlich geht es darum, dass Männer erst mal verstehen.
- 59:15Speaker 0: Ah!
- 59:16Speaker 0: Das ist nicht nur so das die irgendwie jetzt auch noch was wollen oder irgendwie ein bisschen nerven weil sie haben doch jetzt schon alles, die dürfen jetzt arbeiten und die werden in der Ehe nicht mehr vergewaltigt.
- 59:24Speaker 0: Ist doch voll geil.
- 59:25Speaker 0: wir haben doch alle als Frauen ja?
- 59:28Speaker 0: Es gibt manchmal diese Idee von was denn noch?
- 59:30Speaker 0: also wenn ihr euch jetzt noch beschwert dann liegt's an euch.
- 59:34Speaker 0: Und ich glaube Männer müssen verstehen unsere Benachteiligung einfach Realität ist.
- 59:43Speaker 0: Es fängt beim Gender Pay Gap an, also bei der ungleichen Bezahlung die immer im Durchschnitt in Deutschland bei zwanzig Prozent liegt.
- 59:50Speaker 0: geht ja dann weiter.
- 59:52Speaker 0: ein Paar bekommt Kinder das heißt natürlich geht die Freundeilzeit weil sie eh weniger verdient.
- 59:56Speaker 0: dann sind die auch noch verheiratet das heißt sie kriegt sowieso fast nichts raus weil es immer noch dieses völlig verrückte Ehegattensplitting gibt.
- 1:00:03Speaker 0: es geht weiter bei Alleinerziehenden die in der großen mehrzahl immer noch Frauen sind, weil die sind halt nur biologisch erst mal anders als ein Kind gebunden ist für einen Mann natürlich einfach wesentlich leichter zu sagen okay ich bin weg.
- 1:00:17Speaker 0: Die zum Beispiel, das kann man eigentlich, finde ich immer gar nicht glauben, Alleinerziehende haben zb kein Recht auf vierzehn Monate ältern Geld, weil sie nicht gemeinsam beantragen können dann kriegen hier einfach nur zwölf.
- 1:00:28Speaker 0: und ich denke so wer hat denn sowas sich ausgedacht?
- 1:00:30Speaker 0: Das ist Sadismus!
- 1:00:32Speaker 0: Und so...dann geht es weiter bei Frauen die in einer Regelmäßigkeit sexuellen Belästigungen blöden, sprüchen und weiter ausgesetzt sind.
- 1:00:43Speaker 0: Wir merken das ja schon gar nicht mehr!
- 1:00:45Speaker 0: Also wenn man da mal anfängt drüber nachzudenken dann so viel Zeit habe ich gar nicht.
- 1:00:49Speaker 0: So wichtig will ich es auch gar nicht dass es in meinem Leben ist diese ganzen vielen Alltäglichkeiten bis hin zu ich komme dann abends mit dem Fahrrad da nicht mehr zurück weil der ist dieser dunkle Park.
- 1:00:59Speaker 0: das heißt oh Gott wie mache ich denn das?
- 1:01:01Speaker 0: Es gibt so, so viele Dinge die uns als Frauen immer noch benachteiligen.
- 1:01:05Speaker 0: Ganz abgesehen davon wenn du jetzt auch noch eine POC, also eine schwarze Frau bist oder mit irgendeinem anderen Migrationshintergrund dann kannst du es eigentlich auch gleich vergessen.
- 1:01:16Speaker 0: Also wenn da noch irgendwas anders... Oder du hast noch eine Behinderung ist das einfach glaube ich nur noch schrecklich!
- 1:01:22Speaker 0: Ich will damit jetzt aber gar nicht schwarz meinen, ich glaube es ist so wichtig dass Männer das wirklich verstehen und ernst nehmen.
- 1:01:27Speaker 0: Und es hängt aber auch damit zusammen wie wir Frauen uns artikulieren weil solange wir nicht verstehen oder uns nicht zutrauen dass unsere Bedürfnisse wahrhaftig sind, dass unsere bedürfnisse berechtigt sind und vor allem unsere Wut die viele Frauen, glaub ich, erst mal in sich entdecken müssen.
- 1:01:46Speaker 0: Die Wut über die Ungerechtigkeit ist total angebracht.
- 1:01:50Speaker 0: Dass sie nicht wie es uns anerzogen wurde lächerlich oder hysterisch oder zickig oder unangenehm oder hässlich, sondern dass diese Wut wirklich mehr als berechtigt ist.
- 1:02:01Speaker 0: Weil wenn du permanent über Jahrtausende und jetzt immer noch in einer benachteiligten Situation lebst, weil du zufällig das falsche Geschlecht hast ... Dann darfst du auf jeden Fall richtig wütend darüber sein.
- 1:02:14Speaker 0: Und dann darfst Du dieser Wutgehör verleihen, ob Du darüber schreibst oder sprichst und in Deiner Partnerschaft sagst, man eigentlich gefällt mir das gar nicht so.
- 1:02:23Speaker 0: wie würdest du es aufteilen?
- 1:02:25Speaker 0: Weil die Frau immer noch neunzig Prozent der Kehrarbeit ist mental loads ich weiß nicht ob dir das was sagt übernimmt in der Familienarbeit sozusagen zusätzlich, dass ihr jetzt auch noch arbeiten gehen darf.
- 1:02:36Speaker 0: Und dann muss hier auch immer, oh Gott, ich facke will, muss ja auch noch bleiben, obwohl sie jetzt drei Kinder rausgedrückt hat und so.
- 1:02:42Speaker 0: Also geht's noch?
- 1:02:44Speaker 0: Ich glaube das ist eben niemals darum gehen kann zu sagen wir müssen jetzt das eine Geschlecht also den Mann irgendwie schwächen damit das andere geschlecht die Frau jetzt endlich total stark werden kann und so komische Amazonen daraus kommen.
- 1:02:57Speaker 0: sondern es geht natürlich darum Ich sag mal, in dem modernen Feminismus ist es ja so gedacht, dass es eine tatsächliche Gleichberechtigung gibt.
- 1:03:04Speaker 0: Eben auch für Männer!
- 1:03:06Speaker 0: Ich möchte auch, dass mein Sohn nicht gemobbt wird weil er weint sondern ich möchte das er dazu steht wenn er ne scharke Emotion hat.
- 1:03:13Speaker 0: Ich möchte, dass er ein Kleid anziehen kann, wenn er da Bock drauf hat ohne dass einer sagt, wir machen nur Mädchen... Ich möchte Freiheit haben für beide Geschlechter und ich glaube... Oh Gott, ich muss jetzt gleich selber anfangen zu weinen.
- 1:03:26Speaker 0: Das bewegt mich so und ich denke, es kann einfach gar nicht sein, dass wir im Jahr ist, immer noch auf diesem Level darüber sprechen, weil letztendlich hat sich seit siebzig Jahren nicht so wahnsinnig viel getan.
- 1:03:37Speaker 0: Und deswegen glaube ich gibt das eben nie.
- 1:03:41Speaker 0: diese Einrichtung, dass man sagt bei Mitu ... Ja, die Frauen müssen dann da auch mal was sagen?
- 1:03:49Speaker 0: Nein!
- 1:03:50Speaker 0: Das nicht, weil das Opfer was in der Machtstruktur weiter unten steht kann ich sagen hey betreten.
- 1:03:56Speaker 0: Kann es schon?
- 1:03:57Speaker 0: Habe ich auch gemacht habe für den Sender einfach nie wieder gearbeitet.
- 1:04:00Speaker 0: dessen Chef das war so Der ist jetzt da nicht mehr Chef und ich arbeite wieder für den Sendung.
- 1:04:07Speaker 0: so Ja das sind einfach Erfahrungen die man macht.
- 1:04:14Speaker 0: Mir ist es immer so wichtig, dass man das versteht.
- 1:04:16Speaker 0: Dass es nicht darum geht irgendwie junge Frauen halten jetzt total ab auf alte weiße Männer oder so sondern Es geht einfach darum dass auch ja ältere Menschen auch ältare Frauen Lern bereit sind und auch hier wieder bereit für eine Veränderung innerlich wie äußerlich Dass man neugierig ist, dass man fragt wie nimmst du das eigentlich war?
- 1:04:37Speaker 0: Du bist jetzt eine Frau um die dreißig.
- 1:04:39Speaker 0: Wie erlebst du es?
- 1:04:40Speaker 0: und nicht... Ja ja ich weiß Bescheid weil ich habe eine Tochter, die ist auch dreißzig und ich denk so, hä?
- 1:04:46Speaker 0: Kennste eine, kennste alle oder was also da ein Dialog stattfinden muss und ehrliches Interesse da sein muss Und das muss glaube ich wachsen und könnte echt noch eine Weile dauern.
- 1:04:59Speaker 0: Ich glaube, diese gesellschaftlichen Entwicklungen – das weiß man ja nur aus der Geschichte – es dauert einfach Generationen bis wirklich was ankommt.
- 1:05:08Speaker 0: Also am Beispiel Film oder Kinderfilme und Kinderbücher... Womit sollen sich Mädchen identifizieren?
- 1:05:17Speaker 0: Sie können sich mit der männlichen Figur, den ganzen Jungs identifiziert und dabei irgendwie trotzdem so merken, ich bin auch ein Mädchen.
- 1:05:24Speaker 0: Oder sie können halt sagen, aha wer bin ich in dem Stück, ah ich bin die Prinzessin um die ihr euch kloppt.
- 1:05:30Speaker 0: wow cool hab ich ja viel zu tun.
- 1:05:33Speaker 0: Und warum bin ich eigentlich so passiv?
- 1:05:35Speaker 0: und wenn sie Glück haben Stellen Sie sich diese Frage, warum?
- 1:05:39Speaker 0: Was soll das eigentlich?
- 1:05:40Speaker 0: Ich hab da keinen Bock drauf.
- 1:05:41Speaker 0: Ich möchte auch gestalten, ich möchte auch kämpfen... ...ich möchte auch Heldin sein in einem Stück oder in einem Film oder so wenn sie Glück haben.
- 1:05:50Speaker 0: Also Pecham stellen Sie sich halt diese Frage nicht und sind einfach immer unglücklich!
- 1:05:56Speaker 0: Nein, aber ich glaube einfach, dass da noch so viel zu tun ist.
- 1:05:59Speaker 0: Es gibt ein wahnsinnig interessantes Buch was ich darüber gerade lese, das wirklich jeder Mensch lesen muss.
- 1:06:05Speaker 0: Das heißt Speak Out, das ist glaube ich im Mai jetzt erschienen von Soraya Chemali.
- 1:06:09Speaker 0: und dann geht es tatsächlich um quasi die weibliche Wut und wie sie quasi systematisch auch unterdrückt wird in der Erziehung schon.
- 1:06:16Speaker 0: Und die führt zum Beispiel – also ich könnte jeden Satz vorlesen weil alles so klug ist – dass in dem wie die Kinder aufwachsen, in den Geschichten, die sie zu lesen bekommen.
- 1:06:30Speaker 0: Die sie zusehen bekommen in den Filmen.
- 1:06:33Speaker 0: Dass es so ein Ungleichgewicht gibt.
- 1:06:34Speaker 0: Das heißt... ...die Mädchen lernen automatisch sich in das andere Geschlecht hineinzuversetzen weil sonst wäre einfach die Fantasie so stark begrenzt auf.
- 1:06:43Speaker 0: Ich bin die Prinzessin und muss erobert werden.
- 1:06:45Speaker 0: Also überspitzt formuliert Und die Jungs müssen es gar nicht lernen Weil die finden so viel Staat, haben so viele Platz Da ist so viel zu entdecken Und so viel Stärken.
- 1:06:57Speaker 0: Du kannst stark sein und wild, laut, raufen und klettern.
- 1:07:03Speaker 0: Manche Mädchen oder Familien passiert es langsam.
- 1:07:06Speaker 0: Aber in der großen gesellschaftlichen Zusammenhang im Mainstream ist da noch ein weiter Weg zu gehen.
- 1:07:13Speaker 0: Wie wichtig wäre das auch für Jungen?
- 1:07:17Speaker 0: Wenn die als Kinder schon ... diese Empathie entwickeln würden für Mädchen.
- 1:07:23Speaker 0: Ach so, ja, wie geht's in denen eigentlich?
- 1:07:26Speaker 0: Das wäre doch einfach total schön!
- 1:07:28Speaker 0: Wenn nicht unsere Kinder und Kindeskinder sich dann auch noch in ihren Beziehungen darüber streiten müssten mehr die Spülmaschine macht sondern dass sie irgendwie mit einem ganz anderen Selbstverständnis aufwachsen Und das Frauen nicht mehr denken müssen.
- 1:07:42Speaker 0: Kann ich jetzt was sagen wenn der mich hier irgendwo an Arsch parkt oder ... Nein Nein, ich möchte das nicht mehr.
- 1:07:50Speaker 0: Ich möchte dass unsere Kinder anders aufwachsen.
- 1:07:52Speaker 0: Ich finde es einfach nicht zu ertragen was hier keiner sieht weil wir ein Podcast machen ist dass du die ganze Zeit nix.
- 1:08:00Speaker 0: ich möchte nur den Zuhörenden sagen Dass du zumindest so tust als würdest mir
- 1:08:07Speaker 1: Ja absolut.
- 1:08:08Speaker 1: also ich hatte immer so dieses ja vielleicht naive Denken dass das auch so ein Stück weit zum Generationenthema ist und Gerade unsere Generation, dass das für die eigentlich kein Thema mehr sein sollte als untereinander auch.
- 1:08:26Speaker 1: Gar nicht mal, wir reden immer über alte weiße Männer aber ich glaube es sind auch junge weisse Männer
- 1:08:33Speaker 0: teilweise.
- 1:08:34Speaker 0: Ja, aber das ist ja quasi genau diese verrückte Illusion mit der unsere Generation aufgewachsen ist und das finde ich so richtiger Brainfuck!
- 1:08:43Speaker 0: Wir sind aufgewachsen in diesem, du das ist jetzt alles gelaufen.
- 1:08:46Speaker 0: Es ist super, wir haben jetzt hier Supergleichberechtigung ganz toll und ihr müsst gar nichts mehr machen.
- 1:08:53Speaker 0: Das stimmt leider überhaupt nicht weil wir, Frauen Männer müssen ja überhaupt erst mal erfinden wie geht es dann?
- 1:09:02Speaker 0: Weil was ja schonmal nicht funktioniert Männer machen einfach alles wie bisher.
- 1:09:07Speaker 0: Und Frauen machen irgendwie alles ein bisschen anders, das heißt sie arbeiten auch noch Vollzeit am Familie und machen zu Hause auch noch.
- 1:09:11Speaker 0: Alles funktioniert irgendwie gar nicht.
- 1:09:13Speaker 0: Da stehen alle Beziehungen vor dem Aus wegen diesem langweiligen banalen Schwachsinn.
- 1:09:20Speaker 0: Das heißt wir müssen gegenseitig ... Wir müssen miteinander sprechen, wir müssen einander zuhören... Eigentlich könnten die Heldinnen und Helden sein, die das wirklich neu definieren.
- 1:09:32Speaker 0: Die wirklich unseren Kindern oder Neffen nicht.
- 1:09:35Speaker 0: Es ist egal, ob man eigene Kinder hat die der nächsten Generation gesamtgesellschaftlich gesehen mitgeben das für beide Geschlechter alles möglich ist.
- 1:09:43Speaker 0: und damit meine ich eben auch umgekehrt muss es auch okay sein wenn Jungs Ballett machen.
- 1:09:49Speaker 0: Ich mein auf welchem Level muss man sich denn teilweise überhaupt noch darüber unterhalten?
- 1:09:54Speaker 0: Und da ist eben die ganze Gesellschaft gefragt jede Generation und vor allem natürlich auch die Politik und Medien Filmemacherinnen, Filmemachers.
- 1:10:05Speaker 0: Was für Geschichten erzählen wir?
- 1:10:06Speaker 0: Was tragen wir in die Welt hinaus und dann eben den Kindern auch was anderes vorleben?
- 1:10:10Speaker 0: Weil ich glaube bei uns... Ich will nicht sagen es ist schon alles verloren aber ich glaube wenn wir den Blick quasi darauf richten was wir weitergeben wollen an die nächsten Generationen Dann kann man vielleicht auf gutejenigen kommen.
- 1:10:24Speaker 1: Also ich habe am Wochenende mit einem guten Freund auch darüber gesprochen.
- 1:10:30Speaker 1: liebe Grüße an Thomas an der Stelle, wenn er bis hierhin zugehört hat.
- 1:10:33Speaker 1: Wenn
- 1:10:34Speaker 0: nicht ist es kein Freund mehr?
- 1:10:36Speaker 1: Genau!
- 1:10:37Speaker 1: Der ist Psychotherapeut und wir haben so ein bisschen darüber gesprochen weil er halt auch sagt momentan ist wieder viel mehr los bei ihm natürlich durch auch Corona bedingt und wir sind dann irgendwie auch auf dieses ganze Gender Thema und Diversity-Thema gekommen.
- 1:10:55Speaker 1: ich habe dann irgendwann auch gesagt irgendwie ich hab so ein bißchen das Gefühl dass Gerade Leute in unserer Generation immer so tun, als wäre es alles gleichberechtigt.
- 1:11:08Speaker 0: Weil's halt so geil bequem wäre?
- 1:11:10Speaker 1: Genau und auch so in persönlichen Beziehungen.
- 1:11:13Speaker 1: Immer so tun ja nie.
- 1:11:14Speaker 1: Also ich trage schon den Müll runter.
- 1:11:18Speaker 1: Ich mach schon die Wäsche ... Unisverdienstkreuz!
- 1:11:22Speaker 1: Und diese dann fallen aber... Die haben einen Zwiespalt im Kopf zum Dämlichen Weil sie haben es ja irgendwie anders gelernt und sie ... haben aber beigebracht bekommen von der Gesellschaft, dass jetzt nicht mehr okay ist.
- 1:11:36Speaker 1: Und dann geht das so hin und her.
- 1:11:38Speaker 1: Das ist auch einer der Punkte, die immer ein bisschen dazu führen, dass da wirklich auch psychologische Probleme teilweise gibt.
- 1:11:48Speaker 1: Weil die's wirklich nicht checken?
- 1:11:51Speaker 0: Ja, das meine ich mit Brainfuck!
- 1:11:53Speaker 0: Also, ich glaube einfach, Wenn du jetzt die ganze Zeit quasi in so einer Illusion aufgezogen wurdest, dann ... Und irgendwann merkst du, sagen wir mal irgendwie vielleicht kann es sein, dass das gar nicht stimmt.
- 1:12:05Speaker 0: Das ist ja quasi wie wenn du aus der Truman Show kommst und so denkst, die Welt existiert gar nicht so wie ich sie mir vorgestellt hab oder wie's mir weiß gemacht wurde, was hier ist.
- 1:12:15Speaker 0: Das is ja einfach total anstrengend.
- 1:12:17Speaker 0: Es ist sehr cool, wenn Leute überhaupt die Möglichkeit haben darüber nachzudenken zu reflektieren.
- 1:12:22Speaker 0: die Kapazität haben, zu den Therapeuten zu gehen und darüber zu reflektieren ist ja total wichtig.
- 1:12:26Speaker 0: Es müsste eigentlich jedem zustehen und jeder.
- 1:12:30Speaker 0: wie gesagt gibt es glaube ich viele Menschen die im Daily Struggle so beschäftigt sind mit wovon kaufe ich heute das Brot?
- 1:12:37Speaker 0: geschenkt okay.
- 1:12:38Speaker 0: aber wir die die sage mal den Zugang haben zur Information die sich eine Zeitung wie ein SZ oder eine Zeit, also die sozusagen sich das leisten können so was zu konsumieren.
- 1:12:52Speaker 0: So eine teure Zeitung zu kaufen Wir sind einfach in der Pflicht.
- 1:12:57Speaker 0: Punkt.
- 1:12:58Speaker 0: und die älteren Generationen Die schon wahnsinnig viel gesehen haben die müssen wir natürlich auch befragen.
- 1:13:04Speaker 0: da müssen wir auch offen sein.
- 1:13:07Speaker 0: Aber die müssen vor allem auch offen seien sich anzuhören was uns noch stört Weil es sonst schnell in dieses Ja mein Gott, wir hatten kein Elterngeld.
- 1:13:17Speaker 0: Was wollt ihr denn eben jetzt noch alles und so?
- 1:13:19Speaker 0: Das reicht einfach nicht zu sagen Wir hatten's noch schwerer oder so weil so gehts nicht So geht die Rechnung nicht.
- 1:13:25Speaker 0: Du kannst nicht sagen Okay, guck mal die hatten noch ein viel schlimmeres Leben oder so.
- 1:13:30Speaker 0: Weil dann könntest du ja immer sagen, du guck in anderen Ländern gilt die Frau halt gar nichts.
- 1:13:34Speaker 0: Ja also was willst du?
- 1:13:35Speaker 0: Du musst hier nicht mal... Du darfst hier auch Auto fahren!
- 1:13:38Speaker 0: Also das ist einfach Nonsens.
- 1:13:40Speaker 0: So kann man nicht diskutieren und so kann man auch die Welt nicht verändern.
- 1:13:43Speaker 0: Und es ist ja eigentlich immer alles nur um das bestehende System und die, die davon profitieren zu schützen.
- 1:13:50Speaker 0: Das muss jetzt einfach mal aufhören weil ich glaube einfach dass dahinter eine bessere schönere Welt liegt.
- 1:13:56Speaker 0: So, es gibt ja auch tolle Beispiele und das wird alles.
- 1:14:00Speaker 0: Es wird ja alles!
- 1:14:05Speaker 1: Du bist ja trotzdem, obwohl du all das was du aus ein bisschen angekratzt hast gerade eben angeschnitten hast, hast du auch gesagt, du bist trotzdem Optimistin.
- 1:14:16Speaker 1: Total!
- 1:14:17Speaker 1: Und trotzdem was du da so miterlebt hast und auch sie ist wie gerade dieses Thema immer noch sehr schwierig.
- 1:14:28Speaker 1: Hast du denn für die Männer da draußen, die es immer noch nicht verstanden
- 1:14:34Speaker 0: haben?
- 1:14:37Speaker 1: Irgend ein Tipp.
- 1:14:38Speaker 1: Irgendeine Idee, irgendetwas wo sie vielleicht anfangen können.
- 1:14:44Speaker 0: Na ich glaube also das würde ja auch auf vieles andere zu treffen über was wir gesprochen haben Rücksichtnahme und Respekt usw.
- 1:14:54Speaker 0: Ich glaube, dass es tatsächlich einfach wirklich bei der Empathie anfängt.
- 1:14:57Speaker 0: Und ich glaube das man das auch üben kann.
- 1:15:00Speaker 0: also wenn einem das jetzt nicht so gegeben ist oder man es nie brauchte weil man einfach so irgendwie weit gekommen ist.
- 1:15:06Speaker 0: Das schadet einfach nicht.
- 1:15:07Speaker 0: Also das zu üben sich hin andere wirklich hineinzuversetzen andere genau zu betrachten auch von sich selber wegzukommen, Fragen zu stellen.
- 1:15:17Speaker 0: Ich glaube, ich nerv wahrscheinlich die Leute mal so viel Frage und ich merke da manchmal, dass die Menschen auch so denken, warum das fragt ihr mich denn jetzt so viel?
- 1:15:24Speaker 0: Aber es interessiert mich einfach wirklich!
- 1:15:26Speaker 0: Und auch wenn's dich erstmal nicht wirklich interessiert, kannst du ja mal fragen und einfach lernen, zuzuhören.
- 1:15:31Speaker 0: Das sind alles Sachen ... Wenn einem die schwer fallen oder eben nicht so Bums gegeben sind... Ich glaub, das kriegt man hin.
- 1:15:39Speaker 0: Auch als Mann.
- 1:15:41Speaker 0: Aber ich glaube wirklich, dass das der erste Startpunkt ist.
- 1:15:45Speaker 0: Weil wenn wir Empathie entwickeln für unsere Nachkommen und fürs andere Geschlecht, für Menschen die vielleicht nicht dieselben Möglichkeiten hatten wie wir für Menschen aus ihren Heimatländern aufbrechen um ein besseres Leben zu suchen und dann hier in so einer Drecksklitsche landen in einem Aufhanglage und nicht arbeiten dürfen... Wenn wir Empathy entwickeln Ich meine, wir haben das ja eigentlich.
- 1:16:14Speaker 0: Man kann es an Kindern beobachten und das haben die Kinder einfach!
- 1:16:17Speaker 0: Wenn wir uns da vielleicht zurück dran erinnern und das üben, ich glaube damit werden richtig, richtig gute Anfangen.
- 1:16:23Speaker 0: Dann ist schon richtig viel geschafft.
- 1:16:26Speaker 0: Empathie entwickeln und zuhören.
- 1:16:29Speaker 1: Das ist doch ein wunderbares Schlusswort.
- 1:16:31Speaker 0: Ja vor allem weil ich soviel am Lawan war und dann sagt ihr müsst mal zuhör'n ne?
- 1:16:37Speaker 1: Danke dir fürs Hebeikommen.
- 1:16:38Speaker 1: Ja
- 1:16:38Speaker 0: voll gerne danke Das war es leider schon.
- 1:16:42Speaker 0: Die letzte Runde ist ausgetrunken, das Gespräch zu Ende.
- 1:16:46Speaker 0: Vielen Dank
- 1:16:47Speaker 1: fürs Zuhören!
- 1:16:48Speaker 1: Bitten
- 1:16:49Speaker 0: im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise
- 1:16:52Speaker 1: wenn du die
- 1:16:52Speaker 0: Bar verlässt aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken.