Latest / Gin And Talk / Joshi (ZSK) über Punk, Antifaschismus und Zivilcourage
Transcript
- 0:00Speaker 0: Ja, ich verstehe, dass viele Leute frustriert sind, weil die Löhne nicht steigen, weil es wirklich viele Ungerechtigkeiten in dieser Gesellschaft gibt.
- 0:08Speaker 0: Und alle Leute wollen natürlich ein lebenswertes Leben.
- 0:12Speaker 0: Völlig zu Recht will ich auch, dass alle das haben.
- 0:14Speaker 0: Aber dann zu sagen, die Grünen sorgen dafür, dass ich das nicht habe oder die Migranten das halt quatscht.
- 0:20Speaker 0: Die müssen einfach mal gucken, wie viel verdient der Chef von Amazon, wie viel verdient der Chef von Tesla und so, ja.
- 0:27Speaker 0: Das Geld ist da, es ist nur sehr ungerecht verteilt.
- 0:30Speaker 0: Angst habe ich eigentlich nie, weil... Also, ich habe keine Angst vor Nazis.
- 0:35Speaker 0: Nazis haben Angst vor uns, so sieht das aus.
- 0:37Speaker 0: Und ich glaube, man darf sich da auch nicht einschüchtern lassen, auch wenn man noch so viel Hassmails und Mordrungen und sonst was kriegt.
- 0:45Speaker 0: Das ist ja genau das, worauf die hoffen, dass die Zivilgesellschaft dann einknickt, dass die Zivilgesellschaft aufgibt.
- 0:50Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 0:52Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürg und ich freue mich sehr, euch heute zu einer neuen Episode Gen & Talk begrüßen zu dürfen.
- 0:58Speaker 1: Mein heutiger Gast ist Joshi, Frontmann der Punkband ZSK.
- 1:03Speaker 1: Seit vielen Jahren steht er auf den großen Bühnen des Landes laut, klar und mit einer Haltung, die in Zeiten politischer Polarisierung wichtiger ist denn je.
- 1:13Speaker 1: Seine Musik ist nicht nur Ausdruck von Energie und Rebellion, sondern immer auch ein Statement gegen Rechtsextremismus für Demokratie und für eine starke, widerständige Zivilgesellschaft.
- 1:24Speaker 1: Gleichzeitig erreicht er längst nicht mehr nur die Erwachsenen.
- 1:27Speaker 1: Mit Kinderkonzerten hat ZSK ein Format geschaffen, das politische Erhaltung auf eine neu niedrigschwellige Art vermittelt.
- 1:36Speaker 1: Ich wollte von ihm wissen, wie er die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung erlebt, warum Angst für ihn kein Weg ist, aber Wut ein Antrieb sein kann und wie man Kinder und Jugendliche früh für demokratische Werte begeistert, ohne belehrend zu sein.
- 1:52Speaker 1: Wenn dir diese Episode von Jenna Talk gefällt, folge uns bei Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer du gerne Podcasts hörst und hinterlasse uns eine gute Bewertung.
- 2:02Speaker 1: Diese und viele weitere Episoden findest du auch als Video-Podcast auf unserem YouTube-Kanal.
- 2:08Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören, schön, dass ihr alle wieder mit dabei seid.
- 2:13Speaker 1: Zwei Menschen, eiskalte Drinks und eine Menge Zeit für ein persönliches Bargespräch.
- 2:21Speaker 1: Herzlich willkommen an unseren Bartresen.
- 2:25Speaker 1: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Gin &
- 2:28Speaker 0: Talk.
- 2:30Speaker 1: Mach es dir gemütlich,
- 2:31Speaker 0: lehne dich zurück
- 2:33Speaker 1: und tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre unserer Studio-Bar.
- 2:47Speaker 1: Lieber Joschi, ich freue mich sehr, dass wir uns heute hier treffen können, um über Musik zu sprechen, um über Haltung zu sprechen, um über Verantwortung zu sprechen und über Demokratie.
- 2:58Speaker 1: Herzlich willkommen.
- 2:59Speaker 0: Ja, danke für die Einladung.
- 3:00Speaker 0: Sehr gerne.
- 3:01Speaker 0: Top Themen hier wieder.
- 3:04Speaker 1: Ich gebe meinem Bestes.
- 3:05Speaker 1: fangen wir doch gleich mal damit an.
- 3:07Speaker 1: Du machst seit super vielen Jahren inzwischen Musik.
- 3:11Speaker 1: Wie war denn eigentlich, also wenn wir mal so historisch drauf schauen, war dir immer klar, dass wenn du Musik machst, auch eine politische Komponente, eine Haltungskomponente mit dabei sein muss.
- 3:26Speaker 1: Und da ging es eigentlich mal völlig unabhängig davon für dich los.
- 3:30Speaker 0: Ja, also ich sage mal bei Pankor kommt man ja auch in Politik nicht drum herum.
- 3:34Speaker 0: Und ich glaube bei mir kommen zwei Sachen zusammen.
- 3:37Speaker 0: Einerseits haben mich so, also schon in der Schule so das Thema Ungerechtigkeit und so hat mich schon immer sehr interessiert in der Weltgeschichte.
- 3:46Speaker 0: Also dementsprechend auch Thema Nationalsozialismus und so.
- 3:50Speaker 0: Da hat mich schon immer interessiert, wie kann es sein, dass Menschen so schlimme Dinge tun oder so so schlimme Gedanken haben und so ungerecht sein können.
- 4:01Speaker 0: Bei Punkrock, ja, also da finde ich beide Sachen schön.
- 4:03Speaker 0: Dieses Chaos, das Durchdrehen, das Frechsein, das sich anders benehmen als alle anderen Gefühle zumindest und gleichzeitig diese Haltung zu haben, dass man rausschreit das und das und das gefällt mir nicht in der Welt, in der Gesellschaft und ich will das irgendwie besser machen.
- 4:20Speaker 0: Das hat mir schon wirklich sofort sehr gut gefallen und hat mich sehr beeindruckt.
- 4:26Speaker 0: Deshalb war auch Punk für mich so eine Musik, die mich sofort so ganz doll gepackt hat.
- 4:31Speaker 0: Ich glaube, bei was anderen wäre das einfach nicht so doll gewesen.
- 4:34Speaker 0: So kann man es, glaube ich, vielleicht erklären.
- 4:36Speaker 0: Hättest
- 4:36Speaker 1: du dir vorstellen können, dass sich die Lage der Demokratie, wenn wir es mal so ganz allgemein nennen wollen, verschlechtern würde statt verbessern in der Zeit, in der du jetzt Musik machst?
- 4:49Speaker 1: Verschlechtern,
- 4:50Speaker 0: klar, aber... Wahnsinnig voll die Wand fahren, so in, wie das jetzt gerade in die Richtung geht, das hätte ich nicht gedacht.
- 4:56Speaker 0: Also als ich groß geworden bin, erst mal, wir kommen ja eigentlich alle aus Göttingen.
- 5:01Speaker 0: Das war ein sehr behüteter Raum, was Rechtsextremismus angeht.
- 5:05Speaker 0: Ich bin aufgewachsen.
- 5:06Speaker 0: mit bunten Haaren und sonst was als Jugendlicher und ich musste nie Angst haben, von Neonazis verprügelt zu werden.
- 5:13Speaker 0: Das gab es im Götting nicht.
- 5:15Speaker 0: Jetzt, wo in den letzten Monaten und so dieses Thema Baseballsteigerjahre so viel kam, habe ich auch mit vielen Freunden von früher geredet und so, die eben nicht aus Göttingen waren, die ganz viele, wie ich erst jetzt merke, immer auf dem Nachhauseweg und so Angst haben, mussten das Nazis überfallen.
- 5:31Speaker 0: Und es gibt ja hunderttausende oder noch mehr... Leute, die damals jung waren, denen das so ging, vor allem im Osten.
- 5:37Speaker 0: Das hatten wir in Göttingen zum Glück nicht.
- 5:39Speaker 0: Wir sind da voll cool aufgewachsen, konnten da ganz behütet rumfahren.
- 5:44Speaker 0: Erst als wir dann auf Tour gegangen sind und in anderen Städten waren, gab es manchmal brenzliche Situation.
- 5:50Speaker 0: Und dann die politische Lage.
- 5:52Speaker 0: ja klar, die NPD gab es und am Anfang noch die DVU und Republikaner und so.
- 5:57Speaker 0: Und dann war man richtig schockiert, dass die NPD es geschafft hat, in diese zwei Landtage zu kommen, in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.
- 6:06Speaker 0: Das war höchst empörend, aber dort hat auch niemand mit denen zusammengearbeitet und so.
- 6:11Speaker 0: Das stand außer Frage.
- 6:13Speaker 0: Und die kamen auch in keine Talkshow und so.
- 6:16Speaker 0: Und es stand tatsächlich nie zur Debatte, ob die NPD wirklich in den Bundestag kommen sollte oder irgendeine Chance hätte.
- 6:25Speaker 0: Natürlich hat man so gesagt, wir müssen was gegen die NPD tun, damit das und das nicht passiert.
- 6:30Speaker 0: Aber man saß da nicht abends am Tisch und dachte, oh Mann, bei der nächsten Wahl werden die bestimmt im Bundestag kommen.
- 6:36Speaker 0: Und jetzt haben wir eine komplett andere Situation.
- 6:38Speaker 0: Also wir haben eine Partei, die ganz offen, antisemitisch, rechtsextremistisch und frauenfeindlich ist und viele von denen das auch genau so sagen, völlig schamlos.
- 6:49Speaker 0: in jedem Landtag und im Bundestag ganz dick sind, dass sowas jemals in Deutschland mit der Geschichte passieren werde ich wirklich nie viel möglich gehalten und das finde ich schon ganz schön bitter, also das hätte ich nicht gedacht, dass das immer passiert.
- 7:05Speaker 1: Hast du für dich eine Idee oder eine Erklärung, wie es so weit kommen konnte?
- 7:10Speaker 1: Also warum gerade auch bei uns gerade in diesem Land, du hast es gerade schon angesprochen, gerade mit der Geschichte auch mit der mit den Traumata, die wir ja auch mitbekommen haben von Eltern, von Großeltern, Familiengeschichten, Betroffene, dass da dieser Disconnect da ist zwischen der Geschichte und der Realität zwischen dem, was damals passierte und der AfD zwischen den Aussagen von rechten Nazis damals und dem heute.
- 7:44Speaker 0: Also ich glaube, es gibt da ganz viele verschiedene Faktoren, die da rein spielen, wo sich wahrscheinlich auch viele Politikwissenschaftler und Politikwissenschaftlerinnen den Kopf zerbrochen haben in den letzten Jahren.
- 7:54Speaker 0: Ich glaube, drei Punkte sind da einfach ganz wichtig.
- 7:59Speaker 0: Es ist so eine Art, also zugespitzgesagt Wohlstandsverwahrlosung.
- 8:04Speaker 0: Also die Leute... Es geht ganz viel um ich, ich, ich.
- 8:07Speaker 0: Es geht nicht mehr darum, wie früher die Situation war, nach dem Krieg, und die Eltern hatten es noch voll schwer, und man ist eigentlich froh, in der Demokratie zu leben, sondern jetzt ist so, ja, aber warum habe ich kein großes Auto und warum habe ich das nicht?
- 8:21Speaker 0: Und es gibt nicht mehr so ein... Die Leute sind gar nicht mehr dankbar für die Demokratie, so ein bisschen, vor allem die Jüngeren.
- 8:31Speaker 0: Dann hat es ganz viel mit... Wie soll man das sagen?
- 8:35Speaker 0: Leute sind, also blöd ist ein bisschen arrogant gesagt, aber die Leute lassen sich durch diesen ganzen Dreck im Internet treiben.
- 8:44Speaker 0: Und im Netz sind wahnsinnig viele russische Bots und rechte Akteure aktiv, die behaupten, sehr komplexe Probleme in der Welt sehr einfach lösen zu können und versuchen Konflikte anzutreiben und die Gesellschaft auseinanderzubringen.
- 9:00Speaker 0: Es gibt einfach wahnsinnig viele Leute, Die fallen darauf rein.
- 9:03Speaker 0: Also in USA sieht man es ja jetzt in der maltausend Version, aber hier halt auch.
- 9:09Speaker 0: Die Leute sehen wie Fakebots die ganze Zeit Quatsch schreiben und falsche Videos und Konflikte werden zugespitzt und man kommt mit einer Wahrheit und so gar nicht mehr an die Leute ran.
- 9:23Speaker 0: Und mit Wahrheit meine ich einfach wissenschaftlich belegte Sachen.
- 9:26Speaker 0: Du kannst natürlich sagen, ja, überall die migrantischen Messerstecher.
- 9:31Speaker 0: Ja?
- 9:31Speaker 0: Wenn du irgendwie dir so schlimme Fälle rauspickst, natürlich geht das.
- 9:36Speaker 0: Aber man kann auch einfach mal eine Polizeistatistik nehmen und durchgucken, wer macht denn wie was und welche Nationalität haben die Leute und so weiter und wie viel Anteil ist Frauen, wie viele Männer und so weiter.
- 9:47Speaker 0: Und wenn du manchen Leuten, die so auf Defend sind, sowas vorlegst und sagst, ja, aber guck doch mal dann sagen die, ist mir doch egal.
- 9:54Speaker 0: Oder das stimmt ja nicht.
- 9:54Speaker 0: Und wie soll man dann auch mit den Leuten reden?
- 9:57Speaker 0: Und der dritte Punkt ist, glaube ich, wirklich Die Leute lassen sich, wenn man so will, verarschen.
- 10:06Speaker 0: Also die AfD geht hin und sagt, der Habeck will dir dein Haus wegnehmen.
- 10:11Speaker 0: Die Grünen wollen deinen Schnitzel nehmen.
- 10:13Speaker 0: Die Migranten wollen dir das wegnehmen.
- 10:15Speaker 0: Und ja, ich verstehe, dass viele Leute frustriert sind, weil die Löhne nicht steigen, weil es wirklich viele Ungerechtigkeiten in dieser Gesellschaft gibt.
- 10:24Speaker 0: Und alle Leute wollen natürlich ein lebenswertes Leben.
- 10:28Speaker 0: Völlig zu Recht will ich auch, dass alle das haben.
- 10:31Speaker 0: Aber dann zu sagen, die Grünen sorgen dafür, dass ich das nicht habe, oder die Migranten, das ist halt Quatsch.
- 10:36Speaker 0: Die müssen einfach mal gucken, wie viel verdient der Chef von Amazon, wie viel verdient der Chef von Tesla und so, ja?
- 10:43Speaker 0: Das Geld ist da, es ist nur sehr ungerecht verteilt.
- 10:46Speaker 0: Und dann, also wenn man sauer sein muss, dann auf irgendwelche Superbillionäre anstatt auf den syrischen Flüchtlingen um die Ecke, der auch nur irgendwie überleben will.
- 10:58Speaker 0: Das machen die Rechten natürlich sehr geschickt, dass sie diese Leute, wenn man sowieso gegeneinander ausspielt.
- 11:05Speaker 0: Und das sind, glaube ich, die drei wichtigsten Punkte, die dafür sorgen, dass Leute anfangen, rechts zu wählen und zu glauben.
- 11:11Speaker 0: Die AfD kümmert sich um mich an das ja auch einfach Quatsch.
- 11:15Speaker 0: Also jeder Wissenschaftler, jede Wissenschaftlerin, die das AfD-Parteiprogramm durchgeht, sagt, die haben keinen Plan für den kleinen Mann, sondern... Das ist sehr wirtschaftsliberal und wird einem Geringverdiener nicht mehr Geld geben.
- 11:32Speaker 0: Einfach nein, aber eigentlich ein Geniestreich, dass sie es trotzdem schaffen, dass diese Leute sie wählen, weil sie glauben, das ist gut.
- 11:39Speaker 0: Das ist so ein bisschen wie in den USA, ne?
- 11:41Speaker 0: Latinos for Trump haben monatelang getrommelt und jetzt stehen wir alle in den Interviews und weinen und sagen, ich werde abgeschoben.
- 11:47Speaker 0: Ja, was hast du denn gedacht, was passiert, man?
- 11:50Speaker 0: Aber also, ja.
- 11:51Speaker 0: Was soll man dazu sagen?
- 11:52Speaker 1: Und dann haben wir natürlich auf der anderen Seite so Leute wie ein Friedrich Merz, der mit so Themen wie dieser Stadtbild-Debatte in den letzten zwei Wochen auch noch Öl ins Fall gießt und Narrative übernimmt, die die AfD eigentlich geschickt platziert hat.
- 12:07Speaker 0: Ja, er hat da wieder das versucht, was die CDU natürlich schon ganz oft versucht hat, wo sich ja auch die Wissenschaft streitet, ob das vielleicht schlau wäre, dass man der AfD den Boden entzieht, in der man die Menschen, die so was hören wollen, sie sozusagen in den Arm nimmt und sagt, das kriegst du auch in der Leitversion von der CDU.
- 12:26Speaker 0: Aber also alle wissenschaftlichen Sachen, die ich dazu kenne aus den letzten Jahren, belegen eigentlich immer wieder, dass das nicht funktioniert.
- 12:36Speaker 0: Die Leute wählen am Ende doch das Original.
- 12:38Speaker 0: Und wenn man da über jedes Stöckchen springt, was die AfD hinlegt oder versucht, deren Inhalte nachzumachen geradezu.
- 12:46Speaker 0: Es funktioniert nicht.
- 12:47Speaker 0: Es verschiebt nur weiter den Diskurs in der Gesellschaft.
- 12:51Speaker 0: Und ich denke, wenn man einen korrekten moralischen Kompass hätte, dann würde man so Sachen, wie Herr Merzer gesagt hat, zumindest anders formulieren.
- 13:00Speaker 0: Also das ist schon wirklich katastrophal, den Rechten da so in die Hände zu spielen.
- 13:04Speaker 0: Ich verstehe voll, was er meint.
- 13:05Speaker 0: Natürlich, er will das aufgreifen.
- 13:07Speaker 0: Dieses Gefühl gibt es ja bei vielen Leuten.
- 13:10Speaker 0: Die gucken dann Spiegel TV über die Clans in Berlin.
- 13:13Speaker 0: Und denken, oh Gott, diese Stadt ist verloren, Hilfe, das startet.
- 13:17Speaker 0: Verstehe ich, dass man damit geschickt spielen kann, aber es ist natürlich ziemlich räudig, wenn man das auf dieser Art tut.
- 13:23Speaker 0: Es bestreitet ja keiner, dass es in dieser Gesellschaft viele schwierige komplexe Probleme gibt hier.
- 13:29Speaker 0: In Berlin, Görlitzer Park, wahnsinnige Drogenproblemen und so.
- 13:33Speaker 0: Und die Rechten tun dann immer so, als hätten alle Leute, die links oder links liberal sind, finden das super da und wollen, dass dann noch mehr Drogen verkauft werden.
- 13:43Speaker 0: Doch Quatsch, ich wohne da um die Ecke.
- 13:45Speaker 0: Alle da wissen, das ist ein Problem, aber es ist ein soziales Problem.
- 13:49Speaker 0: Und wir können und wollen nicht all diese Leute einsperren oder erhängen, wie es irgendwelche Nazis gerne wollen, sondern man muss das anders angehen.
- 13:57Speaker 0: Dass komplexe gesellschaftliche Probleme keine einfache, dass dafür oft keine einfache Lösung gibt, die es über Nacht gibt.
- 14:05Speaker 0: Das ist einfach so, dass in der Geschichte der Menschheit so, aber man musste halt als Gesellschaft nach Lösungen suchen.
- 14:11Speaker 0: Das braucht halt auch manchmal ein bisschen Zeit.
- 14:14Speaker 0: Wenn man dann so eine Show macht wie die CDU und sagt, wir machen jetzt ein Soundrum, dann ist alles gut.
- 14:18Speaker 0: Wo alle Anwohner sagen, nein, bitte nicht, das hilft überhaupt nicht.
- 14:21Speaker 0: Dann müssen diese Leute bei mir im Haus so übernachten.
- 14:25Speaker 0: Das wird halt voll ignoriert, weil es halt cool kommt.
- 14:28Speaker 0: Und dann natürlich kommt die AfD-Fraktion und lässt sich durch den Girlie führen und guckt dann da mal, wie schlimm alles ist.
- 14:36Speaker 0: Das genießen die natürlich, diese Aufmerksamkeit.
- 14:38Speaker 0: Erst ist es schwierig.
- 14:41Speaker 1: Ich hab manchmal das Gefühl an beiden Polen, sowohl links als auch rechts, ist so eine ganz toxische Mischung manchmal aus Wut und Angst über die jeweils anderen und in der Mitte einfach so eine völlige Überforderung, wie man damit überhaupt umgehen soll und daraus dann auch so eine Resignation in der Masse, wo man sagt, na ja, ich brauche ja eh nicht mehr wählen gehen und das ist ja eher alles für die Katze und bringt ja gar nichts und ist ja Quatsch.
- 15:10Speaker 1: Wie gehst du denn mit diesen Emotionen um?
- 15:14Speaker 1: Also ich könnte mir vorstellen, dass ja gerade auch, dass so ein gewisses kreatives Ventil dann ist, auch in die Musik zu gehen und und auch vielleicht diese Wut und vielleicht manchmal aber auch die Angst und manchmal auch beides zusammen irgendwie zu kanalisieren und daraus dann auch irgendwo Musik zu machen, die dagegen irgendwo ankämpft.
- 15:34Speaker 0: Ja klar, als Musiker kann ich natürlich wundervoll alle Sachen, die ich so erlebe oder Sachen, auf die ich wütend bin in Songs packen, das machen wir schon viele Jahre.
- 15:45Speaker 0: Das klappt mal besser, weil es schlechter.
- 15:48Speaker 0: Aber klar, das ist natürlich ein cooles Ventil, um was zu sagen.
- 15:51Speaker 0: Und es gibt auch sehr viele Leute, die uns zuhören.
- 15:55Speaker 0: Aber ich muss sagen, also wütend bin ich schon viel und entsetzt.
- 16:00Speaker 0: Aber Angst habe ich eigentlich nie, weil ich habe keine Angst von Nazis.
- 16:05Speaker 0: Nazis haben Angst vor uns.
- 16:07Speaker 0: So sieht das aus.
- 16:09Speaker 0: Ich glaube, man darf sich da auch nicht einschüchtern lassen, auch wenn man noch so viel Hassmails und Mordrungen und sonst was kriegt.
- 16:15Speaker 0: Das ist ja genau das, worauf die hoffen, dass die Zivilgesellschaft dann einknickt, dass die Zivilgesellschaft aufgibt.
- 16:21Speaker 0: Aber ich weiß, dass das für manche Leute, die da nicht so irgendwo in der Mitte der Gesellschaft hängen, sagt man ja immer, Mitte der Gesellschaft weiß auch immer, das sein soll, genau.
- 16:33Speaker 0: Für manche wirkt das ja so als die Linken und die Rechten.
- 16:36Speaker 0: Aus meiner Sicht ist es einfach so.
- 16:39Speaker 0: Es gibt da Menschen, Neonazis, die wollen gerne wieder sechs Millionen Juden vergasen oder hängen, wenn sie könnten, ja?
- 16:48Speaker 0: Und dann gibt es auf der anderen Seite Leute, die sagen, das möchte ich verhindern.
- 16:52Speaker 0: Ich möchte nicht, dass diese Demokratie beendet wird.
- 16:55Speaker 0: Ich möchte, dass die Menschen recht verteidigt werden.
- 16:57Speaker 0: Und das ist der Unterschied zwischen diesen beiden Gruppen.
- 17:01Speaker 0: und nicht, dass irgendwer da links durchdreht und rechts durchdreht, sondern ich meine, ganz ehrlich, also... Stell dir vor, das geht jetzt so weiter mit dieser Partei.
- 17:13Speaker 0: Und die kommen an die Macht und übernehmen hier alles und schaffen irgendwann das Grundgesetz ab.
- 17:17Speaker 0: Und was auch immer ist, das ist ja zweifelsohne.
- 17:20Speaker 0: Man muss ja nur so ein paar Chats und so lesen von AfD-Leuten oder paar Mails lesen, die wir bekommen.
- 17:25Speaker 0: Ich kriege jede Woche Drohmails, wo Leute sagen, Früher war das noch so ein bisschen zurückhaltender.
- 17:30Speaker 0: Jetzt ist ganz oft mit Klarnamen auf Facebook und Sorts, wo wir inzwischen schreiben, die ganz oft am Anfang, wenn die AfD erst an der Macht ist, dann passiert dann seid ihr im Gefängnis, dann hängen wir euch an die nächste Laterne.
- 17:42Speaker 0: So sieht das aus und das müsst ihr sich einfach überlegen.
- 17:45Speaker 0: Also dann sitzt Daniel und Joshi sitzen dann irgendwann im Gefängnis, weil wir diesen Podcast gemacht haben vielleicht.
- 17:52Speaker 0: Das ist natürlich jetzt noch sehr weit hin, aber Rein theoretisch steht das irgendwann an.
- 17:59Speaker 0: Wenn wir nicht jetzt auf diese Demokratie wahnsinnig aufpassen und gucken, dass das nicht alles kippt und die Zivilgesellschaft stark bleibt.
- 18:07Speaker 1: Du hast gerade die Drohungen schon angesprochen.
- 18:09Speaker 1: Ich kann mir vorstellen, ihr bekommt eine ganze Menge Anfeindungen von rechts.
- 18:14Speaker 0: Nicht so knapp, ja.
- 18:16Speaker 1: Von dieser ganzen AfD Crowd.
- 18:18Speaker 1: Wie gehst du damit um?
- 18:20Speaker 1: Lässt du das an dich ran?
- 18:21Speaker 1: Blockst du es komplett ab?
- 18:22Speaker 1: Macht das irgendwas mit dir?
- 18:24Speaker 0: Ja, also kriegen wir viel, aber... Also, das ist mir echt komplett egal.
- 18:29Speaker 0: Ich habe da auch weder Zeit noch Lust, mich groß drüber zu ärgern.
- 18:33Speaker 0: Wir nehmen das eher belustigen zur Kenntnis, sage ich mal.
- 18:36Speaker 0: Ich meine, ich lese manchmal bei der Probe Sachen vor und dann lachen wir uns drüber kaputt.
- 18:42Speaker 0: Aber ich meine, das ist aber auch... Ich meine, wir sitzen ja voll im Elfen bei den Turmen.
- 18:47Speaker 0: Ja, wir sitzen in Berlin-Kreuzberg.
- 18:49Speaker 0: Was soll uns da denn schon passieren?
- 18:50Speaker 0: Ja, also... Ihr kommt jetzt keiner und verkloppt uns.
- 18:54Speaker 0: Aber wenn ich mir dann überlege, so Fans von uns, die irgendwo in Bautzen wohnen oder sonst wo, oder unser Freund Pudding in Grimmer, der da so ein cooles, alternatives Jugendzentrum macht, den wird jede Woche die Scheiben da eingeschmissen.
- 19:08Speaker 0: Das ist schon was ganz anderes, also das viel näher an einem dran.
- 19:12Speaker 0: Oder wenn wir Konzerte irgendwo spielen, das soll da passieren.
- 19:16Speaker 0: Da sind super viele Fans von uns, da sind Sicherheitsleute da.
- 19:20Speaker 0: Da mach ich mir überhaupt keine Sorgen, deshalb kann ich das hier auch so easy sagen, dass mich das nicht stresst.
- 19:26Speaker 0: Aber ich denk da eher an andere Leute, die eben nicht so viel Schutz um sich rum haben.
- 19:30Speaker 0: Oder auch jetzt mal rein theoretisch, ich glaub mal auf Holz, aber angenommen, irgendwelche Nazis würden mich verprügeln, ja?
- 19:37Speaker 0: Dann hätte ich ja den Rückhalt von allen befreundeten Bands und von der Presse und so, ja?
- 19:43Speaker 0: Aber der der fünfzehnjährige Panker in Chemnitz mit dem ZSK T-Shirt, wenn der verkloppt wird.
- 19:49Speaker 0: Das interessiert keine Sau.
- 19:51Speaker 0: Da gibt es die Opferberatungsstelle, die ihm helfen kann, wo gerade die AfD all die Gelder für die Opferberatungsstellen kürzt oder ganz weg nimmt.
- 20:00Speaker 0: Ja, die kümmern sich bestimmt.
- 20:02Speaker 0: Das ist auch korrekt.
- 20:02Speaker 0: Die kennen wir da auch.
- 20:03Speaker 0: Der RAA Sachsen kümmert sich um betroffene rechter Gewalt.
- 20:06Speaker 0: Ist super.
- 20:08Speaker 0: Aber ansonsten, da gibt es gleich einen kleinen Zeitungsartikel.
- 20:10Speaker 0: Wenn überhaupt.
- 20:11Speaker 0: Und das war es.
- 20:11Speaker 0: Und der ist dann allein damit.
- 20:13Speaker 0: Insofern, ja.
- 20:15Speaker 0: Um die Leute mache ich mir eher Sorgen.
- 20:17Speaker 0: Aber nicht und nicht.
- 20:18Speaker 1: Wie siehst du denn generell die Verantwortung auch von von Kulturschaffenden wie euch da auch mehr aktiv zu werden?
- 20:26Speaker 1: also ihr ja ohnehin schon immer aber es gibt ja noch viel viel andere viele viele andere Künstler Künstlerinnen in diesem Land ganz allgemein kulturschaffende.
- 20:36Speaker 1: müsste da nicht langsam mal so eine größere Welle auch durchs Land gehen das wirklich mal alle auch Farbe bekennen und sich für es muss ja gar nicht gegen oder für eine bestimmte Partei sein, aber zumindest mal für demokratische Werte und für eine funktionierende Demokratie einsetzt.
- 20:53Speaker 0: Ja, absolut.
- 20:54Speaker 0: Also ich sage mal so, ich werde im Leben nicht in einem Künstler oder einer Künstlerin vorschreiben, was sie nun zu tun oder zu lassen haben.
- 21:01Speaker 0: Also die sollen alle machen, worauf sie Bock haben.
- 21:05Speaker 0: Aber ich freue mich natürlich immer total, gerade wenn mal nicht die üblichen Verdächtigen sich ab und zu mal klar positionieren und so einen Vlog einschlagen.
- 21:17Speaker 0: Also das zum Beispiel Shiago jetzt ein paar mal bei so Protesten gegen rechts aufgetreten, ist total cool.
- 21:24Speaker 0: Weil alle denken, er macht da sein Techno-Ding hier irgendwie und Charles interessiert sich ja gar nicht dafür, aber ist gar nicht so.
- 21:31Speaker 0: Finde ich super.
- 21:32Speaker 0: Und klar, ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass dieser ganze Kulturbereich noch viel öfter und stärker da irgendwie... was tut.
- 21:42Speaker 0: Das heißt auch gar nicht, dass die Leute Tag und Nacht irgendwas machen müssen.
- 21:46Speaker 0: Aber ich habe in einem anderen Interview auch gesagt, da wurde auch gefragt, was, was könnte denn die Kulturszene tun?
- 21:53Speaker 0: Ich würde sagen, wenn, wenn man zwanzig wirklich große deutsche Acts findet, ja, zwanzig.
- 22:01Speaker 0: Und jeder Act davon sagt oder verpflichtet sich in Anführungszeiten.
- 22:04Speaker 0: Das klingt jetzt ein bisschen schräg.
- 22:06Speaker 0: Aber man setzt sich mit, mit zwanzig Acten an einen Tisch und sagt, hey, was können wir denn tun?
- 22:11Speaker 0: Und jeder Ecke davon sagt, hey, ich mache zweimal im Jahr.
- 22:16Speaker 0: Oder von mir ist auch nur einmal im Jahr ein Konzert für alternative Kultur.
- 22:24Speaker 0: Irgendwo, wo es brennt.
- 22:27Speaker 0: Ich spiele kostenlos in Bautzen.
- 22:29Speaker 0: Nur für die Unkosten und die Leute vor Ort organisieren, was ich spiele, da ich komme.
- 22:33Speaker 0: Und ich stärke den Leuten da den Rücken.
- 22:35Speaker 0: Nicht nur denen, die das organisieren, sondern alle, die zum Konzert kommen.
- 22:38Speaker 0: Das ist für Leute ein ganz wichtiger Moment.
- 22:40Speaker 0: Das gibt ganz viel Kraft zum Konzert.
- 22:43Speaker 0: Stell dir vor, das machen die.
- 22:44Speaker 0: Dann hätte man zwanzig oder vielleicht sogar vierzig solcher Konzerte im Jahr irgendwo verteilt in der Provinz, wo es sonst echt schwierig ist.
- 22:53Speaker 0: Und dann klar, am nächsten Tag ist die Band wieder weg.
- 22:56Speaker 0: Aber ich glaube, das gibt ganz vielen Leuten ganz viel Kraft und wären tolles Signal.
- 23:01Speaker 0: Sowas zum Beispiel, das fände ich fantastisch.
- 23:04Speaker 0: Ist glaube ich gar nicht so schwer zu machen, weil Bands sind viel auf Tour, dann spielen die halt mal einen Abend.
- 23:10Speaker 0: Nur für die Unkosten werden die schaffen, machen wir ständig, oder oft würde ich sagen, es ist zu schaffen.
- 23:17Speaker 0: Das ist ja, glaube ich, voll die coole Sache und passiert ja auch jetzt schon teilweise.
- 23:21Speaker 0: Das Kraftclub einfach dabei im CSD auftreten hier in Brandenburg und so ist doch fantastisch.
- 23:26Speaker 0: Genau so was, das hilft den Leuten wahnsinnig viel und ist auch ein Signal in die Gesellschaft, dass da nicht, da spielen nicht die üblichen Punk-Bands, sondern... Kraftglück, die ja nun wirklich jeder kennt so.
- 23:39Speaker 0: Das ist schon was anderes.
- 23:40Speaker 0: Das finde ich richtig stark.
- 23:42Speaker 1: Ich habe vor zwei, drei Jahren mich dazu mal länger mit Wolfgang Niedecken von BAP unterhalten.
- 23:48Speaker 1: Ja,
- 23:49Speaker 0: stabiler Typ, richtig gut.
- 23:50Speaker 0: Die machen das schon ewig.
- 23:52Speaker 0: Genau.
- 23:52Speaker 0: Noch ganz klar, richtig geil.
- 23:55Speaker 1: Und wir haben so ein bisschen philosophiert, ob Kultur früher nicht viel politischer war und sich politischer eingesetzt hat, auch, auch wenn man in die USA schaut, all die Aktionen gegen Krieg, auch im Zubezirk Vietnam Kriegs damals und so weiter.
- 24:09Speaker 1: Aber dass irgendwie so ein Stück weit verloren gegangen ist für im Gegenzug für eine stärkere Kommerzialisierung, für ja mehr Optimierung auch, was natürlich den persönlichen kommerziellen Erfolg angeht.
- 24:24Speaker 0: Ja, ich glaube, also definitiv war früher der ganze Kulturbereich viel, viel politischer.
- 24:30Speaker 0: Also ganz viel war ja politisch nicht nur, also Theater, Musik, aber auch Zusammenleben, gerade in Berlin.
- 24:37Speaker 0: Also in Berlin mit, es gab es.
- 24:39Speaker 0: zeitnah waren hier fast zuhundert Häuser besetzte und jedes dieser Häuser hatte wahrscheinlich einen politischen Anspruch und da ist ja ganz viel passiert, Kneid für Theaterkonzerte.
- 24:50Speaker 0: Also diese ganze Kultur Szene war ja sehr, sehr politisch.
- 24:54Speaker 0: Also nicht nur in Deutschland, sondern wie du auch sagst in den USA und so.
- 24:57Speaker 0: Aber das war natürlich auch so ein Zeitgeist.
- 24:59Speaker 0: Das waren ja sehr wilde Zeiten in Deutschland noch mit den ganzen alten Nazis in hohen Positionen, was ja auch diese ganze Protestbewegung befeuert hat.
- 25:11Speaker 0: Und viele Leute waren ja auch so... Wahnsinnig gefrüstet und enttäuscht, dass einfach so ein Stillstand war.
- 25:19Speaker 0: Und die Altnazis in ganz vielen wichtigen Positionen weiter sein konnten.
- 25:23Speaker 0: Die Gesellschaft immer noch sehr, sehr konservativ war.
- 25:26Speaker 0: Und wenn es dann Proteste gab, dass die sehr oft einfach... total zusammengedroschen wurden.
- 25:34Speaker 0: Und als dann am zweiten Juni nach den Scharprotesten erstmal die Agenten vom Schar in Berlin alle ging, wenn sie dann zusammen prügeln durften und die deutsche Polizei zugeguckt hat und dann auch noch Benno Ohne Sorg einfach erschossen wurde, da war für super viele Leute einfach klar, das geht so nicht weiter.
- 25:51Speaker 0: Wir können protestieren, wie wir wollen, die erschießen uns.
- 25:54Speaker 0: Und da, also ich glaube, da waren viele Leute so geschockt und so wütend, dass das eine ganz tolle Strahlkraft hatte.
- 26:02Speaker 0: Und ich glaube, in der jetzigen Zeit ist einfach die gesamte Protestbewegung nicht mehr so breit und nicht mehr so groß und die Welt ist auch komplexer geworden, glaube ich, einfach.
- 26:15Speaker 0: Es ist nicht mehr so einfach zu sagen, also früher haben wir viele gesagt, die bösen USA machen da einen Krieg und so.
- 26:24Speaker 0: Viele Sachen gehen ja heutzutage gar nicht mehr, weil es gar nicht mehr so einfach ist.
- 26:28Speaker 0: So, wenn wir sagen, Ist es okay, wenn die Ukraine sich gegen Rüstern verteidigt oder nicht?
- 26:33Speaker 0: Ist es okay, wenn die dafür auch Waffen kriegen?
- 26:35Speaker 0: Warum?
- 26:35Speaker 0: Nein, sollen die sich alle erschießen lassen.
- 26:37Speaker 0: Es ist überhaupt nicht mehr so einfach.
- 26:39Speaker 0: Und ich glaube, ja, die Leute haben auch verlernt oder viele junge Leute, für die ist so Protest gar nicht mehr so ein Thema, weil auch die gesellschaftlichen Strukturen nicht mehr so verkrüstet sind.
- 26:54Speaker 0: Du wirst ja auch eine Chance verprügelt, weil du falsch angezogen bist oder bunter Haare hast.
- 26:58Speaker 0: Na ja, vielleicht im Osten jetzt in Maschinenstädten.
- 27:00Speaker 0: Aber also, du weißt, was ich meine, ist, du schockst deine Eltern nicht mehr mit bunten Haaren.
- 27:04Speaker 0: Es ist sehr viel offener und freier geworden, was ja auch schön ist.
- 27:08Speaker 0: Aber dann verlieren Leute auch ihre Protesthaltung.
- 27:11Speaker 0: Das geht vielleicht so ein bisschen in die Richtung von dem, was ich am Anfang mal hatte, mit zugespitzt Wohlstandsverwahrlosung.
- 27:19Speaker 0: Wenn du in einer ganz freien Welt, also halbwegs freien Welt, lebst und gar nicht mehr überall anext und gar nicht mehr jeden Tag erlebst, dass da irgendwie was falsch ist, dann fühlt man sich schlecht auch halbwegs wohl und hat gar nicht mehr diesen inneren Drang zu rebellieren jetzt und so und dann geht das verloren.
- 27:40Speaker 0: Genau.
- 27:40Speaker 0: Und?
- 27:41Speaker 0: Ja, keine Frage, es gibt bestimmt auch inzwischen Künstlerinnen und Künstler, die sagen, ey, wo, wo, politisch äußern, nee, ah, das mach ich lieber nicht.
- 27:47Speaker 0: Am Ende krieg ich ein Shitstorm, was ja auch traurig ist.
- 27:50Speaker 0: Wo wir dann wieder bei den russischen Bots sind, weil die Hälfte der Kommentare unter dem Facebook-Posting von, sagen wir mal, Helene Fischer, sagt was gegen Nazis und erschreckt sich dann, dass so viele hässliche Kommentare kommen.
- 28:03Speaker 0: Die Hälfte wird von irgendwelchen Bots gekommen sein.
- 28:06Speaker 0: Und sie denkt, oh nein, oh nein, meine Fans.
- 28:08Speaker 0: Die sind's aber gar nicht.
- 28:10Speaker 0: Na ja.
- 28:11Speaker 1: sind wir vielleicht auch generell einfach abgestumpfter geworden.
- 28:14Speaker 1: Also du hast gerade ohne Sorg angesprochen, so was war damals, lange Thema wurde rauf und runter diskutiert auch in den Medien.
- 28:22Speaker 1: Wenn sowas heute passieren würde, dann würden wir vielleicht eine Woche darüber sprechen und dann wäre das nächste große Thema da oder vielleicht sogar noch kürzer, wenn danach wieder irgendwas größer, was noch international vielleicht passiert.
- 28:34Speaker 1: Also wir haben uns glaube ich früher selektiver oder generell fokussierter länger mit mit großen Themen beschäftigt, weil es auch vielleicht nicht so viele gab oder wir generell auch nicht so viel mitbekommen haben.
- 28:48Speaker 1: Heute leuchtet zwanzigmal am Tag irgendwie das Smartphone auf mit irgendeiner Eilmeldung, dass schon wieder irgendwas passiert ist und wir haben gar nicht so richtig Zeit uns überhaupt Gedanken darüber zu machen, wie wir dazu uns eigentlich verhalten wollen oder ob wir uns überhaupt dazu verhalten wollen.
- 29:04Speaker 0: Ja, ist also auf jeden Fall die Die ganzen Nachrichten drehen sich sehr viel schneller, die ganzen Informationen kommen prasseln auf dich ein aus allen Richtungen und es fällt da manchen Leuten oder vielen Leuten, glaube ich, total schwer noch durchzusteigen.
- 29:22Speaker 0: Also gerade während Corona haben ja auch oft Leute gesagt, ich höre jetzt auf eine Weile Nachrichten zu gucken, weil es mich so fertig macht, weil zu viel ist.
- 29:30Speaker 0: Und klar, man stumpft auch auf jeden Fall ab.
- 29:33Speaker 0: Früher war, glaube ich, die Macht einzelner Bilder noch viel, viel größer, weil es eben nicht so viel gab.
- 29:39Speaker 0: Also die ganzen Proteste gegen den Vietnamkrieg.
- 29:43Speaker 0: Also die ganz große Welle kam ja erst, als diese furchtbaren Fotos von diesen Kindern, die da halb nackt auf der Straße laufen, die bis heute ein Wahnsinnsbild und ohne diese Bilder wären diese Protestbewegungen niemals so groß geworden.
- 29:56Speaker 0: Keine Frage.
- 29:57Speaker 0: Jetzt kann man auch sagen, na ja, Heute aus dem Ukraine Krieg gibt es ja ohne Ende Videos und Fotos.
- 30:02Speaker 0: Warum ist da jetzt die Empörung nicht mehr so groß?
- 30:05Speaker 0: Das läuft halt schon ein paar Jahre am Anfang, weil die Empörung ja auch sehr groß.
- 30:09Speaker 0: Aber ja, es prasselt wahnsinnig viel auf die Leute ein, das macht es schwieriger.
- 30:13Speaker 0: Und ich kann mich schon vorstellen, dass Leute dann einfach nicht mehr so sehr dahin gucken.
- 30:19Speaker 0: Man kann aber auch, es gibt auch immer... andere Beispiele, als es jetzt auch schon ein paar Jahre natürlich her, aber als es die Selbstentarnung des NSU gab und plötzlich rauskam, hey, ich habe jahrelang Nazis sind durch die deutschen Städte gezogen und haben Leute exekutiert, wo ich sagen würde, ja, das ist das, was Nazis machen.
- 30:41Speaker 0: Wenn sie können, das ist das, die zugespitzteste Form des Nazi-Signs ist es, unwertes Leben auszulöschen.
- 30:48Speaker 0: Das haben sie halt durchgezogen.
- 30:50Speaker 0: dass die das tatsächlich machen aus dem Untergrund und es keiner mitkriegt.
- 30:54Speaker 0: Das hätte ich natürlich auch nicht gedacht, aber ja, da war ja schon eine große Empörung zum Glück und auch sehr viele Medien, die danach das Thema Rechtsextremismus sehr viel ernster genommen haben.
- 31:06Speaker 0: Das fand ich schon gut und auch in den Sicherheitsbehörden.
- 31:09Speaker 0: Also in den letzten Jahren jetzt wurden schon sehr oft rechtsextreme anfänglich terroristische Gruppen schon im Anfangsstadium hochgenommen.
- 31:19Speaker 0: Wo früher, glaube ich, die Sicherheitsbehörden noch länger gewartet hätten und so.
- 31:23Speaker 0: Da passiert ja schon irgendwie was.
- 31:25Speaker 0: Aber klar, insgesamt sind wir, glaube ich, schon ein bisschen abgestumpft.
- 31:29Speaker 0: Und richtig schlimm fand ich es, ehrlich gesagt, als Walter Lübcke erschossen wurde.
- 31:35Speaker 0: Wie kann es sein, dass die eigene Partei so gut wie nichts tut?
- 31:40Speaker 0: Die einzigen Menschen, die eine Demo gemacht haben, war... die Antifa in Anführungszeichen.
- 31:45Speaker 0: Einfach linksradikale, machende Demo für einen erschossen CDU-Politiker.
- 31:49Speaker 0: Und die CDU selbst?
- 31:52Speaker 0: Wo war der?
- 31:53Speaker 0: Das war doch einer von denen, also schlimmer geht's doch nicht.
- 31:56Speaker 0: Da war ich wirklich sehr überrascht, dass da extrem wenig kam von der eigenen Partei.
- 32:03Speaker 0: Wenn's nach mir geht, hätten die, wenn's nach mir geht, einen Tag drauf, wenn's, ich weiß, das geht alles nicht so schnell von mir aus, zwei Wochen später hätte man losgehen müssen.
- 32:12Speaker 0: Und jeden Neonazi, es werden über vierhundert Neonazis in Deutschland einen offenen Haftbefehl.
- 32:18Speaker 0: Das sind Leute, die laufen rum, müssten eigentlich im Gefängnis sein.
- 32:20Speaker 0: Das sucht sie niemand.
- 32:22Speaker 0: Man hätte sagen müssen, wir schicken jetzt Zehntausend Polizisten los und sammeln jeden dieser Neonazis ein, deren offene Haftbefehl hat.
- 32:32Speaker 0: Einfach, um mal einmal da Stärke zu zeigen der rechten Szene gegenüber.
- 32:37Speaker 0: Was ist passiert in diese Richtung?
- 32:38Speaker 0: Nichts der Wahnsinn.
- 32:40Speaker 0: Also da war ich wirklich geschockt.
- 32:42Speaker 1: Was macht das mit dir, wenn du in die USA schaust und merkst, wie auch Antifaschismus immer weiter in die extremistische Richtung geprügelt wird, mehr oder weniger?
- 32:53Speaker 1: Und geprügelt
- 32:54Speaker 0: ist gut gesagt.
- 32:55Speaker 1: Und die Antifa auch als Terrororganisation eingestuft wird und da viel dagegen gemacht wird, dass auch da von links überhaupt die Stimmen laut werden können.
- 33:06Speaker 0: Puh, ja, also... Immer wenn ich in die USA rüber gucke und da morgens die Nachrichten lese, schüttle ich immer nur einen Kopf.
- 33:13Speaker 0: Ich habe da ja sehr enge Verbindung, weil unser alter Schlagzeuger, meinen Bruder dort wohnt.
- 33:19Speaker 0: Und deshalb nehme ich das noch doller wahr.
- 33:23Speaker 0: Aber ja, es ist eine katastrophale Situation.
- 33:25Speaker 0: Alle Leute, die irgendwie noch Anstand haben und für Demokratie und Menschenrechte eintreten, kann kaum noch die Chance da durchzudringen, weil auch der Sicherheitsapparat in den USA ist ja sowieso extrem hochgefahren.
- 33:40Speaker 0: also was die alles an bei protesten an man muss ja einfach sagen waffen gegen ihre bevölkerung einsetzen dürfen und damit auch natürlich sofort tun ist der wahnsinn also von von sound.
- 33:55Speaker 0: es gibt so sound waffen wo die das trommelfeld platzt bis so feather spray kugeln die geschossen werden und alles möglich ist wirklich furchtbar.
- 34:04Speaker 0: und dann Im Zusammenspiel mit, so wie Trump einfach sagt, die Antifa, was auch immer das jetzt sein soll, das weiß er glaube ich selbst gar nicht genau, als terroristische Organisation einzuschufen, ist natürlich katastrophal, weil jeder berechtigte Kritik an Trump soll einfach in Grund und Boden geprügelt und geklagt werden.
- 34:25Speaker 0: Und so macht man sich natürlich, so versucht man natürlich seine Feinde niederzudrücken, damit kein breiter Protest mehr möglich ist.
- 34:34Speaker 0: Ja, also... Katastrophale Lage.
- 34:37Speaker 0: und ja auch immer dieses die Antifa, das ist ja in Deutschland auch immer was für ein Quatsch.
- 34:42Speaker 0: Also aus meiner Sicht ist jeder, der sagt, ich möchte nicht, dass es eine Art Wirtesreich in Anführungszeichen wieder gibt, ist doch antifaschist.
- 34:53Speaker 0: Logisch, also na klar, man kann auch, wenn jemand von rechts das so definieren möchte, Antifa sind nur Vermummte, die bei armen Bürgern die Scheiben einschalten.
- 35:05Speaker 0: von mir aus mache es, aber aus meiner Sicht müsste jeder anständige Demokrat auch Antifaschist sein, weil wir haben gesehen vor vielen Jahren, was passiert, wenn man kein Antifaschist ist oder nicht genug davon hat und dann passiert das.
- 35:20Speaker 1: Ihr macht auch Konzerte für Kinder?
- 35:24Speaker 0: Ja, endlich kommen wir auch mal zu einem schönen Thema.
- 35:27Speaker 0: Also zu einem nicht so deprimierenden.
- 35:30Speaker 1: Wie ging das los und wie merkst du oder welche Reaktionen kommen da auch von diesen teilweise ja noch sehr jungen Menschen?
- 35:40Speaker 0: Okay, das sind viele Fragen in einem Satz.
- 35:42Speaker 0: Also ich fange von von hinten an sozusagen von deiner letzten Frage.
- 35:47Speaker 0: Die jungen Leute, wenn die vor uns stehen beim Konzert, die reagieren so gut wie gar nicht.
- 35:53Speaker 0: Es ist furchtbar als Musiker, weil du spielst ein Lied, gibst dir super Mühe.
- 35:58Speaker 0: Und dann ist das nie zu Ende und die gucken dich alle nur mit ganz großen Augen an.
- 36:02Speaker 0: Am Anfang dachten wir, oh nein, oh nein, die mögen das nicht, was soll das?
- 36:06Speaker 0: Im Nachhinein kommt raus, die sind so überwältigt von allem, dass die sich nicht rühren können.
- 36:12Speaker 0: Wenn ich dann rufe, hey schrei doch mal, dann schreien die schon.
- 36:15Speaker 0: Aber nach jedem Konzert ist es ziemlich leise und die gucken einen nur an.
- 36:19Speaker 0: Aber dann schreiben uns die Eltern einen Tag später.
- 36:22Speaker 0: Ja, mein Kind hat den ganzen Tag und die Schwärmen so von dem Konzert.
- 36:26Speaker 0: Das war so toll.
- 36:27Speaker 0: Und wir denken so, ja, warum zeigen die uns das dann nicht?
- 36:31Speaker 0: Aber wir hat das angefangen.
- 36:33Speaker 0: Wir haben einfach inzwischen sieben Bandkinder und auch viele Freunde mit Kindern und so.
- 36:38Speaker 0: Und wir haben bei einem Berlin-Konzert vor drei Jahren gesagt, lass uns doch nach dem Tastnamen Soundcheck einmal Freunde einladen mit ihren Kindern.
- 36:46Speaker 0: Dann spielen wir dann eine Mini-Show für die und die können wir sehen, was die... Eltern beziehungsweise die Freunde der Eltern da so machen.
- 36:53Speaker 0: Das war total nett und lustig.
- 36:55Speaker 0: Da haben wir noch eine Schatztüte gepackt und jedem so Süßigkeiten geschenkt unten backen.
- 37:00Speaker 0: Und das kam so gut an, dass wir es im nächsten Jahr wieder gemacht haben.
- 37:03Speaker 0: Wurde auch nicht öffentlich beworben, nur so Einladung über Freunde und es haben sich immer mehr Leute gemeldet.
- 37:10Speaker 0: Und dann haben wir es im vergangenen Jahr, auch niemals öffentlich bekannt gegeben.
- 37:16Speaker 0: Und da waren dann sechshundert Leute.
- 37:18Speaker 0: Es war völlig crazy, riesengroß, auch eintrittfrei und wieder Schatztüten für alle.
- 37:25Speaker 0: Aber wir haben halt Fotos davon, irgendwie veröffentlichten Videos.
- 37:28Speaker 0: Und dann haben uns so unglaublich viele Leute geschrieben, könnt ihr das nicht mal in München machen?
- 37:33Speaker 0: Kommt doch mal damit bitte nach Köln.
- 37:35Speaker 0: Und da haben wir gesagt, okay, wir machen das jetzt einfach.
- 37:38Speaker 0: Das ist so süß.
- 37:39Speaker 0: Es gibt auch ganz viele Eltern, die bei dem Konzert wirklich weinen.
- 37:43Speaker 0: Die stehen hinten und haben Pipi in den Augen, weil für die das ein ganz hochemotionaler Moment ist.
- 37:49Speaker 0: wenn sie diese Musik an ihre Kinder weitergeben, ist total schön.
- 37:54Speaker 0: Und jetzt machen wir das in acht Städten.
- 37:56Speaker 0: Sechs sind schon komplett ausverkauft mit tausend Tickets, völlig verrückt.
- 38:01Speaker 0: Und jeder Abend ist einfach nur wundervoll oder jeder Nachmittag.
- 38:04Speaker 0: Wir spielen dann abends immer nur das echte Konzert.
- 38:07Speaker 0: Ist total schön.
- 38:09Speaker 0: Weil wir machen halt auch, wir sind halt keine Kinderband.
- 38:13Speaker 0: Es gibt ja ganz viele Kinderband.
- 38:15Speaker 0: Die singen dann über, ich hab Pipi in der Hose, kaufe mich so Kulade, wann hab ich Geburtstag.
- 38:20Speaker 0: Interessiert mich nicht.
- 38:21Speaker 0: Ich mach ein Punk-Konzert, wo Kids kommen, aber ich mach keine Kindermusik.
- 38:26Speaker 0: Und das wissen die alle, die Kinder, wie die erwachsen zu schätzen, weil wir die ... Ich hab das Gefühl, wir nehmen die Kinder ein bisschen ernst.
- 38:33Speaker 0: Wir trauen den zu, ein echtes Konzert zu sehen und machen da nicht so ein Quatsch.
- 38:38Speaker 0: Natürlich machen wir auch lustige Ansagen und so, aber an sich ist es ein echtes ZSK-Konzert mit.
- 38:44Speaker 0: Echten Songs und es ist wirklich eine coole Sache, kann ich allen empfehlen, da mal hinzugehen.
- 38:50Speaker 1: Wenn du genau auf die Zielgruppe mal schaust und dir auch überlegst, ich meine, du hast gerade gesagt, auch in der Band gibt es immer mehr Nachwuchs von den Bandmitgliedern.
- 39:01Speaker 1: Was können wir denn alle machen, um auch... genau die Zielgruppe, also die Kids und auch die Jugendlichen dann auch stärker mit in diese Themen reinzunehmen und auch ein Stück weit mehr in diese demokratische Verantwortung mit reinzunehmen.
- 39:17Speaker 1: Ich habe oft das Gefühl, die bekommen irgendwie so dieses Wissen in der Schule aus Geschichtsbüchern mit, die bekommen das mit und bekommen aber irgendwie so keinen echten persönlichen Bezug zu diesem Thema.
- 39:33Speaker 1: wissen dann manchmal gar nicht so sehr zu schätzen, in was für einem System, also in einer funktionierenden, noch funktionierenden Demokratie, sie da eigentlich leben dürfen und warum das überhaupt wertvoll ist und nicht selbstverständlich.
- 39:48Speaker 0: Ja, also das klingt jetzt total platt, aber ich, also ich hab drei Töchter und ich glaube, man kann auch Kindern... mehr Zutrauen inhaltlich als manche glauben.
- 40:04Speaker 0: Soll heißen, man kann mit Kindern auch ruhig mal über Rassismus und Demokratie und Rechtsextremismus reden.
- 40:12Speaker 0: Das mache ich mit meinen Kindern einfach.
- 40:14Speaker 0: Die sind jetzt sechs, elf und zwölf.
- 40:17Speaker 0: Und die verstehen das, wenn man das denen irgendwie nett und unaufgeregt erklärt.
- 40:24Speaker 0: An ganz konkreten Beispielen in ihrem Alltag.
- 40:27Speaker 0: Also... Ich erkläre den schon auf, dass Demokratie, wie wir sie hier haben, gut ist, weil jeder Mensch protestieren kann, wie er hier erst mal grob möchte.
- 40:39Speaker 0: Also, hier wirst du nicht direkt ins Gefängnis geschickt oder zusammengeschlagen, wenn du auf die Straße gehst.
- 40:44Speaker 0: Dann sage ich den, ja, es gibt Länder, wo das nicht geht, weil es da keine echte Demokratie gibt.
- 40:50Speaker 0: Oder die beste Freundin von meiner Tochter hat dunkle Hautfarbe.
- 40:54Speaker 0: Und dann habe ich ihr erklärt, es gibt einfach, die wollen natürlich auch einen.
- 40:57Speaker 0: Wissen, was machen wir denn so?
- 40:59Speaker 0: Und diese kein Bock auf Nazis-Kampagne, die ich mache, hab ich denen erklärt, naja, es gibt Leute auf der Welt, die glauben, dass deine Freundin ein schlechter Mensch ist.
- 41:10Speaker 0: Nur der einzige Grund, weil sie eine dunkle Hautfarbe hat.
- 41:16Speaker 0: Und Kinder sind ja A, nicht blöd und B, nicht so doll vorbelastet.
- 41:22Speaker 0: Da hat mein Tochter natürlich gesagt, herr, das ist doch Quatsch.
- 41:26Speaker 0: Warum würde man so was denken?
- 41:28Speaker 0: Weil sie einfach versteht, das ist ihre Freundin.
- 41:31Speaker 0: Und es spielt für sie keine Rolle, ob die eine dunkle Hautfarbe hat oder nicht.
- 41:35Speaker 0: Und so, also wenn so ein Kind da so ganz naiv eine Frage zu stellt und sagt, Herrba, warum?
- 41:40Speaker 0: Das macht doch keinen Sinn.
- 41:41Speaker 0: Dann sage ich, ja, ganz genau.
- 41:43Speaker 0: Aber es gibt diese Menschen und es ist wichtig, dass diese Menschen nicht an die Macht kommen, weil die eine Freude daran haben, Menschen, die eine andere Hautfarbe haben oder... Jungs, die gern mit Jungs knutschen oder Frauen, die gern mit Frauen knutschen, ins Gefängnis zu stecken.
- 42:00Speaker 0: Und dann sagt die, ja okay, das macht total Sinn, dass man was gegen solche Leute tut und das kann man schon machen.
- 42:07Speaker 0: Und ich glaube, wenn junge Leute so aufwachsen, nicht dass man denen das irgendwie krass reindrückt und immer so mit dem Zeigefinger so moralisch erhaben kommt, aber so einfach so im Alltag, den ab und zu mal was erklärt, das funktioniert ziemlich gut.
- 42:23Speaker 1: Und es ist ja eigentlich auch die natürlichste Einstellung, die man normalerweise haben sollte, im Idealfall.
- 42:29Speaker 1: Das ist ja der Wodespiel, woher man kommt, wie man aussieht, welchen Background man hat, wie auch immer.
- 42:35Speaker 1: Sondern Mensch ist Mensch erstmal.
- 42:37Speaker 1: Und absolut.
- 42:38Speaker 0: Und gerade Kinder sehen das ja am Anfang, bis ihnen jemand das anders beibringt, genauso.
- 42:44Speaker 0: Weil für die sind einfach alles Menschen, mit denen sie irgendwie nette Zeit verbringen.
- 42:49Speaker 0: Genau.
- 42:49Speaker 0: Also, was ich sagen will... Ich glaube, es liegt an den Eltern, dass die ihre Kinder vernünftig erziehen.
- 42:56Speaker 0: Das geht ja auch noch weiter, dass man Jungs beibringt, sich nicht ätzend sexistisch zu verhalten.
- 43:02Speaker 0: Auf eine nette, angenehme Art kann man das Leuten, kann man sowas Leuten total gut beibringen, glaube ich.
- 43:09Speaker 0: Also, liebe Eltern, redet cool mit euren Kids.
- 43:13Speaker 0: Und das sehen wir, jetzt sind wir wieder bei den Kinderkonzerten, das sehen wir halt da.
- 43:17Speaker 0: Das sind tolle Eltern, die ... sich freuen, dass ihre Kinder auch diese Musik mögen.
- 43:23Speaker 0: Aber das sind Leute, wo ich dann denke, ja cool.
- 43:26Speaker 0: Wenn die Kinder bei diesen Eltern, die die hier zum Konzert geschleppt haben, aufwachsen, dann werden aus denen, glaube ich, schon coole, anständige Kids mit einem guten Grundkonsens für Menschenrechte, für Demokratie und gegen Rechtsextremismus.
- 43:43Speaker 0: Und wenn es mehr solche Eltern gibt, dann ist die Welt in guten Händen, würde ich sagen.
- 43:49Speaker 1: Du hast vorhin die Bots in Social Media schon angesprochen.
- 43:53Speaker 1: Gerade für die Generation ist es ja oft noch schwerer, auch zu identifizieren, was sie da eigentlich online konsumieren, was sie damit bekommen.
- 44:01Speaker 1: Hast du da irgendeine Idee, wie wir da uns besser aufstellen können, damit wir eben nicht genau das, was du gerade gesagt hast, also solange ihnen keiner beibringt, dass es eben nicht so ist, dass Menschen Menschen sind, sondern es Unterschiede gibt.
- 44:17Speaker 1: dass wir genau das verhindern, dass es eben nicht über Social Media am Ende passiert, weil da kann man dann die besten Eltern haben, aber wenn man dann irgendwie fünfzig TikTok-Videos gesehen hat.
- 44:27Speaker 1: Ja,
- 44:27Speaker 0: absolut.
- 44:29Speaker 1: Wird's schwierig.
- 44:30Speaker 0: Ja, ich sag mal, also hätte ich da jetzt eine Superlösung für, würde ich im Buch schreiben, wo uns extrem viel Geld damit verdient.
- 44:38Speaker 0: Aber grundsätzlich sind wir da auch wieder bei den Eltern.
- 44:40Speaker 0: Also die Eltern müssen das mit dem... Blick behalten.
- 44:44Speaker 0: Aber ich meine, dass es jetzt so Sozialarbeiter talkt, denen alle immer sagen, ja, die Eltern müssen zusammen mit ihren Kindern die neuen Medien entdecken.
- 44:52Speaker 0: Aber also, es stimmt schon.
- 44:53Speaker 0: Also, meine Kinder haben keine Smartphones und keinen Internetzugang bisher und kommen damit ganz gut durchs Leben.
- 45:00Speaker 0: Also, ich finde, man kann da ruhig ein bisschen mit warten.
- 45:03Speaker 0: Heißt nicht, dass die sich für in der Steinzeit benehmen müssen.
- 45:06Speaker 0: Aber ich glaube, es ist schon vernünftig, dass Kinder möglichst lange Kind sein dürfen, ohne WhatsApp, TikTok und Instagram und sonst was Druck.
- 45:19Speaker 0: Und wenn es dann soweit ist, dass man denkt, das macht jetzt Sinn oder es sich nicht mehr verhindern lässt, dann muss man natürlich mit den Kindern zusammen diese Sachen konsumieren und durchgehen.
- 45:30Speaker 0: Aber ja, es wird auch... Ich meine, wir sitzen jetzt hier, in ein Jahr, in zwei, in drei, wird man... Kein Unterschied mehr sehen zwischen einem echten Video und einem AI Video.
- 45:45Speaker 0: Nichts mehr.
- 45:45Speaker 0: Keine Stimme, kein Foto, kein Video auf der Welt mehr.
- 45:49Speaker 0: Würdest du unterscheiden können, ist das echt oder Fake?
- 45:52Speaker 0: Und wie man mit dieser Problematik umgeht, eh, keine Ahnung.
- 45:57Speaker 0: Du, du, ich könnte wahrscheinlich jetzt rausgehen und in zwei Stunden ein Daniel Video erstellen, wo man dich sieht, wie du sagst.
- 46:06Speaker 0: sonst was für schlimme Sachen, sagst und dein Chef feuert dich.
- 46:10Speaker 0: Und du sagst, ich war das nicht und er sagt, ich sehe es doch, du redest doch hier, du schimpfst darüber mich.
- 46:15Speaker 0: Aber das ist eine hochkomplexe, philosophische Frage geradezu, die irgendwelche verrückten Wissenschaftler beantworten müssen und ich habe da auch keine Lösung.
- 46:26Speaker 0: Auf jeden Fall, ich glaube, die Gesellschaft ist da gerade wirklich in einem krassen Umbruch und diese ganze KI-Entwicklung ist So ein Umbruch in der Welt wie die Erfindung des Buchdrucks oder des Schwarzpulvers oder die Erfindung des Internets.
- 46:46Speaker 0: So sehr wird uns das unser gesamtes Leben beeinflussen.
- 46:50Speaker 0: Absolut.
- 46:51Speaker 0: Und wie wir damit als Gesellschaft umgehen, das werden wir auch nicht in zehn Podcast-Folgen klären können.
- 46:59Speaker 1: Mit all dem Wissen, was du heute darüber hast, wie sich die Welt entwickelt hat, auch... eben in diesen ganzen Dimensionen über die wir gesprochen haben.
- 47:07Speaker 1: Was würdest du denn dem dem sechzehnjährigen Joshi heute sagen, wenn du ihn treffen könntest?
- 47:14Speaker 0: Der damals lebt oder der jetzt?
- 47:17Speaker 0: Wenn du
- 47:18Speaker 1: ihn damals noch mal treffen könntest.
- 47:20Speaker 0: Ach so, A. Lass dich nicht von so vielen Veranstaltern über über den Tisch ziehen und bei der Gage bescheißen.
- 47:27Speaker 0: Und ansonsten klingt jetzt cheesy vielleicht, aber mach alles genau so nochmal.
- 47:33Speaker 0: Also.
- 47:34Speaker 0: Ich habe nicht das Gefühl, dass ich im Leben irgendwie krasse Fehler gemacht habe.
- 47:39Speaker 0: Und wenn waren das Fehler in der Bandgeschichte, aus denen wir gelernt haben, die ich aber als, die ich nicht missen will sozusagen.
- 47:46Speaker 0: Also wir haben jahrelang mit der Band, haben wir nur auf dem Fußboden irgendwo gepennt, keine Gage bekommen, vor fünfzig Leuten gespielt.
- 47:56Speaker 0: Aber da haben wir ganz viel gelernt und das war wundervoll auch trotzdem mit meinen besten Freunden auch tut zusammen.
- 48:03Speaker 0: Ich bin es ja heute noch, auch wenn das alles größer und professioneller ist.
- 48:06Speaker 0: Und ich glaube, das wäre heute nicht so, wenn wir nicht diesen, klingt das auch wieder ein bisschen männermäßig, diesen harten Weg gegangen wären.
- 48:14Speaker 0: Aber so ist es wirklich.
- 48:15Speaker 0: Also ich glaube, das hat uns, da haben wir ganz viel gelernt.
- 48:18Speaker 0: Und in der heutigen Welt sehe ich das auch bei vielen jungen Bands.
- 48:22Speaker 0: Die wollen nicht mehr die Zeit investieren.
- 48:25Speaker 0: oder die haben nicht mehr genug Zeit dafür.
- 48:27Speaker 0: Die sagen, wir machen jetzt eine Band, wir haben ein Management und das und Equipment für drei Tausend Euro.
- 48:34Speaker 0: Wir haben jetzt drei Jahre.
- 48:35Speaker 0: Im ersten Jahr müssen wir so und so viel Spotify-Place und im zweiten Jahr muss das sein.
- 48:39Speaker 0: Und wenn es nach drei Jahren nicht klappt, dann lassen wir das alles.
- 48:42Speaker 0: Wo ich mir denke, Leute, ihr sollt aber auch einfach Spaß haben.
- 48:45Speaker 0: Macht doch, also die allermeisten Bands, die ich kenne, haben die Band nur aus Freude an der Musik und am gemeinsamen Unterwegssein gegründet.
- 48:55Speaker 0: Ich glaube, man muss da so rangehen und darf nicht da nur so wirtschaftlich strategisch denken, weil dann wird's scheiße einfach.
- 49:03Speaker 0: Das wird dann nicht cool.
- 49:04Speaker 0: Insofern, ein sechzehnjähriger Joshi, habt ganz viel Spaß.
- 49:08Speaker 0: Genau.
- 49:11Speaker 1: Wenn du zum Abschluss, wir kommen ja langsam in die Wagenähe von Weihnachten.
- 49:17Speaker 0: Ja, Weihnachten.
- 49:19Speaker 0: Glaubst du noch an den Weihnachtsmann?
- 49:21Speaker 0: Selbstverständlich.
- 49:22Speaker 0: Dann sage ich jetzt nix.
- 49:25Speaker 1: Wenn du so ein Wunsch frei hättest, für wie sich dieses Land die nächsten Jahre entwickeln sollte, oder wir alle in diesem Land uns entwickeln sollten, auch so einen Hinblick auf die Wahl, die ja dann auch, zwanzig, neun, zwanzig wieder ansteht.
- 49:41Speaker 1: Was würdest du auf diesem Wunschzettel an den in meiner Welt existierenden Weihnachtsmann schreiben wollen?
- 49:49Speaker 0: Also ich fände es so, so schön, wenn... die Leute wieder mehr aufeinander hören, also zuhören.
- 49:59Speaker 0: Also ich habe das Gefühl bei ganz vielen so krassen AfD-Fans und Rechten, man kommt nicht mehr an die Rande, weil sie gar nicht mehr zugänglich sind für Argumente.
- 50:09Speaker 0: und das finde ich total bitter und traurig, weil ich habe viele gute Argumente, aber wenn die wirklich, wenn man, wenn die es gar nicht zulassen, zuzuhören und Argumente auszutauschen.
- 50:23Speaker 0: Dann kommen wir als Gesellschaft auch nicht mehr voran.
- 50:27Speaker 0: Dann gibt es keine Chance auf eine Verbesserung.
- 50:30Speaker 0: Und ich weiß, so Leute, die Trump oder so treiben das ja voran, weil die einfach postfaktisch leben.
- 50:38Speaker 0: Trump sagt am einen Tag, der Kaktus ist grün.
- 50:42Speaker 0: Und am nächsten Tag sagt jemand, der ist doch rot.
- 50:45Speaker 0: Also warum sagst du das?
- 50:46Speaker 0: Das habe ich nie gesagt.
- 50:48Speaker 0: Und Leute, die Trump lieben, sagen, Na und?
- 50:52Speaker 0: Und das macht mich fertig.
- 50:54Speaker 0: Also wie soll man so noch an Leute rankommen?
- 50:57Speaker 0: Also wenn es irgendwie geht, möchte ich, dass AfD-Wähler wieder zugänglich sind für ein Gespräch, wo sie auch sich einlassen auf schlaue Argumente.
- 51:08Speaker 0: Und dann rede ich gern mit ein, nehme ich mir ein paar Jahre Zeit und arbeite jeden einzeln ab.
- 51:14Speaker 0: Würde ich dann machen.
- 51:16Speaker 1: würde ich auf dem Wunschzettel so unterschreiben.
- 51:18Speaker 0: Cool, dann können wir uns detailen.
- 51:20Speaker 0: Genau.
- 51:20Speaker 0: Dann machst du eine Hälfte, ich die andere, sparen wir super.
- 51:23Speaker 0: Also ist dann für jeden noch die Hälfte der Zeit.
- 51:26Speaker 0: Genau.
- 51:26Speaker 0: Cool.
- 51:27Speaker 1: Bessere Debattenkultur ohne sich die Köpfe einzuschlagen und dem anderen auch mal zuhören.
- 51:32Speaker 0: Ja, also ich finde nichts gegen sozusagen hitzige Debatten, finde ich auch gut, wenn man schlagrecht ist und gute Argumente bringt.
- 51:39Speaker 0: Aber wenn man einfach bei einem sagt, nö, nö.
- 51:45Speaker 0: glaube ich gar nicht, ist nicht so, dann kommen wir nicht weiter.
- 51:48Speaker 0: Das ist, das ist traurig dann einfach nur.
- 51:51Speaker 0: Ja.
- 51:52Speaker 1: Ich danke dir sehr für deine Zeit.
- 51:54Speaker 0: Ja, ich habe zu danken.
- 51:55Speaker 0: Das war sehr spannend und lustig auch ein bisschen.
- 51:59Speaker 0: Obwohl wir so ernst angefangen haben, kommen jetzt doch nur bis zum Weihnachtsmann.
- 52:04Speaker 0: Vielen Dank.
- 52:07Speaker 1: Das war es leider schon.
- 52:09Speaker 1: Die letzte Runde ist ausgetrunken,
- 52:11Speaker 0: das
- 52:11Speaker 1: Gespräch zu Ende.
- 52:13Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 52:15Speaker 1: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise, wenn du die Bar verlässt.
- 52:20Speaker 1: Aber vergiss auf keinen Fall, den abonnieren Button zu klicken.