Latest / Berlin Booth / Nico Mohammadi über seinen C115 Club, Risikobereitschaft und die Clubszene Berlins
Transcript
- 0:06Nico Hi, herzlich willkommen. Schön, dass du da bist.
- 0:10Danke für die einen. Freut mich.
- 0:13Ist jetzt kein Zufall, dass du hier bist.
- 0:15Wahrscheinlich nicht. Ich würde aber trotzdem gerne
- 0:18von dir wissen. Vielleicht so als Einstieg in
- 0:21den in den in den Podcast. Was Zufälle in den letzten
- 0:25Jahren mit dir gemacht haben, das ist eine große Frage.
- 0:28Aber vielleicht können wir da so ein bisschen was raus sortieren.
- 0:31Ja, es sind auf jeden Fall Sachen passiert.
- 0:35Wenn ich jetzt so zurückblicke, 2 Jahre oder so, die ich nicht
- 0:38so für möglich gehalten hätte, wo man sich dann schon manchmal
- 0:42irgendwie fragt, gibt es Schicksal, was sind Zufälle,
- 0:47warum, warum hat das jetzt geklappt, warum hat das nicht
- 0:50geklappt, war man zur richtigen Zeit am richtigen Ort?
- 0:54Deswegen ja glaube ich schon, dass meine letzten Monate oder
- 1:04die letzten paar Jahre auf jeden Fall von von von krassen
- 1:07Zufällen irgendwie auch geprägt sind.
- 1:10Ich habe aber das Gefühl auch, es gibt einem irgendwie ein
- 1:13bisschen bisschen Ruhe und Zuversicht, wenn man sich
- 1:15irgendwann einbildet, dass es vielleicht auch so sein soll,
- 1:18einfach mit nicht mit Blick in die Vergangenheit, sondern eher
- 1:21mit Blick in die Zukunft. Weil man dadurch vielleicht dann
- 1:23auch so eine Ruhe entwickeln kann im Sinne von es wird schon
- 1:27alles, es wird schon alles so manche Sachen gehen, manche
- 1:31gehen nicht und man wird vielleicht die richtigen Leute
- 1:33kennenlernen und ich finde, es hat was Beruhigendes, wenn man
- 1:38sich einbildet, dass es so sein soll.
- 1:40Tun sich gleich viele Fragen bei mir auf und bevor wir ein
- 1:42bisschen konkreter werden, hatte ich also das Konzept Schicksal
- 1:45überzeugt. Ja und Nein.
- 1:48Also. Wie gesagt, wenn ich jetzt in
- 1:52die Zukunft blicke und natürlich irgendwie auch so als als
- 1:56selbständige Person Stück weit, ja auch als Unternehmer, ist man
- 2:02natürlich sehr oft konfrontiert, auch von von von Ängsten, von
- 2:08Sorgen, existenzängsten, großen Fragen, ob man die richtigen
- 2:12Entscheidungen getroffen hat, wie sich Sachen verändern, die
- 2:15man vielleicht auch kontrollieren kann, aber auch
- 2:17Sachen, die man nicht kontrollieren kann, die man
- 2:19nicht in der Hand hat. Und ich finde, das hat manchmal
- 2:24was. Es nimmt einem so n paar Sachen
- 2:26ab, wenn man sich so Schicksal auch n bisschen einbilden kann,
- 2:31wenn man dann manchmal auch bisschen darauf zurückgeworfen
- 2:35wird, dass wenn auch manchmal so n bisschen zurückgeworfen wird
- 2:41auf dieses Gefühl von. Man hat einfach nicht alles in
- 2:44der Hand und man kann nicht alles kontrollieren und das das
- 2:47kann was Beruhigendes haben. Als also du betreibst eine bar,
- 2:51du betreibst einen Club, kommen wir gleich zu.
- 2:55Musstest du dich daran gewöhnen, immer der Handlungsgebende zu
- 3:00sein, also immer der zu sein, der einerseits handeln will,
- 3:06aber andererseits auch verpflichtet ist, Sachen
- 3:08anzuleiten und Sachen zu tun. Schon auf jeden Fall.
- 3:13Es ist schon, es ist schon krass so gefühlt so Twenty Four Seven
- 3:18auch in in Charge zu sein, also zumindest in letzter Instanz.
- 3:22Natürlich bin ich nicht überall immer und auch nicht bei allem
- 3:28immer involviert und ich hab natürlich ganz ganz tolle Leute,
- 3:32die das auch irgendwie mit mit mit mir möglich machen, die auch
- 3:35ganz viel Verantwortung tragen. Aber natürlich gibt es so ein so
- 3:39ein abstraktes Gefühl von in allerletzter Instanz bist du
- 3:42halt irgendwie dran, wenn richtig was schief läuft oder
- 3:45wenn richtig was gut läuft, wenn es irgendein Problem gibt, dann
- 3:50musst du dich irgendwie wie kümmern und und das ist
- 3:52irgendwie deine Gesamtverantwortung irgendwie
- 3:55dem Betrieb gegenüber, deinem, deinem Personal, gegenüber den
- 3:58Gästen gegenüber, und das ist schon auf jeden Fall auch ein
- 4:06großer Druck und. Nichtsdestotrotz hab ich es mir
- 4:09natürlich auch ausgesucht und bin sehr glücklich damit, dass
- 4:11ich so auch so viel Verantwortung tragen kann, darf
- 4:16und muss und dass ich auch einfach Entscheidungen treffen
- 4:19kann und dann natürlich auch in letzter Instanz nicht überlegen
- 4:26muss, ob das jetzt irgendwie in Ordnung ist oder ob ich mich da
- 4:31noch. Mit mit also ne, also diese
- 4:34diese diese wirklich so, wenn man es so runterbricht.
- 4:36Dieses selbstständige Arbeiten hat natürlich auch totale
- 4:42Vorzüge, weil ich glaube ich war früher kein guter Angestellter,
- 4:46mich hat da immer irgendwas so auch zurückgehalten oder ich
- 4:50hatte das Gefühl ich, ich ich möchte Sachen oft dann auch
- 4:53anders machen und das ist natürlich eine unglaubliche
- 4:55Freiheit, die ich jetzt irgendwie lieben kann auch.
- 4:59Du hast aber du hast früher Musik gemacht.
- 5:00Ne viel. Wie kommt man denn von diesem
- 5:04Kreativen tun dazu, eine Bar zu designen, eine Bar aufzubauen
- 5:12und eine Bar zu leiten? Da also das ist so ein da wo wo
- 5:15es war, also dieser Schritt dazwischen, der würde mich
- 5:18interessieren. Ja, also ich meine, ich finde,
- 5:21so ein bisschen liegt es natürlich auf der Hand, weil es
- 5:23sind jetzt natürlich gar nicht so.
- 5:26So super gegensätzliche Sachen. Also beides hat ja irgendwie mit
- 5:29einer Art von von Kuration und Atmosphäre schaffen zu tun.
- 5:33Ich finde man man also beides geht ja mit einer Inszenierung
- 5:37einher, man, wenn man Musik macht, Musik spielt, Auftritte
- 5:42hat, Konzerte spielt, aber vielleicht auch nur produziert
- 5:47oder auflegt und dann dann. Habe ich mir natürlich auch
- 5:52immer Gedanken gemacht, wo wo wird das irgendwie stattfinden
- 5:55und ich habe natürlich viel irgendwie in Clubs gespielt, ich
- 5:58habe aber auch theatermusik gemacht und das ist ja dann
- 6:01immer auch so eine, so eine Idee, die man hat, Stimmung zu
- 6:05erzeugen, Atmosphäre zu erzeugen, sich zu überlegen, in
- 6:07welchen Kontexten soll das wie funktionieren und was soll das
- 6:10auch vielleicht auslösen, und das ist ja irgendwie so eine
- 6:13gestalterische Arbeit, die du ja auch hast, wenn du einen Ort
- 6:16kreierst, weil die Musik muss ja irgendwo auch stattfinden.
- 6:20Und Einrichtung, Licht, Sound, Getränke, Menschen, auch das ist
- 6:32ja alles wieder was, was Atmosphäre schafft, wo man
- 6:35irgendwie ne Nacht inszenierten Raum inszeniert.
- 6:39Deswegen finde ich das gar nicht so gegensätzlich, ich hab halt
- 6:42so gesehen vielleicht n bisschen die die Seite gewechselt so von
- 6:45also wenn man es so klassisch irgendwie spiegeln will so.
- 6:49Die Person, die kommt und Musik macht und die Person, die
- 6:52irgendwie Gastgeber ist und den Raum gibt.
- 6:57Ja, irgendwie hat sich das so ergeben, dass ich irgendwie n
- 6:59bisschen angefangen hab zu veranstalten, Sachen zu
- 7:03organisieren, in Bars gearbeitet habe und ich glaube halt, dass
- 7:07viele Menschen auch mal so n Moment vielleicht auch als Kind
- 7:09haben, wo man irgendwie so träumt, mal irgendwie ne
- 7:11Bäckerei zu haben n café, n Restaurant und deswegen war das
- 7:17dann total cool als das irgendwie.
- 7:20Entstanden ist und umgesetzt werden konnte, dass ich einen
- 7:23eigenen Laden habe. Wann hast du die easy bar
- 7:24eröffnet? Im November 2024 also jetzt so
- 7:2815 Monate. Genau dann hast du, wir springen
- 7:32mal ganz kurz, wann hast du deinen Club eröffnet?
- 7:36Ich bin seit September dort, dann war auf jeden Fall noch
- 7:39Umbau Baustelle und genau so richtig los geht es jetzt auch
- 7:44dieses Jahr eigentlich erst. In dem Sprech also ich gehe da
- 7:47mit Absicht hin, in dem Sprech wie.
- 7:49Viele über Berlin reden was Club Bar, Kultur betrifft, wäre sag
- 7:57ich jetzt mal ganz platt. Das wäre eigentlich ist doch
- 7:59undenkbar, dass da jemand nach Corona mit einer zunehmenden
- 8:04Stadtverdichtung, mit einer Verteuerung von Preisen, dass
- 8:07mir jemand ne Bar aufmacht und dann noch den Schritt weiter
- 8:09geht nen Club zu eröffnen, so also.
- 8:12Ja, ist auch wahrscheinlich n bisschen.
- 8:16Also ich find es selber n bisschen verrückt.
- 8:19Aber auch wunderschön. Also, dass so was irgendwie noch
- 8:22geht also auch, aber ich, ich hab so das Gefühl, dass es
- 8:27natürlich jetzt nicht, sehe ich nicht der der einfachste
- 8:32Bereich, keine Frage, aber ich, ich glaube ich gebe noch nicht
- 8:38oder ich hab noch nicht so aufgegeben, dass es doch
- 8:40irgendwie auch was ist, was Menschen haben möchten und und
- 8:44brauchen. Also ich glaube dieses Bedürfnis
- 8:47sich zu versammeln. Ob das jetzt One on one ist, zu
- 8:51zweit oder in Gruppen oder alleine loszuziehen und neue,
- 8:55fremde Menschen kennenzulernen. Ich glaube, dass das nach wie
- 9:00vor ein großes Bedürfnis ist. Und mir macht es selber
- 9:02irgendwie total Spaß, Musik zu hören, unterwegs zu sein,
- 9:09umgeben zu sein von von Leuten und ja, in einer Bar zu sitzen,
- 9:14in einem Club zu sein, auf einem Konzert zu sein deswegen.
- 9:19Klar, es gab bestimmt schon mal einfachere Zeiten und die Stadt
- 9:24ist dahingehend bestimmt auch nicht einfach.
- 9:27Stichwort Mieten und ja, auch Verdrängungen, deswegen würde
- 9:36ich es aber trotzdem nicht aufgeben und ich glaube, es gibt
- 9:38nach wie vor sehr viele Leute, die die Lust haben auszugehen.
- 9:40Also nach diesem How to Prinzip, wie findet man denn überhaupt
- 9:44noch Räume, die passend sind dafür?
- 9:47Also tatsächlich, das wird jetzt n bisschen lustig klingen, aber
- 9:51als ich auf die Idee, also ich glaube man, ich hab ja n ich hab
- 9:57n sehr positives Verhältnis zum zum Größenwahn, ich find das
- 10:00eigentlich was cooles, muss natürlich gucken, dass es nicht
- 10:03ausufert, aber ich glaube gesunder Größenwahn ist was
- 10:07richtig schönes und wenn ich nicht so n bisschen
- 10:09größenwahnsinnig wäre, dann hätt ich glaub ich viele Sachen
- 10:13einfach sein gelassen und es gar nicht versucht.
- 10:16Und ich hatte halt irgendwann einfach Bock auf einen eigenen
- 10:18Laden, weil ich irgendwie so n bisschen was geleitet hab und
- 10:22so. Aber es war in letzter Instanz
- 10:24nicht mein Ding und ich hab einfach gedacht, ich ich will
- 10:27jetzt einen eigenen Laden haben, ich will Sachen machen wie ich
- 10:29sie machen möchte, ich will mir n Soundsystem aussuchen, ich
- 10:33will irgendwie ne Karte gestalten, ich will n Team
- 10:35aufbauen und dann hab ich gedacht ich versuch das jetzt
- 10:39einfach mal ganz naiv und bescheuert und google.
- 10:44Bar zu vermieten Berlin und habe dann ein echt cooles Objekt
- 10:48gefunden und ja, bin dahin oder habe quasi vorher schon
- 10:56angefangen Konzept zu schreiben, Businessplan und wusste halt das
- 11:00braucht natürlich Geld und das sind viele Sachen die irgendwie
- 11:03noviert sind, Ablöse, maklerprovisionen, die Sachen
- 11:08die man noch selber irgendwie kaufen muss installieren muss.
- 11:12Man braucht irgendwie ein bisschen Liquiditätsreserve und
- 11:16dann habe ich mich tatsächlich einfach mit bei Banken beworben,
- 11:19ganz, ganz normal auf einen Gründungskredit und habe
- 11:23natürlich auch damit gerechnet, dass das schwierig ist oder dass
- 11:27es vielleicht auch nicht klappt, aber es hat mir so gesehen
- 11:30irgendwie einen Seelenfrieden gegeben, weil ich dann dachte,
- 11:32OK, dann hat, dann kannst du halt wenigstens sagen, du hast
- 11:34es versucht und wenn es dann nicht klappt und dann, dann ist
- 11:39es halt einfach. N Versuch gewesen und ich hab
- 11:42das Gefühl es gibt selten irgendwie Leute, die sich dann
- 11:45auch schämen dafür oder dass man über solche Leute lacht, sondern
- 11:48dann ist es halt cool, auch wenn es irgendwie n bisschen drüber
- 11:50war und nicht geklappt hat. Aber es ist ja nicht so, dass
- 11:54das irgendwie dann geächtet wird.
- 11:57Na dann wär ich halt der Typ gewesen, der irgendwie mal ne
- 11:59Kreditanfrage gestellt hat, das ist ja also so what und es hat
- 12:03dann aber geklappt, es kam gut an, ich hatte Gespräche mit der
- 12:06Bank und hab n gutes Konzept vorgestellt.
- 12:11Und ja, tatsächlich einfach über Google.
- 12:15Geil. Es ist schwierig für dich, Leute
- 12:17zu überzeugen, oder? Andersrum kannst du überzeugend
- 12:20sein. Das müssen wahrscheinlich andere
- 12:25Leute beantworten. Ich glaube schon, dass es nicht,
- 12:32also ich glaube schon, dass es irgendwie auch eine Stärke von
- 12:35mir ist, irgendwie Sachen. Sachen zu formulieren oder auch
- 12:43zu überzeugen, weil ich glaube natürlich, dass also ne, es
- 12:49reicht ja nicht, dass du für dich im Kopf irgendwie ne, ne ne
- 12:52coole Idee hast und du musst es irgendwie nach außen bringen, ob
- 12:55das jetzt übers Schreiben, übers übers Rechnen, übers Sprechen,
- 12:58übers Gestalten, übers Ja, wie auch immer, du musst halt Leute
- 13:04überzeugen, ne. Und das dann irgendwie Leute
- 13:06sind, die dich finanziell unterstützen, die dich irgendwie
- 13:09mit mit anderem Know How unterstützen oder ob das auch
- 13:13Leute sind, mit denen du zusammenarbeitest, die in dein
- 13:16Team kommen. Deswegen ich glaube es braucht
- 13:18schon irgendwie Vision und Überzeugungskraft und da jetzt
- 13:21viele Sachen gut funktioniert haben, würde ich sagen, dass ich
- 13:24das schon auch habe. Was waren die Kernkonzepte von
- 13:27deiner Bar? Also die, die Easybar in der
- 13:31Frankfurter Allee ist. Ja, also.
- 13:35Erstmal architektonisch. Es ist natürlich cool da, das
- 13:37sind halt diese alten Stalin bauten, zuckerbäcker Stil, du
- 13:42hast diese riesigen Fensterfronten und im Endeffekt
- 13:46wenn ich so richtig runterbrechen soll, sag ich
- 13:48immer ganz gerne es ist n laden für Leute die Bock auf Qualität
- 13:53haben ohne irgendwie drüber und Posch zu sein ne weil ich
- 13:57irgendwie mein Auslieferhalten hat sich vielleicht auch
- 13:59verändert. Posch hab ich schon ewig nicht
- 14:01mehr gehört, ja. Ja, gibt es aber glaub ich viele
- 14:05in Berlin irgendwie so Läden und und so so n prätentiöses
- 14:10Lebensgefühl oder irgendwie man kommt nur um gesehen zu werden
- 14:16und genau nichtsdestotrotz haben solche Orte ja auch was Schönes,
- 14:20also sie haben vielleicht leckere Getränke oder irgendwie
- 14:23coole Möbel und irgendwie n gutes Soundsystem, aber es gibt
- 14:28ja vielleicht noch was so ne ehrliche Komponente und ne
- 14:31zwischenmenschlichkeit die nicht nur irgendwie.
- 14:34So so drüber sein muss und das wollte ich irgendwie ganz gern
- 14:37vereinen. Das heißt, es ist irgendwie ist
- 14:40ne bar, man kann es irgendwie listening Bar natürlich auch
- 14:43nennen, wir haben wunderschönes Soundsystem, was extrem gut
- 14:47klingt, du du, du kannst ja auf n Drink kommen, wir haben
- 14:53Cocktails aber. Cocktails machen können viele,
- 14:56es ist auch keine Raketenwissenschaft.
- 14:58Ich glaube, es geht um um um um ne ganzheitliche Erfahrung und
- 15:02um ne Atmosphäre in den Raum zu kommen und sich irgendwie gut
- 15:05gut aufgehoben zu fühlen, sowohl mit dem Personal aber auch mit
- 15:11den Leuten um dich rum. Wir haben eigentlich n sehr
- 15:14diverses Publikum, ne so sowohl also auch altersmäßig ist es
- 15:19jetzt nicht so, dass wir. Dass wir irgendwie so n so n
- 15:22Zielpublikum haben, was komplett gleich aussieht und irgendwie
- 15:25gleich alt ist und gleiche Herkunft hat und irgendwie
- 15:28gleiche Berufe hat, sondern bei uns ist erstmal irgendwie die
- 15:31Tür auch für alle offen und wir versuchen dann gemeinsam
- 15:35irgendwie n coolen Abend zu haben, vor allem über über über
- 15:39Musik, über Licht. Wir haben Livemusik da, wir
- 15:45haben oft DJ Sets, aber auch sehr genreübergreifend, also da
- 15:50können elektronische Sounds laufen, es können Soul und
- 15:54Funkplatten sein, Hip hop kann auch mal n bisschen Ambient
- 15:58Experimental sein, es soll halt einfach Qualität haben und ja
- 16:05das ist finde ich mittlerweile echt gut geglückt so wenn.
- 16:10Wenn ich reinkomme, fühle ich mich sehr wohl in dem Laden und
- 16:13Gott sei Dank geht es auch vielen Gästen so, ja.
- 16:16Du redest ja, oder du hast doch über quasi über Nuancen
- 16:19gesprochen, über das, über Stilistik sozusagen an gewissen
- 16:22Punkten genau zu sein. Soundsystem, du hast dir jetzt
- 16:26nicht nur irgendwas reingestellt, also nicht nur
- 16:28irgendwelche 3 Boxen, die gut, funktional und n schönen Klang
- 16:31haben, sondern du warst da auch sehr spezifisch.
- 16:34Ja, also ich hab. Schöner Weise jemanden
- 16:39kennengelernt. Auch ich würde mittlerweile auch
- 16:42sagen, irgendwie so Freund und Geschäftspartner, also im
- 16:47Bereich Sound zumindest. Das ist so mein Nummer 1
- 16:50Ansprechpartner Chris der total cooler Typ ist, der Soundsysteme
- 17:00entwickelt und baut hier in Berlin so als Restless Audio
- 17:04und. Und dem habe ich dann erzählt,
- 17:06wir hatten erst mal über ein anderes Projekt gesprochen, ob
- 17:08ich da vielleicht was vermitteln kann und und dann hatte ich aber
- 17:12gesagt, so, ja, ich mache jetzt selber eine Bar auf, können wir
- 17:15uns mal hinsetzen, weil ich bin irgendwie Musiker, ist mir total
- 17:18wichtig, es soll schön aussehen und es soll geil klingen, es
- 17:21soll irgendwie Druck haben, es soll irgendwie fein sein, du
- 17:26sollst dich irgendwie da hinsetzen können und es soll
- 17:29eine Experience sein, auch fürs Ohr, es soll aber irgendwie.
- 17:33Auch Spaß machen, druckvoll sein und irgendwie soll es laut sein,
- 17:37aber auch trotzdem zu einer Bartmosphäre passen, was total
- 17:42gut funktioniert jetzt also du kannst da sitzen, die Musik ist
- 17:45prägnant, sie ist laut, du kannst dich aber gut unterhalten
- 17:49noch was ja oft n Problem ist. Ja du bist ja oft in so
- 17:52verrauschten Läden wo dann irgendwie.
- 17:55Alles irgendwie laut ist und du musst dich anschreien, aber die
- 17:59Musik ist irgendwie auch nicht richtig da und du hast irgendwie
- 18:01so n so n so n so n neues Teppich oder du kannst dich halt
- 18:05noch gut unterhalten, dann ist aber die Musik irgendwie total
- 18:08im Hintergrund und es ist einfach total schön und präzise
- 18:12in dem Raum und genau jetzt haben wir halt diese
- 18:14wunderschönen Holzspeaker ja die auch einfach Spaß machen, also
- 18:21anzuhören natürlich aber auch anzuschauen.
- 18:24Gibt es, weil mir das gerade einfällt, weil du das mit dem
- 18:26Sound schreibst. Gibt es so in der Club
- 18:28Atmosphäre so Sachen? So so ich sag immer bei einer
- 18:32Signature Sound so ne also was ich zum Beispiel mag wenn ich im
- 18:35Club bin wenn man irgendwo sitzt sich unterhält die Musik.
- 18:39Da so präsent oder Semi präsent ist und im Hintergrund Flaschen
- 18:43klirren, ob was runterfällt oder so was, das ist für mich so n
- 18:45typischer Club Sound, so dass man irgendwo sitzt.
- 18:48Man unterhält sich, man hört im Hintergrund immer dieses Bling
- 18:51Bling Bling Bling, so Liebe ich wirklich absolut nicht.
- 18:54Gibt es bei dir sowas in der Art?
- 18:55Ja, wir haben gestern wieder, wir haben mittwochs da auch
- 18:59immer jetzt unseren live jazzabend, es wird kuratiert von
- 19:03von Johann guten Freund von mir, der.
- 19:07Jede Woche echt wechselnde Formationen da auf die Beine
- 19:10stellt und richtig coole Musikerinnen reinholt.
- 19:15Und das machen wir jetzt jede Woche.
- 19:17Mittwoch, das war gestern eben wieder und wir checken natürlich
- 19:23dann die Cocktails auch was manchmal n bisschen unangenehm
- 19:26ist, weil wenn dann ne, also ich mein wenn so NDJ irgendwie 6
- 19:29Stunden spielt, dann. Kriegt man da vielleicht nicht
- 19:32so Gewissens bisse, wenn man Lärm macht an der Bar, aber wenn
- 19:36natürlich, dann da irgendwie 44 Leute stehen und ihr ihr
- 19:40Instrument bespielen, dann genau.
- 19:43Es ist natürlich manchmal so n bisschen, aber es gehört halt
- 19:45irgendwie auch dazu, weil. Sonst, das ist ja die live
- 19:49Atmosphäre, deswegen gehen ja Leute auch auf Konzerte oder in
- 19:52Clubs, weil nur zu Musik hören wir ja Bullshit, dann kann ich
- 19:55das ja auch zu Hause machen, es geht ja genau um die Atmosphäre
- 19:58und die Störgeräusche, die das dann aber irgendwie rund machen
- 20:03und genau das war natürlich gestern auch wieder mehrmals der
- 20:05Fall, dass dann quasi, ich glaub die Bad Tender versuchen dann
- 20:09auch manchmal irgendwie den Rhythmus zu treffen und
- 20:12vielleicht dann mitzushaken. Genau.
- 20:14Aber das ist natürlich immer so ein so ein schöner Klangteppich,
- 20:17der unter allem liegt. Was bei bei all dem, was
- 20:20funktioniert hat, gibt es auch Sachen, an die du dich erinnerst
- 20:22oder hat überhaupt nicht funktioniert, habe ich mir
- 20:24ausgedacht, habe ich dran gearbeitet, habe ich Energie
- 20:26reingesetzt, dran geschwitzt und dann hat es aber nicht
- 20:29funktioniert. Ständig ja.
- 20:32Also. Also ich glaube, da muss man
- 20:36sich dran dran gewöhnen, dass. Dass man ständig irgendwie auch
- 20:43Ideen hat, die, die nicht angenommen werden, also sowohl
- 20:49intern, mit mit den Leuten, mit denen man arbeitet, oder im
- 20:53Team, als auch extern. Ach, das sind das können mal
- 20:58Veranstaltungsformate sein, das können mal irgendwelche promo,
- 21:02Ideen sein, wo man dachte, hey, cool, das ist ja, also dann
- 21:06morgen rauf laufen, die uns die Bude ein und dann interessiert
- 21:09es irgendwie keinen und dann? Hat man manchmal vielleicht auch
- 21:12Bock auf Sachen, die denen man mehr Zeit geben sollte?
- 21:17Also ich erinnere mich daran, auch ich hatte wahnsinnig Lust
- 21:21im Easy das auch mal, das war ja noch jetzt im Sommer, bevor ich
- 21:25dann irgendwie Awo SC 115 auch hatte, da irgendwie mal so einen
- 21:30kleinen Club reinzulegen für einen Abend und es war aber halt
- 21:33Hochsommer und ich hatte aber total Bock den Raum mal
- 21:35irgendwie umzugestalten noch. Vorhänge dran und alles so ein
- 21:39bisschen. Das DJ Pult in die Mitte zu zu
- 21:42rücken und alle Möbel raus. Es waren halt aber draußen 35
- 21:46Grad und es war natürlich eine absolute Schnapsidee dann
- 21:49irgendwie so so ein Club Format da umzusetzen.
- 21:53Das sind dann so Sachen, da stehst du dann irgendwie da mit
- 21:5620 Gästen von denen du die Hälfte irgendwie selber
- 22:02angeschleppt hast. Und denkst du ja warum musstest
- 22:04du das denn jetzt im im August machen?
- 22:08Hätte das vielleicht nicht ein bisschen bisschen besser
- 22:11irgendwie über die Bühne gehen können?
- 22:14Ich glaube, da fällt man irgendwie regelmäßig auch auf
- 22:16die Schnauze und ja, muss dann einfach wieder wieder aufstehen
- 22:21und im besten Fall ein bisschen was draus lernen.
- 22:24Du hast halt auch ständig Sachen, die du nicht erklären
- 22:27kannst, wo du echt denkst, ist eigentlich alles cool, aber
- 22:31irgendwie läuft es nicht und. Dann kann man ja wieder
- 22:36anfangen, sich Schicksal einzubilden und das die
- 22:40Aktenschublade. Ich kann es nachvollziehen, also
- 22:43gerade bei bei Punkten wo n bisschen Herzblut drin steckt.
- 22:48Man kann sich ja manchmal auch von so lieb gewordenen Babys
- 22:51schlecht trennen. Ja, im Journalismus gibt es
- 22:53immer auch den, den den klassischen Sachverhalt, wenn du
- 22:57dir dir n Text baust. Und du eine Formulierung hast
- 23:01und denkst du, boah, da hat mich Gott geküsst, großartig wird
- 23:04gestrichen. Ja, ja, weil es der Schwachpunkt
- 23:06ist der ganzen Geschichte ich. Kann mich auch super in Sachen
- 23:09Verrennen absolut und ich glaub das war auch früher noch n
- 23:12größeres Problem von mir. Ich hab immer das Gefühl das ist
- 23:16auf jeden Fall so so n so ne so ne geschäftsführende Position,
- 23:21die gibt dir auf jeden Fall n herben Reality Check und ich
- 23:24glaub früher hab ich mich hier ja auch so n bisschen so Sachen
- 23:26verrannt. Da kommt jetzt bei mir auf jeden
- 23:28Fall dann oft auch so ein Ding von okay.
- 23:31Das probierst du einmal, zweimal, dreimal und dann muss
- 23:34es aber irgendwie auch funktionieren, weil da einfach
- 23:36dann auch so Sachen dran hängen, wo ich dann vielleicht auch so
- 23:40ein bisschen mich jetzt vielleicht dann auch einfacher
- 23:44von schlechten Ideen trennen kann oder auch bereit bin zu
- 23:48sagen, okay, vielleicht war es jetzt noch nicht die richtige
- 23:50Zeit und der richtige Ort und man kann ja in einem halben Jahr
- 23:54noch mal drüber reden, so. Da wird man vielleicht n
- 23:57bisschen vernünftiger dann. Ja komm, komm mal wieder zu dem
- 24:00Zufall. Ja, also wir haben wie gesagt
- 24:02ich geh noch mal n bisschen zurück, eine Stadt, in der
- 24:06hauptsächlich in den letzten 2 Jahren nach Corona darüber
- 24:08gesprochen worden ist, dass die Clubs schließen, dass alles
- 24:11schwieriger wird, da machst du einen Club auf, das geht doch
- 24:17nicht. Ja.
- 24:18Wie geht das? Und dann an in einer
- 24:22gleichzeitig exponierten Position oder an einer
- 24:26exponierten Stelle, gleichzeitig aber auch außerhalb des Rings,
- 24:29wo der Raver oder der Clubgänger ja so so faul ist in dieser
- 24:33Stadt, da behauptet wird, dass dass dass die Clubgängerinnen
- 24:36faul sind. Welche Rolle spielt da der
- 24:40Zufall? Ja, also.
- 24:46Ich glaube, manche Sachen sind einfach auch wie sie sind.
- 24:49Und dieser Ort ist so, wie er ist.
- 24:52Und er ist da, wo er ist. Und ich bin irgendwann da rein,
- 24:58weil ich den den Vermieter irgendwie kennengelernt hatte
- 25:01und ich war, also ich bin ja kein Berliner, aber ich bin
- 25:04irgendwie als Kind auch mal nach Berlin gefahren, und dann saß
- 25:07man irgendwie mal im im Bus oder auf der Rückbank und ist immer
- 25:11an dieser völlig maroden Tribüne vorbeigefahren und.
- 25:14Und das war irgendwie auch noch nicht die Zeit, wo man sofort
- 25:16gegoogelt hat, was ist das eigentlich und irgendwann hat
- 25:18man es so akzeptiert, da ist diese Tribüne, dass das aber
- 25:21eigentlich n bisschen Special ist oder auch wird, dass da
- 25:24einfach so ne so n so ne, so ne so n Ding steht, weiß ich nicht.
- 25:30Irgendwann war es so normal und irgendwie habe ich das auch gar
- 25:34nicht so richtig mitbekommen, was dann da alles passiert ist,
- 25:36so dass das irgendwie instand gesetzt wurde und saniert und
- 25:40renoviert und auch was zugebaut wurde.
- 25:43Und irgendwann hab ich dann die Möglichkeit gehabt, über diesen
- 25:48Kontakt zum Vermieter da mal reinzugehen.
- 25:51Und dann stand ich in diesem Glascube und war komplett hin
- 25:55und weg, dachte so was ist was ist das hier, was ist abgefahren
- 26:00und dann ist natürlich sofort wieder mein
- 26:02musikinszenierungsraum gestaltungs Atmosphäre,
- 26:07Nightlife, Größenwahn, Herz aufgesprungen.
- 26:11Ich hab gedacht, ey, also also da war ich vielleicht noch nicht
- 26:14so größenwahnsinnig, da war ich erstmal.
- 26:16Man muss hier mal ne Party machen, da war ich noch nicht
- 26:19so. Ich will das hier betreiben,
- 26:24aber ich hab halt gedacht, ey, das ist also hier ne Party, das
- 26:28ist hier n Event, hier ne clubnacht abgefahren, es braucht
- 26:32nicht so viel weil der Raum hat so viel schon und ich dachte mit
- 26:38so n paar Handgriffen kann man hier wirklich was machen.
- 26:41Was Atemberaubendes draus machen.
- 26:45Dann habe ich das easy gemacht. Also ich kannte die Awos da
- 26:48schon und dann, das war ja auch für mich ne das erste Mal einen
- 26:52Laden machen und total aufregend und und und viel auch und ganz
- 26:58viel irgendwie neu lernen und dann kam so die Möglichkeit, ich
- 27:02war dann irgendwie noch mal mit dem Vermieter im Gespräch und da
- 27:05waren schon 2 Leute drin, die haben aber auch noch nicht so
- 27:08viel. Reingesteckt in den Raum also,
- 27:11es gab jetzt nie irgendwie groß Licht oder Soundanlage da, das
- 27:14musste immer pro Event installiert werden, was
- 27:17natürlich wahnsinnige Produktionskosten sind für einen
- 27:19Tag, da mit irgendwie so 8 Meter hohen Decken und dann ja lag das
- 27:26so auf dem Tisch, so hey, wie soll das weitergehen und wir
- 27:30suchen wen und coole Bar hast du nicht irgendwie grundsätzlich
- 27:35Interesse, dass wir uns mal zusammensetzen?
- 27:39Und dann hat der Größenwahn eingesetzt und ich dachte, das
- 27:42ist echt ne Nummer, aber eigentlich ich, ich muss das
- 27:46machen so, das werde ich mir nicht verzeihen, wenn ich das
- 27:48jetzt nicht mache und ja, dann hat man sich zusammengesetzt und
- 27:53ich hab dann glücklicherweise auch noch mal so Backup bekommen
- 27:59von der von der Bank war natürlich dann auch irgendwie
- 28:02cool zu zeigen was ich irgendwie mit dem Easy auch schon mal
- 28:05irgendwie gemacht hab, auf die Beine gestellt hab, dass das.
- 28:10Ist natürlich dann irgendwie ein einfacheres Unterfangen, wenn du
- 28:15nicht irgendwie komplett bei 0 startest, sondern irgendwie auch
- 28:19eine Referenz hast, wo du sagst, guck mal, ich habe irgendwie
- 28:21auch ein sauberes Unternehmen und dann ist es irgendwie
- 28:26relativ schnell passiert, dass man da im September rein ist.
- 28:30Wieder. Mit mit Leuten an der Seite
- 28:34Stefan und und und. Chris, mit denen dann irgendwie
- 28:38ein Sound und Lichtkonzept da umgesetzt wurde.
- 28:42Und jetzt haben wir da wunderschöne Lichtinstallation,
- 28:48erstklassiges Soundsystem und der Raum hat halt die die
- 28:51nötigen Handgriffe bekommen, die es braucht und ich bin nach wie
- 28:58vor sehr überzeugt von dem Ort. Die Frage nach der Distanz sehe
- 29:06ich gemischt. Ich wohne selber am Ostkreuz,
- 29:10ist jetzt für mich auch nicht um die Ecke, nichtsdestotrotz mit
- 29:13der s 3 kommt man da relativ straight hin.
- 29:16Ich finde jetzt so 30 bis 40 Minuten für Berlin auch nicht
- 29:21eine vollkatastrophe. Andersrum denk ich, wenn du in
- 29:24Schöneberg wohnst und zum ersten.
- 29:26Wo willst? Du hast jetzt.
- 29:27Glaub ich auch. Du hast jetzt dein Center am
- 29:29Ostkreuz gesetzt, Wohnen ja auch Menschen dort in der Gegend eben
- 29:32ne. Also ich mein bei mir ist ja
- 29:33sogar noch worst case ich. Find es nur mal lustig.
- 29:35Ich hab sozusagen n bisschen das aufgegriffen, was immer
- 29:37kommentiert wird, dass Berlin das ist, was im Ring
- 29:39stattfindet, ja, das ist aber nicht.
- 29:41Ja, und ich meine also unter uns, wenn ich jetzt irgendwie
- 29:44hier Sims spielen würde und ich könnt die Abos irgendwie nach
- 29:50Mitte setzen. Warum nicht?
- 29:52Aber es ist ja nicht so, die ist jetzt da und es ist der Ort und
- 29:56er hat seine Geschichte und er hat für mich ne umwerfende
- 29:59Atmosphäre mit diesem Glas und und auch diese.
- 30:03Also es gibt ja irgendwie coole Clubs und Orte, aber und
- 30:05natürlich kannst du auch tagsüber feiern, aber du hast ja
- 30:07irgendwie nicht so ne riesen Verbindung zur Außenwelt und da
- 30:11einfach diese diese Sonnenaufgänge und untergänge
- 30:15und die verschiedenen Lichtstimmungen draußen und wenn
- 30:17es draußen trüb ist, dieses dystopische und wenn draußen die
- 30:20Sonne reinknallt diese. Aufbruchstimmung, das ist halt
- 30:23einfach, das ist n Hammer Objekt für mich und das ist jetzt da
- 30:28und dann fahr ich da auch hin. Ich ich find es immer
- 30:30erstaunlich, weil ne, also ich denke immer so ach also ne,
- 30:33eigentlich dürfte es so ne Räume nicht mehr geben und wenn es
- 30:36diese Räume gibt, dann sind sie schon besetzt.
- 30:38Ja und bei der bei dieser bevor ich jetzt zu dem Raum an sich
- 30:42komme bei dieser Avos war für mich immer man fährt eben dran
- 30:44vorbei das war wie gesagt du hast es gerade erwähnt ist
- 30:47Ewigkeit verfallen dann haben sie es irgendwann mal neu
- 30:49gemacht. Aber immer, wenn man
- 30:51vorbeigefahren ist oder echt vorbeigefahren ist, dann da ist,
- 30:53war nie etwas, nie etwas sichtbar.
- 30:55Das war ein schöner, aber gleichzeitig toter Platz, ja
- 30:59immer so ne und man ich hab zwar diesen Glaskubus wahrgenommen
- 31:03und hab mir gedacht ah schön, aber was was ist das so also
- 31:07mehr mehr Antworten gab es bei mir nicht und als ich dich jetzt
- 31:10neulich besucht habe über Westhafen rauslaufen, am ICC
- 31:16vorbei, es ist ja alles. Ich find auch die die, dass die
- 31:23die Geografik drumherum ist. So so n bisschen untypisch
- 31:27Berlin. So, du hast einerseits diese
- 31:29Brücke, die da abgerissen worden ist von der Autobahn, an der du
- 31:31vorbeiläufst. Du hast dieses ICC, was n
- 31:33wunderschönes Gebäude ist mit einer wunderschönen innen und
- 31:36Außenarchitektur. Daran läufst du vorbei, dann
- 31:40läufst du auf die auf das Messegelände zu, zu
- 31:43Messegelände, was n bisschen so Niemandsland ist.
- 31:45Wenn da nichts los ist, weil eigentlich nur Autoverkehr
- 31:48Autoverkehr, so ist ne architektonische Brache, die
- 31:52aber funktional am Leben ist. Und dann kommt man in deinen
- 31:57Raum, ich sag jetzt mal deinen Raum und denkt so, man kann sich
- 32:04alles, was hier stattfinden kann, irgendwie sofort
- 32:07vorstellen. Ja.
- 32:09Ich find's irgendwie auch ne geile Ecke, weil es ist
- 32:12irgendwie n bisschen abgefahren und ich mein das ne allein das
- 32:16ICC ist. Irgendwie ist für mich irgendwie
- 32:20auch so n Kaliber wo du so denkst.
- 32:25Ich war tatsächlich auch noch gar nicht drin, aber ich fahr ja
- 32:28fast jeden Tag dran vorbei, aber es hat irgendwie sowas, es hat
- 32:35so ne. Da ist eine ganz abgefahrene
- 32:38Atmosphäre in der Ecke. Du hast diese, diese Teile, und
- 32:43die haben, die haben so eine Geschichte zugleich, was
- 32:47unglaublich zeitloses, und so geht es mir da auch in der avust
- 32:54du es ist irgendwie total surreal.
- 32:59Du siehst die Autos vorbeifahren, du bist auch
- 33:01gefühlt irgendwo in nirgendwo. Aber irgendwie auch wahnsinnig
- 33:09connected. Mit dem Stadtleben, finde ich,
- 33:12weil du halt so n. Ja, es ist irgendwie wieso ne
- 33:16Halbdurchsichtige Bühne, du bist so auf dem Präsentierteller,
- 33:19weißt aber, dass du eigentlich nicht gesehen wirst.
- 33:21Aber genau du siehst die Leute wie sie ihr Ding machen und in
- 33:23die Stadt fahren und rausfahren. Es ist so n lustiger
- 33:25halböffentlicher Raum. Dadurch, dass du diese riesen
- 33:27glasflotten hast. Du bist sozusagen alle, die an
- 33:30dir vorbeifahren sehen, da passiert was und du siehst die
- 33:32Menschen, die an dir vorbeifahren und gleichzeitig
- 33:35ist es so n. Trotzdem, so n so n innerspace
- 33:38ja das ist ne spannende Geschichte, ja.
- 33:42Ja, und deswegen? Ich hab ja nur dieses eine Leben
- 33:47und bestimmt ne, also wieder mit wie ja warum denn da?
- 33:51Oder also mich haben sogar bei der easybar Leute gefragt, ich
- 33:53hab damals noch in Neukölln gewohnt, warum hast du denn ne
- 33:56Bahn der Frankfurter Allee, du wohnst doch gar nicht da ich
- 33:59also ich so denke ja, aber der Ort ist doch da und der
- 34:02begeistert mich und der fasziniert mich und dann?
- 34:05Also ne wenn ich jetzt so anfangen, dass dann irgendwie
- 34:08immer alles perfekt sitzen muss und die Lage und hier dann weiß
- 34:13ich nicht, da ist jetzt eine Möglichkeit die Abos zu
- 34:15bespielen und ich finde es ist fast eine Ehre so, wenn man sich
- 34:20überlegt, was da für eine Geschichte dranhängt und das ist
- 34:24es ist so Iconic, das ist halt Berlin, das ist ein Wahrzeichen.
- 34:31Und dann fange ich doch nicht an, jetzt drüber nachzudenken.
- 34:34Ja, aber clubsterben oder so, das also ist es die beste Zeit
- 34:40oder Corona und Gastronomie ich habe Bock diesen Ort zu
- 34:46bespielen und natürlich ist ein großes Risiko involviert, aber
- 34:50ich habe halt auch nicht das Gefühl, dass wir in einer Zeit
- 34:51leben, wo irgendwie ausgehen, Konzerte, Veranstaltungen tot
- 34:56sind, so natürlich ist es nicht der.
- 35:00Einfachste Bereich, aber ich glaube so in der Zeit, in der
- 35:05wir leben. Was ist denn der einfachste
- 35:06Bereich? Es ist, es entwickelt sich
- 35:08gerade so viel in alle Richtungen, ich glaube, wer sich
- 35:12heute sicher fühlt, hat irgendwie also oder so meint die
- 35:16nächsten 20 Jahre ist safe hat glaube ich irgendwie nicht die
- 35:21Schnelllebigkeit verstanden und deswegen ich hab weiß ich nicht
- 35:27für mich ist so n bisschen no brainer ich hab die Möglichkeit
- 35:29und. Ich seh das als großes Glück,
- 35:32dass ich solche Orte betreiben kann.
- 35:34Ich bin sehr positiv und zuversichtlich und ja, ich weiß
- 35:41ich nicht, ich frag mich ja das was wär die Alternative so also
- 35:45alternative wär, wär ja irgendwie, dass ich es nicht
- 35:46machen würde und das ist für mich keine Alternative.
- 35:50Wie waren die ersten Partys? Cool, aber auch sehr gemischt,
- 35:55weil wir ja auch so n bisschen. Also das Schöne ist, ich habe
- 35:59Perspektive da. Ich bin jetzt nicht in so einem
- 36:03Zwischennutzungsrush und ich möchte dem Ort Zeit geben und es
- 36:14soll irgendwie gut gut überlegt sein, was da passiert, weil ich
- 36:17glaube halt jetzt einfach zu sagen, Jo, da ist jetzt ein Club
- 36:21und Freitag geht es los, ist ein bisschen so funktioniert für
- 36:26mich nicht. Clubkultur und auch Community.
- 36:31Ich glaube Sachen brauchen Zeit, deswegen hatten wir so ein paar
- 36:35Events auch letztes Jahr, die ich aber auch so ein bisschen
- 36:38noch als so Testrun Soft opening sehe und weil man natürlich
- 36:44irgendwie auch so Erfahrungen macht, was funktioniert gut, was
- 36:47funktioniert nicht so gut, welche Crowd sucht man auch oder
- 36:52welche interessiert sich und hat man mit der gerechnet oder?
- 36:58Was braucht der Raum auch noch? Was brauchen die Leute also
- 37:03wieder intern und extern, die Gäste, aber auch das Personal.
- 37:07Ich finde es sind alles Sachen, die wenn man sie gut und gesund
- 37:10und nachhaltig machen will, brauchen auch ein bisschen Zeit
- 37:12und die brauchen auch ein bisschen Ruhe und die brauchen
- 37:14auch mal ein Event und dann aber vielleicht auch mal ein paar
- 37:16Wochen Reflexion und deswegen war das jetzt irgendwie cool.
- 37:23Letztes Jahr und ich hab aber so richtig Bock dieses Jahr
- 37:27durchzustarten mit mit vielleicht auch so den Learnings
- 37:30und den Gedanken und den Leuten wo ich mich jetzt auch
- 37:32entschieden hab, geil, mit dem möchte ich zusammenarbeiten was
- 37:34irgendwie programming und dann auch Visualisierung und Grafik
- 37:37angeht und ich mir tut es gerade gut dem Ort auch so n bisschen
- 37:45ne Entschleunigung zu geben jetzt nicht zu sagen Oh.
- 37:49Jeden Freitag, jeden Samstag und zack, zack, zack.
- 37:52Und es muss jetzt irgendwie laufen.
- 37:53Ich glaube, man kann so einen Ort auch schnell verbrennen ist.
- 37:55Eine lustige Metapher zur Autobahn.
- 37:57Ja, genau, draußen können Sie vorbeidüsen, aber der Ort steht
- 38:05still. Also natürlich nicht immer, aber
- 38:09ich finde es irgendwie cool. Also ich möchte ja irgendwie
- 38:11auch nachhaltig was aufbauen, auch ein Unternehmen und einen
- 38:14Ort. Und ich will mich da jetzt gar
- 38:16nicht so treiben lassen von wir wir sellout und verbrennen und
- 38:22jede Woche gleich und alles rein was nur geht.
- 38:28Das hat der Ort irgendwie nicht verdient und natürlich ist es
- 38:32auch ein Event Space, da passieren auch andere Dinge auch
- 38:35natürlich so copage Sachen, Firmenevents, Wir haben die
- 38:38Verbindung zur Messe, das ist also einfach geografisch ist ja
- 38:43einmal über die Straße. Und, und das gibt natürlich dann
- 38:47glücklicherweise auch die die Möglichkeit, dass man das Teil
- 38:52auch irgendwie anders finanzieren kann und dann auch
- 38:56mit allen Sachen, die im Kultur und Musiksektor irgendwie
- 38:58verortet sind, ein bisschen feinfühliger und ausgewählter
- 39:02umgehen kann, weil ich glaube halt tatsächlich, dass auch so
- 39:06ein reiner Clubbetrieb ist. Echt hart also gerade mit so
- 39:10einem neuen Objekt auch. Und komplett ohne staatliche
- 39:16Kulturförderung ist es glaub ich n sehr sehr schweres Unterfangen
- 39:20sich und dann auch im Team, was vielleicht dann noch Montag bis
- 39:23Donnerstag räumt und werkelt und Sachen baut, gesund
- 39:30durchzubringen. Ne ist glaub ich heavy.
- 39:33Ja, und am Ende des Tages ist ja so, dass diese Kombination aus.
- 39:38Club und Kulturbetrieb und andererseits Eventlocation ist
- 39:42ja auch ein Standard und ein sehr guter Standard, der
- 39:46ökonomisch nach absolut nachvollziehbare Gründe hat.
- 39:49Absolut. Und das ist ja auch einfach gang
- 39:51und gäbe, das bekommt man vielleicht nicht mit und auf so
- 39:55einer romantischen Ebene kann man das auch, finde ich gern
- 39:57noch blöd, finden, aber auch da ist wieder die Frage, was ist
- 40:01die Alternative so also wenn es dann.
- 40:04Die Konsequenz für viele Orte wäre, dass sie einfach gar nicht
- 40:07mehr existieren. Ne, also muss man doch auch
- 40:11nicht irgendwie wegreden, das ist irgendwie ein System, in dem
- 40:14Wir leben Mietenlos gezahlt werden.
- 40:16Wir wünschen uns alle, dass irgendwie Leute auch fair
- 40:19bezahlt werden, irgendwie, Musik soll bezahlt werden, verdienst
- 40:24ja außer mit Auftritt als Musiker eh gar nicht mehr was
- 40:28also das ist ja einfach irgendwie eine Maschinerie die
- 40:31Geld kostet. Und wenn es dann irgendwie
- 40:33Möglichkeiten gibt, mit mit mit Events auch an Tagen, wo du
- 40:39Lehrbetrieb, also ne so unter der Woche solche Sachen wiederum
- 40:45möglich zu machen, das ist ja erst mal was Schönes so und hat
- 40:50eine absolute Daseinsberechtigung, das heißt
- 40:53ja nicht, dass man sich mit jedem Kunden ins Bett legen
- 40:56muss, so, also man kann ja auch noch irgendwie ein bisschen.
- 41:00Auch auch das natürlich kuratieren und und auch gucken,
- 41:02dass das irgendwie passt. Aber grundsätzlich finde ich das
- 41:05nicht verwerflich. Namensfestlegung Avus C, 115 C.
- 41:10115, C. 115. C. 115 ist mein Label für alles,
- 41:22was sich irgendwie mit mit, mit, mit Kunst, Kultur, Musik,
- 41:27Nachtleben und. Clubkultur Beschäftigter unter
- 41:33diesem Ort. Wird es, ist es ein eine
- 41:38Kulturstätte der elektronischen Musik?
- 41:43Ja, in, in, in, in, in ausschweifender Art und Weise,
- 41:50ja. Genau.
- 41:55Was nicht heißt, dass es nicht auch irgendwie live Formate und
- 41:58Performance, also ne, da ist natürlich irgendwie auch immer
- 42:01irgend ne Art von Elektronik involviert, aber der Ort soll
- 42:05schon auch explizit Sachen auch neu denken können.
- 42:10Ich hab dich jetzt bewusst gefragt oder bewusst n bisschen
- 42:15gegängelt mit dieser Festlegung, damit du das dann mal vielleicht
- 42:19mal so n bisschen ausbreitest, weil das ist ja das ist das ich
- 42:21komm in den Ich bin reingekommen, hab gedacht.
- 42:23Wie kann man so viel machen? Und wenn man so viel machen
- 42:26kann, warum sollte man sich Sachen verschenken, wie man sie
- 42:29machen kann? Also der Space bietet ganz viele
- 42:32Möglichkeiten, die auch da passieren sollen.
- 42:35Ich sehe da Filmscreenings, Workshops, Dinner, Konzepte, man
- 42:41kann da geiles Essen anbieten, man kann tanzen, tagsüber,
- 42:45nachts, man kann. Tagungen machen man, man kann
- 42:51sitzen, man kann arbeiten, man kann rumlaufen, man kann Kunst
- 42:56sehen, man kann Konzerte angucken, man kann auch Konzerte
- 43:00und Live Performance noch mal neu denken.
- 43:02Du hast ja irgendwie auch eine krasse Architektur da und
- 43:05Raumaufteilung, es ist bewusst auch alles sehr modular und
- 43:07mobil durchdacht, dass du irgendwie jetzt auch nicht
- 43:11sagst, okay, das ist jetzt hier fest im Boden verankert, du
- 43:16sollst die Möglichkeit haben, den Raum.
- 43:18In verschiedene Richtungen auch zu bespielen, das finde ich das.
- 43:22Das Schöne auch an dem Ort, dass du ja auch noch mal also oder
- 43:27ich habe zumindest Lust, auch weil es irgendwie auch
- 43:29vielleicht Sachen gibt, wo ich denke, ah, die taugen wir jetzt
- 43:32nicht so oder da, da fehlen mir manchmal irgendwie Sachen, wo
- 43:35ich so denke, hey, jetzt kann man irgendwie auch so so
- 43:38Nachtleben oder ausgehen auch noch mal ein bisschen neu denken
- 43:41und Formate irgendwie auch verbinden.
- 43:46Mal irgendwie ne Performance mit mit mit mit reinholen also oder
- 43:50irgendwie auch gucken, dass die Leute, ich find es so n bisschen
- 43:54nervig auch so, so n so n so n so n, so n so ein Club leben
- 44:03oder so n so n so n so n so ne Club oder so ne so so n
- 44:09ausgehverhalten. Wo irgendwie alle erst um 1
- 44:12kommen und dann um 3, ist irgendwie auch die Luft schon so
- 44:15ein bisschen raus und so, das ist so, ich finde es irgendwie
- 44:19auch schön, wenn man so ein Abend auch noch mal irgendwie
- 44:23anders framen kann und anders durchdenken kann, also warum
- 44:27nicht vielleicht auch noch mal versuchen die Leute früher zu
- 44:30versammeln, vielleicht durch irgendeine Art von Konzert live
- 44:33Performance. Warum gibt es dann nicht
- 44:35vielleicht auch irgendwie noch mal ein cooles Essen da?
- 44:38Weil wenn ich erwarte, dass die Leute irgendwie auch lange
- 44:40bleiben, muss ich sie ja auch irgendwie ganzheitlich
- 44:43versorgen, weil ich glaube, so ein so ein, so ein Gefühl, auch
- 44:47so ein Verbindungsgefühl zu der Crowd entsteht ja auch mit Zeit
- 44:52und indem ich da vielleicht 2 Stunden kurz hinschaue oder nur
- 44:554 Stunden da bin. Fühl ich mich ja oder auch alle
- 45:00so krass zu unterschiedlichen Zeiten kommen.
- 45:01Ich mein, das gehört natürlich dazu und das wird da jetzt auch
- 45:04nicht anders laufen, dass Leute unabhängig voneinander kommen,
- 45:08aber ich find es zumindest spannend, solche Sachen noch mal
- 45:11in Frage zu stellen, ob es nicht auch Möglichkeiten gibt so ne
- 45:14Crowd früher zusammen zu versammeln und denen dann
- 45:17wirklich auch zu sagen, wir erleben jetzt mal hier 6 Stunden
- 45:21oder 8 Stunden was zusammen zumindest 90% der Leute.
- 45:25Weil ich glaube, das ist auch musikalisch.
- 45:27Das ist dann vielleicht auch wieder mein Musiker, der hat
- 45:29noch mal ganz andere Möglichkeiten eröffnet.
- 45:31Also ich will auch n bisschen wegkommen von diesem Piekigen,
- 45:34also ne, so alles muss so ne Verwertbarkeit haben, alles muss
- 45:38so immer sofort knallen, es muss alles irgendwie so ne wir müssen
- 45:43irgendwie Videos davon machen damit wir dann irgendwie in 5
- 45:46Sekunden zeigen können wie geil irgendwie die Nacht war aber ne
- 45:50geile Nacht ist nicht 5 Sekunden so.
- 45:52Ist ja auch n Raum. Die Nacht ist ja in dem Sinne
- 45:55auch n Raum, in dem man sich wirklich trifft.
- 45:57Ne und zu treffen heißt ja nicht nur sich zu bewegen, sich mit
- 46:01der Musik auseinanderzusetzen, sondern manchmal Sachen zu
- 46:03machen, die keine explizite Richtung haben so.
- 46:07Ja, und mir fehlt es manchmal auch ich.
- 46:10Also wenn wir jetzt eh schon in so einer Verwertungslogik sind,
- 46:13was so ne extrem reduzierte mediale Ausschlachtung angeht,
- 46:17dann brauch ich da doch auch gar nicht mehr hingehen, weil ich
- 46:19hab ja die Highlights eh schon irgendwie in 6 Slides
- 46:22zusammengefasst. Ich hab immer irgendwie schon so
- 46:29auch als Jugendlicher gedacht, ich möchte, wenn ich irgendwo
- 46:32hingehe, auch mal was erleben, was mich irgendwie ein bisschen,
- 46:37also ich möchte mal was Neues, auch erleben, also und
- 46:41vielleicht auch mal irritiert werden, oder ich möchte
- 46:43irgendwie, dass es auch so eine musikalische oder auch
- 46:46inszenierungstechnische Freiheit gibt, dass mal Sachen anders
- 46:49gemacht werden. Und ich find es total toll, wenn
- 46:52ich irgendwie in einem Raum bin, wo NDJ auch mal sagt, ich Spiel
- 46:55jetzt mal irgendwie n Track, den ich richtig geil finde, der
- 46:59vielleicht jetzt nicht in so n klassisches Ding passt, weil er
- 47:03mir beim Herzen liegt und ich irgendwie das Gefühl hab, ich
- 47:05möchte den irgendwie jetzt teilen oder ich Spiel n super
- 47:08extended Set und Spiel n Track auch mal zweimal, weil ich finde
- 47:11halt. Das ist ja meistens so, wenn man
- 47:14Track zum ersten Mal hört, dann kann man den cool finden, aber
- 47:15man ist ja selten so gleich so drin und so n Moment auf der
- 47:19Tanzfläche, wo ich in 4 Stunden vielleicht fein kuratiert das
- 47:23gleiche Stück zweimal höre und dann noch so ne Woche später
- 47:26unterwegs bin und so Räsoniere mit diesem Moment, als der Track
- 47:29das zweite Mal irgendwie angespielt wurde, das sind so
- 47:31Sachen wo ich irgendwie Bock drauf hab, dass es irgendwie n
- 47:36Ort ist, wo du einfach sagst. What the fuck?
- 47:40Was ist da eigentlich passiert? Was war denn das für eine, für
- 47:44eine Atmosphäre, so wo du irgendwie echt noch so dran
- 47:47hängst und nicht das Gefühl hast, ich habe eh schon alles
- 47:52verstanden und es ist alles irgendwie erwartbar.
- 47:57Wenn man, wird es die Möglichkeit geben, so ein
- 48:00bisschen die Rausschmeißerfrage so After Dauer mäßig nicht nur
- 48:05im Glaskasten, sondern auch auf der.
- 48:07Außentribüne im Sommer zu sitzen und den Verkehr an sich
- 48:10vorbeirauschen zu sehen. Ich bin dran, das braucht ein
- 48:15gutes Konzept und das liegt auch nicht nur in meiner Hand, weil
- 48:17es natürlich auch irgendwie ganz große Sicherheitssachen da gibt.
- 48:21Also stand jetzt, es ist außen nicht nutzbar, ich glaube aber,
- 48:26dass es Konzepte geben kann, die alle behördlichen.
- 48:32Auflagen und Sicherheitsvorkehrungen und
- 48:35Maßnahmen und Anforderungen gut gut erfüllen können, dass man da
- 48:41perspektivisch die Fläche irgendwie ein bisschen nutzbar
- 48:45machen kann. Außerdem gibt es soweit ich weiß
- 48:50auch Pläne diesen ganzen Bezirk da auch noch mal radikal
- 48:56umzugestalten, auch irgendwie so, Stichwort Autobahnverlegung.
- 49:01Ist mir was zu bekannt? Ja, also es soll glaube ich auch
- 49:06ein bisschen Weg kommen von diesem rein abgelegenen
- 49:09industriellen Charakter und soweit ich weiß gibt es da auf
- 49:13jeden Fall auch Pläne und Vorstellungen vom Bezirk, dass
- 49:17ein bisschen, ja, wie soll man sagen, Menschen und
- 49:22Publikumsfreundlicher zu gestalten, was bestimmt noch
- 49:28dauert. Aber eine schöne Perspektive
- 49:31ist. Danke für die Perspektive, dass
- 49:35du da warst, Nico. Sehr gerne.
- 49:38In der Nacht, womöglich auch am Tag.
- 49:41Gerne auch am Tag. Ne ciao ciao.