Latest / Zusammener finden wir es heraus. Der WARUM Podcast / WARUM hat Social Media einen so starken Einfluss auf unser Leben?
Transcript
- Sabine Osterauer: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Zusammen erfinden wir es heraus, der Warum Podcast. Und heute haben wir eine ganz spezielle Frage. tritt sich heute alles ⁓ Social Media und die Frage, die Warum Frage heute lautet, warum hat Social Media einen so starken Einfluss auf unser Leben? Und über diese Warum Frage diskutiere ich heute mit einer ganz lieben Interviewpartnerin, nämlich mit der Martina Radke. Und die liebe Martina stellt sich jetzt ganz kurz einmal selber vor und erzählt, wer sie ist, woher sie kommt, was sie macht, bevor wir dann mit dieser Diskussion beginnen. Liebe Martina, herzlich willkommen, dass du bei mir bist. freue mich sehr, dass es geklappt hat. Und ja, stelle ich einmal kurz unserem Publikum vor. Martina Rathke: Vielen Dank Sabine, dass sie da sein kann und wir jetzt dieses schöne Format nutzen. bin schon ganz gespannt. Ich bin Social Media Managerin und Instagram Mentorin, spezialisiert auf Frauen, weil ich mit denen einfach besser kann. Zeige denen halt, wie sie auf Instagram mit ihrer Persönlichkeit, mit ihrer Individualität sichtbar werden und auch, dass ein Instagram-Profil nicht nur da ist, ⁓ wie Blöde zu posten, sondern dass da auch Umsatz bei rauskommt. Und diese Strategien, die entwickle ich halt für meine Kundinnen und dann freue ich mich, wenn sie dann mehr Umsatz machen, weil meine Herzensmission ist einfach, jede Frau sollte ihr eigenes Geld verdienen, damit sie selbst entscheiden kann, wie sie ihr Leben leben möchte und auch mit wem. Dass man halt aus Liebe mit jemanden zusammen ist und nicht, weil man finanziell vom Partner abhängig ist. Sabine Osterauer: Alles klar. Ein sehr interessanter Zugang. Ich weiß im Vorgespräch, dass du das ja nicht immer gemacht hast. Erzähl vielleicht einmal ganz kurz unserem Publikum da draußen, unseren Zuhörern und Ihnen, wie bist du überhaupt auf diese Idee gekommen, das zu machen? Weil ich weiß, du hast ja vorher etwas anderes gemacht. Martina Rathke: Genau, also Marketing war schon immer so das, was ich gerne mag, aber Social Media Marketing bin ich wirklich erst durch meine Cousine gekommen, die mich gefragt hat, ob ich halt ihren Instagram-Kanal betreuen kann und ich nur genervt dachte so, Instagram. Und das ist ja so überhaupt nicht meins. Ich konnte mir halt nicht vorstellen, wie kann man in der Welt von Katzenvideos, Tiervideos überhaupt etwas verkaufen? Und wenn man da irgendwas gekauft hat, kriegt man ⁓ nur Schrott. Aber ich habe es halt ihr zuliebe gemacht und in dem dessen habe ich halt gemerkt, so das ist voll mein Ding. Da gehe ich richtig auf, da blühe ich auf und die Möglichkeiten, die da einfach dadurch entstehen. Das war dieses Kreativ-Aus-Toben, mit den Leuten noch ganz anders in Kontakt kommen, als wenn man jetzt auf einer Verkaufsfläche bei einem Elektro-Laden ist oder so was verkauft. Dementsprechend ist das so, was ich dann einfach gemerkt habe, das möchte ich weiter verfolgen. Auch, ich meinen Zertifikat als Zertifikat-Sammlerin... als ich Social Media Managerin bei der IRK gemacht habe, weil gesagt habe, mir ist das persönlich wichtig, dass man nicht einfach sagt, ja du bist Instagram Coach, sondern ich möchte einen Titel haben und da habe ich auch Jahre jetzt viel investiert, ⁓ selber auch Wissen halt aufzubauen. Sabine Osterauer: Total interessant, Martina. Wir haben ja auch im Vorfeld darüber gesprochen, dass ich ja zum Beispiel mit Instagram gar nichts anfangen kann. Ich habe zwar glaube ich ein Profil und das wird auch immer irgendwie mit Facebook oder so gekoppelt. Aber ich habe mich mit Social Media sehr wenig beschäftigt, weil es so gar nicht meins ist. Ich bin ja so die Schreiberin und so bisschen, was ja grundsätzlich dann wieder passen würde, aber irgendwie finde ich nicht diesen Zugang. Du hast es gerade angesprochen. Du bist dann draufgekommen, dass es ganz, ganz viele Möglichkeiten gibt, mit Instagram zu arbeiten, speziell auch im Unternehmertum, wenn man eine Dienstleistung oder ein Produkt verkaufen möchte. Mich persönlich würde es auch interessieren, von welchen Möglichkeiten sprichst du? Martina Rathke: Ja, also die Reichweite, also weil es ja so viele Menschen auf Instagram gibt, also deswegen muss man auch nicht auf die Mitbewerber achten oder da ist genug Kunden für alle da. Du erreichst einfach in so kurzer Zeit so viele Menschen oder überhaupt, ist halt diese Plattform. Instagram ist ja wie eine riesige Shopping Mall. Jeder hat natürlich sein Lädchen dort, aber du hast da wirklich die Möglichkeit, dann, ich sag's mal, ein dickes Schild rauszustellen und die Leute laufen halt, dann so, ja, komm mal hier rein. Aber es ist halt auch nicht immer einfach. Also viele stellen sich das immer vor, so dieses, ja, in 30 Tagen 10K verdienen und so was. Aber da musst du erst mal hinkommen. Und dieser ganze Brainfuck, der da ja auf dich einprasselt, ne, mit mach dies, du musst das machen, mach einfach nur dies und jenes oder puste mehr. dann wird das alles was. Und da lassen wir uns halt in so einen Strudel reinbringen. deswegen, ist so, Instagram ist eine Welt, die dir stetigen Umsatz bringen kann, wenn du das halt gut machst, wenn du richtige Strategie gefunden hast und auch da nicht immer guckst, was die anderen machen. Aber es kann dich auch in tiefe Shitgedanken sozusagen reinbringen. an dir selbst zweifeln, wenn du da nicht aufpasst. Sabine Osterauer: Wie kann ich mir das vorstellen? So habe ich es überhaupt noch nie gehört, dass man damit Umsatz machen kann und so weiter. Das habe ich schon natürlich mitbekommen. Aber das Gegenteilige, wie meinst du das? Wie kann ich das verstehen? Martina Rathke: Ja, also wir sind ja, wenn wir auf Social Media gehen oder sagen wir jetzt, wenn wir auf Instagram sind, dann tauchen wir ja ein in eine Welt, die immer uns nur gute Sachen zeigt. Also jeder zeigt sich immer gerne von seiner besten Seite, weil niemand will ja irgendwie was Schlechtes oder so sehen. Oder sagen wir mal, so viele geben einfach gerne auch an. Und Instagram ist nun mal eine Scheinwelt. Und dort selber sich einen Platz mit seinem eigenen Lädchen zu etablieren, bedeutet auch, sich selbst mental zu stärken. Ich hatte letztens erst eine Diskussion gehabt und da ist so rausgekommen, wenn man ein eigenes Business hat, und damit auf Social Media hat, ist das die krasseste, schnellste Persönlichkeitsentwicklung, die man durchlaufen kann. Also, weil man guckt ja natürlich immer, derjenige macht das irgendwie so gut. Die ist aber so toll und so. Man sieht, wie andere das toll machen und macht sich selber plötzlich klein. Man denkt, die machen das so gut und ich bin irgendwie noch nicht so weit. Irgendwie fühlt man sich dann vielleicht als Loser. Aber was man dahinter ja nicht sieht, ist, hat die Person vielleicht auch ein Team, die das ja schon jahrelang macht? Oder hat die vielleicht auch einfach mehr finanzielle Hilfe gehabt? Also das sind alles so Dinge, die wir nicht sehen, sondern wir werden da reingesogen und das macht einfach was mit unserem Selbstwert. Sabine Osterauer: Möglichkeiten. Aber würdest du sagen, dass du sagst, ist eine Fake-Welt, es ist eine Scheinwelt auf Instagram, wenn du Prozentangaben machen müsstest, wie viel Prozent würdest du sagen, sind auf Instagram wirklich Menschen, die ganz ehrlich sind? Und wie viel Prozent davon legen ein Scheibchen drauf oder erzählen auch etwas, was gar nicht der Wahrheit entspricht? ⁓ erzählen einfach Dinge, die sie noch gar nicht erreicht haben, ebenso wie fünfstelligen Umsatz im Monat und solche Sachen. Wie viel Prozent, würdest du sagen, sind wirklich ehrlich und wie viel davon nicht so ehrlich? Martina Rathke: Mega geile Frage, Sabine. Also wenn ich die ganz ehrlich beantworte, würde ich sagen, dass vielleicht nur 40 Prozent auf Instagram wirklich echt sind, ehrlich sind, authentisch sind. Ich meine, klar, das Wort authentisch ist ja auch schon so abgelutscht, aber den Mut zu haben, so zu sein, wie man wirklich ist, das ... Sabine Osterauer: Das Martina Rathke: Da braucht es halt was. Du kommst ja in diese Scheinwelt und alles ist so toll. Du hast ja automatisch das Gefühl, ich muss jetzt auch ganz professionell sein. Ich muss jetzt auch so und so reden und ich darf bloß nicht irgendwelche Schimpfwörter benutzen und damit ja nicht anecken. Also, Everybody's Darling möchte man halt sein. So startet man und dann fängt alles an und dann wird alles ... Sabine Osterauer: Ja. Martina Rathke: anstrengend anstrengend weil man nicht man selbst ist weil man mit allem was man sagt aufpasst wie man es macht wie man was sagt und auch in seiner also eigentlich ist es wie so ein käfig in dem man sich selber rein steckt in der hoffnung halt wenn ich in diesem käfig bin dann wird es funktionieren und es ist genau das andersrum also diesen mut zu haben aus diesem käfig auszubrechen und zu sagen, es ist mir völlig egal, was die anderen machen, ich bin jetzt einfach ich. Weil es ist wirklich anstrengend, jemand anders zu sein. Sabine Osterauer: Was mich interessieren würde, das habe ich mir auch schon immer wieder überlegt, wenn ich jetzt als Unternehmerin starte jetzt auf Instagram und versuche da jetzt mein Glück und bin eine von diesen möglichen 40 Prozent, die wirklich authentisch ist und die sich so zeigt wie sie ist, weil Rollen einnehmen und so weiter, ist ja dann auch gar nicht so einfach. Aber und ⁓ ein Produkt oder eine Dienstleistung zu verkaufen oder zu bewerben, braucht es ja auch Menschen. die jetzt nichts verkaufen wollen oder nichts bewerben wollen, die einfach nur zum Spaß jetzt auf Instagram durchscrollen, sich Sachen anschauen, irgendjemanden folgen wie auch immer und wo dann, keine Ahnung, ich möchte jetzt Persönlichkeitsentwicklung machen und jetzt schaue ich mir an, welche Menschen auf Instagram würden da denn etwas bieten können und wollen. Meine Frage ist, welche Menschen sind das? die auf Instagram gehen, eine Dienstleistung oder ein Produkt bewusst zu suchen. Mir wird es persönlich nicht einfallen. Auf gar keinen Fall. Also ich würde nie auf Instagram gehen, ⁓ mir jetzt einen Therapeuten zu suchen oder jemanden, der, keine Ahnung, Yoga Sessions online anbietet oder so. Ich würde mir das auf Instagram, ich persönlich jetzt, niemals suchen. Also von welchem Menschen reden wir? die Instagram in das Leben so stark integriert haben, dass sie alles, was sie brauchen oder was sie wollen oder was sie sich vielleicht noch aneignen wollen, auch an Wissen, sich wirklich auf Instagram begeben. Martina Rathke: Also ich glaube, das funktioniert ganz subtil. Ich glaube, dass niemand auf Instagram ist und wirklich etwas sucht. Also egal, ob du eine Privatperson bist oder auch ein Business hast. Also jemand, der im Business ist oder privat, kann ja das Gleiche suchen. Wie mentale Gesundheit oder körperliche Gesundheit, Darmgesundheit, alles Mögliche, liebe Partnerschaft. Ich denke, dass ist durch den Algorithmus, der dann halt Stück für Stück dein Verhalten lernt. Es fängt meist damit an, dass man einen guten Spruch anklickt. Und dann nochmal den Spruch anklickt und dann plötzlich hat man So viele Motivationsseiten, die einem vorgeschlagen werden, dann plötzlich werden einem halt Accounts vorgeschlagen, die halt zu diesem Thema, ne? Und je mehr man Sachen anklingt oder sich anguckt, der Algorithmus reagiert da drauf. Also deswegen ist es oftmals so, wir suchen nicht automatisch oder fokussiert etwas, sondern wir kriegen das und denken, ⁓ Ist ja geil. Oder so, ⁓ könnte ich das gebrauchen? ⁓ klingt ja irgendwie gut, da will ich mehr von. Also Instagram macht das schon, oder wir Social Media macht das schon gut, dass es sich Stück für Stück in diese Welt reinholt und in den ersten Wochen und Monaten schon guckt, wie du tickst. Sabine Osterauer: Mh. In Wahrheit macht Social Media nichts anderes als ich in meiner Praxis. Also Persönlichkeitsreadings, das heißt, anschauen, welche Persönlichkeit dahinter und was könnte diese Person denn möglicherweise brauchen, obwohl sie es noch gar nicht weiß. Das ist so wie Shoppen gehen, ich suche keine Ahnung, ich suche eigentlich gar nichts, ich gehe nur, ich schau nur, also so war der typische Spruch, nein danke, wenn eine Verkäuferin kommt, kann ich ihnen helfen, danke, ich schau nur. Und dann gehst du mit zehn Teilen hinaus, weil da hast du die Hose gefunden und dann noch das T-Shirt und das war reduziert und im Seel. Martina Rathke: Ja. Ja. Sabine Osterauer: und so ungefähr kann ich mir das vorstellen, dass es auch auf Instagram ist. Für mich aber im Rückschluss bedeutet das aber auch, dass alle Posts, die beginnen mit, wenn du ... die suchst, dann bist du bei mir genau richtig, eigentlich der falsche Zugang ist. Weil die suchen ja nicht. Die Posts müssten ja dann eigentlich so, vom Nachvollziehen her, so aufgebaut sein, dass sich das unterbewusst Martina Rathke: Ja. Sabine Osterauer: aufschnappe und gar nicht bewusster. Wenn ich jetzt lese, wenn du jetzt eine neue Webseite haben möchtest, wenn du jemanden suchst, der dir eine neue Webseite macht, die dann auch verkauft, dann wende dich an mich jetzt so ganz einfach überspitzt gesagt, werde ich wahrscheinlich nicht darauf anspringen. Wenn aber jetzt zum Beispiel ein Post kommt, wo dann drinnen ist, Webseiten, also eine gute Webseite verkauft, 90 Prozent mehr als keine gute Webseite, dann schaue ich ⁓ in der Trauwand und denke, ok, ich habe auch eine, jetzt will ich aber wissen, warum das so sein soll. Das heißt, es geht nicht darum, wer sucht, der findet, sondern wirklich das Problem aufzeigen, das der Mensch eventuell haben könnte und ich serviere ihm dann gleich auch noch die Lösung, nämlich mein Angebot, meine Dienstleistung, mein Produkt gleich im Nachgang. Habe ich das so richtig verstanden? Martina Rathke: Ja, das sagst du ganz gut. Es geht ⁓ das Gefühl. Das ist ja das, was viele falsch machen, wenn sie halt Content erstellen, der immer ihre Expertise in den Vordergrund stellt. Dabei muss der Fokus auf das Gefühl der Person sein, die das jetzt gerade liest. Deswegen ist auch Zielgruppenanalysen zwingend notwendig, finde ich, weil Je besser du die Person, die in deine Welt kommt, kennst, desto besser kannst du ihr geben, was sie braucht. Man versucht ja, die Sprache der Person zu sprechen, was sie nachts denkt, wenn sie nicht einschlafen kann. Das sind diese Gedanken, die dann emotional abholen. Weil, wie du ja auch schon sagst, keiner braucht ja dann... Wo ist der Need für eine neue Webseite? Aber wenn du halt darauf bist, dieses ... Was bringt es mir final? Also, dass man mehr Kunden bekommt. Durch mehr Kunden bekomme ich mehr Umsatz. Durch mehr Umsatz habe ich mehr Freizeit, weil ich mehr in den Urlaub fahren kann. Oder meinen Kindern vielleicht noch bessere Klamotten kaufen kann. ... Also, viele Dinge, die man sich klar werden muss. Was ist eigentlich der Wunsch? ganz am Ende. Und man pitcht erst zum Schluss wirklich auf sein Angebot. Und das ist halt diese Kunst von Storytelling und Social Selling. Sabine Osterauer: Sehr interessant, aber unterm Strich kann man eigentlich sagen, dass über Social Media schon Dinge angeboten oder verkauft werden wollen, die der Kunde möglicherweise gar nicht braucht. Social Media ist für mich eigentlich nur eine Vergrößerung von normaler Werbung. Wenn du dir heute Werbung im Fernsehen ansiehst, sollte noch irgendjemand Werbung im Fernsehen sehen. Ich sehe sie immer noch. Muss ich ehrlich sagen, nicht gerne und immer tonlos. Aber wenn du dir heute Werbung im Fernsehen ansiehst, dann wird ja immer auf ein Problem hingewiesen. Ob du jetzt Hunger hast oder keine Ahnung, eine neue Uhr brauchst oder oder oder neues Sportgerät oder keine Ahnung. Das heißt, die Werbung signalisiert dir eigentlich ein Problem, das du möglicherweise ja gar nicht hast. Martina Rathke: Ja, oder es triggert einen Wunsch, den du gerne hättest. Also wenn man jetzt eine Mark, eine Sportmarke nimmt, also es sind ja eigentlich auch nur Klamotten, aber weil diese Marke so gut in ihrer Werbung ist, dass man das Gefühl hat, so, ich brauche dieses Shirt, weil ich will Teil dieser Community sein, ich möchte Teil dieser Marke sein. Sabine Osterauer: Ja. Ja. Martina Rathke: Und das ist so ganz viele Sachen, oder wenn man halt Eiswerbung sieht, und wie alle so freundlich, alle so happy und so, und ich so, ich will jetzt auch ein Eis. Eis macht mich happy. So, emotional essen. Und das ist immer auf das Gefühl. Das ist das, was man trainieren sollte. Also je mehr man sich mit der Zielgruppe auseinandersetzt oder auch in Kundengesprächen, dann hört man ja raus, was ist der tiefe Wunsch? Sabine Osterauer: hier. Ja. Ja. Aber ist es wirklich der tiefe Wunsch oder wird der Wunsch durch Werbung, Social Media, Instagram wie auch immer, erst erschaffen? Martina Rathke: Teils, teils. Also es gibt schon bestimmte Wünsche, die man halt hat, die vielleicht dann einige bewusst, unbewusst sind und andere Sachen natürlich. Marketing ist die Kunst, dir Sachen zu verkaufen, die du nicht brauchst. Das ist Marketing. Und wie oft haben wir dann auch Sachen schon gesehen, man sagt so ⁓ geil, das sind jetzt drei Teile zum Preis von zwei. Du brauchst das dritte Teil nicht, aber du suchst es trotzdem. Dann habe ich drei Sachen, Schnäppchen gemacht. Und so ist es ja auch mit Preisen, die dann halt künstlich erhöht werden oder einen bestimmten Rabatt signalisiert dir, dass du noch mehr sparst. Das ist alles halt, ⁓ bestimmte Emotionen zu triggern. Sabine Osterauer: Ja. Ja. Ja. Martina Rathke: Marketing, wie gesagt, ist immer so zweischneidig. kann halt auch gute Sachen herauskommen, aber kann auch nicht so gut herauskommen. Sabine Osterauer: Ja. Du hast vorher das ganz Interessante angesprochen, nämlich ich möchte zu dieser Community dazugehören. Also wir waren bei der Sportkleidung und wenn wir das jetzt im Fernsehen sehen oder wo auch immer, dass irgendein Spitzensportler jetzt keine Ahnung, die Shorts, die Schuhe, Stirnband, keine Ahnung, sieht, also trägt und ein anderer sieht, dann sagt, boah, also wenn ich jetzt auch die gleiche, keine Ahnung, Tennishose besitze oder das Tennisröckchen in meinem Fall besitze, dann spiele ich genauso gut. oder dann bin ich genauso, das heißt ich gehöre dann irgendwie auch zu dieser Community dazu. Warum glaubst du, ist es Menschen so wichtig, zu einer Community dazu zu gehören, wo im Endeffekt ja dann alle gleich sind, weil ja alle in der gleichen Community sind, mit den gleichen Klamotten, mit den gleichen Emotionen, weil ich gehöre dazu. Und auf der anderen Seite sprechen wir dauernd von authentisch sein, einzigartig, bin etwas Besonderes, ich bin anders, ich brauche jetzt niemand, ich brauche keine Kopie, ich möchte auch keine Kopie sein. Für mich widerspricht sich das total. Aber ich weiß natürlich, dass es so ist aus der Psychologie heraus. Aber meine Frage ist, welche Erfahrungen oder Welche Meinung trägst du dazu? Wie siehst du das? Martina Rathke: Ja, also ich glaube, dass niemand gerne allein ist. Ich glaube, wir wollen alle irgendwo dazugehören. Also sei es jetzt, dass wir eine beste Freundin haben oder sei es, dass wir eine Community haben. Also sie wollen schon zugehörig sein. So und dann gibt es halt die Menschen, sagen, ich bin zwar zugehörig, aber ich bin halt wie ich bin. Entweder. nimmt die Community mich so, wie ich bin oder ich gehe halt in eine andere. Und dann gibt es andere, die dann halt sich nicht trauen, sie selbst zu sein und halt nicht anzuecken und dann dazugehören wollen, ⁓ sich sicher zu fühlen. Also es gibt ja welche, die dazugehören wollen, einfach weil sie diese Gesellschaft dann möchten und Austausch und lebhaft und so. Und dann gibt es die anderen, die einfach nur nicht Sabine Osterauer: Mhm. Martina Rathke: alleine sein wollen und da glaube ich dann die die also man kann auch falsch dazu gehören also wenn man da halt wenn man eine marke kauft weil man den spirit dahinter also wofür diese marke steht dann ist das eine sache aber wenn man halt nicht denkt man kauft jetzt diese Klamotten ⁓ so zu sein wie diese Person, dann ist es ja ein falscher. Sondern es geht ja ⁓ den Spirit dieser Marke. Und das ist halt bei Instagram auch so dieses zweischneidige Schwert. Sabine Osterauer: Okay. Das heißt, aber in der Werbung ist es ja doch eigentlich so geplant, dass der Mensch die Produkte kauft, ⁓ so zu sein wie der, der sie präsentiert, weil der ein WIP ist, also prominent ist. Meine Frage dahinter ist, warum glaubt der Mensch, etwas anderem nacheifern zu müssen und nicht sein eigenes Ding zu machen. Also sein Ja. Ich kenne jetzt Menschen, die alles abgestinkt haben, also jetzt von der Kleidung her. Da müssen die Schuhe zum Kleid passen, da braucht ihr die richtige Handtasche dazu, die richtige Haarfarbe dazu und das richtige Tuch und den Schmuck und es muss alles einfach stimmig sein, sonst verlasse ich nicht das Haus. Denn es könnte mich ja jemand sehen und dem könnte dann eventuell möglicherweise auffallen, dass das Blau im Modeschmuck nicht das gleiche Blau wie in den Schuhen ist und schon gar nicht mit der Martina Rathke: Ja. Mhm. Sabine Osterauer: Handtasche zusammenpasst. Und meine Frage ist, woher kommt das, dass der Mensch so, also manche Menschen halt so denken. Martina Rathke: Ja, ja, gute Frage. ich finde das schade. ich denke mir halt immer, dass man selbst ja so ein Unikat ist und dann irgendwie zu versuchen, in einer Schublade zu passen, nur ⁓ nicht anzuecken. Also, kann ich dir leider auch nicht beantworten, diese Frage, weil ich einfach ja selbst ja auch immer meine Kundinnen dazu motiviere. und sage, hey, sei doch einfach mal so, wie du bist. Rede so, wie du bist. wenn du halt viel mit den Händen redest oder wenn du viel mit den Haaren irgendwas machst, das ist ja, das bist ja du. Also, weil ich finde es ja schlimm, wenn, mal vor, die Person sieht dich dann live und sagt dann halt so, dich habe ich aber irgendwie ganz anders vorgestellt. Weißt du, so auf Insta total zaghaft und so. Sabine Osterauer: Ja. Ja. Martina Rathke: dann bist du voll die Extrovertierte, live siehst. Da kriegst du ja einen Schock, so wie man halt, wenn man zu viel geschminkt ist und dann, ja, sich abschminkt und dann irgendwie gefühlt wie ganz andere Person ist. Sabine Osterauer: Ja, stimmt, da bin ich auch total bei dir. Also ich bin das sowieso immer so für das Authentische, aber ich kenne das natürlich auch. Ich habe auch ein gewisses Lebensalter, ich bin da das auch alles durchgegangen, grundsätzlich. Aber bei mir war natürlich, wie ich so, sage ich einmal, 25, 30 war, gab's Social Media auf diese Art und Weise noch nicht so stark wie jetzt. Das ist ja auch erst in den letzten 15, 20 Jahren, frühestens, wahrscheinlich 15 Jahre, eher 10, 15 Jahre, dass es so stark auch mit Instagram gekommen ist. Bei Facebook, glaube ich, gibt es seit 2004, was ich weiß. Und da war es ja noch nett, weil da hast du dann, ⁓ okay, mit bin ich mal in die Schule gegangen und der hat jetzt das gemacht und dort gemacht. Das kann man ja mit heute gar nicht mehr vergleichen, überhaupt nicht. Meine Frage ist weiterführend. Wir haben jetzt darüber gesprochen, dass Werbung gemacht wird für Produkte. Aber es geht ja auch ganz stark ⁓ die Dienstleistungen. Also es ist mir schon klar, also gleiche Frage eigentlich wieder, das heißt, wenn ich heute ein Produkt kaufe und ich sehe der Spitzensportler hat dieses Produkt im Angebot oder verkauft das, ich kaufe mir das, weil ich so sein möchte wie der oder zur Community dazugehören möchte. Deswegen springe ich auf dieses Angebot an. Wie schaut es denn jetzt bei den Dienstleistungen an? Wenn ich wieder einmal hineinschaue auf Social Media, dann habe ich keine Ahnung, wie viele Marketing-Experten, auch wie du eine bist. Und da gibt es so viele. Und für mich persönlich ist es total anstrengend, jetzt jemanden herauszusuchen. Ich persönlich finde es schlimmer wie Shoppen. Weil beim Shoppen hast du halt keine Ahnung. Da kannst du ja auch irgendwie einen Filter ziehen mit ich suche was Blaues, suche was Langes oder was Kurzes. Ich suche was für den Sommer oder für den Winter. Ich kann es einengen. Das kann ich aber jetzt auf Social Media nicht oder geht das schon? Wie komme ich? über diese vielen, vielen, vielen, vielen gleichen, vermeintlich gleichen Angebote, obwohl das ja nicht gleich ist, weil es jeder ist. Da sind wir dann wieder alle individuell und jeder ist einzigartig und jeder hat ein einzigartiges Produkt, nämlich es ist immer besser als das von dem anderen. Und meine Frage ist, wie kann man sich durch diesen Dschungel an Angeboten durcharbeiten, sodass ich nicht nach einer Stunde einen Frust habe und dennoch das passende Angebot für mich bekomme? Martina Rathke: Ja, also wenn man sich wirklich entscheidet, ein bestimmtes Coaching zu buchen, dann würde ich schon empfehlen, wenn man, also da kann man natürlich auf Instagram auch suchen und wenn man sich da, ich sag mal für eine Handvoll entscheidet und die halt erstmal zu beobachten. Also was posten die an sich? Wie konstant ist das? Manche widersprechen sich halt auch mit der Zeit. Und ich glaube, dass letztendlich kauft man ja das Gefühl, was die Person mir gibt. Ist sie meine Expertin? Kann sie mir wirklich helfen? Gibt sie so wie ich? Kann sie mich verstehen? Wie gut kann sie mich auffangen und helfen? Deswegen sage ich auch immer meinen Kundinnen nicht hinter der Kamera verstecken. Sie sagen oft, meine Dienstleistung soll ja in den Vordergrund, darum geht es ja. Du bist die Dienstleistung. Also du bist, also eigentlich kaufen die Kunden dich. Natürlich das Wissen, was du dir aufgebaut hast, aber das Wissen haben ja noch ganz andere. Nur du selbst bist die einzige Sache, original ist, also die man ja auch nicht kopieren kann. Und deswegen ... Also, ich würde es wirklich so machen, mehrere Accounts zu folgen, erst mal ein paar Wochen zu schauen und dann halt, ich bin ja eigentlich so ein Bauchgefühlmensch, also dann zu sagen, okay, die ist es oder die ist es. Meist ist es, man connectet mit den Werten, die die Person halt hat. Das ist so, kann man sich so ein bisschen vorstellen, wie, also nicht unbedingt der lauteste ist oder so, aber wenn das ein Regal voll mit Seife, also so viel Seife, es da geht. Und dann guckt man ja auch so, okay, welche nimmst du jetzt? Und dann nimmst du auch die, die dich halt am Ersten so anspricht. Und jede Verpackung ist ja anders. Und dementsprechend würde ich es halt so machen. Erst mal folgen, gucken. Es kommt ja auch drauf an, wie viel man auch investiert. Ich meine, es gibt ja auch kleine Sachen für 29 Euro oder so. Da macht man sich eigentlich nicht so die Gedanken. Aber wenn man wirklich so ein Mentoring für 800 oder 1000 Euro oder es gibt ja Also es ist manchmal unglaublich, was manche Leute anbieten, ich dann denke, meine Güte, 5000 Euro pro Monat für mentales Coaching. das ist heftig. Ich natürlich, wenn es hilft, ja, aber die Price Range ist so heftig, dass ich mir auch manchmal sage, was ist denn jetzt bei dir besser als bei der Person? Sabine Osterauer: Frage, ganz wichtig. heißt, also erstens einmal für mich jetzt so als Social Media-Leihe fast, würde ich sagen. Es ist gut, dass wir das heute besprechen, weil ich ja wirklich viel zu wenig Ahnung anscheinend davon habe. Aber wenn ich mir jetzt zum Beispiel, ich habe jetzt ein Problem, ein Partnerschaftsproblem, zum Beispiel. Und ich denke mir, ich brauche jetzt unbedingt Unterstützung. Ich brauche jetzt jemanden, der sich auf Paarberatung, Beziehungen, wie auch immer, spezialisiert hat. Weil ich weiß ja ganz genau, was ich für ein Problem habe, nämlich ein Partnerschaftsproblem. Also gebe ich ein im Suchmodus. Ich suche jemanden, der für Beziehungen, Paarberatungen, wie auch immer, zuständig ist. Jetzt kommen da keine Ahnung, wie viele dann raus. Und dann gehst du, wie du gesagt hast, nach dem Bauchgefühl. Aber das Bauchgefühl ... Das sucht ja auch nach ganz speziellen Kriterien aus. Das heißt, wenn jemand einen schönen Auftritt hat, wenn jemand vielleicht sehr gut sprechen kann, wenn jemand vielleicht, so wie du am Anfang gesagt hast, Zertifikate hat ohne Ende. Das wird mich wahrscheinlich am ansprachen, man sagt, okay, der hat so viel studiert oder so viel gelernt und macht das schon seit keine Ahnung. Eine Kollegin von mir, die macht Hypnose, ganz tolle Frau, und die sagt immer, hat über 6000 Hypnosen schon gemacht. Martina Rathke: Wahnsinn! Sabine Osterauer: Und bei ihr weiß ich, das stimmt hundertprozentig. Und das ist natürlich etwas, wo du denkst, boah, die hat schon so viel gemacht, die ist sicher gut, weil sonst hätte sie nicht so viel gemacht. Jetzt ist die Dame, die ich jetzt gerade erwähnt habe, liebe Michaela, in dem Sinne, hallo, vielleicht hörst du ja diesen Podcast. Aber jetzt gibt es natürlich auch Menschen, sagen, ich habe auch schon 6.000 Sitzungen gehabt und das stimmt nicht, weil sie hatten gerade mal drei. Das kann ich aber nicht nachvollziehen. Ich kann nicht sagen, Beweis, du 6.000 Behandlungen schon gehabt hast. Jetzt weißt du das nicht. Aber der Social-Media-Auftritt ist echt cool, voll krass, voll super und voll toll. Das spricht mich total an. Dann komme ich zu irgendjemandem, der vielleicht gerade mal übers Wochenende ein kurzes Coachingprogramm durchlaufen ist. Irgendein Muckifugzertifikat an der Mauer, wo eben teilgenommen bei. Martina Rathke: Ja. Sabine Osterauer: und sagt so, ich bin jetzt Vollprofi im Beziehungscoaching, aber der Social Media Auftritt ist super. Und auf der anderen Seite hast du aber dann vielleicht jemanden, so wie mich, der jetzt wahrscheinlich nicht den besten Auftritt hat, auf Instagram schon gar nicht, aber wer weiß das schon, vielleicht finden auch wir zusammen, wer weiß das schon, vielleicht lasse ich mich ja noch einmal auf Experiment Instagram ein. Und halb jetzt nicht diesen Auftritt, ja. Aber ich kann von auch so vielen Beratungen, Berichten, Lebenserfahrung, Studium, Ausbildungen und und und und wissen können, tralala, habsa sa, aber ich habe eben nicht diesen Social Media Auftritt und aufgrund dessen werde ich möglicherweise dann nicht so viele Kunden über Social Media bekommen, obwohl ich vermeintlich besser bin als jemand, der vielleicht einmal ein oder zwei Wochen in irgendeinem Coaching in einer Coaching-Ausbildung gesessen ist, ohne jetzt jemandem schlecht reden zu wollen. Aber gibt es, kenne ich, deswegen kann ich es auch sagen mit gutem Gewissen. Wie siehst du das? wie finde ich dann den richtigen? Du sagst, schaust du dir über ein paar Wochen ein, das ist mir auch noch aufgefallen. Wenn ich jetzt ein Problem habe, dann möchte ich jetzt eine Lösung. Also ich glaube nicht, dass ich dann irgendeiner Handvoll Berater oder Coaches dann wochenlang folge. Martina Rathke: Mhm. Ja. Sabine Osterauer: ⁓ herauszufinden, was posten die denn alles, wie machen die das, wie sind die gut drauf, sondern ich möchte jetzt eine Lösung haben. Ich möchte jetzt eine Empfehlung haben, wo ich sage, da kenne ich jemanden, der war schon dort und der kennt wieder jemand, der war auch schon dort und der oder die, waren wirklich super. Also ich wäre nicht motiviert dazu, wenn ich jetzt ein Problem habe, dass ich mir wochenlang irgendwelche Social-Media-Auftritte von dieser Handvoll sind mir sympathisch, Berater und Coaches herausgesucht habe. Ich glaube, das will ich nicht machen. Also ich deswegen meine Frage, worauf kann ich achten? Was würdest du sagen für Nutzer, die eben jetzt ein Problem haben und eine Dienstleistung suchen? Welchen Rat würdest du denen geben und die auch nicht wochenlang schauen wollen? Martina Rathke: Mmh. Also ich würde, ja, also wenn der Pain natürlich so groß ist, würde ich zusätzlich noch zum Beispiel Google-Bewertungen, weil die ja weniger fakebar sind, also im Vergleich zu anderen. bei anderen geht es natürlich noch leichter. Also ich finde das schon wichtig, also Google-Bewertungen dafür zu sorgen. sie zu erhöhen, selbst wenn man erst mal nur Testkundinnen oder sowas hat. Aber dass da auch dann ehrliche Beiträge, Bewertungen dabei sind. Natürlich gibt es immer schwarze Schafe. Das ist ja das, was ich an Instagram so schade finde. Also, dass in dieser Welt Leute auch abgezockt werden können. Die dann auf diese... auf den Pain der Leute damit Profit machen. Also könnte ich auch ausrasten. Weil, dass man nicht einfach ehrlich versucht. Also wenn die Person sich für einen entscheidet und man hat dann wirklich so viel Herzblut, was man da reinsteckt, ⁓ dieser Person zu helfen. Und dann gibt es andere, die halt einen immens hohen Preis nehmen. und dann nur einen Videokurs bekommen oder so was. ich hab's auch schon gehört, ja, die haben schon 20.000 Euro in Instagram-Coaching gesteckt und es hat denen nichts gebracht. hab gedacht, ⁓ Gottes Willen. Aber die hast du halt immer. Deswegen, also, ich überlege gerade, wenn ich halt was akut suchen würde, kann ich auch nur ... in den Suchalgorithmus reingehen, gucken und da durchscrollen und gucken, welche Person oder Firma sich für mich stimmig anfühlt. du wirst, du hast immer diese, es ist eine 50-50 Chance. Sabine Osterauer: Weil früher, also bevor der ganze Social Media, dass ich es noch rausbringe, Social Media waren, sag ich jetzt mal, begonnen hat, waren ja ganz viele Dinge einfach auch, also viele Dienstleistungen mit Mundpropaganda weiter beworben worden. Das hat sich ja dann eben durch Social Media dann verändert. Und denkst du, dass es trotzdem einfacher ist? Martina Rathke: Mhm. Sabine Osterauer: nicht abgezockt zu werden, wenn es wirklich über Mundpropaganda geht, als wenn es rein über Social Media geht. Wo ist die Gefahr höher, denkst du? Martina Rathke: Gute Frage. Es kommt ja darauf an, wie die Person tickt, die das halt weitergibt. Also ich bin zum Beispiel jemand, ich würde nie jemandem empfehlen, wo ich nicht dahinter stehe, weil ich immer sage, wenn ich jemandem empfehle, stehe ich auch mit meinem Namen. Also wenn dann die Person mir sagt, ja wen hast du mir denn da empfohlen und so, dann sei ich so, Gott, peinlich. Sabine Osterauer: Ja. Martina Rathke: Ich würde sagen, ja, Mundpropaganda ist wahrscheinlich schon, aber es gibt trotzdem eine gewisse Prozentzahl. Wo dann vielleicht die Erwartungen nicht erfüllt werden, weil die eine Person sagt, ja, der war die oder der war total gut, hat mich super beraten, hat mir weitergeholfen. Und die gleiche Person coacht dann eine andere und die andere sagt, nee, also das war es für mich nicht. Also ich glaube, selbst da sollte man abwägen, selbst wenn man halt eine Empfehlung bekommt, selbst da auch einmal zu schauen, Webseite, Insta, Google Profil, also sich vorher nochmal abzusichern, also auch im Gefühl. oder auch so. Ich glaube, jeder von uns hat so eine kleine Stimme, die dann sagt, ja oder nee, irgendwas stimmt nicht. Man weiß nicht genau was, aber nein. Sabine Osterauer: Das heißt Du würdest empfehlen, wenn ich eine Empfehlung bekomme von irgendjemand anderen, vielleicht von einer Freundin, sagt, du, ich habe da auch schon einmal Themen gehabt in der Partnerschaft, wie auch immer, und wir sind dorthin gegangen oder ich habe mich dort beraten lassen, die war wirklich cool, schau sie dir mal an, schau dir den einmal an, vielleicht ist das ja auch etwas für dich. Das heißt, dann sollte ich mir den einmal anschauen, was hat der für eine Webseite, was hat der für einen Social Media Auftritt, aber da bin ich genau wieder, ich vorher schon war, das heißt, wenn er einen guten Auftritt hat, dann ist er ⁓ in der empfehlenswert als jemand, vielleicht gar keinen Auftritt hat, aber eigentlich eine Corefé wäre auf diesem Gebiet. Das heißt, ist wirklich dieses Wer hat welchen Auftritt. Also denkst du schon, dass es in der heutigen Zeit wirklich so ist, dass man sagen kann, der, einen besseren Social Media Auftritt hat, hat auch bessere Chancen, mehr Kunden zu bekommen als jemand, der das nicht hat. Martina Rathke: Ja, ja. nicht unbedingt, sondern es gibt ja auch die, deren Webseite egal ist, weil sie genug Kunden bekommen. Also die gibt es ja auch. Also ich denke nur, wenn man halt neu ist, sollte man versuchen, so professionell wie möglich vom Erscheinungsbild aufzutreten, also dass man wirklich ein Insta-Profil hat, wo immer aktiv was ist, in den Storys was ist, damit man sich ein Bild machen kann, wie tickt diese Person und dass sie halt eine professionelle Webseite hat. dann vielleicht auch schon so gut wie möglich, dass wenn es nur fünf Google-Bewertungen sind, aber wenn die halt schon mal positiv sind, weil jeder fängt ja mal klein an. Aber ich kenne wie gesagt auch wirklich Accounts, die haben es einfach nicht nötig, eine professionelle Webseite zu haben oder einen krass professionellen Instagram-Account, weil die sich sagen, ich muss gar nicht mehr Kunden akquirieren, die kommen einfach von alleine, bei mir läuft's. Also die Variante gibt es ja auch, weil wenn etwas gut läuft, warum solltest du was verändern? Sabine Osterauer: Ja, stimmt. Ich hatte so ein Thema schon einmal, nicht im Podcast, sondern bei irgendeinem Netzwerk treffen und da habe ich auch gesagt, wenn ich aber jetzt ⁓ Kunden genug habe und die kommen ⁓ mehr oder weniger über Mundpropaganda, ist es dann trotzdem wichtig, einen Social-Media-Auftritt zu haben. Und die ganz klare Antwort war ja natürlich. Weil woher möchtest du denn wissen, dass die Kunden auch in Zukunft regelmäßig bei dir auf der Matte stehen? Also dass du dich praktisch vorbereitest für den Fall der Fälle. Was mich dann wieder total verwirrt, denn auf der einen Seite lernen wir ja auch immer wieder, darfst nicht glauben und wenn es so sein soll, ist es so, die richtigen Kunden finden dich. Weißt du so etwas? dreht sich das alles ein bisschen und passt manchmal auch überhaupt nicht zusammen. Das ist so, wie wenn ich drei verschiedene Puzzle in eine Schachtel zusammenschmeiße und dann versuche aus drei unterschiedlichen ein großes Bild zu machen. So kommt es mir manchmal ein bisschen vor. Die Ausgangsfrage, ⁓ da wieder bisschen zurückzukommen, sind mit der Zeit schon sehr, sehr gut fortgeschritten. Die Ausgangsfrage war ja, warum Social Media einen so starken Einfluss auf unser Leben hat oder genommen hat. Was denkst du jetzt wirklich nur auf diese Frage bezogen, was ist der Grund, dass Social Media in den letzten Jahren so dermaßen einen Boom erlebt hat? Martina Rathke: weil ich glaube, dass die Leute gerne sich von ihrer besten Seite zeigen wollen, egal ob ihr Leben vielleicht gerade scheiße läuft. Also ich glaube einfach dieses Präsentieren, sich besser darstellen als man vielleicht ist, ⁓ zu vertuschen, dass es halt nicht so ist. und sie zeigen, wie toll man ist und wo man jetzt gerade wieder ist, wo man im Urlaub ist, was für einen Uhrmann hat und so was. Ich glaube, das pusht einfach, weil die Person, es guckt, sie weiß ja nie hundertprozentig, ob das alles echt ist. Und dann kommt ja dieser Wunsch hoch. Ich wäre auch gerne in so einem Hotel mit so einem krassen Ausblick und ich wäre auch gerne in so einem Haus, wo ein Pool drin ist und ich hätte auch gerne diese Klamotten. Also es ist ja immer dieses Ja will ich auch, will ich auch, will ich auch Mentalität. Und deswegen ist es einfach ein Instagram, zweischneidiges Schwert, wo man sich bewusst machen muss, es kann einem gut was bringen, aber man muss auch mit Bedacht das Ganze konsumieren. Sabine Osterauer: Jetzt bist du Expertin auf diesem Gebiet. Wenn du jetzt auf Instagram unterwegs bist, für deine Kunden etwas herauszusuchen, finden, anzuschauen oder auch privat keine Ahnung, würdest du sagen, dass du in der Lage bist zu erkennen, was fake ist und was nicht? Martina Rathke: ganz ehrlich nein. Das ist manchmal so gut gemacht. da, bestimmte Sachen, da sieht man es offensichtlich, aber ich, da würde ich lügen, wenn ich sage, ja klage ich sie sofort. so, nee, auch ich kann. reinfallen auf solche Profile, weil sie es einfach so gut machen. Und das ist ja nirgendswo sonst gekennzeichnet. Ich denke mal, wenn man das vielleicht der Person länger folgen würde oder so, sich Dinge widersprechen und man dann vielleicht sagen könnte, ja, ich glaube, da stimmt was nicht. ... Also ich konsumiere Instagram zum Beispiel privat gar nicht. Also ich gehe morgens rein, ⁓ meine Instagram-Nachrichten zu beantworten, ⁓ meine Story zu posten. Ich fokussierter rein. Jede Minute ist ja Arbeitszeit und Lebenszeit. Und wenn ich halt fokussiert, recherchiere für eine Kundin und so was, und dann bin ich danach auch gleich wieder raus. Weil das geht so schnell, wenn man am Scrawlen ist und dann ist eine Stunde wieder rum. Und dann denkt man sich so, ⁓ shit, ja, wieder eine Stunde dann nichts gemacht oder im schlimmsten Fall sich auch noch schlecht fühlen, weil überall anders machen, die ist ja besser und da sieht es ja viel, besser aus. Sabine Osterauer: Ja. Was würdest du sagen ist aus deiner Expertise heraus gesehen wichtiger oder wertvoller für einen Unternehmer, Unternehmerin Facebook, Insta oder LinkedIn? Martina Rathke: Ich glaube, dass das eine Präferenz ist, mit welcher Plattform man sich selber am wohlsten fühlt. Also in Anführungsstrichen am wohlsten. Weil es gibt schon die einen sagen halt, ich mag Instagram mehr. Die anderen sagen, ich mag aber die Facebook wegen den Gruppen mehr. Die anderen sagen, ich bin aber eher LinkedIn. Also deswegen würde ich jetzt nicht sagen, welches die erfolgreichste, also von denen, sondern Das, was sich für dich am besten anfühlt, damit man dort auch gerne ist. Also wenn man dann online ist. Aber es gibt schon eine Plattform, wo ich sagen würde, die ist definitiv am erfolgreichsten und das wäre YouTube. Also das ist halt eine Plattform, da ist schon Reichweite und Erfolg garantiert, aber natürlich auch da, wenn man das strategisch richtig macht. Sabine Osterauer: Was war jetzt deine Entscheidung, deine Selbstständigkeit noch einmal zurückzuschauen? Du hast dich ja für Instagram mehr oder weniger entschieden. Warum nicht für YouTube, obwohl du weißt, dass auf YouTube noch mehr möglich wäre? Martina Rathke: Weil YouTube mich überwältigt hatte mit sozusagen, was man alles machen muss, auch mit Schneiden und Thumbnails und etc. Das hat mich so erstmal überfordert, dass ich gesagt habe, gehe erstmal einen Schritt zurück und gucke halt die anderen Plattformen. Und ich bin halt nicht so dafür, vielen Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen. Also das habe ich auch versucht. So viel Zeit hat man gar nicht, alle gleichzeitig zu bespielen. Und deswegen hab ich halt einfach gesagt, ich mag Instagram, weil ich dort die bessere Connection zu den Menschen habe und einfach auch die Plattform an sich sehr gerne mag. Und mein nächster Schritt wäre dann in ein paar Monaten auch YouTube, weil man beherrscht halt eine Sache und dann kann man weitergehen oder eine weitere hinzunehmen. YouTube würde ich immer empfehlen, dann dazu zu nehmen. Sabine Osterauer: Okay, ich arbeite daran, dass die Podcasts auch auf YouTube dann ausgestrahlt werden. Ich habe immer so ganz tolle Interviewpartner und Innen. Also wir können uns absolut auch zeigen, denke ich. Liebe Martina, so gegen Ende unseres Podcasts, was würdest du den Menschen da draußen empfehlen? noch viel mehr Zeit auf Social Media zu verbringen oder doch auch wieder ein bisschen anzufangen, mehr nach draußen zu gehen, sich wieder mehr zu unterhalten, auch einmal das Handy wegzulegen und wenn man einsteigt auf Insta und Co. sich auch bewusst machen, dass das eine Ficklandschaft ist. ist wie bei der Truman Show eigentlich. Was würdest du den Menschen da draußen aus deiner Sicht, du bist Social Media Expertin, was würdest du den Menschen trotzdem gerne mitgeben? ganz persönliche Rat. Martina Rathke: Ja, also ich würde empfehlen, Social Media bewusster aufzunehmen und zu konsumieren. wirklich nur, selbst wenn man jetzt sagt, ich bin eine Stunde am Tag auf Social Media, egal ob das privat oder beruflich ist, aber das Ganze einfach bewusster zu machen und nicht als Zeitvertreib. Und wenn man halt auf Insta startet, wirklich zu schauen, nicht immer was die anderen machen, sondern sich mal darauf zu konzentrieren, wer man selbst, also wer will man auf Instagram sein? Nicht wie die anderen einen erwarten, wie man sein soll, sondern wie möchte man halt wirken, wie möchte man halt sein, also für was möchte man bekannt sein? Und auch zu dem dann so zu stehen, seine auch seine Meinung kund zu tun, also zu dem, was man, wie man denkt und auch Dinge zu äußern. Und deswegen also Fazit, Bewusstsein, Bewusstsein, dass Instagram halt beides sein kann. Es ist eine Scheinwelt, eine große Shopping Mall, in der du erfolgreich sein kannst, aber auch dich wie ein Loser fühlen kannst. Also deswegen strategisch vorgehen. Sabine Osterauer: sehr guter Rat. Liebe Martina, vielen Dank und liebe Zuhörer und Zuhörerinnen da draußen. Ich hoffe, wir haben es zusammen wieder einmal herausgefunden, warum Social Media einen so starken Einfluss auf unser Leben hat. ja, liebe Martina, ich danke dir sehr, dass du mit mir heute über diese Frage diskutiert hast und ja, ich hoffe, die Folge gefällt. Alles zu Martina gibt es in den Show Notes natürlich und da könnt ihr dann auch mit dir direkt Kontakt denn vielleicht braucht der eine oder andere jemanden, der ihm auf Instagram hilft, keine Scheinwelt aufzubauen, sondern ein ehrliches Profil mit richtigen Inhalten, die auch vielleicht für die Menschen, die sich das dann anschauen, auch wirklich Sinn macht. In diesem Sinne vielen lieben Dank, dass du da warst und an alle, die uns zugehört haben. Martina Rathke: Danke dir.