Latest / Rheinpegel - der Düsseldorf-Podcast / 'Haus der Talente' unterstützt Schulkinder, 20 Jahre 'Seifenhorst' und Aktuelles aus den Düsseldorfer Gerichten
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- 0:00Meine Schulzeit ist ja durchaus schon eine Weile her, vor allem die in der Grundschule.
- 0:05Und deswegen würde ich lügen, würde ich sagen, dass ich mich noch im Detail
- 0:08an sehr viele Dinge erinnere. Also an manche prägende Situation bestimmt,
- 0:11aber ihr wisst schon, was ich meine.
- 0:13Ich habe eher noch so ein Grundgefühl und da ist die Baseline,
- 0:16dass mir alles, was mit Sprache, Schreiben oder Kreativität im weitesten Sinne
- 0:20zu tun hat, recht leicht gefallen ist.
- 0:22Im Gegensatz zu Überraschung, alles mit Zahlen oder aus dem Naturwissenschaftlichen.
- 0:27Das hat mich im Verlauf dann auch eine Klasse gekostet. Sprich,
- 0:29ich bin sitzen geblieben. Aber hey, hat ja dann doch noch alles geklappt.
- 0:33Es gibt natürlich auch Schulkinder, da ist es genau andersrum.
- 0:36Die kommen in allen Fächern so gut klar, dass sie sogar eine Klasse überspringen.
- 0:40Und interessanterweise geschieht das oft schon in der Grundschule.
- 0:43Und das ist ein Prozess, der gut vorbereitet und begleitet sein will.
- 0:46In Düsseldorf gibt es dafür unter anderem die Mitarbeitenden im Haus der Talente,
- 0:50die in dieser Hinsicht außerschulisch ansprechbar sind.
- 0:53Verena Kehnsbock war dort und erzählt uns, was sie alles in Erfahrung gebracht hat.
- 0:58Ungefähr so alt wie mein Schulabschluss ist der Seifenhorst in Unterbilk, 20 Jahre.
- 1:02Ein Café, das sich im Laufe des Tages zur Kneipe wandelt, ein Stammort für viele
- 1:06aus der Gegend und ein durchaus stilprägendes Konzept.
- 1:10Was sich seit der Eröffnung geändert hat oder auch nicht, das weiß Alexander Esch.
- 1:15Und in unserer Rubrik Was geht an Düsseldorfer Gerichten führt Philipp Zeitner
- 1:18durch drei aktuelle Fälle und Prozesse, die gerade verhandelt werden.
- 1:22Und damit herzlich willkommen zum Rheinpegel. Ihr hört Folge 445 und der Rhein steht bei 14 cm.
- 1:50Hallo zum Rheinpegel, dem Podcast, in dem wir jede Woche darüber sprechen,
- 1:54was Düsseldorf bewegt, was die Bewohnerinnen und Bewohner umtreibt, kurz und gut, was geht.
- 2:00Mein Name ist Tosja Kormann und diese wirklich schöne Aufgabe darf ich übernehmen.
- 2:05Wenn ihr uns etwas mitteilen wollt, wenn ihr Termine habt, auf die wir hinweisen
- 2:08dürfen, wenn ihr Themen wisst, über die wir sprechen können oder wenn ihr einfach
- 2:12mal irgendwas loswerden wollt, dann könnt ihr das sehr gerne tun unter rheinpegel-post.de oder,
- 2:180160 80 80 844 erreicht ihr uns.
- 2:22Wir freuen uns immer von euch zu hören.
- 2:26Gerade hat das neue Schuljahr begonnen und für die meisten geht es einfach weiter.
- 2:30Eine Klasse höher, neue Themen, neue Herausforderungen. Für den einen oder die andere aber nicht.
- 2:35Vielleicht muss eine Klasse wiederholt werden oder im Gegenteil eine übersprungen.
- 2:39Das bedeutet, was man sich schon denken kann, statt in zum Beispiel von der
- 2:42zweiten in die dritte zu wechseln, geht es direkt in die vierte Klasse.
- 2:46Das passiert nicht oft, aber wenn, dann ist es wichtig, die Kinder auf diesen
- 2:49Prozess gut vorzubereiten und auch währenddessen zu begleiten.
- 2:53In Düsseldorf gibt es dafür als außerschuliche Ansprechmöglichkeit das Haus der Talente.
- 2:57Verena Kehnsbock war da und berichtet von den Vorteilen eines Klassenwechsels,
- 3:01welche Voraussetzungen es gibt und wo auch Hürden lauern.
- 3:10Verena Kehnsbock, herzlich willkommen. Vielen Dank. Ich weiß ja einige Dinge
- 3:14über dich, weil wir tauschen uns durchaus aus.
- 3:17Übereinander, über bestimmte Themen. Ich weiß nicht über dich,
- 3:20ob du gerne zur Schule gegangen bist.
- 3:23Doch, bin ich. Und regelmäßig auch.
- 3:27Und bis zum Schluss.
- 3:29Ja, ich habe einen Abschluss gemacht und ich bin einigermaßen gerne zur Schule gegangen.
- 3:34Also verbindest du mit deiner Schulzeit gute Erinnerungen?
- 3:37Absolut. Und hast dich von Jahr zu Jahr quasi aufgehoben und auch genug oder,
- 3:46in manchen Fällen ja vielleicht auch zu wenig oder zu viel beansprucht gefühlt.
- 3:50Also hast du dazu noch irgendwie Erinnerungen?
- 3:52Es ist mir immer relativ leicht gefallen, muss ich sagen, was dann so in den
- 3:58höheren Stufen dazu geführt hat, dass ich extrem faul wurde,
- 4:02muss man ehrlicherweise sagen.
- 4:03Ich habe dann halt irgendwie, mit so einem Minimalaufwand habe ich irgendwie
- 4:08mich durchgewusstelt. Ich verstehe.
- 4:10Ich war auch extrem faul, aber mir ist es auch nicht sehr leicht gefallen.
- 4:13Deswegen, da unterscheiden wir uns vielleicht ein bisschen voneinander.
- 4:16Und deswegen finde ich auch das Thema, über das wir jetzt sprechen,
- 4:20beziehungsweise über das du mir und uns hier ein bisschen was erzählen willst,
- 4:23ganz interessant, weil das eine Realität ist, mit der ich auf jeden Fall nicht
- 4:27konfrontiert war in meiner Schulzeit, wie es ist, wenn man eine Klasse überspringt.
- 4:32Das war ich auch nicht. Das muss offen sein. Bei mir war es eher das Gegenteil.
- 4:36Davon kann ich viel erzählen, wie es ist, wenn man in eine Klasse zurückspringt.
- 4:39Aber ja, du hast dich kundig gemacht hier in Düsseldorf.
- 4:43Ich kann mir vorstellen, dass das ein Thema ist, was auch jetzt gerade wahrscheinlich
- 4:46wieder so ein bisschen aktueller wird, weil die Schule hat ja wieder angefangen.
- 4:49Also die neuen Schuljahre sind gestartet.
- 4:52Und dann ja vielleicht mit manchen Klassenverbänden, die sich geändert haben,
- 4:56weil da jemand Neues dazugekommen ist oder jemand dann dementsprechend nicht
- 4:59mehr da ist, weil er oder sie die Klasse übersprungen hat.
- 5:03Was bedeutet das eigentlich? Das Klasse überspringen bedeutet,
- 5:07dass ein Kind eine Klasse höher einsteigt, als es eigentlich wäre.
- 5:12Meistens passiert das sogar schon
- 5:14und das fand ich ehrlich gesagt ganz überraschend in der Grundschule.
- 5:18Ich dachte irgendwie, das wäre eher ein Phänomen, was über die kompletten Stufen verteilt ist.
- 5:23Aber ich habe mit Sabine Warnecke vom Haus der Talente in Düsseldorf,
- 5:29gesprochen, die begleiten Familien, deren Kinder sehr begabt sind und besondere Talente haben.
- 5:39In allen Hinsichten, also geht es da um akademisches, aber auch künstlerisches, kreatives und so?
- 5:44Ja, wobei man sagen muss, dass beim Klasseüberspringen ganz konkret tatsächlich,
- 5:51eigentlich alle Bereiche extrem gut ausgeprägt sein müssen.
- 5:55Ansonsten wird es nämlich schwierig. Da fängt schon die erste Hürde an sozusagen,
- 5:59von denen es wohl einige gibt.
- 6:01Es ist so, dass wohl nur extrem wenige,
- 6:06Kinder tatsächlich dafür geeignet sind, eine Klasse zu überspringen,
- 6:10obwohl sich laut Frau Warnecke sehr viele Eltern das wünschen,
- 6:15dass ihr Kind eine Klasse überspringt.
- 6:17Aber tatsächlich ist das nicht für alle der richtige Weg, sagt sie.
- 6:21Ich muss ganz ehrlich sagen, ich verstehe oder ich kann nachvollziehen,
- 6:25dass man da die Parameter relativ eng macht oder die Hürden irgendwie hoch.
- 6:30Ich finde, das hört sich immer direkt so hart an. Also du musst Hürden überwinden und so.
- 6:34Also aber weil, genau, zum einen ist es wahrscheinlich herausfordernd für die
- 6:38Kinder, das wirst du ja auch vielleicht gleich noch erzählen und dann ja auch
- 6:42wahrscheinlich im Umkehrschluss für die Eltern.
- 6:44Also ich verstehe, irgendwie möchte man, dass das Kind in die Klasse überspringt,
- 6:47weil es dann ein Jahr weniger zur Schule geht, also weil es einfach ein Jahr
- 6:50weniger diesen Zustand bedeutet, möchte man es ein bisschen...
- 6:56Ja, einfach was Besonderes haben. Das verstehe ich nicht, weil es ist ja bestimmt
- 7:00auch sehr herausfordernd für die Kinder, sich damit so recht zu finden.
- 7:04Deswegen kann ich nachvollziehen, dass da die Prüfungen einfach im wahrsten
- 7:09Sinne des Wortes relativ hart sind.
- 7:11Ja, also sie sprach tatsächlich von sozialer Erwünschtheit. Also das ist schon,
- 7:16glaube ich, wenn Eltern merken, das Kind kommt gut zurecht und das klappt und
- 7:22das könnte vielleicht eine Klasse überspringen, dass sie dann schon auch hinterher
- 7:26sind, dass das passiert.
- 7:28Ja, verstehe. Da gibt es auch das andere Extrem.
- 7:32Also sie sagt, es gibt durchaus auch Eltern, die da eher auf die Bremse treten
- 7:36und sagen, das Kind sollte lieber in der Klasse bleiben, in der es ist und muss
- 7:40dann halt auch mal ein bisschen Langeweile aushalten.
- 7:43Da geht es vielleicht auch um den sozialen Faktor. Also Kinder,
- 7:46gerade in der Grundschule, die muss man sich ja eh erstmal eingewöhnen.
- 7:49Man kommt vielleicht aus der Kita, aus dem Kindergarten, dann ist eh alles neu.
- 7:52Und dann, Grundschule dauert ja auch einfach nur vier Jahre.
- 7:55Also so viel Zeit sich da in der einen oder anderen Hinsicht zurechtzufinden, ist ja gar nicht.
- 8:00Also das stelle ich mir auch herausfordernd vor für alle Beteiligten.
- 8:04Hast du in deinem Gespräch herausfinden können, sind es öfter die Eltern,
- 8:07die vorschlagen, dass das Kind doch jetzt eine Klasse überspringen sollte?
- 8:11Oder sind es die Lehrkräfte, die das beobachten und dann auf die Eltern zu gehen?
- 8:15Wohl eher die Eltern, also die zumindest jetzt im Fall vom Haus der Talente,
- 8:21sind es meistens die Eltern, die sich dann an das Haus wenden und sagen,
- 8:26wir glauben, dass das klappen könnte und könnt ihr uns auf diesem Weg begleiten.
- 8:31Was schon mal ein guter Schritt ist, anstatt das einfach nur mit der Schule abzukaspern.
- 8:38Weil sie meinte, dass es schon wichtig ist, wirklich alle ins Boot zu holen
- 8:43und die Lehrkräfte müssen damit einverstanden sein.
- 8:47Also sowohl die Lehrer aus der Klasse, die das Kind verlässt,
- 8:51als auch die Lehrer von der aufnehmenden Klasse.
- 8:55Die Eltern müssen natürlich damit einverstanden sein und das Kind muss motiviert
- 9:00sein und muss sich das auch zutrauen.
- 9:03Das ist ja auch nicht einfach. Was ich auch gerade finde bei einem relativ jungen
- 9:06Kind, so viel Reflektiertheit irgendwie auch, ja nicht zu erwarten, aber vorauszusetzen.
- 9:11Also wenn ich an die Kinder denke in meinem Umfeld, die vielleicht in diesem
- 9:15Alter sind, wenn ich die Frage, traust du dir zu, irgendwie sieben Treppenstufen
- 9:20runterzuspringen, sagen die ja.
- 9:21Wenn ich sage, traust du dir zu, dir die Schuhe selber zuzubinden,
- 9:23sagen die ja. Und wahrscheinlich, wenn ich sage, traust du dir zu,
- 9:25eine Klasse zu überspringen, würden die auch Ja sagen. Das finde ich schon auch
- 9:29irgendwie umso besser, wenn das dann von außen auch ein bisschen begleitet wird.
- 9:33Weil man hört ja auch manchmal, was man hören möchte. Das stimmt.
- 9:38Auf die Hürden zurückkommt, was passiert da? Was muss ich machen oder eben auch nicht?
- 9:42Also als allererstes, das würde ich jetzt nicht unbedingt als Hürde bezeichnen,
- 9:46aber als Voraussetzung ist tatsächlich so eine Begabungsdiagnostik.
- 9:51Also die Kinder müssen einen wissenschaftlichen Test ablegen.
- 9:56Da werden unterschiedliche Dinge getestet, wie logisches Denken,
- 10:01Sprache, Erfassungsgeschwindigkeit, wie schnell sind die im Kopf.
- 10:06Und da müssen die halt in vielen Bereichen auch wirklich gut sein.
- 10:11Also wenn man irgendwie eine einzelne Begabung hat, wenn man Sprachen sehr begabt
- 10:16ist oder mathematisch sehr begabt ist, dann reicht das nicht unbedingt,
- 10:20um eine Klasse zu überspringen, weil dann ist man vielleicht in einem Bereich.
- 10:25Kommt man gut zurecht, aber in allen anderen hinkt man hinterher.
- 10:30Deshalb sollte das schon ausgeglichen sein.
- 10:32Und wenn die Kinder diese Begabungsdiagnostik bestehen und wirklich dann auch,
- 10:40wie ich gerade schon sagte, irgendwie alle im Boot sind und sagen,
- 10:44wir würden das gerne machen mit dem Klasseüberspringen, dann gibt es in der Regel eine Probephase.
- 10:51Also es ist wohl auch normal so, dass man nicht sagt, das Kind springt jetzt und ist für immer da
- 10:59und frisst oder stirbt, sondern es muss klar sein von Anfang an,
- 11:03man macht jetzt vier oder sechs Wochen, in der Grundschule eher vier,
- 11:07in der Weiterführungsschule eher sechs.
- 11:09Und im besten Fall begleitet von Mentoren oder Mentoren an den Schulen,
- 11:15die das auch einschätzen können, was zum einen,
- 11:20wie das Kind fachlich mitgeht.
- 11:21Also es sollen irgendwie Meilensteine oder Ziele definiert werden,
- 11:26fachliche Art. Und es soll aber eben auch beobachtet werden,
- 11:29wie kommt das Kind so sozial zurecht.
- 11:31Ja, das finde ich auch einen wirklich gar nicht so unwichtigen Punkt und ich
- 11:35kann mir vorstellen, dass sich das, das kannst du jetzt bestätigen oder auch nicht,
- 11:38vielleicht in den letzten Jahren ein bisschen verändert hat,
- 11:41weil ja vielleicht auch in den letzten Jahren zum einen natürlich auch ein bisschen
- 11:44präsenter geworden ist, dass Kinder vielleicht hochbegabt sein können und man da,
- 11:49auch dann vielleicht ganz besonders drauf achten kann oder das auch suchen kann, weiß jetzt nicht.
- 11:54Aber auch, dass natürlich das ganze Drumherum, also das Psychosoziale,
- 11:58diese Ebene, losgelöst von der Leistung natürlich auch wichtig ist.
- 12:03Also in groß gesagt diese ganze Mental Health Sache oder wie es uns auch geht
- 12:07bei bestimmten Dingen in jedem Alter ist ja ein bisschen präsenter geworden.
- 12:17Da war jetzt drumherum mit MentorInnen oder so ein bisschen Begleitung nicht
- 12:21so viel. Das ist jetzt einfach auch schon 20 Jahre her.
- 12:24Also da ist bestimmt viel passiert. Deswegen umso schöner wieder,
- 12:28genau wie beim Haus der Talente, dass da auch drauf geachtet wird und nicht
- 12:32einfach so beschlossen und gemacht wird.
- 12:34Weil ich möchte nochmal betonen, ich finde wirklich, diese Phase,
- 12:37über die wir hier reden, gerade in der Grundschule, ist ja einfach eh nicht so leicht.
- 12:41Ich meine, I hate to be the one to break it to you, Aber ab sieben ist wahrscheinlich
- 12:45überhaupt gar nichts mehr leicht für den Rest unserer Tage.
- 12:48Aber das ist ja schon auch viel Umbruch und so. Und auch für Eltern,
- 12:55die ja auch diese Situation vielleicht zum ersten Mal erleben und so. Auf jeden Fall.
- 12:59Werden die auch mit begleitet in diesem MentorInnen-Programm?
- 13:02Also gibt es für die auch AnsprechpartnerInnen?
- 13:05Neben dem Haus der Talente die Leute da, aber interschulisch?
- 13:09Ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob es jetzt Ansprechpartner ausschließlich für
- 13:12die Eltern gibt. Aber die Ansprechpartner zum Beispiel beim Haus der Talente,
- 13:16das ist ja ein außerschulischer Ort, die betreuen natürlich die ganze Familie.
- 13:21Und auch bei den Mentoren an den Schulen gibt es natürlich immer einen Austausch,
- 13:26damit das funktioniert. Und ich glaube, es ist vielleicht auch ganz wichtig,
- 13:30das nochmal einzuordnen und so zahlenmäßig.
- 13:33Also es betrifft halt wirklich, zumindest schätzungsweise, sehr,
- 13:36sehr wenige Kinder. Ja, das wäre meine nächste Frage gewesen,
- 13:39was so überhaupt das Ausmaß ist, über das wir hier reden.
- 13:42Also es gibt leider keine offiziellen Zahlen, anders als.
- 13:48Beim Nachsitzen. Wie heißt das denn? Nachsitzen? Wie gesagt,
- 13:53da käme ich es dann wieder ins Spiel.
- 13:56Sitzen bleiben. Wiederholer.
- 14:00Da gibt es reichlich Zahlen zu, wie viele Kinder eine Klasse wiederholen.
- 14:05Aber es sind wohl wirklich so wenige Kinder, dass sich das irgendwie gar nicht
- 14:08lohnt, das zu erfassen, sagte die Frau Warnecke. Und sie schätzt,
- 14:11dass es 0,4 bis 1 Prozent aller Kinder und Jugendlichen sind,
- 14:16die einmal in der Schulzeit eine Klasse überspringen.
- 14:19Und bei denen im Haus der Talente sind es so fünf Fälle pro Jahr,
- 14:24die sie betreuen, maximal.
- 14:27Und das sind dann auch nicht alles Erfolgsfälle.
- 14:31Also manchmal melden sich die Familien eben auch erst, wenn der Sprung schon
- 14:36geschehen ist, sondern sagen, es klappt jetzt aber doch nicht so gut,
- 14:39wie wir uns das vorgestellt haben und brauchen dann nochmal Beratung.
- 14:44Das ist natürlich wirklich eine nicht sehr hohe Zahl. Auf der anderen Seite,
- 14:48ja, müssen wir vielleicht auch nochmal überlegen, worüber wir hier gerade sprechen.
- 14:53Also tatsächlich ein ganzes Jahr Schulstoff. Das ist ja nicht nur,
- 14:56bin ich irgendwie kognitiv oder so oder auch dann meinetwegen emotional in der
- 15:01Lage, weiter zu sein als Leute in meinem Alter, sondern es geht ja auch tatsächlich um...
- 15:07Ja, Sachen, die ich dann einfach nicht mitbekomme, die ich ja irgendwo anders mir auch aufholen muss.
- 15:12Also ich finde, das bringt es dann irgendwie wieder so ein bisschen in Relation.
- 15:15Das ist natürlich wenig, aber worüber reden wir hier? Das ist ja schon eigentlich
- 15:19ein krasser Zustand oder eine krasse Sache.
- 15:22Und deshalb ist es wohl auch total wichtig, dass die Kinder auch wirklich reif
- 15:26genug dafür sind und auch Methoden haben, also methodisch total weit sind und
- 15:32sich auch selber Dinge beibringen können.
- 15:36Also so eine reine Begabung sozusagen reicht nicht, sondern wir müssen auch
- 15:41in der Lage sein, selbstständig sich zu organisieren und selbstständig den Stoff
- 15:46aufzuarbeiten, weil das,
- 15:49muss man dann, wenn man eine Klasse überspringt und sagt,
- 15:53sitze ich plötzlich da, die zweite Klasse fehlt mir, jetzt von der Eins in die
- 15:57Drei, das muss ich jetzt erstmal irgendwie alles nachholen und das müssen die
- 16:01dann natürlich auch zu einem großen Teil selbstständig tun.
- 16:04Also deswegen nochmal, dass es diese verschiedenen Prüfsteine auf dem Weg gibt,
- 16:09ist ja wahrscheinlich auch genau dafür da, um das auch abzutasten.
- 16:12Jetzt habe ich noch zwei Fragen. Gibt es Schulen, wo dann diese geringen Zahlen,
- 16:18aber dennoch Zahlen öfter auftauchen? Nicht, dass ich wüsste.
- 16:24Wie gesagt, es sind eher Grundschulen als weiterführende Schulen,
- 16:27was glaube ich einfach daran liegt, dass dann sobald die Kinder zur Schule gehen, das dann auffällt.
- 16:32Und dann merken Eltern oder Lehrkräfte, dass ein Kind besonders begabt ist und,
- 16:40das Anforderungsniveau der Klasse vielleicht einfach nicht reicht.
- 16:43Oder manchmal langweilen die Kinder sich auch. Das ist ja dann so nochmal das andere Extrem.
- 16:49Und dann kommt das irgendwo anders raus. Genau. Und dann hat man wieder eher auf der...
- 16:54Zwischenmenschlichen, sozialen Ebene wahrscheinlich irgendwelche Probleme.
- 16:57Also das hängt ja zusammen.
- 16:59Das eine kann man vielleicht mit dem anderen ein bisschen auffangen.
- 17:01Und speaking of that, das eine mit dem anderen ein bisschen auffangen,
- 17:04was ist denn, wenn ich jetzt zum Beispiel in einer Hinsicht wirklich sehr begabt
- 17:09bin und in einer anderen Hinsicht nicht.
- 17:12Ich möchte mich da wieder offen machen. Also ich bin in Naturwissenschaften,
- 17:15das kann man aber sowas von vergessen, wie ja auch hier schon oft erlebt und
- 17:18oft bewiesen, wenn ich irgendwas mit Zahlen erzählen muss oder so.
- 17:21Tatsächlich war ich schon früh in meinem Leben, also dementsprechend in der
- 17:25Grundschule, was Sprachen angeht und vielleicht Schreiben und so durchaus weiter,
- 17:30was dann bei uns an der Schule wurde zum Beispiel Englischunterricht angeboten
- 17:34von der ersten Klasse an.
- 17:35Das konnte man freiwillig machen, da konnte ich mich dann so ein bisschen austoben
- 17:38und vielleicht auch fordern so.
- 17:40Was passiert in solchen Situationen? Ich war jetzt auf einer Montessori-Schule,
- 17:43da steckt das so ein bisschen drin, also alle sind zusammen und man kann so
- 17:47ein bisschen gucken, wo man vielleicht Stärken hat oder wo man anderen auch helfen kann bei und so.
- 17:51Das macht ja auch manchmal was aus. Wenn ich als Viertklässlerin vielleicht,
- 17:57von einer Zweitklässlerin was erklärt bekommen kann, dann macht das auch direkt
- 18:00auf der sozialen Ebene wieder was anderes auf.
- 18:02Ganz anderes Thema, aber gibt es sowas auch in Nicht-Montessori sozusagen?
- 18:06Ja, das ist tatsächlich ganz oft die Alternative zum Überspringen.
- 18:11Das ist das sogenannte Drehtürmodell.
- 18:15Sehr anschaulich. Begabten für Förderung, wenn zum Beispiel Eltern oder die
- 18:22Kinder nicht wollen, dass das Kind überspringt oder wenn
- 18:25die, wie du schon sagtest, die Begabung irgendwie eher einzelne Bereiche trifft
- 18:29und nicht so flächendeckend ist, dass man dann sagt, das Kind macht in,
- 18:35Mathe immer, die geht immer in die,
- 18:38Die fortgeschrittene Klasse bleibt aber in seinem Klassenverband fest mit drin und.
- 18:47Muss nicht komplett springen und nicht alle Freunde quasi zurücklassen,
- 18:51sich nicht völlig in der neuen Klasse einfinden, bekommt dann aber in den Bereichen,
- 18:56in denen es das braucht oder möchte, diese Förderung und kann schon weiter sein.
- 19:01Und ist das mehr bemüht, also wird diese Alternative dann auch sichtlich öfter
- 19:07benutzt, als das Überspringen? Also gibt es da nochmal Zahlen oder Erfahrungen?
- 19:11Und leider keine Zahlen. Ich habe es so verstanden, dass das durchaus schon
- 19:16häufiger, der häufigere Weg ist, weil eben nur sehr wenige Kinder diese Begabung
- 19:22mitbringen, dass man wirklich sagt, dass es so.
- 19:26Es ist in allen Bereichen so viel weiter als alle anderen, dass man wirklich
- 19:30diesen Schritt mit dem Überspringen geht.
- 19:32Deshalb ist, glaube ich, dieses Drehtürmodell schon häufiger angewendet.
- 19:37Ich bin gerade sehr froh, dass meine Schulzeit einfach vorbei ist.
- 19:40Ich muss sowas erstmals persönlich nicht auseinandersetzen muss.
- 19:44Weil ja, wie ich jetzt schon öfter betont habe, ich stelle mir das durchaus
- 19:47herausfordernd vor für alle Beteiligten.
- 19:50Ich finde es irgendwie gut zu wissen, dass auch bewusst ist,
- 19:56dass man immer wieder oder immer nochmal über alles sprechen kann und das vielleicht
- 20:00auch wieder rückgängig machen.
- 20:01Also dass es diese Probephase gibt und da vielleicht dann auch der Druck einfach
- 20:04ein bisschen weniger ist.
- 20:06Also was die Sabine Warnecke vom Haus der Talente auch sagt und das fand ich
- 20:10total wichtig, ist, dass die Rückkehr in eine Klasse darf halt kein Scheitern sein.
- 20:16Und das muss von Anfang an klar sein. Es ist auf Probe und es kann klappen,
- 20:21es muss aber nicht klappen. Das Kind darf sich auch entscheiden,
- 20:25wieder zurückzugehen. Ja.
- 20:26Und dafür gibt es eben diesen Test. Und wenn es dann klappt,
- 20:30dann sagt sie, ist das gut begleitet, ist das eine...
- 20:34Total wirksame Förderung für Kinder, aber es ist halt nicht für alle der richtige Weg.
- 20:41Wenn man das jetzt hört und denkt, für uns wäre das vielleicht der richtige
- 20:45Weg, kann man sich beim Haus der Talente wahrscheinlich einfach melden.
- 20:48Also da gibt es, die sind offen, die sind ja eh außerschulisch,
- 20:51also nicht an irgendwelche Institutionen gebunden und sind einfach zu finden.
- 20:55Absolut. Und wahrscheinlich auch dafür eine lockere Kontaktaufnahme.
- 21:00Auf jeden Fall. Man kann sich da beraten
- 21:01lassen und man kann auch diese Begabungsdiagnostik da vor Ort machen.
- 21:06Verena, vielleicht machen wir das einfach mal. Ja, gut. Ich danke dir sehr und
- 21:10freue mich aufs nächste Mal. Tschüss. Tschüss.
- 21:16Kurze Pause. Vielleicht mit etwas Werbung.
- 21:30Cafés und Kneipen gibt es in dieser Stadt zahlreich, was es sicher nicht schwer
- 21:34macht, einen sogenannten Stammladen zu finden.
- 21:36Und im schönsten Falle bleibt der es dann auch jahrelang.
- 21:39Für viele Unterbilkerinnen und Unterbilker ist der Seifenhorst direkt an der
- 21:43Bilker Kirche ein solcher.
- 21:45Seit nunmehr 20 Jahren trifft sich hier die Nachbarschaft, feiert,
- 21:48tauscht sich aus, begegnet sich.
- 21:50Und das in einem Ambiente, das sich von Anfang an treu bleibt.
- 21:53Was es so besonders macht, welche Trends der Inhaber mitgeht und welche eben
- 21:57nicht, das weiß Alexander Esch.
- 22:04Lieber Alexander. Hallo Tosja. Wir sind uns heute mal wieder remote zugeschaltet.
- 22:09Jawohl. Weil wir gehen ja mit der Zeit.
- 22:12Und das ist ja eine moderne Art des Arbeitens. Und wir sprechen heute auch über
- 22:17ein Thema. Es ist kein Selbstzweck, muss ich dazu sagen.
- 22:21Aus anderen Gründen kann ich heute nicht in der Redaktion sein.
- 22:23Und wir finden Wege, das zu kompensieren.
- 22:28Wir finden immer Wege, das zu kompensieren. Damit wir hier auch unseren stetig
- 22:32anhaltenden Gesprächsfluss einfach nicht unterbrechen lassen müssen.
- 22:36Wir sprechen ja oft über Dinge, die mit Bauen zu tun haben, mit Brücken,
- 22:40mit Fahrrädern und sonstigen sehr, sehr spannenden Sachen.
- 22:43Heute sprechen wir mal über ein etwas, naja, ich möchte fast sagen,
- 22:48lockereres Thema, wo aber natürlich auch was hinter steckt, weil sonst wären wir ja nicht wir.
- 22:52Wir sprechen über den Seifenhorst in Unterbild. Jawohl.
- 22:57Wer das jetzt hört und denkt, hä? Oder der, kannst du vielleicht mal kurz erklären,
- 23:02was es damit auf sich hat? Ich weiß es, weil ich bin natürlich auch eine trendy junge Frau. Ja.
- 23:07Es ist eine Mischung aus Bar und Café vis-à-vis der Bülker Kirche,
- 23:13quasi in der Verlängerung der Loretto-Straße, wenn man so will,
- 23:16aber eigentlich an der Neusser Straße.
- 23:18Ja, irgendwie so richtig schön da mitten auf dem Präsentierteller auf dieser
- 23:22Kreuzung, finde ich, ne?
- 23:23Ja, also es ist schon sehr oberen. Also es ist ein kleiner Bürgersteig nur davor
- 23:28und dann donnert da direkt die Bahn lang und auch der Autoverkehr und so weiter.
- 23:33Man kann dabei zugucken, wie Fahrradfahrer sich in den Schienen verheddern und
- 23:37eigentlich immer regelmäßig vor der Terrasse auf den Asphalt knallen.
- 23:40Das ist echt eine blöde Ecke da. Also da ist wirklich richtig Verkehr.
- 23:44Und trotzdem stehen da aber die Tische draußen vor dem Schaufenster und es ist
- 23:49auch dann gerade am Wochenende abends auch relativ voll. Auch dass viele noch
- 23:54vor dem Laden stehen und so. Also da wird so Meter Zentimeter ausgenutzt.
- 23:58Immer sehr korrekt darauf achten, dass doch aber noch alle durchkommen.
- 24:01Und ja, also das ist so die Szenerie da.
- 24:05Der Inhaber und Betreiber hat da natürlich jetzt auch schon Erfahrungen mit,
- 24:08weil den Laden gibt es seit 20 Jahren, was auch der Anlass ist,
- 24:11warum wir darüber sprechen, beziehungsweise du dir nochmal einen Moment genommen
- 24:15hast und diesen Ort dir nochmal angeschaut hast.
- 24:18Eine Würdigung, ich habe eine Würdigung geschrieben. Eine Würdigung,
- 24:22du hast eine sehr schöne Würdigung geschrieben und die würde ich jetzt gerne
- 24:25auch nochmal in deinen Worten hier von dir an.
- 24:28Und wie gesagt, also ich bin ja jetzt quasi am anderen Ende der Stadt so richtig
- 24:33groß und auch erwachsen geworden.
- 24:36Was heißt im Sinne von, also mein Mann ist man vielleicht immer erwachsen,
- 24:38aber dieses erste Kaffee trinken gehen, irgendwie mal in Läden und so.
- 24:44Das habe ich halt alles eher im Norden oder dann in der Stadt gemacht.
- 24:48Dennoch ist mir der Seifenhorst tatsächlich ein Begriff, so wie viele andere
- 24:51von diesen, auch die Frieda in Unterbilk oder auf der Loretschestraße so ein, zwei Läden.
- 24:56Also das ist ja schon ein prägendes Ding, vor allem, weil der Style,
- 25:01der da quasi gefahren wird, ja einer ist, den man jetzt...
- 25:05Fast schon, ich will nicht sagen, ein bisschen über hat, aber auf jeden Fall
- 25:09sehr, sehr, sehr gängig sieht. Und das war damals einfach was Besonderes und
- 25:13ist ja auch nicht einfach so entstanden.
- 25:17Das stimmt. Ich habe halt da in der Nähe gewohnt, ganz lange,
- 25:21unmittelbar um die Ecke und deswegen diesen Laden relativ lange und regelmäßig
- 25:26immer wieder mitbekommen und war da auch oft selber zu Gast.
- 25:31Und das stimmt auf den ersten Blick. Also wenn man so will, ist das so eine.
- 25:37Heute würde man sagen, shabby-chick-Ästhetik. Und das ist natürlich auch etwas, was du so mega...
- 25:42Eigentlich schon so sehr Trend ist, dass es schon fast über ist eigentlich.
- 25:47Man kann ja schon fertige Shelby-Schicksale kaufen. Genau, die werden so gefertigt.
- 25:51Obwohl, ich weiß gar nicht, ob es so weitgehend dann oft auch in der Konsequenz
- 25:57auch gemacht wird, weil eben auch schon von außen diese alte,
- 26:00verwitterte Fassade einem so anspringt.
- 26:03Die du so wunderschön als ungeschminkt beschreibst. Genau. Das finde ich sehr
- 26:07schön. Und obwohl das halt komplett saniert ist, das ganze Haus und da auch,
- 26:14neue Holzfenster drin sind und so, wenn man das weiß.
- 26:17Aber das wirkt halt auf den ersten Blick nicht so, aber das hat schon alles seinen Sinn.
- 26:21Und es ist aber eben nicht irgendwie künstlich hergestellt, dieser Chevy Schick,
- 26:26sondern es ist eigentlich der Ansatz des Betreibers, der gleichzeitig Architekt ist,
- 26:31eigentlich den Charakter des Hauses und auch des Innenlebens so zu erhalten, wie er war.
- 26:38Und Seifenhorst ist halt auch kein erfundener Name, sondern oder in gewisser
- 26:43Weise schon, aber das ist eigentlich der alte Titel des Geschäftes, das es da immer gab.
- 26:48Und da gab es eben auch einen Betreiber dieses Geschäftes, der wirklich Horst
- 26:52hieß, Horst Hammelstein. Und der hatte damals auch diesen Schriftzug Seifenhorst
- 26:57da oben schon hingemacht.
- 26:59Und das war eine Drogerie sozusagen. Und auch die alte Theke,
- 27:02die da drin ist, so eine beschwungene Holztheke, sehr, sehr schön.
- 27:06Ist fast 80 Jahre alt inzwischen.
- 27:08Auch die ganze Regale, die dahinter in dem jetzt nicht besonders großen Raum
- 27:13sich befinden, sind zum Teil sogar noch gefüllt mit den,
- 27:16alten Produkten aus dieser Drogeriezeit, also die kann man da auch noch sehen.
- 27:22Und die halten sich ja dann auch schon seit 20 Jahren plus, also fast 100 Jahre.
- 27:26Nee, guck mal, jetzt habe ich hier wieder rechenmäßig Alex von Friesinger.
- 27:31Der Mann ist halt auch noch auf dem Porträtfoto auf der Speisekarte zu sehen,
- 27:35also auch so aus Reminiszenz und so, also der wird da wirklich auch gewürdigt,
- 27:38das ist gar nicht ironisch gemeint auch, sondern der hat halt irgendwie dafür
- 27:42gesorgt, dass der Laden so ist, wie er ist.
- 27:44Und dieser Ansatz, möglichst das so zu erhalten, auch die Sprünge im Terrasso-Boden,
- 27:50den alten Putz an den Wänden zu lassen und so,
- 27:53das gibt dem Ganzen natürlich so ein bisschen, das ist wirklich ein Satz,
- 27:56den ich da oft gehört habe von Leuten, die da reinkamen, ist ja wie in Berlin
- 27:58hier oder so, also vor 15 Jahren.
- 28:01Weil man das noch nicht so kannte, also gerade nicht vor 20 Jahren.
- 28:05Also was heute dann oft aufwendig und teuer hergestellt wird,
- 28:09ist da eigentlich jetzt nicht irgendwie,
- 28:12bewusste Masche, sondern es ist eigentlich der Ansatz, den Charakter des Ortes
- 28:15zu erhalten, der dann aber ästhetisch auch so wirkt und man das Leben irgendwie
- 28:21mit wahrnimmt, was dieser Ort irgendwie hatte und was nicht irgendwie künstlich erzeugt ist.
- 28:26Das finde ich jetzt eine interessante Sache, weil, dass das am Anfang so war, klar.
- 28:32Trotzdem sind ja seitdem 20 Jahre vergangen und auch oder gerade vielleicht
- 28:37ein schon gesprungener Terratio-Boden und auch eine unverputzte Wand.
- 28:41Wir alle wissen, es gibt mal hier einen Rohrbruch, dann kommt man da,
- 28:44knallt da doch irgendwie ein, weiß ich nicht, fast Bier drauf oder so.
- 28:48Wie geht der Inhaber und Betreiber damit um, wenn was kaputt geht?
- 28:51Also wie doll repariert man dann was, wenn man doch einen Stuhl kaputt geht?
- 28:56Kauft er dann einen neuen Stuhl oder wird dann irgendwo tatsächlich nach was Altem gesucht?
- 29:01Also ist dieser Style und dieses Markenzeichen jetzt schon so doll,
- 29:04dass das natürlich auch erhalten wird? Ja, also die Bestuhlung und so draußen,
- 29:08ist ja ein riesen Hinterhof, der auch nochmal ein bisschen gewachsen ist.
- 29:11Überhaupt diese ganze Bestuhlung musste natürlich angeschafft werden,
- 29:13ist ja klar. Die gab es natürlich nicht vorher.
- 29:16Aber die ist natürlich schon in dem Stil auch gehalten. Also wenn ich das richtig
- 29:20einschätze, ist der Betreiber, der eben auch Architekt ist, da sehr hinterher.
- 29:25Dass da auch alles wirklich in Schuss ist eigentlich. Also das ganze Innenleben
- 29:29sozusagen, wie du hast jetzt gerade Rohre angesprochen.
- 29:32Die Frage ist natürlich, wie sehr man sowas dann neu, also wenn ich mir jetzt
- 29:36vorstelle, muss eine Wand neu gemacht werden, dann wird die ja sicher in dem
- 29:39alten Stil trotzdem verputzt und nicht ganz einfach reinbeißen.
- 29:42Genau, also der Putz ist ja draufgeblieben. Also da ist gar keine unverputzte
- 29:46Wand, sondern das ist einfach der alte Putz, der da drauf ist und so geblieben ist.
- 29:50Ja, und dann auch immer weiter blättert wahrscheinlich. Ich meine,
- 29:54nur 20 Jahre machen ja was mit einem Gebäude, das meine ich.
- 29:57Ja, das stimmt, aber ich weiß nicht gar nicht, das ist mir noch nicht so aufgefallen.
- 30:01Der hält gut. Und wenn dann mal so eine Putzplatte abhört, der hält gut,
- 30:03dann ist das ja noch Qualitätsarbeit, das ist doch auch schön.
- 30:07Jetzt wurde also gefeiert.
- 30:09Das wurde auch gemacht, ja. 20 Jahre, genau, und gibt es da jetzt noch,
- 30:12also wird in diesem 20-Jubiläumsjahr irgendwie, gibt es was Besonderes?
- 30:17Gibt es dann vielleicht doch eine kleine Erneuerung?
- 30:20Gibt es personelle Veränderungen? Nee, ich glaube, ganz im Gegenteil.
- 30:22Hört er jetzt langsam auf?
- 30:24Nee, ganz im Gegenteil. Ich glaube, das habe ich ja auch am Ende in einem Text
- 30:29geschrieben, der sei schon, was bleibt, wie er ist.
- 30:31Und das ist eigentlich auch von Anfang an so geblieben. Da hat sich auch an
- 30:33der Getränkekarte eigentlich nur so minimal mal was verändert.
- 30:37Es ist auch, das kann man vielleicht auch nochmal dazu sagen,
- 30:40es ist auch kein Laden. Heute ist das ja oft so, da muss es dann das beste Bier
- 30:44geben oder die größte Bierauswahl oder den aller, aller, aller besten Espresso oder so.
- 30:51Aber darum geht es eigentlich da nicht, sondern es gibt halt ein paar Biersorten
- 30:54und der Kaffee ist okay und weiß ich nicht.
- 30:57Darum geht es eigentlich nicht, sondern es ist ja auch nicht nur der optische
- 31:02Schein, das klingt ja jetzt so ein bisschen so, der lebt so von der Ästhetik,
- 31:05sondern es ist schon auch,
- 31:06Weiß ich nicht, also man kann schon sagen, der Laden ist offen für alle,
- 31:12kommen auch viele Touristen hin und so weiter.
- 31:14Aber es ist schon auch eine Art Stammkneipe und Leute haben sich da auch kennengelernt,
- 31:20einfach in dem Laden, die auch jetzt gar nicht die Telefonnummer voneinander
- 31:23haben, sondern die sich auch da immer mal wieder begegnen und trotzdem sich
- 31:27sofort unterhalten und so.
- 31:28Also schon auch ein persönlicher Laden und davon lebt es eigentlich,
- 31:31von dieser Atmosphäre. Da wurde auch dann Fußball geguckt oft und so,
- 31:34weil es in dem ersten Jahr, 2006 war ja glaube ich auch, das war dann das WM.
- 31:40Also da wurde schon auch, weiß ich nicht, da gab es mal Tischtennis-Turniere
- 31:43im Hinterhof oder so. Also es war dann schon auch so ein Interesse. Du beschreibst ja auch.
- 31:48Eine Anekdote, erzählst du und beschreibst quasi eine spontane Zusammenkunft
- 31:55als einer der Mitglieder der Beastie Boys gestorben ist. Also Musik spielt ja
- 31:58auch oder ein bestimmter Musikstil spielt ja auch eine Rolle in diesem Laden. Das stimmt.
- 32:03Um so ein bisschen auch die Klientel einzurennen. Das sind ja schon durchaus,
- 32:07UnterbilkerInnen, die sich vielleicht auch aus anderen Zusammenhängen sogar schon kennen.
- 32:12Richtig. Und so, du sagst natürlich auch viele TouristInnen,
- 32:15aber so das Stammpublikum ist ja schon.
- 32:17Es gab über lange Zeit, war es eben auch neben Bar und Café,
- 32:20zum Teil dann auch in Anführungszeichen Club, weil dann auch Partys regelmäßig
- 32:25stattgefunden haben. quer durch alle Genres.
- 32:28Also da gab es den Elektroabend, freitags war das, einmal im Monat war das oder
- 32:32so, aber dann gab es die Reggae-Veranstaltung oder Hip-Hop immer mit wirklich
- 32:36DJ, mit Vinyl meistens auch.
- 32:39Da wurde auch so die Spezialisierung oder die Tiefen, die unterschiedliche Musikgenres
- 32:45dann bieten, das wurde dann eben auch bedient.
- 32:48Das gab es jetzt quasi nochmal als große 20-Jahre-Party, gab es das nochmal,
- 32:52da waren eben quasi alle eingeladen, die da mal gearbeitet haben oder mal aufgelegt haben.
- 32:58Und da kamen nochmal alle zusammen und es wurde aufgelegt und es wurde viel
- 33:01gefeiert. Und das war so das Besondere quasi dann in diesem Jahr. Ja.
- 33:07Du schreibst ja, dass da DJ-Szenegrößen aufgelegt haben. Ich bin mir sicher,
- 33:11da rechnest du dich selber. Also ich rechne dich da selber mit rein.
- 33:15Ich habe auch geschrieben, dass Stammgäste auch mal auflegen durften. Und das war ich.
- 33:19Ja, aber ich finde, du beschreibst einfach diese Stimmung da sehr schön.
- 33:25Und deswegen fand ich es auch interessant, mit dir darüber zu sprechen.
- 33:29Das gibt es in vielen Vierteln. Und auch diese Art von Bar oder Kneipe oder
- 33:34Café oder was auch immer. Also Stammkneipen.
- 33:37Dennoch wird es ja vielleicht immer weniger oder auch immer schwieriger,
- 33:41sich dann so zu behaupten, gerade in einer Gegend wie Unterbilk-Loretto-Straße.
- 33:46Auch die Neusser-Straße ist doch die Unterbilker Allee.
- 33:49Also diese ganzen Sachen machen ja auch... Bilker Allee, Entschuldigung.
- 33:53Ich habe ja immer auf der Kronprinzenstraße gewohnt. Dafür kenne ich mich da recht wenig aus.
- 33:58Also da macht ja auch immer mal was Neues auf. Auch mit so einem Angebot,
- 34:02wie du gerade beschrieben hast. Mit dann vielleicht Heißgetränken,
- 34:05die gerade im Trend liegen. oder
- 34:07Gebrautem, was im Trend liegt oder vermeintlich im Trend liegt und so.
- 34:10Und natürlich auch das Klientel, also die Leute, die jetzt von 20 Jahren da
- 34:16vielleicht sich als Stammgäste schon etabliert haben, wachsen ja auch mit.
- 34:21Mit dem Laden, aber es kommen ja auch neue und wie erklärst du dir,
- 34:25dass der Seifenhorst da quasi nicht abreißt?
- 34:28Ich glaube, dass er schon, so was ich gerade beschrieben habe,
- 34:31dass das eben so eine besondere Qualität mit sich bringt, die eben auch immer
- 34:36wieder unterschiedlich ist. Aus uns ist das Stoizismus dann zu sagen,
- 34:39wir machen das eben, also genau bei uns gibt es halt das.
- 34:41Ja, diese persönliche Ebene, die das hat, auch die Ästhetik,
- 34:45die das mit sich bringt, eine gewisse Unaufgeregtheit, dass das immer wieder
- 34:50Menschen anspricht und das Treffen der Generationen sozusagen gelingt ja immer wieder aufs Neue.
- 34:55Diesen Generationswandel, den hat es jetzt auch wiedergegeben.
- 34:58Also das gelingt ihm schon gut.
- 35:00Und es ist natürlich schon spannend, was du beschreibst, weil heute ist das
- 35:03natürlich Szeneviertel. Das ist so ganz klassisches Unterdick mittendrin.
- 35:06Loretto Straße wird von der Stadt empfohlen. Müssen sie unbedingt hin,
- 35:10wenn sie hier individuell shoppen wollen und so weiter.
- 35:12Das war halt vor 20 Jahren überhaupt noch nicht so, als der Leifenhaus da eröffnet hat.
- 35:17Und sozusagen ist er schon auch Impuls für die Gentrifizierung,
- 35:21die es da gegeben hat. Der hat das ganz bestimmt ja, glaube ich auch.
- 35:25Ein Impulsgeber zumindest.
- 35:27Und heute ist er dann aber gleichzeitig Kontrapunkt zu dem, was da entstanden ist.
- 35:31Also wo das Viertel dann doch auch schicker geworden ist und so weiter,
- 35:35passt er ja eigentlich da nicht so rein und ist eben so über 20 Jahre konstant.
- 35:40Auf der anderen Seite ja dann eben schon wieder. Genau, ja, wenn man so will, ja.
- 35:45Also ich finde dann diese Ästhetik, die ich ja liebe, also das ist jetzt hier,
- 35:48ich meine das gar nicht, das ist nichts Kritisches Sondern ich finde eben,
- 35:52das ist ja, finde ich, man kann das immer wieder drehen.
- 35:55Er ist eigentlich, genau, dadurch, dass es am Anfang quasi so entstanden ist,
- 35:58diese Ästhetik, einfach weil die so war und er sich dafür entschieden hat, dann ist es plötzlich.
- 36:04Hat das was vielleicht losgetreten oder es war generell ein Trend in der Luft,
- 36:08der in diesen Style oder diese Art auch gegangen ist, diese etwas ruhigere Art,
- 36:12so eine Stammkneipe vielleicht zu etablieren oder so ein Café zu führen.
- 36:17Und jetzt, klar, es ist irgendwie ein Gegenentwurf, aber dann ja auch irgendwie wieder nicht.
- 36:21Also der zersprungene Terra zum Boden und die noch irgendwie so ein bisschen.
- 36:26Angefleckt verputzte Wand und so, das sind ja durchaus Sachen,
- 36:30die man auch in einer Altbaubodung sich vielleicht sucht oder wünscht.
- 36:33Oder so eine alte Holstheke oder so Apothekenschränke.
- 36:36Das finde ich daran so, ja, er geht ja quasi mit den Trends ohne,
- 36:41also einfach nicht aus Versehen, da ist ja viel Gedanke dahinter,
- 36:44aber es passiert halt und es passt immer wieder rein.
- 36:46Und ich glaube auch, dass deswegen vielleicht das Publikum immer wieder nachkommt,
- 36:50weil das immer wieder anspricht.
- 36:53Genau. Und dass das eben nicht irgendwie einfach so ein Trend ist,
- 36:55der dann so einmal durchgejagt wird, sondern jetzt sich eben zeigt,
- 36:58das Ding gibt es jetzt seit 20 Jahren.
- 37:00Und wenn man sich die Gastro-Szene so in Düsseldorf gerade anguckt,
- 37:02wie schnell da Wandel stattfindet an vielen Stellen und dann irgendwie das neueste
- 37:07Konzept einmal durchgehechelt wird,
- 37:09dann ist das eben doch schon, finde ich, sehr schön zu sehen,
- 37:12wie dann so eine Konstante auch da ist.
- 37:15Sich entwickelt hat. Ich habe dann nämlich immer diese ganze Ecke nachgedacht.
- 37:19Und ich finde, also gegenüber die Frieda und dann daneben das Café,
- 37:23ich habe leider vergessen, wie es heißt, Frau Kaiserlich oder so,
- 37:25wie es heißt. Nee, Kaiserlich ist die Eisdiele. Aber da war auch noch mal so ein...
- 37:31Ja, da gibt es einige Terrassen. Frau oder Madame oder so.
- 37:34Und die sind ja aber auch alle schon recht lang da. Also ich finde,
- 37:38jetzt vielleicht nicht unbedingt 20 Jahre, aber ich finde, dafür das halt unterwirklich, ja...
- 37:43Irgendwie so weit entwickelt hat und so, sind da doch relativ viele so.
- 37:48Auch wenn man weiter auf die Loreto-Straße geht, hinten dieser Feinkostladen
- 37:53und so, also da sind ja schon einige Smenta, das ist auch wirklich seit über
- 37:5620 Jahren Genau, auch Modigliani und so.
- 37:59Modigliani 30 Jahre übrigens am Friedensplätzchen dieses Jahr.
- 38:03Das macht ja vielleicht dann auch die Mischung und die Stimmung in diesem Viertel
- 38:05aus und dass es dann vielleicht auch keine Gefahr läuft, dass solche Orte dann
- 38:09irgendwie wegbrechen oder so.
- 38:11Jetzt haben wir aber gerade ja schon da waren wir schon, da würde ich gerne
- 38:14mal wieder hin zurück. Jetzt sind es also 20 Jahre, das heißt,
- 38:16es gab jetzt diese Party, wo aufgelegt wurde und getanzt und sich selber gefeiert.
- 38:21Wird sowas noch weiter passieren?
- 38:24Oder wird das zum Anlass genommen jetzt irgendwie für die nächsten 20 Jahre,
- 38:29weiß ich nicht, eine neue Schorle zu kappieren? Also hast du da was gehört?
- 38:32In fünf Jahren vielleicht, wenn es 25 Jahre dann sind. Kann man schon mal wieder feiern?
- 38:37Nee, ich habe nichts gehört und es ist auch nicht zu erwarten,
- 38:41dass ich jetzt groß was erneuert die neue.
- 38:45Eigentlich doch schön. Also es bleibt beim Lavare, das ist ja der frühere Fortuna-Stürmer,
- 38:51der mal in der vierten Liga dem Verein sehr geholfen hat.
- 38:56Nachdem die Zündkerze benannt ist, den wird es weiterhin geben.
- 38:59Also es ist immer schön, wenn man auch Sachen hat, auf die man sich verlassen kann.
- 39:04Weißt du, Alex, irgendwie schön. Wir können uns darauf verlassen,
- 39:06dass wir fast jede Woche irgendwas finden, worüber wir beide sprechen können.
- 39:11Und heute konnten wir uns auch aufs Netz verlassen. Das finde ich auch mal hier,
- 39:14zu erwähnen. Wir hatten kaum Überhänger oder Verzögerer. Stimmt.
- 39:19Ich freue mich schon aufs nächste Mal und dann sehen wir uns ja vielleicht mal
- 39:23im Neufelhorst. Jawohl, bis dann. Ciao.
- 39:44In unserer Rubrik Was geht an Düsseldorfer Gerichten führt heute Philipp Zeitner
- 39:47durch drei aktuelle Fälle und Prozesse.
- 39:50In der Verhandlung um die Taxischießerei, die im letzten Jahr nahe des Hofgartens
- 39:53passierte, haben die drei Angeklagten ausgesagt.
- 39:56Wie sie den Hergang darstellen, das erzählt Philipp.
- 39:59Außerdem stehen gerade zwei junge Männer vor Gericht, denen verschiedene schwere
- 40:02Taten vorgeworfen werden.
- 40:04In diesem Teil geht es um sexualisierte Gewalt, Prostitution,
- 40:07Missbrauch von Minderjährigen und Kinderpornografie.
- 40:10Wenn das Themen sind, mit denen ihr schwer umgehen könnt, dann überspringt diesen Teil lieber.
- 40:14Am Anfang steht der Prozess um einen Unfall mit Todesopfer, der sich 2024 ereignet hat.
- 40:20Einer Frau wird vorgeworfen, mit ihrem Auto vor der Polizei geflüchtet zu sein,
- 40:24unter Einfluss von Substanzen.
- 40:26Bei dem daraufhin passierten Unfall kam ihre Mitfahrerin ums Leben.
- 40:30Philipp kennt die Einzelheiten.
- 40:36Lieber Philipp. Hallo Töpfer. Herzlich willkommen in dieser Rubrik,
- 40:40die vor einiger Zeit etabliert wurde von unserer lieben gemeinsamen Kollegin Marleen Kess und mir.
- 40:46Was geht an Düsseldorfer Gerichten? In dieser Rubrik werden wir dich in Zukunft
- 40:52ein bisschen öfter hören, weil du jetzt verantwortlich bist für die Gerichtsberichterstattung
- 40:57hier in der Lokalredaktion.
- 41:00Und zum Start hast du mir und uns direkt drei Fälle mitgebracht.
- 41:04Einer war sowieso zwischen uns in den letzten Wochen Thema. Das ist der Prozess
- 41:09in diese Schießerei um ein Taxi herum Ende letzten Jahres.
- 41:14Und alles, was damit passiert. Und die anderen beiden wirst du uns auch erzählen.
- 41:17Wir fangen an mit dem Taxi-Prozess. Wir fangen an mit dem Taxi-Prozess.
- 41:20Da ist gerade auch wieder was passiert, gell?
- 41:22Da ist jetzt gerade, in diesem Moment ist wieder Pause, zwei Wochen,
- 41:25bis es weitergeht. Aber da wurde kürzlich verhandelt und da haben die drei Angeklagten
- 41:30das erste Mal ausgesagt.
- 41:32Alle zusammen. Wir haben ja, ich glaube vor drei Wochen, das letzte Mal über
- 41:36diesen Prozess gesprochen als eigenes Thema. Was war da der Stand?
- 41:38Also wie haben wir uns da verabschiedet? Mit welchem Wissensstand? Das weiß ich nicht mehr.
- 41:44Ich auch nicht. Wir haben auch ehrlich gesagt gar nicht so einen riesen neuen
- 41:49Wissensstand jetzt. Ein paar Sachen davon waren vorher schon bekannt und im,
- 41:55Kern sagen die, ja geschossen haben wir alle nicht.
- 41:58Genau, ich glaube letztes Mal haben die angefangen auszusagen,
- 42:01die tatsächlich Angeklagten. Also da ging es ein bisschen darum und um die Zeugenaussagen,
- 42:05Zeuginnen und Zeuginnen.
- 42:06Genau, wir haben über Zeuginnen gesprochen und so, die da waren,
- 42:08Polizei und was möglicherweise dahinter steckt.
- 42:11Genau, also ein bisschen das größere Feld und jetzt geht es quasi tatsächlich
- 42:15um die Aussagen der Angeklagten.
- 42:18Genau, die haben sich geäußert.
- 42:22Ich weiß nicht, ob wir noch kurz erklären müssen, worum es geht.
- 42:24Nur zwei Sätze. Ja, vielleicht mini kurz noch einfach umreißen.
- 42:27Also am 30. Dezember wurde in Düsseldorf auf einen Mann geschossen,
- 42:31der in einem Taxi auf dem Weg zum Hauptbahnhof war.
- 42:33Drei Leute sind da jetzt angeklagt, unter anderem wegen versuchten Mord und
- 42:37wegen der Beihilfe dazu.
- 42:39Und der Mann, auf den geschossen wurde, der soll Teil einer Familie sein,
- 42:43die ziemlich mächtig im europäischen Drogenhandel ist. Und die drei Angeklagten
- 42:48sollen zu konkurrierten Gruppen gehören. Wie heißt das noch? Gen Z?
- 42:53Genau, diese werden teilweise so einer sogenannten Gen Z-Mafia zugerechnet.
- 42:57Und auch drei verschiedenen sozusagen, also das ist da ja auch das Besondere.
- 43:00Ja, da jetzt zwei, aber insgesamt sollen es, also es sollen drei verschiedene
- 43:04insgesamt beteiligt sein, richtig.
- 43:05Ja, okay. Genau, und jetzt haben die so ein bisschen ausgesagt.
- 43:08Einer sehr ausführlich, das ist der Mann, bei dem die auch eine AK-47 in der
- 43:13Wohnung, der sich aufgehalten hat, gefunden haben.
- 43:15Der hat so ein bisschen, fast zwei Stunden am Stück hat er erzählt.
- 43:18Also der hatte was vorbereitet und hat das wirklich auch auf Türkisch,
- 43:22das wurde dann übersetzt eben von einem Dolmetscher,
- 43:26hat er dann vorgetragen, alles mögliche von seinem Weg in das Umfeld zumindest
- 43:30dieser kriminellen Organisationen,
- 43:34Also im Kern hat er wieder gesagt, er war da im Auto, das ist auch das Weißmann,
- 43:38das wussten wir vorher schon, weil es gab so ein Blitzerfoto,
- 43:40wo die mit dem Auto unterwegs waren, entweder vor oder nach der Tat und da sieht
- 43:43man den sehr deutlich drauf. Also es gab auch jetzt nicht groß die Möglichkeit, das zu leugnen.
- 43:48Und genau, der sagt aber, er hat am Ende gesagt, er hat nicht geschossen.
- 43:51Er war zwar da, aber er ist nicht der, der auf den Mann geschossen hat.
- 43:56Der nennt auch einen Namen von einer Person, die geschossen haben soll.
- 43:59Die allerdings ist nicht angeklagt. Also die ist wohl bekannt insgesamt als,
- 44:05ja, also in irgendeiner Funktion jedenfalls in einer dieser kriminellen Organisationen.
- 44:10Der Name ist schon ein paar Mal häufiger gefallen.
- 44:14Ja, also die Staatsanwaltschaft geht nicht davon aus, dass er dabei war.
- 44:17Okay, verstehe. Aber genau, also der macht das wie auch der andere Angeklagte,
- 44:22der geschossen haben soll.
- 44:24Der sagte nämlich dann auch wieder aus, er war gar nicht in Düsseldorf zu dem
- 44:26Zeitpunkt. Der sagt schon Anfang an, er sei überhaupt nicht dabei gewesen und
- 44:29hat entsprechend auch nicht geschossen.
- 44:30Und auch mit so einer kriminellen Organisation habe er nichts zu tun.
- 44:33Und der Dritte, dem gehörte das Auto, mit dem die gepackt wurden.
- 44:35Der war aber nicht dabei, das wirft die Staatsanwaltschaft noch nicht vor,
- 44:38aber er soll das Auto ihm zur Verfügung gestellt haben.
- 44:39Das ist dann die Beihilfe. Das ist die Beihilfe zum versuchten Mord, genau.
- 44:42Genau. Und der ließ über seinen Rechtsanwalt mitteilen, dass er nicht wusste,
- 44:48wofür das Auto zur Verfügung gestellt wird.
- 44:51So ungefähr. Das ist so grob die Idee. Also die sagen im Prinzip,
- 44:54das, was uns hier vorgeworfen wird, stimmt alles nicht. Okay.
- 44:58Und darum ging es jetzt in diesem letzten Verhandlungstag.
- 45:01Wie wird das dann rezipiert?
- 45:03Wie geht man dann da so raus aus so einem Termin? Ich glaube,
- 45:07spannend wird es vor allem am nächsten Prozestag, weil das Ganze alles schon,
- 45:11vier, fünf Stunden oder so gedauert hat, die Aussagen insgesamt und die ersten,
- 45:15Verständnisrückfragen und so vom Gericht.
- 45:18Aber beim nächsten Verhandlungstag wird erst darüber gesprochen,
- 45:21also werden erst weitere Fragen gestellt von Staatsanwaltschaft oder von den
- 45:24anderen Verteidigern, von der Nebenklage, vom Gericht auch detailliertere Fragen und so.
- 45:28Das haben die einfach verschoben, weil das zu viel sonst gewesen wäre. Ob das jetzt was ändert.
- 45:34Schwer zu sagen. Die Staatsanwaltschaft, wie gesagt, die geht nicht davon aus, dass das stimmt.
- 45:39Sonst hätten die die nicht angeklagt, ob der Richter dabei ist bei der Staatsanwaltschaft oder nicht.
- 45:43Das würden wir am Ende herausfinden. Aber genau, das ist sicherlich nochmal
- 45:46interessant für die, weil die auch dazu ein bisschen was zu ihren eigenen Hintergründen.
- 45:50Also vor allem der eine mit der AK-47 in der Wohnung, der hat viel zu den Hintergründen
- 45:55erzählt und so, zu seinen eigenen persönlichen Hintergründen. Ich verstehe.
- 45:59Also das heißt, das war jetzt so ein, wenn ich das so sagen darf,
- 46:03hört sich dieser Prozestag ein wenig anders spektakulär an, als die,
- 46:06die davor passiert sind.
- 46:08Also auch von den Erkenntnissen vielleicht oder die Wendungen.
- 46:11Also gerade beim letzten Mal ging es ja wirklich viel um. Da wurden dann plötzlich
- 46:15Aussagen geändert und so kam so ein bisschen mehr raus.
- 46:19Aber das heißt, das ist jetzt erstmal der Status quo.
- 46:22Mehr in Anführungszeichen ist da jetzt nicht passiert. Und es geht weiter in
- 46:27zwei Wochen, hast du gesagt. Und was steht dann an? Also weiß man das schon?
- 46:30Dann wird die Befragung kommen. Also dann werden die, also zumindest.
- 46:34Dann wird es ja spannend, wie die dann bei diesen Geschichten.
- 46:36Genau, also es werden teilweise, wo wollen sie sich, ich glaube,
- 46:40einer will gar keine Fragen weiter beantworten. Er wollte nur dieses,
- 46:43was dürfen die halt machen? Die dürfen sich einlassen und dann aber sagen,
- 46:45Fragen beantworten wir nicht.
- 46:47Einer will Fragen von allen beantworten, auch von der Staatsanwaltschaft und
- 46:50so wie ich das verstanden habe zumindest. Und einer will nur vom Gericht Fragen
- 46:54beantworten. Okay, alles klar.
- 46:56Du wirst mich und uns dahingehend weiter auf dem Laufenden halten.
- 47:00Das ist also der erste Prozess, der dich und auch die Gerichte dieser Stadt
- 47:04in dieser Woche oder in der letzten Zeit beschäftigt hat.
- 47:09Der zweite ist nicht minder schwerwiegend.
- 47:13Da möchte ich jetzt auch im Vorhinein sagen, es geht um sexualisierte Gewalt,
- 47:17es geht um Prostitution, es geht um minderjährige Menschen. Also wenn da eine
- 47:22Sensibilität herrscht, dann ist jetzt ein bisschen Achtung geboten beim Zuhören.
- 47:28Ich weiß nicht, wie konkret das in diesem Verfahren benannt und behandelt wurde,
- 47:34aber genau, also nur als kleine Moderation.
- 47:39Ich werde groß ins Detail gehen jetzt nicht, zumal wir teilweise auch die Details nicht.
- 47:43Aus Gründen nicht genau wissen. Genau, weil dieser Prozess findet statt unter
- 47:48Ausschluss der Öffentlichkeit. Genau, der Auftakt, der Auftakt nicht.
- 47:51Der Anklageverlesung und so, das fand ganz normal statt. Das findet aber vor
- 47:55einer Jugendkammer statt.
- 47:56Das heißt, weil einer der Angeklagten war zum angeklagten Tatzeitpunkt noch heranwachsend.
- 48:04Also 19 Jahre alt in dem Fall. Und dann geht das und sämtliche Opfer in diesem
- 48:08Prozess waren zum Tatzeitpunkt minderjährig.
- 48:13Kannst du dennoch ein bisschen umreißen, worum es da geht, um wen es da geht? Das können wir machen.
- 48:18Auch das Drumherum ist ja wirklich irgendwie, darum habe ich das gerade gesagt,
- 48:21spektakulär im Sinne von, also bei dem Taxiprozess ist ja auch ein bisschen
- 48:25das Hochsicherheitstrakt.
- 48:27Das hast du ja am Anfang ganz doll beschrieben, dass man da irgendwie plötzlich
- 48:30sich in so einer Situation befindet, die man sonst vielleicht als Gerichtsreporterin,
- 48:33Gerichtsreporter nicht immer hat.
- 48:35Hier ist jetzt das, ja, drumherum Verhalten der Angeklagten vielleicht erbänenswert. Ja, genau.
- 48:43Ich habe mir die Anklage mitgebracht, damit ich hier mal zusammenfassen kann,
- 48:47wegen was hier alles angeklagt ist. Das sind einige Punkte.
- 48:50Vergewaltigung, Zuhälterei, Menschenhandel, Zwangsprostitution,
- 48:53Besitz, Kinderpornografische Inhalte, Abgabe von Betreuungsmitteln an Minderjährige.
- 48:57Die werden zwei Personen vorgeworfen, die sind 30 und 25 mittlerweile.
- 49:04Die Taten sollen sich, nicht alle, aber teilweise, also weitgehend hier die
- 49:08Angeklagten in Düsseldorf abgespielt haben, in einer Wohnung in Rath.
- 49:11Und im Kern sollen diese beiden Männer, sollen Minderjährige,
- 49:14vor allem Jungs, in die Prostitution gedrängt haben oder versucht haben,
- 49:18sie in die Prostitution zu drängen. Einer soll einen 15-Jährigen vergewaltigt
- 49:21haben bei einer, deren Minderjährige.
- 49:24Ja, kann das wohl als so eine Art Sex-Partys in deren Apartment in Rat bezeichnen,
- 49:30während dieser 15-Jährige durch Alkoholkonsum nicht mehr wehrhaft war, vergewaltigt haben.
- 49:34Also es sind heftige Vorwürfe und erst ein bisschen schwierig mit den beiden,
- 49:43Männern in Zusammenhang zu bringen, die da auf der Anklagebank sitzen,
- 49:46weil die ungefähr aussehen wie 17.
- 49:48Schmächtig, recht klein und,
- 49:52top gestylt. Es sind überraschende Bilder erstmal, wenn man die so sieht.
- 49:57Also du meinst auch das eine mit dem anderen so übereinander zu liegen.
- 50:00Ja, natürlich sieht man das niemandem an.
- 50:02Das ist immer ein bisschen Blödsinn, aber man hat ja automatisch ein bisschen
- 50:05die Idee im Kopf, wenn man Zuhälterei und Zwangsprostitutionen und so sieht.
- 50:08Und das fand ich überraschend bei denen. Ich weiß ganz gut, wie die aussehen,
- 50:14weil die auch Instagram-Profile betreiben. Nach wie vor. Mit zusammen,
- 50:19genau nach wie vor, mit zusammen um die 20.000 Followern oder so.
- 50:23Die sind nicht in Haft. Der Haftfische wurde aufgelöst. Warum,
- 50:27weiß ich noch nicht. Da warte ich noch auf eine Antwort.
- 50:29Und die machen, während die da tagsüber in diesem Prozess sitzen,
- 50:33den wir jetzt nicht mehr mitbekommen, weil die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde,
- 50:37posten die Fotos von leckerem Essen von irgendeinem Tartar mit Trüffel drübergerieben
- 50:41und keine Ahnung, Wiener Schnitzel und dann gibt es noch ein paar Outfit-Checks im Spiegel und so.
- 50:46Also man wundert sich, dass sie diese Sachen posten, während die tagsüber auf
- 50:51der Anklagebank sitzen wegen dieser wirklich schwerwiegenden Straftaten,
- 50:54die nicht vorgeworfen werden.
- 50:55Das ist jetzt natürlich eine Frage, die ich mir stelle, die wahrscheinlich jetzt juristisch oder,
- 51:01prozessordnungstechnisch völlig einfach zu beantworten sind und das weiß man
- 51:04vielleicht, aber das hat also dieses Verhalten außerhalb eines Prozesses,
- 51:09wenn ich angeklagt bin, wenn ich jetzt nicht in UHAB sitze, hat keinerlei Relevanz dafür,
- 51:14wie ich in diesem Prozess gesehen werde.
- 51:16Also denkt man so, hä, also denkt man eh, aber kann das Konsequenzen haben?
- 51:22Ich weiß nicht, ich glaube eigentlich nicht, ich glaube, dass es eher eine moralische Frage ist.
- 51:27Also man würde eher sagen, ich würde jetzt sagen, ich finde das ziemlich unmöglich,
- 51:31wenn ich hier lese, was die den Betroffenen angetan haben sollen,
- 51:34muss ich ja sagen, also es ist ja auch nicht geurteilt, ne? Aber allein,
- 51:38dass es diese Vorwürfe gibt und ich quasi mir das mittags.
- 51:43Da vor Gericht stehe und dann abends halt irgendwie Tatar essen gehe,
- 51:46das könnte ja auch. Also das ist strafrechtlich nicht relevant,
- 51:48die können jetzt nicht nur, weil die abends lecker essen gehen und das posten
- 51:51und so. Ich meine eher, ob das nicht auch mit rein zählt, weil solche Sachen
- 51:54ja auch wahrscheinlich auf einer,
- 51:57psychosozialen und irgendwie doch anderen Ebene vielleicht bewertet werden,
- 52:00wie jemand tickt oder wie jemand ist oder wie man sich halt verhält, das frage ich.
- 52:04Ich kann mir schon vorstellen, dass das jemand einbringt von einer Anklage oder so mal, aber,
- 52:08das dürfte eigentlich für die Beurteilung der mutmaßlichen Straftaten,
- 52:11die hier angeklagt sind, keine Rolle spielen, zumal die ja auch Jahre zurückliegen
- 52:14und das jetzt da kein, das hat eigentlich, darf das keinen Einfluss haben.
- 52:19Es ist eher so ein bisschen eine Stilfrage, also die man sich da vielleicht
- 52:23stellen kann. Ob schon dieser Prozess unter Ausschuss der Öffentlichkeit stattfindet,
- 52:28werden wahrscheinlich Infos irgendwann nach draußen getragen.
- 52:32Das bedeutet ja einfach nur, dass du in dem Fall nicht dabei sein darfst, kannst.
- 52:37Ich nehme an, das weiß ich jetzt nicht so ganz genau, aber wir hoffen jetzt
- 52:40natürlich, dass dann zumindest das Urteil, das müsste wieder öffentlich sein,
- 52:44die Urteilsverkündung von der Richterin, zumindest teilweise nehme ich an,
- 52:48das ist das, worauf man hofft.
- 52:49Das kann sein, weil da geht es weniger darum, den Angeklagten zu schützen,
- 52:55weil der so jung war zu dem Zeitpunkt, sondern die Betroffenen zu schützen,
- 52:58die alle samt minderjährig waren.
- 53:00Und im Urteil wird auch ein Urteil begründet und auch in dieser Urteilsbegründung
- 53:04könnte nochmal detaillierter auf die Taten eingegangen werden und damit die
- 53:07damals Teenager nicht in der Öffentlichkeit nochmal quasi damit,
- 53:11konfrontiert werden müssen und so und diese Sachen nochmal irgendwo lesen müssen,
- 53:14kann es sein, dass auch da die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird.
- 53:18Wir werden am Ende auf jeden Fall erfahren, was das Strafmaß ist.
- 53:21Sollte das verurteilt werden? ob sie freigesprochen werden. Der dritte Prozess,
- 53:25der bevorsteht, geht um einen Unfall mit einem Todesopfer.
- 53:32Das ist, glaube ich, eineinhalb Jahre her. Genau, ich glaube, das war 2024.
- 53:38Zwei Jahre. Ich glaube, das war der 1. September 2024. Okay,
- 53:42kann sehr gut sein. Ich hatte letztes Jahr im Kopf, aber du weißt das natürlich besser.
- 53:47Genau, also ist mittlerweile schon zwei Jahre her, kommt jetzt zur Anklage bzw.
- 53:52Zum Prozess. Genau, und deswegen nächste Woche an. Ich erinnere mich noch an
- 53:55diesen Unfall, weil der Hergang auch irgendwie ein bisschen ungewöhnlich ist
- 54:01und das, was passiert ist. und irgendwie auch, wo es passiert ist und wie und wann.
- 54:06Ja, also es ist sehr ungewöhnlich, weil es geht um einen Autounfall.
- 54:11Bei dem eine Frau gestorben ist.
- 54:13Und allein das passiert in Düsseldorf schon extrem selten, dass bei Autounfällen
- 54:18Menschen sterben und gerade nicht in der Konstellation.
- 54:20Denn die Frau, die jetzt angeklagt ist, soll mit ihrem Toyota,
- 54:23glaube ich war das, am Morgen des 1. September gegen 5 Uhr in der Innenstadt
- 54:28unterwegs gewesen sein.
- 54:30Und die Polizei wollte sie da wohl bei der Heinrich-Heiner-Allee wohl kontrollieren.
- 54:34Da ist sie dann erst nicht angehalten, ist wohl relativ zügig weitergefahren
- 54:39und die hat dann irgendwann zu irgendeinem Zeitpunkt doch gestoppt.
- 54:41Die Polizei dann aussteigen wollte, sie kontrollieren wollte,
- 54:43ist sie wohl mit sehr überholtiger Geschwindigkeit weitergefahren,
- 54:48um offensichtlich dieser Kontrolle zu entgehen und hat da dann,
- 54:53in Goldsheim an einem Punkt scheinbar die Kontrolle über einen Wagen verloren und ist damit gegen.
- 55:01Diese Abgrenzung von der Straße und gegen ein paar Bäume gepreilt,
- 55:04so stark, dass das Auto in zwei Teile zerrissen wurde. Die Fotos sind wirklich krass davon.
- 55:10Und die Beifahrerin ist dabei gestorben, noch am Unfallort. Und sie ist jetzt
- 55:15angeklagt, das heißt irgendwas wie Autorennen mit Todesfolge oder so,
- 55:18und fahren unter Einfluss, denn sie soll wohl auch vorher Antvitamine und Alkohol konsumiert haben.
- 55:25Und das beginnt jetzt nächste Woche. Gibt es da schon irgendwie Aussichten?
- 55:29Also wird sie Aussagen, ist da schon klar, macht sie nicht?
- 55:33Das weiß ich nicht. Also dass ich sagen kann, es wird am Amtsgericht verhandelt.
- 55:36Das heißt, die gehen nicht von einer Freiheitsstrafe aus, die höher als vier
- 55:41Jahre bei Verurteilung sein könnte. Das ist so ungefähr das Aufgeteilt zwischen
- 55:46Amt und Landgericht hinterher.
- 55:47Also ja, genau das ist das Einzige, was ich bisher weiß. Das sind zwei Termine angesetzt.
- 55:52Ob sie da jetzt auch sagen will, wird man sehen. Wie gesagt.
- 55:56An diese Sache erinnere ich mich noch, weil ich mich auch an viel erinnere,
- 56:00was passiert hier. Weil das irgendwie für mich zum Beispiel ein Ort ist,
- 56:04mit dem ich bin einfach da gegenüber aufgewachsen.
- 56:07Das heißt, das ist eh eine Stelle, die ich viel frequentiere.
- 56:10Ich fahre da oft lang mit dem Fahrrad oder gehe spazieren oder so.
- 56:14Und ja, einfach diese Direktheit irgendwie. Weil, wie gesagt,
- 56:18es ist schlimme Unfälle gibt.
- 56:19Das ist jetzt leider überhaupt nichts Besonderes oder Außergewöhnliches,
- 56:24aber ich finde auch dieser Hergang, weil das so eine Strecke ist, die man so gut kennt.
- 56:29Ich finde, es ist nochmal was anderes, wenn es auf einer Landstraße irgendwo
- 56:31um die Stadt rum, dann ist das weniger konkret greifbar.
- 56:38Und ich weiß noch aus Gesprächen und wir haben auch damals ja über diesen Unfall gesprochen.
- 56:43Dass das einigen so ging, weil das einfach in einer Gegend oder irgendwie ja
- 56:47auf einer Straße passiert, die wir alle irgendwie ständig langfahren und dann
- 56:50diese Vorstellung, dass da jemand sich so ein Rennen liefert und so ist einfach schon,
- 56:55ja, ist einfach nochmal anders berührend wie so oft, wenn man selber Verbindungen
- 57:00vielleicht zu irgendwas hat.
- 57:01Deswegen bin ich auch da gespannt, was passiert, was du uns dann berichtest
- 57:06in dieser Rubrik, was geht an Düsseldorfer Gerichten. Vielen Dank.
- 57:10Das war ja eine gelungene Premiere und bis zum nächsten Mal. Bis bald. Tschüss.
- 57:15Jetzt kommt das Wochenendwetter für Düsseldorf vom Wetterstruxie.
- 57:19Im Prinzip haben wir für das kommende Wochenende gleich zwei größere Themen.
- 57:26Das eine ist der Regen, das andere ist der Wind.
- 57:29Bei zweiterem wissen wir noch nicht so hundertprozentig, wo die Reise hingehen
- 57:34wird. Ich begrüße euch damit ganz herzlich zum Wochenendwetter.
- 57:37Ja, es steht ein bisschen etwas an für dieses Wochenende.
- 57:41Wir werden allen voran relativ viel Regen bekommen. Das verteilt sich auch über
- 57:45das Wochenende ganz ordentlich.
- 57:47Und dann ist halt der Wind die Frage. Wir werden es mit einem Sturmtief zu tun bekommen.
- 57:52Und dieses Sturmtief wird uns aller Voraussicht nach am Freitagabend beziehungsweise
- 57:56Samstag oder in der Nacht zum Samstag dann erreichen.
- 58:00Es wird auf jeden Fall windig. Und wenn irgendwelche Sachen noch auf dem Balkon
- 58:04stehen oder am Garten stehen, die nicht so ganz windfest sind aufgrund der relativ
- 58:10ruhigen Lage der letzten Monate, dann wissen wir auf jeden Fall.
- 58:14Bis Wochenende sollte das Ganze einmal festgezurrt werden.
- 58:18Der Freitag, der beginnt schon regnerisch. Wir werden es mit einem Regenband
- 58:24zu tun bekommen, welches uns dann über einen längeren Zeitraum beschäftigt.
- 58:27Das Ganze sowohl am Morgen als auch am frühen Nachmittag.
- 58:33Danach wird das Ganze mehr und mehr in Schauer übergehen. Da werden nicht so
- 58:37die großen Brummer dabei sein, nicht so kräftige Schauer.
- 58:40Also es wird nicht mehr so wahnsinnig viel Regen zusammenkommen.
- 58:43Über den Daumen gepeilt sind so etwa 10 Liter pro Quadratmeter für den Freitag.
- 58:48Das Ganze dann bei 8 bis maximal 14 Grad. Der Wind weht erstmal noch relativ
- 58:53schwach bis mäßig am Morgen.
- 58:56Wird dann im Tageslauf immer intensiver und bis zu 60 Kilometer pro Stunde sind
- 59:00dann bis zum Abend möglich.
- 59:02Der Samstag selbst, der wird uns letzte Regenfälle von der Nacht her bringen.
- 59:07Danach bleibt es dann weitestgehend trocken. Zum Abend hin werden dann größere
- 59:12Wolkenlücken dabei sein bei vereinzelten Schauern und 7 bis maximal 12 Grad.
- 59:19Dazu sei erwähnt, es bleibt weiter recht bindig mit maximal 60 Kilometer pro
- 59:23Stunde, der sich dann zum Abend hin langsam abschließt.
- 59:26Der Sonntag, der bringt uns weiteren Regen. Das wird vor allem dann in der ersten
- 59:30Tageshälfte und aus der Nacht heraus der Fall sein.
- 59:33Am Nachmittag folgen dann weitere Schauer und vereinzelte stärkere Schauer.
- 59:38Gewitter müssen wir noch ein bisschen abwarten. Könnte aber sein,
- 59:41dass da mal der eine oder andere Blitz dabei ist.
- 59:43Das Ganze dann bei 9 bis maximal 14 Grad.
- 59:46Der Blick in die neue Woche, der bringt ein bisschen Wetterberuhigung.
- 59:50Sehr wahrscheinlich werden wir einen relativ bewölkten Montag bekommen mit 7 bis maximal 13 Grad.
- 59:56Und auch der Dienstag dürfte ein etwas ruhigerer Tag werden mit tief hängenden
- 1:00:01Wolken und 9 bis maximal 17 Grad.
- 1:00:04Das wird also wieder ein bisschen milder. In diesem Sinne wünsche ich euch jetzt
- 1:00:07ein schönes Wochenende und wir hören
- 1:00:09uns dann nächste Woche wieder zum Wochenendwetter. Bis dann. Ciao, ciao.
- 1:00:20Das war der Rheinpegel für diese Woche. Wenn ihr uns, wenn ihr mir eine wirklich
- 1:00:24große Freude machen wollt, dann abonniert doch diesen Podcast überall,
- 1:00:28wo es ihn zu abonnieren gibt.
- 1:00:29Und wenn ihr schon dabei seid, dann bewertet ihn doch auch gleich und teilt diesen Podcast.
- 1:00:34Erzählt jemandem davon, der oder die Düsseldorf liebt oder noch viel besser,
- 1:00:38der oder die, das gefälligst bald lernen soll.
- 1:00:41Mein Name ist Tosja Kormann. Ich danke euch fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
- 1:00:50Ihr wollt diesem Podcast etwas richtig Gutes tun? Dann schreibt eine kurze Bewertung
- 1:00:55bei Apple Podcasts. Danke!