Latest / Gin And Talk / Richard Gutjahr über Corona, Trump und die Zukunft
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- 0:03Speaker 0: Wir waren weder klug noch doof, wenn man halt so meh ... wir alle Trumpen.
- 0:10Speaker 0: Das ist wie Beamten Mikado, der sich zuerst bewegt
- 0:14Speaker 0: verliert.".
- 0:17Speaker 1: Zwei Menschen, eiskalte Drinks
- 0:20Speaker 0: und eine
- 0:21Speaker 1: Menge Zeit für ein persönliches Bargespräch.
- 0:25Speaker 1: Herzlich
- 0:25Speaker 0: willkommen an unseren Bartresen!
- 0:28Speaker 1: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Gin & Talk.
- 0:33Speaker 1: Mach es dir gemütlich Lehm dich zurück und tauche ein in die verrucht düstere
- 0:40Speaker 0: Atmosphäre unserer Studio-Bar.
- 0:50Speaker 1: Hallo lieber Richard Gutier, herzlich willkommen hier bei uns an der Bar!
- 0:55Speaker 1: Du warst ja schon öfter hier aber wir haben bisher noch nie eine Audioaufnahme mitlaufen lassen und ich dachte mir für unseren Gin & Talk Podcast machen wird es heute mal und ich freue mich sehr dass du hier bist.
- 1:06Speaker 1: Herzlich Willkommen.
- 1:08Speaker 0: Vielen Dank für die Einladung.
- 1:08Speaker 0: Ich bin sehr gespannt, was du mit mir vorhast!
- 1:11Speaker 1: Wir starten diese zweite Folge direkt mit etwas, was wir bisher nicht gemacht haben.
- 1:14Speaker 1: Es gibt nämlich Essen in diesem Podcast.
- 1:17Speaker 1: Du hast vor dir die Leber-Casbowl Hubsi stehen.
- 1:22Speaker 1: Unser Lieblingskocher Vincent Fricke hat sich da inspirieren lassen von unserem allerliebsten bayerischen Wirtschaftsminister Hubsi Hubert Aiwanger Den wir ja in den letzten Wochen immer wieder mit ganz tollen Reden gehört haben.
- 1:37Speaker 1: Das Essen für den Podcast ist also schon mal gesichert, alles andere wird sich dann jetzt zeigen.
- 1:44Speaker 0: Verhungern werden wir nicht!
- 1:45Speaker 1: Genau.
- 1:46Speaker 1: aber starten wir mal mit der wichtigsten Frage momentan wie geht es dir denn in dieser Zeit die wir gerade durchleben?
- 1:54Speaker 0: Ganz gut das ist mein erster... du wirst lachen, es ist mein erste freier Abend also wirklich der erste freie Abend seit dem Lockdown.
- 2:03Speaker 0: Also ich habe wirklich nur gerödelt, nur gemacht.
- 2:07Speaker 0: Nur irgendwie geguckt was kannst du retten von dem was dir irgendwie weggebrochen ist?
- 2:16Speaker 0: und hab sehr viel mir sehr viel Wissen angeeignet.
- 2:21Speaker 0: also ich habe mich tatsächlich weiter gebildet wenn man das so sagen kann in digitalen Skills Wieder meine Software Skills aufgefrischt mit den neuesten Versionen von irgendwelchen Schnittprogrammen runtergeladen, hab Tutorials geguckt wie blöd.
- 2:39Speaker 0: Hab meiner eigenen Webinare gestaltet und konzipiert...
- 2:48Speaker 1: Mit sehr spannenden Themen!
- 2:49Speaker 0: Danke schön.
- 2:50Speaker 0: Und ja, und gestern habe ich dann mir nochmal so richtig hardcore eine Blätter gegeben also zweimal zwei Kurse hintereinander, einer sogar dreieinhalb Stunden lang bis in den späten Abend.
- 3:04Speaker 0: Wir konnten gar nicht aufhören und heute habe ich jetzt wirklich noch Rechnungen geschrieben bis kurz vorhin.
- 3:12Speaker 0: und jetzt bin ich hier!
- 3:14Speaker 1: Es ist ja eine verrückte Zeit in der wir da gerade leben und du hast gestern ein Tweet abgesetzt indem du gefragt hast ob denn jetzt langsam wirklich alle durchdrehen und ich kann mir gleich mehrere Leute vorstellen, die dich zu diesem Tweet inspiriert haben könnten.
- 3:30Speaker 1: Allen voran unser allerlieblings US-Präsident Donald Trump der ja gerade einen Schlachtzug gegen Twitter und Facebook vor allem Twitter führt und diese sozialen Netzwerke unter Druck setzen möchte Vor allem deshalb weil sie es gewagt haben also Twitter ist gewagt hat einen Tweet von ihm zu kritisieren.
- 3:56Speaker 1: Wie erlebst du dieses absurde Schauspiel?
- 3:59Speaker 0: Es ist kein absurdes Schauspiel, das ist... ich sehe darin überhaupt nichts Verrücktes sondern das ist sein altes Playbook dass er sehr minutiös durchspielt und es war fast schon so erwarten.
- 4:20Speaker 0: Was ist denn...?
- 4:22Speaker 0: Seit gestern passiert in den USA.
- 4:25Speaker 0: Wir haben seit gestern hunderttausend Tote, hundert tausend Corona-Tote und jetzt musste er ja irgendetwas wieder eine Zorte vom Stapel lassen damit wirklich sich jetzt alle rund um den Globus auf seinen Tweet stürzen und auf sein Krieg, den er jetzt ging war schon immer so ein Ding wenn du selber irgendwie Probleme hast usw.
- 4:52Speaker 0: Wack the dog, fangen Krieg an.
- 4:55Speaker 0: Und er fängt jetzt keinen Krieg im Sinne von mit irgendwelchen Waffen und China oder sonst was?
- 5:02Speaker 0: Nein!
- 5:02Speaker 0: Er erklärt Twitter den Krieg.
- 5:05Speaker 0: Das funktioniert – wir reden rüber.
- 5:07Speaker 0: Es funktioniert.
- 5:08Speaker 1: Und der hat ja momentan in dieser verrückten Zeit auch einen Wahlkampf zu führen, was ja ohnehin schon total absurd ist.
- 5:15Speaker 1: aber er zieht das Ganze durch holt aber irgendwie nur diejenigen ab, die ohnehin auf seiner Seite standen oder die noch übrig davon sind.
- 5:24Speaker 1: Und das Schlimme ist ja über die einhunderttausend Toten oder übereinhundert tausend Toten, die es in den USA nun gibt, spricht er nicht.
- 5:34Speaker 1: Er versucht das komplett zu ignorieren.
- 5:38Speaker 0: Es spricht keiner drüber!
- 5:39Speaker 0: Er lässt das sozusagen jeden Journalisten der dass überhaupt noch probiert, auch über seine Pressesprecherin beißenhaus einfach stehen.
- 5:50Speaker 0: Und das land ist somit sich selber beschäftigt.
- 5:56Speaker 0: ich glaube die haben innerlich den präsidenten sowieso schon alle aufgegeben und er kann jetzt nur noch eines tun und zwar hardcore seine hardcore fans zu mobilisieren.
- 6:09Speaker 0: Ich würde wie schon Nee, ich hab damals nicht die Wette abgegeben, dass Trump gewählt wird.
- 6:14Speaker 0: Aber ich hab gesagt ... seid euch nicht so sicher?
- 6:19Speaker 0: Das habe ich sechs Monate vor seiner Wahl mal geblockt, weil das war nämlich nach dem Brexit.
- 6:25Speaker 0: Nach dem Brexit hab ich am nächsten Tag einen Blog-Post geschrieben und gesagt, das war diese Überraschung, die wir erlebt haben.
- 6:32Speaker 0: Abends sind wir ins Bett gegangen mit ... Die Wahl ist so gut wie gewonnen!
- 6:37Speaker 0: Und am nächsten Morgen sind wir alle mit dem Brexit aufgewacht Und da habe ich gesagt, passt mal auf dass das nicht auch noch mit Trump in sechs Monaten im November passiert.
- 6:49Speaker 0: Ich hätte es persönlich selber nicht geglaubt, ich hätte auch kein Geld drauf gewettet aber es ist dann tatsächlich so gekommen und ich kann mir vorstellen was es in diesem November, diesen Herbst wieder so kommt.
- 6:59Speaker 1: Kann mich noch sehr gut erinnern als er damals gewählt wurde.
- 7:03Speaker 1: Ich war in Lissabon auf dem Web Summit und wir sind mit der letzten Hoffnung ins Bett gegangen.
- 7:09Speaker 1: Das ist vielleicht doch noch Hillary wird.
- 7:12Speaker 1: Und ja, Hillary wäre sicherlich auch nicht das goldene Ticket zur Glückseligkeit gewesen.
- 7:18Speaker 1: Wir hätten da sicherlich vieles Negatives erlebt aber ich glaube es ist einfach kein Vergleich zu dem was Donald Trump sich leistet und es scheint immer noch so zu sein dass alles egal was er tut wie an einer Teflon Pfanne an ihm abprallt irgendwie doch erstaunlich.
- 7:41Speaker 0: Ja, es ist so dieser eine Satz die noch von einem Jahr halbspaßhaft aber auch nur halb gesagt hat.
- 7:47Speaker 0: Man könnte am helllichen Tag an der Fifth Avenue jemanden um abknallen und käme noch davon damit.
- 7:56Speaker 0: Das ist das Faszinierende wiederum an ihm.
- 8:00Speaker 0: Er hat tatsächlich erst nicht dumm.
- 8:05Speaker 0: Wir würden das wahrscheinlich Bauern schleunen.
- 8:07Speaker 0: Also er hat ein Instinkt und die nötige Chutzpil, die man haben muss sozusagen, er scheißt sich halt nichts und zieht das dann durch und kommt damit auch davon.
- 8:21Speaker 0: Das ist tatsächlich so.
- 8:22Speaker 0: Ich meine wo willst du ihn denn überhaupt noch packen?
- 8:25Speaker 0: Wo geht das noch?
- 8:26Speaker 0: Gestern hat der Minneapolis den Krieg erklärt.
- 8:33Speaker 0: Ehrlich gesagt, mich überrascht nichts mehr.
- 8:38Speaker 0: Aber ... ja, du hast nicht ganz unrecht.
- 8:42Speaker 0: Ich meinte nicht Trump mit meinem Tweet, sondern ich meinte eher, wir alle ver-Trumpen!
- 8:50Speaker 0: Also die ganze Welt ver-trumpt gerade, habe ich den Eindruck und egal wo du hinschaust überall, hast du irgendwie das Gefühl, dass Virus ist unser letztes Problem?
- 9:02Speaker 1: Hast du denn auch das Gefühl, dass wir alle einfach viel, viel gereizter sind und auf harmlose Situationen teilweise auch viel zu extrem reagieren?
- 9:11Speaker 1: Und ich nehme mich da selbst nicht aus.
- 9:14Speaker 1: Hoffe nur, dass ich meistens dann doch noch selbst reflektiert genug bin!
- 9:17Speaker 0: Ich gehe dann immer laufen.
- 9:19Speaker 0: Wenn ich merke, dass es bei mir wirklich so hoch kommt... Nein, nein, also ich gehe ... Nein, mir geht das wirklich so und ich meine das wirklich ernst.
- 9:31Speaker 0: Dark Passenger in einem plötzlich versuchtes Steuerrad zu übernehmen.
- 9:37Speaker 0: Also wir alle kennen das ja auch, deswegen resonieren immer diese gute und böse Filme mit uns so.
- 9:42Speaker 0: Komm rüber!
- 9:44Speaker 0: Ruck auf die dunkle Seite der Macht.
- 9:49Speaker 0: Und es ist so, deswegen mögen wir diese Filme auch immer so gerne oder auch diese Märchen.
- 9:56Speaker 0: Weil wir beide natürlich alle beide Seiten in uns tragen.
- 10:03Speaker 0: Das Gute kann nur funktionieren und kann nur absiegen wenn es auch das Böse gibt.
- 10:09Speaker 0: Wir tragen eben nun mal beide.
- 10:10Speaker 0: Keiner ist ganz gut und ganz böse, sondern das ist immer so ein Cocktail.
- 10:19Speaker 0: Und ich merke, wie manchmal wirklich das Böse in mir im Anführungszeichen.
- 10:23Speaker 0: Also nicht nur die schlechte Laune, sondern dann werde ich richtig gerantig, sagt man hier in Bayern und denkt mir, nee, also jetzt passiert gerade was mit mir!
- 10:34Speaker 0: Jetzt drehe ich ja ziehe Schuhe an gelaufen und versuche es dann – wenn du so zehn, fünfzehn Minuten schon voll hin keuchst oder so dann merkst du auch, wie das wieder verschwindet.
- 10:50Speaker 0: Aber ...
- 10:51Speaker 1: Ich glaub es liegt doch an diesem enormen Stresslevel, dass wir vor allem in den ersten Wochen nach dem Ausbruch der Pandemie in uns hatten.
- 10:58Speaker 1: Wir alle hatten so was noch nie erlebt, wir alle wussten nicht, was da auf uns zukommt und waren in dieser konstanten Unsicherheit die uns da extrem belastet hat.
- 11:10Speaker 0: Du redest immer in der Vergangenheit?
- 11:12Speaker 0: Also ich weiß es heute noch nicht!
- 11:15Speaker 0: Ganz ehrlich, ich hab jetzt sogar noch mehr Angst als vorher, als wir irgendwie komplett alle zu Hause hockten.
- 11:20Speaker 0: Weil da, wie soll man sagen, konnten die Idioten wenigstens nix anstellen?
- 11:24Speaker 0: Aber jetzt wo sie wieder rauskommen und vor allem dann sich irgendwie auf der Teresin visor oder sonstwo alle treffen... Ich meine, wie bescheuert muss man sein?
- 11:34Speaker 0: Wo waren denn die Leute und haben für ihre Bürgerrechte demonstriert als wir erfahren haben, dass alle unsere Telefongespräche mitgeschnitten oder mitgehört werden.
- 11:44Speaker 0: Und dass wir also kooperativ sozusagen den Geheimdiensten der Welt permanent zum Abhören bereitstanden, dass all unsere WhatsApp-Nachrichten mitgelesen werden potenziell.
- 11:56Speaker 0: Das fand ich den großen Hammer.
- 11:58Speaker 0: Wo waren denn diese Leute?
- 11:59Speaker 0: Und jetzt, wo es mal einen Grund gibt tatsächlich Bürgerrechte einzuschränken, weil wir damit Menschen töten!
- 12:06Speaker 0: Ich kapier's einfach nicht.
- 12:07Speaker 0: Jeder von uns kennt doch jemanden, dessen Onkel Tante oder sogar das Kind gestorben ist.
- 12:14Speaker 0: Also wer denkt denn so kurz... Du musst ja nicht für dich denken, denk wenigstens für andere und dann auf die Straße gehen.
- 12:26Speaker 0: Wild Gates, Weltverschürm.
- 12:28Speaker 0: Sag mal was ist los mit den Leuten?
- 12:33Speaker 0: Ich brauche einen Jim.
- 12:35Speaker 1: Bekommst du natürlich sofort!
- 12:38Speaker 1: Ich habe hier gerade noch einmal heimlich auf mein Handy unter dem Dresen geschaut und es war nämlich genau der elfte Mai, zwei Tausend Sechzehn als wir mit unserem guten inzwischen leider verstorbenen Freund Jimmy Schulz bei unserer Forty Eight Forward Privacy Session über dreieinhalb Stunden lang, über Privatsphäre und Datenschutz diskutiert haben.
- 13:00Speaker 1: Und ich glaube dieses Thema ist heute wichtiger als je zuvor!
- 13:06Speaker 1: Das Video übrigens gibt es immer noch in voller Länge auf YouTube.
- 13:09Speaker 1: Das längste YouTube-Video das wir je veröffentlicht haben sollte man sich auf jeden Fall nochmal anschauen.
- 13:17Speaker 1: Und ich habe auch das Gefühl, dass wir bei all diesen Corona-Themen die unsere Nachrichten dominieren so ein bisschen den Blick auf ganz viele andere Themen verlieren, die gerade passieren oder schon davor passiert sind und jetzt aber natürlich unvermindert weitergehen.
- 13:34Speaker 1: Ich meine damit grade auch Themen wie Fremdenhass, generelle Anfeindungen, Hass & Hate Speech im Internet, Antisemitismus –all diese Themen sind heute!
- 13:46Speaker 1: Da und sie sind gefühlt noch stärker da als vor Corona.
- 13:52Speaker 1: Ich habe dir vorhin im Vorgespräch ja schon erzählt, wir sind gerade in der Planung von unserem nächsten Virtual Call for Optimism, der am thirizehnten Juli stattfinden wird und sind da auch im Gespräch mit Charlotte Knobloch weil wir gerne ein Interview mit ihr machen möchten grade zu eben diesen Themen Antisemitismus und Hate Speech.
- 14:12Speaker 1: Und ich hab'n mit ihrem Team dann gesprochen hab dann auf meinen Hinweis hin, dass diese Themen ja nicht vorbei sind.
- 14:20Speaker 1: Nur weil Corona gerade die Nachrichten dominiert nur den Kommentar bekommen, dass sie jetzt sogar noch viel, viel schlimmer geworden sind.
- 14:29Speaker 1: Diese Themen, die Bedrohungen, in die daraus entstehen.
- 14:32Speaker 0: Deswegen sagte ich auch von ... Ich habe mehr Angst vor dem was jetzt noch vor uns liegt als das, dass wir jetzt irgendwie zwei Monate mal irgendwie nur mit Mundschutz irgendwie rausgehen durften und keine großen Partys feiern durften.
- 14:49Speaker 0: Also wenn das die Sorgen sind, die größten Probleme werden – und die haben übrigens auch nichts mit Corona zu tun!
- 14:59Speaker 0: Weil es wäre sowieso gekommen, die Leute wären sowieso auf die Straße gegangen.
- 15:02Speaker 0: Ich sage dir genau wann?
- 15:05Speaker 0: Wir haben ja im Moment noch bis Corona.
- 15:08Speaker 0: zumindest hatten wir Vollbeschäftigung in diesem Land zum Aller.
- 15:11Speaker 0: Also uns ging es noch nie, noch nie so gut als Land und Nationen.
- 15:16Speaker 0: Wir haben sogar die letzte Banken- und Finanzkrise gut überstanden.
- 15:19Speaker 0: Wir haben die neunzige Jahre überstanden wo alle andere in die Rezession geschlittert sind.
- 15:24Speaker 0: Und Deutschland ist dank Wiedervereinigungen usw.
- 15:27Speaker 0: natürlich da mit zwei blauen Augen rausgekommen.
- 15:30Speaker 0: Das heißt das was jetzt vor uns steht diese Dekade und also ich bin Kein großer Freund von irgendwelchen falschen Vergleichen, aber alles in mir schreit.
- 15:42Speaker 0: Was wäre wenn das was vor hundert Jahren passiert wäre jetzt in dieser Dekade genau in dieser Wieder passieren würde?
- 15:50Speaker 0: Mark Twain hat mal einen schönen Satz geschrieben oder wird ihm zumindest zugeschrieben Geschichte wiederholt sich nicht Aber manchmal reimt sie sich.
- 16:00Speaker 1: Und gerade diese Corona-Zeit führt auch dazu, dass dann Menschen wie wir die eben genau davor warnen, das sowas wieder passieren kann.
- 16:07Speaker 1: Oftmals genau von denen missverstanden werden, die diese ganzen Coronaregelungen und Einschränkungen als Gefahr für die Demokratie und für die Grundrechte verstehen und dann wiederum ja da noch mehr Oberwasser gewinnen was natürlich totaler Quatsche ist
- 16:26Speaker 0: Das alte Playbook, die Opfer feind umkehr.
- 16:30Speaker 0: das ist etwas was tatsächlich die Nazis perfekt verstanden haben.
- 16:33Speaker 0: diese ganzen angriffskriege und so weiter wurden ja immer dadurch gerechtfertigt dass man gesagt hat wir verteidigen uns ja nur genau das machen passiert hier gerade.
- 16:41Speaker 0: ne diese menschen verteidigten sich gegen irgendwie einen staat und gegen eine geheimen regierung die gar nicht gewählt wurde usw.
- 16:48Speaker 0: Und das erlaubt dann die mittel der gewalt und damit rechtfertigt man dann sozusagen alles Hebelt man übrigens auch alles andere aus, wofür sie eigentlich ja auf der Straße stehen.
- 16:59Speaker 0: Nämlich für Demokratie und Sie haben nun mal Entschuldigung aber nicht das Recht anderen Menschenleben zu gefährden in denen sie sagen wir dürfen alle frei rumlaufen.
- 17:10Speaker 0: Wir dürfen nicht frei rum laufen wenn es nachweisbar ist gibt nun mal so etwas die Wissenschaft noch Wenn wenn das ansteckungs Potenzial so hoch ist.
- 17:22Speaker 0: Und das kann ja nun wirklich keiner abstreiten, dass das eine mit der Infiz ... also die Übertragung kaum einem anderen Virus so stark war.
- 17:32Speaker 0: vielleicht irgendwie, ich glaub es gab ein zwei Krankheiten, die ungefähr so ähnlich übertragen werden aber nicht so tödlich sind.
- 17:40Speaker 0: Ich kenne jetzt schon, ich kam gerade mit einem Nachbarn getroffen, der zum ersten Mal wieder nach Hause kam und hat gesagt er kennt tatsächlich zwei Leute die gestorben sind.
- 17:50Speaker 0: Seine Nachbaren oder aus dem Ort jemand.
- 17:54Speaker 0: Und ganz furchtbarer Tod.
- 17:56Speaker 0: Einer davon war forty-fünf so alt wie ich.
- 17:59Speaker 0: Und ich hab mir gedacht meine Fresse!
- 18:01Speaker 0: Also das ist echt... Das kann kein Tweet von irgendeinem Trump oder irgendjemanden einfach in April stellen dass es nicht... Also, und dann zuhause haben die werden ja eh gestorben.
- 18:17Speaker 0: Aber gut!
- 18:18Speaker 0: Was war jetzt mit dem Gin?
- 18:19Speaker 0: Genau, du bekommst jetzt erst mal ein Drink.
- 18:22Speaker 0: Ich hab das schon gesehen.
- 18:23Speaker 0: Du hast sogar hier schon Bierdeckel mit dem Gintalk.
- 18:28Speaker 0: Großartig sehr schick.
- 18:30Speaker 1: Du bekommest jetzt erstmal unseren eigenen Haustrink sozusagen.
- 18:36Speaker 1: gewisse Liebe zu Finnland und insbesondere zu Helsinki, und bin da sehr häufig.
- 18:42Speaker 1: Und es gibt dort von der Helsinki Distilling Company einen ja fertig gemixten Longdrink mit einer starken Grapefruitnote... ...und er ist super lecker!
- 18:55Speaker 1: Nur dummerweise kann man den nur schwer nach Deutschland importieren wegen diesen ganzen Alkopobsteuern und allen möglichen.
- 19:03Speaker 1: Deshalb dachte ich mir, ich mache den irgendwie so ähnlich und versuche ihn vielleicht sogar noch ein bisschen zu verbessern, habe das Ganze dann Long Carow genannt.
- 19:15Speaker 0: Long Carrow?
- 19:16Speaker 0: Okay!
- 19:17Speaker 1: Das ist nämlich das finnische Wort für Long Drink.
- 19:21Speaker 1: Deshalb brauchen wir erstmal ein bisschen Eis und geben das in einen Rührglas hinein.
- 19:28Speaker 1: nehmen uns dann vier CL Helsinki Dry Gin gießen dann acht CL Drapefruit Saft dazu.
- 19:41Speaker 1: Zusätzlich geben wir da noch ein paar Spritzer Angostura dazu, einen wenig Grapefruit-Bitter etwas Zitronensaft und noch ungefähr knapp ein CL Zuckersirup.
- 20:02Speaker 1: das ganze rühren wir dann erst mal ordentlich um, nicht schütteln sondern rühren und gießen dann noch ein bisschen Soda dazu.
- 20:19Speaker 0: Ja!
- 20:19Speaker 0: Da kann man sich dran gewöhnen.
- 20:26Speaker 0: Sehr lecker.
- 20:27Speaker 0: Sehr wirklich sehr lecker, schöne.
- 20:30Speaker 0: Tatsächlich wirzig und natürlich Zitrus.
- 20:34Speaker 0: ich mag diese Zitrosnoten immer in Drinks gerne also da... Ich mag so.
- 20:40Speaker 0: dieser Diese milchigen Dinger mag ich nicht so.
- 20:45Speaker 0: Ich mag, wenn es wirklich so ein bisschen krisp ist und bisschen... Ja!
- 20:53Speaker 1: Und ich nehme mehr weil wir ja gerade so viel auch über die USA gesprochen haben und wir beide New Yorks so lieben.
- 21:02Speaker 0: Wer mag New York nicht?
- 21:05Speaker 1: Deshalb nehme ich mir einen Brooklyn-Gen.
- 21:08Speaker 0: Den hast du jetzt aber importiert.
- 21:09Speaker 1: Da habe ich die erste Flasche tatsächlich aus New York mitgebracht.
- 21:14Speaker 1: Aber ja, seitdem haben wir ein paar mehr davon ausgedrungen und ich habe die weiteren Flaschen online
- 21:21Speaker 1: bestellt.".
- 21:22Speaker 0: Wie sagt der Finne?
- 21:25Speaker 0: Nicht Skoll!
- 21:27Speaker 1: Der Finne sagt Kippis.
- 21:32Speaker 0: Ja, Kippen kann nicht.
- 21:33Speaker 0: Ich bin ja wirklich wie du
- 21:36Speaker 1: warst sehr oft in Helsinki.
- 21:40Speaker 1: Aber meine Finnish-Kentnisse beschränken sich immer noch auf... Sehr, sehr wenig.
- 21:45Speaker 0: Die sprechen auch alle perfekt Englisch?
- 21:47Speaker 0: Das finde ich immer so.
- 21:48Speaker 1: Und zwar wirklich bis zu den
- 21:50Speaker 0: skandinavialen
- 21:51Speaker 1: Kindern...
- 21:52Speaker 0: Ja ja gut aber die wachsen natürlich auch alle mit dem Original und nicht gedappten also nicht synchronisierten Serien auf.
- 21:59Speaker 0: und wenn ich die damals irgendwie Captain Future auf Englische geguckt hätte oder Sesamstraße oder sowas dann würde ich wahrscheinlich heute noch irgendwie davon profitieren.
- 22:10Speaker 1: Das war ja tatsächlich immer mein Glück damals, als ich in der Schule war und mit vierzehn fünfzehn angefangen habe Filmkritiken zu schreiben.
- 22:18Speaker 1: Und wir dieses Kinoportal hatten und so den Pressevorwirkungen eingeladen worden sind die immer Wochen vor dem Film stattgefunden haben.
- 22:27Speaker 1: Und es dort oftmals noch keine deutsche Übersetzung gab.
- 22:30Speaker 1: das heißt Wir haben uns diese ganzen Filme in ihrer Originalfassung angeschaut.
- 22:35Speaker 1: Ja nur bei Französisch hat's tatsächlich nichts geholfen.
- 22:38Speaker 0: Man muss sagen, das ist sehr lecker.
- 22:41Speaker 0: Da ist nämlich neben dem Leberkast da auch noch Kraut und so angeröstete Rätseln drin.
- 22:48Speaker 0: Das ist eine super Idee!
- 22:50Speaker 1: Ich
- 22:51Speaker 0: probiere auch gleich mal...
- 22:52Speaker 1: Was mich
- 22:53Speaker 0: ja übrigens?
- 22:53Speaker 0: Vincent wieder gezaubert hier.
- 22:55Speaker 0: Ich habe immer noch sein Buch mit den Resten aus einem Kühlschrank.
- 22:58Speaker 0: was tolles taubern.
- 23:00Speaker 0: Die Leftovers genau.
- 23:02Speaker 0: Und Leftovers aus dem Kühl schrank und dann irgendwie ... und ich hab das Buch auch in den Kühl Schrank gestellt.
- 23:07Speaker 1: Ich hab nur leider immer nie die Leftovers im Kühlschrank, die ich für die Rezepte in dem Buch bräuchte.
- 23:14Speaker 1: Das ist eher mein Problem bei der Sache.
- 23:16Speaker 0: Ach so!
- 23:16Speaker 0: Das
- 23:17Speaker 1: ist meine Herausforderung also... Aber wir kochen jetzt mehr seit Corona und haben jetzt auch bald zum Glück eine größere Küche.
- 23:24Speaker 0: Ah okay verstehe.
- 23:25Speaker 0: Ja das habe ich übrigens auch gemacht während des Shutdowns.
- 23:28Speaker 0: Das war dann nach dem Laufen und ich hab mir dann mal gedacht Wenn du sowieso so im Schnitt zwölf bis vierzehn Stunden am Schreibtisch setzt, dann kannst du dir wenigstens mal eine ausgedehnte Mittagspause.
- 23:39Speaker 0: und da habe ich immer gekocht.
- 23:41Speaker 0: Und das habe ich also so häufig gekoct wie in den letzten zwei Monaten noch nie!
- 23:47Speaker 1: Ja, bei mir war es ja so, dass ich im März leider viel zu früh aus den USA zurückgekommen bin.
- 23:52Speaker 1: Ich hatte ja eigentlich wieder meine jährlichen vier Wochen USA gemacht dieses mal einen tollen Trip geplant mit einer Woche LA zwei Wochen Austin und dann noch eine Woche New York.
- 24:04Speaker 1: aber das ging ja dann alles doch nicht so lange.
- 24:07Speaker 0: Ich weiß!
- 24:07Speaker 0: Ich habe dich sogar zurückbeordert, weißt du noch?
- 24:09Speaker 0: Richtig, ich weiß!
- 24:10Speaker 1: Da
- 24:11Speaker 0: fliegt die Uhr zurück...
- 24:13Speaker 1: Ja da war ich noch voller journalistische Neugier, dass es ja spannend sein könnte das ganze dort drüben zu beobachten.
- 24:21Speaker 1: Ich war dann nur eine knappe Woche in Osten und ein Tag in New York um von Flughafen zur Flughafe zu fahren und mir auf dem Weg einen neuen Rückflug zu buchen für den selben Tag.
- 24:33Speaker 1: Und dann war ich erst mal zwei Wochen sehr vorsichtig, war daheim und wollte eben verhindern, falls sich denn infiziert bin irgendjemanden anstecke.
- 24:44Speaker 0: Du hast die halben USA angesteckt, gibts doch zu.
- 24:47Speaker 0: Die wissen doch jetzt ganz genau... Es ist doch jetzt nachvollzogen worden tatsächlich dass erst sozusagen von China das Virus zu uns nach Europa kam und dann haben sie Europäer in den USA geflogen.
- 25:00Speaker 0: Natürlich!
- 25:02Speaker 0: Kommt gib's doch zu!
- 25:03Speaker 1: Ich war
- 25:07Speaker 0: es im Januar schon.
- 25:09Speaker 0: Patient X. Das wäre doch ein guter Titel für deine Memoire.
- 25:14Speaker 1: Ja, ich halte das mal fest!
- 25:17Speaker 1: Aber ich war dann auf jeden Fall zwei Wochen ganz alleine zu Hause und habe dann entdeckt was man mit so einer Heißluftfritöse alles Spannendes machen kann... ...und tolles Gerät, kann ich nur sagen?
- 25:35Speaker 0: Ich liebe mein Air Fryer!
- 25:38Speaker 1: von Brezenbacken über Fischdäbchen, Mini-Pizzen bis hin zu Rinderfilet.
- 25:44Speaker 1: Ich war echt sehr positiv überrascht!
- 25:46Speaker 0: Ohne Ölfett und so weiter sondern nur so ein kleiner Spritzer... ...and that's it!
- 25:52Speaker 0: Ein Airfryer ist wirklich der heißeste Scheiß seit der Mikrowelle.
- 25:56Speaker 1: Was mich politisch in dieser ganzen Situation übrigens wirklich wundert, ist dass die AfD diese Situation nicht besser für sich genutzt hat.
- 26:06Speaker 1: also ich bin natürlich froh, dass sie es nicht getan hat.
- 26:09Speaker 1: Aber es wäre doch eigentlich eine super Geschichte für eine Partei wie die AfD gewesen und irgendwie verlieren Sie gerade eher in dieser ganzen Sache?
- 26:21Speaker 0: Na ja war's ab!
- 26:23Speaker 0: Sie haben es versucht und sie waren halt jetzt im Moment quasi mit Flügelkämpfen beschäftigt.
- 26:32Speaker 0: Meuchelt also der eine, den anderen.
- 26:36Speaker 0: Das würde ich aber jetzt nicht als gegeben auslegen, dass das vorbei ist.
- 26:45Speaker 0: Ich meine es war ja schon ziemlich hardcore was dahinter den Kulissen abging bei der AfD und wir sind jetzt alle so abgelenkt durch unser eigenen Masken tragen oder nicht?
- 26:57Speaker 0: und Schule und Hauptschooling und weißt da Teufel?
- 27:01Speaker 0: Aber wenn wir jetzt nicht so abgelenkt, dann würden wir viel mehr uns damit auseinandersetzen was bei der AfD gerade hinter den Kulissen passiert und da.
- 27:13Speaker 0: das ist ein Mord-und Totschlag dort.
- 27:17Speaker 0: Also ich kann mir vorstellen weil wir sind mittlerweile wirklich soweit und das muss man sich mal vorstellen dass es jetzt bald sogar eine Partei noch rechts von der AfD geben wird.
- 27:28Speaker 0: Und das Playbook auch hier ist in Grunde genommen ganz klar.
- 27:34Speaker 0: Die Hardcore Flügel wird sich entweder abspalten oder schmeißt die anderen raus und bei der nächsten Wahl, ich meine wir haben in einem Jahr Bundestagswahl.
- 27:46Speaker 0: also nur weil sie jetzt in den ersten Monaten einfach damit beschäftigt waren sich gegenseitig irgendwie das Messer an die Kähle zu halten.
- 27:57Speaker 0: Also in einem Jahr ist Bundestagswahl, also in eineinhalb Jahren sogar genug Zeit sich zu sortieren.
- 28:08Speaker 0: Und bis dahin werden die wirtschaftlichen Folgen von Corona und die Rezessionen, die sowieso gekommen wären wird sich dann bei jedem Einzelnen von uns bemerkmal machen.
- 28:18Speaker 0: Wir sitzen hier noch und trinken schön Gin Vielleicht wird es die Firma von der Welt gerade in den Gin treffen bis da gar nicht mehr geben Und daran gekoppelt natürlich hunderte von Arbeitsplätzen und was mit der Automobilindustrie los sein wird.
- 28:35Speaker 0: Ich möchte es mir nicht vorstellen, die Probleme, die jetzt schon VW hat – Mit Software!
- 28:40Speaker 0: Mit Auslieferungen von Fahrzeugen mit den ganzen... mit der halbe von nicht gekauften Autos, die dann verschrottet werden müssen.
- 28:52Speaker 0: Ich meine das muss man sich mal vorstellen, niegelnagelneue Autos.
- 28:56Speaker 0: Die finden keine Abnehmer mehr.
- 28:59Speaker 0: also da können die noch viele Autogipfel machen und noch Boni zahlen dafür dass man ein Auto geschenkt vielleicht sogar noch nimmt.
- 29:09Speaker 0: Das wird brutal!
- 29:10Speaker 0: Also ich mache mir wirklich große Sorgen weil man muss sich ja vorstellen AfD ist in jedem Länderparlament mittlerweile vertreten, nach und nach sogar auch schon in den Rundfunkräten der öffentlich-rechtlichen die ihr abschaffen wollen.
- 29:27Speaker 0: Jetzt muss man sich ja auch mal vorstellen.
- 29:30Speaker 0: Und zwanzig Prozent im Moment runter klar aber bis zu zwanzich Prozent sind vorstellbar heute wo wir noch nahezu Vollbeschäftigung haben im Land.
- 29:45Speaker 0: also Was meinst du?
- 29:48Speaker 0: Und ich könnte es noch nicht einmal jemanden verüben.
- 29:51Speaker 0: Familienvater und Braven, der immer brav seine Steuer gezahlt hat.
- 29:54Speaker 0: Der immer bravo irgendwie auch seinen Kreuzchen bei der CSU gemacht hat.
- 29:59Speaker 0: Ich kann mir vorstellen dass der sagt ne wenn er plötzlich mittellos dasteht seine Familie nicht mehr ernähren kann die Kinder irgendwie keine Ausbildung bekommen.
- 30:14Speaker 0: also Meine Fantasie reicht weit.
- 30:16Speaker 0: Ich meine, die stehen ja heute schon zum Teil auf der Straße und fordern irgendwelchen
- 30:21Speaker 0: Blödsinn.".
- 30:23Speaker 1: Ist das auch ein bisschen politisches Greenwashing?
- 30:25Speaker 1: Was die da gerade machen damit sie dann eben rechtzeitig vor der Wahl sagen können naja wir sind ja gar nicht rechts Wir haben uns ja von allen Flügeln getrennt, die rechts waren
- 30:35Speaker 0: Nein nein, das ist kein greenwashing Die sind wirklich so gerissen sind die nicht.
- 30:40Speaker 0: Die sind zwar manchmal schlau, vor allem im Netz sind sie den anderen Parteien um Lichtjahr voraus.
- 30:45Speaker 0: Aber die Kämpfe, die da stattfinden, die sind echt... Also das ließe sich auch gar nicht so gut orchestrieren, dass man jetzt sagt, man macht jetzt einen Showkampf oder so.
- 30:58Speaker 0: So clever sind Sie dann zum Glück wieder nicht!
- 31:01Speaker 0: Das ist jetzt tatsächlich weil die genau wissen in einem halben Jahr, die Messer werden jetzt gewetzt Und jetzt muss man sich halt in den Rücken fallen und den Konkurrenten noch loswerden, weil in einem Jahr geht es dann wirklich nur noch um einen Wahlkampf.
- 31:15Speaker 0: Und bis dahin sozusagen muss feststehen, wer überlebt hat.
- 31:22Speaker 0: Nee ich hab Politik nie so kennengelernt.
- 31:25Speaker 0: Politiker sind cleverer als wir denken aber nicht so clever
- 31:30Speaker 1: Wenn du dir anschaust was ... Da sonst politisch gerade im Hinblick auf die Bundestagswahl bei uns im Land passiert, dann hat der Kampf um die Nachfolge von Angela Merkel ja schon längst begonnen.
- 31:42Speaker 1: Und es gibt ja irgendwie so diese zwei Lager.
- 31:45Speaker 1: Auf der einen Seite Markus Söder auch als Corona-Hartliner könnte man fast sagen und auf der anderen Seite der eher Corona Softi Armin Laschet.
- 31:57Speaker 1: Natürlich sagen beide, dass sie natürlich niemals Bundeskanzler werden möchten.
- 32:03Speaker 1: Aber nimmst du das einem Söder wirklich noch ab?
- 32:08Speaker 0: Nein, natürlich nicht!
- 32:10Speaker 0: Das würde ich ihm auch gar nicht vorwerfen, weil es darf er natürlich nicht machen.
- 32:14Speaker 0: Wir beambten Mikado, der sich zuerst bewegt und verliert.
- 32:21Speaker 0: Eines habe ich gelernt, das galt auch schon bei meinem Wert mehr.
- 32:26Speaker 0: Siegmund Gottlieb hat mir das mal beigebracht und gesagt irgendwie, dass Amt man darf sich nie um einen Amt bewerben.
- 32:33Speaker 0: Das Amt muss zu einem kommen so eine ganz klassische wie aus der guten Alten Adenauer-Zeit vielleicht sogar schon noch.
- 32:44Speaker 0: So ticken die, ne?
- 32:46Speaker 0: Und deswegen darf natürlich ... Wenn Söder jetzt erklären würde, er will kandidieren oder so was, dann wäre er verloren und der ist so klug das würde er nie machen.
- 32:56Speaker 0: Er hat sein Netzwerk und er weiß schon sozusagen wann er von irgendjemandem den Ruf bekommen soll.
- 33:03Speaker 0: Den Auftrag gibt er selber aber kommt das über Bande und sagt ja, was ich!
- 33:09Speaker 0: Nein!
- 33:11Speaker 0: Wirklich?
- 33:12Speaker 0: Nein, nein, nein.
- 33:13Speaker 0: Also dann ziert er sich zwei Wochen und heißt es plötzlich ein Jahr, also da ist noch das letzte Wort nicht gesprochen und dann wacht er seine Pressekonferenz und sagt irgendwie in dieser Zeit, in dieser schweren Stunde darf sich niemand um die Verantwortung
- 33:36Speaker 0: drücken.".
- 33:37Speaker 0: Wenn ein Politiker übrigens auch, hab ich gelernt weil das wirklich zwanzig Jahre lang die Nachrichten gemacht hat.
- 33:42Speaker 0: Wenn ein politiker mal sagt dass er also ... Die Verantwortung übernimmt heißt es auf Deutsch, er reißt die Macht an sich.
- 33:53Speaker 0: Also er will die Macht ansich reißen, klingt aber nicht so geil und deswegen sagt man Ich trete diese schwere Bürde an und ich übernehme die Verantwortung.
- 34:06Speaker 0: Ja, ich stelle mich der Verantwortung unter Titel.
- 34:13Speaker 0: Ich will der Bestimmer
- 34:14Speaker 0: sein.".
- 34:18Speaker 0: Und gerade jemand wie Söder hat da wirklich – muss ich aber auch ganz ehrlich sagen – vierzig Jahre lang einfach seine Hausaufgaben.
- 34:27Speaker 0: Der hat seit dem Teenager war, wusste er was er werden will und hat minutiös darauf hingearbeitet.
- 34:36Speaker 0: Jetzt ist die Stunde zu ernten.
- 34:38Speaker 0: Erst Ministerpräsidentenamt und dann schauen wir mal weiter.
- 34:43Speaker 1: Meinst du, er hat noch eine ernste Konkurrenz?
- 34:45Speaker 0: Naja, März ist ja durch Corona sozusagen... März glaube ich das größte Opfer von Corona, dass wir alle also jetzt politisch übertragen.
- 34:56Speaker 0: Ich möchte nicht den wirklichen Opfern so nahe treten aber erst politisch das größter Opfer!
- 35:01Speaker 0: Von allen weil der hatte echt gute Karten gerade im sehr konservativen, fast schon AfD-Lager der CSU und CDU.
- 35:09Speaker 0: Der Union also hatte große Freundeskreise heißen ja auch so Freundes Kreise in meiner Politik.
- 35:16Speaker 0: Tatsächlich gibt es die Hinterzimmergespräche.
- 35:18Speaker 0: da muss ich den Spinnern draußen auf der Straße recht geben.
- 35:22Speaker 0: Es gibt Klingelrunden Ja das ist jetzt kein Geheimnis aber Da werden auch einzelnen Journalisten eingeladen Und Das ist in der Tat war nur das, was jetzt mit Söder ist.
- 35:42Speaker 0: Der weiß ganz genau... Jetzt ist es noch zu früh!
- 35:46Speaker 0: Wenn du dich zu früh bewegst aus der Deckung wachst dann verbrennst du auch bis es dann zum Schuh kommt und deswegen ist März tatsächlich weg weil wir haben jetzt Söder genauso wie Laschet.
- 36:00Speaker 0: Das ist die Stunde der Exekutive, das heißt also Krisen sind immer zum Vorteil derjenigen, die gerade in der Regierung sind.
- 36:07Speaker 0: deswegen haben wir jetzt auch von einer FDP gerade eine nächste SPD gibt sowieso nicht mehr und deswegen machen es eigentlich nur noch die beiden miteinander aus.
- 36:18Speaker 1: Jetzt essen wir ja hier grade die Leber-Casbowl Hubsi.
- 36:22Speaker 1: Was sagst du denn zu dem Auftreten Bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger.
- 36:28Speaker 1: Ich kann mich noch gut erinnern, wie wir bei Bits and Pretzels im Publikum saßen und uns seine Rede angehört haben – wir in wahnsinnig schlimmem Englisch versucht hatten vor Barack Obama zu sprechen!
- 36:45Speaker 1: Und jetzt liefert er eine Rede von Stoiberqualität quasi im Wochentakt ab.
- 36:50Speaker 1: Und
- 36:52Speaker 0: du, aber das ist nix dagegen.
- 36:53Speaker 0: Ich hab dir vor kurz bevor wir angefangen haben ja auch so einen kleinen Ausschnitt gezeigt als ich mal öttinger mit öttinger irgendwie auf einer bühne saß und und da sind die finde ich irgendwie in der alten tradition.
- 37:04Speaker 0: ich muss jetzt aber ganz ehrlich zur verteidigung von eibanger und von öttenger sagen ich habe schon zu viel gengetrocknet.
- 37:12Speaker 0: nein ich musste ihm ein bisschen verteidigen weil auch mein vater ist so diese generationen und die haben tatsächlich nie in der schule irgendeine berührung mit einer fremdsprache gehabt außer latin oder griechisch und Und das ist ein riesen defizit.
- 37:28Speaker 0: Das heißt, dass ist biografisch bei diesen menschen leider so Bedingt na guter eilwanger als ein bisschen jünger als mein vater aber dafür Hat er halt hatte.
- 37:40Speaker 0: jetzt hat er jetzt halt auch nicht gerade irgendwie auf dem.
- 37:44Speaker 0: also ich weiß nicht wo oder ich möchte zumindest so nah treten.
- 37:46Speaker 0: nochmal es ist biographisch tatsächlich Anders, die hatten kein Netflix.
- 37:50Speaker 0: Die haben keine Serien irgendwie im Original gucken können und ... Und das war damals auch einfach gar nicht nötig!
- 37:57Speaker 0: Ja?
- 37:57Speaker 0: Also es waren ... Waren alle synchronisiert.
- 38:02Speaker 0: Man hatte Kirchturminteressen.
- 38:04Speaker 0: Es gab keine Globalisierung wie wir sie jetzt erleben.
- 38:07Speaker 0: Die konnten nicht mal eben, wie wir einfach mal nach meiner Hände fliegen und dort irgendwie lecker Gin trinken.
- 38:13Speaker 0: Ich möchte ... Das muss man ihnen... Tatsächlich finde ich verzeihen, dass die da nicht so bewandert sind.
- 38:22Speaker 0: Was man ihnen einfach vorwerfen muss ist... ...dass sie manche Themen einfach sehentlich oder wissendlich verschleppen und wir erleben es ja gerade mit der Corona-Krise das wir jetzt mehr könnten.
- 38:41Speaker 0: Das wir mehr können!
- 38:42Speaker 0: Und zwar alle.
- 38:43Speaker 0: Wir haben immer gesagt in Deutschland sind irgendwie super analog und immer hinterher
- 38:47Speaker 0: usw.,
- 38:47Speaker 0: das stimmt Waren wir oder sind wir auch, sind ja heute noch.
- 38:52Speaker 0: Aber ich bin ehrlich gesagt positiv überrascht wie schnell wenn uns irgendeine Macht dazu zwingt wie jetzt eben ein Virus?
- 39:03Speaker 0: Wie schnell wir in der Lage waren plötzlich alles irgendwie auf Homeoffice umzustellen?
- 39:07Speaker 0: Plötzlich waren die Leute, die noch nie, die nicht mal irgendwie... die mausrichtig bedienen konnten, waren plötzlich in der Lage irgendwelche Zoom-Konferenzen zumindest anzuklicken.
- 39:18Speaker 0: Irgendwann hat es der letzte kapiert dass man unten eine Mute-Taste hatte wo man sich dann auch leise stellen kann damit man nicht alles hört was im Hintergrund so los ist.
- 39:27Speaker 0: also und ich meine das gar nicht so böse sondern das sind so ganz klassische Fehler und Dinge die du Daniel und ich auch gemacht haben halt vor zwanzig Jahren Die fangen halt jetzt bei null an mit der Digitalisierung.
- 39:42Speaker 0: und aber, das finde ich positiv.
- 39:45Speaker 0: Und dass auch auf Einwange beschrocken selbst wenn die jetzt... Halt ein bisschen Nachholbedarf haben, solange sie es machen.
- 39:56Speaker 0: Sobald sie es jetzt kapieren und sagen okay Es ist wirklich wichtig und zwar nicht nur für uns sondern für die Generation nach uns dass wir jetzt echt unseren Shit zusammen bekommen Und endlich auch mal Autos bauen, die man gerne kauft und die nicht einfach von vorne bis hinten so durchsobventioniert sind sogar inklusive Schummel Software wofür immer noch keiner einen Knast gegangen ist.
- 40:16Speaker 0: Dies hat sich gerade eben von seinem Board verschriftlichen lassen, dass er nicht dafür persönlich in den Knast gehen muss.
- 40:24Speaker 0: Das sind tatsächlich... Und alles gedeckt natürlich durch die Bundesregierung klar, weil Arbeitsplätze, Arbeitsplatte und ja also da hocken wir alle mehr oder weniger.
- 40:34Speaker 0: Wir sind alle schuld an dieser Situation!
- 40:38Speaker 0: Da muss ich ganz ehrlich sagen sehe ich jetzt einfach... Das ist das letzte Ticket, dass wir haben auf den Zug in Richtung Zukunft.
- 40:48Speaker 0: Und das müssen wir jetzt nutzen!
- 40:49Speaker 0: Wenn wir diese Krise nicht nutzen und um uns wirklich zumindest in die Gegenwart zu modernisieren, dann war es das letzte Titel.
- 41:02Speaker 0: Das war der letzte Zug, der noch in Richtung zukommt fährt.
- 41:05Speaker 0: Und wenn wir Deutsche da nicht aufspringen ... glaube ich sollte sich jeder nach einer hübschen Zweitwohnung oder irgendwo im Ausland umschauen, weil dann haben wir hier echt ein Problem.
- 41:17Speaker 1: Ich meine das Hubert Eivanger Hochdeutsch als Fremdsprache sieht ist sicher amüsant aber ich habe eigentlich viel größeres inhaltliches Problem mit ihm wenn er reden hält indem er sagt dass naja wenn man zu Hause ist kauft man auch kein neues Auto aber jetzt wo man wieder in den Biergarten fahren kann, wenn man wieder zur Oma fahren kann.
- 41:41Speaker 1: Dann kauft man sich auch wieder ein neues Auto und man dann auch noch eine Autokaufprämie hinterherwerfen möchte die auch noch zusätzlich für Benziner gelten soll.
- 41:56Speaker 1: Und man gleichzeitig auf der anderen Seite komplett ignoriert das kleine und mittelgroße Betriebe seit Wochenkämpfen um an Corona-Hilfen ranzukommen, insbesondere auch an Kredite ranzukommen.
- 42:13Speaker 1: Und es funktioniert einfach nicht und man schwingt dann trotzdem große Räden das alles ganz toll funktioniert.
- 42:22Speaker 1: Das Problem bei diesen Krediten liegt vor allem daran dass die Banken zu den Unternehmen sagen sie sollen jetzt mal hier die Bilanz die Zahlen Für zwei tausend neunzehn einreichen um eben zu beurteilen ob das unternehmen profitabel war, da aber kein mensch natürlich jetzt schon für.
- 42:40Speaker 1: Zwei Tausend Neunzehnt seine Bilanz fertig hat sein Jahresabschluss fertig hat.
- 42:44Speaker 0: Ich habe meine Steuererklärung zum allerersten mal jetzt schon fertig.
- 42:48Speaker 1: gut da bist du aber wirklich einer von sehr sehr wenigen und die meisten haben das eben noch nicht gemacht insbesondere wenn es um Kapitalgesellschaften geht die dass eben in den seltensten Fällen so früh nach einem Jahr machen.
- 43:05Speaker 1: Das wiederum bedeutet, dass für die Bewertung, für die Kreditentscheidung der letzte gemachte Jahresabschluss herangezogen wird und das ist dann in der Regel im Jahr zwei Tausend Achtzehn.
- 43:15Speaker 1: Das heißt ein Unternehmen kann im Jahr zweitausend neunzehnt so profitabel gewesen sein wie es möchte wenn es zwei tausend achtzehn Verlust gemacht hat oder aber nicht genug Gewinn erwirtschaftet hat um den Kapitaldienst des Kredites für ein Jahr zu decken, wird die Kreditentscheidung negativ ausfallen.
- 43:40Speaker 1: Und gerade in einem Land wie Deutschland, in dem gerade kleine Unternehmen mit Steuern so abgestraft werden, wenn sie denn Gewinne machen selbst, wenn Sie diese nicht auszahlen ist genau dieser Situation, genau dieser Umstand und dieser Umgang mit diesen Krediten wirklich fatal.
- 43:57Speaker 0: Ja jetzt bräuchte man eine FDP aber Der Vorsitzender hat die Partei ja auch in die Bedeutung erst aus dem wieder Phoenix, aus der Asche in den Bundestag zurückgeholt und jetzt reitet er sie in einen Abgrund.
- 44:16Speaker 0: Ja interessant also das wird ein interessanter Wahlkampf auf alle Fälle und wie gesagt meine Meinung kennst du.
- 44:25Speaker 0: Ich glaube, wir werden auch diese ganzen Kredite oder Soforthilfen, die jetzt ausgezahlt werden.
- 44:30Speaker 0: Das werden wir natürlich alles mit Zins und Zins-Zins zurück zahlen.
- 44:34Speaker 0: Also ich glaube, Pro ist bloß nicht irgendwie ... dass wir das nicht zu spüren kriegen.
- 44:39Speaker 0: Wir beide werden das finanzieren – und zwar doppelt und dreifach!
- 44:43Speaker 0: Und vor allem unsere Kinder werden es tatsächlich ausbaden müssen.
- 44:48Speaker 0: Da haben Generationen noch den Spaß mit.
- 44:50Speaker 1: Da gab es ja auch diesen absurden Aufschrei vergangene Woche, als die EU angekündigt hat.
- 44:55Speaker 1: Dass man auch darüber nachdenkt diese nun kommenden großen Hilfen... ...auch mit neuen Steuern abzudecken.
- 45:05Speaker 1: Da hätte man ja auch irgendwie von alleine drauf kommen können.
- 45:09Speaker 1: Deshalb habe ich da die Aufregung nicht ganz verstanden!
- 45:13Speaker 0: Ich hab nur den kleinen und den großen Mikro- und Makroschein.
- 45:16Speaker 0: in BWL bin ich auf die Übungen.
- 45:20Speaker 0: Dann habe ich mir gedacht, studiert auch was vernünftig ist.
- 45:23Speaker 0: Bin Journalist geworden!
- 45:24Speaker 0: Das ist doch noch ein bisschen Chinn aber ohne diesen Saft drin.
- 45:32Speaker 0: Und ja das war in der Tat so.
- 45:36Speaker 0: Mein Vater hat gesagt, hopp, studiere etwas vernünftiges.
- 45:40Speaker 0: und das habe ich jetzt davon.
- 45:42Speaker 0: Ich wollte Künstler werden.
- 45:44Speaker 0: Aber egal, jetzt bin ich Überlebenskünstler, auch was Schönes Siehst du doch wieder, was das Amt findet.
- 45:53Speaker 1: Ich muss auch sagen diese Zeiten machen uns ja gerade auch kreativ.
- 45:57Speaker 1: wir finden Lösungen und Ideen für Probleme von denen wir vor Corona gar nicht wissen dass die überhaupt existieren könnten.
- 46:05Speaker 1: ich glaube wer grade jetzt zum Beispiel eine richtig tolle Webcam baut die auch noch auf Lager verfügbar ist der wird damit sehr reich werden.
- 46:16Speaker 0: Du Logitech hat sich dumm und dämlich verdient an der Krise, da haben wir wieder die Gewinner.
- 46:20Speaker 0: Das ist nur
- 46:21Speaker 1: noch auf meiner Amazon-Bestellung.
- 46:22Speaker 0: Ja, siehst du?
- 46:24Speaker 0: Glaubst du, wenn wir in diesem neuen Normal angekommen sein werden, glaubst du wir werden wieder zurück in den Büros gehen?
- 46:31Speaker 1: Das ist tatsächlich eine gute Frage!
- 46:33Speaker 1: Da habe ich viel drüber nachgedacht in den vergangenen Wochen.
- 46:37Speaker 0: Eigentlich gibt es keinen Grund weil wenn die Leute dann feststellen, das geht ja auch von zu Hause... ...und die Schulen funktionieren wieder, dann hast du ja richtig mal so einen halben... Die ganzen Formentagruhe.
- 46:47Speaker 1: Ich glaube, dass wir in den letzten Wochen gelernt haben wie viel Homeoffice gut ist und wie viel zuviel ist.
- 46:54Speaker 1: Ich persönlich war zum Beispiel nach zweieinhalb Wochen wieder hier im Büro weil ich zu Hause einfach nicht gut arbeiten kann und ich kenne viele Leute die auch gerne eben ins Büro gehen um dort zu arbeiten aber genauso gerne auch mal ein zwei Tage Homeoffices in der Woche machen.
- 47:11Speaker 1: Ich glaube, dass wir da in Zukunft einfach mehr Flexibilität haben werden.
- 47:15Speaker 0: Ja aber was ist denn wenn du dir das gar nicht mehr so aussuchen kannst?
- 47:19Speaker 0: Sondern die Unternehmen, die jetzt auch gesehen haben geht doch.
- 47:23Speaker 0: und dann sind jetzt gerade... Wir haben Rezession wird sicherlich länger dauern.
- 47:29Speaker 0: Das heißt also na wir müssen jetzt ein bisschen sparen.
- 47:31Speaker 0: Jetzt haben wir da so einen Modell.
- 47:33Speaker 0: Also entweder wir schmeißen irgendwie zwanzig Prozent der Belegschaft raus oder ihr arbeitet von zu Hause aus.
- 47:39Speaker 0: Dann sparen wir uns zum Stockwerk bei uns, können wir die Miete zahlen, sparen.
- 47:46Speaker 0: und weißt du so auf dem Niveau?
- 47:49Speaker 1: Also ich musste ja sagen dass ich viele Kunden über die letzten Jahre in Strategiefragen beraten habe In den letzten Jahren immer wieder Projekte, in denen wir uns das ganze Thema New Work und dessen Bedeutung für das jeweilige Unternehmen sehr intensiv angeschaut haben.
- 48:08Speaker 0: Ja aber das war vor Corona.
- 48:10Speaker 0: jetzt merkst du ja ich weiß so was ich glaube weil du dich nicht im Mund legen aber ... Ich glaube, so richtig kapieren tun es die Leute wirklich erst tanke.
- 48:22Speaker 0: Wären sie wirklich erst, wenn Sie es halt mal spüren?
- 48:24Speaker 0: Also ich habe bei der ganzen Digitalisierung immer die Erfahrung gemacht, dass die Leute nie kapiert haben was das eigentlich alles bedeutet bis es dann plötzlich bei ihnen vor der Haustür steht.
- 48:35Speaker 0: Und genauso im Moment haben wir jetzt.
- 48:36Speaker 0: Und deswegen glaube ich nicht, dass sich Manager von einem halben oder dreiviertel Jahr auch nur mit Fertesten vorstellen können was das für Kräfte freisetzt und wo es in der Tat vielleicht auch kontraproduktiv wäre alles jetzt irgendwie von zu Hause aus zu machen.
- 48:51Speaker 0: Ich glaub das lernen die gerade während wir hier miteinander reden
- 48:55Speaker 1: Ich versuche seit Jahren Vorständen in Unternehmen beizubringen, dass es überhaupt gar keinen Sinn macht diese riesigen Gebäude und Bürokomplexe mit ihren wahnsinnigen Kosten weiter zu betreiben.
- 49:08Speaker 1: Und versuch denen beizubringen das ist viel mehr Sinn machen würde, Kleineres Headquarter konzentriert, indem es Orte gibt an denen Menschen sich begegnen und treffen können.
- 49:21Speaker 1: An denen es Veranstaltungskonferenzräume gibt, in denen es Kantinen und Cafeterias gibt, wo man sich treffen kann aber in denen der klassische Arbeitsplatz nicht mehr im Fokus steht.
- 49:38Speaker 1: Und zusätzlich... bieten wir den Mitarbeitern an Co-Working Spaces verschiedenster Anbieter zu nutzen, wenn sie denn mal nicht zu Hause arbeiten möchten.
- 49:47Speaker 1: Damit man dann auch die Möglichkeit hat einfach in der Nähe einen Co-working Space zu suchen, der einem gefällt vielleicht auch mal unterschiedliche zu nutzen dort auch nochmal die Möglichkeit zu haben Menschen aus anderen Unternehmen zu treffen oder sich auch dort mit Kollegen zu treffen damit man eben einfach die Wahl hat.
- 50:03Speaker 0: Finde ich super!
- 50:04Speaker 0: Ich nenne das Starbucks.
- 50:08Speaker 1: Ja, so eine Starbucks Flatrate-Karte für Mitarbeiter wäre doch auch nicht verkehrt.
- 50:13Speaker 0: Würde ich sofort unterschreiben oder würde ich zum Rüstungskonzern wechseln?
- 50:19Speaker 0: Der teilt sich überhaupt keine Schrauben!
- 50:21Speaker 1: Ich glaube es kommen spannende Zeiten auf uns zu... Ich bin echt gespannt was da passiert.
- 50:26Speaker 1: Was
- 50:27Speaker 0: ist denn deine Vision tatsächlich jetzt tatsächlich für die... Jetzt machen wir das ganz große Fass auf, was ich vorher gesagt habe mit.
- 50:34Speaker 0: irgendwie werden alle sterben.
- 50:36Speaker 0: Aber was ist denn so deine ... Deine Vision oder deine Schreckensszenario für die nächsten fünf Jahre?
- 50:46Speaker 0: Bist du da pessimistisch, bist du mäßig optimistisch und wenn ja.
- 50:52Speaker 0: Was glaubst Du wird uns am meisten zu schaffen machen in den nächsten fünf Jahren?
- 50:57Speaker 0: weil zehn Jahre das wäre jetzt wirklich zu machen.
- 50:59Speaker 0: Das ist
- 50:59Speaker 1: eine vielfältige Frage, weil ich kann dich gar nicht pauschal behandeln.
- 51:02Speaker 0: Wie geht es weiter?
- 51:03Speaker 0: Glaubst du wir werden eine Rezession haben Also eine lange?
- 51:06Speaker 1: Ja.
- 51:07Speaker 0: Also jetzt nicht so ne kurze, so sechs Monate sondern ich meine jetzt so zwei drei Jahre ist ja ne Rezession in der Regel.
- 51:12Speaker 1: Ich glaube dass uns das was gerade passiert mindestens für die nächsten fünf jahre beschäftigen wird.
- 51:16Speaker 0: Okay Wie wird sich das auswirken und wer wird der Gewinner sein und wer ist der Verlierer?
- 51:21Speaker 1: Naja ich hoffe natürlich dass wir zu den Gewinnern zählen.
- 51:24Speaker 0: Das ist ja das gemeine.
- 51:25Speaker 0: So Leute wie wir fallen ja immer irgendwie mit den Füßen auf dem Boden.
- 51:29Speaker 0: Aber wen wird's erwischen?
- 51:31Speaker 0: Was glaubst du?
- 51:32Speaker 0: Welche Berufs, die das vielleicht jetzt im Moment noch überhaupt nicht kommen sehen?
- 51:37Speaker 1: Ich glaube wenn alle mal ganz ehrlich wären und es sich auch eingestehen würden dann wüssten ist diejenigen die es treffen wird.
- 51:46Speaker 1: Auch heute schon.
- 51:47Speaker 1: ich glaube die Automobilbranche ist ein gutes Beispiel dafür was schiefläuft.
- 51:52Speaker 1: wir sind einfach zu festgefahren in den Geschäftsmodellen, die wir haben.
- 51:57Speaker 1: Wir halten fest daran dass wir die Dinge so tun und so machen wie wir sie schon immer getan haben und wir sind selten bereit zur echter Veränderung, zu einer richtigen kompletten Veränderungen des Geschäfts Modells.
- 52:13Speaker 1: Das Problem sind diese ganzen Todoptimierer und wir in Deutschland waren Meister der Optimierung aber In vielen, vielen Fällen geht es auf Kosten der Innovation.
- 52:23Speaker 1: Es werden keine neuen Dinge mehr erfunden sondern nur noch alte Dinge immer besser gemacht.
- 52:29Speaker 1: Das letzte PS noch aus dem Motor herausgeholt sozusagen.
- 52:33Speaker 0: Im Koma-Patienten sozusagen noch weiter.
- 52:36Speaker 0: können Sie sich um Leben erhalten?
- 52:37Speaker 1: Genau diejenigen... In den letzten Jahren gutes Geld damit gemacht haben, dass sie ihr Produkt immer und immer noch besser gemacht haben.
- 52:45Speaker 1: Aber sich nicht mehr grundlegend die Frage gestellt haben ob Ihr Geschäftsmodell überhaupt noch zukunftsfähig ist?
- 52:51Speaker 1: Also Stichwort Mobilität.
- 52:53Speaker 1: macht es denn überhaupt noch Sinn Autos zu bauen oder zu verkaufen?
- 52:58Speaker 1: Oder muss ich das Thema ganz anders angehen?
- 53:01Speaker 1: Muss ich Mobilität in einem ganz anderen Kontext mit ganz anderen Anforderungen und Leistungen sehen?
- 53:08Speaker 0: Gut, ich meine.
- 53:09Speaker 0: aber wenn du so ein Dies oder so hörst der dann auch sagt wir sind jetzt eine Softwarefamilie.
- 53:18Speaker 0: Ja ja im Gottes Willen aber die ich weiß ich saß drin bei der IAA.
- 53:22Speaker 0: Die übrigens vom letzten Mal.
- 53:24Speaker 0: Ich war noch von der IA und habe gesagt manche wie lange wird es dir noch geben?
- 53:29Speaker 0: Und dann ist das zwar die letzte.
- 53:33Speaker 0: Also wer den Schuss nicht gehört hat aber gut Ich gebe dir absolut recht.
- 53:40Speaker 0: Das Problem ist gar nicht mal so sehr, dass die das nicht wissen.
- 53:43Speaker 0: Ich glaube nur der Tanker ist halt so groß, dass du ihn halt nicht mehr umsteuern kannst.
- 53:48Speaker 0: Du siehst den Eisberg schon von Weiten.
- 53:50Speaker 0: Wenn man ein große Firma Microsoft hat es geschafft.
- 53:54Speaker 0: Microsoft hat das geschafft!
- 53:56Speaker 0: Da hätte ich keinen...
- 54:03Speaker 1: Das ist tatsächlich gar nicht so einfach.
- 54:06Speaker 1: Ich glaube es passiert in vielen Unternehmen im Kleinen, dass man auf einmal neue Geschäftsmodelle ausprobiert und sich mal wirklich Gedanken über den Kern des eigentlichen Geschäfts-Modells macht.
- 54:20Speaker 1: also wenn wir beim Beispiel VW bleiben dann wäre das in dem Fall Mobilität.
- 54:26Speaker 1: aber Mobilität als Geschäfts Modell sah für VW die gesamte Unternehmensgeschichte so aus dass man ein Auto gebaut hat am Fließband in großen Stückzahlen und diese Autos dann anschließend an einen Kunden verkauft hat, dem das Auto dann gehört hat.
- 54:44Speaker 1: Und das ist ein Geschäftsmodell, das wird es in absehbarer Zeit nur noch in sehr speziellen Segmenten geben wenn's um ... Luxusautos geht, wenn es um Sportwägen geht.
- 54:56Speaker 1: Wenn's um Transportfahrzeuge geht oder ähnliches.
- 54:59Speaker 1: Aber für den normalen Stadtverkehr brauche ich doch heute kein eigenes Auto mehr.
- 55:04Speaker 1: Ich muss nen Parkplatz suchen.
- 55:06Speaker 1: Ich muss Reparaturen zahlen.
- 55:07Speaker 1: Ich habe den Verschleiß durch den ständigen Stau der ganze Verkehr.
- 55:11Speaker 1: Es macht einfach gar keinen Sinn mehr!
- 55:13Speaker 1: Ich muss mir also die Frage stellen wie kann ich rund um Den ursprünglichen Sinn meines Unternehmens nämlich rund um Mobilität in dem Fall neue Geschäftsmodelle finden, um den eigentlichen Zweck nämlich Menschen zu ermöglichen von A nach B zukommen recht zu werden.
- 55:31Speaker 1: Aber vielleicht gibt es da ganz andere Modelle die viel zukunftsfähiger sind wie besser aus verschiedensten Gründen.
- 55:40Speaker 1: und wenn man dann jetzt nochmal bei VW bleibt immer noch kein Werbepartner dieses Podcast Dann wäre das so ein Geschäftsmodell wie Moja, was in Hamburg inzwischen sehr erfolgreich läuft und wo ich bis heute nicht weiß warum sich so viele Städte dagegen sträuben.
- 55:58Speaker 1: Und eine Markteinführung quasi verhindern, wo es einfach um Carpooling geht, wo man einen Fahrzeug hat mit einem Fahrer und Leute die ein ähnliches Ziel haben, eine ähnliche Strecke hat zusammenbringt.
- 56:16Speaker 1: Ich muss als Unternehmer einfach mal den Mut haben zu hinterfragen, ob das was man da gerade macht überhaupt noch Sinn macht.
- 56:23Speaker 1: Ob es Zukunft hat und wie eigentlich ein evolutionsfähiges Geschäftsmodell aussehen könnte.
- 56:31Speaker 1: dann der Begriff Transformation macht in dem Kontext eigentlich noch weniger Sinn als er bei der digitalen Transformation sind gemacht hat weil am Ende des Tages gibt es ja keinen Endzustand.
- 56:44Speaker 1: Also wir wollen ja Geschäftsmodelle, die sich weiterentwickeln und ich möchte ja nicht in zehn Jahren oder wahrscheinlich noch viel früher weil die Entwicklungszyklen viel kürzer werden.
- 56:56Speaker 1: Möchte ich ja nicht wieder dastehen und vor einem eigentlich troten Geschäfts-Modell stehen und die gleichen Herausforderungen haben, die ich heute habe?
- 57:03Speaker 1: Deshalb muss mir überlegen wie Unternehmen hier viel agiler werden können... flexibler werden können und anpassungsfähiger sein können.
- 57:15Speaker 1: Und da sind wir dann auch bei einem Thema wie Business Purpose und der Frage, welchen Mehrwert kann ich mit meinem Unternehmen, mit meinem Geschäftsmodell, mit dem was Ich tue eigentlich bieten?
- 57:27Speaker 1: Da geht es eben nicht mehr darum ob ich mein Produkt jetzt zu Tode optimiere weil ganz ehrlich ein Auto ... noch mehr PS hat oder ein besseres Entertainment-System, ist keine Weiterentwicklung des Geschäftsmodells.
- 57:45Speaker 1: Das sind vielleicht dann kleine Services dran die auch wieder Geld verdienen können.
- 57:48Speaker 1: theoretisch aber ganz ehrlich das ist nicht das was wir brauchen.
- 57:52Speaker 1: Das ist das was uns dahin geführt hat zu den Problemen geführt haben.
- 57:57Speaker 0: Aber siehst du nicht?
- 57:59Speaker 0: also ich versuche immer doch noch so ein bisschen Rest Optimismus zu bewahren.
- 58:04Speaker 0: Und ich sehe jetzt tatsächlich in dieser Krise, das sagt sich immer so blöd.
- 58:11Speaker 0: Eine Chance, Scott Galloway sagt immer so schön irgendwie ... eine Krise ist zu schade um sie nicht zu nutzen.
- 58:23Speaker 0: und Ich glaube, also was ich jetzt in den letzten zwei Monaten hier gesehen habe.
- 58:29Speaker 0: Ich erkenne unser Land kaum wieder wie schnell auf einmal plötzlich jeder zu Hause irgendwie so seine Infrastruktur auch wenn die Logitech-Kameras ausverkauft waren.
- 58:38Speaker 0: Also ich meine das ist ja ein gutes Zeichen eigentlich.
- 58:41Speaker 0: Das heißt wir haben uns jetzt einfach endlich mal aufgerüstet und ich kann mir vorstellen diese Learnings die wir jetzt in der letzten zwei Monate alle miteinander.
- 58:49Speaker 0: Ich mein jetzt nicht dich aber ich meine eben Menschen der noch nie der noch nie außer Mein Sweeper auf seinem Rechner gemacht hat und ein bisschen Axel.
- 58:59Speaker 0: Auf einmal plötzlich auch sich mit Multimedia beschäftigt hat, und plötzlich Netflix guckt ... Und auf einmal Dinge entdeckt.
- 59:10Speaker 0: leider eben auch das Problem, warum gerade die Spinner so aus allen Gulli-Deckeln kommen halt zum allererst mal vielleicht irgendwie... Fernab von Google irgendwelche Dinge auf YouTube angeguckt haben und meinen, das ist jetzt alles echt was die da sehen.
- 59:27Speaker 0: Also sie sind einfach medial, leben die halt noch so.
- 59:30Speaker 0: Ende der neunziger Jahre.
- 59:32Speaker 0: damals habe ich auch gerne Akte X geguckt und ich glaube immer noch daran dass Mulder uns Goldeskalinen wirklich Katellien sind.
- 59:38Speaker 0: aber das ist sozusagen dann da muss man so... Das sind so Heutungen würde ich sagen irgendwie und das ist immer gut.
- 59:50Speaker 0: Ich will uns noch nicht aufgeben dahingehend, dass wir nicht lernfähig sind.
- 59:56Speaker 0: Ich war überrascht von uns Deutschen, wenn man die Pistole oder die Schläfe hält ... Dass wir dann doch innovationsfähig sein.
- 1:00:06Speaker 0: Das wollte ich eigentlich.
- 1:00:07Speaker 1: Da gebe ich dir recht und ich persönlich mach mir weniger Sorgen um die Wirtschaft mittlere Perspektive.
- 1:00:19Speaker 1: Ich habe mehr Sorgen, was mit unserer Gesellschaft passiert und man sieht ja, was die letzten Jahre passiert ist.
- 1:00:26Speaker 1: ich glaube das diese ganze Coronasache nochmal ein Ja einen Katalysator sein wird für eben diese negativen Bewegungen und Entwicklungen und ich hab so ein bisschen die Befürchtung dass die wirtschaftliche Erholung aus dieser Rezession heraus ein Stück weit zu spät kommen wird und die gesellschaftlich negativen Entwicklungen darf leicht ein bisschen zu schnell da sein werden.
- 1:00:59Speaker 1: Ich bin da auch immer noch ein bisschen traumatisiert von einer Ausstellung, die ich letztes Jahr in Berlin besucht habe und ich glaube es gibt sie immer noch und ich hoffe sehr dass es sie nach Corona auch noch geben wird.
- 1:01:14Speaker 1: Die Ausstellung heißt Hitler, wie konnte das passieren?
- 1:01:17Speaker 1: und ist in einem ehemaligen Bunker untergebracht.
- 1:01:22Speaker 1: Und diese Ausstellung zeichnet minutiös von der Geburt Adolf Hitlers bis zu seinem Tod nach was in diesem Land und in Europa in dieser Zeit geschehen ist.
- 1:01:35Speaker 1: und gerade in den ja fünf bis zehn Jahren Vor der Machtübernahme sieht man schon eine ganze Menge, leider eine ganze menge Parallelen zu dem was hier bei uns aktuell und in den letzten Monaten und Jahren passiert ist.
- 1:01:59Speaker 1: Auch Hitler hat damals erst mal niemand wirklich ernst genommen.
- 1:02:01Speaker 1: die Partei hatte keine nennenswerten oder beunruhigenden Wahlergebnisse und es war alles nicht wirklich Ernst.
- 1:02:11Speaker 1: das war alles ja Vielleicht ähnlich wie es heute bei der AfD ist.
- 1:02:17Speaker 1: Sie sind sichtbar, sie gewinnen Land aber es ist noch keine richtige Bedrohung.
- 1:02:23Speaker 1: und dann ging's aber auf einmal sehr schnell damals.
- 1:02:28Speaker 1: was ich da besonders interessant fand war ein Artikel der im November neunzehntundzwanzig in der New York Times erschienen ist Und der eben auch dort ausgestellt ist und absolut lesenswert ist für jeden.
- 1:02:45Speaker 1: Der Journalist damals, der das geschrieben hat, der hat sehr genau beschrieben – und war einer der Ersten, der die Gefahren, die aus dieser Entwicklung in Deutschland hervorgehen könnten, sehr genau geschrieben hat und mit fast schon prophetischer Gabe davor gewarnt hat was passieren könnte wenn man genau diese Entwicklung nicht ... Stoppt.
- 1:03:11Speaker 1: Und ich glaube, es war vor zwei Jahren.
- 1:03:12Speaker 1: da hat ein irischer Journalist einen sehr, sehr ähnlichen Artikel in der Irish Times veröffentlicht, indem er die Situationen Europa sehr gut beschrieben hat und eben auch davor wahnt was passieren könnte.
- 1:03:30Speaker 1: Es gibt gerade zwischen diesen beiden Artikeln ... sehr beunruhigende Parallelen, wenn man jetzt wirklich mal nur das anschaut.
- 1:03:38Speaker 1: Was daran jeweils beschrieben ist... Das ist wirklich sehr, sehr interessant.
- 1:03:44Speaker 1: Ja um das zum Abschluss zu bringen ich glaube... ja wirtschaftlich es ist glaube ich nicht so bedrohlich.
- 1:03:51Speaker 1: Ich glaube da kommen wir wieder auf die Füße.
- 1:03:54Speaker 1: Ich habe eben nur die Befürchtung dass es gesellschaftlich schneller zu gefährlicheren Problemen kommen kann Und das macht mir tatsächlich größere Sorgen momentan.
- 1:04:09Speaker 0: Ja Daniel, jetzt wo die Stimmung auf dem Höhepunkt ist will ich sagen... Was gibt's denn noch zum Nachtisch?
- 1:04:18Speaker 0: Nein aber irgendwas Positives muss es geben.
- 1:04:20Speaker 0: wie gesagt Ich bin ja wirklich überrascht davon Also von meinen eigenen Landsleuten, vom ihr auch ein Stück weit selber.
- 1:04:27Speaker 0: Weil ich tatsächlich eben gemerkt habe Hopla da bewegt sich auf einmal was?
- 1:04:32Speaker 0: also wir sind noch nicht so definitistisch irgendwie auf dem Auf dem Abstellkreis.
- 1:04:38Speaker 0: Und jetzt ist für mich einfach wirklich nur die Frage, was machen wir in den nächsten Jahren?
- 1:04:41Speaker 0: Ich glaube das werden die wichtigsten Jahre überhaupt also für unsere Generation.
- 1:04:46Speaker 0: Wir haben nicht nur dass wir so etwas noch nie erlebt haben als wir gerade erleben sondern ich glaube auch auf... Also so wie wir uns entscheiden!
- 1:04:54Speaker 0: Als Generationen, nicht du und nicht ich, sondern wir alle.
- 1:04:56Speaker 0: Also damit meine ich jetzt auch die, weiß ich nicht, was zehn Jahre älter aber auch die zehn jahre Jünger sind.
- 1:05:01Speaker 0: Ich glaub diejenigen, die jetzt aktiv, die ja in saftem Kraft stehen hier jetzt grade irgendwie noch zur Schule gehen, eine Ausbildung machen diejenigen, die jetzt noch in der Arbeit sind.
- 1:05:12Speaker 0: Diese Generation hat jetzt eine große Verantwortung auf ihren Schultern Und ich möchte ihm nicht schon alles irgendwie den Bach runtergehen sehen, sondern ... Ich geb dir in allem recht was du gesagt hast.
- 1:05:30Speaker 0: Ich will nur nicht so defizitisch sein und sagen das muss jetzt alles so kommen, sondern ich kann mir vorstellen dass wenn wir das erkennen und wenn wir klug sind dann können wir auch die richtigen Lehren aus unserer Geschichte und aus der von vielen anderen Völkern untergehen Nationen auch lernen, ich glaube tatsächlich es ist noch nicht zu spät.
- 1:05:51Speaker 1: Ja das denke ich auch.
- 1:05:54Speaker 1: und um den Bogen da so ein Stück weit zu schließen wir haben ja auch gerade bei Forty Eight Forward Optimismus als Thema für dieses Jahr was wir letztes Jahr schon festgelegt hatten als all das was uns gerade passiert noch gar nicht absehbar war.
- 1:06:12Speaker 1: und ich glaub tatsächlich dass eine ganz große Chance in unserer Jugend liegt.
- 1:06:17Speaker 1: Wir hatten glaube ich noch nie so eine mündige, gut gebildete, gut vernetzte Jugend wie wir sie heute haben und die kann echt was bewegen.
- 1:06:26Speaker 1: Hör
- 1:06:27Speaker 0: mir auf!
- 1:06:27Speaker 0: Ich hatte letzte Woche jemand von Fridays for Future bei mir zum Gespräch Und der Junge war... Der war wirklich, der hatte alle Fakten.
- 1:06:41Speaker 0: Wirklich konnte er zitieren und sind im Gebiet wo eigentlich gar keine Ahnung hat gesagt ja da habe ich mich dann mal eingelesen und so und das was ich so zwei drei Jahre sozusagen schon hauptberuflich sozusagen als Journalist mir angeeignet habe.
- 1:06:57Speaker 0: Das hat er sich in wenigen Wochen im Heimstudium sozusagen selber gemacht und der weiß nicht, was... drückt noch die Schulbahn bzw.
- 1:07:05Speaker 0: studiert gerade und macht das so zu sagen wie du und ich Netflix gucken lernt der halt irgendwie trainierte sich Wissen an und zwar in einer Geschwindigkeit.
- 1:07:15Speaker 0: Das hätte ich wahrscheinlich in drei Prosiminaren nicht gelernt.
- 1:07:19Speaker 0: Und das ist eine riesen Chance!
- 1:07:20Speaker 0: Du hast absolut recht.
- 1:07:21Speaker 0: Ich kann mir vorstellen dass die jüngere Generation Also alles, wirklich die Generationen mit dem Netz aufgewachsen ist.
- 1:07:31Speaker 0: Ich glaub, die waren noch nie so doof und noch nicht so klug.
- 1:07:34Speaker 0: Wir waren weder klug noch doof, wir waren halt so meh ... Wir wussten, dass man, boop!
- 1:07:41Speaker 0: Schließ ein Bausparvertrag ab, dann hast du was fürs Leben.
- 1:07:44Speaker 1: Ich glaube gerade Fridays for Future ist ein tolles Beispiel dafür, was möglich ist, was man bewegen kann wenn alle zusammenhalten, grade was die Jugend auch bewegen können.
- 1:07:55Speaker 1: Das stimmt absolut.
- 1:07:57Speaker 0: Es könnte das Gegengift sein, ne?
- 1:08:00Speaker 0: Absolut!
- 1:08:02Speaker 0: Das könnte übrigens auch tatsächlich die Antwort sein auf was wir vor hundert Jahren vielleicht nicht hatten.
- 1:08:08Speaker 1: Richtig.
- 1:08:09Speaker 0: Ich glaube, wir haben extrem verblendete Menschen gerade und ich glaube, Wir haben extrem kluge und gebildete Menschen grade.
- 1:08:18Speaker 1: Ich glaube am Ende des Tages kann diese Vernetzung sowohl Gift als auch Gegengift sein und wir werden sehen, wie das am Ende ausgeht.
- 1:08:26Speaker 1: Aber im Großen und Ganzen bin ich ja ohnehin – auch wenn es sich die letzten zehn Minuten anders angehört hat – ein hoffnungsloser Optimist.
- 1:08:35Speaker 1: Und ich hoffe sehr, dass wir da am Ende einfach einen besseren Weg finden, als es die Generationen vor uns getan haben.
- 1:08:42Speaker 0: Ich glaube, ich brauche jetzt so ein bisschen Gegengifte?
- 1:08:45Speaker 1: Ja!
- 1:08:45Speaker 1: Wir trinken noch ein bisschen gegen Gift.
- 1:08:48Speaker 1: Und dann alle, die uns bis hierhin zugehört haben.
- 1:08:51Speaker 1: Vielen Dank!
- 1:08:52Speaker 1: Bis ganz bald hier wieder bei uns an der Studio-Bad zu einer neuen Folge Gin & Talk.
- 1:08:57Speaker 1: Wir werden auch nächstes Mal wieder einen spannenden Gast hier bei uns haben aber ich verrate noch nicht wen.
- 1:09:03Speaker 0: Danke schön, danke sehr zum Wohl.
- 1:09:08Speaker 0: Das war es leider schon.
- 1:09:10Speaker 0: Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 1:09:12Speaker 0: das Gespräch zu Ende.
- 1:09:14Speaker 0: vielen dank fürs Zuhören.
- 1:09:17Speaker 0: Bitte nimm Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise, wenn du die Bar verlässt.
- 1:09:21Speaker 0: Aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken!