Latest / Augstein & Blome / Kann nur ein Kanzler Merz uns retten?
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- 0:03Hallo Blume, bevor es gleich losgeht, muss ich Sie und auch die Hörerinnen und
- 0:07Hörer vorwarnen. Ich bin verschnupft, ich habe Schnupfen, das heißt ich nähe
- 0:12noch mehr als sonst und klinge jetzt endgültig wie Körperterfrosch, tut mir leid.
- 0:17Aber wir haben tolle Themen heute, wir haben den Benzinpreis,
- 0:19wir haben Friedrich Merz und irgendwas war noch was? Obergefreiter Blume meldet.
- 0:24Wir haben noch die Panzerbrigade 45 als Teil der 10. Panzerdivision,
- 0:30die nach Litauen verlegt wird, aber etwas Probleme mit fußlahmen Fußsoldaten
- 0:35hat. Genau. Dazu mehr nach dem Intro. Bitte ab.
- 0:59Lieber Kollege Augstein, was ich Ihnen wirklich mal empfehle,
- 1:02wenn Sie Puls brauchen, also wenn Sie eine Art Reanimation Ihrer geistigen und,
- 1:07inneren Kräfte brauchen, stellen Sie sich um kurz vor zwölf vor eine landläufige
- 1:12Tankstelle dieser Tage.
- 1:14Um zwölf macht es dann Klick und der Benzinpreis, der da vor zwölf so bei 2,30
- 1:20liegt ungefähr, ist danach bei zwei, ich weiß nicht was, 60 oder 70.
- 1:23Also er geht Richtung steile Rakete, Richtung drei Euro.
- 1:27Das ist mehr, als sich die Grünen damals mit fünf Mark für den Liter Benzin vorgestellt haben.
- 1:34Aber der Moment, wenn das umspringt, ist der Moment der Wut.
- 1:39Der nackten, dieselbetriebenen Wut.
- 1:43Und da kann ich verstehen, wenn die Leute sagen, weg damit, das wollen wir alles nicht mehr haben.
- 1:48Da kommt so ein Druck auf die Politik und die will ja jetzt reagieren.
- 1:51Na gut, das ist, ich sag mal, das ist sozusagen Sprit in den Vergaser der AfD.
- 1:58Klar, das ist hier ein AfD-Wahlprogramm, wenn die Benzinpreise in dieser Art und Weise steigen.
- 2:03Und was ich immer so lustig finde, ist, dass ja Teile der sogenannten politischen
- 2:07Eliten oder der medialen Eliten da nochmal sagen, ja, aber,
- 2:10die Leute müssen jetzt eben dann auch begreifen, dass praktisch sie von diesen
- 2:15fossilen Brennstoffen weg müssen, die nur in so Terrorregimen irgendwie überhaupt
- 2:19produziert werden können.
- 2:21Und für die Umwelt so schlecht sind. Und dadurch, durch solche Krisen wird eben
- 2:25auch dieser Umstieg so beschleunigt.
- 2:27Das kann man sagen, wenn man mit dem Lastenfahrrad nur von Prenzwerberg nach
- 2:31Berlin-Mitte fährt, die Leute Nein, Entschuldigung. Ja, da haben Sie völlig
- 2:34recht. Ich finde, da ist wirklich so eine Form von so menschenverachtendem Zynismus drin.
- 2:40Für die normalen Leute, die irgendwie in der Fläche unterwegs sind und pendeln,
- 2:43kostet das einfach brutal viel Geld. Und deshalb ist es eine Katastrophe und
- 2:46deshalb muss der Staat hier intervenieren, auch wenn der.
- 2:52Ordo-Liberale im Kollegen Blome das vielleicht nicht möchte.
- 2:56Naja, vielleicht nur eine Sekunde, Ergstein, dabei geblieben,
- 3:00auf wen man dann die Wut zu projizieren hat. Die AfD, die sich ja zu Recht als
- 3:06einer der Vorteilsnehmer.
- 3:11Dieser Krise, dieser Preiskrise benennen, die sagt, wir müssen einfach nur das
- 3:16mit der Energiewende sein lassen und diese ganzen komischen Ökosteuern da runter
- 3:20machen, die wir für, ich weiß nicht was, CO2-Preis und so weiter bezahlen,
- 3:24dann ist alles wieder gut.
- 3:27Und das ist eben grob faktisch falsch. Ich hatte kürzlich in so einer Runde,
- 3:31in einer Talkrunde für NTV, den AfD-Kurvorsitzenden Tino Chrupalla zu Gast.
- 3:36Der sagte das dann auch. Und dann haben wir eben halt vorgerechnet,
- 3:37dass die Erde halt keine Scheibe ist, verdammte Hacke, sondern eine Kugel.
- 3:42Und dass in dem Preis, den wir da haben, 2,40 oder wohin es dann jetzt immer springt, um 12 Uhr,
- 3:49Beim Benzin 18 Cent CO2-Preis stecken. Also diese Energiewende,
- 3:55Steuer, wenn Sie so wollen, ist 18 Cent vom Gesamtpreis. Und der steigt auch
- 3:59nicht, es sind immer dieselben 18 Cent.
- 4:01Das heißt, die Preistreiberei kommt aus dem Ausland, kommt durch internationale
- 4:07Krisen, die das Öl auf dem Weltmarkt zumindest so teuer gemacht haben.
- 4:11Gut, und das sollte man, ja, Moment, gut sagen Sie.
- 4:14Die AfD schiebt es quasi dem Bundeskanzler zu, die Wut. der nimmt sie auch noch
- 4:18an, dieser Bundeskanzler.
- 4:22Aber da gehört sie nicht hin. Und das müsste man zumindest einmal noch mal gesagt
- 4:25haben, bevor sie jetzt weitermachen mit Populismus.
- 4:27Ja, weiß ich jetzt gar nicht. Also Donald Trump, unser geliebter,
- 4:31bewunderter, verehrter, heiliger,
- 4:34der führende amerikanische Präsident im Moment, hat seinem Kollegen Zelensky,
- 4:40dem Held der Freiheit, gesagt, er möge mal aufhören, russische Erdölanlagen
- 4:45anzugreifen, weil das noch zusätzlich den Erdölpreis in die Höhe treibt.
- 4:48Das ist tatsächlich der Fall.
- 4:50Und daran können Sie, naja, ganz kurz, das ist schon irgendwie komisch,
- 4:53es ist natürlich lustig, dass er das sagt, während er praktisch eben vollkommen
- 4:56überflüssigen und auch gescheiterten Iran-Krieg dafür gesorgt hat.
- 4:59Könnte es sein, dass er von seinen eigenen Versäumnissen und Fehlern und den
- 5:02irren Folgen dieser Fehler leider ablenken möchte?
- 5:05Es bleibt natürlich trotzdem etwas dran. Alles hängt zwar mit allem zusammen,
- 5:09aber Sie können jeden Euro nur einmal umdrehen und einmal ausgeben.
- 5:12Und wenn wir 30 Milliarden in die Ukraine pumpen jedes Jahr,
- 5:15für dies, das, ananas, dann fehlt das Geld natürlich in Deutschland,
- 5:19auch in einer Krisensituation wie jetzt.
- 5:22Blume, pass auf, Sie können sich
- 5:22darüber lustig machen, die meisten Leute finden es gar nicht so witzig.
- 5:25Und das Geld ist dann halt weg, weil das in der Ukraine in die Luft gesprengt
- 5:28wird, statt jetzt zum Beispiel hier für Tankrabatte für deutsche Autofahrer zur Verfügung stehen.
- 5:34Sorry, dass ich jetzt klinge wie ein AfD-Politiker, aber da haben die Kollegen
- 5:37von rechts nun mal leider recht. Also, ich hätte nicht gedacht,
- 5:41dass Sie das ganze Lied der AfD vorsingen, wenn schon die erste Strophe so falsch
- 5:44ist. Aber gut, Sie wollten die ganze Portion, kriegen sie die ganze Wahrheit zurück.
- 5:51Maßgebliche Teile dieser 20 bis 30 Milliarden jährlicher Unterstützung im weitesten
- 5:58Sinne für die Ukraine streichen wollen, dann müssen sie die ukrainischen Flüchtlinge
- 6:02hier im Land auf Null setzen.
- 6:03Wir können natürlich sagen, ja okay, geht verhungern, ist ja euer Problem,
- 6:06ist ja nicht unser Krieg.
- 6:08Das wollen sie nicht wirklich machen. Und sie müssten sich für dahin die Frage
- 6:12stellen, ob eine kollabierende, Mangelsunterstützung kollabierende Ukraine wirklich
- 6:18in unserem Interesse ist.
- 6:19Oder ob es vielleicht ganz gut angelegtes Geld ist, das man in der Tat nur einmal ausgeben kann.
- 6:24Aber da ganz gut ausgegeben ist, zumindest besser als an vielen,
- 6:27vielen anderen Stellen. Nach vier Jahren Krieg, der nicht vor und nicht zurückgeht
- 6:31und die Ukraine sich weigert, den Russen das Donbass zu geben,
- 6:34womit die sich vermutlich zufrieden geben würden.
- 6:36Lassen Sie uns nicht die Ukraine-Debatte führen. Mir kommt es auch was anderes an.
- 6:40Mir kommt es darauf an, dass natürlich Geld ist immer ein Nullsummenspiel.
- 6:45Weil das Geld ist halt nicht beliebig vervielfältigbar. Selbst wenn man noch
- 6:48so viele Schulden aufnimmt, sie können den Euro halt nur einmal ausgeben.
- 6:51Und offensichtlich ist eben für deutsche Autofahrer nicht in dem Umfang Geld
- 6:56da. Und diese Bundesregierung lässt die Leute natürlich allein.
- 6:58Und egal wie sie jetzt dazu stehen zur Ukraine und zum Autofahren und zum CO2,
- 7:03die Leute sind deswegen sauer und lassen die Regierung bezahlen an der Wahlurne.
- 7:09Und da können sie halt gehackt legen, das ist nun mal leider so.
- 7:14Jetzt reden Sie, es ist wirklich lustig, jetzt reden Sie wie der Bundeskanzler,
- 7:19der nach der Klatsche in Sachsen-Anhalt sagte,
- 7:25das subjektive Gefühl der Leute ist ein objektiver Befund für die Politik.
- 7:33Das klingt klug, aber wenn man es sich auf der Zunge zergehen lässt,
- 7:37schmeckt es wirklich ziemlich bitter. Wisst ihr was, das ist so wie Jesper Juhl
- 7:41gesagt hat immer, die Innenwelt der Eltern ist die Außenwelt der Kinder.
- 7:46Oder umgekehrt. Oder umgekehrt. Das ist toll, das ist toll.
- 7:52Das subjektive Empfinden der Wähler ist die objektive Realität der Politiker.
- 7:57Die Innenwelt der Eltern ist die Außenwelt der Kinder. Aber das heißt ja nicht,
- 8:00dass man den Leuten nach dem Mund reden muss. Oder wie Franz Josef Strauß,
- 8:03noch ein Zitat, ich bin heute in Zitate-Laune.
- 8:06Franz Josef Strauß sagte, man muss den Leuten aufs Maul schauen,
- 8:12aber nicht nach dem Mund reden.
- 8:15Großer Mann. So, großer Mann. Und jetzt zurück zu der Frage...
- 8:21Mit der Ukraine oder eben anderen Zwecken, für die man das Geld ausgibt,
- 8:25dass man dann nicht in den Tankrabatt, sag ich jetzt mal platt,
- 8:29investieren kann. Erstens ist es eine Frage von Prioritäten.
- 8:32Was ist uns jetzt wichtiger?
- 8:34Sicherheit zu kaufen und das bedeutet einfach der Ukraine das Kämpfen weiter
- 8:39ermöglichen. Das kauft auch unsere Sicherheit, im weitesten Sinne zumindest.
- 8:45Ist das uns wichtiger, als jetzt etwas billiger Auto fahren zu können?
- 8:49Ist uns das Kindergeld wichtiger? Wir könnten ja auch sagen,
- 8:54das Kindergeld wird gestrichen, dann können wir den Tankpreis senken.
- 8:57So viele Kinder gibt es gar nicht mehr in Deutschland. Könnten wir ja machen.
- 8:59Permanent wird das Kindergeld erhöht. Warum eigentlich?
- 9:02Könnte man ja fragen. Und dann stellt sich doch sofort heraus,
- 9:05wir wägen ab, was die Prioritäten sind. Was uns wichtiger ist.
- 9:09Und jetzt stellt sich heraus,
- 9:12offenkundig klettert auf der Liste der Prioritäten das mit dem Tankrabatt gerade
- 9:16auf Platz 1. Ist das klug?
- 9:19Ist das nachhaltig? Ich weiß nicht. Dieser Bundeskanzler, und vielleicht kommen
- 9:23wir jetzt vom Tanken zum Regieren, dieser Bundeskanzler ist sagenhaft unbeliebt.
- 9:32Das muss noch erstmal gar nicht so viel heißen, das kann ja verschiedene Gründe
- 9:35haben. Ich glaube, es hat zwei Gründe. Erstens, das, was er macht mit den Leuten
- 9:40ist sehr, sehr unbeliebt. Die sogenannten Reformen sind sehr unbeliebt und er
- 9:43ist als Figur einer, der das sehr, sehr schlecht darstellt.
- 9:46Das ist nicht so günstig, denn wenn man tatsächlich ein Land grundsätzlich reformieren
- 9:50will, braucht man motivierte Bürger. Sie brauchen Leute, die mitmachen,
- 9:54die das auch verstehen, die sagen, ja, das mutet mir etwas zu,
- 9:58aber ich sehe den Sinn, ich begreife das und so.
- 10:00Und das Beispiel wie das jetzt mit dem Tankrabatt, ich meine,
- 10:03das Thema war ja neulich schon beim letzten großen Benzinanstieg,
- 10:06haben sie es im Prinzip schon richtig verbaselt, weil sie es technisch nicht
- 10:09hinkriegen, nur den Leuten das Geld zu überweisen, die es wirklich brauchen,
- 10:12obwohl sie es eigentlich können müssten.
- 10:14Aber sie schaffen und schaffen und schaffen es nicht. Das heißt nochmal,
- 10:17das beste Rezept gegen die Rechtspopulisten ist eigentlich gutes Regieren.
- 10:21Darin ist diese Regierung aber leider so verdammt schlecht, genauso wie ihre
- 10:24Vorgängerregierung. Wir haben handwerklich so viele schlechte Politiker Politiker.
- 10:29Und Friedrich Merz ist eben in Wahrheit dann auch, komischerweise,
- 10:32ist dann halt so, offenbar ein schlechter Politiker.
- 10:35Und sie haben, und das ist das, wie ich das gerne zusammenbinden würde,
- 10:39wegen der Reformen und wegen des unbeliebten Kanzlers schon schlechte Launestimmung im Land.
- 10:45Und jetzt haben sie doch mit den gestiegenen Benzinpreisen, wird die Laune noch schlechter.
- 10:49Die AfD muss einfach nichts machen, kann sich nur zurücklehnen.
- 10:52Und all das spielt ihr immerzu in die Hände. Das ist halt, ich weiß auch nicht,
- 10:56ich finde es verzweiflungsvoll.
- 10:58Ja, aber ich finde es jetzt auch langweilig, alles immer auf AfD zu projizieren
- 11:02und zu sagen, und das trägt ihr jetzt auch zu und jenes, weil es nicht klappt, trägt ihr auch zu.
- 11:05Ich bin mal gespannt, was die AfD in Sachsen-Anhalt an der Regierung hinstellen
- 11:10wird und wie sie dann auch Entscheidungen, auch übrigens Prioritäten treffen müsste.
- 11:14Davon hat man ja schon das allererste Mal gesehen bei so einer allerersten Pressekonferenz,
- 11:18als es plötzlich um Sachthemen ging und nicht mehr um Wahlkampf.
- 11:21Da kam der Kollege Siegmund aber mächtig ins Schleudern, weil er dann nicht
- 11:24mehr allen alles versprechen konnte, sondern sagen musste, ja das ist mir wichtig,
- 11:28aber das ist auch wichtig und dann merkt er Scheibenkleister,
- 11:30ich habe diese andere Gruppe der Russenfreunde noch nicht adressiert und dann
- 11:33musste er noch eine Biegung machen,
- 11:35mal schauen wie das wird. Aber zurück zu Friedrich Merz.
- 11:38Der ist bislang kein guter Kanzler, gemessen an dem, was er a.
- 11:42Versprochen hat oder b. was vielleicht auch möglich gewesen wäre,
- 11:45weil davon noch nicht so rasend viel erreicht ist.
- 11:49Da gebe ich Ihnen recht. Aber.
- 11:54Die Wut, die sich über ihn ergießt,
- 11:58und das radikale Fokussieren auf diese eine Person, das mag das Gefühl der Leute
- 12:04sein, aber berechtigt ist es deswegen ja noch nicht.
- 12:09Also wo führt uns das jetzt hin, wenn wir den Kanzler wegschießen oder,
- 12:15die CDU ihren Kanzler abräumen lassen, in einer Wutwelle von der Basis,
- 12:20meinetwegen auch getriggert von tatsächlich den Benzinpreisen.
- 12:23Wo führt das denn alles hin?
- 12:25Hat denn irgendeiner nochmal den Blick etwas über den Tellerrand des Tages?
- 12:29Gut, die Ministerpräsidenten, die acht Ministerpräsidenten der CDU haben ja
- 12:32gerade so eine Art Solidaritätserklärung abgegeben, eine verklausulierte,
- 12:36in der er der Kanzler namentlich nicht genannt wird, sondern nur als Bundeskanzler
- 12:40einmal ganz kurz hinten. Ja, wir haben ja auch zwei oder vier meistens.
- 12:43Deshalb muss man ihn auch immer mit Namen nennen, damit man weiß,
- 12:45welchen von den vier wir meinen.
- 12:47Mann, Augstein. Nein, es ist nur deshalb komisch, weil... Aber das ist genau
- 12:50die Krankheit. Es ist nein. Jetzt wird in diesem Text der bestimmten nur...
- 12:55Nicht ewig halten wird. Aber da wird jetzt noch künstlich nach irgendwelchen
- 13:00Dingen gesucht, wo man sagen könnte, das schadet ihm, das schadet ihm auch.
- 13:03Der Umstand, dass die diesen Text überhaupt veröffentlicht haben,
- 13:06zeigt schon, wie das sozusagen das Wasseroberkante Unterlepp besteht,
- 13:10weil sonst veröffentlicht gar nicht so ein Text.
- 13:12Dass die Ministerpräsidenten sich alle zusammentun müssen, um zu sagen.
- 13:19Im Prinzip sagen sie ja, wir greifen diesen Bundeskanzler jetzt nicht von hinten
- 13:24an. Wir sägen jetzt hier an dieser Stelle nicht an seinem Stuhl.
- 13:27Das sagen acht Ministerpräsidenten der CDU vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
- 13:33Das alleine zeigt ja schon, dass echt die Situation irgendwie ziemlich düster
- 13:37ist. erstens und zweitens wollen wir mal gucken, was passiert,
- 13:40wenn in Mecklenburg tatsächlich die CDU aus dem Landtag rausfliegt.
- 13:44Sieht im Moment vielleicht nicht so aus, kann aber sein, weil man weiß es nicht,
- 13:47weil da sind die Fehlermarschen gerade genau so, dass die CDU auch unter 5%
- 13:52landen könnte, dann würde sie einfach das erste Mal aus dem Landtag rausfliegen,
- 13:55so wie die FDP oder so, Parteien, von denen man heute gar nicht mehr weiß.
- 13:59Was bleibt denn dann noch von der Solidaritätsadresse? Das wird man sehen.
- 14:03Naja, wo Sie gesagt haben, niemandem ist gedient, wenn jetzt der Kanzler abgesägt
- 14:07wird. Es können sich aber Dynamiken entwickeln, wo er einfach sozusagen in sich
- 14:10zusammenfällt, ohne dass daran jemand sägt.
- 14:13Aber das ist ja mein Text. Es kann passieren, dass von der Basis der CDU aus
- 14:16eine derartige Dynamik entsteht, wie sie damals bei Jens Spahn entstanden ist,
- 14:20wegen der Leihmutterschaft. Das ist ihr Text, weil es richtig ist.
- 14:24Es ist ihr Text und das, was nicht richtig ist, ist mein Text.
- 14:26Weil ich es schon gesagt habe, Augstein. Wann war das? Kluge Zuhörer dieses
- 14:30kleinen Podcasts haben mich das schon mehrfach sagen hören.
- 14:32Dass die eigentliche Gefahr von der Basis ausgeht. Und wenn man länger betrachtet,
- 14:37geht die eigentliche Gefahr von der SPD aus. Für diesen Kanzler,
- 14:39da kommen wir gleich noch zu. Aber erst mal.
- 14:43Ist es doch notwendig und auch hilfreich für den Bundeskanzler,
- 14:47wenn die acht Leute, Ministerpräsidenten, denen hier die ganze Republik unterstellt,
- 14:52einer von denen trägt ihn jetzt gleich ab, oder sie machen es zu acht.
- 14:56Auf jeden Fall aus dieser Gruppe heraus wird der Putsch geführt werden.
- 14:59Wenn die sagen, nein, stimmt nicht.
- 15:01Schlimm genug, dass der Kanzler so schlapp dasteht, dass man das machen muss.
- 15:06Aber erst einmal hilft es ihm. Erst einmal sagt es, nee, ihr täuscht euch.
- 15:11Wir machen derzeit keinen Putsch. Wir planen derzeit keinen Putsch.
- 15:14Das ist ja das Verrückte.
- 15:15Der Kanzlerposten ist inzwischen so schlecht angesehen, so runtergerockt,
- 15:21niemand will diesen Job machen.
- 15:23Denn wenn man ihn jetzt übernehme, zu dem jetzigen Zeitpunkt,
- 15:27müsste man, das ist so wie eine Baustelle, wo irgendwie so die eine Truppe haut
- 15:32ab und lässt das Ding irgendwie so halbfertig und dann muss die andere irgendwie
- 15:35rein und versuchen das sozusagen zu Ende zu bringen.
- 15:37Das ist natürlich ein wahnsinnig undankbarer Job. Die Frage ist,
- 15:41ich glaube übrigens, ich weiß nicht, ob Sie jetzt Lust und Zeit haben darüber
- 15:44zu sprechen, aber ich glaube, das eigentliche Problem ist, dass dieses Reformpaket,
- 15:47dieses sogenannte, was ja wahnsinnig kompliziert ist,
- 15:51und was wir im Detail in Einzelheiten hier manchmal schon besprochen haben,
- 15:54ich glaube, das eigentliche Problem ist dieses Reformpaket. Und das merkt man jetzt.
- 15:58Auf das hat diese Regierung ihr gesamtes politisches Kapital,
- 16:03ihre Zukunft gesetzt. Das ganze Land hat darauf gehofft.
- 16:06Und ich glaube, dass man jetzt schon absehen kann, dass dieses Reformpaket nichts
- 16:09Halbes und nichts Ganzes ist. Es ist eben nicht wirklich ein SPD-Paket und nicht
- 16:13richtig die Träume der CDU.
- 16:15Und es löst sozusagen die strukturellen Probleme, die Deutschland definitiv
- 16:19hat, in einem viel zu geringen Ausmaß.
- 16:21Das ist eigentlich das Thema und die Tragik dieses Bundeskanzlers Merz.
- 16:27Augstein, an der Stelle stimme ich Ihnen zu. Zumindest an dem Punkt,
- 16:33dass das Wohl und Wehe dieses Bundeskanzlers ein bisschen an Mecklenburg-Vorpommern,
- 16:39aber vor allem an den Reformen hängt.
- 16:42An seinen Reformen, die, wenn Sie so wollen, der Rest seiner in Anführung geistigen,
- 16:48Geschäftsgrundlage, seiner Kanzlerschaft sind.
- 16:52Wenn das nicht kommt, ist er auch weg.
- 16:55Wenn das aufgeribbelt wird, wird er aufgeribbelt. Insofern ist das schon eine Einheit.
- 17:01Und ich finde, wenn wir uns auf das bisschen Reformen nicht mehr einigen können,
- 17:06denn aufgeribbelt werden sie ja von links, wenn überhaupt.
- 17:10Wenn wir uns auf das bisschen Reformen nicht mehr einigen können in diesem Land,
- 17:14dann gibt es wirklich ein echtes, objektives Problem. Denn wer soll es denn dann machen?
- 17:20Und dass sie den Sozialstaat retten durch noch mehr Sozialstaatsausgaben und
- 17:26noch mehr Sozialstaatsbürokratie, das wird doch wohl niemand glauben,
- 17:29außer der SPD, die blöderweise mitregiert und die Frau,
- 17:33um jetzt den Bogen nochmal zu Mecklenburg zu spannen, die Frau,
- 17:37die gerade mit einem Anti-Reform-Kurs-Wahlkampf ziemlich gut abschneidet für die SPD.
- 17:43Wird nachher die starke Frau in der SPD und den Raum für Friedrich Merz noch
- 17:48weiter einhängen. Das ist die eigentliche Gefahr. Die Reformen sind der Dreh-
- 17:51und Angelpunkt und die SPD ist kurz davor, sie aufzukündigen.
- 17:55Ich weiß nicht. Und das verstehe ich nicht. Verstehen Sie das?
- 17:57Warum machen die das? Das ist alles schon verabredet und jetzt gehen sie zurück.
- 18:02Nein, diese Bundesregierung guckt zu, wie die industrielle Basis Deutschlands
- 18:07langsam zerbröselt und hat darauf keine richtige Antwort, weil sie die wegen
- 18:12ihres ideologischen Korsetts nicht haben kann.
- 18:14Wir haben es hier neulich schon besprochen, wo ich in der merkwürdigen Situation
- 18:18war zu sagen, irgendwie so von China lernen heißt Strukturwandel planen lernen
- 18:23und die deutsche Bundesregierung macht viel Industriepolitik.
- 18:28Wir dürfen es nicht falsch verstehen, die sind jetzt keineswegs,
- 18:30haben die irgendwie so einen altmodischen Hands-off-Approach,
- 18:32dass sie sich da nicht einmischen.
- 18:33Sie machen schon wahnsinnig viel, aber ihre Idee ist immer, man muss den Markt
- 18:39hier ein bisschen korrigieren und da so ein bisschen ergänzen und so das so
- 18:42begleiten praktisch und so Rahmenbedingungen schaffen.
- 18:46Was sie aber nicht tun, ist sozusagen eine aktive Planung dieses Strukturwandels
- 18:52für die Zukunft, um eben unsere Arbeitsplätze hier und die industrielle Basis
- 18:56meinetwegen auch aus strategischen und geopolitischen Gründen zu sichern.
- 18:59Das können sie nicht und das wollen sie nicht. Der einzige Bereich,
- 19:02in dem das tatsächlich passiert, ist ja interessanterweise der Rüstungsbereich.
- 19:05Das heißt, wir haben ja die perverse Situation, dass jetzt VW-Arbeiter dann
- 19:09umgeschult werden zu so Rüstungsarbeitern und darüber alle froh sind.
- 19:14Und das kann es ja nun nicht sein. Aber dabei ist der Approach,
- 19:17den sie in der Rüstung machen, den sollten sie sozusagen in den anderen Industrien auch...
- 19:21Naja, und da, Entschuldigung, das ist aber ganz kurz, weil manchmal fragen ja die Leute...
- 19:26Herr Augstein, Sie reden immer mit dem Kollegen Blome.
- 19:29Sind diese Streitereien, die Sie da mit ihm machen, sind die eigentlich echt.
- 19:34Oder denken Sie sich das irgendwie so aus, ist das nur gespielt?
- 19:37Und hier haben wir, und dann sage ich immer, nein, das ist nicht gespielt,
- 19:38weil es wäre nämlich langweilig. Und hier, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,
- 19:41haben Sie mal einen Punkt, wo wir uns einfach fundamental unterscheiden.
- 19:44Ich glaube tatsächlich, linke Wirtschaftspolitik wäre für dieses Land gut,
- 19:48weil sie eine planerische Komponente reinbringt, dort wo der Markt versagt.
- 19:52Und der Markt versagt gerade, denn unsere Arbeitsplätze gehen hier alle gerade verloren.
- 19:58Ich gebe Ihnen nochmal recht, lieber Kollege Augstein. Da ist jetzt auch was
- 20:01schiefgelaufen. Nein, wir haben wirklich unterschiedliche Auffassungen.
- 20:06Wirklich sehr fundamental unterschiedliche Auffassungen.
- 20:09Nein, dass Arbeitsplätze verloren gehen, beweist nicht, dass der Markt versagt.
- 20:13Man könnte sogar sagen, ein bisschen kühl, das gehört zum Markt dazu.
- 20:19Das ist Strukturwandel.
- 20:22Deutschland hat in ganz vielen Jahrzehnten davon profitiert,
- 20:27dass es selber Arbeit geschaffen hat, Produkte hatte, die gut gegangen sind,
- 20:32und das hat Arbeitsplätze nach Deutschland gezogen und in anderen Ländern vielleicht
- 20:35Industrien in Gefahr gebracht, die dann nicht mehr so gut waren wie die Deutsche,
- 20:39zum Beispiel nach dem Zweiten Weltkrieg, zum Beispiel in Teilen Europas sogar.
- 20:44Aber was wir sehen, ist also eine Veränderung der deutschen Wirtschaft.
- 20:50Und jetzt wächst sie übrigens. Sie wächst im Moment in den ersten beiden Quartalen,
- 20:55wächst sie in Summe schneller als in den USA.
- 20:58Naja, sie wächst, sie wissen auch warum. Weil wir irgendwie so Milliarden,
- 21:01wirklich hunderte von Milliarden an Schuldengeld da reinmachen.
- 21:04Das ist das berühmte Strohfeuer.
- 21:06Das ist sozusagen linke Wirtschaftspolitik auf die aller, aller schlechteste Art und Weise.
- 21:12Also egal, wir müssen auch bei diesem Punkt uns gar nicht festhalten.
- 21:14Wir können auch andere Aspekte, sozusagen dieses sogenannten Reformpakets durchgehen
- 21:18und werden dann feststellen, das ist ja nicht nur aus linker Sicht,
- 21:21das ist ja unbefriedigend.
- 21:23Fragen Sie doch mal die die-hard-redneck-Konservativen in der CDU,
- 21:26die sich von Merz richtige, echte CDU-Politik versprochen haben.
- 21:30Die sind ja auch alle unzufrieden mit ihm. Das meine ich doch.
- 21:32Dieser Kanzler hat sich sozusagen zwischen alle Stühle gesetzt.
- 21:35Er macht keine richtig linke Wirtschaftspolitik, aber keine richtig konservative macht er auch nicht.
- 21:38Ja gut, aber es ist halt, ich meine, wovon träumen sie denn?
- 21:42Das wird ja immer schlimmer.
- 21:44In Gefahr und Not ist der Mittelweg der Tod. Das macht er hier halt. Genau.
- 21:49Wir brauchen einen, der durchgreift. Wir brauchen jetzt einen,
- 21:52der durchgreift, lieber Kollege Ausstein, so einen Anführer.
- 21:55Und dann streichen wir das an weg und dann sind wir da.
- 21:58Mann, das ist halt eine Kompromisskoalition, wie jede einzelne Koalition eine
- 22:04wäre. Weswegen übrigens die AfD nochmal nach Sachsen-Anhalt geguckt, keine will.
- 22:08Die wollen nämlich keine Kompromisse machen. Jetzt stellt sich heraus,
- 22:11sie haben selbst in Sachsen-Anhalt keine absolute Mehrheit gemacht.
- 22:16Dann sind sie also regierungsunfähig und nehmen fast 44 Prozent der Wählerstimmen
- 22:21aus dem Spiel. In Sachsen-Anhalt.
- 22:23Weil sie keine Kompromisse machen wollen. Und sie verteufeln jetzt Kompromisse.
- 22:28Das geht so nicht. Dann können wir den Laden zusperren. Ernsthaft.
- 22:33Und natürlich müsste man, würde ich sagen...
- 22:36Die SPD begreifen, dass sie diesem Bundeskanzler mehr Luft lassen soll,
- 22:39weil es wahrscheinlich der Letzte ist, der aus der bürgerlichen Mitte kommt,
- 22:43wenn der jetzt hier vom Hof gejagt wird, beziehungsweise diese Regierung zerbricht.
- 22:47Diese staatspolitische Verantwortung vermisse ich bei der SPD,
- 22:50obwohl ich auch der Meinung bin, dass Friedrich Merz jetzt auch als Kanzlerperson,
- 22:55nicht allen Erwartungen, die ich hatte, entsprochen hat.
- 22:59Und Blume, ich teile die Weltuntergangsstimmung im Angesicht des Aufstiegs der AfD nicht.
- 23:05Ich glaube, dass dieses Land die AfD aushalten muss und aushalten wird und auch
- 23:13hinter sich lassen wird.
- 23:14Und ich glaube, dass die Sachen, die wir im Ausland gesehen haben,
- 23:18wo demokratische Staaten zeitweise in die Hände von autokratischen Figuren,
- 23:26Institutionen, Parteien usw.
- 23:28Geraten sind und sich dann auch daraus wieder befreien konnten.
- 23:31Ich glaube, dass diese Entwicklungen uns auch Mut geben können.
- 23:36Diesen demokratischen Prozess sozusagen durchzuhalten.
- 23:39Das finde ich erstmal wichtig. Also ich finde das ein wichtiges Plädoyer,
- 23:43weil es bedeutet, man muss nicht jede unsinnige Verrenkung machen.
- 23:48Man muss nicht eine Koalition von der CDU bis zum BSW machen,
- 23:51nur um die AfD zu verhindern.
- 23:54Ad eins. Aber ich glaube, das funktioniert nur, wenn man Good Governance vorfindet
- 24:01als Wähler und Wählerin.
- 24:02Ich glaube, man muss, gute Regierungskunst ist der größte Feind des Populismus,
- 24:08egal ob Rechts- oder Linkspopulismus. Wobei ich sagen würde,
- 24:10wie gesagt, ich würde mir ein bisschen mehr Linkspopulismus wünschen, aber egal.
- 24:15Gute Regierungskunst, davon haben wir halt so wenig. Wir haben halt so viel,
- 24:19Pfuscherei, halbes Handwerk, irgendwie unklare Sachen, die keiner versteht,
- 24:24die zu kompliziert sind, wo die Botschaft irgendwie unterwegs verloren geht,
- 24:27die widersprüchlich sind, die dann wieder eingefangen werden.
- 24:30Und das liegt nicht am komplizierten deutschen System. Das liegt nicht am Prinzip
- 24:35des Kompromisses, gegen das ich mich überhaupt nicht ausspreche, sondern es liegt daran.
- 24:41Schwer zu sagen. Ehrlich gesagt, weiß ich, kann ich es Ihnen nicht sagen.
- 24:43Ich glaube, es liegt einfach daran,
- 24:44dass handwerklich Merz es zum Beispiel nicht kann. Er kann es nicht.
- 24:49Und natürlich wäre es besser, wenn jemand, der in Nordrhein-Westfalen gezeigt
- 24:53hat, dass er ein 16 Millionen Bundesland steuern kann, den Laden übernehmen
- 24:56würde. Na klar, natürlich wäre das besser, weil er es wahrscheinlich einfach
- 24:59besser könnte als Merz zum Beispiel.
- 25:01Ich meine, seine Personalpolitik in der CDU haben wir jetzt alle mitbekommen,
- 25:04wie ihm da ein oder andere Mal irgendwie das alles scheitert und um die Ohren
- 25:07fliegt, weil die Leute auch ihm offensichtlich gar nicht mehr gehorchen,
- 25:10weil er gar keine Autorität mehr hat.
- 25:12Natürlich sollte Herr Wüst das übernehmen. Besser wäre es auf jeden Fall.
- 25:17Also kann sein, dass Schrödinger Merz über den Punkt hinaus ist,
- 25:21wo irgendjemand oder irgendetwas ihn noch retten kann und man sagen muss,
- 25:25das ist jetzt unrettbar verloren,
- 25:27von dem niedrigen, super niedrigen Niveau seiner persönlichen Werte.
- 25:32Kommt er nie wieder weg, der Mann ist nicht zu retten.
- 25:36Aber.
- 25:39Die Kosten dieser Operation Kanzlertausch sind in vielfältigster Weise bis hin
- 25:45zu Herrn Wüst, der natürlich einer der gottgegebenen Kandidaten,
- 25:49dann wäre so viele, hat die CDU da ja nicht mehr.
- 25:52Bis hin zu Herrn Wüst, wären die Kosten dieser Operation so hoch,
- 25:57nochmal wieder ein paar Monate Stillstand.
- 26:00Wer weiß, ob die Regierung überhaupt zusammenbleibt, dann Neuwahlen.
- 26:04Das heißt, auf der Reformuhr läuft ja auch die Zeit,
- 26:09Und selbst wenn die Reformen nicht weit genug gehen, sind sie doch die richtige
- 26:14Richtung. Und es muss ja irgendwann mal anfangen, ein paar Dinge aufgeräumt zu werden.
- 26:19Und wollen sie das wirklich riskieren, das jetzt auch noch aufs Spiel zu setzen
- 26:24in einem Wahlkampf, wo sich dann alle wieder eingraben und dann mühsam da wieder
- 26:28raus müssen und am Ende wahrscheinlich beim selben Programm rauskommen,
- 26:31nur in einer Dreier-Koalition.
- 26:34Denn dass die AfD im Bund die absolute Mehrheit macht, das glauben sie auch selber nicht.
- 26:38Gut, wenn ich Ihnen zuhöre, habe ich den Eindruck, der einzige Grund,
- 26:41warum Merz nicht weg soll, ist, dass er nicht weg darf und nicht weg kann und
- 26:47kein anderer kann kommen.
- 26:48Und das ist eben das Ende von Politikblume. Das ist die Kapitulation von Politik,
- 26:53dass man sagt, wir lassen einen, von dem wir im Grunde wissen,
- 26:55dass er es nicht kann, weitermachen, weil wir,
- 26:58glauben, dass das System schon so angeknackselt ist, dass es den Transitionsprozess nicht überlebt.
- 27:03Das ist doch Gaga. Augstein, es ist Hegel.
- 27:06Klassisch Hegel. Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit.
- 27:10Und die Notwendigkeit sind diese Reformen. Wenn Sie das begriffen haben, sind Sie frei.
- 27:13Und dann können Sie auch mit Friedrich Merz leben, der immerhin ein ganz glaubwürdiger
- 27:18Reformer ist. Anders als viele andere. Anders auch ehrlich gesagt als Herr Wüst,
- 27:22wo ich nie ganz genau weiß, was ich in ihn reinprojizieren soll.
- 27:25Außer irgendwelche Hoffnungen.
- 27:27Aber für was und welche Politik genau steht der? Außer für geräuschlos.
- 27:31Das finde ich so großartig. dass das Top-Lob an Herrn Wüst, für Herrn Wüst und
- 27:37seine schwarz-grüne Koalition in dem großen Land Nordrhein-Westfalen immer ist.
- 27:41Er regiert geräuschlos.
- 27:44Ja super, vielleicht ist es einfach auch ideenlos und reibungslos und fruchtlos.
- 27:49Geräuschlos, Augstein. Wollen Sie auch geräuschlos? Also soll man über Sie hinterher sagen...
- 27:54Er hat wirklich gut funktioniert. Er war ein geräuschloser Kollege.
- 27:59Was man über mich nachher sagen sollte, ist, dass ich richtig zitieren kann.
- 28:02Denn anders als Sie glauben, ist der Satz Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit
- 28:06nicht von Hegel, sondern von Friedrich Engels. Was aber auch wiederum ganz lustig
- 28:11ist. Passt ja vielleicht auch später für Hegel, Engels.
- 28:15Ich glaube auch schon in meinem Wikipedia Google-Dingsbums-Schnick-Schnack steht,
- 28:20Herr Engels hat gesagt, Herr Hegel hat es gesagt.
- 28:25Also hat es Hegel gesagt, laut Herrn Engels. Okay, wie gesagt,
- 28:28lassen wir mal, macht nichts. Pass auf, neues Thema, was mir gute Laune gemacht hat in dieser Woche.
- 28:34Wir sollen ja hier auch ein bisschen positive, constructive journalism,
- 28:37dass man auch praktisch den Leuten gute Laune macht, dass man auch Nachrichten
- 28:40verbreitet, die positiv sind, wo die Menschen das Gefühl haben, es geht nach vorne.
- 28:44Für mich die gute Laune-Nachricht dieser Woche war, dass von den Freiwilligen,
- 28:50die sich für den neuen Wehrdienst bei der Bundeswehr gemeldet haben,
- 28:55ungefähr ein Viertel für die Truppe körperlich nicht fit genug ist.
- 28:59Das finde ich bemerkenswert, das erinnert mich an den Film Alice's Restaurant,
- 29:03wo der Mann zur Musterung geht und dann praktisch mit dem Shrink,
- 29:07also mit dem I want to kill, kill, kill, kill und dann,
- 29:12hüpft der Shrink auch kill, kill und dann wird er ausgemustert,
- 29:16weil das war dann doch nicht so eine gute Idee.
- 29:18Also vielleicht ist das, sagt das irgendwas aus, über die Leute,
- 29:21die sich freiwillig zum Bund melden, ein Viertel sind körperlich für den Dienst
- 29:26nicht in der Lage. Ich finde, das ist ein gutes Signal für die Zukunft Deutschlands
- 29:30und der Bundeswehr. Was meinen Sie, Blome?
- 29:33Das heißt aber dann auch, wenn Sie die Zuckersteuer einführen,
- 29:37ist das ein Beitrag zur Wehrhaftigkeit der Bevölkerung. Sowieso,
- 29:41ja gut, das ist ja eh klar, das wissen Sie ja. Ja, aber das wollen Sie doch
- 29:43nicht. Sie wollen doch keine wehrhafte Bevölkerung haben.
- 29:46Jetzt müssten Sie logischerweise gegen die Zuckersteuer sein.
- 29:49Die Bevölkerung ist nicht so wehrhaft. Ich habe noch ein anderes Fun-Fact. Ich habe noch einen.
- 29:57Hinweis aus der Welt der Vernunft. Des praktischen Denkens. Also wenn da wirklich ein Viertel,
- 30:06der Interessenten in einem Zustand ans Kasernentor tritt, der den dauerhaften
- 30:13Verbleib hinter dem Kasernentor in der Armee infrage stellt,
- 30:17dann würde ich sagen, hat die Bundeswehr eine Aufgabe.
- 30:20Da hat sie eine Aufgabe. Aus diesen Leuten richtige Männer zu machen?
- 30:23Nein, aber zumindest Leute zu
- 30:25machen, die eine Uniform und eine Waffe gleichzeitig tragen können. Toll.
- 30:29Gut, also zweiter... Aber das war im Ernst. Wofür ist denn die Grundausbildung da?
- 30:34Sie müssen halt erstmal tauglich sein, um die Grundausbildung überhaupt mitmachen zu können.
- 30:39Konnten Sie beim Eintritt in die Bundeswehr mit schwerem Gepäck 20 Kilometer laufen?
- 30:45Ich konnte das nicht, aber am Ende meiner Grundausbildung konnte ich das.
- 30:48Sie waren das schwere Gepäck, weil Sie praktisch von einem Kameraden auf dem
- 30:51Rücken getragen werden mussten oder wie.
- 30:54Blume, die Bundeswehr hat sich verpflichtet, in Litauen eine ganze Brigade.
- 31:02Aufzustellen. Ja, praktisch, ich weiß nicht was, 5000 Mann, die müssen da hin,
- 31:08das sind alles mögliche, die da gebraucht werden.
- 31:12Und jetzt stellt sich raus, es gibt gar nicht genug Freiwillige.
- 31:16Und damit meine ich jetzt nicht Leute, die sich jetzt freiwillig melden bei
- 31:19der Bundeswehr, sondern auch in der Bundeswehr lassen sich sozusagen diese Posten
- 31:23gar nicht besetzen. Naja, Moment, das ist aber schon wichtig. Was ist das?
- 31:25Ist das eine Waldorfschule? Nein, aber es ist... Ein Kirchenstuhlkreis?
- 31:28Aber die Leute haben offensichtlich auf diesen ganzen Quatsch nicht in dem Umfang
- 31:32Lust, wie Herr Pistorius und Herr Merz und ich weiß nicht was und Frau...
- 31:38Wie heißt die nochmal von der FDP? Danke, Frau Strack-Zimmermann und so.
- 31:42Die Leute sind viel klüger als Frau Strack-Zimmermann. Die Leute wissen,
- 31:45dass es keine gute Idee ist an der sogenannten Ostflanke.
- 31:49Ostflanke, früher sagte man Ostfrauen, Ostflanke, sich irgendwie so die Gliedmaßen
- 31:56wegschießen zu lassen von irgendwelchen ukrainischen oder russischen Drohnen.
- 32:00Die Leute sind nicht so doof.
- 32:02Augstein, das ist jetzt wirklich crazy, was Sie jetzt erzählen.
- 32:06Jeder von denen, die nicht so gerne freiwillig dahin gehen würden und derzeit
- 32:11das vielleicht ablehnen, würden natürlich ganz allgemein sagen,
- 32:14das muss aber sein, das ist eine sehr, sehr gute Sache.
- 32:17Ich würde glauben, jeder sagt, tolle Sache mit der Brigade in Litauen,
- 32:21aber mir passt das jetzt nicht ganz so sehr. Also ich habe gerade,
- 32:23also Sie müssen verstehen, mein Fußballverein, mein Kind wird gerade eingeschult. Ich weiß nicht was.
- 32:29Da kann ich nur sagen, Augen auf bei der Berufswahl. Diese Leute sind in eine
- 32:32Armee eingetreten. Und was ist der Kern von Armeen?
- 32:37Unter anderem... Landesverteidigung. Ja, Befehle und Gehorsam. Landesverteidigung.
- 32:42Landesverteidigung. Und nicht am Hindukusch. Sie lenken ab.
- 32:48Es ist eine politische Entscheidung. Die Armee folgt dem Parlament.
- 32:52Das Parlament möchte das gerne so haben mit Mehrheit.
- 32:55Gibt vielleicht irgendwann mal eine andere. Dann können die ja die Zelte wieder abschlagen.
- 32:59Aber so lange gilt, die Bundeswehr hat diese Brigade dahin zu stellen.
- 33:04Und ansonsten gilt auch Befehl und Gehorsam. Das kann doch wohl nicht wahr sein,
- 33:09dass eine ganze Armee sagen kann, ah ja, nee, es passt heute nicht.
- 33:12Könnt ihr, 16 Uhr ist Schluss hier.
- 33:15Könnt ihr morgen wieder kommen oder am besten gar nicht und woanders suchen
- 33:18gehen? Das verstehe ich nicht.
- 33:20Und Herr Pistorius, der der knorrige Verteidigungsminister sein möchte oder
- 33:26vielleicht auch nur der Darsteller eines knorrigen Verteidigungsministers,
- 33:29der lässt das einfach sich bieten?
- 33:31Geht's noch? Nö, aber ich meine, das ist natürlich auch die Art von Politik,
- 33:34wo man, wenn man möchte, sagen kann, das geht eben offensichtlich über die Köpfe
- 33:40der Menschen hinweg, hier auch über die Bediensteten der Bundeswehr.
- 33:43Die wollen das vielleicht alles in dem Umfang gar nicht, wie ihre Oberen das
- 33:46wollen, wie die Politiker das wollen, wie vielleicht sie in ihrer Redaktionsstube
- 33:49den Leuten beibiegen sollen, dass sie es wollen sollen und so.
- 33:54Also das finde ich ja ganz interessant, dass hier eben die Schere aufgeht zwischen
- 33:58dem, was sozusagen, ich sag mal, der breite Mann auf der Straße möchte und was
- 34:01irgendwelche Leute in den.
- 34:05Also jetzt metaphorisch in den glitzernden Bürotürmen von Berlin,
- 34:08obwohl die gibt es ja hier gar nicht, aber egal.
- 34:10Ja, das ist schon interessant und ich finde es interessant, dass sie dann sagen,
- 34:13ja gut, Schnauze, Arschbacken zusammen, Kittenriemen enger schnallen und mal
- 34:18noch ostwärts hier Jungs und so.
- 34:19Ich weiß nicht, ob sie mit dieser Haltung, das ist genau das gleiche wie mit
- 34:24den Reformen vorher. Wie wollen sie eigentlich, wenn die Leute von den Reformen
- 34:27nicht überzeugt sind, das Volk mitnehmen, die Reformen irgendwie so zu tragen und zu ertragen.
- 34:33Wie wollen Sie mit einer Bundeswehr, die offensichtlich nicht im ausreichenden
- 34:36Maße überzeugt ist, dass dieser Dienst in Litauen irgendwie sinnvoll und richtig
- 34:41ist, den dann eigentlich richtig machen?
- 34:43Wie wollen Sie mit Wehrpflichtigen, die erstens sich nicht im ausreichenden
- 34:48Umfang melden und dann, wenn sie sich melden, praktisch irgendwie so zu dick und zu nerdig sind,
- 34:53um irgendwie die Knarre tragen zu können, diese ganze Zeitenwende überhaupt
- 34:57hinbekommen? Merken Sie nicht, worauf ich hinaus will.
- 34:59Ehrlich gesagt, Sie da oben, die Politiker, die Medien und so,
- 35:03wollen den Leuten einen Kurs vorgeben, den die Leute gar nicht wollen.
- 35:08Ja, wenn Volkes Stimme so einfach zu lesen und zu hören wäre.
- 35:13Denn alle weite, große Mehrheiten bei Befragungen sagen, ja doch,
- 35:19doch, dieses Land braucht Reformen, richtig kräftige Reformen.
- 35:22Ja, aber nur nicht jetzt beim, da wo es mich angeht.
- 35:27Dieses Land braucht eine feste, sichere Landesverteidigung und irgendwie haben
- 35:32wir da vielleicht ein bisschen viel gespart.
- 35:33Kriegen sie eine Riesenmehrheit für in Umfragen.
- 35:37Aber ja, und dann fehlen halt 200 bis 300 Leute, um diese Brigade mit 5000 Leuten
- 35:43insgesamt voll zu kriegen.
- 35:45Also im Großen und Ganzen, glaube ich, stehen die Leute voll hinter diesen Entscheidungen,
- 35:51oder hinter dem großen Ziel dieser Entscheidung.
- 35:53Nur wenn es ins Einzelne geht, wenn es konkret wird, dann haben sie irgendwie
- 35:58Bedenken. Dann möge man doch bitte Nachbarshaus anzünden. Das nennt man,
- 36:02glaube ich, das Floriansprinzip.
- 36:03Und ich will den Leuten jetzt gar nichts unterstellen oder gar nicht irgendwie
- 36:06ihnen die ganze Schuld zu schieben. Es ist auch eine Frage von Vermittlung und Mitnehmen, ja.
- 36:12Aber für den Fall, nehmen wir mal für eine Sekunde an, die Reformen wären objektiv richtig.
- 36:19Sie wären einfach objektiv richtig und hätten trotzdem im Moment nicht die vollständige,
- 36:24ausreichende Zustimmung.
- 36:25Müsste man sie dann versuchen mit einer parlamentarischen Mehrheit,
- 36:28die sich diesen Reformen verpflichtet hat oder meinetwegen auch der Brigade
- 36:32in Litauen verpflichtet hat, sie dann mit dieser parlamentarischen Mehrheit
- 36:36durchsetzen, obwohl es eine Umfragemehrheit,
- 36:39zeitweilig, phasenweise dagegen gibt?
- 36:43Weiß ich nicht. Sie können diese Frage rhetorisch stellen, um allen Leuten schlechte
- 36:47Laune zu machen. Sie sollten sich bloß selber fragen, wie weit sie die Politik
- 36:51in einem Land entfernen wollen von der Stimmung im Land. Ich würde das für keine gute Idee halten.
- 36:56Und wenn ich jetzt lese, dass dieser Fragebogen, der verschickt wurde an die,
- 37:01wertdienstfähigen, also theoretisch, die in Frage kommen, jungen Männer,
- 37:07da wurden 83.483 von diesen Bögen irgendwie ausgefüllt,
- 37:13und zurückgeschickt.
- 37:14Und dann hat sich herausgestellt bei so Anfragen von den Linken im Bundestag,
- 37:18in Wahrheit haben mehr als 55.000 Männer und Frauen, also die weitaus überwiegende
- 37:23Mehrheit angekreuzt, dass sie kein Interesse daran haben zur Bundeswehr zu gehen.
- 37:27Das müssen sie dann einfach mal zur Kenntnis nehmen. Das heißt,
- 37:29dass sie haben nicht die Hälfte, sondern im Prinzip zwei Drittel so eines Jahrgangs,
- 37:34der ganz deutlich sagt, wir halten das für keine gute Idee.
- 37:37Und damit, das ist, weiß nicht, sie können natürlich sagen, faule Jungs,
- 37:42die nehmen wir mal richtig ran.
- 37:45Erstmal ein bisschen Formaldienst hieß es, Formaldienst.
- 37:50Was ist das? Formaldienst war das, was sie nicht konnten. Was heißt das?
- 37:54Was mir aber, ja, was Ihnen gut bekommen hat.
- 37:56Links, rechts, links, rechts, links, Marsch.
- 38:00Also worauf ich hinaus will, ist, wie weit wollen Sie quasi,
- 38:03Entschuldigung, am Volk vorbeiregieren, Blomme?
- 38:07Ja, gute Frage. Gute Frage.
- 38:11Die Wehrpflicht, glaube ich, war nie richtig beliebt. Also ich würde glauben,
- 38:16dass auch in Zeiten, als es sie gab, als wir beide bei der Bundeswehr waren
- 38:19und, glaube ich, 480.000,
- 38:21Leute unter Waffen waren, nur bei der Bundeswehr, also nur in Westdeutschland,
- 38:25in der alten Bundesrepublik, dass,
- 38:28wenn man so gefragt hätte, ach, wenn ihr das vermeiden könntet,
- 38:31würdet ihr das vermeiden?
- 38:32Also wenn es keine Wehrpflicht gibt, würdet ihr dann trotzdem zur Bundeswehr gehen?
- 38:36Da hätte im Zweifel auch ich gesagt,
- 38:37nee, muss ich nicht. Also so dringend habe ich es jetzt auch nicht.
- 38:41Aber da gab es halt die Wehrpflicht. Und vielleicht braucht es solche Streben,
- 38:46in so einer Gesellschaft,
- 38:48an denen sich dann immer mal wieder die Mehrheit in Umfragen abarbeiten kann,
- 38:53die aber trotzdem sicher stehen, weil sie halt objektiv notwendig sind.
- 38:58Ich glaube, dass das heute nicht mehr funktioniert. Ich kann mir vorstellen,
- 39:01und ich weiß, dass das früher ging und früher auch in der Unbeliebtheit es eine
- 39:06Akzeptanz gab für diesen Mechanismus.
- 39:09Ich glaube aber, dass diese Verbindung gerissen ist und die das bei den Leuten
- 39:12so nicht mehr herstellen können und sie eigentlich setzen müssten auf.
- 39:18Eine intrinsische Motivation, um jetzt mal dieses furchtbare Wort zu benutzen
- 39:22und eben nicht auf äußeren Zwang, sondern auf so eine Einsicht in die Notwendigkeit, vielleicht auch,
- 39:28das Gefühl, dass man davon selber irgendwie profitieren kann,
- 39:30dass man da irgendwas mitnehmen kann, dass es einem irgendwas gibt.
- 39:33Vielleicht auch nur, dass es einem etwas gibt, weil man das Gefühl hat,
- 39:36man gibt jemand anderem etwas. All das ist ja durchaus vorstellbar.
- 39:39Völlig jetzt ohne Sarkasmus. Das sind ja alles Möglichkeiten,
- 39:43wie man sowas empfinden kann und wie das zur Motivation beitragen kann.
- 39:46Tatsache ist aber, dass das zum Beispiel, was jetzt hier diese möglichen Rekruten
- 39:49angeht, im Moment offensichtlich nicht der Fall ist.
- 39:52Und dann sollte vielleicht der knorrige Pistorius sich mal überlegen, wie er das ändern kann.
- 39:57Anstatt einfach jetzt nur zu sagen, wenn du dich nicht freiwillig beugst,
- 40:01dann zwinge ich dich halt mit Gewalt. Du linke Zecke.
- 40:07Linke Zecke. Sie wissen Blume, ja? Die linke Zecke, was das ist,
- 40:11ja? Wissen Sie, was eine Zecke ist?
- 40:14Das wissen Sie gar nicht. Bei uns waren Zecken ungediente. Das waren Zecken.
- 40:19Wo kommen Sie denn her? Ja, naja gut, was meinen Sie, was ich alles erlebt habe?
- 40:22Das können Sie sich gar nicht vorstellen.
- 40:23Dann aber vielleicht nächste Woche mehr hier. Nein, bitte nicht,
- 40:26lieber Kollege Augstein. Das war jetzt eine Exkurs. Ich habe Sie reden lassen, aber ich weiß nicht.
- 40:32Ob ich Ihnen damit was Gutes getan habe. Mein Großvater von der Ostflanke erzählt.
- 40:35Mein Großvater von seiner Ostflanke erzählt.
- 40:36Wenn wir uns das nächste Mal treffen, Kollege Augstein, ist die Mecklenburg-Vorpommern-Wahl.
- 40:42Schon Geschichte, denn dann kommen wir mit einem Sonderpodcast am Montag nach
- 40:48dieser Wahl und können das Loch, den Krater,
- 40:52die Vertiefung, die Erdvertiefung in der CDU ausmessen, die dieses Wahlergebnis
- 40:58womöglich wahrscheinlich ziemlich sicher hinterlassen wird und der Frage nachgehen,
- 41:03ob der Bundeskanzler dann von einer Art Tsunami weggerissen wird,
- 41:08der kein Halten mehr kennt, weil er von ganz unten alles, was oben ist,
- 41:12wegschwemmt in dieser Partei namens CDU.
- 41:16In diesem Sinne bis nächste Woche. Danke, Blumen und Tschüss.