Latest / Devils & Demons - Der Horrorfilm-Podcast / 448 Eyes Without a Face (1960)
Transcript
- 0:00Diese Episode wird präsentiert von Deadline, das Filmmagazin.
- 0:05Die Fachzeitschrift für Horror, Thriller und Suspense.
- 0:30Hallo und herzlich willkommen zur 448. Folge von Devils and Demons.
- 0:36Heute mit mir, Laura. Ihr wundert euch wahrscheinlich schon,
- 0:40warum ich hier heute anmoderiere.
- 0:42Und natürlich auch mit Chris, André und Teresa. Also alle mal wieder vollzählig. Hallo. Hallo.
- 0:51Und bevor ich hier mal starte, würde ich noch kurz an André übergeben für aktuelle
- 0:56Veranstaltungshinweise.
- 1:00Also der aktuelle Veranstaltungstipp der Woche. Nur kurzer Hinweis, genau.
- 1:04Wir haben ja jetzt in den kommenden zwei Wochen wieder ein paar Screenings hier
- 1:08in Hamburg für die Nordbubble.
- 1:10Und zwar am Montag, den 26. zeigen wir um 20.30 Uhr hier im Savoy-Kino,
- 1:15unserem Partnerkino Barbarian,
- 1:19den Film von Zack Greger, der sehr gespaltene Meinung dabei hinterlassen hat
- 1:24und jetzt eine Kinoauswertung bekommt, nachdem er damals direkt ins Streaming gekommen ist.
- 1:29Deswegen, wer Bock hat, aus Norddeutschland 2030 am Montag im Savoy vorbeizukommen.
- 1:36Und dann natürlich auch nochmal für alle der Hinweis am Halloween.
- 1:40Wir gucken ja Halloween an Halloween im Savoy am 31.22 Uhr.
- 1:45Kommt da auch gerne unbedingt hin. Tickets gibt es auf der Savoy-Webseite.
- 1:48Kommt verkleidet vor allem gerne.
- 1:50Dann können wir da eine schöne Halloween-Party feiern. Ich hoffe,
- 1:53du hast dein Kostüm schon. Ich muss noch, ich hab's zusammen,
- 1:56ich muss noch bestellen.
- 1:58Du weißt, vor Halloween, die Kostüme werden immer teurer von Tag zu Tag.
- 2:04Naja. Ich freu mich jetzt schon auf die Fotos von euch. Das wird gut.
- 2:08Ich freu mich auch schon drauf. Am Ende bin ich der Einzige,
- 2:10der da verkleidet ist. Nein, nein.
- 2:13Ich werde auch verkleidet sein.
- 2:19Aber André erkennt jetzt eh keiner mehr ohne Cap. Also André kann doch so einfach gehen.
- 2:24Und ich gehe mit Cap. Ich gehe jetzt André. Und ich gehe jetzt Chris,
- 2:29ich klebe mir so Haare an.
- 2:32Gut, bevor wir Halloween feiern, reisen wir aber heute erstmal ins Jahr 1960,
- 2:39also ein bisschen weiter zurück als üblich.
- 2:42Und das ist ein Jahr, das für die Horrorfilmgeschichte relativ bedeutend ist,
- 2:48weil gleich drei Filme erschienen sind, die das Genre, ja ich glaube man kann
- 2:53schon sagen, grundlegend verändert haben.
- 2:56Und einen davon besprechen wir heute.
- 2:58Ich frage mal in die Runde, ihr habt wahrscheinlich wisst, welche anderen beiden
- 3:02Filme ich meine, oder? Chris nickt wissend.
- 3:06Ja, aus Fairnessgründen nenne ich nur einen, weil Teresa auch schon ihr Mikro
- 3:10angemacht hat für den zweiten.
- 3:12Einen haben wir davon schon besprochen und einen werden wir demnächst davon noch besprechen.
- 3:16Und ich erwähne deshalb Pipping Tom, den wir, glaube ich, im November,
- 3:21wenn ich mich nicht irre, auch unter deiner Leitung besprechen werden.
- 3:27Ja, und Psycho. Genau, sehr gut.
- 3:31Ja, und ich würde sagen, dass so mit dem Beginn der 60er Jahre man schon so
- 3:37eine Entwicklung beobachten kann, dass sich der Horror jetzt stärker vom klassischen
- 3:42Monsterfilm und vom Gothicfilm zu,
- 3:45Filmen über den menschlichen Körper und die menschliche Psyche entwickelt.
- 3:50Also nicht, dass es das vorher gar nicht gegeben hätte, aber das ist jetzt so
- 3:54ein bisschen mehr on-videos.
- 3:55Vogue, auch in dem Film, über den wir heute sprechen, namens Eyes Without a
- 4:01Face oder der deutsche, mittlerweile der deutsche Titel Augen ohne Gesicht.
- 4:07Ich frage jetzt mal vorab in die Runde, weil ich war damals der Meinung,
- 4:11es sei klug, in der Schule Latein zu lernen statt Französisch.
- 4:17Wer von euch spricht Französisch? Ja.
- 4:21Also ich hatte das in der Schule,
- 4:25aber es wäre übertrieben zu sagen, dass ich Französisch sprechen könnte.
- 4:30Also ich war jetzt auch auf Untertitel angewiesen in der französischen Fassung.
- 4:37Ja, ich hatte auch Französisch in der Schule, aber da ist ehrlich gesagt auch
- 4:41nicht viel hängen geblieben. Von daher, ne, ganze Sätze bilden,
- 4:45ich glaube, ich kriege auch nicht mehr hin.
- 4:55Ich bin beeindruckt. Chris wohnt in Hamburg. Damit sprecht ihr auf jeden Fall
- 5:00alle bedeutend besser Französisch als ich und könnt mich dann heute retten,
- 5:05wenn es mal sehr peinlich wird mit Aussprache von Namen, wenn ich das verkacke.
- 5:09Seid ihr herzlich eingeladen, es richtig zu stellen.
- 5:14Und was würdet ihr sagen? Das kann Chris ja eh immer nicht aushalten,
- 5:16wenn irgendjemand was falsch ausspricht, also von daher.
- 5:19Ja, also ich für mich habe entschlossen schlimmer als in der I Saw The Devil
- 5:23Folge wird es für mich persönlich nicht mehr, deswegen wir machen das jetzt einfach so gut es geht.
- 5:30Legendär. Ja, genau.
- 5:33Theresa, wie ist denn so dein Bezug zum französischen Horror-Kino insgesamt?
- 5:39Hast du viel gesehen? Magst du das oder eher weniger?
- 5:44Gute Frage. Ich bin mir gerade gar nicht sicher, was ich an französischen Horrorfilm
- 5:50abseits der Welle in den 2000ern tatsächlich gesehen habe. Da bin ich gerade am überlegen. Ähm.
- 5:58Ich glaube, immer mal einzelne Filme.
- 6:01Aber außer jetzt eben diese Welle, die da kam mit diesen ja doch sehr brutalen
- 6:08Filmen, wo ich, glaube ich, die meisten von gesehen habe mittlerweile,
- 6:12habe ich das, glaube ich, gar nicht so auf dem Schirm.
- 6:14Ich gucke parallel mal nach bei den Letterboxd-Stats und antworte gleich noch mal drauf.
- 6:20Okay. Wie sieht es bei euch aus, Chris und André? Vielleicht André zuerst, weil Chris gerade ...
- 6:27Anderweitig beschäftigt ist. Was zu tun hat im Mund. Nee, es sind immer noch
- 6:31die Überreste vom Mau-Am. Okay.
- 6:35Alle Leute, die Steady abonniert haben, wissen Bescheid. Das ist aber kein Fritt.
- 6:41Ich habe den schon gesehen gehabt. Ich habe den aber auch nachgeholt.
- 6:45Erst in den letzten Jahren, irgendwann zur Corona-Zeit.
- 6:51Ich glaube, 2021, 2022. Und von daher,
- 6:57ich habe ihn aber ehrlich gesagt nicht mehr auf dem Schirm gehabt so richtig
- 7:00also ich habe den Film angefangen und ich war direkt so,
- 7:06okay, ich könnte jetzt auch sagen könnte der First Watch sein,
- 7:08aber ich habe ihn schon gesehen, 22 war es ja, 22 das finde ich schon mal eine interessante.
- 7:16These weil ich finde, dass der Film irgendwie sehr erinnerungswürdig ist und
- 7:22dass ich den auch super lange nicht mehr gesehen habe und als ich ihn jetzt gerewatcht hab,
- 7:27das Gefühl hatte, hätt ihr ihn vor ein, zwei Wochen das letzte Mal gesehen.
- 7:31Also, so unterschiedlich kann es sein.
- 7:35Genau, ich hatte vorhin auch noch gefragt, Bezug so generell zum französischen
- 7:39Horrorkino, André, würdest du sagen, da bist du, hast du viel gesehen und bist bewandert?
- 7:44Hauptsächlich halt die, hauptsächlich natürlich die Newschool-Sachen eher,
- 7:49in den Oldschool-Sachen wenig tatsächlich, beziehungsweise ich hab mich da so
- 7:54ein bisschen vorbei immer geschubbelt.
- 7:55Ich kenne auch Kommas aus der Novel Vague und sowas. Also ich bin da,
- 7:57ich habe französisches Kino echt erst relativ spät entdeckt und gerade auch
- 8:01Horror-Kino, wie gesagt, dann schon so mit eben eher der French-Extremity eingestiegen.
- 8:07Und so bei den Classics fehlt mir, glaube ich, echt auch noch viel,
- 8:11auch von diesem nicht direkt Horror-Kino, aber eben einfach auch dieses Thriller-Düstere-Mystery-Kino.
- 8:17Da fehlt mir noch einiges. Nee, also das ist mit Sicherheit,
- 8:20glaube ich, würde ich jetzt sagen, das ist der älteste französische Film,
- 8:22den ich kenne, glaube ich. Mhm.
- 8:25Und Chris, wie ist es bei dir? Ähnlich? Man muss natürlich dazu sagen,
- 8:29dass es auch gar nicht so viele französische Horrorfilme gibt. Bis dato, ja.
- 8:33Prä-2000 sozusagen. Da ist mal ein Possession oder irgendwie sowas bei.
- 8:40Oder Eyes Without a Face. Aber da das Horror-Genre, wie wir,
- 8:44glaube ich, schon mal in irgendeiner Episode besprochen haben,
- 8:45oder vielleicht was auch beim Live-Auftritt in Frankreich, ja,
- 8:49immer sehr belächelt wird.
- 8:51Und das auch nur, wenn sie es gut meinen, die JournalistInnen.
- 8:55Sonst schämt man sich ja eher vor Horrorfilme da.
- 8:59Gibt's ja gar nicht so viel. Da gibt's noch Jean Rolland. Von dem hab ich mal
- 9:02zwei Filme gesehen, die ich käselangweilig fand.
- 9:05Aber sonst ist ja gar nicht so viel mehr. Bis 2000 passiert.
- 9:08Vor dem Eyes Without a Face gibt's, glaub ich, in den 50ern schon diesen Die
- 9:13Teuflischen, ne? Die Teuflischen, genau.
- 9:16Der fällt mir da immer ein.
- 9:18Aber genau, da kommen wir auch gleich noch zu. So generell zu Frankreich und
- 9:23Horror bis dato. Also bis dato 1960 ist da noch nicht allzu viel passiert.
- 9:31Genau, wenn wir jetzt zum Film übergehen, fand ich es schon gar nicht mal so
- 9:36leicht, das Genre von diesem Film wirklich zu definieren.
- 9:41Irgendwo gilt er als Horrorfilm, worüber man glaube ich aber diskutieren kann.
- 9:46Ich finde, er ist aber irgendwie auch psychologisches Drama ein Stück.
- 9:51Und er gilt heute als Wegbereiter des Body-Horrors tatsächlich auch.
- 9:57Da werden wir sicher auch noch zu kommen. Wie sind eure Gedanken zum Genre?
- 10:01Möchte jemand noch etwas ergänzen oder streichen?
- 10:05Ich darf dazu nichts mehr sagen, nachdem mir bei Instagram vorgeworfen wurde,
- 10:08dass ich keinerlei Ahnung habe, was Horrorfilme sind. Ach so.
- 10:12Deswegen äußere ich mich nicht
- 10:13mehr zu Genreinstufungen. Und Theresa auch nicht. Das gilt für mich auch.
- 10:17Oha. Das gilt für mich leider auch, aber ich mache jetzt trotzdem mein großes
- 10:21Mundwerk mal wieder auf und sage, ich wüsste nicht, warum das kein Horrorfilm sein sollte.
- 10:26Mhm. So würde ich es eher mal formulieren, weil ...
- 10:31Ist ja wieder eine sehr philosophische Frage, aber der hat ja auf jeden Fall,
- 10:36seine Schockmomente, der hat auf jeden Fall eine ungute Stimmung und man hat
- 10:42auch das Gefühl, dass der Film genau diese,
- 10:46ungute Stimmung und Atmosphäre ja auch erzeugen möchte, dass das schon ja auch,
- 10:51das Ziel von dem Film ist, dass du dich nicht gut mit dem fühlst, was du da siehst.
- 10:56Und deswegen wüsste ich jetzt nicht, was besser passen würde als Horror,
- 11:00so als Überbau, sag ich mal.
- 11:03Also wäre jetzt so ein, also ja, vielleicht ist das auf eine Art auch ein Drama.
- 11:09Ja, finde ich schon auch. Also halt aber nicht vorrangig, finde ich.
- 11:12Also das, wenn ich jetzt, wenn ich mal fragen würde, empfehle mir mal ein Drama,
- 11:16würde ich jetzt nicht damit wiederkommen.
- 11:19Ich finde auch dadurch, also für mich ist es kein Drama, weil zu einem guten
- 11:24Drama, oder überhaupt zu einem Drama gehört für mich, dass zumindest der Versuch,
- 11:28des Filmes darin besteht, mich emotional irgendwie,
- 11:33aufzunehmen, damit ich die Emotionen in diesem Drama mitbekomme, mitfühlen kann.
- 11:38Und dieser Film ist ja sehr distanziert und dokumentarisch gehalten.
- 11:41Und deswegen finde ich ihn gar nicht mal so dramatisch.
- 11:46Also da kommen wir nachher auch zum Thema, wie sehr fühlt man mit und so.
- 11:50Ich glaube, da haben wir dann auf jeden Fall unterschiedliche Sichtweise.
- 11:55Ich würde ihn aber auch in erster Linie psychologischen Thriller nennen.
- 11:59Ich glaube, das wäre so die erste, wenn man fragt, was ist das für ein Film,
- 12:03würde ich das, glaube ich, als erstes beschreiben.
- 12:05Das ist gar kein Genre für mich. Crime-Elemente, ne? Ich wollte gerade sagen,
- 12:09für mich, wenn man jetzt wirklich so ganz übergeordnete Genres zuordnen müsste,
- 12:13wäre es zum Beispiel dann Thriller.
- 12:14Aber Psycho-Thriller ist mir schon fast wieder zu nischig. Und Thriller,
- 12:19ich weiß nicht, ist es ein Thriller? Ich finde ...
- 12:22Ich glaube, es geht eher noch so in die Richtung, ich finde,
- 12:25es hat manchmal so Anleihen von Edgar Wallace, Krimis und so. Also.
- 12:32Ich finde es gar nicht so leicht, den jetzt mit einem Genre wirklich komplett zu labeln.
- 12:37Aber wir kommen bestimmt noch zu diesen Themen, wenn wir über den Inhalt sprechen.
- 12:42Jetzt vielleicht erstmal ein bisschen zu den Fakten und Zahlen.
- 12:46Der Film hat bei Letterboxd eine 3,9 von 5,
- 12:51bei IMDb eine 7,6 von 10 und der Kinostart war in Frankreich im Januar 1960 in Deutschland am 11.
- 13:02März desselben Jahres, allerdings veröffentlicht unter dem Titel Das Schreckenshaus des Dr. Razanov.
- 13:13Kommen wir auch noch zu. Nahliegend. Nahliegend, das muss natürlich irgendwie
- 13:18ein osteuropäischer Bösewicht anscheinend in dem Film vorkommen.
- 13:22Ich wollte gerade sagen, heißt der Typ überhaupt so? Nein. In der deutschen
- 13:26Version schon, in der alten.
- 13:28In der alten deutschen Version, in der Synchro, heißt der auch so.
- 13:32Aber zum Beispiel sieht man, bei der Familiengruft steht Genesier, also der Originalname.
- 13:40Genalname. Ich bin so französisch, hallo. Oui, oui, hallo.
- 13:44Oui, oui, ja, das ist aber auch alles.
- 13:49Genau, und in den USA gab es noch mal einen anderen Titel.
- 13:52Da kam er am 24. Oktober 1962 ins Kino, allerdings stark gekürzt und unter dem
- 14:00Verleihtitel The Horror Chamber of Dr. Faustus. Also noch mal eine andere Art.
- 14:06Man müsste ja eigentlich, würde man ja auf den Gedanken kommen,
- 14:10dass der deutsche Titel des Schreckens Haustus Dr. Faust wäre dann eigentlich.
- 14:14Wegen Faust. Ja, weil es ja was Urdeutsches ist eigentlich, Faust.
- 14:17Aber ich glaube, wir sind ja nicht mehr in der direkten Nachkriegszeit,
- 14:22aber ich glaube, da wurde so ein bisschen gedacht, ach, so ein osteuropäisches
- 14:29Feindbild, das kommt doch gut auf den deutschen Markt.
- 14:32Ist schon sehr fragwürdig. Ja, ja, auf jeden Fall.
- 14:37Der Film hatte ein Budget von 1,2 Millionen Francs, was jetzt so mit Inflation,
- 14:44heutzutage ungefähr 2,4 Millionen Euro wären und was, glaube ich, für die damalige Zeit,
- 14:52für eine Koproduktion, also es ist französisch-italienisch, die Koproduktion,
- 14:56schon recht solide finanziert ist.
- 15:00Wobei man natürlich auch sagen muss, dass der Film sich jetzt vor allem durch
- 15:04dieses aufwändige Schwarz-Weiß,
- 15:07was auch nicht ganz günstig ist und auch durch die künstlerische Qualität,
- 15:11da brauchte man auch ein bisschen Geld und damit hat er sich auch abgehoben
- 15:17von eher günstigen B-Movie-Horrorfilmen.
- 15:21Zum Box-Office habe ich nur sehr wenige Angaben gefunden. Also die Zahlen,
- 15:27die ich gefunden habe, waren hauptsächlich von so Wiederaufführungen in Programmkinos
- 15:31jetzt aus den letzten Jahrzehnten. Also nicht so wirklich aussagekräftig.
- 15:36Aber wir kommen später in der Folge auf jeden Fall noch zum Thema,
- 15:40wie der Film insgesamt so wahrgenommen wurde beim Publikum und auch bei der Kritik.
- 15:46Ja, wenn ihr den Film schauen wollt, habt ihr, glaube ich, schon Tipps bekommen von Chris.
- 15:52Die ich ergänze. Genau, mach erst mal.
- 15:55Ich persönlich habe das Media Book von Wicked Vision und das würde ich auch
- 16:00sehr empfehlen, weil da sehr viel Zusatzmaterial Cooles drauf ist.
- 16:05Also andere Kurzfilme des Regisseurs sind enthalten.
- 16:09Es gibt ein tolles Extra mit Prof. Dr. Stiegelegger und es ist wirklich gut
- 16:16ausgestattet. Und es sind sogar auch beide deutsche Synchronfassungen drauf.
- 16:22Im Streaming ist der jetzt nirgendwo erschienen, aber man kann den komplett
- 16:27und in guter Qualität auch auf YouTube finden.
- 16:31Und ich glaube, ihr hattet... Die deutsche Variante davon ist,
- 16:34glaube ich, geschnitten um vier Minuten auf YouTube.
- 16:37Aber es gibt eine französische mit englischen Untertiteln.
- 16:42Die passt. Ja, das stimmt. Sehr gut. André hat mir seine Criterion Blu-ray ausgeliehen.
- 16:50Die hat eine sehr gute Qualität. Ansonsten gibt es den für die 4K-Feinschmecker
- 16:55gibt es den noch bei Umbrella in Australien und,
- 16:58von der BFI in Großbritannien für unter 30 Euro auf UHD, falls die Bigit Vision
- 17:04Sachen schon alle vergriffen sind oder falls die keiner mehr findet.
- 17:08Und falls jemand keine deutsche Turnschuhe braucht oder irgendwas auch,
- 17:10deutsche Untertitel, dann kann man die da auch noch relativ günstig bekommen.
- 17:14Die haben eigentlich alle gute Qualität, alle neueren Sachen.
- 17:17Es gibt auch die deutsche DVD,
- 17:18die gibt es auch zu kaufen. Die soll aber nicht so gute Qualität haben.
- 17:22Okay. Ja, die richtige Länge habt ihr auf jeden Fall, wenn der Film 90 Minuten lang ist.
- 17:29Und die Fassungen, wir haben die französische Originalfassung,
- 17:33die deutsche Kinofassung, die sich inhaltlich nicht unterscheidet,
- 17:37sondern nur durch die Figurennamen.
- 17:41Und die US-Fassung, die aber um sechs Minuten gekürzt ist, also um die sollte man einen Bogen machen.
- 17:48FSK ist 16. Zur Content-Note habe ich lange überlegt, habe jetzt aber tatsächlich
- 17:55nichts aufgeschrieben.
- 17:57Würde euch was einfallen, was reingehört? Also sowas wie, ich war mir nicht
- 18:01mehr sicher, ob man Spritzen sieht.
- 18:05Das ist ja manchmal erwähnenswert, aber insgesamt ist mir jetzt nichts hängen geblieben.
- 18:12Nur viele Skype-Fälle. Genau. Also ich glaube, man könnte vielleicht,
- 18:18aber da kommen wir wahrscheinlich auch gleich noch zu, zur Gewalteinordnung
- 18:22generell was sagen, aber eigentlich jetzt nichts, was über,
- 18:26so ein übliches Maß hinausgeht. Und die Hunde werden die...
- 18:29Ich wollte gerade sagen Tiere, aber die werden ja nicht explizit... getötet oder so.
- 18:36Genau, sie werden auch nicht explizit gequält.
- 18:39Man sieht einmal, wie ein Hund auf dem Untersuchungstisch liegt und so eine
- 18:42rasierte Stelle hat, aber mehr nicht. Ja.
- 18:48Okay, aber Theresa, du hast ja
- 18:49gerade schon quasi den Bogen geschlossen zu Gewalt, Anspannung, Spannung.
- 18:56Wie würdest du das einschätzen in dem Film?
- 19:00Also, es finde ich tatsächlich sehr spannend.
- 19:04Ich finde den erstaunlich, ich hatte ihn auch nicht mehr so brutal in Erinnerung,
- 19:09zumindest in ganz einzelnen Szenen, aber es gibt ja eine Szene,
- 19:12wo ein Gesicht abgenommen wird,
- 19:15und die dauert auch sehr lange, bedeutet die, ich nehme die als sehr realistisch
- 19:20wahr, auch wenn ich nicht weiß, wie das aussieht und wie lange es dauert jemandem,
- 19:24das Gesicht abzuziehen.
- 19:25Damit habe ich noch keine Erfahrung gemacht, aber es ist, finde ich,
- 19:29unfassbar unangenehm, gerade vielleicht auch dadurch, dass das so lang gestreckt wird.
- 19:36Und das ist jetzt kein großer Gore, aber halt eben auf so einer realistischen
- 19:41Ebene, die erstaunlich reinhaut, würde ich sagen.
- 19:46Genau, also das ist sowas, eben dieser realistische Aspekt, wo ich schon sage, ja,
- 19:53Sieht auch erstaunlich gut aus für die Zeit. Also wenn man es jetzt insgesamt
- 19:58global einordnet, mit allen Horrorfilmen, die wir bisher hier gesehen haben,
- 20:01ist da, glaube ich, mehr als ein Stern.
- 20:04Obwohl, das kann schon, glaube ich, für manche Leute übel sein.
- 20:06Vielleicht auch anderthalb.
- 20:09Kann man da, glaube ich, nicht geben. Aber wenn man es jetzt für 1960 einordnet,
- 20:14dann glaube ich, ist das schon ein Schmackofatz auf jeden Fall. Ja.
- 20:20Geht ihr da mit, Chris und André?
- 20:23Also für 1960 war er auf jeden Fall, glaube ich, sehr schockierend.
- 20:27Das kann man ja auch nachlesen, dass der da für arsche Kritik gesorgt hat,
- 20:33dass das einfach viel zu brutal ist, was da zu sehen ist.
- 20:36Aus heutiger Sicht, und das ist ja so, wie ich die Bewertung sozusagen abgebe,
- 20:41bin ich da auch bei Teresa, man sieht halt, dass sie einfach mit dem Stift einfach
- 20:46nur Linien ins Gesicht gemalt haben und dass da Tinte runterläuft und sowas.
- 20:50Also, die Effekte sind gut für die damalige Zeit, aber sie sind mehr als offensichtlich.
- 20:57Deswegen würde ich auch sagen, eine Eins oder so.
- 21:00Und Spannung habe ich tatsächlich eher nicht empfunden. Da würde ich eher auch
- 21:05im unteren Regal greifen.
- 21:06Generell einfach ein Film, der relativ gut verträglich ist für alle Horrorfans,
- 21:11auch für Leute, die nicht so viel Gewalt abkönnen und an Spannung.
- 21:18Thrill. Ja, ich finde es witzig, weil ich auch gesagt hätte,
- 21:22ich finde den Film nicht spannend.
- 21:27Aber angespannt bin ich die meiste Zeit doch. Also ein anspannender, unspannender Film.
- 21:34Ja, genau. Ich finde ihn halt, was das angeht, so einmal deswegen ein englisches
- 21:39Wort. Ich versuche es gleich nochmal, ein anderes Wort zu finden.
- 21:41So unnerfing. Der macht mich nervös. Der macht mich ...
- 21:45Es ist irgendwie, wie du sagst, ich bin ganz bei dir. Er ist nicht spannend,
- 21:48aber irgendwie trotzdem ist es so ein gewisses was in der Luft irgendwie. Und das finde ich schon.
- 21:54Und auf der Gore-Ebene, Ja, auf jeden Fall. Es ist nicht viel.
- 21:57Ich finde die OP-Szene für die damalige Zeit trotzdem ziemlich krass.
- 22:01Aber es ist jetzt der heutigen Zeit, jetzt reist es kein mehr vom Hocker.
- 22:04Ich würde auch so, sag ich mal, 1,5 bis 2 geben auf der Ebene.
- 22:07Aber für damals war das schon nicht ohne, muss ich sagen. Da war ich überrascht,
- 22:12wie explizit das doch damals für damals war oder wie gut gemacht das auch ist.
- 22:16Vor allem, wenn man es jetzt auch mit den anderen beiden Filmen von 1960 vergleicht,
- 22:20habe ich schon den Eindruck, dass hier mit Abstand am meisten gezeigt wird. Ja, auf jeden Fall.
- 22:27Wie gesagt, aber es ist halt ja nur diese eine Szene so explizit.
- 22:31Und das ist halt nicht überbordend. Von daher finde ich auch,
- 22:33dass das jetzt trotzdem verträglich ist.
- 22:36Es ist witzig, dass du Unnerfing und OP in einem Satz gesagt hast.
- 22:40Das hat im Videospielkontext einen ganz anderen Sinn dann.
- 22:44Ich habe, ich gebe es zu, ich habe bei dem Film, ich kannte ja wirklich nur
- 22:48das Filmposter und den Titel. Also ich wusste um den Status des Films.
- 22:52Und ich kannte das Filmposter mit der jungen Dame ihrer Pottfrisur und der Maske auch.
- 22:58Und ich hab mir was, ich find das Poster mega geil.
- 23:01Ja. Und ich hab mir was Spukigeres, Gruseligeres unter dem Film vorgestellt
- 23:06und war dementsprechend so ein bisschen enttäuscht, was das angeht.
- 23:09Vielleicht kommt daher auch meine geringe Anspannung und Spannung so ein bisschen zustande. Okay.
- 23:16Da sprechen wir nachher auch noch drüber, wenn wir so über die Figuren sprechen.
- 23:21Ich glaube, dann kommen wir da nochmal drauf.
- 23:23Genau, jetzt kommen noch ein paar Infos zur Crew des Films.
- 23:28Fangen wir an mit dem Drehbuch. Da waren unter anderem beteiligt,
- 23:32also es gab, ich glaube, vier Autoren insgesamt. Die wichtigsten Pierre Bouillieu und Thomas Narsejac.
- 23:40Die waren beide relativ wichtig für den psychologischen Thriller der 50er.
- 23:46Die haben nämlich unter anderem an Hitchcocks.
- 23:58Vertigo mitgeschrieben und auch an die Teuflischen, den wir eben schon erwähnt haben.
- 24:05Wärst du ja noch mal französisch, Laura?
- 24:07Das kann ich nicht sagen.
- 24:11Du vielleicht, du kannst auch französisch. Le Diabolique. Ah ja, na siehste.
- 24:17Genau, die Regie des Films wurde geführt von Georges Frangu.
- 24:23Ist das richtig ausgesprochen, Chris?
- 24:26Ich habe es mir mit zwei hinten dran geschrieben. Es klingt zumindest nicht falsch.
- 24:32Ohne nachzugucken hätte ich es halt Frangu ausgesprochen. Ich muss das bevor
- 24:37jetzt Leute selber in die Kommentare schreiben, dass ich auch kein gutes Französisch
- 24:40spreche. Ich habe Französisch genau wie irgendeine andere Person.
- 24:44Sobald es möglich war, sofort abgewählt. Ich hatte da einmal fast sogar eine
- 24:49Fünf auf dem Zeugnis in Französisch. Ich kann das überhaupt nicht.
- 24:53Also konjugieren auf Französisch ist der größte Pain in the Ass auf der ganzen
- 24:57Welt. Also bitte schreib mich in die Kommentare, dass man Französisch schlecht
- 24:59ist. Weiß ich. Ich hasse Französisch.
- 25:02Oha. Na gut. Ist aber eine schöne Sprache, aber ich hasse es.
- 25:05Was ein Gefühlsausbruch. Der Schwierigkeitsgrad der Sprache ist enorm, finde ich. Ja, total.
- 25:12Okay. Zurück zum Regisseur Georges Frangu. Der wurde 1912 geboren und ist eine
- 25:20sehr bedeutende Figur der französischen Filmkultur.
- 25:24Zunächst aber gar nicht so unbedingt als Regisseur, sondern als Mitbegründer
- 25:29der Cinematique Française, die 1936 gegründet wurde und er war da quasi mit dabei.
- 25:37Und er war dann zunächst Dokumentar- und Kurzfilmer und ich glaube so sein bekanntester
- 25:44Kurzfilm, der ist auch auf dieser Wicked Vision Edition drauf, Blood of the Beast von,
- 25:511949,
- 25:54das ist ein Dokumentarfilm über die Pariser Schlachthöfe.
- 25:58Ich habe ihn mir nicht angeschaut. Ich habe mir aber ein Interview dazu angehört,
- 26:02was in dem Film vorkommt und habe ihn bewusst nicht angeschaut.
- 26:07Aber man soll wohl in diesem Film schon etwas sehen können, was jetzt auch für
- 26:14Augen ohne Gesicht irgendwie essentiell ist.
- 26:17Nämlich, dass es irgendwie auf
- 26:19der einen Seite alles sehr realitätsnah und nüchtern beobachtet wird, dass,
- 26:26extreme Gewalt gezeigt wird und die Bilder gleichzeitig etwas Poetisches haben.
- 26:35Genau, bitte verzeiht mir, dass ich das nicht selber überprüfen wollte bei dem
- 26:38Kurzfilm, aber so Schlachthof ist jetzt wirklich, finde ich,
- 26:43nicht so deins, meinst du? Nee, gar nicht, tatsächlich.
- 26:47Und der, also ich frage jetzt einfach mal, aber ich denke wahrscheinlich eher
- 26:51nicht, dass jemand von euch schon mal was von ihm ansonsten gesehen hat,
- 26:54ne? Ja, es war bei mir ähnlich.
- 26:58Und der Ice Without a Face ist jetzt auch wirklich erst sein zweiter Spielfilm,
- 27:04und er kommt halt generell auch jetzt nicht aus dem kommerziellen Horrorkino,
- 27:09sondern wollte mit diesem Film zeigen, dass Horror auch etwas anspruchsvolles
- 27:16und poetisches sein kann,
- 27:18und ja, sein Zugang zum Horror ist halt stark dokumentarisch geprägt und umso
- 27:26interessanter Da finde ich das eigentlich,
- 27:28wie diese, wie so dokumentarisch und poetisch nebeneinander irgendwie so existieren.
- 27:35Das finde ich irgendwie was Besonderes bei ihm.
- 27:39Ja, die Kamera Eugen Schüftan, das ist ein deutschstämmiger Kameramann und Tricktechniker,
- 27:45der unter anderem an Fritz Langs Metropolis mitgearbeitet hat.
- 27:49Also schon ein sehr bedeutender Name, gerade jetzt auch im Nachhinein für uns. und er war wohl...
- 28:00Was?
- 28:03Hä? Egal, ich wollte anmerken, dass der natürlich schon verstorben ist,
- 28:08der George Frangu. Das ist vielleicht noch interessant.
- 28:11Ob du das noch sagen willst. Nee, hätte ich tatsächlich nicht erwähnt.
- 28:161987 verstorben. Aber wenn jemand 1912 geboren ist, hätte man... Ja, ja.
- 28:22Ich habe selber gerade geguckt, weil es mich interessiert hat, wie lange er gelebt hat.
- 28:28Dann hat er, glaube ich, noch miterlebt, wie sein Film dann irgendwann später
- 28:30besser besprochen wurde. Das erleichtert mich etwas.
- 28:34Okay. Aber es wäre eher eine Meldung wert, wenn er immer noch leben würde. Das wäre krass.
- 28:39Der lebt noch. Das wäre krass. Dann würde es wahrscheinlich Vampirgerüchte geben.
- 28:46Ja.
- 28:48Okay. Dann könnte jemand von seinen eigenen Film von 1960 selber dann remaken,
- 28:52wenn er noch leben würde. Ja.
- 28:55Würde er Mel Brooks überholen, als ältester Regisseur. Okay,
- 28:59wir wollen dich mal nicht aus dem Konzept bringen mit unseren blöden Gags hier,
- 29:01die nicht mal witzig sind.
- 29:04Eugen Schüftan, der deutschstämmige Kameramann, war bei Metropolis dabei und,
- 29:10er war mit seinem Konzept wohl sehr maßgeblich für den Look des Films.
- 29:15Also diese harten Schwarz-Weiß-Kontraste gehen auf sein Konto.
- 29:25Und der Komponist Maurice Scharr, der ist später weltberühmt geworden durch,
- 29:31Lawrence of Arabia, Dr. Zhivago und A Passage to India.
- 29:36Der hat für alle drei Filme den Oscar für die beste Filmmusik bekommen.
- 29:41Das fand ich richtig krass.
- 29:45Und darum dachte ich, sprechen wir jetzt vielleicht schon mal vorab über das
- 29:48Thema Musik, weil das ein Film ist.
- 29:53Ich sage ja häufig, mir ist nichts aufgefallen, da war es wohl okay.
- 29:57Was ist euch aufgefallen beziehungsweise ist euch was aufgefallen?
- 30:02Vielleicht Theresa zuerst.
- 30:05Ich glaube, war schwer zu überhören.
- 30:09Also, ich weiß auch nicht, was das für Abbeat-Zirkusmusik gefühlt war,
- 30:17fand ich ganz, ganz arg irritierend. Also, es ist so ein bisschen wie.
- 30:25Wenn man so einen Zirkus hat, wo du schon weißt, irgendwas Schlimmes passiert,
- 30:29aber du bist halt immer noch in einem Zirkus.
- 30:32Also, ganz eigenartiger Vibe, der da gar nicht für mich reingepasst hat.
- 30:37Wo ich mich dann aber auch gefragt habe, ist das einfach, weil man diese Art
- 30:43Musik nicht in einem Horrorfilm gewöhnt ist.
- 30:46Wann wurden eigentlich so diese Standards, was für Musik sich in einem Horrorfilm
- 30:50gehört, gesetzt? Aber ja, ich fand es auf jeden Fall sehr irritiert und habe
- 30:54es die meiste Zeit aber trotzdem auch als unpassend wahrgenommen,
- 30:59weil mir das so ein bisschen zu viel...
- 31:03Trotzdem noch zu viel Freude drin hatte irgendwie und es ist ja das,
- 31:08ja weiß gar nicht, ob das dann schon so ein Theme ist, aber es kommt ja nicht
- 31:11nur einmal sondern ja schon auch mehrfach vor und auch häufig in Punkten, wo ich mir dachte,
- 31:18weiß ich nicht, also zumindest dieses eine dieses Theme von der Louise die Leute,
- 31:24die es gehört haben wissen, weil es das, ich meine und alle anderen haben eh
- 31:27Pech gehabt, weil die wissen eh nicht, worüber gesprochen wird,
- 31:32das ist mir aufgefallen, der Rest aber tatsächlich auch wieder nicht,
- 31:34jetzt wo ich drüber nachdenke.
- 31:37Ja, finde ich auch. Also dieser Theme, das ist auch das, was dann wieder mir
- 31:42die Erinnerung geflashbackt hat, dass ich jetzt schon mal geguckt habe.
- 31:44An die konnte ich mich erinnern. Und dass ich die damals schon weird fand.
- 31:48Ich habe auch so ein bisschen das Gefühl, das ist so die Theme-Musik hier von, wie heißt das?
- 31:55Nein, nein, nein. Ich denke immer an Freaks. Ich meine halt von der Figur,
- 31:59von seiner Assistentin. Also Louise ist das, genau. Genau.
- 32:03Ich habe ein bisschen das Gefühl,
- 32:04das ist so ihr Theme, weil das immer einspielt, wenn sie auftaucht.
- 32:08Aber ich finde es auch, das ist, es ist ja auch nicht mal, du meinst gerade,
- 32:13es ist zu Happy oder zu Abbildloh, es ist trotzdem auch irgendwie verwirrend
- 32:19und es hat schon, irgendwie passt es schon, weil es so eine Skurrilität hat,
- 32:24aber irgendwie passt es auch nicht in den Film.
- 32:26Also ich finde halt, gerade wenn ich auch, ich weiß, ich kann Chris auch gerne
- 32:28mal sagen, dann gleich, als ich es mir erst mal geguckt habe, fand ich das so daneben.
- 32:32Ich hab dann irgendwann so verstanden, wie die eingesetzt wird,
- 32:35aber wenn du mich jetzt blind fragen würdest, was hat der Film für einen Score,
- 32:40würde ich halt never auf sowas tippen.
- 32:42Also es wirkt halt schon irgendwie clownhaft, ein bisschen, als ob es so eine
- 32:47Satire ist irgendwo, was es ja überhaupt nicht sein soll. Ja.
- 32:51Maurice Jarre hat übrigens bis 2009 gelebt. Also da sind wir nicht mehr so weit von entfernt.
- 32:59Ich fand es am Anfang sehr irritierend. Wie gesagt, ich habe den ja auch zum
- 33:02ersten Mal geguckt und dachte so, das ist aber ein ganz schöner Stimmungskiller.
- 33:06Aber spätestens dann, als sie dann irgendwann das dritte Mädel dort entführen
- 33:11mit dem Auto und die Louise dann aufgetaucht ist, da habe ich es auch so wie
- 33:15André wahrgenommen, dass es ihr Thema ist sozusagen, ihr musikalisches Motiv.
- 33:19Und ab da, irgendwann, das ist auch ein bisschen spooky, dachte ich.
- 33:24Das ist so, wie wenn du erst mal denkst, nur als Beispiel, wenn du Pennywise
- 33:28siehst, und da würde so Zirkusmusik laufen, und irgendwann ist das aber so mit
- 33:32dieser Figur assoziiert, dass es plötzlich gruselig wirkt. Und das ist hier
- 33:35auch der Fall, fand ich. Ja.
- 33:39Ich glaube, mir geht's, also irgendwie geht's mir ähnlich, dass ich das Ganze
- 33:44am Anfang auch total irritierend fand, und dass ich's Aber weil es irgendwie so grotesk ist und,
- 33:51glaube ich auch so ein bisschen darauf abzielt, dass der Film halt so,
- 33:56zwischen diesen extremen Schwank mit Realität und irgendwie ist es aber auch so märchenhaft und,
- 34:03ich finde, dazu passt es dann irgendwie doch wieder ziemlich gut.
- 34:06Und ich hatte tatsächlich auch diese Pennywise-Assoziation manchmal.
- 34:11Ich glaube, in der alten It-Miniserie, da gibt es auch so eine Szene,
- 34:15wenn Pennywise irgendwie auf dem Bild zu sehen ist, kommt immer so eine Zirkusmusik.
- 34:19Daran hat es mich erinnert und ich glaube unter Zirkus versteht man was,
- 34:27fröhliches und wenn es zu doll ist, kann es aber auch schnell ins Gegenteil
- 34:32umkehren genau wie mit Clowns ja an sich,
- 34:35und darum, also ich finde es es ist glaube ich ein relativ künstlerisch verkopfter
- 34:40Ansatz aber mir persönlich gefällt es irgendwie und ich,
- 34:46Ich glaube, dass es auch so den Wiedererkennungswert des Films mit ausmacht,
- 34:50dass die Musik so grotesk ist.
- 34:54Ich finde es auch noch interessant und es fällt einem dann immer wieder auf,
- 34:57wenn man so ganz alte Filme guckt, wie viele Szenen es doch einfach gibt,
- 35:02also gerade in Kontrast zum modernen Kino,
- 35:07in denen einfach gar keine Musik läuft, die einfach komplett stumm und still
- 35:11sind. Und das fällt mir immer wieder auf.
- 35:14Sie haben so zwei, drei Musikstücke drin, die kommen auch öfter vor.
- 35:17Aber es gibt auch Totenstille in ganz vielen Szenen.
- 35:20Und da merkt man erst mal, wie sehr man daran gewöhnt ist, dass heutzutage wirklich
- 35:24durchgängig Musik in jedem Film läuft, gefühlt.
- 35:27Oder auch tatsächlich bei den meisten. Und das finde ich immer wieder interessant,
- 35:29dass das früher noch nicht so war.
- 35:32Mir ist jetzt auch aufgefallen, das auch gar nicht, also das auch immer wieder
- 35:36relativ lange Szenen gibt, die halt auch komplett ohne Dialog im Grunde auskommen.
- 35:41Fällt halt natürlich noch mal mehr auf. Ich hab zuletzt wirklich wenig Sachen
- 35:46irgendwie in einer anderen Sprache als Englisch mit Untertiteln geguckt.
- 35:49Da fällt es einem natürlich auf, weil da muss man ja immer hingucken und versteht man ja nichts.
- 35:54Und das ist mir aufgefallen, dass ich immer wieder da saß und dachte,
- 35:58oh, gibt ja gar nichts zu lesen irgendwie.
- 36:01Ja, wird viel über die Bilder erzählt in dem Film. Genau. Und ich meine,
- 36:05das ist ja auch sowas, was ja zum Teil auch an moderneren Filmen kritisiert
- 36:10wird, dass immer alles ausgesprochen werden muss, damit auch die Leute,
- 36:13die am Handy hängen, halbwegs alles mitbekommen. Ja, ja.
- 36:16Und da musste ich dran denken und dachte, ja, da ist schon auch irgendwie wahrscheinlich was dran. Ja.
- 36:22Ganz kurz zur Musik wollte ich noch sagen. Also, es gibt auf jeden Fall das Theme von Louise.
- 36:28Und ich glaube, die Christian, die Hauptfigur hat auch eins und das von Luis
- 36:33kommt mir persönlich so ein bis zweimal zu viel im Film vor.
- 36:36Ich finde, also man sieht das ja auch immer, wenn sie irgendwie mit dem Auto
- 36:41wohl lang fährt oder wenn sie irgendwo lang geht und da habe ich irgendwann
- 36:44so gedacht, jo, okay, Luis ist im Bild.
- 36:47Ich merke es auch ohne hinzugucken, aber insgesamt fand ich die Musik irgendwie
- 36:53cool, verstehe aber auch die Irritationen.
- 36:57Zum Cast, ich würde sagen, da beschränken wir uns auf die drei wichtigsten Figuren.
- 37:04Da haben wir den Pierre Brasseur in der Hauptrolle von dem Professor, von dem Arzt.
- 37:11Ist ein relativ etablierter französischer Schauspieler gewesen.
- 37:15Ich habe jetzt keine Lebens- und Sterbedaten rausgesucht, Chris. Falls du...
- 37:21Kennt man unter anderem aus Kinder des Olymp, Die Mausefalle oder Pforten der Nacht.
- 37:27Ich muss sagen, ich war da jetzt mit einem der Cast-Mitglieder vertraut,
- 37:32aber Pierre Brasseur kannte ich jetzt vorher auch nicht.
- 37:38Findet ihr nicht auch, dass der super modern aussieht in dem Film mit seiner Frisur und dem Bart?
- 37:44Also der hat ja so hochgestylte Haare, was für 1960 schon ungewöhnlich ist.
- 37:47So ein Mackie, so ein bisschen. Ja, aber schon gemacht. Also freiwillig sozusagen.
- 37:53Und auch sein Bart ist relativ modern. Ich war da sehr überrascht.
- 37:56Und das ist endlich mal jemand, der genauso eine tiefe Stimme hat wie ich.
- 38:00Also wenn der redet, der ist auch sehr tief und sehr bassig. Hat mir gut gefallen.
- 38:051972 verstorben. Okay.
- 38:09Dann haben wir in der zweiten Hauptrolle als Christian die Edith Skop,
- 38:16die arbeitete bereits vor diesem Film und auch danach noch mehrfach mit Franju zusammen.
- 38:23Und da gab es auch so eine Geschichte zu, dass er hat sie, glaube ich,
- 38:28als Statistin in einem Film gesehen und hat sich,
- 38:32auf eine platonische Art und Weise, was auch immer das genau heißt,
- 38:36auf jeden Fall so in sie verliebt und in ihre Schönheit und Unschuld, dass er sofort,
- 38:43mit dem Gedanken gespielt hat, dass sie halt perfekt für diese Rolle wäre von Christian.
- 38:48Und da reden wir auch gleich noch drüber, wie sie diese Rolle spielt,
- 38:55weil ein Großteil ihrer Darstellung ja sehr eingeschränkt ist,
- 38:58weil sie halt die meiste Zeit im Film eine Maske trägt.
- 39:03Da kommen wir später noch zu.
- 39:07Und dann haben wir Alida Valli, international relativ bekannte Schauspielerin,
- 39:12die den meisten von euch wahrscheinlich was sagen dürfte aus Argento Suspiria.
- 39:18Da hat sie eine der Akademiehexen gespielt. Und der dritte Mann.
- 39:24Bitte? Und der dritte Mann hat sie auch mitgespielt. Da hat sie auch mitgespielt, stimmt. Ja.
- 39:34Genau, und zu ihrer Figur, da kommen wir später auch noch mal.
- 39:36Ich finde, das ist irgendwie eine sehr ambivalente Figur.
- 39:41Aber ich sage noch nicht zu viel dazu, bevor wir überhaupt zum Inhalt gekommen sind.
- 39:46Vielleicht noch kurz vorab zur Produktionsgeschichte. Es gibt einen gleichnamigen
- 39:52Roman, der aber leider out of print ist, sonst hätte ich den natürlich auch gelesen.
- 39:59Das wäre so nice. Ja, habe ich nirgendwo bekommen, auch nicht irgendwie gebraucht.
- 40:06Gar nicht. Das ist ja krass. Also ich meine, das müsste ja, da kann doch eigentlich
- 40:11jemand Geld mitmachen. Warum bringt es dann keiner raus? Gibt es das irgendwo als Hörbuch?
- 40:16Wenn jemand von euch zu Hause kein Geld damit machen möchte und unseren beiden
- 40:20Bücherwürmern hier dieses Buch überlassen möchte, aber es leihen möchte,
- 40:23bitte einscannen. Nein, wir nehmen auch das Original natürlich.
- 40:28Nee, genau. Also es ist eine Adaption von einem,
- 40:33Roman, den ich leider nicht lesen konnte. Der Produzent,
- 40:38Jules Bocon wollte einen wirkungsvollen französischen Horrorfilm produzieren,
- 40:44weil, das haben wir eben schon angedeutet, es außer die teuflischen von 1955,
- 40:51noch nicht so wirklich viel gab in Frankreich.
- 40:55Und er da so ein bisschen rüber geschielt hat zu den britischen Hammerfilmen
- 41:01und sich gedacht hat, es gibt schon einen großen Markt für körperliches,
- 41:06explizites Horrorkino.
- 41:09Und das wollte er jetzt so ein bisschen nach Frankreich holen.
- 41:13Aber er wollte keine Probleme mit Zensur oder mit internationalen Märkten und
- 41:19hat deswegen schon vorab, bevor es überhaupt losging mit der Produktion des
- 41:24Films, so ein paar Vorgaben gemacht.
- 41:27Und zwar wollte er, dass nicht viel Blut im Film zu sehen ist.
- 41:32Er wollte keine Tierquälerei im Film. Und er wollte ja nicht so den stereotypischen Mad Doctor, um,
- 41:41Probleme mit dem deutschen Markt, so angesichts der jüngeren Geschichte medizinischer
- 41:46Verbrechen in Deutschland, zu riskieren.
- 41:51Ich finde, wenn man das so hört, denke ich mir erstmal so für einen Filmemacher
- 41:54ja eigentlich total blöd, wenn man im Vorhinein schon so Vorgaben hat,
- 41:59du das, dies nicht und das nicht.
- 42:01Aber Franju hat später erklärt, dass diese Verbote seine Fantasie eigentlich
- 42:07eher angeregt hätten. Also er hat das sehr entspannt genommen.
- 42:12Würdet ihr sagen, der Regisseur hat sich an die Vorgaben gehalten,
- 42:18wenn ihr jetzt so den Film euch angeschaut habt? Vielleicht André zuerst.
- 42:25Ich, größtenteils würde ich fast sagen schon.
- 42:34Ja, also gerade was die, was die, weil du meintest, also war das explizit auf
- 42:38Deutschland bemünzt mit dem bisschen so zurückhaltende Explizität, ja?
- 42:45Also das ist das, was ich gelesen habe, dass man jetzt halt nicht,
- 42:50in Anführungszeichen einfach so ein Nazi-Arzt. Ja, okay, aber eher wegen Geschichte
- 42:57und nicht wegen Jugendschutz und so. Nee, nee, wegen Geschichte.
- 43:01Also ja, ich finde, natürlich hat es so eine gewisse Frankenstein-Ästhetik,
- 43:08so ein Doktor, der halt da irgendwie
- 43:10an Frauen, also beziehungsweise überhaupt an Körpern rumschneidet,
- 43:13Dinge transplantiert, austauscht, etwas zum Leben erweckt, sag ich mal,
- 43:17oder wieder zum Leben erweckt oder zusammensetzt.
- 43:19Aber es hat keine typischen Motive, würde ich sagen, die man jetzt ableiten
- 43:25kann. Also da steckt jetzt kein Wolfenstein drin oder sowas, was man sagen könnte.
- 43:30Also ich finde, das hat keine Motive. Also er ist natürlich irgendwie...
- 43:35Ein verrückter Arzt, aber ich finde jetzt nicht, dass man daraus was ableiten kann.
- 43:40Ist irgendwie nicht so rassisch begründet. Genau, es ist nicht rassisch begründet.
- 43:44Es ist nicht, dass er irgendwas erzählt von, ich darf nur weiße Frauen nehmen oder sonst irgendwas.
- 43:49Also ich finde schon, dass er das nicht im Film spürt.
- 43:54Aber hätte ich jetzt von, also ich finde aber auch nicht, dass es jetzt auffällt,
- 43:58dass es das explizit auslässt oder so, sondern es ist eher so spürbar,
- 44:03dass sie da keinerlei Motive aufmachen, die darauf irgendwie die Rückschlüsse ziehen.
- 44:07Aber wie gesagt, wenn das eine Vorlage war irgendwie, dann würde ich sagen,
- 44:13hat das auf jeden Fall vermieden, ja.
- 44:15Ja, also wir kommen später noch zu ein, zwei Szenen, wo ich das Gefühl habe,
- 44:20dass das Thema Nazi-Verbrechen da schon explizit eigentlich angedeutet, explizit angedeutet.
- 44:26Das ist ein bisschen doppelt gemoppelt. Aber wo ich das Gefühl habe,
- 44:29es wird angedeutet. Das wird schon angedeutet, okay.
- 44:32Genau. Aber kommen wir später noch mal zu. Also das Einzige,
- 44:35wo ich sagen würde, ist halt wirklich diese die Atmo plus dieser Hundezwinger.
- 44:40Also es hat irgendwas martialisches, finde ich halt. Also dass er an Tieren
- 44:44experimentiert, eine Sache.
- 44:46Aber dieser Hundezwinger, also es ist ja auch nicht, dass er da einen Hund hält,
- 44:48sondern diese ganze Reihe aufgereiht.
- 44:51Das hat irgendwas martialisches. Das geht so fast in die Richtung.
- 44:55Also der dann vielleicht doch so ein bisschen, da muss ich zwangsweise so an
- 44:59Human Centipede-Dr. Dr. Heiter denken, so ein bisschen irgendwie.
- 45:02Das könnte bei dem genauso rumstehen irgendwo. Das vielleicht so ein bisschen, ja.
- 45:07Ja, also ich würde tatsächlich sagen, dass ich auch nicht das Gefühl habe, dass es dem Film fehlt.
- 45:14Also die ganzen Sachen, die jetzt, die du genannt hattest, habe ich eher das
- 45:19Gefühl, dass der Film wahrscheinlich deswegen auch auf einer inhaltlichen Ebene,
- 45:24finde ich, sehr, sehr gut gealtert ist.
- 45:27Und ich glaube, das liegt wahrscheinlich unter anderem auch daran,
- 45:30das war wahrscheinlich damals nicht unbedingt die Intention, aber,
- 45:35ich finde nicht, dass es fehlt und würde sagen, er hat sich da schon gut dran
- 45:39gehalten und jetzt weiß man natürlich nicht, wie blutig hätte der Film noch
- 45:43werden können, was war da irgendwie das Limit, was hatten die befürchtet, was da gemacht wird.
- 45:49Aber auch da würde ich sagen, es ist vollkommen ausreichend für mich so,
- 45:54wie es ist und Und nach meinem Verständnis hat er sich grob dran gehalten.
- 46:00Wobei die Frage halt wegen zum Beispiel Tiere quälen, ob einen großen Schäferhund
- 46:04in einem kleinen Zwinger zu halten nicht schon Tierquälerei ist,
- 46:08ob eine andere ist, eigentlich schon, aber,
- 46:11es werden jetzt keine Hunde irgendwie mit Füßen getreten oder so.
- 46:18Chris, du darfst heute mal was machen, was du sehr selten machst.
- 46:21Du darfst uns jetzt erzählen, wie der Film anfängt.
- 46:24Ja, und das ist natürlich besonders gemein. Warum?
- 46:29Weil das natürlich der Film ist, also es gibt keinen anderen Film,
- 46:33zumindest keinen, den ich kenne, in dem häufiger mein Name gesagt wird, als in diesem Film.
- 46:40Ach, wen Christian? Weil sie zwar natürlich, wenn wir es auf Deutsch haben würden,
- 46:43heißt sie natürlich Christian, aber auf Französisch wird es ja Christian ausgesprochen.
- 46:48Und, ähm, ja. Laura, ich hoffe, du hast jedes Mal die Namen komplett ausgeschrieben.
- 46:54Ich hoffe, du hast die Chance zur Revanche genutzt.
- 46:57Nee, ich wollte Chris nur die Chance geben, dass er jetzt auch mal eine Inhaltsangabe,
- 47:03rezipieren kann.
- 47:07Eine Frau namens Louise transportiert nachts die Leiche einer jungen Frau und
- 47:11wirft sie in einen Fluss. Der renommierte Chirurg Professor Genissier identifiziert
- 47:15die Tote anschließend gegenüber der Polizei, als seine Tochter Christiane,
- 47:19die angeblich nach einem Autounfall verschwunden ist.
- 47:22Tatsächlich lebt Christiane versteckt im abgelegenen Haus ihres Vaters.
- 47:26Ihr Gesicht wurde bei dem Unfall schwer entstellt und sie trägt eine nahezu
- 47:29ausdruckslose weiße Maske.
- 47:31Genissier fühlt sich für den Unfall verantwortlich und versucht verzweifelt,
- 47:35das Gesicht seiner Tochter durch Hauttransplantation wiederherzustellen.
- 47:38Louise lockt dafür junge Frauen in das Haus, indem Genissier ihre Gesichter
- 47:44chirurgisch entfernt und auf Christiane transplantiert.
- 47:48Genau, zu der Anfangsszene, da sehen wir ja Luis im Auto und ich fand die Szene
- 47:55irgendwie ganz cool, weil wenn man noch nichts weiß über den Film,
- 47:59dann wird hier so ein bisschen mit Erwartungen gespielt, also Luis wird verfolgt,
- 48:04man sieht so Scheinwerfer im Hintergrund und man fragt sich so,
- 48:07okay, droht der irgendwie Gefahr?
- 48:09Wir sehen so eine vermummte Person auf dem Rücksitz, wo wir nicht wissen, was mit der los ist.
- 48:16Das fand ich irgendwie ganz cool. Und dieser nervöse Blick in den Rückspiegel
- 48:20hat mich dann auch krass am Psycho erinnert.
- 48:23Fand ich irgendwie schon interessant, dass das in beiden Filmen so drin ist.
- 48:29Wie hat euch die Szene so als Einstieg gefallen?
- 48:34Ich bin dem ja komplett auf den Leim gegangen. ich erlaube mir mal die ersten
- 48:39Worte dazu zu verlieren, weil ich den Film ja zum ersten Mal gesehen habe,
- 48:43das komplette die kompletten ersten 20 Minuten bin ich dem Film wirklich auf
- 48:47den Leim gegangen das war für mich dann doch so sehr gut,
- 48:50okay, wow dachte ich, das ist aber wendungsreich und progressiv okay,
- 48:56also das hat das ging mir tatsächlich so, also bei mir hat das erstaunlich funktioniert,
- 49:00ich hab das nicht durchschaut,
- 49:02guck mal und jemandem, der so viele Filme guckt wie du, ich finde das Das ist
- 49:05ein Qualitätsblendmal.
- 49:07Und dann noch halt bei einem Film, der.
- 49:1066 Jahre alt ist, ist das schon bemerkenswert und spricht ja für die Qualität
- 49:15des Films. Also da war ich wirklich, also da war ich baff. Hm.
- 49:21Ich habe es jetzt eben, André hatte den schon mal gesehen, Theresa,
- 49:24du auch. Ja, ich hatte den auch schon gesehen, aber ich habe ganz wenige Erinnerungen
- 49:29nur noch gehabt. Okay. Genau.
- 49:33Und ich wusste auf jeden Fall, hatte noch im Kopf so, dass das nicht so ist,
- 49:38wie es scheint, also dass die Frau keine Unschuldige ist. Aber ich war dann
- 49:43trotzdem auch so, warte mal, schläft die Person auf dem Rücksitz oder ist die tot?
- 49:48Ist sie betrunken? Habe ich irgendwie auch mal. Genau, dann irgendwann relativ
- 49:51schnell wird dann ja auch klar, okay, ja doch, sie ist tot.
- 49:55Beziehungsweise, was heißt relativ schnell? Eigentlich gar nicht relativ schnell.
- 49:58Ich finde, das ist eine Szene, die sich unfassbar viel Zeit lässt, ähm.
- 50:04Um diese Spannung halt eben aufzubauen. Man bemerkt schon von vornherein,
- 50:08okay, die Louise, die ist irgendwie so ein bisschen ist ein bisschen nervös.
- 50:12Man fragt sich so, warum eigentlich? Und auch, dass die Person auf dem Rücksitz,
- 50:18die sehen wir erst relativ spät und mag den Aufbau der Szene tatsächlich auch sehr.
- 50:24Würde man heute Slow Burn nennen.
- 50:27Ja. Ja, ich find's auch, dass die Szene die lässt halt erstmal keine Rückschlüsse
- 50:33zu, weil die dich so reinwirft,
- 50:36mitten rein, du kennst keine Figur, du weißt nicht, wer hier was macht,
- 50:40du checkst ja auch erstmal gar nicht, dass die, die fährt, quasi eine Täterin
- 50:44ist, weil sie halt sich selber ja so,
- 50:47verfolgt anstellt und das selber so nervös ist, du weißt nicht,
- 50:51wer hinten sitzt, gehören die zusammen, sind die gemeinsam auf der Flucht oder
- 50:54du kennst keinerlei Zusammenhänge und das finde ich auch nicht spannend und
- 50:58ist halt total, die kannst du voll überanalysieren,
- 51:01und erfährst ja dann wirklich erst dann,
- 51:04später Stück für Stück was da auch getrieben wird.
- 51:06Aber dass du gleich so reinfällst in den Film und quasi ja die Handlung läuft ja schon.
- 51:14Also es gibt keinen riesen langen Aufbau erst mal, wie alles passiert und dann
- 51:17geht's los, sondern du bist ja quasi schon mittendrin in der Menschenjagd von
- 51:21Louise für den Professor und du weißt es halt überhaupt nicht.
- 51:24Das ist halt schon geil gemacht, auf jeden Fall.
- 51:27Nur halt ein Tag für die Musik, wo du denkst so, hä? Haben die zum Zirkus jetzt?
- 51:32Genau, was passiert denn hier so? Also das alles zusammen macht es schon sehr
- 51:35weird und du hast, glaube ich, echt kaum Chance, das gleich zu verstehen, was da abgeht.
- 51:40Ja, dann sehen wir als nächstes ja, wie der Professor so einen Vortrag hält
- 51:46über Transplantation von Haut und das vor einem sehr illustren Publikum.
- 51:55Also ich glaube, man sieht so an der Kleidung, dass das irgendwie sehr reiche
- 51:59Leute sind, vor denen er da spricht. und,
- 52:03Ich finde, man kann diese Szene irgendwie ganz leicht so übersehen,
- 52:06weil da jetzt eigentlich nicht so viel passiert.
- 52:08Aber ich habe im Nachhinein das Gefühl gehabt, dass es eigentlich eine perfekte
- 52:12Einführung der Figur von dem Professor Genesier ist.
- 52:18Weil man da irgendwie so zwischen den Zeilen sehr viel rauslesen kann,
- 52:21was er so für ein Verständnis von sich als Chirurg hat.
- 52:27Und dass er sich schon auch irgendwie sehr erhaben fühlt. Und das hat mir irgendwie
- 52:32auch richtig gut gefallen. Kriegst du nix? Ging es dir da ähnlich?
- 52:36Ja, also man merkt ja schon hier und später dann natürlich noch deutlicher,
- 52:41dass er einen Status hat, den er sich sicherlich erarbeitet hat,
- 52:46ganz klar mit seiner Arbeit.
- 52:48Aber das ermöglicht ihm, das, was er tut, was wir gleich, gut,
- 52:54ich habe es eben schon erzählt, was er tut in der Inhaltsangabe,
- 52:56Also das, was er tut, durchzuführen.
- 53:00Eigentlich ohne große, na gut, ist ja Quatsch, er unternimmt ja schon große
- 53:05Anstrengungen, das geheim zu halten.
- 53:07Ich meine, die Beerdigung seiner eigenen Tochter zu inszenieren zum Beispiel
- 53:11und so eine Sache, das ist ja schon sehr viel Aufwand und auch sehr viel,
- 53:14wie sagt man, wie ist das deutsche Wort dafür, man braucht dafür sehr viel Aufwand.
- 53:19Um sowas zu machen. Schneid? Nee, nicht schneid.
- 53:26Also eine schlechte Eigenschaft, also eine positiv schlechte Eigenschaft,
- 53:28sowas wie... Was ist denn das englische Wort? Nee, das weiß ich auch nicht.
- 53:34Was ist denn das deutsche Wort von so, als wüsstest du das englische Wort?
- 53:36Ja, ich dachte, das kommt da nicht so blöd rüber, wenn mir das deutsche nicht
- 53:39einfällt, aber mir fällt es gar nicht ein.
- 53:41Man braucht ganz viel, nicht schabernack, wie heißt denn das Wort?
- 53:44Man braucht ganz viel, also so eine Art, so ähnlich wie hinterlistig sowas in
- 53:47Art, so eine List braucht man sozusagen, sagen, um das so durchzuführen und
- 53:51die Leute hochzustapeln. Wiederträchtigkeit?
- 53:55Nee, nee, das ist ausnahmsweise nicht das.
- 54:00Aber genau, und er kommt mit allem durch, weil er diesen Status hat und die
- 54:04Leute ihn nicht verdächtigen und nimmt. Also es gibt ja diese Szene,
- 54:09auf die du bestimmt gleich noch zu sprechen kommst, als er dort beim Leichenschauhaus ist.
- 54:14Das ist jetzt der nächste Punkt, genau. Genau, dann hebe ich mir das noch auf,
- 54:17aber das ist das Paradebeispiel dafür, was sich hier schon andeutet.
- 54:22Genau, also es wird eine Leiche gefunden und die Beschreibung passt auf Christian,
- 54:27auf die Tochter, die als vermisst gemeldet wird von dem Professor und aber auch auf,
- 54:34ein anderes Mädchen namens Simone Tessot, das auch vermisst gemeldet wurde.
- 54:39Und es werden jetzt beide Väter quasi benachrichtigt, dass sie zur Identifizierung,
- 54:45in die Leichenhalle kommen sollen.
- 54:47Und der Professor darf aber natürlich, was heißt natürlich, er darf zuerst rein.
- 54:52Und auch das ist, glaube ich, Ausdruck seines Status. Also so habe ich es im Film gelesen.
- 54:59Gerissenheit, ist das ein Wort? Verschlagenheit.
- 55:03Wenn jemand gerissen ist, doch. Das passt doch zu ihm, ne? So ein Schlitzohr. Ja, ein Schlitzohr.
- 55:09Das ist das Ohr. Schlitzohr passt. Sehr gut, Theresa. Ja, sehr gut.
- 55:13Das ist auch ein geiles Wort. Schlitzohr ist er.
- 55:18Ja, so und der darf jetzt zuerst rein, schaut sich die Leiche an und sagt,
- 55:24jo, das ist meine Tochter und der andere Mann darf,
- 55:29deswegen gar nicht mehr rein, weil die Leiche ist ja identifiziert und ja,
- 55:36Wir wissen das jetzt zu dem Punkt im Film ja eigentlich noch nicht bei der Erstsichtung.
- 55:43Darum finde ich meine Frage jetzt im Nachhinein auch ziemlich dumm,
- 55:45die ich euch als nächstes stellen wollte. Obwohl, ja, passt eigentlich trotzdem.
- 55:51Hattet ihr Mitleid mit dem anderen Mann, der jetzt wahrscheinlich niemals erfahren
- 55:56wird, was mit seiner Tochter passiert ist?
- 55:58Weil, also wenn man den Film kennt, dann weiß man ja von Anfang an,
- 56:02der sagt einfach nur, ist seine Tochter.
- 56:05Ist sie ja nicht, ist ja die andere. Es ist halt super gespielt,
- 56:10finde ich. Erstmal von, ich hab grad seinen Namen von Brunesseur, nee, wie ist er das?
- 56:14Pierre Brasseur. Weil ich hab ihm das halt wirklich abgekauft,
- 56:18bei der Leichenobduktion, wie er auch mit den anderen Leuten so geredet hat,
- 56:21weil auch da kennt man das von vielen Filmen, dass hier schon so entweder mit
- 56:25Musik oder dann gibt's mal so eine Kamerafahrt auf dem Gesicht, die so entlarven soll.
- 56:30Na, ob das so stimmt, was der da erzählt, machen sie hier gar nicht.
- 56:33Nach links oben oder so, oder? Genau, genau so. Irgendwas, was ihn verdächtig
- 56:36macht und das machen die hier gar nicht. Deswegen habe ich das komplett geglaubt.
- 56:39Und ich dachte auch so, als er dann draußen mit dem eigentlichen Vater dieses
- 56:45Todesopfers dort spricht und dann noch zu ihm sagt, naja, sie können ja wenigstens noch hoffen.
- 56:51Ja, stimmt. Ja, stimmt.
- 56:54Und als dann die Wahrheit rauskriegt, das ist, nee, ich bin komplett gegangen.
- 56:57Unerhört. Ja, das ist schon richtig krass.
- 57:00Schlitzohr. Ja, ich finde, dafür ist Schlitzohr schon ein bisschen zu wenig
- 57:04irgendwie bei Schlitzohr, denke ich an. Ein ausgekochtes Schlitzohr.
- 57:10Ja. Und dann gehen wir jetzt so zu Louise rüber und sehen, die ist wieder unterwegs
- 57:18und die, also ich würde jetzt sagen, die ist auf Beute fangen,
- 57:22aber auch das können wir ja noch nicht so richtig zuordnen.
- 57:25Zu diesem Zeitpunkt des Films findet ihr Louise creepy.
- 57:32Vielleicht André zuerst. Ich weiß nicht, ob creepy das richtige Wort für sie ist.
- 57:41Aber sie hat schon was so was grausam Bedächtiges.
- 57:47Sie ist so, die wirkt so abgeklärt in ihrer Sache.
- 57:50Also zwar, man sieht ja in der ersten Szene schon, dass sie ja trotzdem auch,
- 57:54wenn es mal brenzlig wird oder so, dass sie natürlich eine gewisse Verfolgung
- 57:58paranoid ist, einfach durch die Geschehnisse, was sie da macht.
- 58:01Aber wenn sie halt agiert, macht sie das halt immer so, ohne mit der Wimper zu zucken.
- 58:06Also sie findet halt die Frauen, holt sie halt ins Auto und macht das ohne zu
- 58:11zögern und zieht das halt durch.
- 58:13Und das, finde ich, macht sie vielleicht creepy oder beziehungsweise macht sie
- 58:17halt so undurchschaubar und so.
- 58:20Es macht mich auf jeden Fall fettig, dass sie das scheinbar kalt zu lassen scheint, lange Zeit.
- 58:27Und das finde ich bei der so eklig irgendwie, dass sie das halt einfach macht, ohne Scham, ohne...
- 58:34Ja, vor allem habe ich mich bei ihr auch gefragt, warum macht sie es?
- 58:37Also er schlägt sie ja auch einmal, vielleicht hat sie auch einfach Angst vor
- 58:41ihm und macht es deshalb, aber das wäre so das einzige Motiv.
- 58:45Aber das erfahren wir ja noch, warum sie das macht.
- 58:48Habe ich da nicht aufgepasst ich würde das jetzt ein bisschen vermuten, Theresa, weil sie,
- 58:55also wir erfahren dass der Professor auch ihr Gesicht chirurgisch bearbeitet
- 59:01hat, sie hatte auch einen, ich weiß nicht ob einen Unfall, aber auf jeden Fall
- 59:04hat er sie operiert und hat ihr Gesicht gerettet,
- 59:08darum hat sie immer diese Perlenkette an und darunter sieht man noch die Narbe
- 59:13und deswegen hat sie halt so eine krasse Loyalität und so eine unterwürfige
- 59:18Dankbarkeit diesem Professor gegenüber. Okay, dann habe ich tatsächlich nicht aufgepasst.
- 59:24Und ich fand ihre Figur gerade darum irgendwie so interessant,
- 59:29weil ich finde, für mich hat sie schon auch was sehr Bedrohliches.
- 59:35Und gleichzeitig ist sie aber irgendwie selbst auch ein Opfer von diesem Professor,
- 59:42und wird aber trotzdem auch selber zur Täterin. Und irgendwie fand ich das.
- 59:48Ohne dass das so klar ausgesprochen wird, ich glaube, das ist etwas,
- 59:53was in einem modernen Film, das würde ausformuliert werden, da würde dann gesagt
- 59:58werden, ja, du warst erst selbst ein Opfer und jetzt bist du zur Täterin geworden.
- 1:00:02Der Film erzählt uns das, ohne irgendwie so draufzudrücken die ganze Zeit.
- 1:00:07Das hat mir irgendwie richtig gut gefallen.
- 1:00:11Und ich finde sie auch Alida Walli in der Rolle, ich finde sie extrem gut gecastet
- 1:00:15dafür und finde auch ihre Darstellerleistung ziemlich gut insgesamt im Film von allen.
- 1:00:26Aber es ist mir bei ihr auch mehrfach aufgefallen, dass ich so dachte,
- 1:00:29ja, bin ich sehr überzeugend.
- 1:00:32Ja, finde ich auch. Und halt auch, dass die Perlenkette wird ja eigentlich im
- 1:00:36Grunde auch nur Thema in der Ermittlung.
- 1:00:39Ja. Und das ist auch nochmal ein subtiler Hinweis darauf, Frau Morgan,
- 1:00:41wie du sagst, es gibt kein Dialog darüber, so ganz explizit.
- 1:00:45Das ist einfach, das wird halt einfach erzählt und du nimmst es halt wahr.
- 1:00:49Das kannst du aufschnappen, aber eben auch verpassen, wie Theresa das zeigt.
- 1:00:55Aber es wird halt nicht explizit auserzählt, genau. Aber es wird halt genug
- 1:00:59angedeutet und du erfährst es halt im Beisatz.
- 1:01:04Ja, dann ist die nächste Szene, sind wir auf der Beerdigung und auch das fand
- 1:01:07ich sehr bemerkenswert.
- 1:01:09Wir sehen, wie der Professor mit Luis und dem Verlobten von Christian,
- 1:01:16der anscheinend so als Nachwuchsarzt bei ihm auch arbeitet, die stehen halt am Grab,
- 1:01:23und es wird jemand beerdigt, es sieht so aus, als wäre es seine Tochter.
- 1:01:28Chris, hast du zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich auch immer noch an gedacht.
- 1:01:32Und ich fand so krass, er steht am Grab und alle Gäste kondolieren und schütteln
- 1:01:40ihm die Hand und ich finde das so krass, wie gut er das spielt.
- 1:01:44Er spielt es wie ein trauernder Mensch, der jetzt wirklich in so einen,
- 1:01:50Maschinen-Funktionier-Modus übergegangen ist. Ich muss allen irgendwie höflich
- 1:01:54die Hand schütteln, obwohl meine Welt gerade zusammengebrochen ist.
- 1:01:58Ich finde es wirklich on point gespielt von ihm, fand ich richtig gut.
- 1:02:02Vor allem hat er auch, man denkt ja auch noch, er hat ja seine eigentliche Frau auch verloren schon.
- 1:02:06Genau, das erfahren wir auch in einem Dialog, glaube ich, von Beerdigungsgästen,
- 1:02:11dass die ein paar Monate oder Jahre vorher auch verstorben sind.
- 1:02:14Ich glaube vier Jahre, oder? Vier Jahre, genau.
- 1:02:17Und das macht es ja dann aus meiner Erstsichtungssicht natürlich noch tragischer, was er durchlebt.
- 1:02:23Also das ist schon gut gemacht, muss man schon sagen.
- 1:02:27Ja, und dann kehren wir nach der Beerdigung mit Luis und dem Professor in die
- 1:02:32Villa ein, wo jetzt der Großteil des restlichen Films dann auch spielen wird.
- 1:02:38Und ja, das Setting ist halt, ich finde es schon auch bemerkenswert,
- 1:02:42also die Villa ist quasi das Wohnhaus,
- 1:02:45wo der Professor lebt und direkt daneben ist die Klinik, wo er arbeitet und
- 1:02:51das ist dann umgeben von einem großen Grundstück mit einem See,
- 1:02:56von Wald umringend es gibt ein imposantes Einfahrtstor und die Villa hat schon
- 1:03:03auch echt was von einem Gothic-Schloss das fand ich,
- 1:03:07irgendwie schon schön das ist irgendwie so ein Element, was ich nicht in der
- 1:03:13Nähe von Paris so erwarten würde, aber es ist da.
- 1:03:18Wie fandet ihr das Setting? So konntet ihr damit was anfangen oder fandet ihr
- 1:03:21das eher vergessenswert?
- 1:03:27Ich finde, es passt vom Weib her total gut da rein.
- 1:03:31Also, ich hätte mich jetzt auch eher gewundert, wenn der jetzt irgendwie in
- 1:03:35so einer, weiß ich nicht, in so einem Keller, okay, wir sind dann ja auch in
- 1:03:38einem Keller, aber halt in so einem Kellerloch wirklich arbeiten würde.
- 1:03:43Weil, wie wir ja schon gesagt haben, er ist ja auch einfach ein renommierter
- 1:03:46Mensch, ein renommierter Mann von Welt, der natürlich schön leben und arbeitet.
- 1:03:52Das ist ja irgendwie ganz klar. Standesgemäß.
- 1:03:54Genau. Und von daher fand ich das irgendwie passend. Und...
- 1:04:00Und jetzt entsprechend auch nicht negativ, aber jetzt eben auch nicht,
- 1:04:04dass ich dachte, oha, wow, was ist das denn? Das habe ich ja noch nie gesehen.
- 1:04:08Aber einfach fand ich ein passendes Setting dafür, ja.
- 1:04:12Ja. Ich finde so, der Scope des ganzen Anwesens wird auch nie so richtig klar.
- 1:04:17Also es ist irgendwie klar, dass es zwei Gebäude sind, die auch groß sind,
- 1:04:21aber ich finde, man bekommt nicht so ein richtiges Gefühl, wie groß das wirklich
- 1:04:26ist, weil man oft nur Eingänge sieht.
- 1:04:29Man sieht einmal, wie er ja, wenn er später mal da gestört wird von den Inspektors
- 1:04:33da, dann geht er einmal raus, man sieht, dass er ein Stück laufen muss durch
- 1:04:35einen Waldweg entlang bis zum anderen Gebäude, dass das schon irgendwie nebeneinander irgendwie ist.
- 1:04:39Aber ich finde, es gibt ja keine Totale, wo man mal irgendwie sieht,
- 1:04:42dass das irgendwie alles Riesengebäude sind.
- 1:04:44Deswegen, ich finde, man bekommt nicht so 100 Prozent die einen das Gefühl.
- 1:04:48Wie groß das alles wirklich ist.
- 1:04:50Aber es ist halt auf jeden Fall ein bisschen versteckter, jetzt nicht komplett
- 1:04:53irgendwo abschüssig, aber es ist ein bisschen versteckter am Wald und es sind
- 1:04:57auf jeden Fall zwei größere Gebäude und man merkt dann schon,
- 1:04:59okay, wenn die ihm auch gehören, er ist reich, er hat Geld,
- 1:05:04er ist jemand und eben auch, dann glaube ich auch, dass er da so ein bisschen ungestört sein kann.
- 1:05:10Also auch, dass dann die Klinik nochmal ein Stück weg ist von dem von der Villa,
- 1:05:15wo Experimente durchführt, dass da jetzt nicht ständig Leute vorbeilaufen,
- 1:05:17das ist glaubwürdig rübergebracht und inszeniert, finde ich.
- 1:05:22Ich finde, es ist entfernt sich trotzdem von diesem britischen Gothic,
- 1:05:28den die Hammer Studios oft in ihren Firmen hatten, weil es trotzdem hier.
- 1:05:33Ja, es wirkt vielleicht so vom Äußeren her gothisch, aber es ist sehr leer.
- 1:05:41Es ist sehr clean und steril, wie das vielleicht auch zu einem Chirurgen passen würde.
- 1:05:49Von der Einrichtung im Wohnhaus findest du?
- 1:05:53Ich fand es sehr leer. Generell die Kulissen erstaunlich leer,
- 1:05:56wenn ich das jetzt vergleiche. Es ist sehr Beton, sehr viel Betonlast. Es ist sehr kalt.
- 1:06:01Ja, und das hat, da würde ich sagen, unterscheidet sich der Film jetzt schon
- 1:06:05deutlich von eben Hammer Studios zum Beispiel. Es ist eine andere Art von so
- 1:06:10einem Anwesen, finde ich, als wir es gewohnt sind.
- 1:06:13Voll, ich finde auch dadurch, dass im Keller von diesem Gothic-Schloss,
- 1:06:20für die Zeit ein hochmoderner OP-Saal ist, ist es ja auch schon so ein bisschen
- 1:06:26aufgehebelt dieses, du denkst, du bist wo, das kennst du schon aus vielen Horrorfilmen,
- 1:06:31aber eigentlich ist es so ein Schritt,
- 1:06:33in die Moderne aus dem Gothic-Schloss raus.
- 1:06:37Ja, in Minute 21 hat Chris dann erfahren, dass Christian noch lebt.
- 1:06:45Ja, und dass sie entstellt ist in Anführungszeichen durch einen Autounfall,
- 1:06:51den ihr Vater verursacht hat.
- 1:06:55Es wird nicht genau eruiert, aber es kommt so rüber, dass er,
- 1:07:01durch das Fahren das verursacht hat. Und natürlich darf jetzt keiner wissen,
- 1:07:05dass sie noch lebt, auch nicht ihr Verlobter.
- 1:07:09Und deswegen ist sie unschuldig, eingesperrt in dieser Villa.
- 1:07:15Und das wird auf der Bildebene auch sehr schön direkt gespiegelt mit weißen
- 1:07:20Tauben, die in einem goldenen Käfig sitzen.
- 1:07:23Das fand ich auch sehr ... Also da muss man nicht besonders viel Transferleistung
- 1:07:28bringen. Es ist schon, könnte man jetzt auch sagen, vielleicht ein bisschen
- 1:07:31platt, aber ich fand es irgendwie auch sehr passend.
- 1:07:35Wie geschockt warst du, Chris? Ich war total geschockt. Einerseits fand ich
- 1:07:40es im Nachhinein schade, schon fast, dass die Auflösung so früh kam.
- 1:07:46Ich hätte bestimmt mich noch ein bisschen länger an der Nase durch die Manege
- 1:07:50ziehen lassen, bin ich mir sicher,
- 1:07:53weil der Film für mich danach tatsächlich schon nachlässt etwas,
- 1:07:57deswegen fand ich es ein bisschen schade, aber ich war,
- 1:08:01also wenn ich jetzt sage schockiert, meine ich das wirklich ohne humorvollen
- 1:08:04Unterton, ich war wirklich schockiert und dachte mal, das ist mal ein Twist, also dass ich dir,
- 1:08:10ja, habe ich ja vorhin schon gesagt, dass ich dem so auf den Leim gehen,
- 1:08:13hätte ich nicht gedacht, aber das ist ja immer das Schöne daran,
- 1:08:15wenn man wirklich komplett ohne Vorwissen manchmal so weggegrätscht wird von
- 1:08:20seinem Film und das hat hier sehr gut funktioniert.
- 1:08:22Also das, ich habe natürlich schon geahnt aufgrund des Postes,
- 1:08:26da muss ja irgendwas kommen, aber nicht in welcher Konstellation und das war,
- 1:08:31fand ich echt cool. Schöner Twist.
- 1:08:35Sehr gut. Jetzt kommen wir so ein bisschen zu dem Thema emotional mitfühlen
- 1:08:39und so, weil wir sehen ja, dass die Christiane sehr, sehr traurig ist.
- 1:08:44Die hat ja quasi ihre eigene Todesanzeige gesehen und es ist noch nicht so ganz
- 1:08:50klar, wie viel sie wirklich mitbekommt, was ihr Vater und die Luise da treiben.
- 1:08:56Aber ich glaube, sie hat ein sehr, sehr ungutes Gefühl und fühlt sich sehr unfrei in ihrer Situation.
- 1:09:05Fandet ihr es schwieriger, mit ihr mitzufühlen, weil wie sie die erste Zeit,
- 1:09:12sieht man ja eigentlich immer nur ihren Hinterkopf.
- 1:09:14Und dann sehen wir sie die meiste Zeit mit dieser ausdruckslosen Maske.
- 1:09:19Hat das irgendwie an eurer Beziehung zu der Figur was gemacht?
- 1:09:25Also ich habe von Anfang an sehr mit ihr mitgefühlt, weil sie ja auch wirklich,
- 1:09:31ziemlich klar einen Todeswunsch ja auch äußert und formuliert oder so eine Verzweiflung zumindest.
- 1:09:38Ich weiß nicht, ob von Anfang an auch den Todeswunsch, aber später sagt sie das sehr explizit.
- 1:09:46Und da hat mir echt irgendwie so das Herz geblutet, wo ich dachte ja,
- 1:09:49ach Mensch, die Arme, die ist auch in einer Scheißsituation,
- 1:09:52weil selbst wenn der das hinbekommt, ihr Gesicht wieder zu richten,
- 1:09:57also das muss ja trotzdem irgendwie alles erstmal erklärt werden und kann nicht
- 1:10:01einfach sagen, ach, ups, hier bin ich wieder und also so die Perspektive für
- 1:10:06sie ist ja auch so oder so total kacke irgendwie und,
- 1:10:10auch wenn wir ja in der Sequenz dass sie ja auch wirklich noch,
- 1:10:15also eigentlich fast nur auf dem Bett liegend sehen, mit dem Kopf nach unten.
- 1:10:19Alleine das ist irgendwie so eine Pose, die natürlich zweckmäßig ist,
- 1:10:23damit wir ihr Gesicht nicht sehen.
- 1:10:24Aber ich glaube, jeder lag auch schon mal genau so einfach mit dem,
- 1:10:28auf dem Bauch, mit dem Kopf ins Kissen gedrückt und alle Viere von sich gestreckt
- 1:10:32auf dem Bett und hat sich einfach nur fürchterlich gefühlt. Und ich hatte das
- 1:10:35gar nicht, dass ich nicht mit der mitfühlen konnte. Sie tat mir unendlich leid.
- 1:10:40Ging mir auch so, aber ich hatte eben bei Chris so ein bisschen die Vermutung,
- 1:10:44von der Erzählung her, dass du da nicht ganz so berührt warst.
- 1:10:49Ja, was aber an der Inszenierung liegt tatsächlich, also mit der Figur selbst,
- 1:10:54habe ich natürlich in dem Sinne Mitleid von der bloßen Situation,
- 1:11:00die auf dem Papier geschrieben steht,
- 1:11:02aber nicht von dieser Inszenierung,
- 1:11:06obwohl es ja eigentlich funktionieren müsste, weil der Film mit super vielen
- 1:11:09Nahaufnahmen spielt, aber trotzdem wollte mir, also ja, ich weiß nicht,
- 1:11:13ich konnte nicht so richtig connecten.
- 1:11:14Also ich habe natürlich gemerkt, wie sie leidet natürlich auch.
- 1:11:18Und gerade dieses Thema Isolation und ihre Einsamkeit dort spielt natürlich eine große Rolle.
- 1:11:22Aber das waren eher so Beschreibungen, die im Drehbuch drinstehen.
- 1:11:27Die habe ich aber nicht so gefühlt.
- 1:11:28Und das lag jetzt auch nicht an ihrem Schauspiel, weil wir jetzt schon mehrfach
- 1:11:31gesagt haben, das ist natürlich eine große Leistung,
- 1:11:34mit dieser Maske und nur über die Augen und durch die Bewegung ihr puppenartiges,
- 1:11:39teilweise geisterartiges Verhalten, wenn sie durch das Anwesen geht.
- 1:11:43Das ist schon sehr beeindruckend.
- 1:11:45Schauspielerisch, aber es hat jetzt nicht aber zum Beispiel die Szene wo.
- 1:11:52Sie dann das erste Mal ihren Verlobten anruft und sie sagt nichts,
- 1:11:58sie kann ja nichts sagen sie macht kein Geräusch und sie schaut einfach nur
- 1:12:02so super traurig nach oben und da habe ich irgendwie so gedacht, boah krass wie viel,
- 1:12:07wie viel sie mit diesem Blick irgendwie sagen kann und wie doll mir das leid
- 1:12:11tut, also da hatte ich verstehe, welche Szene du meinst, aber ich finde zum
- 1:12:16Beispiel in der war es so inszeniert, dass man eigentlich voll mitgehen konnte.
- 1:12:22Aber ist das nicht auch eher ein Thema des Drehbuchs und nicht eine,
- 1:12:26wie drücke ich es aus, wenn wir diese Situation mal realistisch betrachten, ähm.
- 1:12:34Würde ja, also wenn der Verlobte sie liebt, dann könnte ihm ja egal sein, wie sie aussieht.
- 1:12:41Ja, ich glaube, das war 1960. Vielleicht hätte sie das gar nicht mehr gewollt.
- 1:12:45Und das Thema ist natürlich, dass es da ja auch viel um die Darstellung der
- 1:12:50Schönheit in den Film geht, in den Kunst geht und in der Gesellschaft.
- 1:12:56Und dass es bei Frauen natürlich noch mal deutlich mehr zählt als bei Männern.
- 1:13:03Aber das war für mich auch wie gesagt auch wieder ein Thema das im Drehbuch
- 1:13:07steht sozusagen und nicht dass das so also da kam ich nicht so ganz mit warum
- 1:13:13sie da ich hab ihn ja auch zum ersten Mal gesehen,
- 1:13:17warum sie da selbst so mitspielt eigentlich.
- 1:13:23Ja ich glaube es ist eine Mischung aus auf der einen Seite ist sie dem Vater
- 1:13:27ja schon ein Stück weit hörig, also der sagt ihr ja ganz klar,
- 1:13:32was sie darf und was sie nicht darf und auf der anderen Seite glaube ich,
- 1:13:38sie ist halt noch nicht so eine gefestigte, selbstbewusste Person,
- 1:13:43dass sie, wie du gerade meintest, einfach sagt, ich rufe den Jacques an und
- 1:13:47sage dem, ich sehe halt nicht mehr aus wie früher, aber wird ja nichts ändern zwischen uns.
- 1:13:51Also ich glaube, sie hat noch was sehr Kindliches.
- 1:13:56Ja gut, da entwickelt sie sich ja in dem Film hin, dass sie eben das nicht mitmachen möchte.
- 1:14:04Aber wenn du dir vorstellst, dein Vater macht sowas und du bist,
- 1:14:07ich meine, ich finde es to be fair auch schwer zu schätzen, wie alt sie sein soll.
- 1:14:14Sie ist zumindest verlobt, das kann sie natürlich auch mit 16 sein zu dem damaligen
- 1:14:17Zeitpunkt. Ich wollte gerade sagen, ich möchte zu meinem Verlobten,
- 1:14:22du könntest sagen, Papa, ich hau jetzt ab, ich ziehe zu meinem Verlobten,
- 1:14:26ja, dann kann sie das doch machen, also.
- 1:14:29Ich glaube nicht, dass sie das kann. Glaube ich auch nicht. Ich glaube,
- 1:14:32das war damals noch nicht so einfach. Ja, und ich glaube auch,
- 1:14:35dass das schon auch, ich meine, er hat ja auch die Louise wegen einer absoluten
- 1:14:40Nichtigkeit geschlagen.
- 1:14:42Ja. Ich kann mir schon vorstellen, dass wenn die sagen würde,
- 1:14:44aber Papa, ich möchte jetzt gerne mit meinem Verlobten zusammenziehen,
- 1:14:48dass die aber ordentlich eins unter die Ohren bekommt.
- 1:14:51Das kann ich mir bei dem richtig, richtig gut vorstellen. Ja,
- 1:14:54zu der Motivation von dem Vater kommen wir gleich auch noch.
- 1:14:57Ich glaube, ich finde, da gibt es auch so das eine oder andere Unterthema,
- 1:15:02was man da rein interpretieren könnte.
- 1:15:04Aber André vielleicht, wie hat dir so der Look von Christian gefallen?
- 1:15:10Also Maske, diesen Mantel, den sie anhat, die Pottfrisur, wie Chris schon zu Recht gesagt hat.
- 1:15:17Wie hat dir das gefallen? Wie gefällt dir mein Look heute?
- 1:15:22Zehn von zehn. aber die Dr. Loomis Gedächtnisklasse unter der Mütze fehlt ähm.
- 1:15:30Ich finde ihren Look so, sie sieht halt so geisterhaft aus.
- 1:15:34Und das passt ja auch dazu, dass sie halt, sie kann sich ja frei bewegen,
- 1:15:39aber gleichzeitig ist es ja ein Gefängnis.
- 1:15:41Und ich finde, das spricht ihre ganze Körpersprache so. Sie geistert halt also durch die Gegend.
- 1:15:47Sie ist halt quasi unsichtbar. Sie kann nicht raus.
- 1:15:51Es darf sie niemand sehen. In der Villa kann sie sich frei bewegen.
- 1:15:55Aber trotzdem ist sie ja wie in so einem goldenen Käfig im Grunde.
- 1:15:59Und das passt halt total dazu habt ihr ja schon gesagt, so diese Traurigkeit
- 1:16:03diese Melancholie, die sie hat den Todeswunsch eigentlich sie will so nicht leben.
- 1:16:10Und das ja, wie gesagt, das gibt ihr ganzer Look komplett wieder so und diese
- 1:16:14Maske verstärkt das ja nur also dieses,
- 1:16:19ausdruckslose Gesicht zeigt ja nur, wie tot sie ja auch innerlich eigentlich
- 1:16:23ist, weil sie das die Situation an sich so gar nicht haben will.
- 1:16:27Und sie will ja auch nicht, eigentlich will sie ja gar keine Hilfe.
- 1:16:30Also es ist ja so eine aufgezwungene Hilfe. Sie will ja nicht die Hilfe, die er anbietet.
- 1:16:34Sie ist zwar unglücklich, was ihr passiert ist, aber gleichzeitig ist sie vor
- 1:16:37allem unglücklich über Situationen.
- 1:16:40Und ich finde, das alles gibt das komplett wieder. Und dieses emotionslose Gesicht
- 1:16:45bis eben natürlich auf die Augen,
- 1:16:48wie du ja schon gesagt hast, die so das einzige Ausdrucksmittel für sie sind,
- 1:16:54über die dann in Schlüssel-Szenen total viel rüberkommt. Das ist mega gut.
- 1:16:59Ja, und alles andere, wie gesagt, gibt auch die Szene dann, wenn dann zum Beispiel
- 1:17:03das eine Opfer dann da operiert wird und sie sitzt einfach nur da,
- 1:17:06ganz der Zeit auf dieser Couch und guckt halt so zu und so liegt da wie so eine,
- 1:17:10weiß ich nicht, sie könnte auch so eine Steinbüste sein, die einfach in der Ecke steht.
- 1:17:14Das würde nicht auffallen. Sie ist einfach dieser, du könntest auch durch sie
- 1:17:17durchgucken so ein bisschen.
- 1:17:18Ja, ich habe auch ein bisschen das Gefühl, dass der Film eine Zeit lang auch
- 1:17:22da so ein bisschen mit der Erwartungshaltung gespielt hat, ob sie nicht vielleicht
- 1:17:27auch noch so eine richtige Bösewichtin wird. Ja.
- 1:17:33Vielleicht, also klar, es könnte sein, weil ich meine, in dem Film sind ja viele
- 1:17:37Figuren ambivalent oder du kannst sie nicht auch direkt durchschauen.
- 1:17:41Sie macht ja auch, also sie kann ja auch jederzeit, also beziehungsweise nein,
- 1:17:45sie macht ja schon den Eindruck, dass sie auch snappen könnte jederzeit,
- 1:17:48weil sie ja so ein Schicksal hat und so, wenn sie sich jetzt das Skalpell schnappt
- 1:17:54und irgendwie loslegt, dann würdest du jetzt dich auch nicht wundern, sag ich mal.
- 1:17:57Also sie hat ja schon diese Ausdrucksweise auch, dass sie auch eine Antagonistin
- 1:18:02sein könnte oder werden könnte.
- 1:18:04Ja, ich finde, für mich ist da so ein bisschen die Schlüsselszene.
- 1:18:08Wir sehen ja einmal, wie sie zu den Hunden im Zwinger geht und die alle ganz
- 1:18:13doll knuddelt. Und man sieht, dass ihr das richtig leid tut,
- 1:18:16dass die auch eingesperrt sind.
- 1:18:19Und ich finde, ab dem Moment ist mir eigentlich klar, nee, okay,
- 1:18:22sie... Sie ist schon das Opfer, genau.
- 1:18:24Aber rein vom Look ist sie ja auch in den 60er Jahren, Michael Myers,
- 1:18:29rein mit der Maske und dieser Emotionslosigkeit im Blick so.
- 1:18:34Aber klar, sie wird natürlich so gezeichnet, dass sie schon das Opfer bleibt.
- 1:18:38Aber vor allem willigert finde ich halt, dass sie dieses...
- 1:18:41Ist genauso clean wie die Wände, wie alles da drin. Sie ist halt so komplett,
- 1:18:45wie gesagt, wie so eine Wand eigentlich, weil sie halt sonst nichts ausdrücken kann.
- 1:18:49Und dieser Mantel, der geht ja fast bis zum Boden und der glänzt so.
- 1:18:55Und ich finde, dadurch hat sie auch ein bisschen was von einem Alien.
- 1:18:58Und auch das passt irgendwie so, dass ihr durch das Gesicht,
- 1:19:04was nicht mehr da ist, irgendwie so auch ein bisschen die Menschlichkeit fehlt. Genommen wird.
- 1:19:08Genau. Und das fand ich irgendwie, Alien passt auch ganz gut.
- 1:19:12Haben wir schon erwähnt, dass John Carpenter natürlich von dieser Maske inspiriert
- 1:19:16wurde für Michael Myers?
- 1:19:18Das wäre in der Kategorie Sonstiges gekommen, Chris.
- 1:19:21Ich kannte die Kategorie Sonstiges. Alles gut, dann wissen wir das jetzt schon.
- 1:19:25Schön, dass du das erzählen durftest. Okay, ich schneide es raus. Nein, Quatsch.
- 1:19:32So, wo waren wir? Genau. Es soll jetzt einen neuen Transplantationsversuch geben,
- 1:19:40und Louise lockt die junge Studentin Edna in die Villa unter dem Vorwand,
- 1:19:46dass die halt da ein Zimmer haben, wo sie mieten kann, was sie ihr vermieten will.
- 1:19:51Und die Szene, wo Edna und Luis jetzt im Auto sitzen und zur Villa fahren,
- 1:19:59wird häufig als Anspielung auf Deportationen im Zweiten Weltkrieg interpretiert,
- 1:20:06weil es einen sehr prominent eingesetzten Zug in dieser Szene gibt.
- 1:20:11Also die fahren auf eine Bahnschranke zu, die Schranke geht runter und dann
- 1:20:16sieht man bestimmt fünf Minuten,
- 1:20:19fünf Sekunden einen Zug, der durchfährt und das wird unter Filmkritikern als
- 1:20:25Anspielung auf die Weltkriegsverbrechen der Deutschen gewertet.
- 1:20:30Also mit fünf Minuten hätte ich es verstanden, mit fünf Sekunden nicht.
- 1:20:34Nee, also ich finde, wenn es nur der Zug wäre, dann klar, man kann es trotzdem
- 1:20:42sehen, aber ob es stimmt, weiß man ja nicht.
- 1:20:44Aber ich finde, dadurch, dass Louise Edna da so hinbringt und die sich irgendwie...
- 1:20:52Der Arzt setzt sich über das Leben von Edna so ein bisschen hinweg,
- 1:20:58also als ob sein Status und er mehr wert ist als das Leben von ihr.
- 1:21:04Und das hat wieder, finde ich, dann doch so Bezüge zum Zweiten Weltkrieg.
- 1:21:10Es ist ja relativ, ich klinge das Bild zu, wie ich sage, ich mag das nicht so
- 1:21:16gerne, aber ich finde es relativ eindeutig,
- 1:21:19die Thematik da drin, weil der Chirurg ja Wertes von unwertem Leben unterscheidet.
- 1:21:25Und das ist ja ein ganz krasses Motiv aus dem Dritten Reich.
- 1:21:30Und wenn man sich anguckt, welche Art von Frauen dort entführt werden und umgebracht
- 1:21:36werden, dann ist das eigentlich relativ eindeutig.
- 1:21:38Und auch der Status vom Doktor selbst, das passt schon irgendwie alles zusammen.
- 1:21:43Ich hätte jetzt in diese eine Szene vielleicht nicht reingelesen, so von alleine.
- 1:21:47Aber in der Kombination mit dem, was der Film sonst so erzählt,
- 1:21:50finde ich schon, dass es so ist.
- 1:21:52Sie wird halt quasi zu ihrem Tod gebracht. Ja, und auch die,
- 1:21:57da kommen wir ja glaube ich nachher noch durch zu sprechen, die Motivation vom
- 1:22:01Professor ist dann doch auch manchmal gar nicht so weit entfernt von Dr.
- 1:22:04Mengele zum Beispiel, also das ist schon irgendwie doch auch relativ deutlich vorhanden, finde ich.
- 1:22:12Genau, und es wird auch ein Bezug zum Algerienkrieg und zum Kolonialismus von
- 1:22:18Filmkritikern vermutet,
- 1:22:22gerade weil der Professor sich halt so erhaben fühlt und sein Lebenswerk ihm
- 1:22:27wichtiger ist als das Leben von dem Nachbarn oder der Nachbarin.
- 1:22:33Und diese Deutung kommt, glaube ich, auch ein bisschen daher,
- 1:22:36dass der Regisseur Frangü selbst seinen Militärdienst in Algerien absolviert hat und,
- 1:22:44deswegen den Algerienkrieg jetzt, der aktuell halt ist, sehr präsent auch hatte.
- 1:22:51Genau, das noch so als Info. Zurück zu Edna, die jetzt ja unfreiwillig auf dem
- 1:22:58OP-Tisch landet und zuvor noch von Christian ohne Maske erschreckt wird.
- 1:23:04Also es ist ein Oldschool-Jumpscare, könnte man sagen.
- 1:23:10Habt ihr den gebraucht und war es für euch wichtig, Christian einmal ohne Maske zu sehen?
- 1:23:20Man wartet ja schon manchmal drauf. Nächsten Samstag, am 31.
- 1:23:23Oktober, könnt ihr mich mit Maske sehen, wenn ihr zum Halloween-Event ins Savoy-Kino kommt.
- 1:23:31Werbung Ende.
- 1:23:34Wer möchte? Dann fang ich an. Ich dachte, Chris will da auch noch anknüpfen
- 1:23:38oder so, aber dann nicht.
- 1:23:42Ich fand's also auf jeden Fall irgendwie spannend, dass das so mittendrin kommt
- 1:23:49und nicht zum Beispiel erst am Ende.
- 1:23:51Das fand ich irgendwie eine spannende Wahl, wo ich das Gefühl hab,
- 1:23:54auch da bemerkt man wieder, dass sich halt eben diese Tropes noch nicht so etabliert
- 1:23:59haben einfach zu dem Zeitpunkt. und das, finde ich, macht es zu einem extrem spannenden Film.
- 1:24:04Und ich freue mich, dass wir das Gesicht gesehen haben, weil es erstaunlich cool aussieht.
- 1:24:10Ich glaube, es wäre sehr abhängig davon gewesen, was wir exakt da zu sehen bekommen.
- 1:24:15Und ich glaube, es gäbe auch Szenarien, in denen ich gesagt hätte,
- 1:24:18da hätten wir das jetzt zwar nicht gesehen, wäre es besser.
- 1:24:21Aber so wie die Darstellung da jetzt ist, hat mir das gut gefallen,
- 1:24:25weil es schon was ist, wo man verstehen kann, wenn man jetzt gerade ausgenockt wurde und aufwacht.
- 1:24:32Und das ist das Erste, was man sieht, dass man da sehr erschrocken ist.
- 1:24:37Und gleichzeitig ist es in einem Rahmen, wo man sagen kann, ja,
- 1:24:41sieht schon noch halbwegs realistisch aus, kann man sich grob vorstellen.
- 1:24:45Und das ist ein Mix, der hat mir gut gefallen. Aber es ist ja nicht,
- 1:24:49Das, also das tatsächliche Gesicht, wir sehen das ja aus Ednas Perspektive und
- 1:24:54sie ist ja noch von ihrem Team Schaft nebelt. Genau, es ist ja noch so ein bisschen
- 1:24:57blurry auch. Genau, so blurry und das, finde ich, ist gut gewählt.
- 1:25:00Das finde ich auch erstaunlich, dass sie das schon gemacht haben zu dem Zeitpunkt,
- 1:25:03dass sie da weiterhin auch mit unserer Fantasie oder unserer Fantasie noch was übrig lassen.
- 1:25:08Insofern ist es gut gewählt, das sieht natürlich aus wie so ein Pizzagesicht so.
- 1:25:12Aber das war, fand ich auch, hätte ich auch was viel offensichtlicheres,
- 1:25:17plakativeres irgendwie erwartet. Aber das macht der Film auch nicht.
- 1:25:20Und wie gesagt, dieses Spielen mit der Perspektive von Edna auch super gemacht.
- 1:25:24Also hätte ich auch so nicht erwartet.
- 1:25:25Ich glaube, André, ich habe dich abgewirkt, glaube ich. Nö, alles gut.
- 1:25:30Ich wollte noch ergänzen halt, es ist einmal wichtig, wie es aussieht generell.
- 1:25:36Aber es ist auch wichtig, dass es glaubhaft ist, dass es so schlimm ist,
- 1:25:40dass es diese Maske und alles braucht.
- 1:25:41Also stell dir mal vor, das wäre vielleicht halt durchs Make-up,
- 1:25:46weil es nicht so geil ging und so weiter, wenn man jetzt sagen würde,
- 1:25:49ach so, das ist doch gar nicht so schlimm, warum machen wir so ein Drama da
- 1:25:53drum, weißt du, aber man sieht ja eindeutig, dass es wirklich,
- 1:25:57dass es deutlich entstellt ist und das finde ich halt auch wichtig,
- 1:26:00dass das so entstellt ist, dass es nachvollziehbar ist, wie ihr Gemüszustand
- 1:26:05halt ist und das ist es halt auch. Also es erfüllt halt alle Bereiche und,
- 1:26:09Ob es diesen Jumpscare dann braucht, um sie noch zu erschrecken mit dem Gesicht,
- 1:26:13ist in dem Moment dann die Frage.
- 1:26:16Aber allein dafür, dass man es dann einmal auch dem Publikum zeigt,
- 1:26:20damit man versteht, oh, okay, es ist schon nicht nur eine kleine Schramme unterm
- 1:26:23Auge, sondern es ist schon ein entstelltes Gesicht.
- 1:26:26Das finde ich halt auch gut, ja. Ist das eigentlich, André, für dich,
- 1:26:29also wie gesagt, du darfst ja noch nichts, doch, wenn die Episode ausgestaltet
- 1:26:33wird, darfst du über Clayface reden schon, ne?
- 1:26:37War das für dich denn heute, du hast heute beide Filme gesehen,
- 1:26:39ne? Ja, also letzte Nacht.
- 1:26:42Haben die irgendwas so ein bisschen, sind das Geschwister im Geiste? Ein bisschen?
- 1:26:46Ja, natürlich kommt das daher, voll. Das ist ja alles so under your skin,
- 1:26:51es geht ja alles in diese Richtung.
- 1:26:52Und ja, klar, nur halt was jetzt hier damals wirklich abgeschnittene Gesichter,
- 1:26:59anging, sind jetzt halt in Clayface Nanobots, die halt in die Haut indiziert
- 1:27:03werden und die die Haut regenerieren sollen.
- 1:27:05Und das halt schief geht, technisch, quasi durch KI.
- 1:27:09Aber im Grunde ist es ein ähnliches Ding, genau. Nur halt, dass die Aus-Einwirkung
- 1:27:15halt in Clayface durch jemanden passiert, durch einen Verbrecher.
- 1:27:18Und hier ist es halt ein Unfall.
- 1:27:20Aber es ist am Ende des Tages, ja, schon. Und halt natürlich,
- 1:27:23dass hier unsere Protagonistin eben nicht selber mad wird und dann irgendwie Rache übt, sondern,
- 1:27:31in Clayface halt dadurch ein Bösewicht entsteht. Aber rein vom Grundgedanken
- 1:27:34ist es schon auch die gleiche Geschichte wieder, ja.
- 1:27:39Ja, apropos Geschichte. Theresa darf uns jetzt erzählen, wie es weitergeht.
- 1:27:44Warte, jetzt bin ich ganz irritiert.
- 1:27:47Habe ich ein Skript bekommen? Ja.
- 1:27:52Wo? Seite. Ich kann es auch machen, wenn du möchtest.
- 1:27:57Nein, also wurde das geschickt? Ja. Das wurde geschickt, vor Tagen. Ah.
- 1:28:02Du bist die ganze Zeit ohne Skript unterwegs? Ja, ich dachte,
- 1:28:04Laura hat keins gemacht für uns alle. Ich dachte, die hat nur eins für sich
- 1:28:08gemacht. Das ist eines der aufwendigsten Skripte, die wir je hatten.
- 1:28:11Ja, das sehe ich jetzt auch gerade. So, ich sehe meinen Namen. Okay, also.
- 1:28:16Das schneide ich nicht raus. Jetzt, dass ich einmal beim Film nicht aufgepasst habe.
- 1:28:22Aber to be fair, das kam schon am Sonntag.
- 1:28:25Und sonst kam es immer erst am gleichen Tag. Deswegen dachte ich, es gibt einfach keins.
- 1:28:29Na gut. Also, die zweite Transplantation scheint zunächst zu funktionieren.
- 1:28:34Doch das fremde Gewebe wird nach und nach abgestoßen.
- 1:28:37Und Christians Gesicht zerfällt erneut.
- 1:28:42Christian leidet zunehmend unter den Verbrechen ihres Vaters und beginnt,
- 1:28:46sich gegen seine Kontrolle aufzulehnen.
- 1:28:48Als die junge Paulette als nächstes Opfer in das Haus gebracht wird,
- 1:28:52befreit Christian sie und tötet Louise mit einem Skapell.
- 1:28:56Anschließend öffnet sie die Käfige der Versuchshunde ihres Vaters und die Tiere
- 1:29:01greifen Genissier an und töten ihn.
- 1:29:04Christian lässt schließlich auch die weißen Tauben frei und verschwindet mit
- 1:29:08ihnen in der nächtlichen Landschaft.
- 1:29:10Ein zugleich befreiendes, melancholisches und vollkommen offenes Schlussbild.
- 1:29:15Ich habe das Vereinshunde gelesen.
- 1:29:18Vereinshunde.
- 1:29:21Genau, zur Transplantationsszene vielleicht nochmal. Das ist jetzt die,
- 1:29:26die hier gerade erwähnt wird.
- 1:29:28Ich habe mal die Zeit gestoppt. Es sind insgesamt sechs Minuten,
- 1:29:34die diese OP gezeigt wird.
- 1:29:37Wir haben ja eben schon so ein bisschen drüber gesprochen. wie ihr das einschätzt,
- 1:29:42ob das aus heutiger Sicht noch schockierend ist, obwohl moderne Filme natürlich viel mehr zeigen.
- 1:29:50Aber habt ihr euch unwohl gefühlt? Weil ich hatte zum Beispiel so das Ding,
- 1:29:56dass ich mich bei dem Anzeichnen, das sehen wir ja auch, wie der Arzt wirklich
- 1:30:01auf dem Gesicht so anzeichnet, was er wegschneiden will.
- 1:30:04Und das fand ich schon extrem beklemmend.
- 1:30:07Zu wissen, da schneidet der gleich.
- 1:30:12Ja, schon. Ich finde generell halt, wie er agiert, diese Mischung aus Präzision,
- 1:30:19und trotzdem irgendwie so das Gefühl, in dem Labor von einem Wahnsinnigen zu
- 1:30:24sein und da aber trotzdem halt zu wissen, das ist halt ein chirurgischer, ärztlicher Eingriff,
- 1:30:30aber er wird halt das ganze Gesicht halt einfach abnehmen.
- 1:30:34Also ja, schon, finde ich auch. Also ich finde schon, dass das eine unangenehme Atmosphäre hat, ja.
- 1:30:40Ja. Ich finde, er macht das gar nicht so genau irgendwie. Also ich finde,
- 1:30:45er malt schon relativ, das sieht schon so aus, als wäre das so der erste und
- 1:30:48einzige Take gewesen mit dem Rummal.
- 1:30:50Er malt es auch so gar nicht zu Ende so richtig. Der lässt sogar bei dem einen
- 1:30:54Auge so eine kleine Lücke da noch.
- 1:30:56Also irgendwie war das, fand ich, Sascha ein bisschen, also...
- 1:30:59Ja, aber gerade das fand ich beängstigend so. Er macht das einfach mal so la
- 1:31:02la la und dann wird es einfach weg.
- 1:31:04Wie ein Meisterchirurg. Der braucht noch Anhaltspunkte. ist wie Stichpunkte viel.
- 1:31:09Ja, aber ich meine, die braucht schon ein bisschen mehr auch rund ums Auge drumherum,
- 1:31:15also der sollte schon lieber ein bisschen mehr Haut abnehmen,
- 1:31:18sehr großzügig mit den, also ja.
- 1:31:24Aber wir, ja, ich meine, ich hatte es ja am Anfang schon gesagt,
- 1:31:28dass ich die Szene trotzdem auch extrem unangenehm finde, gerade dadurch,
- 1:31:32dass sie so lange geht und,
- 1:31:35ohne eben zu wissen, wie sowas funktioniert, jemandem das Gesicht abzunehmen,
- 1:31:39hat man das Gefühl, oh ja, genau so könnte das irgendwie ablaufen.
- 1:31:44Und finde ich eine extrem unangenehme
- 1:31:47Szene. Also die schon auch irgendwie schwer auszuhalten ist. Ja.
- 1:31:54Kommen wir jetzt mal zu der Motivation des Vaters, weil natürlich könnte man
- 1:32:01auf so eine ganz unbedarfte Art daraus lesen, der Mann hat ein,
- 1:32:07wahnsinnig schlechtes Gewissen seiner Tochter gegenüber und möchte ihr helfen,
- 1:32:13dass sie wieder ein lebenswertes Leben führen kann.
- 1:32:17Aber ich glaube, das ist eigentlich nicht seine Intention.
- 1:32:22Man könnte vermuten oder man könnte Andeutung dafür sehen, dass es vielleicht
- 1:32:28auch so ein bisschen ein inzestuöses Verhältnis gibt.
- 1:32:33Weil wir wissen, die Frau ist gestorben und der Vater versucht ja irgendwie
- 1:32:39auch, Christian von ihrem Verlobten fernzuhalten.
- 1:32:43Er will sie bei sich im Haus behalten. Also es wird nicht gesagt,
- 1:32:48aber ich finde, man könnte es so ein bisschen rein interpretieren.
- 1:32:53Dass er so versucht, seine Frau zurückzuholen. Ist das ein bekannter Interpretationsansatz?
- 1:33:00Oder ist das jetzt einer, den du ... Okay. Habe ich mir nicht selbst ausgedacht.
- 1:33:06Habe ich gar nicht so gesehen irgendwie. Ich tatsächlich auch nicht.
- 1:33:12Da hat mir schon ein bisschen was gefehlt dafür. Vielleicht ist der Film dafür zehn Jahre zu alt.
- 1:33:17Da wäre es vielleicht in 70ern offensichtlicher dargestellt worden.
- 1:33:20Aber das habe ich so gar nicht rausgesucht.
- 1:33:23Also jetzt gerade so in einem, das schwingt ja so bei Inzest ja auch immer mit,
- 1:33:28das wirklich auch mit sexuellen Handlungen und so, das habe ich da jetzt irgendwie
- 1:33:31auch so gar nicht drin gesehen,
- 1:33:33dass der vielleicht auf Biegen und Brechen trotzdem gerne eine Frau zu haben
- 1:33:37zu Hause hätte, die sich auch um ihn kümmert, das kann auch mal,
- 1:33:41das kann ich mir gut vorstellen, die sich da so ein bisschen um Haushalt und Kochen kümmert und so.
- 1:33:46Dafür hatte er eigentlich auch Louise, oder? Ja, aber mit der man so eine emotionale
- 1:33:52Verbindung trotzdem hat.
- 1:33:56Aber jetzt gerade auf so einem sexuellen Kontext oder so, habe ich das jetzt
- 1:34:00tatsächlich auch gar nicht da drin gesehen. Ja, okay.
- 1:34:02Ich sage erstens 30 Prozent fühlt er sich schuldig für das, was passiert ist.
- 1:34:08Und 70 Prozent ist seine Neugier, Experimente und wissenschaftliche Arbeiten dort auszuführen.
- 1:34:16Ja, beziehungsweise er will sich beweisen, was er für ein krasser Chirurg ist.
- 1:34:21Also es ist seine eigene, er will sich selber auf ein Podest stellen.
- 1:34:27Und auch das, finde ich, ist wieder so, da passt auch wieder der Nazi-Vergleich irgendwo.
- 1:34:35Aber das überwiegt halt, finde ich auch, das überwiegt halt immer.
- 1:34:38Also es geht ihm mehr um den Status und was sie nachher fehlt,
- 1:34:41ist es, glaube ich, egal. Es soll funktionieren.
- 1:34:44Es geht nur erstmal, ihm geht es primär um die Sache, es soll funktionieren.
- 1:34:47Er will, dass es erfolgreich ist. Er will erfolgreich sein.
- 1:34:52Und die Edna kann ja nach der OP, also das ist das zweite Mädchen,
- 1:35:00die kann nach der OP fliehen und rennt dann so durchs Haus.
- 1:35:05Die hat natürlich auch einen Verband um den Kopf, weil ihr ja gerade das Gesicht,
- 1:35:09weggeschnitten wurde. Und da habe ich kurz so gedacht, ah krass,
- 1:35:13jetzt kommt mal so ein bisschen Tempo in den Film, ein bisschen Spannung.
- 1:35:17Und dann stürzt sie aber leider sehr schnell aus dem Fenster.
- 1:35:23Und da hatte ich so ein bisschen den Eindruck, okay, das Drehbuch scheint hier
- 1:35:27so ein bisschen Kompromiss einzugehen, weil es war jetzt natürlich die Frage,
- 1:35:33was machen die jetzt mit Edna, nachdem sie ihr das Gesicht wegoperiert haben.
- 1:35:37Das erste Mädchen ist ja an den Folgen der OP gestorben.
- 1:35:41Und die Louise fragt ihn jetzt hier, was machen wir jetzt eigentlich mit der Edna?
- 1:35:45Und dann sagt er so, ja, versorg die mal. Und dann überlege ich mir das morgen.
- 1:35:50Aber er kann die ja eigentlich nicht einfach gehen lassen.
- 1:35:54Und da dachte ich dann so, okay, das Drehbuch geht da jetzt nicht den Weg.
- 1:35:59Er ist so mad und so böse, dass er jetzt sagt, ja, dann töte die jetzt halt doch Wurscht.
- 1:36:05Sondern es wird dadurch gelöst das Problem, dass Edna halt aus dem Fenster stürzt.
- 1:36:15Ja ich dachte erst übrigens, dass sie sich umgebracht hat, ich hab das erst
- 1:36:18nicht realisiert also gefallen aus Versehen quasi,
- 1:36:24ja war glaube ich keine Absicht aber da hab ich mich halt gefragt ob die Wirkung
- 1:36:28noch oder ob die Geschichte nicht vielleicht noch besser funktioniert hätte wenn,
- 1:36:36oder ob es konsequenter gewesen wäre, wenn er auch gesagt hätte,
- 1:36:38ja, ganz ehrlich, wir brauchen die jetzt nicht mehr weg damit.
- 1:36:45Ja, und gleichzeitig ...
- 1:36:49Wer weiß, also an der kann man jetzt ja trotzdem noch Experimente durchführen.
- 1:36:56Also muss sie jetzt ja nicht sterben wegen, nur weil sie ein bisschen weniger
- 1:36:59Haut im Gesicht hat. Da ist ja noch ganz viel zu holen.
- 1:37:03Ja, habe ich gar nicht so gesehen. Wenn mal jemandem zu Schiebein fehlt oder
- 1:37:06so, dann hat man da noch wen.
- 1:37:08Ja, auch ein guter Guess. Ja.
- 1:37:13Kann sein, ne? Wäre ja ressourcente. Kann auch aus dem Hintern noch ein Gesicht
- 1:37:16machen. Oh Gott. Kennt ihr nicht?
- 1:37:20Arsch mit Ohren. Kennt ihr noch diese Figur? Ja.
- 1:37:25Ass without a face.
- 1:37:30Genau. Und jetzt sehen wir ja, nachdem Edna jetzt tot ist, sehen wir ja erstmal,
- 1:37:36Christian wirklich mit dem transplantierten Gesicht, das erstmal so aussieht,
- 1:37:43als wäre es erfolgreich gewesen.
- 1:37:44Also wir sehen die Schauspielerin jetzt, das erste Mal ohne Maske und ich finde,
- 1:37:49sie ist eine wunderschöne Frau.
- 1:37:51Also ich kann total verstehen, was der Regisseur da auch so in ihr gesehen hat,
- 1:37:56dass sie hat so eine sehr märchenhafte Schönheit irgendwie, fand ich.
- 1:38:03Ist mir besonders aufgefallen, weil ich mir auch Interviews mit ihr angeguckt
- 1:38:06habe, wo sie ich würde sagen in ihren 60ern oder 70ern ist und sie ist immer
- 1:38:12noch eine wunderschöne Frau.
- 1:38:13Also dieses... 2018 verstorben. Sie konnte auch noch ein paar Episoden Devils
- 1:38:17and Demons hören. Die einzige Beteiligte in diesem Film, die das konnte.
- 1:38:20Gott sei Dank. Gott sei Dank. Gut für sie. Ich finde, sie hat schon echt irgendwie
- 1:38:26auch Aura, muss ich sagen.
- 1:38:30Aber das Glück hält halt nicht lange, weil ihr Körper das Gesicht dann doch
- 1:38:36nach und nach abstößt. Und da leidet der Professor, habe ich den Eindruck,
- 1:38:43noch mehr drunter als sie.
- 1:38:45Und haben wir ja eben schon gesagt, er leidet nicht wirklich wegen seiner Tochter,
- 1:38:49sondern wegen seinem Misserfolgs als Chirurg. Und.
- 1:38:56Die Frage, ob Christian mit diesem neuen Gesicht jetzt wirklich wieder glücklich
- 1:39:01geworden wäre, finde ich eigentlich auch relativ eindeutig, dass es nicht so ist.
- 1:39:08Ja, ich habe auch das Gefühl, sie hat da gar keinen Bock drauf.
- 1:39:12Nee, sie ist ja lebensmüde. Ja, die hat wirklich gar keinen Bock mehr aufs Leben
- 1:39:19und alles, was da noch kommt.
- 1:39:21Ob mit oder ohne Gesicht. oder was heißt sie, also sie hat ja ein Gesicht,
- 1:39:26aber wisst, was ich meine.
- 1:39:28Also so oder so hat die da einfach keine Freude mehr trat und ist da einfach
- 1:39:33ja, sehr bemitleidenswert irgendwie.
- 1:39:38Und vor allem, weil sich halt niemand dafür interessiert, was sie halt möchte.
- 1:39:43Ich denke mal so zu so einer feministischen Lesart des Films kommen wir wahrscheinlich
- 1:39:48at some point noch, so wie ich dich kenne, Laura, deswegen will ich das jetzt
- 1:39:50so nicht vorwegnehmen, aber auch so dieses,
- 1:39:54dass niemand interessiert, was sie eigentlich möchte, ob sie überhaupt ein neues
- 1:39:57Gesicht haben möchte oder nicht. Also man hat das Gefühl, sie hat einfach so
- 1:40:01gar keine Wahl und das ist so traurig.
- 1:40:05Ja, das mit dem Doktor auf jeden Fall. Es gibt ja auch noch diese Montage,
- 1:40:09wo er im Krankenhaus später die Patienten besucht und so. Da kriegt man immer
- 1:40:12so ein bisschen Einblick.
- 1:40:14Er ist halt einfach nur auf, ich will der Beste sein aus. Ich will wissen, was los ist. ich.
- 1:40:23Bin halt wirklich so der typische Götter in Weiß mäßig.
- 1:40:27Er will halt alles in der Kontrolle haben und deswegen für ihn ist das einfach
- 1:40:31nur ein weiteres Experiment und er merkt, dass es hält nicht an.
- 1:40:36Das war er quasi die ganze Zeit schon. Er sagt ja auch irgendwann mal,
- 1:40:39also das ist das mit dem Hund, wo er das rasierte Stück da hat,
- 1:40:42und er sagt ja irgendwie so, mit dem Hund funktioniert es irgendwie ohne Probleme,
- 1:40:47aber am Menschen ich kriege das einfach nicht hin, das ärgert ihn halt maßlos
- 1:40:50so und letztendlich ist aber halt, dass das ihr Schicksal ist und sie,
- 1:40:54ja da auch wieder nochmal weiter frustriert ist, weil,
- 1:40:58sie ja selber dann auch merkt so, okay, sie ist zwar nicht jetzt totes Happy,
- 1:41:03aber sie hätte es für ihr Gesicht,
- 1:41:05und das ist ja für sie wieder ein Rückschlag, dass sie wieder in die Maske muss,
- 1:41:09und das juckt ihn ja auch überhaupt nicht, also rein emotional interessiert
- 1:41:12ihn das ja auch gar nicht, ne. Ja.
- 1:41:15Wir kommen jetzt mal so langsam zum Krimi-Plot, der auch irgendwie noch enthalten ist.
- 1:41:22Weil die Polizei merkt langsam, dass die Frauen, die verschwunden sind oder,
- 1:41:28die Mädchen, ich finde es wirklich nicht so leicht, das Alter jeweils einzuschätzen,
- 1:41:33dass die sich vom Typ her sehr ähnlich sehen.
- 1:41:37Und die Christiane ruft ein zweites Mal den Jacques an, ihren Verlobten.
- 1:41:43Und beim zweiten Mal sagt sie was. Und der Jacques geht jetzt zur Polizei und
- 1:41:49meldet dort, dass die Christiane ihn angerufen hat.
- 1:41:53Und natürlich glauben die ihm das erst mal nicht und sagen so, nein, die ist tot und so.
- 1:41:58Aber im Endeffekt entwickeln die dann einen Lockvogelplan.
- 1:42:03Ich finde das auch immer ein sehr beliebtes Trope in älteren Krimis und nehmen
- 1:42:09sich einfach so eine Ladendiebin, die irgendwie was hat mitgehen lassen,
- 1:42:14die Paulette, und sagen dann so, du machst jetzt hier,
- 1:42:19unseren Lockvogel.
- 1:42:20Und das fand ich irgendwie sehr krass, weil jemand, der eigentlich nur so einen
- 1:42:24kleinen Diebstahl auf dem Kerbholz hat, die wird eigentlich total erpresst und
- 1:42:31in so eine tödliche Gefahr hier begeben von der Polizei.
- 1:42:36Fand ich diskutabel. Was haltet ihr so von den Ermittlungsmethoden der Polizei
- 1:42:41in diesem Film? Ist euch dazu was aufgefallen?
- 1:42:44Mutig, dass du es als Ermittlungsmethoden bezeichnest. Ja.
- 1:42:51Also, wenn da jetzt Louis de Finet noch aufgetaucht wäre in einer seiner Paraderollen,
- 1:42:56hätte mich das auch nicht gewundert.
- 1:42:57Also, ich finde, ja, das war jetzt keine Stärke des Films. Also.
- 1:43:07Zum Glück nimmt diese Ermittlungsarbeit einen relativ geringen Teil des Films ein.
- 1:43:14Sonst hätte das dem Film doch ziemlich schaden können, finde ich, tatsächlich sogar.
- 1:43:18Ja, da gehe ich komplett mit. Ich finde auch, das ist eine der,
- 1:43:21ich habe sogar geschrieben, der Krimiplot ist für mich die einzige wirkliche
- 1:43:26Schwachstelle des Films.
- 1:43:28Das ist halt relativ hölzern geschrieben. Spannung kommt auch dadurch nicht so richtig auf.
- 1:43:34Und das Einzige, was so mitschwingt, was ich irgendwie dann noch okay finde,
- 1:43:39ist, dass die Polizei sich nicht so richtig bemüht,
- 1:43:43weil die sich einfach nicht vorstellen können, dass so ein nobler Mann wie der
- 1:43:48Professor sowas Unrechtes machen könnte.
- 1:43:51Also das entschuldigt vielleicht so ein bisschen, wie schlampig die da vorgehen,
- 1:43:56aber trotzdem ist es, wie es geschrieben ist, doch recht mau fällt auf jeden Fall ab.
- 1:44:02Trägt halt auch nix zur Sache bei. Also kein Punkt wird dadurch irgendwie besser.
- 1:44:09Also dann hätte ich es vielleicht fast sogar cooler gefunden,
- 1:44:13wenn der Verlobte noch DIY versucht hätte, da mehr irgendwie reinzugehen. Ohne die Polizei halt.
- 1:44:20Ja. Dass man von vornherein gesagt hätte, er geht da hin und die sagen,
- 1:44:24nee, hast du ja einen Schuss nicht gehört, als hätte würde der sowas machen,
- 1:44:28und versucht es dann selber irgendwie. Aber ich glaube, selbst das hätte ich
- 1:44:32gar nicht mal unbedingt gebraucht. Ähm.
- 1:44:39Weil so das Ende, wie es jetzt, also wie es dann kommt, für mich das Best-Case-Szenario
- 1:44:46als Ende für diesen Film ist und ich auch nicht gewollt hätte,
- 1:44:50dass die Polizei den schnappt.
- 1:44:52Ja. Ja.
- 1:44:57André hat es eben schon angesprochen. Wir sehen ja auch noch in der Klinik dann
- 1:45:02so eine kurze Szene, wie Professor Genesier einen kleinen Jungen behandelt und,
- 1:45:09dem anscheinend auch wirklich hilft.
- 1:45:11Und das ist eine Szene, die zum Beispiel in der US-Fassung rausgeschnitten wurde,
- 1:45:17weil man da den Arzt gar nicht erst als so ambivalent darstellt, wollte,
- 1:45:23sondern einfach halt nur als arroganter, abgehobener Typ mit einem Götterkomplex.
- 1:45:31Ich muss sagen, dass die Szene für mich jetzt gar nicht mehr viel an seiner
- 1:45:35Figur geändert hat, also ich ihn jetzt nicht mehr mag, weil er diesem kleinen
- 1:45:39Jungen geholfen hat. Ich habe das Gefühl, die Szene kommt zu spät im Film und
- 1:45:43verpufft dadurch so ein bisschen.
- 1:45:45Wie ging es dir da, André?
- 1:45:48Ja, habe ich auch noch mal mehr darauf geachtet diesmal und Und weil ich das
- 1:45:51noch wusste, dass er da schon zeigt, dass er immer noch trotzdem auch Arzt ist natürlich, ähm ...
- 1:45:59Ich finde halt, dass in der Szene auch, er ist trotzdem auch so kalt irgendwie.
- 1:46:04Auch wie er mit der Mutter ist es, glaube ich, die da sitzt,
- 1:46:07so redet und so. Er sagt auch einfach nur so, ja, wir werden alles tun.
- 1:46:11Oder so nach dem Motto. Also er ist auch so ganz stumpf dabei.
- 1:46:15Er ist jetzt nicht total einfühlsam. Er sagt so, kein Problem,
- 1:46:17ey, machen Sie sich keine Sorgen. Wir werden Ihren Sohn und so.
- 1:46:20Keine Ahnung. Also der ist einfach nur so, wir geben unser Bestes.
- 1:46:24Ich muss jetzt los. Ich regle das schon. Ich regle das schon. Scheiß auf das Kind.
- 1:46:27Genau. Er ist selbst beim Job ausüben, den er natürlich trotzdem gewissermaßen
- 1:46:33machen wird, ist er ja trotzdem jetzt kein Sympath.
- 1:46:38Er setzt sich ja dann auch in sein Büro. Dann kommt die eine Schwester rein,
- 1:46:42sagt so, hier in Raum drei so und so. Und er schickt dann auch seinen Assistenzarzt.
- 1:46:46Ja, machen Sie das mal so irgendwie.
- 1:46:49Oder als dann die eine Frau, die später dann das nächste Opfer wird,
- 1:46:53da diesen Test macht mit diesen Lichtern, diesen Lichtertest mit denen,
- 1:46:57wo die so Elektronen am Kopf hat, kommt der auch nur rein.
- 1:47:01Er guckt jetzt einmal an, macht so, wenn sie fertig sind, bringen sie mir die Ergebnisse.
- 1:47:04Also er ist ja auch nur so am Delegieren und also ja, deswegen,
- 1:47:09ja, er macht seinen Job, aber er ist jetzt auch, für mich kommt er da nicht
- 1:47:12sympathisch bei rüber beim Ausüben.
- 1:47:14Nicht empathisch vor allem auch. Nicht empathisch, genau, ja.
- 1:47:18Er hat sich einfach kurz an seinen hypokratischen Eid erinnert gefühlt und das war es auch schon.
- 1:47:23Ja, genau, also das Ende ist jetzt ja relativ zügig, also die Polette, dieser Lockvogel,
- 1:47:31die landet zwar auf dem OP-Tisch, aber wird dann von Christian befreit und danach tötet Christian Luis.
- 1:47:42Irgendwie war es so ein bisschen im Gerangel, ich weiß nicht,
- 1:47:45ob sie das wirklich im Vorhinein schon vorhatte aber ich glaube, sie weiß so ein bisschen.
- 1:47:51Die wird mich nicht freiwillig gehen lassen und die hat halt noch das Skalpell
- 1:47:56in der Hand, mit dem sie ja,
- 1:48:01die Fesseln von der Polette durchgeschnitten hat und dann landet das Skalpell
- 1:48:05bei Louise in der Brust und ich habe irgendwie auch den Eindruck,
- 1:48:10dass es für Louise kein anderes Ende mehr geben konnte.
- 1:48:13Die war irgendwie so tief drin in dieser falsch verstandenen Loyalität und Dankbarkeit
- 1:48:22dem Professor gegenüber.
- 1:48:24Die hat ihm ja während den OP-Szenen hat sie ihm immer schön den Schweiß abgetupft
- 1:48:28und gestört. Ja, oh mein Gott.
- 1:48:31Genau, und sie ist halt einfach wirklich zur Täterin, vom Opfer zur Täterin
- 1:48:35geworden und gab jetzt irgendwie nicht mehr so viel andere Auswege,
- 1:48:40als dass sie stirbt. Fand ich okay.
- 1:48:46Und der Professor stirbt auch und wie ich finde auch sehr passend,
- 1:48:52der wird nämlich von den freigelassenen Hunden zerfleischt,
- 1:48:59an denen er ja Experimente gemacht hat. Ich finde, es ist Theresa ein Film für
- 1:49:04Hundeliebhaber, weil die Wunde am Ende frei sind und.
- 1:49:11Den Menschen, der sie gequält hat, auch noch töten dürfen. Das fand ich schön.
- 1:49:15Ja, doch einen ordentlichen Snack zum Abschied.
- 1:49:18Das gefällt uns doch gut. Vor allem, wir sehen ja auch, als Christian mit denen
- 1:49:22interagiert, dass das richtige Feinis sind.
- 1:49:25Die strecken ja alle das Gesicht ab und sind so ganz, ganz lieb.
- 1:49:29Man sieht das richtig, es sind ganz liebe Hunde. Die wollen eigentlich wirklich
- 1:49:32nur spielen, wenn man dann nett zu ihnen ist. Und das war wirklich so,
- 1:49:36ah, gut für die Hundis. Also das hat mich richtig gefreut. Das hatte ich auch
- 1:49:41vergessen, das fand ich klasse.
- 1:49:43Und ich fand es auch sehr passend, so als Metapher für die Überheblichkeit des
- 1:49:48Arztes, dass das er jetzt kommt. Ja, und vor allem die fressen ihm ja das Gesicht
- 1:49:50weg. Ja, so. Ja. So muss es sein.
- 1:49:54Und eigentlich war der Professor ja schon den ganzen Film über die eigentliche gesichtslose Person.
- 1:50:02Also er stand für etwas, was er nicht, ähm, was er nicht gelebt hat und, ähm.
- 1:50:12Das Ende, dass Christiane da jetzt entkommt und frei ist und alle Tiere frei
- 1:50:18sind und sie läuft ja dann so leicht verträumt in Richtung Wald.
- 1:50:25Habt ihr das als Happy End empfunden?
- 1:50:28Ich glaube, danach wird es für sie nur noch schlimmer aber fürs Erste ist es, also,
- 1:50:34wenn man nicht zu viel drüber nachdenkt, was dann mit ihr im Wald passiert,
- 1:50:37nämlich, dass sie wahrscheinlich entweder verhungert oder erfriert oder ihr
- 1:50:40Gesicht dann doch abgestoßen wird und sie elendig an den Folgen verreckt oder dass sie tatsächlich,
- 1:50:46rauskommt und dann von der Zeitung überrollt werden und dann hätte sie da irgendwie,
- 1:50:53also eigentlich gibt es auch ab da, außer sie denkt sich so ja geil,
- 1:50:56jetzt irgendwie im Rampenlicht stehen.
- 1:50:58Wenn sie das nicht richtig zelebriert, gibt's da glaube ich auch nicht so einen
- 1:51:01richtig guten Weg für sie.
- 1:51:02Aber würde sie jetzt nicht zu ihrem Verlobten gehen eigentlich, logischerweise?
- 1:51:07Ja, aber das ist ja trotzdem, das wäre ja ein Riesenskandal.
- 1:51:10Also, das werden sich ja schon in den 60ern die Medien drauf gestürzt haben.
- 1:51:16Also ich finde, es ist ein schönes Ende, aber man darf nicht zu lange drüber nachdenken.
- 1:51:21Also so ein bisschen hatte ich das ja auch bei dem, dass jetzt steady Die SupporterInnen
- 1:51:27wissen jetzt Bescheid, die belesen sind und unser Buchformat gehört haben.
- 1:51:32Das hatten wir da ja auch bei einem Buch, Blood on Her Tongue.
- 1:51:35Ja, wo es ja auch so war, es ist ein gutes Ende, aber man darf wirklich keine
- 1:51:39Sekunde darüber nachdenken, was denn dann danach passiert, weil dann tut sie
- 1:51:43einem fast sogar noch mehr leid.
- 1:51:45Oder man denkt sich halt so, ja, sie hat jetzt die Freiheit,
- 1:51:48aber was fängt sie jetzt damit an?
- 1:51:52Kann sie so überhaupt noch wirklich frei leben? Ach Mensch, das ist ein ganz armes Mäuschen.
- 1:52:05Oder sie lebt mit den Hunden fröhlich im Wald. Das habe ich auch gedacht,
- 1:52:08so ein bisschen Schneewittchen-mäßig. Auch mit den Tieren im Wald.
- 1:52:12Christian und die sieben Hunde.
- 1:52:15Kommen wir jetzt zu der Kategorie Sonstiges, von der nicht mehr allzu viel übrig geblieben ist.
- 1:52:22Aber Filmkritiker haben auch die Meinung, dass Christian nicht zufällig Christian
- 1:52:28heißt, sondern dass es eine Anspielung an Christus ist. Christian Fink ist.
- 1:52:34Christian Fink. Wir sind ja ein Jünger von Jesus Christus. Das bedeutet mein
- 1:52:38Name und das würde auch der Name von ihr bedeuten.
- 1:52:43Was meine Eltern damit zu tun haben und sich dabei gedacht haben,
- 1:52:46weiß ich selbst nicht. Weißt du nicht, ja.
- 1:52:48Ich wollte es als Info und als Denkanstoß mit reingeben, was ihr daraus macht, ist euch überlassen.
- 1:52:56Was zur Atmosphäre des Films, finde ich, noch extrem beiträgt und was wir noch
- 1:52:59gar nicht erwähnt haben, ist das anhaltende Hundebellen.
- 1:53:05Das wirklich, ich finde das krass, wie oft man das hört. Chris?
- 1:53:09Der Film hat generell was sehr, ich weiß jetzt gar nicht, ob das dann die richtige
- 1:53:14Wortwahl ist, aber was Naturalistisches an sich, gerade wenn keine Musik läuft,
- 1:53:19ist es erstaunlich, wie viel man von der Umgebung außerhalb des Anwesens hört.
- 1:53:24Man hört auch ganz oft Vögel zwitschern und so ein leichtes Rauschen vom Wind
- 1:53:28und eben dieses Hundebellen immer.
- 1:53:30Man hört sehr viel Tiere und Natur von draußen. Das fand ich tatsächlich sehr
- 1:53:34angenehm zu hören. Das ist mir aufgefallen.
- 1:53:38Ja, genau. Zur Interpretation wollte ich am Ende noch kommen.
- 1:53:43Also wir haben die Anspielung an Verbrechen des Nationalsozialismus ja schon,
- 1:53:49besprochen, dass obwohl es ja die Vorgabe vom Produzent war,
- 1:53:53bitte mach da das nicht so offensichtlich rein,
- 1:53:58man kann es schon definitiv darin sehen, wenn man es sehen möchte.
- 1:54:05Und Theresa, du schätzt mich natürlich richtig ein,
- 1:54:10ich würde sagen oder ich würde den Film mit einer feministischen Lesart interpretieren weil,
- 1:54:18eigentlich alle Frauen im Film werden von Männern manipuliert,
- 1:54:23sei es Louise oder Christian von dem Professor oder auch Paulette von der Polizei,
- 1:54:32werden gefangen gehalten und ja, der Professor ist die Verkörperung des Patriarchats,
- 1:54:38und am Ende befreit Christian sich und geht in eine ungewisse Zukunft,
- 1:54:43aber immerhin in eine Zukunft ohne ihren Vater.
- 1:54:47Also was bei mir vor allem so hängen geblieben ist, ist dieses,
- 1:54:51da ist ein Mann, der vorgibt, dass er im Wohl.
- 1:54:58Von Christian quasi handelt. Also er gibt vor, ich kümmere mich um die und deswegen handele ich so.
- 1:55:04Ignoriert aber total, was sie ja eigentlich möchte. Und das ist ja sowas,
- 1:55:09das zeigt sich irgendwie sehr oft.
- 1:55:12Wir auch bei einigen spektakulären Märzreden, wo es dann irgendwie darum geht,
- 1:55:17was Frauen für ihre Sicherheit brauchen.
- 1:55:20Wo du denkst, frag mal eine Frau, was sie für ihre Sicherheit braucht.
- 1:55:23Da fallen mir 80 Sachen ein, die vor dem kommen, was er irgendwie erzählt und
- 1:55:28das ist, finde ich, sowas, was deswegen in jüngster Vergangenheit bei mir auch
- 1:55:32nochmal wirklich immer wieder so als Thema im Kopf rumgespuckt ist.
- 1:55:38Dass Männer oft denken, sie wissen, was Frauen brauchen, damit es ihnen gut
- 1:55:44geht und das kommt, denke ich, oft auch irgendwie von Herzen,
- 1:55:48dass das auf eine Art wirklich ein Anliegen ist und gleichzeitig aber auch,
- 1:55:53gar nicht wirklich ein Interesse da ist, richtig nachzufragen,
- 1:55:57aber mein Schatz, was willst du jetzt eigentlich wirklich, was würde dir denn
- 1:56:01jetzt helfen ist das das Leben, was du möchtest oder nicht,
- 1:56:05aber es interessiert sich ja wirklich absolut niemand für die Anliegen der Frau
- 1:56:09sie wird gar nicht als Individuum wahrgenommen so richtig von ihrem Vater,
- 1:56:14und ich glaube ihm auch dass er möchte, dass seine Tochter weiterlebt und dass
- 1:56:19die glücklich ist ich glaube ihm das,
- 1:56:22Aber der Weg dahin ist halt wieder so in diesem Bild von ich bin der Mann,
- 1:56:26ich weiß, was richtig ist, festgefahren, dass das eigentlich gar nicht zum Tragen kommt.
- 1:56:32Ja, und das ist so was, wo ich gedacht habe, dass der Film da irgendwie eine
- 1:56:35ziemlich starke Message auch irgendwie hat. Weil das, finde ich,
- 1:56:40ein Thema ist, was der schon auch sehr explizit adressiert. Weil Christian das
- 1:56:44ganz, ganz, ganz eindeutig sagt.
- 1:56:48Und wo ich halt auch finde, der positioniert sich da, finde ich, schon.
- 1:56:52Und der lässt das nicht im Waage von, ja, kann man jetzt mal überlegen,
- 1:56:55was man als Interpretation rauszieht, sondern das finde ich sehr eindeutig.
- 1:56:59Und deswegen glaube ich auch, dass der Film auf dieser inhaltlichen Ebene,
- 1:57:07zum einen, weil wir jetzt keine unnötigen Hunde-Szenen sehen,
- 1:57:16aber auch auf dieser Ebene ist der unfassbar gut,
- 1:57:19gealtert und wird er auch weiter noch.
- 1:57:22Also der bleibt wirklich stabil über die Zeit. Fällt mir.
- 1:57:28Möchten die Herren der Schöpfung da auch noch was zu sagen?
- 1:57:34Ich frage mich natürlich bei so einem.
- 1:57:39Bei so einem von 1960, wie progressiv der ist tatsächlich, also auch geschrieben
- 1:57:44wurde und beabsichtigt so gemacht wurde.
- 1:57:48Bin auf jeden Fall bei einer gegenwärtigen Näsart, würde ich auf jeden Fall mitgehen.
- 1:57:54Aber da sind tatsächlich so ein paar Indizien drin, die dafür sprechen,
- 1:57:57dass sich das Drehbuch das auch gedacht hat, tatsächlich.
- 1:58:01Wie umfangreich die Gedanken dahinter sind,
- 1:58:05das weiß ich allerdings jetzt nicht, aber ich würde eure Punkte auf jeden Fall
- 1:58:08unterschreiben, aber es ist wie immer so,
- 1:58:11das ist halt 66 Jahre her, was von dem, was vor allem Theresa gerade gesagt
- 1:58:15hat, haben sich die Leute damals gedacht, als sie diesen Film gemacht haben,
- 1:58:19die, alles Männer, wohlgemerkt, ne?
- 1:58:21Ja, genau, wollte ich gerade sagen, es sind trotzdem am Ende des Tages auch,
- 1:58:24Männer aus dem, also 1960, die natürlich auch da eine eigene Prägung dann natürlich
- 1:58:31haben, so, die gesellschaftliche.
- 1:58:33Aber andererseits sind das natürlich auch solche Strömungen,
- 1:58:35die sind ja auch nicht neu. Auch in den Märchen von den Brüdern Grimm kannst
- 1:58:39du sowas reinlesen, in einige Märchen.
- 1:58:43Wie gesagt, ich bin dabei, aber ich glaube, vieles ist auch die moderne Interpretation
- 1:58:47von dem, was man mittlerweile darin sehen kann und nicht unbedingt,
- 1:58:50was die Herren damals sich gedacht haben. Vielleicht will man es auch jetzt
- 1:58:54progressiver lesen, als es gedacht war.
- 1:58:58Also den Eindruck habe ich von dem Film eh so ein bisschen, dass da einige Dinge...
- 1:59:02Generell heute noch mehr reingelesen werden, als sie vielleicht überhaupt von
- 1:59:07Intention her gedacht haben. Du kannst auch einen Hostel drauflegen auf diesen Film.
- 1:59:13Also den Eindruck habe ich von dem Film so generell, also auch was,
- 1:59:16wie gesagt, wir haben ja schon drüber gesprochen, auch über diese historische
- 1:59:18Einordnung und so. Ja, die Sachen kann man alle so lesen, ob sie wirklich bis
- 1:59:22zum Ende so durchexerziert gedacht waren, ob das alles so clever war,
- 1:59:25wie man es vielleicht heute analysiert.
- 1:59:26Das frage ich mich bei dem Film irgendwie schon. Ich glaube,
- 1:59:30dazu müssten wir auch alle mehr Background Wissen zu den Drehbuchautoren und zu dem Regisseur haben.
- 1:59:36Wenn man so wenig anderes kennt, ist das, kann man das, glaube ich,
- 1:59:41auch schlecht rausfinden.
- 1:59:43Vermutlich, ja. Ich würde trotzdem sagen, also ich glaube, ihr habt damit auch
- 1:59:48einen Punkt, das kann gut sein, würde für mich jetzt aber trotzdem,
- 1:59:52nicht die Qualität irgendwie mindern, weil ich es trotzdem schön finde,
- 1:59:58dass ich diese Sachen darin sehen kann.
- 2:00:04Also wie gesagt, ich habe schon das Gefühl, dass es verhältnismäßig explizit
- 2:00:08angesprochen wird, das Thema.
- 2:00:11Also vor allem eben dadurch, dass ich weiß nicht mehr genau,
- 2:00:15wie die Szenen zusammenhängen.
- 2:00:18Setzung war, ich kriege es jetzt gerade nicht mehr gut zusammen,
- 2:00:21aber ich habe schon das Gefühl, dass zumindest,
- 2:00:24inwieweit das jetzt 100% feministische Absicht war oder nicht,
- 2:00:27aber dass gerade dieses,
- 2:00:29er bestimmt über die Frauen und das ist nicht richtig, dass das schon eine Message
- 2:00:35ist, die der Film sehr klar sendet, weil sie sagt ganz klar, niemand hört auf mich,
- 2:00:41und deswegen geht es mir schlecht und er kriegt am Ende richtig aufs Maul.
- 2:00:44Also ich finde, das ist schon was, was meiner Meinung nach jetzt nicht so viel
- 2:00:49Interpretationsspielraum lässt.
- 2:00:52Andere Sachen, so im Feintuning ja schon, aber da würde ich jetzt schon sagen,
- 2:00:57diese Kernaussage, dass die da auf jeden Fall drin steckt.
- 2:01:01Ja, also was ich, ja, auf jeden Fall finde ich auch. Und auch diese Befreiungsaktion
- 2:01:07am Ende so mit den Hunden und wie sie dann da rausgeht und dass dann die Gefangenen,
- 2:01:11also die Hunde, ihn quasi vernichten.
- 2:01:16Wenn man das jetzt so weiterspinnt, wenn man jetzt nochmal von dieser ganzen
- 2:01:19Zugthematik kommt, Ausschwitz, also man könnte das auch fast wie so eine KZ-Befreiung
- 2:01:23fast schon sehen, sodass die Gefangenen,
- 2:01:26in dem Fall die Hunde, dann den Wärter, den Arzt übermannen, sie kommt weg.
- 2:01:32Also könnte man auch. Also die Lesart ist da. Ob das wirklich 100% so gedacht
- 2:01:37war, das kann ich halt nicht sagen. Ob das Franju auch so gedacht hat,
- 2:01:42aber das kann man so auch sehen, ja.
- 2:01:46Glaube, es wird Zeit fürs Fazit. André, du darfst anfangen. Okay.
- 2:01:55Ja, dafür, dass ich irgendwie am Anfang dachte, oh, ich weiß irgendwie gar nichts
- 2:01:58mehr und es ist erst vier Jahre her, war ich verwundert.
- 2:02:01Aber wie gesagt, mit Einsätzen der Zirkusmusik war ich dann doch wieder drin
- 2:02:04und hab die ganzen Motive dann auch doch wieder recht schnell im Kopf gehabt,
- 2:02:07wusste auch dann wieder das Zusammenspiel relativ schnell, was passiert.
- 2:02:12Ich finde immer noch, es ist ein Film, der seinen Klassiker-Status zurecht hat, irgendwie.
- 2:02:17Ich finde schon, dass er irgendwie natürlich absichtlich sperrig anfängt,
- 2:02:22aber trotzdem leicht zugänglich ist.
- 2:02:24Also ich finde nicht, dass er auch für das Alter so eine sperrige Guckart hat,
- 2:02:29wo ich erstmal so reinfinden muss. Ich finde schon, er ist, du kommst schnell rein.
- 2:02:35Auch wie er gespielt ist, auch von der Szenenabfolge, es ist alles relativ klar gezeichnet.
- 2:02:40Was, wie gesagt, ja auch zu dem, haben wir ja schon gesagt, zu diesem recht unaufgeregten Passt.
- 2:02:46Man kommt schnell rein, die Figuren sind relativ klar gesetzt,
- 2:02:49du weißt relativ schnell, zu wem du dich dann halten sollst.
- 2:02:53Der Twist passiert relativ früh, haben wir auch schon gesagt,
- 2:02:55vielleicht ein bisschen zu früh.
- 2:02:57Aber du bist relativ schnell dabei zu sagen, okay, mit der Person fieber ich
- 2:03:00mit, das ist der Arsch, alles klar, let's go.
- 2:03:03Und trotzdem hast du noch ein paar Überraschungen drin.
- 2:03:06Du hast diese beklemmende Atmosphäre, du hast die Bilder, du hast die Bilder,
- 2:03:11du hast für damals ein Shock-Value irgendwie, also es ist alles drin.
- 2:03:15So, und das Ganze halt auf auch einer nicht zu ausgereizten Laufzeit,
- 2:03:21so, obwohl es halt so lang und so getragen auch oft wirkt.
- 2:03:24Also die 84 Minuten, ja, die merkst du ja quasi fast gar nicht. 90.
- 2:03:30Ja, gut, in der 90, genau. Ja, ja, ja. Nee, die deutsche war 84, genau.
- 2:03:38Und deswegen, der läuft halt gut durch, ist natürlich trotzdem nicht aufgeregt,
- 2:03:42nicht gehetzt, ist trotzdem ein sehr getragener Film.
- 2:03:46Aber wir haben schon gesagt, ich finde die Atmos stark. Ich mag die Bilder, ich mag die Figuren.
- 2:03:52Und ja, auch die, wie gesagt, die Charakterzeichnung und die Messages dahinter.
- 2:03:57Das einzige Mal, wo er mich immer ein bisschen verliert, ist der,
- 2:04:00wir haben schon gesprochen eben, ist der Investigation-Part,
- 2:04:03den finde ich nicht so stark, weil die, ja, der wird natürlich auch nicht so
- 2:04:07ausgeklügelt, erzählt irgendwo, der passiert ja auch so ein bisschen beiläufig,
- 2:04:12das ist dann so im letzten Drittel vom Finale, da hat er für mich so einen kleinen Hänger,
- 2:04:17aber ansonsten ist es für mich schon echt immer noch ein starker Film,
- 2:04:20der irgendwie effektiv ist, der der wie traurig auch ist, ein bisschen wütend
- 2:04:26macht und aber auch trotzdem, wie gesagt,
- 2:04:28diese unangenehme Gefühl die ganze Zeit einen so mitträgt, ohne eine richtige
- 2:04:32Spannungskurve, sag ich mal, zu haben.
- 2:04:34Der ist jetzt ja keine Achterbahn, sondern der ist auch relativ Flatline so
- 2:04:39auf der Kurve, aber ich finde trotzdem irgendwie packt der mich dann trotzdem.
- 2:04:44Plus ich mag das Ende echt sehr gerne und das letzte Bild so quasi,
- 2:04:47das kriegt mich immer, oder habe mich auch von diesem Mal bekommen,
- 2:04:50das habe ich mir erstmal auch echt umgehauen.
- 2:04:51Von daher, ich bleibe, hatte ich vorher auch gegeben, ich bleibe bei 4 von 5 Sternen.
- 2:04:55Ich finde, das ist ein guter Film, den wir auch heute immer noch gucken kann, trotz des Alters.
- 2:05:00Und ich glaube, gerade das Schwarz-Weiß hilft sogar, finde ich.
- 2:05:03Ich finde, das steht dem Film sehr gut und es passt zu dieser Kälte,
- 2:05:08die der dann irgendwie an den Tag legt, ja.
- 2:05:11Von daher, also für mich ein zu Recht benannter Klassiker. Mhm.
- 2:05:16Chris, wie sieht's bei dir aus? Sorry, ich wollte erst Theresa dran nehmen,
- 2:05:20damit's... Oh, jetzt hab ich schon angefangen.
- 2:05:22Ja, ach, dann... Nein, Theresa macht sie.
- 2:05:27Ich halte mich auch kurz. Also ich geh da mit dieser Investigativ-Part.
- 2:05:33Das war nichts, aber davon ab ist es ein Film, der, finde ich,
- 2:05:37eben in vielen Bereichen erstaunlich gut gealtert ist. Auch tatsächlich,
- 2:05:40was die Effekte angeht, erstaunlich gut gealtert ist.
- 2:05:44Der hatte da irgendwie keinen Moment, wo ich dachte, so, aua,
- 2:05:48ja, nee, das sieht jetzt wirklich nicht gut aus, aber halt eben im Moment,
- 2:05:52wo ich dachte, oh, aua, das sieht wirklich unangenehm aus, was wir da gerade
- 2:05:56sehen, womit ich auch nicht gerechnet habe.
- 2:06:00Auch wenn es jetzt nicht viel Raum einnimmt, das, was da ist,
- 2:06:04finde ich, sitzt dafür trotzdem dem sehr gut.
- 2:06:10Ich kann verstehen, wenn der Menschen ein bisschen zu.
- 2:06:18Langweilig ist. Obwohl ich da für mein persönliches Empfinden nicht mitgehen würde.
- 2:06:23Also der braucht seine Zeit. Der, haben wir ja schon gesagt,
- 2:06:27so allein, dass diese OP-Szene da sechs Minuten dauert oder diese Eingangssequenz
- 2:06:31mit der Autofahrt dauert auch Ewigkeiten.
- 2:06:35Es ist halt wirklich ein Film, den kann man nicht so mit einem halben Auge nebenbei
- 2:06:38gucken, sondern man muss sich da Zeit für nehmen.
- 2:06:41Aber wenn man sich die nimmt, dann ist das, finde ich, ein ganz fantastischer
- 2:06:45Film, an dem ich zumindest sehr wenig zu bemängeln habe und wo ich es wirklich
- 2:06:50sehr erstaunlich finde, wie zeitgemäß der auf vielen Ebenen noch ist.
- 2:06:53Und deswegen bin ich bei viereinhalb Sternen.
- 2:07:00Ja, Christian. Christian, genau.
- 2:07:06Ich bin bei dreieinhalb Stern. Ich fand auch, dass es ein guter Film war.
- 2:07:11Mir hat vor allem gefallen, dass der es geschafft hat, dass ich ihm auf den
- 2:07:16Leim gehe. Relativ lange Zeit.
- 2:07:20Die Themen, die da drin stecken, fand ich auch alle gut und schön interpretierbar,
- 2:07:26so wie wir das ja auch getan haben.
- 2:07:28Hat ein gutes Tempo. Fand jetzt auch eigentlich nicht, dass der Längen hat.
- 2:07:32Gerade diese OP-Szene, die hat natürlich diesen Shock-Value damals gehabt.
- 2:07:35Und ich fand das auch gut und angemessen für die damalige Zeit,
- 2:07:39dass sie die ein bisschen länger ausgeführt haben.
- 2:07:42Überraschend gut gespielt. Das war das, was mich am meisten überrascht hat tatsächlich,
- 2:07:46glaube ich, am Film. Dass alle drei HauptdarstellerInnen wirklich sehr überzeugend
- 2:07:51waren. Sieht auch gut aus, der Film.
- 2:07:54Das hat natürlich in diesem ... Die hatten diese Schwarz-Weiß-Ästhetik.
- 2:07:58Weiß ich nicht, das mag ich einfach und war zu der Zeit, ich weiß gar nicht,
- 2:08:03Hammer Studios, waren die schon in Farbe zu der Zeit oder waren die schon?
- 2:08:06Ich glaube, das fing gerade an. Ja, ne, die waren nicht, das fing,
- 2:08:10das war noch einer der Nachzügler hier quasi, die, noch nicht umgestiegen,
- 2:08:13also ist ja kein Hammer Film, aber...
- 2:08:16Die meisten Filme dieser Zeit sind schon in Farbe dann, glaube ich, gewesen, genau.
- 2:08:21Was mich ein bisschen gestört hat, war wirklich der Ermittlungspart,
- 2:08:24der Investigativpart, der ist nicht der Rede wert.
- 2:08:26Und tatsächlich finde ich, und das ist das, was mir so ein wenig oder ein bisschen
- 2:08:30mehr die Spannung geraubt hat,
- 2:08:32ich fand es relativ repetitiv nach diesen 21 Minuten, weil im Prinzip quasi
- 2:08:37dreimal dasselbe passiert, mit jeweils
- 2:08:40einer Entführung von einer Frau und gescheiterter Versuch und so weiter.
- 2:08:43Das war immer so ein bisschen derselbe Ablauf, das fand ich ein bisschen langweilig.
- 2:08:47Vom Storytelling her. Aber, ja, ich hab mit weniger gerechnet.
- 2:08:52Also ich wusste natürlich, dass es ein Klassiker ist, aber ich habe damit gerechnet,
- 2:08:55dass er mir weniger gefällt, als er das jetzt tut. Aber kann jetzt trotzdem
- 2:08:59aktuell nicht mehr als dreieinhalb geben. Aber ist ein guter Film auf jeden Fall.
- 2:09:03Okay. Ja, ich denke gerade so, wie blöd. Da bereite ich jetzt meine Folge selber
- 2:09:08vor und bin trotzdem die Letzte beim Fazit. Das habe ich nicht geschickt geplant,
- 2:09:13weil darüber ärgere ich mich ja immer.
- 2:09:14Du hast ja demnächst noch einen Versuch. Genau.
- 2:09:18Ihr habt natürlich jetzt viel schon gesagt, was ich so auch unterschreiben würde.
- 2:09:23Also für mich ist der Kritikpunkt am Film der Ermittlungspart, ganz klar.
- 2:09:30Aber ich mag an dem Film wirklich sehr gerne diese Mischung aus dem dokumentarischen
- 2:09:35Realismus und dass der sowas total märchenhaft, poetisches irgendwie hat.
- 2:09:42Das finde ich was Besonderes.
- 2:09:45Ich mag, dass die Figuren,
- 2:09:48Ja gut, der Professor ist nicht besonders ambivalent, aber ich mag zum Beispiel,
- 2:09:51dass die Figur von Louise so ambivalent ist und wie der Film uns das erzählt.
- 2:09:57Also, dass das halt nicht immer so in your face ist, sondern dass hier wirklich
- 2:10:02viel zwischen den Zeilen erzählt wird und viel über die Bilder transportiert wird.
- 2:10:07Also für mich ist es ein Film, der nicht durch seine Geschichte zu was Besonderem,
- 2:10:14geworden ist oder auch für mich zu was Besonderem geworden ist,
- 2:10:17sondern wie er umgesetzt wurde und wie er inszeniert wurde.
- 2:10:21Ich finde den optisch sehr, sehr schön und die Figur von Christian berührt mich
- 2:10:29halt auch emotional sehr.
- 2:10:30Ich glaube, das hat auch viel damit zu tun, wie sehr man den Film mag.
- 2:10:38Darstellerleistung finde ich sehr bemerkenswert, das habt ihr auch gesagt und,
- 2:10:44insgesamt sind die Atmosphäre und das Setting auch für mich sehr erinnerungswürdig,
- 2:10:51weswegen ich auch eingangs gesagt habe, es ist so ein Film, wenn ich den sechs,
- 2:10:57sieben Jahre nicht gesehen habe, habe ich trotzdem noch sehr viele Bilder im Kopf und,
- 2:11:03deswegen mag ich den sehr und gebe wie Teresa 4,5 von 5 Sternen.
- 2:11:11Weißt du was, Laura? Du bekommst heute von mir 5 Sterne fürs Durchleiten durch
- 2:11:18diese Episode. Oh, danke schön.
- 2:11:21Das freut mich.
- 2:11:24Ich hoffe, alle anderen geben auch fünf Sterne. Bis die alle in die Kommentare
- 2:11:28schreiben. Wir finden euch.
- 2:11:31Sehr lieb von euch. Die Kritiker und das Publikum von Augen ohne Gesicht haben
- 2:11:38keine fünf Sterne vergeben.
- 2:11:41Zum Erscheinen zumindest in Frankreich. Der Film war ein mäßiger Publikumserfolg.
- 2:11:47Es gab gemischte Kritiken. Aber schon eher so, entweder die Kritiken waren,
- 2:11:53Also ein paar waren sehr positiv und sehr viele waren sehr negativ.
- 2:11:59Also ein Kritiker hat zum Beispiel geschrieben, es ist einer der schönsten und
- 2:12:02geheimnisvollsten Filme, die das Kino je hervorgebracht hat und ein anderer
- 2:12:07hat ihn als besonders schönen schwarzen Diamanten bezeichnet.
- 2:12:11Das fand ich auch sehr poetisch.
- 2:12:13Aber die meisten haben sich halt gestört an Sadismus und irgendwie war dann
- 2:12:18ja doch da ein bisschen Blut und es gab irgendwie Lust.
- 2:12:24Am Quälen von Menschen. Und dann gibt es natürlich immer diese,
- 2:12:29genau, der Hostel der 60er Jahre.
- 2:12:32Und dann gibt es natürlich, darf eine Ohnmachtsgeschichte nicht fehlen.
- 2:12:37Beim Edinburgh Film Festival sollen während der Operationssequenz sieben Zuschauer
- 2:12:43ohnmächtig geworden sein. Das ist natürlich schlecht.
- 2:12:47Genau. Auch in Großbritannien waren die Reaktionen dem Film gegenüber äußerst ablehnend.
- 2:12:54Jemand hat geschrieben im Spectator, es sei der sickest Film seit Beginn der
- 2:13:01Tätigkeit als Filmkritikerin.
- 2:13:04Das ist natürlich irgendwie auch so ganz witzig aus heutiger Perspektive.
- 2:13:09Und eine britische Kritikerin, die den Film positiv beurteilt hat,
- 2:13:13soll wegen ihres Urteils beinahe ihre Stelle verloren haben.
- 2:13:17Also die Gemüter waren erhitzt.
- 2:13:22Und zum Glück hat sich die Rezeption von dem Film so ein bisschen gewandelt,
- 2:13:30weil der Film heute, und das haben wir auch herausgestellt, finde ich,
- 2:13:34als Klassiker des französischen Horrorkinos gilt und auch als früher Meilenstein für den Bodyhorror.
- 2:13:42Und ja, auch so ein bisschen die Verbindung Arthouse und Genre.
- 2:13:46Darüber haben wir gar nicht so viel gesprochen, aber auch das kann man ja hier
- 2:13:51durchaus schon angedeutet sehen.
- 2:13:55Und es ist ein Schlüsselwerk für die Darstellung von Gesicht, Körper und Identität.
- 2:14:01Also das ist ja schon im Kino mittlerweile auch ein viel erzähltes Thema.
- 2:14:06Ich denke da auch immer an den hier mit Antonio Banderas, die Haut,
- 2:14:11in der ich wohnte. Genau.
- 2:14:14Der fällt mir da mal an. Aber es gibt ja sehr viele Filme mit einer ähnlichen
- 2:14:18Thematik. Ich würde gerade die Maske des Zorro sagen.
- 2:14:22Also schon insgesamt ein sehr anflussreicher Film und ja, ich glaube,
- 2:14:30damit sind wir auch tatsächlich am Ende angekommen, wenn ihr jetzt nicht noch
- 2:14:33irgendwas ergänzen möchtet.
- 2:14:36Ja, passt für mich. Ich finde, da war wunderbar alles Wichtige drin,
- 2:14:40meiner Meinung nach. Sehr gut.
- 2:14:43Dann danke euch fürs Durchziehen und euch fürs Zuhören.
- 2:14:49Und dann würde ich sagen, bis nächste Woche. Tschüss.