Latest / Border Allein – Selbstführung für emotional intensive Menschen / DNA der Seele Teil 2
Transcript
- 0:00So ihr Lieben, mein Name ist Sven, Elke Borderline und wir
- 0:11haben ja jetzt quasi die 2. Folge unseres, unserer oder
- 0:21meiner meiner vierteiligen. Wie soll ich sagen?
- 0:28Reihenfolge was was Gene angeht, so die 1.
- 0:33Episode waren ja quasi wirklich so.
- 0:37Ich sag mal die Grundlagen, so der rein wissenschaftliche
- 0:40Einstieg und jetzt in Episode 2 habe ich mir gedacht, die nennen
- 0:46wir tatsächlich, wenn die Gene flüstern, Schizophrenie,
- 0:50Depression und so weiter und sofort die Stille macht der
- 0:53Veranlagung also und dazu würde ich gerne heute tiefer.
- 0:57In konkrete Psycho Psycho psychische Erkrankung eintauchen
- 1:02ja, was die genetischen Hintergründe, Unterschiede und
- 1:07auch Mythen ausmacht. Ja, und das was vielleicht so n
- 1:10bisschen die Essenz aus der aus der modernen Forschung
- 1:13hervorbringt, ja, ja, dann würde ich sagen, fangen wir mal wieder
- 1:24mit so einem. Mit so einem ich sollte mich
- 1:27eigentlich pathetisch allein nennen, weil jetzt stell dir mal
- 1:32vor, du hörst stimmen, die sonst niemand hört oder du spürst
- 1:40Wochen, in denen dein Geist in ein graues Nebelfeld singt, ohne
- 1:46dass du weißt warum. Und weil ich war.
- 1:50Für viele Menschen ist das kein Film.
- 1:53Und auch keine Übertreibung, sondern Alltag, einfach Alltag.
- 1:59Und deswegen dachte ich mir, dass wir jetzt in dieser Folge
- 2:02einfach mal wirklich genau hinschauen, hinschauen, wo quasi
- 2:06das Unsichtbare beginnt, also in den Genen, die unsere Psyche
- 2:10prägen, und das kann manchmal, manchmal ist es okay und
- 2:14manchmal auch extremst brutal. Also fangen wir mal an mit der
- 2:21Schizophrenie und. Also sozusagen mit dem
- 2:25genetischen Mosaik der Schizophrenie, weil die
- 2:28Schizophrenie ist eine der am stärksten genetisch
- 2:32beeinflussten psychischen Erkrankungen überhaupt, wie in
- 2:35der 1. Folge habe ich euch ja gesagt,
- 2:37die Erbanlage liegt bei 90% so, und da kommen wir wieder zu
- 2:43zwillingsstudien, die zeigen ganz klar, wenn ein eineiiger
- 2:47Zwilling erkrankt, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass.
- 2:51Dass der andere ebenfalls betroffen ist bei rund 50% 50%,
- 2:59bei zweieiigen Zwillingen, also Leute, also Zwillinge, die nur
- 3:0350% genetische Übereinstimmung haben, sind es immer noch 15%.
- 3:09Und ich finde schon, dass dass das gewaltig ist.
- 3:16Und das zeigt quasi, diese Zahlen zeigen, dass die DNA.
- 3:21Ne sehr sehr, sehr zentrale Rolle spielt aber keine
- 3:25alleinige. Nein, die Forscher, die haben,
- 3:33die haben jahrzehntelang haben die nach diesen ich nenn es mal
- 3:36Schizophrenie gen gesucht was haben sie gefunden, löscht
- 3:42einfach löscht die sind einfach alle zur Arbeit und sind immer
- 3:48ohne Ergebnis nach Hause. Aber das ist nicht ganz richtig.
- 3:57Die hatten quasi hundertfache Ergebnisse, weil die haben statt
- 4:03dem einen schizophreniegel schizophreniegel Alter gehen
- 4:11statt einem gehen haben sie ganz viele hundertfache kleine
- 4:16Varianten gefunden, die. Und jede Variante hatte einen
- 4:25minimalen Effekt und 2022 gab es die bis dato größte Studie über
- 4:39280 genetische Loki sind daran beteiligt gewesen, viele davon
- 4:45betreffen Synapsen. Also quasi die, die
- 4:48Verbindungsstellen zwischen den Nervenzellen.
- 4:53Besonders interessant an dieser an dieser Studie finde ich
- 4:56jedenfalls, ist also das interessante daran, was ich
- 5:02finde ist, dass dass Gene, die an der Glutamat und
- 5:06Dopaminsignalübertragung beteiligt sind, und das würde
- 5:10wiederum perfekt zu dem passen, was, was man in der klinischen
- 5:14Praxis immer sieht. Dopaminüberaktivität in
- 5:17bestimmten Hirnregionen korreliert mit Halluzination,
- 5:21Wahn und Realitätsverlust. Aber noch mal ganz klar, selbst
- 5:30wenn man diese Varianten trägt, heißt das nicht, dass man krank
- 5:33ist oder wird. Genetik ist keine Prophezeiung
- 5:39stellt euch die Genetik quasi wie wie, wie Wetter vor.
- 5:44Genetik schafft einfach nur Bedingungen und ob daraus ein
- 5:49Sturm wird aus diesem Wetter, das hängt auch ein bisschen von
- 5:52der Landschaft ab, in der du lebst.
- 5:57Welche Landschaft kann das denn sein?
- 6:01Ja, das kann sein Trauma oder mehrere Traumata, Isolation,
- 6:06Drogenkonsum, Mangel, Mangel an Bindung und so weiter.
- 6:12Und sofort. Das Risiko ist also als es ist
- 6:14tatsächlich multifaktoriell, Gene schaffen quasi eine Bühne,
- 6:21aber die Umwelt entscheidet, ob das Stück tatsächlich aufgeführt
- 6:25wird. So, und dann gab es irgendwann
- 6:312018, gab es eine Studie in einem Land, wo ich
- 6:36unwahrscheinlich gerne mal hin möchte, nämlich aus Island.
- 6:40Dass selbst gesunde Angehörige von Schizophreniepatienten oft
- 6:45genetische Risikovarianten tragen, aber sie entwickeln
- 6:50höhere Kreativität und intensivere Wahrnehmung.
- 6:53So, und vielleicht ist das Risiko für psychische
- 6:56Erkrankungen der Preis, der die Evolution für Bewusstsein,
- 7:01Vorstellungskraft und Kreativität irgendwie bezahlt
- 7:05hat und die Linie zwischen. Genie und Wahnsinn ist also
- 7:10nicht nur poetisch, die ist tatsächlich biologisch
- 7:14gezeichnet. Die Depression, die ist anders,
- 7:20die Depression ist also de facto, aber wir haben ja gesagt
- 7:27in Folge 1, die Erblichkeit liegt irgendwo bei 3540%, die
- 7:30ist weniger genetisch festgelegt, also die
- 7:35Erblichkeit, wie gesagt bei maximal 40%.
- 7:38Die ist wiederum wirklich stark von Lebensumständen geprägt.
- 7:48Das heißt nichts anderes, dass nur ein Roundabout ein Drittel
- 7:53in der DNA liegt, der Rest entsteht durch Umwelt, Stress,
- 7:59Traumata, durch externe Faktoren, durch Eure meine, wie
- 8:06auch immer. Geschriebene Biografie so, wir
- 8:13kommen mal zu den genetischen Risikofaktoren.
- 8:15Ja, also die größten genetischen Risikofaktoren bei einer
- 8:19Depression ist tatsächlich sind die da sind die Gene betroffen,
- 8:24die das Serotoninsystem, das Stresshormonsystem und die
- 8:29neurolare Plastizität steuern. So, und da ist ganz, ganz
- 8:34besonders bekannt, das kennt fast jeder.
- 8:37Ist das Gen für den Serotonintransporter so?
- 8:41Und da gibt es ne kurze Variante und zwar Menschen mit dieser
- 8:48kurzen Variante reagieren halt einfach empfindlicher auf
- 8:52Stress, die reagieren empfindlicher auf ihre Umwelt
- 8:58oder die die reagieren tatsächlich auch empfindlicher
- 9:02auf n Trauma, das heißt dann nichts anderes.
- 9:07Als dass ihr System schneller in den Alarmzustand fährt.
- 9:13Dass die Amygdala viel, viel schneller angesprochen wird.
- 9:21Und hier ist es wieder mal ganz einfach, es ist im Prinzip ganz
- 9:26einfach, es ist einfach gesagt, ich weiß, aber ohne Stress, ohne
- 9:32diese Faktoren, diese Umweltfaktoren.
- 9:35Sind die, ich sag mal in Anführungszeichen die
- 9:38Depressiven genauso stabil wie alle anderen?
- 9:40Also das ist im Prinzip eine ganz einfache mathematische
- 9:44Formel, Gene plus Umwelt gleich Ergebnis, diese Formel ist doch,
- 9:53die ist doch völlig simpel, eigentlich ist kein Schicksal,
- 9:59die ist kein also diese Genetik ist kein Schicksal, sondern eher
- 10:04eine Einladung. Dann was, guck mal, was macht
- 10:07Depression so besonders? Das ist ihre epigenetische
- 10:13Formbarkeit so, und das heißt unterm Strich doch nichts
- 10:23anderes, guck mal, als das gerade bei einer depressiven
- 10:27Phase, dass man das tatsächlich zu mindestens 2 dritteln.
- 10:35Selber beeinflussen kann wie ist glaube ich brauche ich, brauche
- 10:42ich keinen zu erklären. Depressionen jeweils jedenfalls
- 10:47sind biologisch ist die Heilung möglich, sagen wir es so,
- 10:53Depressionen sind heilbar, ganz einfach und natürlich natürlich
- 11:02streitet man oft über. Über die Therapieform jetzt habe
- 11:06ich aus der charité Berlin letztens einen interessanten
- 11:10Bericht gesehen, um das mal hier eben kurz einzuwerfen.
- 11:15Da wurde mit Hilfe magnetischer Felder das der präfrontale
- 11:22Kortex wurde, da der wurde stimuliert, das war eine
- 11:27Sitzung, jetzt muss ich überlegen, jede Sitzung ging
- 11:30irgendwie, keine Ahnung. 6 Stunden mit Pausen irgendwie,
- 11:35und das haben die 678 Mal gemacht, mit absolut, wirklich,
- 11:43wirklich guten Ergebnissen. Und zwar war der Proband ein ein
- 11:47ein wirklich schon fast hoffnungslos depressiver, also
- 11:52wirklich. Da sprechen wir nicht nur über
- 11:55rezidivierende Depressionen, sondern über ganz, ganz starke
- 11:59Depressionen, die ihn auch teilweise unfähig gemacht haben
- 12:02zu zu reden. Der war quasi wie er tatsächlich
- 12:06wie abgeschaltet so und das das sind alles so so Sachen wo man
- 12:14sagt EY, aber grundsätzlich ist die Heilung echt möglich, ja so
- 12:21und wir, das ist meine Meinung. Wir schreiben an unseren Genen
- 12:24mit jeden Tag durch, durch, durch, durch unser Verhalten,
- 12:30durch unsere Umwelt, also durch unsere, durch unser, durch unser
- 12:34soziales Umfeld. Sagen wir es mal so, durch
- 12:37Beziehungen, durch Entscheidungen und so weiter und
- 12:42sofort, und ich finde, das ist das, und darauf zielt ja auch
- 12:47mein Coaching, Ich schreibe an den Genen mit.
- 12:52Und das ist das Wichtigste. So, und dann kommt, komme ich
- 12:58jetzt mal so ein bisschen zu einem ganz faszinierenden, aber
- 13:04auch ein sehr sensibles Thema, so Talent, IQ und psychische
- 13:09Anfälligkeit. Ich erlebe das unheimlich oft,
- 13:15weil ich will jetzt nicht sagen, dass alle.
- 13:20Die eine psychische Erkrankung haben, einen wahnsinnig hohen IQ
- 13:24haben. Aber man weiß, dass viele
- 13:27unserer Gene, die mit psychischen Erkrankungen in
- 13:31Verbindung stehen, die korrelieren auch mit
- 13:33Intelligenz, Kreativität und die und divergentem denken, das
- 13:40heißt nichts anderes als dieselben genetischen Varianten,
- 13:45die das Risiko für Schizophrenie oder Bipolarität leicht erhöhen
- 13:49können, auch. Neuronale Verletzungen,
- 13:52Vernetzungen fördern und auch dazu gibt es natürlich wieder
- 13:56eine Studie. Ja von 2015 von power at all
- 14:03heißt das geschrieben, Power ETAL Punkt und die zeigt, dass
- 14:09Menschen mit einer höheren genetischen, ich sag mal in
- 14:13Anführungszeichen Last für Schizophrenie über Durchschnitt.
- 14:19Überdurchschnittlich oft in kreativen Berufen arbeiten, also
- 14:24sprich Künstler, Schriftsteller, Musiker und sondern, das heißt
- 14:33ja nichts anderes als dieses, dass dass unser Genom nicht in,
- 14:40nicht in gut oder schlecht denkt, sondern in
- 14:42Spannungsfeldern, ja. Weil die Evolution hat uns ja
- 14:49nicht für Stabilität programmiert, sondern quasi für
- 14:53Vielfalt. Ja, die Evolution hat ja nicht
- 14:57dafür gesorgt, dass wir starr sind, sondern dass wir uns in
- 15:01ganz viele Richtungen bewegen können und in dieser Vielfalt
- 15:06liegt natürlich, oder da birgt, das birgt natürlich auch viel
- 15:09Risiko, aber auch unheimlich viel Genialität, wie ich finde.
- 15:18Und dann können wir mal wieder zu einer These von mir.
- 15:20Vielleicht ist psychische Verletzlichkeit nichts anderes
- 15:25als als als Nebenprodukt von Sensitivität, also diese, diese
- 15:31Fähigkeit, die Welt einfach tief zu fühlen.
- 15:39Ich hoffe, ihr könnt mir folgen und.
- 15:44Wenn man sich das einfach mal so alles vor Augen hält, ne dann
- 15:50jetzt mal unabhängig von den ganzen Fakten und Studien und so
- 15:53weiter und sofort, wenn man einfach mal so den Blick nicht
- 15:57nur immer starr geradeaus lenkt, sondern wirklich mal abschweifen
- 16:01lässt, sich mal darüber bewusst wird, was was was ist, Genetik
- 16:05überhaupt, ja und ist eine psychische Verletzlichkeit
- 16:11vielleicht keine keine. Deswegen nenne ich es gerade
- 16:15psychische Verletzlichkeit und nicht psychische Erkrankung.
- 16:18Ist es vielleicht nichts anderes als tatsächlich Nebenprodukt,
- 16:22weil wir ganz andere Fähigkeiten haben, diese Welt zu sehen und
- 16:26zu fühlen, aber noch mal. Was bedeutet das alles
- 16:38eigentlich? Fangen wir mal so an, wenn wir
- 16:40sagen, psychische Krankheiten seien genetisch, dann müssen wir
- 16:43halt einfach aufpassen, was wir hören, Punkt, das bedeutet
- 16:47nämlich nicht, dass wir ausgeliefert sind, das bedeutet
- 16:49nur, dass wir verstehen lernen, warum wir verschieden sind, und
- 16:58da ist einfach viel, viel Empathie.
- 17:06Und der und der Wille, Freiheit zu denken für nötig.
- 17:14Guck mal, jetzt stellt euch doch einfach vor, ihr seht eure Gene
- 17:18mal nicht als Bürde, sondern einfach nur als eine große
- 17:22Landkarte von Möglichkeiten auf dieser Landkarte.
- 17:25Ich sage das ja immer wieder, wenn man in Richtung Zukunft
- 17:27guckt. Es eröffnet sich immer wieder
- 17:291000, abzweige, Kreuzungen und so weiter und sofort.
- 17:34Manche Wege führen halt ins Dunkel, ja, aber andere Wege
- 17:38hingegen, die leuchten so und dann muss man ganz klar, muss
- 17:42man sich vor Augen halten, dass diese Karte nicht festgelegt
- 17:46ist, sondern die ist variabel, die ist erweiterbar und unsere
- 17:52DNA, die erzählt Geschichten, aber wir entscheiden immer noch,
- 17:57wie sie enden, so, ich würde sagen.
- 18:04Das war die 2. Folge, wenn Gene flüstern.
- 18:09In der nächsten Folge habe ich mir überlegt, ich stelle mir mal
- 18:13die Frage, kann man Gene heilen in Anführungszeichen, was
- 18:18Epigenetik, Traumata, neuroplastizität über
- 18:23Veränderung zum Beispiel verraten.
- 18:26Also ich freue mich, wenn wir uns nächste Woche wieder hören
- 18:29und denkt bitte daran, eure Gene sind keine Fesseln.
- 18:33Sie sind ein Alphabet und ihr bedient euch in diesem Alphabet?
- 18:38Ihr schreibt es, mein Name ist Sven aka der absolute
- 18:44Studiengänger Borderline und ich bin raus.