Latest / Brichta & Bell - der Wirtschafts-Podcast / Der gefährliche Plan von Trumps neuem Fed-Chef – und die Silberfalle für Anleger
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- Ja und bei uns glänzt es heute wieder, denn wir schauen auf Silber, da tut sich nämlich was und ich rede jetzt nicht vom Kurs, der pendelt aktuell so zwischen 65 und 80 Dollar. Es geht ums Geld sparen, Steuern, Stichwort Zollfreilager. Die Bundesregierung hat nämlich eine ganz wichtige Sache geändert, die große Folgen hat für Anleger. Darüber wollen wir sprechen. Aber zu Beginn dieser Sendung, dieses Podcast, dieser Folge, wollen wir auf den neuen Chef der US-Notenbank schauen. Raimund Kevin Walsh, der hat nämlich jetzt seine erste Sitzung gehalten. Und was ein unartiges Kind, muss man ja sagen. Er hat den Leitzins nicht gesenkt. Donald Trump kocht vor Wut? Nein, das tut er nicht, weil er hat ihn ja erst ins Amt gehievt und er unterstützt ihn so quasi. Er hat dann gesagt, er ist okay damit, mit dieser Entscheidung. Also ich denke mal, Kevin Walsh kann sich da ein bisschen mehr leisten, als es sein Vorgänger Paul hätte sich leisten können. Gut, und ein bisschen Beruhigung kommt da rein, weil er hat ja eine Zinssenkung dann doch schon angekündigt. Ja, eine Zinssenkung hat er quasi gestern nicht angekündigt, im Gegenteil. Sorry, Zinserhöhung. Richtig, ja, ja, genau, das ist ja wirklich interessant. Wir können auch noch über eine Zinssendung und die möglichen Folgen dann später reden, weil er langfristig schon sowas vorhat. Aber jetzt aktuell zumindest ging es eher gestern darum, dass die Zinsen eher, im Laufe des Jahres nochmal erhöht werden könnten, wegen der aktuellen Inflationslage. Aber es gibt noch interessante andere Aspekte. Dieser Sitzung und auch der anschließenden Pressekonferenz. Zum einen hat, das finde ich ja ganz witzig, hat der Herr Worsch eine Taskforce angekündigt, die der Notenbank dabei helfen soll, die Geldpolitik zu gestalten. Das ist ja durchaus sinnvoll, dass man auch mal die eigenen Dinge erstmal ein bisschen längerfristig auch plant und unter die Lupe nimmt. Und interessant sind aber dann die fünf Teams, die es da geben soll. Das erste ist nämlich das Team Kommunikation. Da soll sich um die Kommunikation kümmern, der Notenbank. Und da hat Walsch tatsächlich einiges vor, was anders ist als bisher. Der will viel weniger machen. Er hat schon den ersten Teil umgesetzt, denn das Statement der Notenbank nach dieser Sitzung war viel, viel kürzer als bisher. Die Statements und in diese Richtung will er gehen. Er will eigentlich die Märkte gar nicht mehr so leiten wollen. Wie das bisher die Notenbank gemacht hat, indem sie auch ihre Zinsprognosen gemacht hat. Und da kommen wir jetzt zum zweiten wichtigen Punkt bei diesem Thema Kommunikation. Es gab gestern tatsächlich alle Vierteljahr gibt es diese Zinsprognosen der eigenen FED-Mitglieder und, die haben eben darauf hingedeutet, dass die Leitzinsen im Laufe dieses Jahres nach Erwartung dieser FED-Mitglieder eben nochmal um ein Viertelprozentpunkt nach oben gesetzt werden könnten. Aber interessant dabei ist, diese Projektionen, die haben nicht alle Mitglieder gemacht. Einer fehlte. Niemand weiß, wer... Es ist aber davon auszugehen, dass es der Herr Walsch selbst war, weil er sowas nicht möchte. Er möchte nicht. Dass die Märkte nach der Notenbank sich richten. Und jetzt kommt was ganz Interessantes, er möchte es eher umgekehrt. Er möchte, dass die Märkte die Notenbank leiten. Also die Märkte, sagt er, die haben ja wirklich so viel, da ist ja das ganze Wissen der gesamten Welt quasi, der gesamten Finanzwelt zusammen und es soll eher umgekehrt sein, dass die Notenbank auch diese Marktreaktionen sich eher als Vorbild nimmt und sich danach orientiert. Also das ist der ganz wichtige Punkt, der anders werden wird unter Worsch im Vergleich zu seinen Vorgängern und da sind wir gespannt, was diese fünf Teams noch ausbaldobern werden. Außer der Kommunikation gibt es noch ein Team FED-Bilanz, also die Bilanz der Notenbank, da kommen wir gleich nochmal zu, denke ich, das ist ein ganz interessanter Punkt. Also die sollen sich mit dem Volumen, vor allen Dingen wahrscheinlich auch, natürlich auch mit der Struktur, aber auch dem Volumen der Bilanz beschäftigen. Und dann gibt es noch drei andere Teams, Datenquellen, Arbeitsmarkt und Inflation. Die letzten beiden sind klar, Arbeitsmarkt und Inflation, das sind die beiden. Leitziele der Notenbank. sie soll sich am Arbeitsmarkt richten und die Inflation gleichzeitig bekämpfen. Und Datenquellen, da geht es natürlich darum, welche Quellen nutzen wir denn. Und da wird möglicherweise auch der Markt eine ganz wichtige Rolle spielen. In welchem Team sitzt denn eigentlich Jerome Powell, weiß man das? Das weiß ich jetzt nicht. Vielleicht kann unser Gast dazu was sagen, den wir gleich noch dazu hören werden. Was aber noch interessant wäre, wäre tatsächlich die Frage, wenn wir zur Fettbilanz kommen. Da hat der Herr Worsch aus meiner Sicht langfristig was vor, was sehr gefährlich werden könnte für die Aktienmärkte. Er will nämlich auf der einen Seite schon längerfristig oder mittelfristig die Zinsen senken, aber damit nicht der Eindruck entsteht, die Notenbank tue jetzt zu wenig gegen Inflation, will er so eine Art Spagat machen, nämlich auf der einen Seite die Zinsen senken, mittelfristig wie gesagt, nicht im Laufe dieses Jahres, zur Zeit zumindest nicht, warten wir ab, ob er seine Meinung noch ändert oder ob die FED-Mitglieder ihre Meinung noch ändern. Aber er will auf der anderen Seite dieser ja dann eher expansiven Maßnahme Zinssenkung eine restriktive gegenüberstellen und das wäre der weitere Abbau, deutliche Abbau der Bestände an. Staatsanleihen, vor allen Dingen Staatsanleihen, die die Notenbank hat, das sind ja rund 6,5 Billionen Dollar im Moment. Und die will er weiter abbauen, das ist ihm ohnehin schon ein längerer Dorn im Auge, Er war ja schon mal Mitglied des Notenbankrats, da hat er sich auch gegen diese immense Ausweitung gewehrt. Ich meine ja, das wisst ihr ja vielleicht da draußen aus früheren Folgen, dass diese Ausweitung unumgänglich ist, zumindest wenn man die Finanzstabilität auch als Maßgabe nimmt. Und deswegen glaube ich auch, diesen zweiten Punkt, diese Reduzierung der Notenbankbilanz, das kann er durchaus versuchen. Aber wenn er es dann übertreibt, wenn es zu stark nach unten geht mit dieser Notenbankbilanz, dann werden die Märkte, und darauf will er sich ja auch wieder nachrichten, wenn die Märkte dann sagen Stopp, dann wird er das wieder nicht nur stoppen, sondern auch umkehren. Das ist ganz klar, die Märkte sind auf diese hohe Liquidität, auf dieses Geld, was diese Staatsanleihen bedeuten im Besitz der Notenbank, das ist Zentralbankgeld. Und wenn das plötzlich wegfällt, also Geld vernichtet wird, dann werden die Märkte letztendlich kollabieren. Es geht bis zu einem gewissen Grad, aber eben nicht. Unendlich nach unten. Aber warum ist das für die Märkte so wichtig? Vielleicht kannst du das nochmal erklären, wenn die Liquidität entzogen wird. Ja, weil die Märkte, wir reden ja auch da schon die ganze Zeit drüber, ich rede von der Katastrophenhoss, in der wir gerade sind und das zeigt sich auch alles an den zunehmenden Bewertungen. Diese Katastrophenhoss, die nimmt ihren Lauf und die ist eindeutig nur davon abhängig, dass die Märkte mit Liquidität versorgt werden. Und wenn plötzlich, die sind ja abhängig quasi wie Junkies, die Märkte von dieser Liquidität. Und wenn da jetzt tatsächlich ein wichtiger Faktor, und das sind die Notenbankbilanzen, das ist in Amerika vor allen Dingen eben die Bilanz der FED, wenn der plötzlich restriktiv und richtig restriktiv wird, dann wird den Märkten. Diese Droge entzogen und dann könnten sie kollabieren, was dann wiederum die Notenbank auf den Plan rufen wird. Und dann wird man sagen, naja, könnte man umdrehen und wieder Geld in die Märkte pumpen, wieder die Notenbankbilanz erhöhen. Da gibt es übrigens ein interessantes Beispiel für. Wir erinnern uns an die ehemalige Notenbankchefin Jönette Yellen, Die hat ja sowas auch schon mal gemacht. Die haben die Notenbankbilanz schon reduziert. Das war im vergangenen Jahrzehnt. So, und dann hat sie sogar sich mal zu der Äußerung hinreißen lassen. Ich glaube, das haben wir auch schon mal erwähnt. Naja, das ist ja überhaupt kein Problem, die Notenbankbilanz, wenn die reduziert wird. Das sei so interessant, wie wenn man Wandfarbe beim Trocknen zusehen würde. Also völlig langweilig, völlig uninteressant. Und ja, tatsächlich ging es dann auch eine Zeit lang gut. Die Notenbank hat ihre Bilanz reduziert. Aber dann, wir erinnern uns vielleicht noch daran, das war kurz vor der ersten Sendung, vor unserer ersten Folge, Ende 2018, dann kippten die Märkte plötzlich. Da ging es nach unten. Das war ein richtig starker Eindruck um Weihnachten herum, also im Dezember. Und dann hat die Notenbank plötzlich gemerkt, ah, das war wohl jetzt zu viel, und hat das nicht nur gestoppt, sondern sie hat den Abbau dieser Anleihbestände sogar wieder umgekehrt. Sie hat wieder zusätzlich Anleihen gekauft und das lange bevor es dann nochmal richtig einen Schub gab durch die Corona-Krise. Also schon vor der Corona-Krise haben die gemerkt, das läuft nicht so, wir müssen diesen Abbau stoppen. Und das zeigt eigentlich, das ist eigentlich ein gutes Beispiel dafür, dass die Märkte ja so einen Abbau bis zu einem gewissen Grad vertragen, aber irgendwann ist dann Schluss. Und wo es dann Schluss sein wird, das werden uns die Märkte zeigen. Ja, dann nehmen wir doch mal unseren heutigen Gast dazu, Andreas Ullmann, Edelmental-Experte, sage ich mal jetzt im weitesten Sinne, weil wir wollen ja eigentlich über Silber sprechen. Was hat Sie denn besonders überrascht an den Worten von Kevin Walsh oder an dem, was er da so generell mit Blick auf die Aufstellung der FED erzählt hat? Ja, Herr Bell, Herr Brichter, erstmal vielen Dank für die Einladung, dass ich heute mit dabei sein darf. Ja, hat mich das wirklich überrascht? Ehrlicherweise eigentlich nein. Er hat das Ganze neutral gelassen. Ich glaube, wenn man hier neu anfängt als FED-Chef, dann tut man gut dran, auch erst mal zu gucken, wie läuft es denn. Und wir hatten ja erst die Erwartung, dass zweimal um 0,25 durch die FED gesenkt werden würde. Das war aber vor dem Memorandum of Understanding mit dem Iran. Und der Iran-Krieg hat ja einen hohen, oder wird einen hohen Einfluss auf die Inflation. und die Inflation. Sie meinten nicht gesenkt, Entschuldigung, darf ich nicht so unterbrechen, zweimal erhöht. Sie hatten gesagt gesenkt. Die Erwartung, dass zweimal erhöht wird, Entschuldigung, richtig. Genau, genau, war nur ein Versprecher, alles klar. Dass zweimal erhöht wird, einfach um die Inflation, die drohende Inflation durch den Iran-Krieg zu bekämpfen und nachdem jetzt dieses Memorandum of Understanding, gemacht worden ist, wurde ja gestern Abend auch, glaube ich, noch in Versailles vom Donald Trump unterschrieben, erwartet man jetzt, oder hofft man auf eine Erleichterung, dass die Inflation nicht so schlimm sein wird. Deswegen hat er jetzt einfach mal abgewartet, was da passiert. Ja, wir werden mal sehen. Weil eigentlich ist eine Inflation ja eine Welle, die sich aufbaut, sage ich mal, von den Rohstoffen und den Produktionskosten. Und diese Welle ist ja seit drei Monaten eigentlich schon unterwegs und wird sich dann bis zum Jahresende weiter durchfressen. Und da muss man gucken, wie hoch die dann tatsächlich schwappen wird, die Welle. Gestern Abend, wichtiger Stichwort, wir zeichnen diesen Podcast, nur das der Vollständigkeit halber, wir zeichnen den am Donnerstagmorgen auf. Gut, kann er mal sagen jetzt an dich, Raimund, und an Sie, Herr Ullmann, Kevin Borsch ist sich da eigentlich treu geblieben. Also das, was man im Vorfeld von ihm erwartet hat, hat er geliefert oder hat sich jetzt nicht verbogen? Das stimmt. Er ist ja eher als Hawk, sag ich mal, eher hawkisch verschrien, auch wenn er dann sagt, er wird langfristig vielleicht senken. Aber da ist er ja eigentlich ähnlich getaktet wie Jerome Powell, der. Sich ja auch ganz stark mit Donald Trump überworfen hat, weil er gesagt hat, nee, also ich senke dir jetzt nicht die Zinsen, damit du dich günstiger refinanzieren kannst, sondern meine Aufgabe ist erstmal Geldwertstabilität und natürlich dann auch die Wirtschaft am Laufen zu halten. Aber jetzt nicht die Staatsfinanzierung da günstig zu sichern. Und der Kevin Walsh ist ja eigentlich ähnlich aufgestellt, nur dass er sich nicht so offen mit Trump überwirft. Von daher ist er auch eher dem hawkischen Lager eigentlich zuzuordnen. Ja, und vor allem hat er ja noch ganz viel Zeit, sich mit Trump zu überwerfen, in der Öffentlichkeit, wenn er gerade jetzt anfängt. Das kann schnell gehen. Ja, wahrscheinlich ist das so. Also vielleicht auch nochmal für alle die Erklärung hawkisch und dovisch, müsste man nochmal, glaube ich, ein bisschen erklären. Für alle, die nicht so in der Notenbanker-Sprache drin sind. Also hawkisch ist ja abgeleitet vom Wort Falken. Es gibt bei den Notenbanken die Falken und die Tauben, die Doves. Und die Falken sind eher auf restriktive Geldpolitik aus und wollen die Zinsen straff halten und die Inflation stark bekämpfen. Und die Tauben, die sind diejenigen, die alles lockerer sehen. Nur das nochmal zur Erklärung. Dann kommen wir vielleicht einfach mal zu unserem anderen wichtigen Thema. Ich habe es eingangs gesagt, es geht um Silber und da wird nämlich demnächst auch die Umsatzsteuer im Zollfreilager fällig. Klingt vielleicht erstmal ein bisschen kompliziert für alle, die nicht so richtig drinstecken im Thema. Deswegen, Herr Ullmann, für wen ist das interessant und vor allem, warum ändert sich das jetzt? Ja, genau. Also vielleicht sollte man uns erstmal die Regelung oder die übliche marktgängige Praxis anschauen, die vor dieser Änderung durch das Bundesministerium der Finanzen hier stattgefunden hat. Am 9. April kam dann ein Rundschreiben. Also vorher war es im Wesentlichen so, dass Anleger, die in physisches Silber investieren wollten, das Ganze auch in ein sogenanntes Zollfreilager reinkaufen konnten. Was sind Zollfreilager? Das sind im Wesentlichen Lagerstätten, die vom Zoll überwacht werden, wo Ware rein, raus geht. Eigentlich gedacht dafür, dass ich, wenn ich Warentransit habe, also wenn Ware von einem Land über ein anderes Land, in ein Drittland geht zum Beispiel, dass ich die Ware dazwischen lagern kann, ohne dass eben die Mehrwertsteuer des jeweiligen Landes anfällt. Also sprich, da kann Ware reingebracht werden, wird dann gelagert und wird dann wieder rausgebracht oder eben in den Warenverkehr überführt und muss erst bei der Überführung versteuert werden. Also die Mehrwertsteuer fällt dann erst an, wenn sie wirklich das Zollfrahlager verlässt. So, und diese Rahmenbedingungen hat man eben in der Praxis genutzt, dass man sagt, du kannst als Anleger zum Beispiel Silber oder Platin kaufen, was ja normalerweise mit 19% Mehrwertsteuer in Deutschland belegt wäre. Kannst es in diesem Zollfraerlager lagern, hast keine Mehrwertsteuer, bekommst also faktisch mehr Material für das gleiche Geld, weil du keine Steuer darauf bezahlen musst, kannst es unbegrenzt lagern. Und hinterher einfach wieder an den Händler zurückverkaufen. Und so fällt praktisch nie die Mehrwertsteuer an. Das war gängige Praxis oder ist teilweise noch gängige Praxis. Und das hat wunderbar funktioniert, weil es den Anlegern einfach die Möglichkeit gegeben hat, in physische Ware zu investieren, ohne dass die Steuer anfällt. Der Nachteil war, man hat es halt nicht in der Hand gehalten, man hat es nicht persönlich in der Hand, das war in den Lagern, aber den meisten war das eigentlich weniger wichtig. So und jetzt kam am 9. April 2026 eben vom Bundesministerium der Finanzen. Ein Rundschreiben ohne Vorbereitung an die Edelmetallbranche und die hat das Ganze nochmal konkretisiert und hat gesagt, also das ist nur dann mehrwertsteuerfrei, wenn, der Inhaber sozusagen persönlich das Zollverfahren abschließt. Also wenn es auch tatsächlich anschließend in den Warenkreislauf überführt oder dann eben in ein anderes Land weitertransportiert, was in der Praxis bei diesen Investoren ja nie der Fall war. Und alle anderen sind dann mehrwertsteuerpflichtig. Das heißt, man konnte diese steuerfreie Zollfraerlagerung dann nicht mehr machen als Privatanleger. Und das hat dann natürlich alle so ein bisschen geschockt. Jetzt muss man dazu sagen, aber Eingrenzung betrifft nur deutsche Zollfraerlager. Also wirklich nur Zollfraerlager in Deutschland. Es gibt ja auch welche in der Schweiz, in Lichtenstein, in Singapur. Und die sind davon alle nicht betroffen. und die Branche kritisiert im Wesentlichen a, dass man damit Deutschland eben benachteiligt vom Standort her und b, dass es natürlich auch andere wirtschaftliche Nachteile hat. Zum Beispiel, dass man dann weniger Silber überhaupt als Material für die Industrie in Deutschland sozusagen als Lager vorhält. Also Sie haben ja gerade schon angedeutet, es gibt tatsächlich wohl noch Möglichkeiten, das zu umgehen. Aber bleiben wir erst nochmal bei dieser jetzigen Regelung. Sie soll gelten wohl, so heißt das, für alle Käufe nach dem 9. Mai. Ist das richtig? 9. Mai ist eigentlich eine Empfehlung von dem Edelmetallhandbieter. Also laut dem Bundesmilitärerung selber ist es sofort gültig. Und das Rundschreiben war am 9. April. Also wäre es am 9. April mit sofortiger Wirkung. Das heißt für alle Käufe nach dem 9. April gilt, man kauft Silber quasi 19 Prozent teurer als es gerade ist, weil man ja die Mehrwertsteuer noch dazu zahlen muss. Wie ist es dann beim Verkauf? Beim Verkauf ist es davon im Wesentlichen völlig unabhängig, weil entweder ich habe es vorher schon versteuert oder nicht versteuert. Ich habe einen Schutz von Altbeständen. Das heißt, habe ich vor dem 9. April gekauft. Dann passiert eh nichts, weil beim Verkauf fällt ja auch keine Mehrwertsteuer an, an sich. Außer ich würde es aus dem Zollverlager ausliefern lassen, dann fällt es immer an. Und Käufe nach dem 9. April wären dann in diesen Zollfahrerlagern eben auch mit 19% Mehrwertsteuer steuerpflichtig. Und das hat dazu geführt, dass eben sämtliche Anbieter, die solche Lösungen in Deutschland hatten, erst mal alles gestoppt haben. Sämtliche Käufe gestoppt haben, Sparpläne gestoppt haben. Und jetzt praktisch. Mit dem Finanzministerium darüber diskutieren, ob man es nicht wieder aufhebt. Das ist ja ein interessanter Punkt. Also auch beim Verkauf als Privatanleger müsste ich dann die Mehrwertsteuer berechnen. Aber ich bin doch normalerweise gar nicht umsatzsteuerpflichtig. Beim Verkauf haben Sie keine Mehrwertsteuer. Immer nur beim Kauf würde das anfallen. Beim Verkauf fällt es nicht an. Genau. Sie haben im Wesentlichen nur dann die Mehrwertsteuer jetzt im Nachgang, wenn Sie es ausliefern lassen. Also das heißt, wenn Sie sagen, ich will es aus dem Zollverlager rausbekommen und lasse es mir per Werttransport nach Hause schicken, dann würde es ja zollpflichtigen Boden berühren sozusagen und dann wäre es steuerpflichtig. Aber das war vorher schon so und ist jetzt auch schon so. Ja, also total ungünstig. Ich kaufe Silber erstmal 19% teurer, als es eigentlich ist und beim Verkauf. Müssen die 19% erstmal wieder ex Mehrwertsteuer überhaupt wieder reingeholt werden, um überhaupt einen Gewinn zu erzielen. Genau, ich starte eigentlich vor einer schlechteren Ausgangslage. Ich habe die 19 Prozent, wenn ich das Ganze jetzt kaufe. Und deswegen ist dieses Thema Zollverlage in Deutschland mit dieser Regelung eigentlich tot, kann man sagen. Aber wenn Sie sagen, da wird drüber gesprochen, heißt das, das kann eventuell auch wieder zurückgedreht werden? Wie ist der Moment die Einschätzung in der Branche? Also die Einschätzung in der Branche ist eher, dass es dabei belassen wird. Es hat jetzt ehrlicherweise für den Staat keinen großen Effekt. Es ist ja einfach nur eine Klarstellung, eine Regelung, die vorher schon da war, aber man hat das halt jetzt nochmal konkretisiert, indem man gesagt hat, wenn du dieses Zollverfahren nicht beendest, dann ist es zukünftig steuerpflichtig. Und das ist halt ein deutscher Alleingang. In der EU macht das keiner und ausländische Zollverfahren betrifft es jetzt auch nicht. Also wir als Solit zum Beispiel lagern viele in der Schweiz, wir haben auch Liechtenstein, wir haben demnächst wahrscheinlich auch Singapur. Und die sind davon nicht betroffen. Also es ist wirklich nur Zollfreilager in Deutschland, die von dieser Regelung betroffen sind. Und jetzt kommen wir eben zum entscheidenden Punkt, wer bisher das genutzt hat, so ein Zollfreilager als Anleger oder Anlegerin, was soll der jetzt tun? Der muss sich also erstmal erkundigen, ob das ein deutsches Zollfreilager ist, wenn ich Sie richtig verstehe. Wenn ja, dann muss er handeln. Genau, richtig. Also wenn es ein deutsches Zollfreilager ist, erstmal seine Altbestände sind geschützt. Also alles, was er vor dem 9. April gekauft hat, die kann er ganz normal liegen lassen. Wenn er das länger hält als ein Jahr, sind ja auch Gewinne aus Spekulationen komplett steuerfrei, da ändert sich auch nichts, da muss er nichts machen. Es zählt immer nur neue Käufe nach dem 9. April 2026, die werden davon betroffen, wenn es Weißmetalle sind und wenn es ein deutsches Zollfreilager ist. Und da muss er sich halt überlegen, okay, switcht er dann rüber und kauft stattdessen Gold. Das ist ja generell in der EU von der Umsatzsteuer befreit. Oder wechselt er vielleicht und sucht sich eine Lösung, wo das Zollverlager nicht in Deutschland liegt. Also sprich, Schweiz zum Beispiel bietet sich ja bei vielen an oder Singapur oder Lichtenstein. Und dann läuft alles wie bisher? Dann läuft alles wie bisher. Dann kann man ganz normal kaufen ohne Mehrwertsteuer, kann es so lange halten, wie man möchte. und dann wird er entsprechend verkaufen. Also auf ausländisches Zollfreilage achten. Genau, das ist eigentlich auch das, was die Branche kritisiert an dieser Lösung. Die echten Mehreinnahmen, da dürften fast keine anfallen, weil das jetzt natürlich Privatanleger vermeiden, das zu nutzen oder zu machen. Von daher benachteilige ich eher den Standort Deutschland. Und im Wesentlichen sorge ich jetzt eher dafür, dass Vermögen, dass Kapital ins Ausland abfließt. Das wird der einzige Effekt sein. Für alle, die uns hier zuhören und sich denken, wie kann ich denn steuerfreie Silber überhaupt noch kaufen bei uns in Deutschland? Welche Möglichkeiten gibt es denn? Also im Wesentlichen kann ich Lösungen nutzen, wo das Zollfreilager, wie gesagt, in der Schweiz liegt oder in Lichtenstein oder in Singapur, also außerhalb von Deutschland. Und da bieten wir aber auch natürlich andere Kolleginnen und Kollegen, andere Wettbewerber Lösungen entsprechend an. Einfach darauf achten, Zollfreilager, Lagerung in der Schweiz zum Beispiel ist sehr beliebt. Warum? Naja, ist nicht allzu weit. Man könnte auch mal über die Grenze fahren, das persönlich holen, wenn man das gerne möchte. Oder Lichtenstein und Singapur, Asien wird auch immer beliebter. In Singapur zum Beispiel ist eines der wenigen Länder überhaupt auf der Welt, wo Silber, Platin und Palladium grundsätzlich mehrwertsteuerfrei sind. Das heißt, da kann ich alle Edelmetalle mir wertsteuerfrei kaufen und lagern. Aber unabhängig jetzt vom Zollfreilager, Silber kaufen ohne Steuern, welche Möglichkeiten gibt es? Eigentlich bei Weißmetallen keine als Deutscher, weil sobald ich ohne Lagerung Weißmetalle kaufe, bin ich automatisch in der Mehrwertsteuer drin. Es gibt noch so kleine Möglichkeiten. Wir hatten ja früher dieses Thema Differenzbesteuerung bei Münzen. Das bedeutet im Wesentlichen, dass ich bei einigen Münzen, die in dem jeweiligen Land gesetzliches Zahlungsmittel offiziell auch waren, so eine Art Import nach Deutschland hatte und dann hatte ich nur eine niedrigere Versteuerung. Das ist jetzt leider auch weggefallen seit dem 01.01.2025, aber jetzt kommt es. Wenn Händler von Kunden Münzen ankaufen, dann dürfen die die noch entsprechend nach der alten Regelung wieder weiterverkaufen, also differenzbesteuert. Und dann spare ich mir nochmal ein paar Prozent. Meistens sind zwar dann die. Aufschläge, die Margen höher, aber da kann ich nochmal so kleine Schnäppchen machen. Das Problem ist, Händler können solche Ware immer nur anbieten, wenn sie sie vorher wirklich von Endkunden auch angekauft haben. Und die sind normalerweise sofort wieder aus dem Laden. Also da kommt jemand, verkauft seine Silbermünzen, der Händler stellt es wieder ins Regal und dann ist das morgen wieder weg. Also im Prinzip halten wir fest, wer tatsächlich in physisches Silber investieren will, dem bleiben jetzt nur die ausländischen Zollfreilager. Jetzt gibt es aber ja auch für andere, die das vielleicht nicht so kompliziert machen wollen, diese Silberzertifikate, also eigentlich Papiersilber, so ähnlich wie Papiergold, dann wird man auch, ist man eins zu eins an der Wertentwicklung des Silbers beteiligt. Die sind doch nach wie vor dann steuerfrei oder nicht? Die sind im Wesentlichen, nee, sind sie nicht, weil wir nicht praktisch Zertifikate haben, dann sind es ja Schuldverschreibungen. Also sprich, die unterliegen dann der Kapitalertragsteuer. Da muss ich es halt dann über die Art und Weise versteuern. Okay, aber sie unterliegen nicht dieser Mehrwertbesteuerung. Nee, das nicht. Also im Wesentlichen kaufe ich ja eine Schuldverschreibung, einen Kontrakt, der mir, wo der Emittent mir versichert, dass er mir die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs, wenn ich gekauft habe bei Silber und dem, wo ich mir der Verkauf, dass wir die in bar ausgleichen, sozusagen, also ohne physische Lieferung. Und das ist dann im Endeffekt ein Finanzprodukt. Das bedeutet, ich bin erstmal kein physischer Eigentümer von der Ware. Ich bin Gläubiger, das ist eine Schuldverschreibung, habe dementsprechend Emittentenrisiko. Und das andere ist, dass ich halt dann meinen Ertrag, also wenn ich jetzt beispielsweise da 100% Gewinn machen würde, dann müsste ich das eben entsprechend mit der Kapitalertragsteuer versteuern. Jetzt gibt es aber bei Gold, und ich vermute mal, dass es das auch bei Silber gibt, ja Produkte, die eine Auslieferung versprechen, eins zu eins. Und die werden ja bei Gold zumindest dann eben nicht nach dieser Kapitalertragssteuer besteuert, sondern für die gelten dann auch diese Spekulationsfrist, ein Jahr und danach steuerfrei. Gibt es sowas auch bei Silber? Nee, bei Silber ist mir das bis jetzt nicht bekannt. Also bei Gold gibt es da insgesamt vier Produkte in Deutschland, wo das funktioniert. Also Euwax Gold, Xetra Gold zum Beispiel. Das sind so Lösungen, die praktisch akzeptiert sind von Finanzamt, dass man da auch entsprechend nach einem Jahr Haltedauer dann die Steuerfreiheit hat. Aber bei Weißmetallen ist mir das bis jetzt nicht bekannt. Also da ist es alles immer steuerpflichtig. Wenn wir uns jetzt noch eins ergänzen, bei Euwax Gold und Cetragold, die sind zwar auch physisch hinterlegt, aber man sollte da auch durchaus mal, die Bedingungen mit angucken. Also ich bin natürlich nur, wie gesagt, Gläubiger, bin jetzt nicht Eigentümer, deswegen kann man es jetzt nicht mit einem physischen Besitz entsprechend vergleichen. Und das Zweite ist auch ein bisschen das Thema Versicherung. Wenn man so in die Bedingungen von Euwaxgold und Xetragold reinschaut, ich glaube, Xetragold ist mit 125 Millionen versichert. Euwaxgold mit 250 Millionen und die haben ja Milliarden an Volumen emittiert. Also eigentlich ist man hier deutlich unterversichert, wenn was passieren würde. Das muss man halt wollen. Apropos Gold, apropos USA, hatten wir ganz zu Beginn schon mal drüber geredet und da kommen wir nochmal zu Donald Trump, der hatte ja angekündigt, die Goldbestände persönlich überprüfen zu wollen, da haben wir hier in diesem Podcast auch schon mal drüber geredet. Seitdem hat man irgendwie nichts mehr gehört. Haben Sie was gehört? Nein, also da gibt es auch keine aktuellen Maßnahmen oder Aktionen in irgendeiner Form, die da laufen würden im Hintergrund. Er hat es nochmal, ich glaube, vor kurzem in einem Tweet erwähnt, dass sie es dann doch machen wollen und eine Revision machen wollen. Aber konkret ist mir nichts bekannt, also kein genaues Datum jetzt oder wann die da loswägen wollen. Ich bin sehr gespannt, wann sie da starten wollen, und es ist natürlich auch eine Riesen-Mammut-Aufgabe, da so viel Gold prüfen zu wollen, ich glaube 8200 Tonnen oder was das insgesamt sind, verteilt auf Fort Knox und die Federal Reserve in New York. Da muss man, glaube ich, viel Arbeit reinstecken. Ja, aber möglich wäre es. Natürlich nicht für Donald Trump persönlich, aber der hat ja sicherlich, man kann ja dann auch Buchprüfungsfirmen damit beauftragen. Aber er wollte ja tatsächlich erst mal reingehen und sich davon überzeugen, dass das Gold auch wirklich da ist. Was weiß ich, vielleicht auch ein Video drehen, ein Handyvideo oder auch Fotos machen und die dann posten. Das ist natürlich alles nicht gemacht worden. Man könnte jetzt wieder da eine Verschwörungstheorie dran knüpfen und sagen, naja, vielleicht auch deswegen nicht, weil das ganze Gold, sicherlich gibt es da Goldbarren, die da liegen, aber das ganze Gold. Dass da gesagt wird, dass da läge, ist vielleicht gar nicht vorhanden. Also ich glaube schon, dass die Menge an sich da ist, also bei Gipteralisten. Ich glaube, die Frage ist eher, die sich viele in der Branche auch stellen, ist, es haben ja auch viele Länder dort Gold gelagert. Also man hat ja da Fremdgold eingelagert, auch von Deutschland liegt ja noch, einiges drüben. Ich glaube, ein Fünftel der deutschen Goldreserven liegen da noch mittlerweile drüben. Genau, aber das ist bei der US-Notenbank, bei der New Yorker Notenbank. Ja, bei der Fed, genau. Jetzt geht es ja auch um Fort Knox. Da ist ja wohl tatsächlich nur das Gold der Amerikaner gelagert, angeblich. Genau, richtig. Aber wenn, müsste man ja beide prüfen. Diese 8200 Tonnen sind ja Lagerorte von beiden. Ich glaube schon, dass das insgesamt von der Menge her da ist. Die Kritik geht ja eher in die Richtung, dass sie sagen, der gleiche Barren mit der Seriennummer, ist das wirklich von der USA oder ist das vielleicht zugesichert dem Besitz eines anderen Landes, das da auch. Bei der New Yorker Fett seine Ware gelagert hat? Das ist eher der Kritikpunkt. Ich denke, dass die gesamte Menge schon da ist. Also wir haben gelernt, bei Silber tut sich was für deutsche Anleger. Die Umsatzsteuer im Zollfreilager, die wird demnächst auch fällig. Wir haben erfahren, man sollte sich dann vielleicht eher in Richtung Ausland orientieren, wenn man beim Status Quo von vor April bleiben möchte. Erklärt hat uns das der Edelmetallexperte Andreas Ullmann. Schönen Dank, toll, dass Sie da bei uns waren. Ja, Herr Bell, vielen, vielen Dank, Herr Brüchter. Vielen Dank für die Einladung. War schön dabei zu sein. Dankeschön, ciao, ciao. So, und jetzt haben wir noch eine Hörerfrage, Raimund, die wir auch noch gerne besprechen würden, von Chris, der 54 ist und seit Jahren langfristig anlegt. Er hatte nochmal eine Frage zur letzten Folge. Da ging es um das Thema Gewinne laufen lassen und er schreibt, Herr Brichter, ab wann ist denn aus Ihrer Sicht der Zeitpunkt gekommen, um Gewinne zu realisieren? Vor allem vor dem Hintergrund, dass die Märkte ja schon hervorragend gelaufen sind. Setzen Sie generell für jede Position einen Stop Loss, wenn ja, in welcher Höhe? Vom Kaufkurs, Prozent oder anderes? Danke für die Tipps, Strategien, um Gewinne zu sichern. Ja, hallo Chris, du hast ja dann nochmal eine Mail nachgeschickt, in der du gesagt hast, ja, die Frage wurde dann im Prinzip in der letzten Folge dann schon beantwortet mit Nikolas Kreuz, weil du hattest Urlaub gehabt und hattest dir erst später gehört. Da hatte er ja empfohlen, diese Trailing-Stops einzusetzen, also immer wieder nachzuziehen diese Stops und wenn dann der Kurs der jeweiligen Aktie, sagen wir 10 bis 15 Prozent gefallen ist, dass man dann erst diesen Stop. Ausübt und dass es sozusagen so variable Stops sind. Das ist auch durchaus sinnvoll. Ich würde jetzt trotzdem nochmal gerne darauf eingehen, das machen ja auch viele mit diesen Trailing-Stops. Ich würde trotzdem nochmal darauf eingehen und das kam mir in der letzten Sendung, in unserer letzten Folge nicht ganz so raus, glaube ich. Es hängt aus meiner Sicht aber davon ab, welche Ziele du hast. Wenn du so ein normales Depot hast, klar, das hat ja auch Herr Kreuz gesagt und dann gibt es ja die Möglichkeit tatsächlich solche Sachen einzuführen. Aber wenn du jetzt wirklich dauerhaft Anleger bist von auch Aktien, von denen du überzeugt bist, dass sie Dauerläufer sind, nicht nur in der Vergangenheit waren, sondern auch in Zukunft bleiben werden, dann empfiehlt sich das aus meiner Sicht nicht. Warum? Nenn mal die Beispiele Nvidia oder Google, die ja auf lange Sicht so erfolgreich, waren oder auch noch sind, dass. Und bei einem Ausstieg, du hättest dich ja bei einem Ausstieg von, die sind in dieser Zeit sicherlich mal um 10 bis 15 Prozent öfters gefallen. Solche Kurse schwanken ja. Bei einem Ausstieg aus diesen Positionen wärst du dann draußen gewesen. So, und dann hättest du wieder das Problem gehabt, ja, wann steige ich denn wieder ein? Das ist viel zu kompliziert und du steigst dann möglicherweise höher ein, als du ausgestiegen bist oder bist dann ganz raus, weil du sagst, ich habe die jetzt mal gehabt, habe sie verkauft und will das nicht mehr nochmal machen. Also bei solchen Positionen, und ich nehme hier nochmal die Beispiele Nvidia, Google, es gibt auch viele andere Langläufer, bei solchen Positionen halte ich dieses Vorgehen, für nicht so zielführend, um es mal vorsichtig auszudrücken. Wann würdest du denn da rausgehen? Gar nicht. Darüber haben wir ja gesprochen. Oder, das haben wir auch gesagt, tatsächlich, wenn solche langfristigen Trends, und da muss man eben auch dann, den Chart sich mal angucken, wenn langfristige Trends gebrochen werden, das kann ja auch sein, so aus einem Dauerläufer kann durchaus auch mal. Eine Aktie werden, die diese Eigenschaft nicht mehr hat. Und das zeigen dann die Charts an. Und das zeigen sie durch Trendbrüche an, also man legt dann, an die unteren Ausreißer, das hatten wir ja mal besprochen, wir haben jetzt hier leider kein Video parat, in dem wir das zeigen können, aber jeder, der so Charts sich mal vorlegt, auch gerade von diesen Langläufern Google oder Nvidia, das würde ich empfehlen. Achtung aber, bitte nehmt dann die sogenannten logarithmischen Charts, die also die prozentuale Veränderung darstellen und nicht die absoluten, denn da sieht man sowas nicht. Also logarithmische Charts nehmen, ganz langfristig gucken, einen Trend anlegen an die unteren Ausreiser, das lässt sich oft sehr, sehr gut machen. Und wenn dieser Trend gebrochen ist, nachhaltig wohlgemerkt, es kann auch mal kurzfristig zu Ausbrüchen kommen, Wenn dieser Trend gebrochen ist, dann könnte man ans Aussteigen denken, weil. Dann hätte man aber auch die Erwartung, naja, der Markt sagt mir jetzt, aha, diese Langläufer-Eigenschaft, die hat diese Aktie jetzt wohl nicht mehr. Okay, dann habe ich mögliche Gewinne auch wieder verstreichen lassen, wenn ich erstmal warte, dass das Ding fällt und fällt, bis ich feststelle, aha, Langlauf beendet. Hätte ich vorher eigentlich mehr Knete mitnehmen können. Ja, niemand steigt am Hochpunkt aus, das ist schon mal klar. Weder du noch ich. Das ist völlig klar. Aber wenn man ja langfristig dabei ist. Hat man, was weiß ich, einen Kursgewinn von 1000 Prozent und dann hat man vielleicht nur noch einen Kursgewinn von 900 Prozent. So what? Vollkommen richtig. Also das heißt zum Beispiel, Nvidia, irgendwann kommen Firmen, die produzieren viel günstiger diese Chips, die dann genauso gut sind. Die Aktie rauscht ab. Woher weiß ich dann, dass das schon die Trendwende ist? Also das ist ja genau das Beispiel. Wie viel Prozent würdest du zulassen? Auch wenn du feststellst, oh, das ist aber schon weit unter dem, was da bisher an Tiefpunkten war. Woher weißt du, dass das nicht nur ein vorübergehendes Ding ist und der sich kurz wieder erholt? Genau. Wissen tut man sowieso nicht. Das ist klar. Es gibt auch die seltenen Fälle, in denen so ein langfristiger Trend gebrochen wird und dann innerhalb von sechs, bis zwölf Monaten wieder überstiegen wird. Ein solches Beispiel war die Samsung-Aktie in den letzten Monaten. Da ist es tatsächlich passiert. Aber in der Großteil der Fälle, und wir machen das ja auch in unserem Ware-Werte-Depot so. In dem wir aussteigen, wenn die langfristigen Trends gebrochen sind, in der überwiegenden Zahl, bei rund 90 Prozent der Fälle, war das dann das richtige Signal. Also man musste auch immer wieder mit Fehl-Signalen rechnen, das ist schon klar. Ärgert man sich vielleicht in einem Fall, aber wenn man es in neun anderen Fällen richtig gemacht hat, ist es schon besser. Man muss immer mit Wahrscheinlichkeiten garantieren, das ist klar. Und wenn du jetzt nochmal fragst, wie viel Prozent, das ist völlig egal. Wie gesagt, 10 bis 15 Prozent kann so eine Aktie wie Google, wie Nvidia immer wieder fallen oder auch mal 20 Prozent. Legt diese Trendlinien an und wenn die gebrochen sind, wenn der langfristige Trend gebrochen ist, dann eher ans Aussteigen denken. Und das ist eben nicht in Prozentzahlen zu messen. Und klar, den Hochpunkt hat man damit nicht erreicht, aber das ist an der Börse, denke ich, auch immer so. Genauso wenig, wie man ja den Tiefpunkt immer zum Einstieg nutzt. Ja, stimmt. Ich steige jetzt auch aus, Raimund, und du vermutlich auch. Wenn ihr uns eine E-Mail schreiben wollt, so wie Chris das getan hat, dann tut das sehr gerne, brichter-und-bellet-ntv.de oder gmail.com. Wir haben da verschiedene Möglichkeiten geschaffen für euch. Wir freuen uns drüber, das gibt uns Futter für diesen Podcast und an der Stelle auch immer der Hinweis, empfiehlt uns gerne weiter, abonniert uns, liked uns, kommentiert, damit wir weiter wachsen können. Und dann sagen wir erstmal bis nächste Woche. So ist es. Und am Ende vielleicht noch eine kleine Entschuldigung für eine kleine Technikpanne unseres letzten Podcasts. Da ist wohl ein bisschen was schief gelaufen. In der Mitte wohl war ab und zu mal eine Tonspur bei unseren Fragen weg. Das kann passieren. Einige von euch haben es auch gemerkt und uns gemailt. Soll nicht wieder vorkommen, ist mal eine Technikpanne gewesen. Also entschuldigt das bitte. Und dann bleibt uns treu. Bis nächste Woche. Ciao, ciao.