Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / #27 Folge 12: Suchtberatung Berlin: Der unzensierte Realitäts-Check (Kotti, GBL & Drugchecking)
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen. Wir freuen uns riesig, dass du
- 0:03heute wieder eingeschaltet hast, um dir Zeit für dich und deine
- 0:06Themen zu nehmen. Ja, Hallo, auch von mir.
- 0:08Wir haben heute ein wirklich starkes Stück Material für uns.
- 0:14Ein unzensierter Blick auf das Suchthilfesystem in Berlin.
- 0:18Genau das Ganze kommt von der Plattform Neelix, Berlin.
- 0:21Und man merkt sofort, das ist kein, sagen wir mal,
- 0:23behördenflyer. Absolut nicht.
- 0:26Das ist ein schonungsloser Wegweiser, der, so fühlt es sich
- 0:30an, direkt aus der Szene kommt. Richtig.
- 0:32Und was uns wichtig ist, bevor wir da rein starten.
- 0:35Der Macher von Nilix Berlin Gabriel ist selbst von den
- 0:39Themen sucht und Psyche betroffen.
- 0:41Das merkt man auch. Er teilt seine persönlichen
- 0:43Erfahrungen, um dir zu zeigen, du bist nicht allein, das
- 0:47schafft eine ganz andere, eine viel direktere Ebene.
- 0:50Absolut und genau diese ehrliche Perspektive wollen wir heute für
- 0:54dich aufdröseln. Was mir beim lesen sofort
- 0:56aufgefallen ist, ist dieser krasse Gegensatz in Berlin.
- 1:00Auf der einen Seite hast du diese weltweit gefeierte
- 1:03Clubkultur, wo der Rausch ja fast schon Teil des Ganzen ist.
- 1:08Und dann fährst du n paar u Bahn Stationen und siehst die
- 1:11knallharte Realität, Orte wie das Kottbusser Tor oder die u 8,
- 1:16die ja fast schon berüchtigt ist.
- 1:18Das ist ein Spagat, der die Stadt irgendwie zerreißt.
- 1:21Genau da setzen wir an. Es geht uns nicht darum, dir
- 1:25jetzt einfach nur Fakten runter zu beten, wir wollen dieses
- 1:29komplexe System für dich entschlüsseln.
- 1:32Was steckt hinter diesen 2 Gesichtern Berlins?
- 1:34Genau. Wo findest du wirklich Hilfe,
- 1:37wenn du sie brauchst? Und was sind ja die
- 1:40ungeschminkten Wahrheiten, die man einfach kennen muss, um in
- 1:43diesem Dschungel klarzukommen? Wir schauen uns an, wie das
- 1:47System tickt. OK, super, dann lass uns doch
- 1:50mal mit dieser Dualität anfangen.
- 1:52Es wird ja beschrieben, Berlin hat einerseits die besten
- 1:55Voraussetzungen, also Top Kliniken wie die charité, so
- 1:59progressive Projekte wie das legale Drug Checking.
- 2:01Das es ja sonst nirgends in Deutschland gibt.
- 2:03Richtig. Und gleichzeitig stößt du
- 2:06überall auf Bürokratie und totale Überlastung.
- 2:09Wie passt das denn zusammen? Das ist genau der Kern des
- 2:11Problems. Einerseits hast du diese
- 2:14Leuchtturmprojekte und andererseits ist die
- 2:16Basisversorgung komplett überfordert.
- 2:19OK. Schauen wir uns doch mal die
- 2:20Orte an, wo die Sucht am Sichtbarsten wird.
- 2:22Cotti, Leopoldplatz, Görli, die u 8, das sind die Epizentren der
- 2:27offenen Szene. Also die bekannten Ecken.
- 2:30Genau da geht es hauptsächlich um Heroin und Crack.
- 2:33Es wird sogar explizit von einer Crack Epidemie gesprochen, die
- 2:37die Situation in den letzten Jahren also dramatisch
- 2:40verschärft hat. Das führt zu einer sichtbaren
- 2:42Veredelung. Wendung.
- 2:43Das sind ja die Bilder, die man oft in den Nachrichten sieht.
- 2:47Aber es gibt ja auch die andere Seite, die wird als Partysektor
- 2:50bezeichnet, das ist eine komplett andere Welt, oder?
- 2:54Völlig in der Technokultur in Berlin dominieren ganz andere
- 2:57Substanzen. Da reden wir über GBL, also GHB,
- 3:00catamin, Speed, MDMA. Halt die klassischen
- 3:03Partydrogen. Richtig Drogen, die eher mit
- 3:06Feiern und Ekstase verbunden werden.
- 3:08Was dabei aber oft untergeht, und das wird hier ganz klar
- 3:11benannt, ist die immense Gefahr. Inwiefern?
- 3:14Allein die Zahl der Notfälle durch GBL in den Berliner
- 3:16Kliniken soll alarmierend hoch sein.
- 3:19Das ist sozusagen eine versteckte Krise hinter dieser
- 3:21glitzernden Fassade der Clubnächte.
- 3:23Versteckte Krise ist ein gutes Stichwort, aber du hast eben
- 3:26auch die Leuchtturmprojekte angesprochen, da sticht dieses
- 3:29drugchecking Projekt schon extrem heraus, ne?
- 3:32Absolut. Das ist die andere, die
- 3:34progressive Seite von Berlin. Seit 2023 gibt es dieses
- 3:38staatlich finanzierte, anonyme und kostenlose Drugchecking.
- 3:43Das heißt, du kannst Substanzen, die du irgendwo gekauft hast,
- 3:45testen lassen, um zu sehen, was da wirklich.
- 3:48Drin ist genau das. Und das ist ein Meilenstein in
- 3:50der Schadensminimierung. Ein pragmatischer Ansatz, der
- 3:53wirklich Leben retten kann. Es zeigt, dass die Stadt trotz
- 3:57aller Probleme auch bereit ist, mutige und innovative Wege zu
- 4:00gehen. Was mich beim Durchgehen des
- 4:02Materials aber am meisten beschäftigt hat, ist diese
- 4:05scharfe Kritik an der Verharmlosung in der Partyszene.
- 4:08Da wird vom Mythos des sauberen Feierns gesprochen, massive
- 4:12Schieflage zu sein. Ja, und hier wird es wirklich
- 4:14ernst. Diese Unterscheidung zwischen,
- 4:16sagen wir mal, gutem Partykonsum und schlechtem Straßenkonsum
- 4:21wird hier als lebensgefährliche Lüge entlarvt.
- 4:24Und die Realität landet dann wo? Die Realität landet dann in den
- 4:27Notaufnahmen der charité und von Vivantes.
- 4:30Und da wird es ganz konkret. Nehmen wir mal GBL, das ja oft
- 4:34als Liquid Ecstasy verharmlost wird.
- 4:37Moment mal, das ist doch chemisch was komplett anderes
- 4:39als Ecstasy, oder? Völlig.
- 4:42Es ist im Grunde ein hochaggressiver
- 4:43Industriereiniger, ein Lösungsmittel.
- 4:46Ein was? Ein Felgenreiniger und die
- 4:49Dosierung ist ein Spiel mit dem Feuer.
- 4:51Wir reden hier von Millilitern, ein Tropfen zu viel kann dich
- 4:54sofort ins Koma schicken, das sogenannte g hole und ein
- 4:58Atemstillstand auslösen. Krass und was viele einfach
- 5:02nicht wissen, es macht extrem schnell körperlich abhängig.
- 5:06Betroffene müssen teilweise alle 2 Stunden konsumieren, nur um
- 5:10nicht in einen Entzug zu fallen. Alle 2 Stunden, das ist ja ein
- 5:15Vollzeitjob, das hat doch mit Party nichts mehr zu tun.
- 5:18Gar nichts. Und der Entzug ist einer der
- 5:20gefährlichsten, die es gibt. Er kann zu einem schweren Dilier
- 5:24führen und ist ohne medizinische Überwachung potenziell tödlich.
- 5:27Puh, das ist die brutale Realität hinter dieser angeblich
- 5:31harmlosen Partydroge. Und das ist ja nur eine
- 5:34Substanz. Es wird ja auch dieser Begriff
- 5:36des Polytox Cocktails verwendet. Was genau ist damit gemeint?
- 5:40Damit ist der Mischkonsum gemeint, also die Praxis,
- 5:43verschiedene Substanzen wild zu kombinieren.
- 5:46OK. Upper wie Speed oder Koks, um
- 5:49wach zu bleiben. Dauner wie GBL oder Peter für
- 5:52den Rausch, vielleicht noch Psychedelika obendrauf.
- 5:55Die Analogie, die hier genutzt wird, ist extrem treffend.
- 5:58Russisches Roulette für das Herz, Kreislauf, System.
- 6:01Weil der Körper gar nicht mehr weiß, was er tun soll.
- 6:04Genau das Herz rast. Der Blutdruck schwankt extrem.
- 6:08Das ist eine unberechenbare Belastung, die jederzeit schief
- 6:11gehen kann. Und das erklärt auch die Zunahme
- 6:13von Drogeneinduzierten Psychosen, die in den Berliner
- 6:16Psychiatrien beobachtet werden. Es gibt da einen Satz, der das
- 6:19für mich perfekt zusammenfasst. Da steht Berlin feiert den
- 6:22Rausch im Club, aber verachtet den Absturz in der U Bahn.
- 6:26Dabei ist es oft derselbe Mensch, nur ein paar Jahre
- 6:29später, das hat mich echt getroffen.
- 6:31Das ist der Kern der Anklage, ja.
- 6:33Es ist eine Kritik an einer Gesellschaft, die Konsum als
- 6:36Lifestyle Accessoire akzeptiert, aber die Augen verschließt, wenn
- 6:39daraus eine Krankheit wird. OK, die Lage ist also düster und
- 6:44kompliziert. Wenn man jetzt aber Hilfe
- 6:46braucht oder jemanden kennt, der Hilfe braucht, wo fängt man denn
- 6:50da überhaupt an? Das System wirkt von außen ja
- 6:53wie ne undurchdringliche Festung.
- 6:56Ja, aber das Material von Gabriel bietet zum Glück einen
- 6:58sehr praktischen Wegweiser und den schauen wir uns jetzt mal
- 7:02ganz genau an. Super, es gibt im Grunde 5
- 7:04zentrale Institutionen, die das Rückgrat der Berliner Suchthilfe
- 7:08bilden und die erste und wichtigste Anlaufstelle ist fast
- 7:12immer der Drogennotdienst, kurz dnd.
- 7:14Der wird als der. Türsteher zum System bezeichnet
- 7:18das klingt erst mal nicht so einladend.
- 7:20Es ist aber ein treffendes Bild, weil er entscheidet, wer wann
- 7:22ins System, also in eine Entgiftung kommt.
- 7:25Die Hauptaufgabe des Dnd ist die zentrale Vermittlung von
- 7:28Entgiftungsplätzen. Okay.
- 7:30Der riesige Vorteil, er hat 24 7 geöffnet.
- 7:35Du kannst also mitten in der Nacht hingehen.
- 7:37Aber, und das ist der Realitätscheck, es ist nicht so,
- 7:41dass du ankommst und sofort ein Bett kriegst.
- 7:44Sondern. Es ist voll, es ist oft laut, es
- 7:48ist bürokratisch, aber man muss verstehen, ohne den Stempel vom
- 7:52Dnd gibt S in Berlin in der Regel keinen Platz für eine
- 7:55qualifizierte Entgiftung. Er ist ein notwendiges Nadelöhr.
- 7:59Verstehe also der erste unumgängliche Schritt.
- 8:03Was ist die zweite wichtige Säule?
- 8:06Da wird fix EV genannt, die Straßenengel.
- 8:09Genau. Fixpunkt leistet die Arbeit
- 8:11direkt an der Front bei den Menschen, die am meisten leiden.
- 8:14Sie betreiben die Drogenkonsumräume zum Beispiel
- 8:17direkt am Cotti und auch mobile Konsumbusse.
- 8:20Das sind die, die man vor Ort sieht.
- 8:22Richtig, dort können Menschen unter hygienischen Bedingungen
- 8:25konsumieren, bekommen saubere Spritzen und eine medizinische
- 8:29Basisversorgung. Der Realitätscheck ist da
- 8:32eindeutig. Diese Angebote retten täglich
- 8:35leben. Sie verhindern Infektionen und
- 8:38sind oft der allererste Kontaktpunkt zum Hilfssystem.
- 8:41Das ist also die akute Schadensminimierung und für die
- 8:45langfristige Perspektive dafür scheint Vista Berlin zuständig
- 8:49zu sein, die integrativen. Korrekt, bei Vista geht es um
- 8:53den Weg nach der akuten Krise. Sie bieten langfristige
- 8:57psychosoziale Betreuung an, kurz PSB.
- 9:00Und die braucht man. Wofür?
- 9:02Die brauchst du zum Beispiel, wenn du in eine
- 9:04Substitutionstherapie möchtest. Vista hilft dir, dein Leben neu
- 9:08zuordnen bei Anträgen, bei der Wohnungssuche.
- 9:11Und Sie haben mit Confamilia ein extrem wichtiges Angebot für
- 9:14Angehörige, die ja oft genauso leiden.
- 9:17Das klingt nach einem sehr umfassenden Ansatz.
- 9:20Und Nummer 4 ist dann das Drug Checking Projekt, das wir schon
- 9:24erwähnt haben. Genau das wird an 3 Standorten
- 9:27angeboten, bei Vista bei der Schwulenberatung und bei
- 9:30Fixpunkt. Der Realitätscheck dazu ist kurz
- 9:33und bündig, ein Meilenstein. Es gibt eigentlich keinen Grund,
- 9:36es nicht zu nutzen, es ist anonym, kostenlos und kann dich
- 9:39schützen. Und die fünfte Säule sind dann
- 9:41die Kliniken selbst, also charité und Vivantes.
- 9:44Man würde ja denken, da geht man als Erstes hin.
- 9:47Das ist ein häufiges Missverständnis.
- 9:49Die Kliniken sind medizinisch absolut top, keine Frage.
- 9:53Aber für eine geplante Suchtentgiftung sind sie quasi
- 9:55die letzte Stufe in der Kette. Das heißt?
- 9:58Du kannst nicht einfach in der Notaufnahme auftauchen und
- 10:01sagen, ich will jetzt entgiften, die werden dich in 99% der Fälle
- 10:07direkt an den DNND verweisen. Die Aufnahme erfolgt fast immer
- 10:11nur über eine Zuweisung vom DNND, die Notaufnahme ist nur
- 10:16für lebensbedrohliche Notfälle da.
- 10:18OK, das ist eine super wichtige Unterscheidung.
- 10:21Lass uns das ganze Mal noch praktischer machen.
- 10:24Was sind die absolut wichtigsten Informationen, die man sich
- 10:27abspeichern sollte? So ne Art Berlin Survival Kit.
- 10:31Das lässt sich auf ein paar Kernpunkte herunterbrechen.
- 10:34Erstens, und das ist nicht verhandelbar, bei akuter
- 10:37Lebensgefahr, Atemstillstand, Bewusstlosigkeit, sofort die 112
- 10:42anrufen, immer. OK, 112 ist klar non the goes
- 10:46heable. Und wenn die Situation nicht
- 10:49akut lebensbedrohlich ist, man aber dringend Hilfe für eine
- 10:52Entgiftung braucht. Dann ist die Nummer des
- 10:54Drogennotdienstes die richtige 03019237.
- 10:56Die ist 24 7 erreichbar. 19237. Merke ich mir.
- 11:06Oder man fährt direkt hin in die Frankfurter Allee. 40 in
- 11:09Friedrichshain, Das ist die zentrale Anlaufstelle.
- 11:12Und was ist, wenn es eher ne psychische Krise ist, also
- 11:15vielleicht Angstzustände, Panik, aber nicht primär der Wunsch
- 11:19nach ner körperlichen Entgiftung?
- 11:21Dafür gibt es ein fantastisches Angebot, den Berliner
- 11:24Krisendienst. Das Besondere ist, der ist
- 11:26dezentral organisiert. Für jeden Bezirk gibt es eine
- 11:29eigene Hotline. Ah okay.
- 11:32So landest du bei Leuten, die sich in deinem Kiez auskennen.
- 11:35Hier lautet die Empfehlung einfach Berliner Krisendienst
- 11:38und deinen Bezirk googeln, die sind ebenfalls rund um die Uhr
- 11:42da, super, aber Zeiten. Und für die Konsumräume sollte
- 11:45man die wichtigsten Orte kennen. Cottbusser Tor, Birkenstube
- 11:48Moabit und das SKA in Neukölln. Die klare Botschaft ist, hier
- 11:53nutzt diese geschützten Räume. Das ist wirklich ein super
- 11:56konkreter Fahrplan. In dem Material gab es ja auch
- 11:59noch diesen FAQ Bereich. Ich finde die sollten wir uns
- 12:01auch noch mal anschauen, weil sie gängige Mythen aufklären.
- 12:04Gute Idee. Die erste Frage ist ja der
- 12:06Klassiker. Ich will entgiften, kann ich
- 12:09direkt ins Krankenhaus gehen, du hast es schon angedeutet, aber
- 12:12noch mal ganz klar. Ganz klar in der Regel Nein.
- 12:15Eine geplante Entgiftung läuft in Berlin über den
- 12:17Drogennotdienst man geht dorthin, die klären alles mit
- 12:21der Krankenkasse und vermitteln dich dann in ein freies Bett.
- 12:24Das ist der offizielle Weg, eine sehr spezifische, aber extrem
- 12:28wichtige Frage war auch, ich bin auf GBL süchtig, wo bekomme ich
- 12:33Hilfe, das scheint ja ein Sonderfall zu sein.
- 12:36Ein absoluter Sonderfall, weil der Entzug so gefährlich ist.
- 12:39Die eindringliche Warnung lautet, hier versuche niemals
- 12:42einen kalten Entzug allein zu Hause zu machen.
- 12:45Das kann tödlich enden. Also unbedingt an Profis wenden.
- 12:48Unbedingt. Entweder an den Dnd, die das
- 12:51Problem kennen, oder direkt an spezialisierte Ambulanzen der
- 12:55charité oder von Vivantes. Die haben die nötige Erfahrung,
- 12:58um so einen Entzug sicher medizinisch zu begleiten.
- 13:01Gut zu wissen dann die Frage, die sich viele Stellen, was ist
- 13:05am Cotti eigentlich so gefährlich?
- 13:07Es ist der explosive Mix Touristentreffen auf
- 13:12Partygänger, auf Dealer und auf Schwerstabhängige, oft
- 13:16obdachlose Menschen. Das schafft enormes
- 13:19Konfliktpotenzial. Und die Hektik.
- 13:21Genau, die Hektik führt zu unsicherem Konsum.
- 13:24Leute spritzen sich schnell, was in einer dunklen Ecke deswegen
- 13:28auch hier wieder der Verweis der Konsumraum von Fixpunkt ist
- 13:32direkt vor. Ort und die letzte Frage ich
- 13:35wohne in einem Außenbezirk, muss ich für Hilfe immer in die
- 13:38Innenstadt fahren? Die Antwort ist zweigeteilt.
- 13:42Für eine erste Beratung. Nein.
- 13:44In fast jedem Bezirk gibt es lokale Suchtberatungsstellen, da
- 13:49kann man für ein erstes Gespräch hingehen.
- 13:51Aber aber, und das ist die Einschränkung für die ganz
- 13:54speziellen Angebote wie Drogenkonsumräume, Drug Checking
- 13:59oder den DND als zentrale Vermittlungsstelle, muss man in
- 14:02die zentralen Bezirke, diese Infrastruktur gibt es leider
- 14:06nicht flächendeckend. Puh, wenn ich das jetzt alles
- 14:09zusammenfasse, bleibt bei mir ein sehr zwiespältiges Bild
- 14:13hängen. Dieses Fazit aus dem Material
- 14:16Berlin sei das Beste und das härteste Pflaster zugleich,
- 14:20trifft es wohl ziemlich gut. Ja, das beschreibt es perfekt.
- 14:24Auf der einen Seite diese ehrliche progressive Haltung wie
- 14:27beim Drugchecking und auf der anderen Seite ein System, das am
- 14:32Limit läuft und diese tödliche Partylüge.
- 14:35Der Rat, sich an DND für die Entgiftung, Fixpunkt für Safer
- 14:39Use und Vista für die Beratung zu halten, ist da ein wirklich
- 14:43guter Kompass. Absolut.
- 14:45Und man spürt bei dem ganzen Material einfach, wieviel
- 14:48persönliche Erfahrung und Herzblut da drin steckt.
- 14:51Genau. Und wenn dir dieser Beitrag
- 14:53gefallen hat und du die Arbeit von Nielix Berlin wertvoll
- 14:56findest, würde sich Gabriel riesig über deine Unterstützung
- 14:59freuen. Richtig.
- 15:01Du kannst ihm helfen, indem du den Beitrag auf Social Media
- 15:03teilst oder den Podcast auf Spotify oder Apple Podcasts
- 15:07bewertest. Das Projekt wird komplett allein
- 15:10von Gabriel finanziert und erstellt.
- 15:13Jede Form der Unterstützung hilft ihm mit diesem Projekt,
- 15:16sich selbst und gleichzeitig anderen Betroffenen zu helfen.
- 15:19Sein persönliches Motto, das ihn antreibt, lautet, aus allem
- 15:22schlechten in seinem Leben etwas Gutes zu machen.
- 15:25Und das finde ich. Unglaublich stark.
- 15:28Das ist es. Und dieses Motto hinterlässt bei
- 15:30mir auch einen letzten Gedanken. Diese Analyse zeigt ja eine
- 15:34beunruhigende Trennlinie, ja. Der Rausch im Club wird
- 15:38kulturell gefeiert, der Absturz auf der Straße wird verachtet,
- 15:42und das wirft eine wichtige Frage auf, über die du
- 15:44vielleicht auch mal nachdenken kannst.
- 15:46Wo genau verläuft für uns als Gesellschaft und auch für dich
- 15:50ganz persönlich die Grenze zwischen einem akzeptierten
- 15:52Lifestyle und einer Krankheit namensucht?
- 15:55Und. Warum ziehen wir diese Grenze
- 15:58genau dort? Eine sehr gute Frage zum
- 16:00Abschluss, vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen und
- 16:03zugehört hast. Pass gut auf dich auf und bis
- 16:06zum nächsten Mal.