Latest / ntv Wirtschaft / Gastronomie unter Druck: Sternekoch verrät, welche Restaurants boomen und welche nicht
Transcript
- 0:01Viele Restaurants, Kneipen und Cafés kämpfen ums Überleben.
- 0:05Nvidia will mit Partnern eine halbe Billion Dollar für KI-Infrastruktur mobilisieren.
- 0:11Und Niedrigwasser am Rhein treibt die Spritpreise in die Höhe.
- 0:15In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:19die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:25Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:29Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:33geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:37Viele Restaurants kämpfen derzeit ums wirtschaftliche Überleben.
- 0:41Im vergangenen Jahr meldeten laut Kreditreform rund 2.900 Gastronomiebetriebe
- 0:47in Deutschland Insolvenz an.
- 0:49Knapp 30 Prozent mehr als im Jahr 2024.
- 0:53Die hohen Preise sorgen dafür, dass viele Menschen bei ihren Restaurantbesuchen weniger Geld ausgeben.
- 0:59Gleichzeitig haben die Kosten für Energie, Wareneinsatz und vor allem für Personal
- 1:05in den vergangenen Jahren deutlich angezogen.
- 1:07Das berichtet der Branchenverband DEHOGA.
- 1:11Dabei trifft die Krise nicht alle Betriebe gleich hart. Gesa Eberl hat darüber
- 1:16mit dem Sternekoch und Restaurantbetreiber Daniel Gottschlich gesprochen.
- 1:19Ihr Restaurant gehört ja zu den Top-Restaurants in Köln.
- 1:23Und wir wissen, die Deutschen, die gehen vor allem gerne essen.
- 1:27Trotzdem geht der Gastronomie offenbar die Luft aus. Viele haben sogar Existenzängste.
- 1:32Wie passt denn das jetzt zusammen?
- 1:35Ja, also ich glaube, es unterscheidet sich heute sehr stark einfach,
- 1:40was für eine Art von Gastronomie das ist.
- 1:42Ist es jetzt eher so eine sehr einfache Imbisskultur oder ist es so ein mittelständiges
- 1:47oder mittelmäßiges Ding oder ist es High-End?
- 1:51Und wir natürlich im High-End-Bereich, sag ich mal, in der Sterne-Gastronomie.
- 1:56Haben natürlich auch zu kämpfen, vor allem mit Lebensmittelpreisen,
- 2:00Personalkosten gestiegen und so weiter.
- 2:02Aber wir sind auf jeden Fall erst mal guter Dinge. Was frisst Ihnen denn aktuell
- 2:07die Margen am stärksten weg?
- 2:09Sind es eben die Personalkosten, ist es Energie, sind es die Warenpreise?
- 2:14Ja, also die Warenpreise sind einfach natürlich um ein Vielfaches gestiegen.
- 2:19Also klar, wissen wir alle durch Energiekosten und so weiter,
- 2:22natürlich auch für die Lieferanten. Die müssen auch von was leben.
- 2:26Personalkosten ist natürlich auch eine sehr persönliche Entscheidung von mir,
- 2:30dass ich 20 Mitarbeiter beschäftige für 38 Plätze.
- 2:35Das braucht man aber, um diese Qualität zu halten. Das heißt,
- 2:38das ist natürlich eine persönliche Sache. Jetzt kann ich mich nachher nicht
- 2:40beschweren, dass ich zu viele Mitarbeiter habe.
- 2:41Ich möchte ja gerne haben und ich möchte auch Arbeitsplätze bieten.
- 2:44Aber wo sparen Sie jetzt zum Beispiel heute, wo Sie vor Jahren niemals gedacht
- 2:49hätten, sparen zu müssen oder zu sparen?
- 2:53Ehrlich gesagt sparen wir nicht. Das ist wirklich so. Was wir eher machen,
- 2:57ist, wir haben eher so über die Jahre, Ich bin ehrlich gesagt kein BWLer oder
- 3:02sowas. Ich musste das erstmal alles lernen über die letzten 15 Jahre Selbstständigkeit.
- 3:06Und wir sind mehr daran, dass wir auch so ein Controlling aufbauen.
- 3:10Das ist ja der Vorteil auch von vielen Systemgastronomen, dass sie natürlich
- 3:14ein ganz anderes Controlling haben als so eine Individualgastronomie.
- 3:18Jetzt sagen Sie, Sie pfeffern richtig rein sozusagen, also Sie sparen nicht.
- 3:24Welche Restaurants haben denn dann die Probleme? Sind es die Familiengeführten?
- 3:28Bleibt am Ende nur noch Systemgastronomie?
- 3:30Oder muss man eben Unternehmer werden und sagen, ich sehe das Ganze wie so ein Wirtschaftskonzern?
- 3:36Viele Facetten, endlose viele Facetten. Also ich glaube, der größte Teil ist natürlich.
- 3:42Die traditionellen, sag ich mal, Wirtshäuser. Die gehen natürlich so ein bisschen,
- 3:46aus dem aktuellen Trend raus, sag ich mal, dass man immer wieder was Neues haben
- 3:50will. Die jungen Leute, die wollen immer was Neues, Fancyes haben.
- 3:53Da möchtest du mal so eine coole Lobster-Roll haben oder du möchtest irgendwie
- 3:56eine spezielle Currywurst oder irgendwas, was cool ist auch.
- 4:01Und dann rutschen natürlich die Älteren, die dann auch nicht mehr vielleicht
- 4:04die Energie haben, einfach dann ein neues Konzept jetzt aus ihrem Wirtshaus
- 4:08zu machen, rutschen dann natürlich total raus.
- 4:11Und die haben natürlich dann mit weniger Gästezahlen zu tun,
- 4:14trotzdem aber natürlich, wie gesagt, höhere Personalkosten, höhere Warenkosten,
- 4:19Pachten, also die Mieten.
- 4:22Das ging über die letzten zehn Jahre natürlich auch hoch und man kann jetzt
- 4:27nicht immer weiter die Preise anheben, das ist ja auch das Problem.
- 4:29Das heißt, Sterneküche ist etwas, was Sie sagen würde, was überlebt,
- 4:32weil Sie ein Stammpublikum womöglich haben oder bleibt das ein dauerhafter Trend,
- 4:37auch dieses Niveau einer Küche?
- 4:39Würden Sie das so einordnen? Also ich glaube, das ist natürlich auch sehr individuell.
- 4:44Es gibt ja auch Sternerestaurants, die schließen müssen, gab es auch einige.
- 4:48Jetzt ist natürlich die Frage, okay, wie stellt man sich auf?
- 4:52Wie wir gerade schon gesagt haben, gibt man noch einen obendrauf und versucht
- 4:55sein Konzept so anzupassen, dass natürlich auch da auch ein gewisses Begehren
- 4:59ist. Dazu gehört dann auch Social Media und so weiter, alles das komplette Programm,
- 5:03damit man natürlich auch, sag ich mal, an der Spitze bleibt.
- 5:06Von Wirtshäusern und Kneipen geht es jetzt weiter zum Tech-Riesen Nvidia.
- 5:11Der US-Chip-Konzern will gemeinsam mit großen Finanzinstituten mindestens eine
- 5:16halbe Billion Dollar für Investitionen in KI-Infrastruktur mobilisieren.
- 5:21Zum Projekt gehört, in großem Stil Investorengelder für Fonds zum Ausbau von
- 5:26Rechenzentren mit NVIDIA-Technik anzulocken.
- 5:30Was genau geplant ist, hat Corinna Wohlfeil mit dem Anlagestrategen Stefan Kemper
- 5:34besprochen. Was genau macht NVIDIA da eigentlich?
- 5:38NVIDIA kreiert eine neue Asset-Klasse. NVIDIA macht Rechenleistungen ein Stück
- 5:43weit handelbar. Das Ganze hat einen ganz einfachen Grund.
- 5:46Das ist auch wieder ein Transfer von Risiko. KI kostet ganz viel Geld.
- 5:52Das heißt, die Kunden von Nvidia, die die Chips kaufen, müssen sich refinanzieren,
- 5:56müssen Schulden aufnehmen. Das wird immer teurer. Nvidia hatte bis jetzt das
- 6:00Geld, hat denen das Geld gegeben.
- 6:01Das hat aber zu einer Risikokonzentration bei Nvidia geführt.
- 6:04Durch die neue Struktur wird dieses Risiko jetzt quasi in den Kapitalmarkt gegeben.
- 6:09Und dadurch wird auch die Refinanzierung für die Kunden von Nvidia wieder ein bisschen günstiger.
- 6:15Okay, also Nvidia profitiert, die Kunden von Nvidia profitieren.
- 6:18Und was ist mit den Finanziers? Die müssen sich ja auch irgendwie absichern
- 6:21und das Geld wieder beschaffen.
- 6:23Das ist richtig. Was man hier eigentlich macht, ist, man nimmt das bekannte
- 6:26Prinzip von einer Art Hypothekendarlehen und überträgt das sozusagen auf Rechenleistung.
- 6:31Bei einem Hypothekendarlehen ist es ja auch so, wir gehen zu einer Bank,
- 6:34leihen uns Geld, kaufen uns ein Haus. Das Haus ist die Sicherheit für diesen Kredit.
- 6:38Jetzt beim NVIDIA-Beispiel wird es so sein, jemand geht hin,
- 6:42kauft NVIDIA-Chips und gibt diese auf Kredit, gibt diese,
- 6:48als Sicherheit und dann geht halt das Konsortium, das ist ganz wichtig,
- 6:51nicht NVIDIA, sondern seine Partner gehen an den Kapitalmarkt und begeben Anleihen,
- 6:55holen sich also Geld von Investoren zurück und als Sicherheit für diese Anleihen
- 6:59dient die Rechenleistung.
- 7:00Und weil eben eine Sicherheit mit diesen Anleihen verknüpft ist,
- 7:03wird dann insgesamt das komplette Zinsniveau ein bisschen runtergehen.
- 7:06Das ist ungefähr so, wie man ja zum Beispiel auch für einen Dispo-Kredit,
- 7:09der ja auch unbesichert ist, deutlich mehr bezahlt als eben für seine Baufinanzierung.
- 7:13Welcher Gedankengang ist für einen Privatanleger aus dieser ganzen Geschichte lohnenswert?
- 7:19Ich glaube, es ist erstmal eine positive Entwicklung für das Thema KI-Infrastrukturausbau.
- 7:24Denn der KI-Infrastrukturausbau wird dadurch tendenziell wieder ein bisschen günstiger.
- 7:29Und je günstiger ein Ausbau wird, desto schneller geht er in der Regel voran,
- 7:32desto umfangreicher wird er im Zweifel auch.
- 7:35Also das ist für mich eigentlich so die wirklich beste Nachricht.
- 7:39Gleichzeitig zerstreuen sich durch dieses Konstrukt diese großen Sorgen,
- 7:45dass eigentlich sich alles bei Nvidia fokussiert und dass das eigentlich ein
- 7:47riesen Schneeballsystem ist, dieser KI-Ausbau, dem kann man hierdurch jetzt
- 7:51eigentlich sehr gut begegnen.
- 7:52Also das sind für mich so aus Sicht eines Privatanlegers die ersten offensichtlichen
- 7:57Konsequenzen. Und damit zum nächsten Thema.
- 8:00In Deutschland investieren so viele Menschen am Aktienmarkt wie noch nie.
- 8:04Eine beliebte Anlageform sind dabei ETFs.
- 8:07Doch was genau sich dahinter verbirgt, ist für viele gleichzeitig noch ein Rätsel.
- 8:12Das zeigt eine YouGov-Umfrage. Darin gaben 18 Prozent an, sie könnten gar nicht
- 8:17gut beschreiben, was ein ETF ist.
- 8:19Genauso viele erklärten, sie wüssten überhaupt nicht, was ein ETF ist.
- 8:24Zeit, Licht ins Dunkel zu bringen. Sibylle Schaar hat dazu mit Frauke Holzmeier
- 8:29gesprochen, der Leiterin der Wirtschaftsredaktion.
- 8:32ETFs, was heißt das ganz konkret? Was kann man damit machen?
- 8:35Das ist ein börsengehandelter Indexfonds. Man kann sich das vorstellen wie einen
- 8:39Warenkorb, in den ganz verschiedene Aktien von verschiedenen Unternehmen reinkommen.
- 8:43Ein gutes Beispiel ist immer der MSCI World. Den haben vielleicht viele schon mal gehört.
- 8:47Da sind die größten Unternehmen der ganzen Welt drin. Und der Vorteil ist eben,
- 8:52dass ich mit einem Investment sozusagen sehr breit streue und eben in viele
- 8:57Unternehmen investiere. Und das ist deutlich risikoärmer.
- 9:00Und das ist eben nicht aktiv gemanagt, wie das so schön heißt.
- 9:03Also da sitzt kein Fondsmanager, der da jeden Tag nochmal dran schraubt.
- 9:06Und dadurch ist es eben deutlich günstiger. Man kann zum Beispiel auch in den DAX investieren.
- 9:12Jetzt hast du gerade schon ein paar Beispiele genannt, wo man eben investieren
- 9:17kann, in welche börsengehandelten Indexfonds.
- 9:19Wie genau mache ich das denn? Das klingt ja wirklich erst mal sehr kompliziert.
- 9:24Ist es aber eigentlich gar nicht. Nee, das ist tatsächlich nicht so kompliziert.
- 9:28Ich brauche natürlich eine Bank oder zum Beispiel einen sogenannten Neobroker.
- 9:33Da gibt es wirklich ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Ich brauche ein Konto
- 9:37beziehungsweise dann mein Depot und da kann ich dann jeden Monat etwas einzahlen.
- 9:42Und das geht gerade bei Neobrokern, aber auch viele Banken ziehen danach,
- 9:45dass das wirklich eine sehr, sehr günstige Angelegenheit ist,
- 9:48die sich aber auch lohnt.
- 9:49Wir haben noch mal was mitgebracht. 1.000 Euro Startkapital.
- 9:51Wer 150 Euro schafft, im Monat wegzulegen, das ist jetzt wirklich nur ein Beispiel.
- 9:55Man kann auch mit 25 Euro dabei sein.
- 9:58Wir gehen davon aus, dass wir 6% Gewinn sozusagen machen im Jahr.
- 10:02Also das ist auf lange Sicht durchaus ein guter Schnitt.
- 10:05Dann bekommen wir auf ein Endvermögen von über 71.000 Euro.
- 10:09Das ist ja schon ganz stattlich. Aber man muss auch daran denken,
- 10:12Steuern müssen am Ende noch mal abgezogen werden. Aber nichtsdestotrotz,
- 10:16gerade das langfristige Investieren lohnt sich. Und gerade mit ETFs ist es auch
- 10:19einigermaßen risikoarm und vor allem einfach. Und zum Schluss noch dieses Thema.
- 10:24Das extreme Niedrigwasser am Rhein macht Tanken teurer. Darauf macht jetzt der ADAC aufmerksam.
- 10:30Der Grund ist, dass der Kraftstofftransport mit großen Tankschiffen in der Regel
- 10:34günstiger ist als mit kleinen Lkw.
- 10:37Dadurch steigen die Logistikkosten teilweise deutlich.
- 10:41Die Versorgung ist nach Angaben der Branche bislang aber weiterhin gesichert.
- 10:45Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 10:50Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.