Latest / Im Bett mit Buch / Bücher über Drogen
Transcript
- 0:03Ja, Tag Monique, was machst du jetzt?
- 0:08Guten Morgen, guten Tag, guten Abend und gute Nacht, lieber
- 0:13Kurt. Ich danke dir sehr für diese
- 0:15zauberhafte Begrüßung. Ich habe sowas noch nie gehört
- 0:19und. Auch würde er auch kein
- 0:21vernünftiger Mensch sagen, der irgendwie ganz klar im Kopf ist.
- 0:27Zum Glück müssen wir das gar nicht sein, ganz klar im Kopf
- 0:30sein. Wir können so Zugebammelt sein,
- 0:32wie wir wollen, denn wir heißen Euch willkommen zu einer neuen
- 0:37Folge unseres Podcasts im Bett mit Buch und wie ihr unschwer
- 0:43habt lesen können, die, die ihr des Lesens mächtig seid, sind
- 0:49nicht, sind doch ich mehr es mehr ist unser Thema heute das
- 0:55Thema. Drogen.
- 0:57Ja, by the way, ich raschel jemanden.
- 1:01Möchtest du was davon? Das ist in meiner Peer Group
- 1:04Group gerade die angesagte Droge.
- 1:06Das ist tatsächlich die, also wir reden hier gerade von
- 1:09Crunchy. Matcha Erdbeeren.
- 1:10Matcha Erdbeer ich meinte schon beim Thema Matcha zu Monique,
- 1:14vielen Dank, ich muss noch fahren.
- 1:16Ich mag überhaupt keinen Matcha, ich trinke, ich find's
- 1:19widerlich, aber ich wollte es jetzt mal probieren, ob an
- 1:22diesem Hype was dran ist. Aber meine Droge heißt ganz
- 1:24klar. Zartbitter Orangenschokolade.
- 1:28Es geht doch nichts über Endorphine.
- 1:31Ja, also die die Drogen, die nicht nur uns, sondern
- 1:35insbesondere diese Welt bevölkern, sind mannigfaltig,
- 1:38ich glaube, Drogen sind so wie Alkohol, wenn man das jetzt mal
- 1:41unabhängig voneinander sehen möchte, etwas, was die
- 1:45Menschheit schon sehr, sehr, sehr, sehr lange begleitet.
- 1:49Und wir können natürlich jetzt hier eine
- 1:51gesamtgesellschaftliche Diskussion starten.
- 1:54Freigabe von Drogen wie steht man zu Drogen, aber ich glaube,
- 1:58innerhalb der Bücher, von denen wir reden werden, sehen wir
- 2:01sowohl die lustigen, aber auch, glaube ich, in meinen Büchern
- 2:05zumindest eher auch die erschreckenden Aspekte, die in
- 2:11deinen definitiv genau, du wirst ein Buch dabei haben, wovon ich
- 2:16oder gleich ne ganze Trilogie. Wovon ich auch n Riesen Fan bin,
- 2:20ich bin sehr beeindruckt, aber du wirst noch drauf eingehen,
- 2:22also auch von der politischen Forderung, die der Autor dort
- 2:26macht. Das finde ich eine sehr
- 2:27richtige, wichtige und kluge Forderung, die er macht.
- 2:31Ja Drogen, ich hatte den Satz schon einmal gerade gesagt, das
- 2:35ist 1 meiner Lieblingszitate von einer sehr kaputten deutschen
- 2:40Band namens HG ich t, das steht für heute, gehe ich tot.
- 2:43Und die sind, die sind so jenseits, das ist ne Hamburger
- 2:47Band. Ich weiß gar nicht, ob das Band
- 2:49oder eher Projekt nennen möchte und einer von denen wurde mal
- 2:52zum Thema Drogen befragt und seine Antwort ist ja Drogen hm
- 2:57ja, da würde ich mal sagen mehr ist mehr ne, das ist das ist so
- 3:03eine gute Antwort, wenn man so drauf ist wie die Jungs und
- 3:08Mädels von HGIT. Wir müssen jetzt, glaube ich,
- 3:12gar nicht in irgendwelche disclosure Formen gehen und über
- 3:14unsere eigenen Drogenerfahrungen reden.
- 3:16Dann müssen wir ja noch 4 Stunden später hier sitzen und
- 3:21das müssen wir ja auch gar nicht, denn wir reden ja über
- 3:25Bücher zum Thema. Ja, ja, wie gut.
- 3:27Das heißt man so viele Sachen stellvertretend erleben kann und
- 3:30das gar nicht selber durchmachen.
- 3:32Richtig finde ich beim Thema Krieg jetzt zum Beispiel sehr
- 3:34viel besser. Muss ich zugeben, dass wir in
- 3:39dieser glücklichen Generation sind, die das bislang noch gar
- 3:42nicht selber erleben mussten. Und wir haben aber, glaube ich,
- 3:45in unserer Lebensspanne schon auch einige Bewegungen gesehen,
- 3:51an an Drogen, an Drogenpolitik, an das, welche Drogen gerade
- 3:55groß sind, welche. Ach, nimm einfach nur die die
- 3:59Opioid Krise in den USA. Das ist also und wir reden ja
- 4:03nicht hier immer nur von illegalen Drogen, es ist ja
- 4:05oftmals auch legal verschriebene, aber dann illegal
- 4:07benutzte Drogen. Es ist auf jeden Fall
- 4:11mannigfaltig und sehr sehr, sehr erschreckend was passieren kann
- 4:16und erstaunlich, aber du wirst ja auch deine Recherchen
- 4:19betrieben haben, dass es gar nicht so viel.
- 4:24Literatur also sehr viel bei Krimi, Drogenkriminalität, ja.
- 4:30Ja, es kommt so ein bisschen darauf an, wie weit man das
- 4:34jetzt fasst. Also ich habe auch ein Buch
- 4:38dabei zum Thema Alkohol. Da gibt es dann ja schon
- 4:42einiges, und das kann ich ja nachher noch erzählen, warum,
- 4:46warum ich ausgerechnet das ausgesucht habe.
- 4:48Naja, es ist so ein bisschen schwierig, also es gibt es gibt
- 4:51diese, ich sag mal. Verstrahlte Literatur ich dann
- 4:56auch, weiß ich nicht. Auf keinen Bock habe zu lesen
- 4:58oder denke, OK, da komme ich jetzt nicht so rein, da reicht
- 5:03die Zahl bitter Schokolade nicht und dann du hast das schon
- 5:07gesagt, ne, die die Krimis zur Drogenkriminalität und dann gibt
- 5:12es natürlich sehr viele Sachbücher darüber, auch über
- 5:15verschiedene Epochen der Menschheitsgeschichte und wieder
- 5:18oder der Weltgeschichte und wieder Drogen eingesetzt worden
- 5:20sind, aber so so. Ja, im klassischen Roman spielen
- 5:25sie halt häufig so eine Nebenrolle.
- 5:26Ich denke jetzt gerade an den Distelfinken, wo sie auch eine
- 5:28erhebliche Nebenrolle spielen, aber das würde ich nicht
- 5:31einsortieren als ein Buch, das ich jetzt heute hier zum Thema
- 5:34Drogen mitgebracht hätte. Und ich finde, so wie du die die
- 5:40Bücher, die über Drogen, Erfahrungen oder das Schreiben,
- 5:46die also sozusagen den Rausch verschriftlichen wollen.
- 5:49Finde ich ungefähr so mühselig wie Textstellen, die von Träumen
- 5:53handeln. Also das sind 2 Sachen, also
- 5:56Drogentrips und Träume, die muss ich literar also dann lieber
- 5:59selber erleben und nicht nicht literarisch.
- 6:02Ich habe dennoch ein 2 Bücher dabei, die einfach.
- 6:09Ah wichtig, was heißt wichtig? Welches Buch ist wichtig, hat
- 6:11mich im Studium schon immer genervt, wenn irgendwie n Kanon
- 6:14aufgedrückt wurde, aber die zumindest glaube ich Literatur
- 6:18und Pop historisch tatsächlich n ziemlichen Einfluss haben, also
- 6:23wirklich gerade in der amerikanischen Pop Geschichte
- 6:26des 20. Jahrhunderts n ziemlichen Impact
- 6:29da reingeworfen haben. Ich hab mir zur Vorbereitung
- 6:32Monique mal ne ne kleine Liste ausgedruckt mit der Frage,
- 6:38welche Romane der Weltliteratur. Super.
- 6:41Beschäftigen sich denn mit Drogen und bei vielen anderen
- 6:46Themen. Man kann ja immer solche Listen
- 6:48sich basteln, geht man sehr, sehr tief in die Vergangenheit,
- 6:52also wir haben das ja schon bei Krieg oder Verrat, also Liebe,
- 6:55also da kannst du ja bis zu unserer vielzitierten Ilias,
- 6:58oder also. Da gibt es wirklich sehr viel.
- 7:02Bei Drogen fängt es erstaunlicherweise sehr spät an,
- 7:06ich habe so n bisschen das Gefühl, dass das vielleicht
- 7:09daran liegt, dass wir natürlich westlich sozialisierte Menschen
- 7:12sind, und ich glaube, dass jenseits von Alkohol Drogen in
- 7:17der westlichen Gesellschaft auch erst später anfingen und dass
- 7:23gerade da, wo Drogen. Sehr zur Bewusstseinserweiterung
- 7:28also gerade im Schamanentum, der sowohl Nord als auch
- 7:31südamerikanischen Völker wurden ja sehr viel diese ganzen
- 7:36Kakteen und gut, wir hatten Pilze, aber ich hab n Gefühl,
- 7:40dass eher Gesellschaften, die gar nicht verschriftlicht waren,
- 7:43sondern die eher eine orale mündliche Tradition hatten,
- 7:46glaub ich sehr viel mehr Drogen in ihrem alltäglichen Usus oder
- 7:51in zumindest ihrem Metaphysischen.
- 7:55Usus benutzt haben und dass wir glaube ich eher eine tatsächlich
- 7:58sehr alkoholzentrierte Gesellschaft sind, oder was?
- 8:02Was ja vielleicht auch einfach daran liegt.
- 8:04Also was, was war denn hier verfügbar, bevor es einen
- 8:06weltweiten Drogenhandel gab? Ne was was ist?
- 8:09Hier los. Fliegenpilze zum Beispiel, ja.
- 8:12Sonst sehr wenig, aber irgendwann kam dank der.
- 8:18Ich wollt schon gerade sagen, Kolonialisierung, das passt da
- 8:21auch rein, aber das ist in diesem Fall das falsche Wort.
- 8:24Dank der Globalisierung kamen ja auch nicht nur Kaffee, könnte
- 8:29man auch als Droge sehen, Kaffee, Kakao.
- 8:32Zucker also vielem aber, sondern auch die richtigen Drogen kamen
- 8:37dann auch rüber. Als eine der ersten natürlich
- 8:40aus dem asiatischen Raum, dann Opium und natürlich die
- 8:43Opiumkriege England bla bla bla müssen wir jetzt nicht drüber
- 8:45reden, aber auch der älteste Text der mir genannt wurde, ist
- 8:50ein englischer Text von Thomas de Quincy und nennt sich
- 8:53Confessions of in English Opium Eater das Buch ist von 1821.
- 8:59Wird auch gerne so. Alle 1015 20 Jahre wieder neu
- 9:03aufgelegt und es geht tatsächlich um Rauscherfahrung
- 9:07und Opiumdiskussion. Da ist n bisschen die Frage, da
- 9:12sind wir wieder, also muss man die Rauscherfahrung anderer
- 9:15Leute erlesen. Das nächste ist natürlich auch
- 9:18wieder Opium, also sehr bestimmt fürs 19.
- 9:21Jahrhundert berühmter Text von Charles Boudelaire Les Paradie
- 9:26Artifiziell die künstlichen Paradiese.
- 9:29Der nimmt sich aber nicht nur Opium, sondern hat sich, glaube
- 9:33ich, auch noch ziemlich um Kopf und Kragen gekifft.
- 9:36Ziemlich wichtiger Text Literaturgeschichtlich für die
- 9:40Phase des Symbolismus also wir reden dann etwas später, schon
- 9:44Ende des 19. Jahrhunderts, sehr bildreich,
- 9:47sehr metaphorisch, sehr andeutend, furchtbar anstrengend
- 9:52zu lesen. Richtig los ging es dann
- 9:55eigentlich erst im 20. Jahrhundert, dass also auch sehr
- 9:58viel mehr Drogen in Literatur Einfluss gefunden haben.
- 10:02Für mich überraschend, ich hab ihn aber auch nie weiter als 10
- 10:05Seiten lesen können. Der Zauberberg von Thomas Mann,
- 10:09dass wohl da die Figur Joachim sehr viele Rausch Erfahrungen
- 10:13auch hat, war mir nicht bewusst. Dann natürlich der Steppenwolf
- 10:16von Hermann Hesse, kein Wunder, dass dieses Buch so beliebt ist
- 10:21und. Dann kommen die, gehen wir rüber
- 10:26in die Mitte des 20. Jahrhunderts.
- 10:29Da sind jetzt 2 Texte, die ich besprechen möchte, natürlich
- 10:34einer der wichtigsten Autoren. Was Drogen angeht, ist William
- 10:37Asborough, der wirklich auch alles ausprobiert hat, was nicht
- 10:40bei 3 auf den Bäumen war, wahnsinnig, wahnsinnig kaputt,
- 10:44er wird hier auch gleich dreimal genannt.
- 10:47Es gibt noch mehr aus Amerika. Fear and Laughing in Las Vegas
- 10:50Hunter S. Thompson wird sicherlich auch
- 10:52noch mal vorkommen und so so geht es weiter, spätes 20.
- 10:57Jahrhundert, ein Text, den ich total vergessen habe, ich muss
- 11:01aber auch zugeben, ich habe ihn nicht als Buch gelesen, sondern
- 11:04als Film gesehen, Trainspotting meine Güte, das war nicht schön
- 11:11und gleichzeitig aber schön wie die Freundschaften.
- 11:14Sich dort tragen, anderes für Deutschland sehr wichtiges
- 11:18Drogenbuch ist natürlich Christiane F.
- 11:21Können wir aber auch in einer anderen Folge mal vielleicht bei
- 11:24einem anderen Thema über dieses Buch sprechen?
- 11:26Gelesen. 21 Jahrhundert, es wurde jetzt einfach nur so eine
- 11:30kleine Auswahl an Titeln, noch ein Buch aus der Schweiz, was
- 11:34ich noch besprechen wollte, ich sag es jetzt nicht dann
- 11:37lustigerweise ist es mir vollkommen entgangen, ein
- 11:40Weltbestseller immer noch shantarum.
- 11:44Ich weiß nicht, ob dir das was. Sagt.
- 11:45Es ist ein australischer Autor, Gregory Roberts, und das ist,
- 11:50glaube ich, autobiografisch geprägt.
- 11:52Der muss ein ziemlich schlimmer Finger gewesen sein und hatte,
- 11:55ich weiß nicht, was für einen Scheiß er in Australien gebaut
- 11:57hat, auf jeden Fall muss er abhauen und flieht nach Indien
- 12:00aus unerfindlichen Gründen und landet dort.
- 12:06Eigentlich in in der Drogenkriminalität probiert,
- 12:09aber ein guter zu bleiben. Aber es ist wirklich extrem
- 12:12viel, handelt von Drogen, pushen, Drogendealen, Drogen und
- 12:17so weiter und wie man weiter kommt in der Szene in Indien,
- 12:20das ist mal ne ganz ganz andere Nummer, genau und dann gibt es
- 12:24natürlich immer noch viele, viele Autoren, die irgendwann in
- 12:27Ihrem sowie James Frey über sich selbst schreiben und das ist
- 12:31dann in Sucht und n entzugsnarrativ kann man lesen
- 12:34ich finde. Muss man nicht.
- 12:36Mir ist bei dieser Liste aber aufgefallen Monique, dass es
- 12:40lauter Autoren waren. Also ich fragte dann auch meine
- 12:47KI. Ki ist übrigens bei meinem
- 12:51Gatten die Abkürzung für Kurt informiert, wenn er was wissen
- 12:54will, dann fragt er mich und ich Google ist für ihn die KI
- 12:59verriet mir, dass es praktisch im 19.
- 13:03Jahrhundert praktisch noch gar keine.
- 13:05Drogenbücher von Autorinnen gab, woran das jetzt liegt, keine
- 13:11Ahnung, es fing wirklich erst im im 20.
- 13:14Jahrhundert an, mit einem berühmten Text von Colette auch
- 13:18wieder Opium lopium es geht dann um den Opiumkonsum in Pariser
- 13:23Künstler und Liebesmilieu, also auch wieder im Endeffekt das
- 13:27eigene Erleben, das subjektive Erleben von Drogen.
- 13:32Es gab in den 50er Jahren eine bietnick Frau.
- 13:36Natürlich Borrows war auch Bietnick Diane de Prima oder
- 13:41Diane de prima memoires of a beatnick, dann natürlich wie
- 13:45Kinder vom Bahnhof Zoo, aber es es bleibt wirklich relativ wenig
- 13:49anscheinend. Mir fällt noch eine ein, und
- 13:52zwar die Truve Dietlefsen, die vor n paar Jahren auch neu
- 13:55rausgebracht wurde. Genau.
- 13:59Und mir wurde dann noch genannt, tatsächlich, du hast es in
- 14:03unserer letzten Folge unserer Jubiläumsfolge besprochen.
- 14:07My year of rest and Relaxation, also mein Jahr der Ruhe und
- 14:10Entspannung und eine spannende Autorin kam noch vor, ich hab
- 14:14das Buch von ihr aber nicht gelesen von Rachel Kushner.
- 14:17Die Flammenwerfer. Ah, das hab ich auch nicht von
- 14:19ihr gelesen. Aber tolle Autorin.
- 14:21Tolle Autoren auch da geht es wohl um die Drogenszene der
- 14:2470er. Was wir nicht alles lernen, wenn
- 14:28wir diesen Podcast vorbereiten. Aber auch wir haben ein paar
- 14:32Bücher gelesen zu dem Thema. Ja, vielleicht noch.
- 14:35Also ich. Ich dachte gerade, dass du
- 14:36erzählt hast, so, oh mein Gott, wieviel davon kenne ich als
- 14:38Verfilmung? Oder irgendwie als
- 14:41Songabwandlung oder so. Da fällt mir auf Anik total viel
- 14:44ein, bei Büchern nicht so sehr, was aber auch ein bisschen daran
- 14:47liegt, dass ich unglaublich gelangweilt bin von diesem, ich
- 14:51sag das schlimme Wort narratsch ich bin unglaublich gelangweilt
- 14:55von Männern, die über ihre schlimme Zeit ihre
- 15:00Drogenerfahrung schreiben und jetzt aber was Anständiges
- 15:02geworden sind. Es langweilt mich unglaublich.
- 15:06Kann ich gut. Verstehen?
- 15:07Nee. Ich.
- 15:09Ich glaube, was natürlich Filme einfacher macht, ist die
- 15:13Drogenerfahrung. Kannst du Filme sehr viel besser
- 15:15darstellen als zu Architektur tanzen oder halt über über
- 15:20Drogen zu schreiben und ich glaube, das macht natürlich
- 15:23Filme. Es gab einen ganz sensationellen
- 15:26frühen Film von Pedro Almodovar, die Schwestern zum heiligen
- 15:29Wahnsinn, es geht um irgendwie so n Kloster mit lauter
- 15:32verrückten Nonnen, die sich alle zur Selbststrafe schlimme Namen
- 15:36geben, die eine heißt Schwester Scheiße und die andere keine
- 15:38Ahnung und dort gibt es. Eine Schwester, die hat
- 15:41irgendwann einen Trip geworfen und ist drauf hängen geblieben.
- 15:43Und das wird filmisch so geil umgesetzt, weil jedes Mal, wenn
- 15:46der Film in ihre Sicht schwenkt, wird alles Rosa und blurry und
- 15:50alle menoretten und so, und das wird konsequent durchgezogen,
- 15:55das ist eine sehr, sehr lustige Idee.
- 15:57Ja, es ist schwierig, wie schreibst Du über
- 16:00Drogenerfahrungen so wie schreibst du über Träume ohne
- 16:04die Leserin und den Leser total zu langweilen, ja.
- 16:08Oder wie schreibst du über Drogen, wenn du nicht über
- 16:10Drogen Erfahrungen schreibst? Ne, also das ist ja auch noch
- 16:13eine Möglichkeit. Ja.
- 16:17Also meine beiden Bücher sind eigentlich eher aus der
- 16:22Perspektive. Aus.
- 16:23Ohne Erfahrung. Ohne die Erfahrung im
- 16:27Selbstversuch. Ja, aber das finde ich toll,
- 16:29weil dann haben wir ein breiteres Spektrum.
- 16:31Denn die Bücher, die ich dabei habe, sind tatsächlich über
- 16:36Erfahrungen okay. Wollen wir dann auch mit einer
- 16:39Erfahrung anfangen? Das heißt, du fängst mit einem
- 16:41Buch an und ich würde in der Zeit zum allerersten Mal eine
- 16:44Matcha Erdbeere probieren? Ich finde es gut, wenn du was
- 16:48wirfst, während ich spreche, dann hat das auch noch ein
- 16:51bisschen Zeit, bei dir einzuwirken und dann können wir
- 16:55gleich hören, wie du redest, wenn du auf Matcha Erdbeere
- 16:57bist, die auch noch crunchy ist. Also dein Gesichtsausdruck ist
- 17:01schon mal nicht schlecht, muss ich sagen.
- 17:05Ich kann noch nicht ganz sehen, ob es hier Begeisterung ist oder
- 17:08eher um Gottes Willen. Was habe ich mir angetan, um
- 17:11einfach dieser Pause Einhalt zu geben, lege ich mal los mit
- 17:16meinem ersten Buch, ich hatte es ja schon halbwegs verraten,
- 17:20einer der wichtigsten Pop Literaturtexte des 20.
- 17:24Jahrhunderts, Naked Lunch von William Borrows, jetzt mit
- 17:29großem Brimbamborium vor ein 2 Jahren verfilmt, ich glaube mit
- 17:32Daniel Cray. Ich hab mir den Film nicht
- 17:34angeguckt, weil ich du hast ihn gesehen.
- 17:37Und wie war er? Gut.
- 17:39Heiß, heiß, okay na immerhin das, weil das Buch ist jetzt
- 17:45ehrlich gesagt überhaupt nicht heiß.
- 17:47Das Buch ist im Endeffekt kein, es ist kein narrativer Roman,
- 17:54das kann man, darum frage ich mich auch, wie man sowas
- 17:57verfilmen will und. Es handelt von sehr
- 18:00autofiktional. Es handelt von dem
- 18:02drogenabhängigen Erzähler William Lee, also nicht William
- 18:06Asbora, sondern William Lee, der im Endeffekt immer wieder
- 18:13wechselt zwischen realer Welt und Halluzinatorischer
- 18:16Drogenwelt. Es ist n ziemlich harter Text,
- 18:20es geht um Abhängigkeit, es geht um Entzug, es geht um dela
- 18:25Milieus, es geht natürlich um die eigene Erfahrung unter
- 18:28Heroin, was das mit einem Macht, es geht um darum, was Menschen
- 18:33tun, um ihre innere Leere zu füllen mit Sex, mit Drogen, mit
- 18:36was auch immer, gleichzeitig ist es ne ziemlich krasse Kritik an
- 18:40der. Gesellschaft an den Behörden an
- 18:44der Medizin, wie sie einen einerseits in die Abhängigkeit
- 18:47treibt, andererseits dann damit alleine lässt und was das Buch
- 18:53gleichzeitig unlesbar, aber auch spannend macht.
- 18:56Und ich glaube darum auch seinen Platz in der Literaturgeschichte
- 19:00hat, ist, dass Boris was sehr neues erfunden hat, nämlich die
- 19:03sogenannte Cut Up Technik. Die hat er am Ende.
- 19:08Soweit perfektioniert, dass seine Bücher gar nicht mehr
- 19:10lesbar waren. Denn letztendlich ist es das
- 19:12ganz stumpf. Was es besagt ist, er schreibt
- 19:15einen Text, dann nimmt er seine Seiten, schneidet sie
- 19:18auseinander und setzt sie einfach anders wieder zusammen.
- 19:22Das ist, wenn man das geplant macht, natürlich ne gute Idee,
- 19:25also das ist jetzt noch nicht mal multiperspektiv, sondern es
- 19:30ist Multilinear erzählt, würde man eher sagen, was natürlich
- 19:35ein. Kompletten Erzählstrang
- 19:38irgendwie n bisschen verhindert, aber es natürlich spannend
- 19:42macht, weil du immer wieder sozusagen andere Eindrücke
- 19:44kommst. Und je weiter du in diesem Buch
- 19:46kommst, solange man es durchhält, desto ein größeres
- 19:50Bild ergibt sich hier. Ich muss aber trotzdem dazu
- 19:56sagen, ich werd mir den Film noch mal anschauen müssen, weil
- 19:59ich wirklich nicht weiß, wie man das machen will, das ist etwas
- 20:03ist. Als Buch, was man wirklich von
- 20:06literaturhistorischem Interesse her lesen kann, es aber nicht
- 20:11zwingend machen muss. Ganz ehrlich, weil das Ding ist
- 20:13wirklich eine Abgefuckte, fast nicht lesbare Nummer, und das
- 20:17ist etwas, was man, glaube ich, dann so mit Anfang 20 liest, wo
- 20:20man denkt, geil, das muss ich mir jetzt noch geben, ich weiß,
- 20:23ich hatte eine Ausgabe, erinnerst du dich noch?
- 20:27Damals gab es eine Buchhandelskette, die ist glaube
- 20:30ich 2001. Und die hatten ja eigene
- 20:33Ausgaben auch immer, und die hatten auch eine Gesamtausgabe
- 20:36zu William Is Boris, das waren irgendwie so 23 Taschenbücher,
- 20:38die hatte ich mir dann gekauft und was ich viel faszinierender
- 20:43fand als dieses Make it Lunch, war ein Text, der in dem
- 20:46gleichen Band drin war. Dort muss Boros wahrscheinlich
- 20:49in den Siebzigern, Achtzigern auf Einladung der britischen
- 20:54psychiatrischen Gesellschaft einen Erfahrensbericht
- 20:57geschrieben haben über. Alle Drogen, die er schon mal
- 21:01probiert hat, OK und was die so machen, das war natürlich für
- 21:04Psychiater und Psychologen recht interessant und ich dachte
- 21:07irgendwie in meiner Hybris mit Anfang 20 aid Drogen brauchst du
- 21:10mir nicht erzählen, also die die ich nicht genommen hab, die kenn
- 21:12ich wenigstens vom Namen her Monique ich hab höchstens von 5%
- 21:15dieser Drogen jemals gehört, krass also diese unglaublich
- 21:19also dieser Mann hat wirklich sehr sehr gründlich
- 21:23recherchiert. Ich glaube, er hat es sogar
- 21:27geschafft. Hat er sie dann nicht sogar
- 21:29erschossen? Das weiß ich nicht mehr, er war,
- 21:33obwohl er, glaube ich, eigentlich schwul war, trotzdem
- 21:35verheiratet, ich meine, er hatte auch gar keine wirtschaftlichen
- 21:38Probleme, ich glaube ihm ging es n bisschen wie Janis Joplin, er
- 21:41hatte sehr reiche Eltern, nur dass Janis Joplin, glaube ich
- 21:44auf alles verzichtet hat und ihre Drogen selber durchs Singen
- 21:46verdient hat. Er er lebte glaube ich ein ganz
- 21:49gemütliches Leben auf Kosten seiner Eltern.
- 21:53Was bei vielen Leuten, die nichts zu tun haben, leider dazu
- 21:56führt, dass sie dann solche Experimente machen.
- 21:59Aber in seinem Falle wenigstens auch noch Kunst daraus schaffen.
- 22:02Aber er muss wohl glaub ich mal auf Schore probiert haben,
- 22:06Wilhelm Tell nachzustellen, also die berühmte Schussszene mit dem
- 22:10Apfel und hat dabei glaub ich seine Frau erschossen, also ich,
- 22:15ich muss es noch mal nachrecherchieren, irgendwie hat
- 22:17sich diese Geschichte so in mir festgeklebt, selbst wenn sie
- 22:20nicht stimmt, ist es ne gute Geschichte.
- 22:24Genau das ist also ein ein Buch, von dem ich einsehe, dass es
- 22:32tatsächlich literaturhistorisch sehr, sehr wichtig ist.
- 22:36Und er war, ist und bleibt einer der berühmtesten und wichtigsten
- 22:40Vertreter der Beat Generation, also wie Jack Karak und was ihn
- 22:47vielleicht unterscheidet. Von den anderen Beatnicks ist,
- 22:53dass er sehr viel mehr in diese persönlichen Erfahrungen
- 23:00reingeht. Ne also, dass er sehr viel
- 23:05körperlicher ist als andere, dass er sehr viel
- 23:08medienkritischer ist. Das war meines Erachtens bei den
- 23:11anderen Beatnicks noch nicht so das Problem, oder oder der
- 23:15Erfahrungshorizont. Also er ist auf jeden Fall einer
- 23:18der wichtigen Menschen, insbesondere im Nachhinein, weil
- 23:20glaube ich, viele in der Pop Literatur, also sowohl in der
- 23:23Literatur als auch im Film und insbesondere auch in der Musik,
- 23:26sich immer und ewig auf Borrows zurückwerfen und ihn zitieren.
- 23:32Also er ist extrem einflussreich und darum ist es vielleicht auch
- 23:35gar nicht so schlecht, mal irgendwas von ihm gelesen zu
- 23:39haben. Ich finde, sein wichtigstes ist
- 23:41einfach Naked Lunch. Man könnte aber auch Junkie
- 23:45lesen oder Nova Express, also im Endeffekt eigentlich egal
- 23:48worüber er geschrieben hat, es ging immer um Drogen, aber damit
- 23:52man so ein bisschen in The no ist, würde ich Naked Lunch
- 23:56empfehlen, einfach mal reinzugucken, weil es ist schon
- 23:59anstrengend, aber schon auch recht spannend, was er daraus
- 24:01macht. Okay ich weiß, dass ich Boris
- 24:05immer lesen wollte, aber dann kam jemand anderes Buch
- 24:10dazwischen. Die kenne ich, diese Autorin, wo
- 24:13immer andere Bücher dazwischen kommen.
- 24:17Ich komme jetzt aber wenn du erlaubst lieber kurz zu einem
- 24:20Autor, wo mir nie etwas dazwischen kommt, wenn ich ihn
- 24:23lesen möchte und wenn er neues Buch rausgebracht hat, der eine
- 24:28ganz, ganz großartige, bedeutende Trilogie geschrieben
- 24:32hat, die sich mit im weitesten Sinne mit dem auch im engeren
- 24:36Sinne, mit dem Thema Drogen beschäftigt.
- 24:38Und das kann natürlich nur Don Winslow sein und seine Kartell
- 24:43triologie mit den 3 Bänden, die Tage der Toten 1.
- 24:47Band dann das Kartell der 2. Band und Tage des Jägers als 3.
- 24:52Band. Ich habe die alle hintereinander
- 24:55weggelesen das war eine Empfehlung gewesen, als ich
- 25:01gerade frisch verliebt war und. Der derjenige, der jetzt meine,
- 25:07mein mein, mein, mein Partner ist mir erzählt hat, dass er Don
- 25:10Winslow so lieblich, dass er hätte und Winslow nie gehört.
- 25:13Und dann hab ich angefangen das zu lesen und ich konnte es nicht
- 25:15mehr weg. So, so, so, so krass, vor allen
- 25:20Dingen auch ich hab damals nicht gewusst, dass das n unglaublich
- 25:25gut recherchiertes Buch oder unglaublich gut recherchierte
- 25:28Bücher sind, das heißt, ich hab das gelesen, ich dachte.
- 25:30Das klingt so echt. Das kann doch nicht sein.
- 25:31Das kann doch nicht sein, das kann doch nicht sein und saß
- 25:34dann da und habe ständig nachgelesen und habe zu meinem
- 25:36Erschrecken festgestellt, dass es doch alles sein kann, dass
- 25:39diese unfassbaren Grausamkeiten, die in diesen Büchern
- 25:43beschrieben werden, tatsächlich passiert sind, also auch die
- 25:46meta Lektüre zu diesem Buch lohnt sich zu diesen Büchern
- 25:50lohnt sich wirklich also insgesamt, diese Trilogie
- 25:52Trilogie kann man im Grunde sehen als so eine Art Game of
- 25:55Thrones unserer Zeit, wenn man möchte, ne, also umfasst
- 25:58wirklich mehrere. Jahrzehnte, das irgendwann eine
- 26:01Kritik gelesen und das hat mir sehr gefallen.
- 26:04Ich weiß nicht, ob irgendwas daran nicht wahr ist.
- 26:06Also ich meine natürlich, es ist ein literarisches Werk, aber in
- 26:10dem, wie er Kartelle beschreibt, wie auch aus sozusagen kleineren
- 26:17schmugglerverbänden wirtschaftspolitische, Global
- 26:20wirtschaftspolitische Player werden.
- 26:23Ob daran irgendwas nicht wahr ist?
- 26:24Keine Ahnung, glaube ich nicht. Also es ist, es ist krass und
- 26:29diese diese bestimmte Phänomene, die auftauchen oder oder eben
- 26:34Zusammenhänge und man kann nur sagen lesen, lesen, lesen und
- 26:36auch wirklich durcharbeiten. Ich fand der zweite Teil, das
- 26:40Kartell, den fand ich, ist ein bisschen wie Herr der Ringe, der
- 26:43zweite Teil. Schwächer.
- 26:46Muss man aber durch, damit der Dritte dann noch mal so volle
- 26:48Wucht entfalten kann. Ich erzähl mal ein bisschen.
- 26:52Worum es geht, also großangelegte Politik und Crime
- 26:58Saga im Grunde. Es geht um den Drogenkrieg
- 27:00zwischen den USA und Mexiko, der war on Drugs, der ja auch in
- 27:07Filmen, in Serien unfassbar viel verarbeitet wurde, und er hat es
- 27:10wirklich ganz historisch dicht gepackt, recherchiert und
- 27:15erzählt, es komplex und brutal, also sehr.
- 27:20Ehrlich in in in gewisser Weise Hauptfigur ist Art Keller.
- 27:24Der ist Drogenfahnder, und der hat im Grunde seine ganze
- 27:29Karriere darauf ausgerichtet, ein bestimmtes Kartell, das von
- 27:34Ich bin mir nicht sicher, ob der Name so ausgesprochen wird, Adan
- 27:37Barrera geleitet wird oder von von dem er begründet wurde.
- 27:43Ja, geprägt ist also da, da gerät er relativ zeitig zu
- 27:47Beginn seiner Karriere hinein. Es gibt auch etwas, was ihn
- 27:49persönlich sozusagen da da rein fesselt oder eben diese diesen
- 27:54Kampf gerade gegen Barrera so so besonders macht und er wird ihn
- 27:58einfach nicht, er wird ihn einfach nicht los und mit jedem
- 28:00Band wird das Ganze immer noch größer und es geht eben nicht
- 28:06nur um. Um Drogen und die Auswirkungen.
- 28:09Aber es geht natürlich auch um Drogen und die Auswirkungen, die
- 28:11sie auf das Individuum dann jeweils haben und die sie auf
- 28:14die Gesellschaft haben und ab wann es überhaupt erst
- 28:16wahrgenommen wird als Problem solange in in US amerikanischen
- 28:21Städten Arme schwarze Menschen daran gestorben sind, hat es
- 28:25halt einfach niemanden interessiert, er ist als sehr
- 28:27gut situierte weiße Jugendliche angefangen haben zu sterben,
- 28:32wurde es auf einmal ein Thema, mit dem man sich irgendwie
- 28:34beschaffen befestigt. Nicht befestigen, nicht
- 28:39beschaffen, sondern befassen musste.
- 28:42Und das, das macht er wirklich sehr, sehr deutlich und und es
- 28:47tut einfach alles weh das zu lesen.
- 28:50Das ist so so, so, so barbarisch und dann wird im Grunde
- 28:56nachgezeichnet. Wie eigentlich so n
- 29:00Drogenkartell zu so einer Macht werden kann, also dass das nicht
- 29:03so einfach ist. Nachfrage und und und
- 29:08Wirtschaft, sondern das ist n sehr klarer Zusammenhang und
- 29:10alles würde nicht passieren, wenn es nicht auf wenn es nicht
- 29:14durch bestimmte Sachen gefördert werden würde.
- 29:17So barbarisch wie das ganze klingt ne also im 1.
- 29:20Band wird die Iran contra Affäre könnt ihr gerne euch mal
- 29:24anschauen bei Wikipedia stark verarbeitet etwas.
- 29:28Wo ich dachte, das kann doch nicht wahr sein, das kann doch
- 29:30nicht wahr sein, das kann doch nicht wahr sein, und das ist
- 29:33wahr und das das hat er, das hat er als Vorlage genommen, um
- 29:36diesen um diesen Roman aufzubauen und und so geht es im
- 29:40Grunde weiter, und ich schau mal hier kurz rein, was ich mir
- 29:44aufgeschrieben habe, genau Art Keller haben wir schon gesagt,
- 29:47beginnt in den 70er Jahren, das geht bis in die heutige Zeit
- 29:50rein. Keller entwickelt so eine
- 29:54persönliche Obsession gegenüber dem Kartellchef Barrera.
- 29:59Es geht ganz, ganz viel um US Politik, es geht viel
- 30:04unglaublich viel darüber, wie US Politik es möglich macht, dass
- 30:09es eine so starke, dass es so starke Drogenkartelle gibt und
- 30:16warum das im Interesse der Politik ist es.
- 30:19Es hat mir wirklich echt die Brust zugeschnürt, dass ich
- 30:23will, nicht dass dass das so ist.
- 30:25Ich will nicht, dass die Welt so ist, um das einfach mal auf den
- 30:27Punkt zu bringen. Es eskaliert immer mehr, es gibt
- 30:30so furchtbare Szenen, wo in Mexiko ein Bus mit Studierenden
- 30:34mit Studenten entführt wird und die alle, ach, es ist wirklich.
- 30:37Auch natürlich wahre Geschichte. Auch eine wahre Geschichte, ich
- 30:39ich also mir hatte das irgendjemand gesagt, und dann
- 30:43saß ich, ich habe es ja schon gesagt, ne, saß ich da und habe
- 30:45das alles nachgelesen und ich dachte wie.
- 30:48Wie ist das möglich und wie ist es möglich, dass es so viele
- 30:50Jahre an mir vorbei gegangen ist und im letzten Buch sind wir
- 30:53dann quasi im im Grunde auch in der riesigen Eskalation, also
- 30:57das heißt, Art Keller hat nicht mehr nur das Kartell als Feind,
- 31:01sondern eigentlich natürlich die Ganze verbundene damit
- 31:04verbundene US Politik und US Wirtschaft und nachdem was er da
- 31:09schreibt, ist es halt wirklich so, so, so, so eng miteinander
- 31:14verbunden. Dass er gar nicht sieht, wie es
- 31:18möglich sein kann, das zu zerschlagen und gleichzeitig bei
- 31:25dem zu bleiben und eine mögliche Konsequenz eigentlich nur wäre,
- 31:30Drogen komplett zu legalisieren, um diese riesige
- 31:33Wirtschaftsmacht aufzulösen, die ich bin mir nicht mehr ganz
- 31:36sicher, aber damals die zweitstärkste oder sogar die
- 31:39stärkste Wirtschaftsmacht insgesamt global betrachtet war.
- 31:43Also es sind Unfassbare zahlen. Sind unfassbare Zahlen
- 31:47unfassbare Tatsachen, die da dran hängen?
- 31:49Und dann ist er trotzdem aber auch in den Details so genau und
- 31:52so bildlich und da ist er einfach auch ein wahnsinnig
- 31:54guter Krimiautor um um um das darzustellen.
- 31:58Es gibt so eine traurige Szene, wo 33 Süchtigen Fentanil
- 32:08gespritzt werden soll und die, die Durchdrehen vor Angst, weil
- 32:11sie wissen, wie stark es abhängig macht, also es war.
- 32:14Und trotzdem eine totale Leseempfehlung, weil das so
- 32:20bedeutend ist, dieses Buch. Und weil das so Augen öffnend
- 32:23ist, dazu, wer an welchem Elend was verdient.
- 32:28Wow. Also ich finde nach wie vor Tage
- 32:32der Toten, also der erste Teil dieser Trilogie.
- 32:36Man kann ihn auch als einzelstehendes Werk lesen, ist
- 32:41es gibt ja so alle 10 Jahre den Überthriller.
- 32:44Das ist ja diese, diese historisch so exakte
- 32:50Rekonstruktion, dass du auch genau lernst, welche Abteilung
- 32:54ist eben nicht FBI, sondern es ist das DEA, woraus die
- 32:57entstanden sind. Also das ist glaub ich drug and
- 33:00Forcement Agency oder so ähnlich die Politik, das was mir so
- 33:05festgehängt ist, was du da sagtest am Ende das.
- 33:09Seine politische Forderung eigentlich ist, wenn ihr in den
- 33:12USA Drogen entkriminalisiert, wird es nicht mehr Drogen geben,
- 33:17aber weniger Kriminalität. Wie wär es denn damit und das
- 33:21sieht man ja auch an Ländern mit lockerer Drogenpolitik, also
- 33:26nehmen wir jetzt mal, Holland hat keinen höheren Drogenabusus
- 33:30als Drogen, als Länder mit mit strenger
- 33:34Kriminalisierungspolitik. Und bei dem ganzen
- 33:38erschreckenden Thema, was sozusagen der gesamte Überbau
- 33:41ist. Ich find diese Beziehung
- 33:44zwischen Art Keller und dem Drogenbaron faszinierend, denn
- 33:47die sind beide sehr fasziniert voneinander.
- 33:49Das erklärt sich ja auch relativ schnell, warum und Don Windslow
- 33:57schreibt wie n Maschinengewehr, also das ist.
- 34:00Ganz knappe, kalte, klare Sätze, kurze Kapitel sehr, obwohl da so
- 34:08viel Inhalt ist, extrem aktionsgetrieben es ist wirklich
- 34:12einfach ein spannender Kriminalroman, der unglaublich
- 34:16jenseits von alle erschrecklichen Themen
- 34:19unglaublich unterhaltsam geschrieben ist.
- 34:21Man will es weitermachen, also das musst du erstmal können, das
- 34:26finde ich immer also wirklich gut gemachte Thriller.
- 34:29Die, die packend sind, ohne billig zu sein.
- 34:34Das ist eine ganz schöne Kunst und bei ihm insbesondere fiel
- 34:37mir auf, er liebt kurze Kapitel, habe ich kein Problem mit, aber
- 34:41manchmal ist es ja wirklich nur so eine halbe Seite und Boom
- 34:43kommt dann das nächste und das Ganze kriegt so einen Drive und
- 34:49genau also wie du sagtest, da geht es ja viel weniger jetzt um
- 34:52die persönlichen subjektiven Erlebnisse unter Drogen, sondern
- 34:57einfach um. Unfassbar erschreckende
- 35:01Brutalität, die dieser gesamte, nicht global aber
- 35:05teilglobalisierte Handel, denn er bleibt ja hauptsächlich in
- 35:08Süd und Nordamerika. Ja, seine seine, seine, seine
- 35:12Betrachtung eröffnet. Es ist ja schon schon auch zu
- 35:14sehen, welche oder spielt am Rande so ne Rolle, welche welche
- 35:18anderen Länder ne Beziehung denn was das angeht miteinander haben
- 35:21ne und über welche welche Wege das denn geht und er hat ja
- 35:25auch. Also sehr, sehr auch sehr
- 35:31konkrete politische Personen dann unter einem anderen Namen
- 35:34drin. Das das das, das hat mich
- 35:40einfach so sprachlos gemacht, dass es diese Verwicklung geben
- 35:44kann und trotzdem so hohe Ämter möglich sind.
- 35:48Ist nicht schlecht, ne. Ist nicht schlecht.
- 35:50Ich hatte eine Kleine, das habe ich in einem Interview mit ihm
- 35:54gelesen. Ich weiß nicht, vielleicht war
- 35:55es dir auch bewusst. Da ging es darum, wie er denn es
- 36:00geschafft hat, so einen tiefen Einblick auch in die Kapelle zu
- 36:02bekommen. Anscheinend war seine Großmutter
- 36:06Putzfrau oder Haushälterin bei einem Drogenbaron, bei einem bei
- 36:11einem richtigen mexikanischen Drogenbaron und dort hat er sich
- 36:15wohl als Kind auch oft rumgetrieben und hatte darum,
- 36:18glaube ich, eine tatsächlich relativ.
- 36:20Persönlichen Bezug vorher noch mal nachfragen konnte.
- 36:22Und das ist ja auch interessant, ne, also sozusagen die Sicht
- 36:26heraus und es gibt Unmengen von Serien, von Filmen, von Krimis
- 36:32über Drogenkriminalität. Es ist ja auch n einfaches Thema
- 36:37sozusagen, aber aus dieser Hülle und Fülle an solchen Titeln so
- 36:42herauszustechen wie diese Donwin Slot Trilogie.
- 36:45Alter ja, was ist nämlich nicht? Einfach die Erzählung eines
- 36:50Kartells, wie wie es dann in in manchen Serien ist.
- 36:52Oder wie jemand von einem Chemielehrer zum Kartellboss
- 36:57wird oder sowas, sondern es ist die von von der von der von der
- 37:02kleinen persönlichen Kampfgeschichte bis rein in die
- 37:05Weltpolitik, also das, wofür ne Trilogie eigentlich auch da ist.
- 37:10Ne im im Kleinen, im Privaten anzufangen und.
- 37:13Schrittweise weiter hinaus in die Welt zu gehen und die große
- 37:16Verflechtung mit einem zu zeigen und umso perverser ist, dass das
- 37:22keine, keine, keine reine Fantasie ist.
- 37:28Das hat ein bisschen was für einen Waffenhandel, da dürfen
- 37:30auch alle mitmachen. Also wow.
- 37:34Moralischer total Zerfall. Und so gute Laune, und das ist
- 37:41das Erstaunliche, dass man trotzdem dieses Buch ja wirklich
- 37:44immer noch als Krimi liest und genauso befriedigt, da rausgeht.
- 37:48Also es ist hochgradig spannend, trotz des erschreckenden
- 37:52Inhalts, cool, auch dort. Alle Informationen findet ihr
- 37:58wie immer in den Shownotes, was die Bücher, die Titel im besten
- 38:03Falle auch die Lieferbarkeit und die Übersetzer oder
- 38:06Übersetzerinnen angeht. Des Weiteren, wo ich gerade
- 38:09schon mal bei den Shownotes bin, wie ihr euch vorstellen könnt,
- 38:14haben wir in der letzten Folge davon geredet, dass wir gerne
- 38:17Kaffee trinken und man uns gerne auch einen Kaffee ausgeben kann.
- 38:22Man muss also gar nicht uns irgendwie $5000,00 überweisen,
- 38:25manchmal reichen auch einfach 5,00€, wie ihr das machen könnt,
- 38:28findet ihr in unseren Shownotes und passend zu heute, ihr könnt
- 38:32auch gerne unseren Drogenkonsum finanzieren, wenn ihr das
- 38:35möchtet, also die Matcher Erdbeer Crunch, die.
- 38:38Dings und andere Drogen Preise findet ihr auf verschiedenen
- 38:43Onlineportalen, wenn es um genaue Halbgramm oder
- 38:46Grammpreise geht, könnt ihr uns vertrauensvoll anschreiben, wir
- 38:48sagen euch dann, wieviel wir brauchen, vielen Dank.
- 38:54Gott, ich hab Kinder. Ach so, die sind erwachsen, die
- 38:58wollen doch auch welche. Sei doch dankbar, wenn was was
- 39:02rüberkommt. Also ich nehme mal das Thema
- 39:06Dankbarkeit hier dankbar an, um das Thema zu wechseln.
- 39:10Und zwar geht ein dickes Dankeschön raus an Anja, Andrea,
- 39:16Carina, Jana, Maxi, Janine und Susann oder Susan bin ich mir
- 39:24nicht sicher und an alle die uns bisher auf welche Art auch immer
- 39:27unterstützt haben, das hilft uns wirklich sehr vielen vielen Dank
- 39:31und wir geben es. Nur für ganz legale Drogen aus.
- 39:37Monique Ich habe tatsächlich ein lustiges Buch zum Thema Drogen.
- 39:42Ich glaube, das haben wir nicht so, nicht so oft jetzt in dieser
- 39:46Sitzung, und zwar geht es um den zweiten großen Drogenroman der
- 39:51amerikanischen Pop Literatur, Fear and Loathing in Las Vegas,
- 39:57Angst und Schrecken in Las Vegas klingt längst nicht so schön wie
- 40:00der englische Originaltitel. Von Hunter S.
- 40:02Thompson auch ein Mann, der den Drogen nicht abgeneigt war.
- 40:07Alter, der hat sich s. Gegeben, nicht ganz so kaputt
- 40:11wie William S. Borrows wofür steht das S bei
- 40:14Hunter S. Thompson und bei William S.
- 40:16Borrows man fragt sich, ob das irgendwas mit Drogen zu tun hat.
- 40:20Wahrscheinlich Nein. Die Geschichte ist kurz erzählt,
- 40:24denn wir haben in der halbwegs ich Perspektive Hunter es
- 40:30Thompson selber unter dem Namen Raul Duke und der ist Journalist
- 40:34und der fährt mit seinem Kumpel und seinem Anwalt Doktor Gonzo.
- 40:38Kein Mensch weiß, warum dieser Anwalt überhaupt dabei ist, aber
- 40:40er muss dabei sein, die beiden Reisen nach Las Vegas.
- 40:44Um über ein Wüstenrennen zu eine Reportage zu machen, weil die
- 40:50dort stattfinden soll. Übrigens ganz kurz.
- 40:53Hunter Stockton Thomas und er hat am gleichen Tag Geburtstag
- 40:57wie ich. Oh krass.
- 40:58Also gehabt. Ich dachte, es war Hunter
- 41:00Stoned, Thomson William Stone Borrows.
- 41:05Aber nein, OK. Also am gleichen Tag Geburtstag
- 41:08wie Monique und ungefähr die gleiche Drogenhistorie wie
- 41:12Monique. Nur dass Monique nicht drüber
- 41:14schreibt. Diese beiden, also Doktor Gonzo
- 41:17und roud Duke fahren also im Auto nach Las Vegas, um eine
- 41:22Reportage zu machen über ein Wüstenrennen.
- 41:24Das Ganze wiederholt sich dann noch ein zweites Mal.
- 41:27Da fahren sie nämlich noch mal nach Las Vegas, auch wieder mit
- 41:29dem Auto und diesmal sollen sie aber einen Bericht machen über
- 41:33eine Polizeikonferenz, die natürlich über.
- 41:37Die Gefahr von Drogengebrauch handeln und dieses Buch ist eine
- 41:43Mischung zwischen einem Drogenerfahrungsbericht, einem
- 41:47bitterbösen Satire auf auf auf Las Vegas, auf auf
- 41:54amerikanischen Konsum, auf die damit einhergehende Repression.
- 42:01Wenn du einfach alle Leute sozusagen immer unter Drogen und
- 42:03unter Konsum hältst, dann. Kannst du natürlich auch den
- 42:07amerikanischen Traum verkaufen und alle Repressieren und
- 42:11hauptsächlich aber ist es ein in der guten amerikanischen
- 42:14Tradition eines Roadtrips, denn die beiden, also Trip im
- 42:19wahrsten Sinne des Wortes, die beiden sind im Auto unterwegs
- 42:21und man möchte wirklich kein Verkehrspolizist sein, was die
- 42:25werfen alleine schon auf dieser Fahrt dorthin.
- 42:30Und es wird immer immer wirrer. Realität mischt sich natürlich
- 42:34immer mehr mit Halluzination, jetzt ist aber Hunter es
- 42:37Thompson ein sehr viel geschmeidigerer Erzähler als es
- 42:40borrows war, der möchte auch Spaß bringen, eindeutig bei
- 42:45seinem Erzählen, es ist hochgradig subjektiv erzählt, es
- 42:51ist Wahnwitzig lustig muss man sagen, es liegt natürlich an
- 42:56seiner sehr ironischen Sprache, aber.
- 43:00An der Art, wie er Hyperrealismus mischt, mit
- 43:04Hallitunatorischem, also auch wirklich übergangslos, landest
- 43:08du von Realismus in wirklichen Trips, die allerdings nicht
- 43:14immer nur bedrohlich sind und furchtbar und irgendwie, man
- 43:17verliert sich drin, sondern die auch wirklich echt unterhaltsam
- 43:20sind und das Ganze, das ist der etwas traurigere Teil an dem
- 43:25Buch, ist, dass. Während Roud Duke mit seinem
- 43:29Drogenabuses einigermaßen klarkommt, geht es seinem Anwalt
- 43:33Doktor Gonzo, von dem ich immer noch nicht weiß, warum der
- 43:35mitgefahren ist, anders. Denn der verliert sich richtig
- 43:39in diesen Drogen, und das ist überhaupt nicht schön, und Duke
- 43:42probiert also, während er eigentlich seine Reportagen
- 43:44schreiben soll, ansatzweise diesen vollkommen außer Rand und
- 43:48Band geratenen Doktor Gonzo noch im Zaum zu halten und ihn immer
- 43:51wieder rauszuholen aus seinen ganzen Trips, in denen der drin
- 43:54steckt. Und es ist natürlich, wie der
- 43:59Boris auch mittlerweile zu einem wirklich kulttexte 20.
- 44:03Jahrhundert Gegenkultur geworden.
- 44:05Es ist trotz allem Spaß, den man hat beim Lesen immer noch ein
- 44:09ziemlich kritisches Ding insbesondere.
- 44:14Dieser Verkauf des amerikanischen Traums durch nur
- 44:18noch Konsum, nur noch Drogen, eine totale Inhaltslehre, die
- 44:22dann gefüllt wird durch wirklich diesen Konsum, und das gibt es
- 44:26auch in anderen Kulturen, bei anderen Autoren, also auch
- 44:29Victor Peljewin hat das Mal in Russland, der Zweitausender,
- 44:33also wie du sozusagen eine Gesellschaft im Endeffekt durch
- 44:36Konsum. Einfach klein halten kannst und
- 44:39ein großer Teil von Konsum ist in diesem Falle natürlich Drogen
- 44:43und der Name Gonzo sagt dir und auch unserer lieben
- 44:48Zuhörerschaft vielleicht was, denn es gibt diesen berühmten
- 44:51Gonzo Journalismus, eine Spielform des späten 20.
- 44:56Jahrhunderts von Journalismus, die eben Hunter es Thompson
- 44:59erfunden hat, mit dieser Figur, Doktor Gonzo, und zwar ist das
- 45:03eine journalistische Form. Die sich trennt vom reine
- 45:09Berichterstattung, reine journalistische Form, sondern es
- 45:12wird vollkommen subjektiv. Es handelt auch ganz oft von dem
- 45:18Autoren selber oder der Journalistin selber, was er oder
- 45:22sie erlebt auf seiner Recherche Tour, es wird gemischt, Fiktion.
- 45:29Subjektive Wahrnehmung und totale Realität es ist sozusagen
- 45:33so n bisschen die Frage, kann man das überhaupt noch
- 45:35Journalismus nennen, was er dort macht, also wie eng setzt du den
- 45:39Begriff Journalismus wirklich nur als Berichterstattung rein
- 45:41objektiv? Oder muss man eigentlich
- 45:44einsehen, dass es auch bei Journalismus keine reine
- 45:46Objektivität gibt, sondern es immer die subjektive Wahrnehmung
- 45:51der oder des Journalisten ist? Und dementsprechend spielt dann
- 45:54natürlich Thompson damit und sagt, das ist meine subjektive
- 45:57Wahrnehmung und ich übertreib es einfach.
- 45:59Und es hatte aber ein riesen Sprung gemacht, insbesondere was
- 46:04jetzt nicht Day to day Journalismus angeht, sondern
- 46:07Reportagen einen riesigen Einfluss gehabt auf auf
- 46:11Reportagenschreiber, die sich viel mehr nach Thompson getraut
- 46:15haben, persönlich zu werden, eigene Eindrücke, eigene
- 46:18Fehleindrücke zu machen, auch ganze abschweifende Passagen zu
- 46:23haben, die eigentlich gar nichts mit dem Thema zu tun haben, was
- 46:26man hier eigentlich recherchieren wollte.
- 46:29Also sehr, sehr, sehr spannend, sowohl in diesem Falle
- 46:32literaturhistorisch und im Gegensatz halt wie gesagt zu
- 46:34William Esborough wirklich lustig und unterhaltsam.
- 46:39Ich finde es literarisch Sau spannend geschrieben und du
- 46:43sagtest ja wie viele Verfilmungen es gibt.
- 46:46Es gibt natürlich die berühmte Verfilmung mit Johnny Depp.
- 46:49Fantastisches Stück Film. Fantastisches Soundtrack.
- 46:52Ja, und trotzdem eine. Also da ist es auch wieder so
- 46:57ne. Also es geht ja auch sehr viel
- 46:58um die Trips die sie machen, also in dem Buch ja eh, das ist
- 47:02für so n Film natürlich n Geschenk vor allen Dingen wenn
- 47:04man dann noch ich weiß gar nicht wer Regie geführt hat, aber
- 47:07diese Bilder dafür zu finden, die so abgedreht sind, aber wie
- 47:12in 98% aller Film Fälle. Der Film ist super lustig und
- 47:19interessant und schön, ersetzt aber nicht das Buch.
- 47:23Also dementsprechend empfehle ich allen, dieses Buch zu lesen.
- 47:27Es gibt es in deutsche Übersetzung, von wem übersetzt
- 47:30und so weiter findet ihr in den Shownotes, aber für die, die des
- 47:34Englischen mächtig sind, würde ich tatsächlich im Gegensatz zu
- 47:37Borrows, den kann man wirklich auf Deutsch lesen, da versteht
- 47:39man kein Wort sonst aber Fear and Loathing in Las Vegas ist
- 47:42ein Titel, den man sich echt gerne auch im Original geben
- 47:45kann. Ist gut lesbar.
- 47:47Sehr schön. So, das war so ein bisschen
- 47:50Spaß. Wen?
- 47:50Das war so ein bisschen Spaß. Ja.
- 47:53Ich habe inzwischen mich durch die Hälfte der Erdbeer Matcha
- 48:01Tüte gearbeitet. Und.
- 48:04Sehr interessant und wie bei vielen Sachen, also erst nach
- 48:10der 2.3. Fängt es an wirklich gut zu
- 48:11schmecken. Vorher ist der Geschmack
- 48:13irritierend. Okay.
- 48:15Also ich verstehe warum, warum da gerade Freundinnen und
- 48:21Kolleginnen ausflippen. Ich.
- 48:23Finde das lustig, wenn du sehr interessant sagst.
- 48:25Ich hatte eine Freundin, die im Englischen die wenn sie nichts
- 48:32Gutes sagen konnte über etwas und sie wollte aber auch nichts
- 48:35Schlechtes sagen, sagte sie immer ja that's interesting.
- 48:39Ja, ist ja auch, ist ja auch ein guter Weg.
- 48:43Aber manchmal. Sind Sachen halt auch einfach
- 48:45interessant. Also, was zumindest sehr
- 48:48interessant ist und ich hätte gerne n Foto gemacht und euch
- 48:51das dann noch online gestellt. Ist monikes Gesichtsausdruck,
- 48:54wenn sie sich so n erdbeermatcher Ding in den Mund
- 48:56wirft und man es ist so ne Mischung zwischen Freude und
- 49:00Entsetzen in deinem Gesicht zu sehen.
- 49:02Es ist wirklich ziemlich unterhaltsam und hat mich gerade
- 49:05echt. Konzentration gekostet, nicht
- 49:08weiter einfach auf dein Gesicht zu starren, sondern auch noch
- 49:10weiterzureden und zu hoffen, dass es ansatzweise kohärent
- 49:13war. Schön, dass du deine Droge
- 49:18gefunden hast. Sie sehen auf jeden Fall gut
- 49:20aus. Ja, sehr hübsch.
- 49:23In dem nächsten Buch, das ich dabei habe, geht es um eine
- 49:26Droge, die ganz viele Menschen gefunden haben.
- 49:30Die haben wir jetzt ja auch schon mehrfach erwähnt, es geht
- 49:33um Alkohol, die ja in vielen. Gesellschaften akzeptiert ist,
- 49:38die legal ist und die Verheerendes anrichten kann und
- 49:45anrichtet, wirklich, wirklich verheerendes?
- 49:47Ein ganz hohes Suchtpotenzial hat und trotzdem in geringen
- 49:56Dosen etwas ist, mit dem sehr viele Menschen durchaus sehr
- 50:00lustige Abende hatten. So.
- 50:03Also da steckt alles drin, was die Literatur braucht.
- 50:06Das heißt, ein sehr ambivalentes Verhältnis, ne und der Punkt, ab
- 50:10wann ist das ganz interessant und das Buch über dass dass ich,
- 50:15dass ich sprechen möchte, was ich vorstellen möchte, hat eine
- 50:18Perspektive, die da einfach besonders hart ist.
- 50:22Und zwar geht es um den Sohn einer alkoholabhängigen Mutter,
- 50:26ich rede von dem Buch Shabby Bane von Douglas Stewart, ist
- 50:29vor ein paar Jahren rausgekommen, war glaube ich,
- 50:31ein. Ziemlicher Knaller gewesen.
- 50:34Sehr, sehr großer Erfolg. Ich weiß, dass es kurz nach also
- 50:38für mich empfunden, kurz nach ein bisschen leben rauskam.
- 50:41Kurz es. War der Hit danach richtig?
- 50:45Und ich glaube mir auch von einem Kollegen bei dir im
- 50:47Buchladen als Oh, wenn du das möchtest, magst du das
- 50:49wahrscheinlich auch empfohlen wurde.
- 50:52Es spielt in Schottland und ich habe es in in der deutschen
- 50:55Übersetzung gelesen und. Ihr ist die Übersetzerin
- 50:59wirklich besonders zu nennen, weil die für die teilweise sehr,
- 51:03sehr eigene Sprache grandiose Übersetzungen gefunden hat,
- 51:06also, die dieses schottische geschafft hat in in was
- 51:14adäquates Deutsches zu übertragen.
- 51:16Und das also wenn man sieht, denkt man sich so, hä gibt es
- 51:19diese Wörter eigentlich und das ist, das ist total spannend das
- 51:22zu entdecken. Aber jetzt erstmal zur
- 51:23Geschichte, also Shaggy, Bane erzählt die Lebensgeschichte
- 51:25von. Hugh Bain, Spitzname Chuggy, den
- 51:29jüngsten Sohn einer Arbeiterfamilie in im Glasgow,
- 51:33der 80er Jahre, also 80er Jahre 1900 80er Jahre, der in einem
- 51:39Umfeld von Armut, Arbeitslosigkeit und, ja, im
- 51:45Grunde sehr, sehr prekär aufwächst.
- 51:48Ne, also ne. Eine Region, die mal industriell
- 51:52geprägt war und diese Industrie verloren hat.
- 51:55Und jetzt versinkt in Armut und seine Mutter wird
- 52:03alkoholabhängig. Sie fängt an, also sie hat schon
- 52:05vorher getrunken und fängt halt an, wirklich zunehmend
- 52:09abhängiger zu werden und die war mal für ihren Sohn zumindest
- 52:15irgendwie sehr glamourös und. Und schön und schick und
- 52:19besonders und anders als die anderen Mütter in diesem in
- 52:22diesem Viertel. Und die verliert das, die
- 52:27verliert das nach und nach ja, lebt alleine mit, mit, mit den
- 52:34Kindern und im Grunde ist Chagi in einer Situation, wo er viel
- 52:38zu früh sich selbst um sich kümmern muss, also dafür sorgen
- 52:42muss, dass es das gibt, was. Was er zum zum Leben braucht und
- 52:48gleichzeitig einfach auch ausgegrenzt wird für für das,
- 52:56was er ist. Also das verwahrloste arme Kind
- 52:59einer Säuferin, das mal sozusagen er ist auch noch
- 53:03schwul, das macht seinen Identitätskampf überhaupt nicht
- 53:06leichter in dieser Umgebung, die er auch nicht besonders
- 53:08aufgeklärt und modern ist. Und seine Geschwister verlassen
- 53:12nach und nach das Zuhause. Verständlicherweise.
- 53:17Aber er bleibt halt eben alleine zurück mit dieser Mutter und
- 53:21muss sich dadurch kämpfen, muss sich selber schützen, muss sich
- 53:27selber bewahren, muss überleben. Es gibt dann immer mal so kleine
- 53:35Hoffnungsmomente, wenn man auch denkt, das müssen auch die
- 53:38anderen mitkriegen, da muss auch irgendjemand was tun und und das
- 53:42greift dann aber immer nicht richtig, und das ist sehr.
- 53:46Es ist wirklich sehr, sehr traurig und gleichzeitig
- 53:50poetisch. Also er hat eine wahnsinnig
- 53:53tolle Sprache und erzählt wird es quasi von dem, also wir
- 53:59wissen schon, dass es einen älteren Shaki gibt, der es da
- 54:02rausgeschafft hat, insofern macht es das Ertragbar, da das
- 54:09das zu das zu lesen. Ich kenne gar nicht viele, die
- 54:13das Buch gelesen haben. Also ich habe es immer mal
- 54:15weiterempfohlen, aber wenn ich gesagt habe, worum es geht,
- 54:17haben viele gesagt, Oh, weiß nicht, wow, brauche ich gerade
- 54:21nicht, so verstehe ich und es ist trotzdem ein sehr
- 54:24berührendes, schönes Buch, also es ist, es ist barbarisch,
- 54:29traurig, aber es ist sehr, sehr schön und ein toller Erzähler,
- 54:34ich bin gespannt, was er noch schreiben wird, das ist jetzt
- 54:37auch stark autobiografisch geprägt, das ist immer so ein
- 54:40bisschen die Frage, kommt dann da noch mal was?
- 54:42Was anderes auf diesem, auf diesem Niveau es.
- 54:45Gibt ein zweites von ihm, was meines Erachtens auch
- 54:51autobiografisch geprägt ist. Aber das kann ich leider gar
- 54:57nicht bestätigen, weil ich es auch nicht gelesen habe.
- 55:01Der ist aber auch, ist das schon letztes Jahr rausgekommen, also
- 55:05chuggy Bane hat er ja auch 20 den Booker Price für gewonnen.
- 55:09Und er hat genau Yang Mungo oder Yang Mungo.
- 55:13Ich erinnere mich ja. Kam 2 Jahre später kam in
- 55:16Deutschland 23 raus. Ich habe es nicht gelesen, muss
- 55:19ich zugeben, es klingt, ich bin einer von denen, der auch sagte,
- 55:24Boah ey nee, das ist ein Thema, mit dem ich mich jetzt echt
- 55:26nicht beschäftigen mag, das war mir zu desolat, muss ich sagen
- 55:33und dass man muss ja auch einen Magen oder einen Mindset dafür
- 55:37haben, dass man sowas liest. Und manchmal fühlt man sich
- 55:42vielleicht einfach selber gerade zu schwach um um sich so einem
- 55:46furchtbaren Thema noch hinzugeben.
- 55:48Ich hatte 2 inhaltliche Fragen an dich, weil ich auch Chucky
- 55:51Bayne nicht gelesen habe, gibt es einen Vater?
- 55:54Es gibt einen Vater, aber der spielt relativ bald keine Rolle
- 55:57mehr. Und wird sie gewalttätig?
- 56:04Ich kann dir das, also ich würde sagen, in jedem Fall wird sie
- 56:08gewalttätig, wobei das jetzt ein bisschen so eine
- 56:09Definitionsfrage ist. Also meine Frage war, schlägt
- 56:12sie ihren Sohn? Das weiß ich tatsächlich nicht
- 56:15mehr, aber es gibt. Es gibt so harte
- 56:19Auseinandersetzungen, also jetzt vielleicht auch nicht nur mit
- 56:21mit Chuggy, sondern auch mit den mit den Älteren, die dann also
- 56:25auf jeden Fall ganz klare psychische Gewalt sind und die
- 56:27auch in einer starken körperlichen Auseinandersetzung
- 56:30sind, aber das. Das ist schon auch ein Buch, wo
- 56:34viele Details, wo ich viele Details dankenswerterweise nicht
- 56:38mehr erinnere. Okay ja, manchmal muss man
- 56:41Sachen auch wegschieben. Ne das das, aber ich konnte es,
- 56:45ich konnte es nicht weglegen, weil es eben auch.
- 56:47Also es ist in so einem, wenn man es liest ist man in so einem
- 56:50sog drin und das ist nicht so ein Prekariatsporn oder sowas,
- 56:59sondern das ist halt einfach wirklich.
- 57:01Wirklich wahnsinnig nah und wahnsinnig echt.
- 57:03Also ne das das und das, das merkt man beim Lesen und das ist
- 57:07eben auch das Besondere an diesem Buch und ich finde ja,
- 57:14also wenn ich auf sowas stoße und wenn ich da auch in der in
- 57:17der Verfasstheit bin das lesen zu können, gibt es ein bisschen
- 57:21für mich immer ein bisschen sowas wie eine Verpflichtung,
- 57:23weil die Menschen, die es erlebt haben, die haben sich das ja
- 57:26auch nicht ausgesucht und. Eine Anteilnahme daran, ein
- 57:31Erweitern des eigenen Horizonts also.
- 57:33Für mich hat das was mit mit ja wissen über die Welt, mit
- 57:38Anteilnahme auch zu tun. Ich finde, ich musste gerade so
- 57:41ein bisschen schmunzeln, weil ich erinnerte mich an unser
- 57:43Gespräch. Wir haben uns ja auch über
- 57:45Caroline Wahl unterhalten, 22 Bahn, da geht es ja auch um eine
- 57:48alkoholabhängige Mutter und ich musste so grinsen, ich weiß es
- 57:54jetzt nicht bei Douglas Stewart, inwieweit das Autofiktional.
- 57:57Getrieben ist ist. Es ist ja bei Caroline Wall, 0,
- 58:00und sie sagte auch in einem Interview mal, weil sie
- 58:02andauernd angesprochen wurde, wie mutig von ihr ihre eigene
- 58:05Geschichte mit der alkoholkranken Mutter und sie
- 58:07irgendwann sagte, Freunde, was genau an Fiktion habt ihr nicht
- 58:10verstanden, ich habe keine alkoholkranke Mutter, es ist ein
- 58:13Roman, den ich hier erzähle, und mir kam es bei Douglas Stewart
- 58:18immer so vor, als ob es da auch große autobiografische.
- 58:21Anteile gibt da, da gibt es große autobiografische
- 58:24Überschneidungen. Aber das das Verrückte ist ja
- 58:26dann bei Caroline Wahl, dass dann wurden ihr Vorwürfe
- 58:29gemacht, dass sie das schreibt, ohne eine alkoholkranke Mutter
- 58:32zu haben. Absurd, absurd.
- 58:33Aber das ist das tolle, wenn du weißt, wenn du von 2
- 58:37verschiedenen Seiten angegriffen wirst, dann weißt du, du hast
- 58:40was richtig gemacht das. Und weißt du, was mich gerade
- 58:43bei so einem Buch wie wie Chucky Bane, wo es so klar um die
- 58:47Gefahren von Alkohol geht? Und ich weiß, das betrifft nicht
- 58:51alle Menschen. Also es ist ne
- 58:53gesellschaftsdroge viele, viele Menschen trinken Alkohol, ich
- 58:57kriege so einen Hals bei der Diskussion, wie wir sie auch vor
- 59:00Jahren hatten oder hier in Deutschland mit der
- 59:02Legalisierung von Gras und dann wird eine Riesen Bohai gemacht
- 59:06um Einstiegsdroge, Gras und so weiter und alle die dagegen
- 59:11sind, sitzen dann in ihren Kneipen und hauen sich Humpen
- 59:14und Schnaps und Wein rein. Und das ist jetzt total billig,
- 59:18was ich sage. Aber gehen nach Hause und
- 59:19schlagen Ihre Frau und dann wagen solche Leute es überhaupt
- 59:25über Gras zu reden, die im Vergleich zu Alkohol eine so
- 59:30ungefährliche Droge ist. Und ja, es gibt auch dort
- 59:34natürlich wegen Jugendschutz Probleme, es kann Psychosen und
- 59:39so weiter hervorrufen, aber ich glaube gesamtgesellschaftlich.
- 59:44Gesehen ist Alkohol das. Ich habe es gerade
- 59:48ausgesprochen, wie Herbert Grönemeyer.
- 59:49Es ist, sehr vieles, ist Alkohol, sehr viel gefährlicher.
- 59:55Ja, was, was? Natürlich mit der mit der
- 59:57Verfügbarkeit zu tun hat bei uns.
- 59:58Ne, das würde ich da nicht nicht rausrechnen wollen.
- 1:00:01Ich finde die Debatte, ich finde die Debatte nicht so einfach,
- 1:00:07gerade weil. Wie ich finde Jugendschutz
- 1:00:10einfach n wirklich, wirklich relevantes Thema ist aber, was
- 1:00:13wir natürlich auch sehen mit dem wie momentan umgegangen wird,
- 1:00:17ist es halt auch nur n Wort, also ne und und und und die
- 1:00:21Tatsache oder was was ich auch schwierig finde, dass viele
- 1:00:24Leute, wenn sie wenn Sie haschisch hören, Cannabis hören,
- 1:00:28anders denken was in den 70er 80er Jahren im Umlauf war, und
- 1:00:31das ist natürlich. Sehr, sehr, sehr, sehr viel
- 1:00:33höher, konzentriert und sehr viel gefährlicher heute.
- 1:00:35Aber es wird halt auch nicht weniger Gefährliches, wenn es
- 1:00:38von irgendwelchen gestreckt, die dann gestreckt wird und und
- 1:00:42verkauft wird. Ne das ist n.
- 1:00:44Und gleichzeitiges Jugendschutz. N weites Feld.
- 1:00:46Wenn du wirklich in, in in in jeder Gesellschaftsebene dieses
- 1:00:50Landes siehst, wie trotzdem Jugendliche Alkohol bekommen,
- 1:00:53auch unter 16, weil sie von ihren Eltern nach kommt, der
- 1:00:56Schluck, was soll das denn schon und.
- 1:01:00Bei vielen Sachen, da denke ich immer, jeder muss es so machen,
- 1:01:02wie er es will und oder wie sie es für richtig hält.
- 1:01:06Aber dann sollte man diese Form von Toleranz, die man für sich
- 1:01:09selber einfordert, vielleicht auch in anderen Ebenen, die man
- 1:01:11nicht begreift, weitergeben und da sind wir dann natürlich aber
- 1:01:17wieder bei Legalisierungsfragen und sind natürlich genau schon
- 1:01:19wieder bei Don Winslow gelandet und die Frage aber spannend, ich
- 1:01:24denke mal, vielleicht machen wir noch mal ne Folge rein über
- 1:01:26Alkohol, aber ich finde es sehr sehr gut, dass du.
- 1:01:29Hier einfach mal ganz klar auch Alkohol als Droge mit
- 1:01:34reingenommen hast was es ist. Was was, was es ist und was in
- 1:01:37diesem Buch einfach auch sehr, sehr deutlich wird.
- 1:01:40Also einfach in den in den zerstörerischen Auswirkungen für
- 1:01:44das Umfeld, ne, das das ist ja was was Wesentliches von Drogen,
- 1:01:49was wir nicht wirklich erfahren in oder nur ansatzweise erfahren
- 1:01:53in Büchern wie Fear and Loathing in Las Vegas.
- 1:01:56Das was macht es, was macht es komplett mit mit einem Umfeld
- 1:02:00drumherum, mit, mit, mit Menschen, die Co abhängig sind,
- 1:02:03die, die gar nicht anders sein. Das Besondere, die Co
- 1:02:06Abhängigkeit, das ist, ist das extrem großes Problem und ich
- 1:02:11glaube auch das ist natürlich auch n wenn man da die Augen und
- 1:02:16Ohren nicht total vor verschließt.
- 1:02:18Das große Problem bei den harten Drogen auch.
- 1:02:22Das ist nämlich nicht nur die Co abhängigen, also dann vielleicht
- 1:02:25die, die am besten noch die Kinder, sondern es betrifft die
- 1:02:28Eltern, die Geschwister, die Freunde.
- 1:02:30Es betrifft einfach alle, das ist, es ist furchtbar und man
- 1:02:34darf es gar nicht verschweigen. Es ist ne, es ist ne furchtbare
- 1:02:38Krankheit, ne und das ist ja etwas was.
- 1:02:43Sich immer noch sehr, sehr langsam durchsetzen, also
- 1:02:45Suchterkrankungen auch wirklich, also dass Erkrankungen darin
- 1:02:49darin zu sehen, mit mit mit schlimmen, schlimmen
- 1:02:52körperlichen und sozialen und familiären.
- 1:02:54Formen, und das ist das Spannende an dem Wort
- 1:02:56Erkrankung, dass man natürlich auch feststellen kann, dass
- 1:03:01viele, viele Menschen eben nicht erkranken in der Sucht, sondern
- 1:03:05sehr gut hier. William Borrows bis ins hohe
- 1:03:08Alter, der hatte genug Kohle, der musste nicht in die
- 1:03:10Drogenkriminalität sozusagen. Der hatte im Gegensatz zu Dave
- 1:03:15Gallon und seine 2 Minuten Todeserfahrung hatte William
- 1:03:19Boris glaube ich herzlich wenig gesundheitliche Probleme
- 1:03:24hochgradig abhängig, klar, aber nie, dass es wirklich glaube ich
- 1:03:30zu einem Problem, naja, bis auf seine Frau, die er dann wegen
- 1:03:33seinem Wilhelm Tell Abenteuer erschossen hat.
- 1:03:35Es mag vielleicht ein Problem für seine Frau gewesen sein, ja
- 1:03:38könnte sein, könnte sein, könnte sein.
- 1:03:42Ich habe noch einen. Ja, sehr gut.
- 1:03:46Und wer wäre ich, wenn ich nicht auch in der Folge Drogen noch
- 1:03:49ein Schweizer Autoren mit unterbringen könnte?
- 1:03:52Und dieses Mal geht es um einen der versiertesten,
- 1:03:56erfolgreichsten und heißgeliebtesten
- 1:03:59Publikumsautoren in der deutschen Sprache überhaupt.
- 1:04:02Wir alle haben sicherlich mindestens schon ein Buch von
- 1:04:04ihm gelesen, ich rede von Martin Suter, ich nicht.
- 1:04:08Nie gelesen. Oh, dann vielleicht dieses hier.
- 1:04:11Das gilt auch tatsächlich als ein, wenn man in solchen Wörtern
- 1:04:16von Martin Suter reden möchte, aber warum nicht ein
- 1:04:18Schlüsselwerk, Martin Suter, der gute Mann, hat, glaube ich,
- 1:04:21mittlerweile irgendwie 75 Bücher geschrieben, also er ist Ex.
- 1:04:24Nein, das stimmt nicht, das sind 2020 bis 30 oder so, aber er ist
- 1:04:27sehr, sehr, sehr sehr aktiv und ich mag ihn sehr gerne lesen, er
- 1:04:36hat eine. Fantastische, sehr klare, sehr
- 1:04:40elegante Sprache finde ich, reduziert aber nie bildarm.
- 1:04:45Er hat ein wunderbar und das Liebe ich ja mit meinen
- 1:04:48Schweizer Autoren, diese leichte Distance und Ironie, die in
- 1:04:52seinen Geschichten durch die Sprache einfach immer
- 1:04:55durchscheint, und das bringt Spaß, weil man so ein bisschen
- 1:05:00detachiert ist von von den Protagonisten und.
- 1:05:03Nicht zu nah, so wie glaub ich bei Chuggy Bane, wo du wirklich
- 1:05:07ins Elend mit reingezogen wirst. Hier bist du eher ein
- 1:05:10unbeteiligter Beobachter. Suta hat sich glaub ich
- 1:05:14eigentlich nie richtig mit Drogen beschäftigt in seinem
- 1:05:17Evre aber schon ein so gutes Wort, aber in diesem Buch geht
- 1:05:23es wirklich darum, ich rede von dem Buch Die dunkle Seite des
- 1:05:25Mondes und es ist interessant, es jetzt direkt nach dem Chuggy
- 1:05:30Bane zu packen, denn wir haben. Eine komplett andere
- 1:05:36sozioökonomische Grundlage hier. Wir werden gestoßen in das Leben
- 1:05:42eines Zürcher Wirtschaftsanwaltes Urs Blank,
- 1:05:46extrem erfolgreich, reich profiliert, ein extrem
- 1:05:52kontrolliertes Leben, nichts ist da außer Plan, alles sitzt,
- 1:05:56sowohl das außen als auch das innen, er macht natürlich als
- 1:05:59Wirtschaftsanwalt. Relativ viele Sachen kaputt,
- 1:06:03aber das ist ihm egal, weil er lässt es einfach gar nicht an
- 1:06:06sich ran. Also dieses typische Sachen
- 1:06:08aufkaufen, zerschlagen, Leute feuern, das lässt er aber gar
- 1:06:11nicht an sich ran, das ist also alles kalt und und eckig und
- 1:06:17geht seiner Dinge in irgend ich weiß gar nicht mehr wie er auf
- 1:06:21sie stößt, aber er trifft auf eine Frau, ich glaube in einem
- 1:06:25seiner Fälle lucil. Und Lucille ist das komplette
- 1:06:29Gegenteil von ihm. Die ist so eine Hippie braut,
- 1:06:32die wirft also jeden Pilz, der nicht bei 3 auf den Bäumen ist,
- 1:06:36glaubt sehr an rauschhafte Zustände und die Befreiung und
- 1:06:40und überhaupt dieses gesamte Mehrmenschwerdung durch Drogen,
- 1:06:44sie macht etwas, was man wirklich, wirklich nicht tun
- 1:06:49sollte, sie kocht für ihn und zwar ein köstliches Pilzgericht.
- 1:06:57Und wirklich, liebe Freunde da draußen, gebt nie jemandem
- 1:07:01Drogen ohne ihm oder ihr vorher zu erzählen, dass ihr das gerade
- 1:07:04macht. Denn was ihm passiert, ist
- 1:07:08krass. Er ist also auf diesen
- 1:07:09psychoaktiven Pilzen, und es passiert, man weiß es bei Trips,
- 1:07:15also bei LSD, bei Pilzen passiert das wirklich sehr viel
- 1:07:18seltener, aber er kommt nicht mehr runter, er bleibt drauf, er
- 1:07:23bleibt. Auf seinem Trip irgendwas in
- 1:07:26seinem Gehirn hat einfach den Schalter umgelegt und er bleibt
- 1:07:29drauf und wir erleben die totale Desintegrierung eines Charakters
- 1:07:37und einer Person. Und die Droge ist hier der
- 1:07:41Auslöser, und zwar nur einmal. Er wollte sie ja gar nicht
- 1:07:45nehmen, er sagt Ja, ist jetzt nicht so schlimm, kann man ja
- 1:07:46mal machen, aber. Was passiert, ist sozusagen kein
- 1:07:50freiwilliger Rutsch, in dass ich erkunde meine Seele, sondern
- 1:07:54hier geht ein Mensch kaputt, weil einfach sein Gehirn falsch
- 1:08:00justiert wurde durch diese Drogen.
- 1:08:02Er wird immer aggressiver, er wird unkontrolliert in in
- 1:08:08jeglicher sozialen Situation. Es geht soweit, dass diese
- 1:08:12Lucile, die es eigentlich verantwortet, ihn auch verlässt,
- 1:08:15weil sie wirklich um ihr Leib und Leben bangt.
- 1:08:17Er zerstört sein gesellschaftliches Leben.
- 1:08:22Es ist schon ganz schön krass, das Mitzulesen, was, was da
- 1:08:25geschieht und was aus ihm herausbricht, denn gleichzeitig
- 1:08:30zu diesen ganzen Aggressionen, die also irgendwo in ihm
- 1:08:33schlummerten, in diesem kontrollierten, kontrollierten
- 1:08:35Anwaltsleben, kommt noch etwas anderes raus, nämlich.
- 1:08:39Der Selbsthass und die Selbstverachtung seinem Job
- 1:08:42gegenüber, was er eigentlich wirklich tut, indem er Geld
- 1:08:45scheffelt, dass er nämlich das Leben anderer Leute zerstört,
- 1:08:48was er bislang irgendwie gut unterdrücken konnte, irgendwann
- 1:08:52eben leider nicht mehr. Und er merkt in einem seiner
- 1:08:55klaren Augenblicke, dass das hier alles wirklich nicht gut
- 1:08:58geht und er sagt, ich muss mich und vor allen Dingen auch die um
- 1:09:02mich herum schützen. Und er zieht sich zurück in ein
- 1:09:05wildes Waldgebiet, wo er im Endeffekt vollkommen frei dreht.
- 1:09:11Also er lebt dann als Einsiedler in diesem Wald, der Suta macht
- 1:09:15es da vielleicht manchmal etwas sehr überdeutlich, also dieser
- 1:09:20Gegensatz, Stadt, Zivilisation, alles geradlinig, eckig,
- 1:09:24erfolgreich und Wald Wildnis, also fast schon sehr deutsch
- 1:09:28würde man sagen, also diese diese romantische und archaische
- 1:09:32Natur und. Aber der ganze trieb, der ganze
- 1:09:34Wald und so weiter sehr, sehr, sehr gut.
- 1:09:39Und das ist jetzt wieder sutas Sprache ist das, was ich ja so
- 1:09:44mag bei den Schweizern, dieses präzise und klare und nüchterne
- 1:09:47und leicht ironische, dass er selbst die extremsten inneren
- 1:09:52Zustände, in denen unser Held oder Antiheld sich hier
- 1:09:55befindet, so klinisch fast beschrieben werden, das gefällt
- 1:10:01mir sehr, weil du kannst. Du siehst sofort alles, was
- 1:10:05sozusagen durch den Kopf oder durch die Psyche dieses Menschen
- 1:10:07geht, ohne zu sehr in diesen Gesamtlichen oder im gesamten
- 1:10:13emotionalen Aufregung mit drin zu sein.
- 1:10:16Ich mag das gerne, dass du als Leser Beobachter bleiben darfst
- 1:10:21von diesen Dingen, es passiert, ich will es jetzt gar nicht
- 1:10:27allzu sehr, es passiert etwas sehr.
- 1:10:31Also ohne es zu spoilern, es passiert etwas sehr
- 1:10:33dramatisches, was ihn also dazu bringt, eigentlich noch mehr in
- 1:10:36den Wald zu flüchten. Er wird durch einige Umstände
- 1:10:41plötzlich nicht nur von der Polizei gesucht, sondern auch
- 1:10:43von den Medien, denn er ist plötzlich ein tatsächlicher
- 1:10:47ungewollter Medienstar, weil er diese erfolgreiche, glatte
- 1:10:51Zürcher Anwalt der plötzlichen, Verwilderter, der immer nur so
- 1:10:54alle paar Wochen irgendwo zu sehen ist.
- 1:10:56Waldmensch geworden ist. Und es geht wirklich eine
- 1:10:59ziemliche Menschenjagd auf ihn los.
- 1:11:01Einerseits die Polizei, weil er was wirklich schlimmes gemacht
- 1:11:03hat und andererseits die Medien und Menschen einfach aus totaler
- 1:11:07Neugier sensationsgier heraus wird dieser gebrochene Mann im
- 1:11:14Endeffekt zu einem Opfer, einer einer Menschenjagd und ihr könnt
- 1:11:18euch denken, dass das nicht unbedingt gut ausgeht für ihn.
- 1:11:22Ich finde sehr sehr spannend an dem Buch, dass es hier.
- 1:11:26Obwohl es vordergründig natürlich um Drogen geht, denn
- 1:11:29es ist ja der Auslöser. Aber es geht gar nicht darum,
- 1:11:32dass man jetzt irgendwie die eigene Drogenerfahrung und
- 1:11:35blablabla beschreibt oder oder die gesellschaftliche Gefahr von
- 1:11:39Drogen klarmacht, sondern hier benutzt ein Autor im Endeffekt
- 1:11:43die Droge nur als Katalysator. Für die
- 1:11:47Desintegrationsgeschichte eines menschlichen Charakters.
- 1:11:52Und es ist natürlich ein sehr sprechendes Titel, Die dunkle
- 1:11:56Seite des Mondes. Es ist eine Weiterführung, im
- 1:12:01Endeffekt einer, wie möchte ich es richtig nennen.
- 1:12:08Einer Dopplerfunktion, also doppelgängerliteratur.
- 1:12:13Also nehmen wir mal als Beispiel Mister Jeckel und Doktor Hyde,
- 1:12:16Doktor Jeckel und Mister Hyde, Entschuldigung, bitte.
- 1:12:19Also ein Mensch, der sich immer mehr in 2 Teile aufteilt und
- 1:12:25sozusagen was Schönes, weil wir alle haben ja viele Facetten in
- 1:12:29uns und sozusagen, wenn die Literatur das auf die Spitze
- 1:12:32treibt und einfach 2 extreme Gegensätze eines Charakters
- 1:12:36aufzeigt und sie immer weiter voneinander entfernen lässt, bis
- 1:12:40es halt einfach zersprengen muss.
- 1:12:42Und ich finde, das macht Martin Suter.
- 1:12:46Ach, er macht so vieles brillant.
- 1:12:48Der gute Martin Suter und viele, viele andere Bücher von ihm sind
- 1:12:52so viel leichter und slicker und gesellschaftlicher und lustiger,
- 1:12:58und also er ist ein wirklich unglaublich amüsanter Schreiber
- 1:13:00und das kommt auch in diesem Buch noch in seiner Sprache
- 1:13:03raus, aber es ist, glaube ich, vom Thema her sein wirklich
- 1:13:08düsterstes und trotzdem. Unterhaltsam.
- 1:13:13Ich liebe ja das Wort, das du gerade gesagt hast.
- 1:13:15Eine Desintegrationsgeschichte. Ich weiß nicht, wo das herkommt.
- 1:13:24Ich hab es also, das ist das ist Kino im Kopf und und ich finde
- 1:13:29unglaublich, unglaublich gut beschreibend, so will ich jetzt
- 1:13:35lesen. Sehr gut, das wollte ich doch,
- 1:13:37Herr. Musste mir nur hin und wieder
- 1:13:40mal ein Wort ausdenken. Und dann funktioniert das.
- 1:13:43Und Monique, wie es bei Monty Python so schön heißt and now to
- 1:13:47something completely different. Und das ist vielleicht auch gut.
- 1:13:52Wir sind jetzt doch ganz schön ins Düstere abgedriftet.
- 1:13:55Ja, und um uns aus dem Düsteren rauszuholen, möchten wir.
- 1:14:01Euch, liebe Zuhörer, schafft natürlich auch noch unser
- 1:14:04wirklich sagenumwobenes und Lichtumstrahltes Insta Profil
- 1:14:08namens im Bett mit Buch ans Herz legen.
- 1:14:11Da könnt ihr rein schon ab und an Posten wieder lustige Sachen.
- 1:14:15Und wir freuen uns natürlich auch immer, wenn ihr uns dort
- 1:14:19etwas schreibt. Wenn ihr uns was schreiben mögt,
- 1:14:21entweder über Direct Messages oder einfach direkt als
- 1:14:24Kommentar irgendwas unter unsere lustigen Sachen und schreibt uns
- 1:14:28doch auch mal was über eure zutiefst privaten
- 1:14:31Drogenerfahrungen und wir werden den Datenschutz laut meta
- 1:14:35Maßnahmen natürlich auf jeden Fall beachten.
- 1:14:39Mir fällt gerade noch eine Geschichte ein, die wollte ich
- 1:14:41eigentlich am Anfang erzählen, aber dann.
- 1:14:43Waren wir irgendwie so schnell schon im Thema drin?
- 1:14:45Ich bin vor einigen Jahren mal mit einer meiner Töchter, die
- 1:14:48war damals 16 auf einer langen Zugreise gewesen und ich hatte
- 1:14:53ganz viel zu lesen bei und wäre damit für 6 Stunden sehr
- 1:14:56glücklich gewesen, aber das das Kind nicht und das WLAN war
- 1:15:02kaputt im Zug war. Es erstaunt.
- 1:15:05War es erstaunt und deshalb haben wir Stadt, Land, Fluss
- 1:15:08gespielt und wir haben das immer mit eigenen Kategorien.
- 1:15:11Gespielt. Und eine der Kategorien, die wir
- 1:15:14eingeführt haben, war Lieblingsdroge und beim
- 1:15:17Buchstaben L habe ich dann Literatur geschrieben, und als
- 1:15:20wir es dann aufgelöst haben, schrie sie Mama Literatur ist
- 1:15:24keine Droge und ich so doch. Literatur ist keine Droge.
- 1:15:27Und wir haben, glaube ich, wir haben.
- 1:15:28Wir haben den Zug gut unterhalten.
- 1:15:30Sehr gut, sehr gut. Und was schrieb sie?
- 1:15:33Literweise Caipirinha. Das habe ich gnädigerweise
- 1:15:37vergessen. Ich finde, Literatur kann eine
- 1:15:42Droge sein, allerdings ohne die furchtbaren Nebenwirkungen, die
- 1:15:47es haben könnte. Aber auch Literatur kann
- 1:15:50tatsächlich wie Drogen auch, einen sehr großen
- 1:15:53gesellschaftlichen Einfluss nehmen und haben, und das ist ja
- 1:15:57auch die große Stärke. Das ist die große Stärke.
- 1:16:00Ich überlege gerade, in welchen Fällen Literatur desintegrierend
- 1:16:04wirken kann, aber das ist vielleicht.
- 1:16:06Noch mal ein eigentlich totalitäre Staaten.
- 1:16:08Oh Gott, ja. Ich glaube hier.
- 1:16:11George Orwell 1984 ist ja nicht umsonst immer noch in einigen
- 1:16:14Ländern verboten. Ja Ah, ich hab es jetzt eher
- 1:16:16andersrum gesehen. Ich hab eher quasi das lesen und
- 1:16:19dass, dass ich sozusagen so sehr der Literatur verfallen würde.
- 1:16:22So dass du gar nicht mehr Teilnimmst am am Leben.
- 1:16:25Das wäre interessant. Es wäre allerdings auch mal
- 1:16:27tatsächlich ne schöne Geschichte über eine Gesellschaft, die
- 1:16:31einfach. Aufhört zu leben durchs Lesen n
- 1:16:35bisschen durch eine Zuhörerin von uns, die du uns doch mal ein
- 1:16:40Buch fürs Bett empfohlen hat über Queen Elizabeth, die
- 1:16:44aufhört zu regieren, weil sie einfach nur noch lesen will.
- 1:16:47Stell dir das mal vor, wir wir schaffen, wir schaffen.
- 1:16:50Die Polizei ab also a weil da eh keiner mehr hin und weiß einfach
- 1:16:52nichts zu tun gibt, weil alle Sitzen zu Hause und.
- 1:16:54Lesen so, so toll, das ist tatsächlich mal eine Utopie und
- 1:17:00keine Dystopie, wie wir sonst doch sehr oft immer auf
- 1:17:03irgendwelche Dystopien kommen. Aber Monique, am Ende jeder
- 1:17:09unserer Folgen und es war ein schon fast sauberer Übergang,
- 1:17:13nachdem ich das Buch über Queen Elizabeth erwähnt habe, als Buch
- 1:17:18fürs Bett. Mir ist der Titel leider gerade
- 1:17:19entfallen, das ist wirklich. Uncommon Reader.
- 1:17:22Richtig, The Uncommon Reader ist es von Alan Bennett auf Deutsch
- 1:17:25erschienen bei Wagenbach, immer noch 1 der zauberhaftesten
- 1:17:29Bücher der Welt. Aber wer wären wir, wenn wir
- 1:17:32nicht auch heute in dieser Folge noch ein Buch fürs Bett hätten?
- 1:17:35Wir wären nicht. Und das mit Buch, um uns ein
- 1:17:39bisschen rauszuziehen aus den doch rechte, Heavy und deepen
- 1:17:46Themen, aus dem Drogensumpf, aus dem Wir ziehen, uns einfach aus
- 1:17:51dem Drogensumpf heraus. Entschuldige, es gab von.
- 1:18:00Erinnerst du dich noch an foyer de sart?
- 1:18:02Die Band mit wissenswert ist über Erlangen und König, es ist
- 1:18:05ja Max Gold eigentlich und der hatte ein so tolles Lied, das
- 1:18:10hieß Hasch, Jule und die Hasch Jule geht nämlich nach Berlin
- 1:18:14oder in die Großstadt und da gibt es diesen wunderschönen
- 1:18:19Satz, wo dann ein Mädchen singt, ich irre verloren im Dschungel
- 1:18:23der Großstadt umher, denn sie ist einfach, sie hat wieder
- 1:18:26gehascht die Hasch Jule und jetzt aber weg von den Drogen,
- 1:18:29sondern hin zum Buch fürs Bett und das heutige Buch fürs Bett
- 1:18:35ist natürlich ein schmales Buch, Es hat unter 200 Seiten, und es
- 1:18:40ist ein äußerst unterhaltsamer Krimi von einem der Altmeister
- 1:18:46der amerikanischen Kriminalliteratur, Castle
- 1:18:49Freeman. Ich weiß nicht, ob der dir was
- 1:18:51sagt. Castle Freeman ist mittlerweile
- 1:18:53glaub ich auch irgendwie n 85 jähriger Herr.
- 1:18:56Er schreibt, seine Krimis finden eigentlich immer statt im
- 1:19:00ländlichen Nordosten der USA. Also ich würde fast sagen, es
- 1:19:05ist durchgehend in Vermont, also auf jeden Fall sehr weit oben im
- 1:19:08Nordosten, sehr, sehr ländlich und Castle Freeman ist ein sehr
- 1:19:14amerikanischer Autor, in diesem Fall würde ich schon fast sagen,
- 1:19:16sehr konservativer amerikanischer Autor, denn
- 1:19:19vieles in seinen Büchern handelt von ich.
- 1:19:24Der Mensch auf dem Land gegen den Staat, gegen die große
- 1:19:27Macht, gegen die große Wirtschaft.
- 1:19:29Also dieser, dieser ursprüngliche amerikanische
- 1:19:32Freiheitstraum sein eigenes Leben zu führen, ohne dass man
- 1:19:35gestört wird von irgendwelchen größeren.
- 1:19:39Mächten drumherum und dementsprechend sind seine
- 1:19:42Helden auch eigentlich immer sehr wortkarge, sehr auf sich
- 1:19:50selbst zurückgeworfene, meistens Polizisten.
- 1:19:53In diesem Falle also es geht eigentlich auch oftmals viele
- 1:19:56Teile um den gleichen Polizisten, in diesem Falle geht
- 1:20:00es um einen Sheriff namens Lucion Wing.
- 1:20:03Der lebt in einem fiktive Kleinstadt in Vermont, tief in
- 1:20:08den Wäldern in irgendeinem Tal, wo das Leben besetzt ist mit
- 1:20:13sehr wortkargen, aber sehr skurrilen Charakteren.
- 1:20:16Und wenn die was sagen, dann sitzt es auch.
- 1:20:19Und hier der Plot ist relativ schnell erzählt, denn.
- 1:20:26Unser Sheriff wird aufgesucht von einem New Yorker Anwalt, der
- 1:20:31im Auftrag eines texanischen Milliardärs die geflohene
- 1:20:35Stieftochter des Milliardärs Pamela suchen soll.
- 1:20:38Es wird also unserem Sheriff gesagt, die wurde entführt und
- 1:20:44sie wissen, die müssen hier irgendwo in der Umgebung sein,
- 1:20:46sie wurde von einem jungen Mann entführt und er muss jetzt
- 1:20:49helfen, der Sheriff bei der Suche nach dieser jungen Frau,
- 1:20:52denn sonst. Haben wir Wege und Mittel, dein
- 1:20:55Leben wirklich beschissen zu machen?
- 1:20:57Denn wir sind ja Milliardäre. Also notgedrungen macht sich
- 1:21:01also unser Sheriff auf die Suche.
- 1:21:02Er findet auch Pamela und er findet vor allen Dingen auch
- 1:21:05Pamelas Boyfriend dazu und findet relativ schnell raus,
- 1:21:08Pamela wurde nicht entführt, Pamelas einfach abgehauen, aus
- 1:21:10den Händen ihres extrem missbräuchlichen Milliardärs,
- 1:21:15und er lässt die beiden abhauen. Und dann beginnt, und das ist
- 1:21:21sehr, sehr spannend, und das ist genau dieses Spiel zwischen der
- 1:21:24standhafte, allein kämpfende Amerikaner gegen den großen
- 1:21:29Staat, denn er steckt plötzlich wirklich dazwischen, er darf
- 1:21:32nicht zu offiziell diesen beiden Jugendlichen helfen, weil dann
- 1:21:35kriegt er wirklich, wirklich, wirklich Ärger, aber.
- 1:21:40Er kann ja auch nicht den Bösen helfen, weil sein Herz ist ja
- 1:21:43auf dem rechten Fleck und er will ja, dass es diese
- 1:21:45Jugendlichen gut geht, denn er erfährt immer mehr auch über
- 1:21:47diesen Milliardär, die wirklich einfach Drecksäcke sind.
- 1:21:50Der Anwalt und der Milliardär, und er probiert immer mit
- 1:21:53Zeitverzögerung, aber egal wohin dieses jugendliche Paar flieht,
- 1:21:57sie werden immer wieder entdeckt und er versteht nicht warum.
- 1:22:00Es gibt natürlich eine Auflösung, warum?
- 1:22:03Und das Ganze geht wie in jedem guten Krimi, natürlich immer so
- 1:22:07halbwegs in Ordnung. Für unsere Helden aus und hier
- 1:22:12aber noch, warum es so viel Spaß bringt, ihn zu lesen, und das
- 1:22:16ist die große Kunst von Castle Freeman, wie bei einigen
- 1:22:19amerikanischen Altmeistern der Kriminalliteratur.
- 1:22:22Es ist so lakonisch. Es ist extrem dialoglastig und
- 1:22:27worüber die reden. Du hast immer das Gefühl, die
- 1:22:29könnten auch in Ostfriesland sitzen und einfach so jeder
- 1:22:32Satz, da fällt immer nur so pro alle 2 Minuten vielleicht ein
- 1:22:36Satz, aber die sitzen und es ist so lustig auch zu lesen, wie
- 1:22:41sich diese Kleinstadtbevölkerung oder diese sehr ländliche
- 1:22:44Bevölkerung über die Großstädter lustig macht, wie sie sie also
- 1:22:47nicht nur als Bedrohung empfinden, sondern auch als
- 1:22:50wirklich total überflüssige. Laffen die da irgendwie in der
- 1:22:54Gegend rumrennen und einem das Leben schwer machen.
- 1:22:56Und dieses Lakonische ist das, was diese Geschichte und
- 1:23:01eigentlich auch alle anderen Bücher von Castle Freeman immer
- 1:23:04zu einer großen Freude macht, und man kann eigentlich jeden
- 1:23:07Roman von Castle Freeman als in meiner Sicht als Buch fürs Bett
- 1:23:10empfehlen, denn sie sind alle immer so dünn und damit.
- 1:23:17Und damit sind wir bei einem überraschenden Ende.
- 1:23:21Für für unsere Podcasts Folge Drogen.
- 1:23:24Richtig, es hat jetzt gar nichts.
- 1:23:27Also er hat sicherlich auch Bücher geschrieben, ich meine,
- 1:23:29gibt es irgendein Krimiautor, der mal keine Krimis über Drogen
- 1:23:32geschrieben hat? Wahrscheinlich nicht, aber muss
- 1:23:35es ja auch nicht, es muss ja nur im Bett gelesen.
- 1:23:36Werden genau. Es muss einfach nur im Bett
- 1:23:38gelesen werden und zwar von euch, richtig.
- 1:23:40Und wenn ihr wollt, könnt ihr Drogen nehmen und es dann lesen.
- 1:23:42Dann haben wir wieder beide Themen zusammen.
- 1:23:44Aber wenn euch nach Drogen ist, bitte denkt dran, dass ihr
- 1:23:47möglichst euch selber nicht dabei wehtut und auch den
- 1:23:50Menschen in eurem Umfeld nicht dabei wehtut und idealerweise
- 1:23:53dabei auch nicht krank werdet. Und ansonsten habt ihr jetzt 2
- 1:23:57Wochen Zeit, ihr habt ordentlich was zu lesen und dann hören wir
- 1:24:00uns. Wieder und hört auf den Hinweis
- 1:24:02von Anfang dieser Folge, nämlich mehr als mehr.
- 1:24:06Damit meinen wir lesen. Ja, lesen oder erdbeer, Matcha,
- 1:24:10crunchies. In dem Sinne bis in 2 Wochen.
- 1:24:14Bis in 2 Wochen. Im Bett mit Buch ist eine
- 1:24:19Produktion von irgendwas ist immer Konzept und Produktion.
- 1:24:23Götz Gring Muth, Daimer Redaktion und Hosts Moni, Lukas
- 1:24:28und Kurt von Hammerstein.