Latest / Im Bett mit Buch / Leider zeitlos: Bücher über Krieg
Transcript
- 0:02Ich wünsche dir einen wahnsinnig friedlichen Tag heute, liebe
- 0:05Monique. Vielen Dank, lieber Kurt und dir
- 0:08ein friedvolles Tag rüber gewünscht.
- 0:12Und natürlich auch ein Friedensgesättigtes mit heiligen
- 0:17Glocken. Untermaltes Hallo, einen
- 0:19wunderschönen guten Morgen, guten Tag, guten Abend und gute
- 0:22Nacht, liebe Hörerschaft und Willkommen zu einer neuen Folge
- 0:25unseres Podcasts im Bett. Mit Buch Wir sind Kurt und
- 0:31Monique und wir reden alle 2 Wochen über Bücher und übers
- 0:35Lesen und haben jedes Mal ein Thema und dem wir die wildesten
- 0:40Bücher einordnen. Dann uns fällt immer ein Grund
- 0:44ein, warum ein Buch zu einem bestimmten Thema passt.
- 0:48Heute haben wir aber so ein großes Thema, wahrscheinlich
- 0:52würden wir alle Bücher irgendwie da runter kriegen, oder?
- 0:55Ich denke ja. Ich glaube, das Thema.
- 0:58Was wir diesmal beackern, das kann man wahrscheinlich in 10
- 1:01aufeinanderfolgenden Podcasts besprechen und hätte immer noch
- 1:06wahrscheinlich 200 Jahre Zeit, um weitere Bücher zu besprechen.
- 1:09Ich glaube, kein Thema außer Liebe ist mehr in der Literatur
- 1:16oder überhaupt in der menschheitskultur Geschichte
- 1:18bearbeitet worden als eben jenes.
- 1:20Und trotzdem ist es mir wahnsinnig schwer gefallen,
- 1:23dafür Bücher auszusuchen. Und ich habe festgestellt, wenn
- 1:26ich so durch die Leselisten der letzten Jahre gehe.
- 1:28Dass ich es vermieden habe, in den letzten Jahren, wenn es
- 1:30irgendwie ging, Bücher zu diesem Thema zu lesen.
- 1:35Spannend also wir, wir hatten das ja bei einem unserer letzten
- 1:38Folgen, da zum Thema Verrat, was ja auch eines der großen Themen
- 1:41ist, wo wir doch beide, glaube ich, auch sagten, Mensch, da
- 1:44gibt es so viel, warum fällt mir selber jetzt gerade so ad hoc so
- 1:48wenig ein in diesem Falle. Hatte ich wirklich ne Hülle und
- 1:54Fülle an Büchern? Ich meide das Thema aber nicht,
- 1:58sondern suche es vielmehr glaube ich.
- 2:02Also ich beschäftige mich, ich weiß auch nicht warum was daran
- 2:05morbides an mir ist, aber ich beschäftige mich sehr mit dem
- 2:09Thema, sollen wir mal vielleicht eröffnen, worüber wir dieses Mal
- 2:15reden. Das kann man ja machen.
- 2:16Ich will dir nicht deine Illusion rauben, aber weißt du,
- 2:18war das. Wenn die Leute uns hören und
- 2:20ihren Podcatcher aufgemacht haben, dann steht da das.
- 2:25Ding. Es steht ja schon da.
- 2:26Du hast recht, ihr könnt ja alle auch lesen, also das Thema ist
- 2:32knackig und griffig, das Thema Krieg.
- 2:35Ja, kein, kein wirkliches gute Laune Thema und mir sind
- 2:42zuallererst ganz viele Bücher eingefallen, die ich in meiner
- 2:45Jugend gelesen habe. Also so Klassiker im Grunde aus.
- 2:48Der Kriegs beziehungsweise Antikriegsliteratur.
- 2:53Die sind mir natürlich auch in Hülle und Fülle erstmal
- 2:55gekommen. Ich habe mich jetzt probiert,
- 2:57bei den Büchern, die wir jetzt besprechen, doch wieder auf
- 3:01etwas Neueres zu gehen. Es ist aber natürlich das Thema,
- 3:08ich, ich, also ich glaube wirklich liebe, Essen, trinken,
- 3:11atmen und dann kommt Krieg, was den Menschen.
- 3:15Seit Anbeginn aller Zeiten umtreibt und die Menschheit ist
- 3:19auch immer wieder furchtbar gerne macht, obwohl sich jedes
- 3:22Mal aufs Neue feststellt, dass es echt eine scheiß Idee ist.
- 3:24Ist Krieg führen, aber es ist etwas, was wohl zutiefst leider
- 3:29in unserer Natur mit drin ist. Vielleicht.
- 3:36Lese ich auch in den letzten Jahren so wenig Bücher, die mir
- 3:39wirklich explizit als Bücher über den Krieg auffallen,
- 3:42einfach weil der Krieg in unserem Alltag ne andere Rolle
- 3:46einnimmt, als es noch vor 10 Jahren der Fall war und ne ne
- 3:51andere ja Existenz tatsächlich führt ne andere ne andere Nähe.
- 3:58Ja, also war war nur so eine Sache die die ich am Rande so
- 4:01streifte. Ja, vielleicht ist ich, hatte
- 4:03ich meine, wir leben natürlich jetzt wirklich in sehr viel.
- 4:06Kriegerischen Zeiten, als wir es noch vor 10 Jahren taten.
- 4:09Aber vielleicht ist bei mir da wieder der gegenteilige Effekt,
- 4:13fasziniert es mich besonders, und zwar gar nicht.
- 4:19Ah, die großen Schlachten und die große Ehre, sondern was
- 4:22passiert eigentlich mit normalen Menschen, der der Horror, der
- 4:26Ekel, die Körperlichkeit, der Tod, das Elend, das Leiden,
- 4:32alles das, was es ausmacht, und man kann eigentlich gar nicht,
- 4:35finde ich da. Von genug streuen unter die
- 4:38Menschen denn bei allem Verständnis für politische
- 4:43Situationen, wie sie sind, muss man immer trotzdem darauf
- 4:47hinweisen, dass das wirklich die gruseligste Form einer
- 4:50Konfliktlösung ist und dass ein realistisches Bild des Krieges
- 4:57wirklich nicht begeistert sein darf.
- 5:01Nein. Also man kann wahrscheinlich die
- 5:03Notwendigkeit anerkennen, ab und an, denn es ist ja nicht immer
- 5:07so, dass jetzt jeder Krieg n Angriffskrieg ist, wenn für die
- 5:09andere Hälfte, es ist nämlich immer ne Verteidigung und die
- 5:12ist halt manchmal notwendig. Ich tue mich auch sehr schwer in
- 5:15den politischen Diskussionen der Ukraine nicht erlauben zu
- 5:18wollen, sich selber verteidigen zu wollen, das ist aber, ich
- 5:21glaube, wir können hoffen, dass wir.
- 5:25In dieser Stunde vielleicht die politischen Fallstricke der
- 5:29Jetztzeit in irgendeiner Weise umgehen und über vergangene
- 5:34Kriege wahrscheinlich hauptsächlich sprechen.
- 5:37Du bist natürlich die Meisterin, der der Klassiker und hast ja
- 5:41eigentlich das größte Werk literarische Werk der
- 5:44Menschheitsgeschichte über Krieg einfach schon in dich
- 5:47reingeschluppert wir haben schon drüber gesprochen, aber zu einem
- 5:50anderen Thema damals, es ging um wirklich dicke Bücher.
- 5:55Wir reden natürlich hier von der Elias, die natürlich Monique
- 5:58gelesen hat. Ich nicht.
- 6:01Die ich aber nicht für heute auf der Liste habe.
- 6:03Keine Angst. Wir hatten es ja auch schon und
- 6:06es zieht sich ja auch wirklich durch die Weltliteratur.
- 6:08Ich glaube, jeder Mensch, der wie ich das zweifelhafte Glück
- 6:11hatte, Latein in der Schule zu haben, kam um, wenn ich es
- 6:15grammatikalisch richtig sage, ich glaube, de bello gallico den
- 6:18gallischen Krieg von Julius Caesar nicht drumherum.
- 6:22Ich glaube, viele Generationen von Lateinschülern und
- 6:24Schülerinnen haben sich damit rumschlagen müssen.
- 6:27Und Ach meine Güte, natürlich der Sisyphos Dreißigjährige
- 6:32Krieg dann im Namen Drin, Krieg und Frieden, die napoleonischen
- 6:38Kriege von Anfang bis Ende, zumindest die russischen
- 6:40Feldzüge von Talstoi. Erziehung vor Radon?
- 6:46Ach richtig von Arnold Zweig. Du hast noch erwähnt in unserem
- 6:50Vorgespräch natürlich nichts im. Westen nichts Neues.
- 6:52Nichts Neues im Westen, im Westen nichts Neues.
- 6:56Die, die viele große Werke der amerikanischen Literatur
- 7:01beschäftigen, sich mit dem Bürgerkrieg.
- 7:02Es ist also wirklich Krieg, ist vorne und hinten immer ein
- 7:05Thema. Ich habe mir ein paar Bücher zu
- 7:10diesem Thema rausgesucht, die jetzt nicht unbedingt so bekannt
- 7:15sind. Hoffe ich zumindest.
- 7:17Da dir auch noch mit was Neues unterkommen zu können.
- 7:21Ich habe nur für mich gemerkt, komischerweise, ich lasse jetzt
- 7:25den Zweiten Weltkrieg nicht ganz aus hier, aber ich mag nicht
- 7:30mehr über den Zweiten Weltkrieg lesen, denn ich finde.
- 7:34Da habe ich wirklich ne Übersättigung.
- 7:36Das ist vielleicht aber auch so was urdeutsches, dass man denkt,
- 7:38so eigentlich schon wieder den Zweiten Weltkrieg.
- 7:42Ich war in der letzten Zeit, muss ich sagen, sehr fasziniert
- 7:45von dem Ersten Weltkrieg, 1 der besten Bücher, die ich je über
- 7:49Krieg gelesen habe, oder 1 der besten Bücher, die ich je
- 7:52überhaupt gelesen habe, habe ich leider schon verheizt, das ist
- 7:56die Welt und alles, was sie enthält von Alexander Hemon das
- 8:00ist, fand ich, besonders spannend, weil es dort auch mal
- 8:04um die österreichisch russischen Fronten ging und nicht wie immer
- 8:09im Deutschen, natürlich über die Westfronten Verdin verdin
- 8:13verdin. Aber ich bin mal gespannt, was
- 8:18du hier mir unterschiebst und wir haben glaube ich die
- 8:25normale. Den normalen Zustand dieses
- 8:28Podcasts wieder erreicht und ich habe mehr Bücher dabei als du.
- 8:34Ja, ja, du hast mehr Bücher. Ich hab dann anderthalb dabei.
- 8:37Du hast Angst, okay hm diese anderthalb, das kenn ich doch
- 8:43irgendwo her. Es heißt, wahrscheinlich kommst
- 8:45du auch mit wirklichen, die mich in Scham versetzen, weil ich gar
- 8:48nicht erst dran dachte, sollen wir reinspringen.
- 8:53Ja, lass uns anfangen, okay. Also Monique, ich hab mir wie
- 8:57gesagt Bücher aus der jetzt Zeit ausgesucht.
- 9:02Alle sind innerhalb der letzten, ich würde sagen 1015 Jahre
- 9:07geschrieben worden und alle diese Bücher bis auf 1, denn das
- 9:12ist ein nicht näher benannter fiktionaler Krieg, behandeln
- 9:15Kriege im 20. Jahrhundert.
- 9:19Und wenn ich chronologisch vorgehen darf, dann würde ich
- 9:24mit dem wie schon gerade angesprochen, im Ersten
- 9:26Weltkrieg starten wollen. Ein Buch, was mich zutiefst
- 9:31beeindruckt hat, auf mehreren Ebenen, und zwar ist das das
- 9:36Buch durch das große Feuer. Von Alice Win auf Englisch im
- 9:42Original heißt dieses Buch in Memoria, was ich einen sehr,
- 9:46sehr guten Titel finde, denn was Alice Win macht in ihrem Buch
- 9:49ist, sie schiebt zwischen die Kapitel immer kleine so
- 9:56Memorialisten von Leuten, die gefallen sind in den Krieg, und
- 10:00das ganze wird inhaltlich eingerahmt in.
- 10:03In eine Schulinternatsgeschichte.
- 10:06Wir haben also ein typisches englisches Internat, Laute voll
- 10:10lauter privilegierte Jungs. Es ist der Anfang des Ersten
- 10:15Weltkrieges, und die Jungs in dieser Schule sind alle ganz
- 10:22unglaublich fasziniert und begeistert von dem Krieg, das
- 10:26ist, glaube ich, oft und. Schon eindringlich auch in allen
- 10:31anderen Literaturen aus allen Ländern und allen Sprachen
- 10:33beschrieben worden. Diese sehr naive
- 10:35Kriegsbegeisterung, gerade bis zum Ersten Weltkrieg, denn der
- 10:40Erste Weltkrieg wird wahrscheinlich derjenige gewesen
- 10:42sein, der der Kriegsbegeisterung dann doch schnell ein Ende
- 10:45gesetzt hat durch die Industrialisierung und einfach
- 10:48die Unmengen an Opfern, die dieser Krieg hervorgerufen hat.
- 10:53Wir haben also dieses englische Elite Internat und in diesem
- 10:56Internat sind naturgemäß Schüler und es geht insbesondere um 2
- 11:00Schüler hier. Sydney und Henry heißen die
- 11:03beiden beide, also einer zumindest sehr begeistert und
- 11:07sehr nationalistisch und angetan, der andere ist da ein
- 11:10bisschen vorsichtiger und Alice Winne fängt gar nicht erst mit
- 11:13dem Krieg an, sondern sie bleibt mit uns erst mal in dieser
- 11:15Schule und das finde ich schon mal sehr klug, denn sie
- 11:18beschreibt. Diese Schule als einen Hort von,
- 11:23nennen wir es mal, spielerischer Gewalt.
- 11:27Wir kennen ja auch genug Internats und englische
- 11:29Schulbeschreibungen, dass es da doch gerne etwas zünftiger
- 11:32zuging, und so wird halt auch gerne mal irgendwie n Arm
- 11:36gebrochen oder ne Schulter oder so, aber das ist ja gar nicht so
- 11:38schlimm, weil das ist ja einfach passiert.
- 11:40Ja mal nebenbei, und da fängt es schon an mit der großen Stärke
- 11:44von Alice Win, denn. Sie beschreibt nur, sie
- 11:48beschreibt das recht distanciert und tatsächlich schafft sie es
- 11:51mit einem leicht ironischen Ton, das zu beschreiben.
- 11:54Und sie nimmt uns Leser und Leserinnen für voll, sie wertet
- 11:57nicht, sie geht davon aus, dass wir selber wissen, dass es keine
- 12:01gute Idee ist, einem Mitschüler einen Arm zu brechen, das muss
- 12:04man uns nicht noch aufs Brot schmieren, und dafür liebe ich
- 12:07diese Autorin schon, dass sie Selbstverständlichkeiten nicht
- 12:10auch noch erzieherisch uns irgendwie unterjubelt.
- 12:14Wir haben also diese spielerische Gewalt, wir haben
- 12:16die Begeisterung für den Krieg, und jetzt kommt eine
- 12:21biografische Besonderheit bei einem dieser beiden Jungs, bei
- 12:24Henry Henry ist ich glaube mütterlich seit Deutschstämmig,
- 12:28das ist natürlich ein bisschen schwierig in der Zeit, und seine
- 12:32Reaktion darauf, dass er dann doch mit Vorbehalten begegnet
- 12:36wird und er selber innerhalb der Familie natürlich die
- 12:38Zerrissenheit sieht, seine Reaktion darauf ist.
- 12:42Sofort alle Zweifel hier irgendwie außer Betracht zu
- 12:45nehmen und selber in den Krieg zu ziehen.
- 12:47Also er meldet sich freiwillig sobald er 18 ist und geht ab an
- 12:50die Front und sein Freund und wie wir relativ auch schnell
- 12:56merken, beide sind einander sehr zugetan.
- 13:00Es ist also im Endeffekt auch noch eine schwule
- 13:03Liebesgeschichte innerhalb dieser dieses Kriegsroman, aber
- 13:06es ist natürlich eine Zeit wo beide das A.
- 13:09Erstmal lange brauchen, um das festzustellen, B um das
- 13:11überhaupt Verbalisieren und C es überhaupt zugeben zu können.
- 13:15Unser zweiter Held Sydney ist also eigentlich gar nicht so
- 13:19kriegsbegeistert, aber als er mitbekommt, dass sein Freund und
- 13:22eigentlich seine große Liebe Henry in den Krieg zieht, sagt
- 13:24er, dann mach ich das auch, geht n bisschen naiv davon aus, dass
- 13:27es diese eine große Front gibt, aber natürlich landet er ganz
- 13:31woanders als sein Freund und. Die beiden werden sich während
- 13:35des Krieges auch nicht mehr sehen.
- 13:37Sie sind einfach an verschiedenen Frontabschnitten
- 13:41und dieser Sprung, den Alice Win macht von dieser spielerischen
- 13:45Gewalt des Internats in den Krieg hinein, das ist krass, das
- 13:49ist wirklich krass. Also selten habe ich so
- 13:54körperlich gelesen von den Schützengräben, du bist.
- 13:58Wirklich mit drin. Es ist, sie nimmt auch jegliche
- 14:03Zurückhaltung raus aus ihrer Sprache, es, man kann es gar
- 14:07nicht anders sagen, da fliegen die Leichen meterhoch durch die
- 14:10Gegend, bei jeder neuen bombenwelle Angriffswelle, es
- 14:13ist ein Elend, es ist gedärm, es ist Dreck, es ist Blut, es ist
- 14:17furchtbar. Wirklich zu lesen und zu
- 14:20ertragen, und das finde ich das Wichtige an solchen Büchern, die
- 14:23dir wirklich körperlich vor Augen führen, was dort passiert,
- 14:26dass Tiersachen zerfetzt werden und nicht nur Sachen, sondern
- 14:29Körper, Menschen, Tiere, Pferde, also was es ist ganz schön
- 14:33krass, was da passiert, aber gleichzeitig erzählt sie auch,
- 14:38was in Anführungsstrichen daraus an Gutem entstehen kann.
- 14:42Denn das eine ist natürlich, wie jeder große Krieg hat es
- 14:47natürlich auch eine gesellschaftlich bereinigende
- 14:51Funktion, also neue gesellschaftliche Werte werden
- 14:55ausprobiert und gelebt, also in diesem Falle bei den beiden
- 14:59Jungs und diese nicht lebbare schwule Liebe, das sieht im und
- 15:04dann nach dem Ersten Weltkrieg schon mal anders aus, also es
- 15:07ist mehr Offenheit dafür da. Natürlich wahrscheinlich.
- 15:10Die Kriegserfahrung lässt einen wahrscheinlich, wenn man
- 15:12überlebt hat, vielleicht auch n Hauch toleranter sein, was
- 15:14menschliche Neigung angeht und du hast natürlich eh ein ein ein
- 15:18Millionen von jungen Männern, die da irgendwie aufeinander
- 15:21hocken und sicherlich auch andere Sachen ausprobieren als
- 15:23darauf zu warten, dass jetzt gerade irgendwie zufällig ne
- 15:25Frau ihre Wege geht. Diese beiden Jungs finden sich
- 15:29also leider während des Krieges nicht wieder, sondern gehen
- 15:32beide durch ihre wirklich sehr sehr, sehr harten
- 15:35Leidensgeschichten innerhalb der Geschichte.
- 15:38Sieht es auch so aus, als ob einer der beiden verstorben
- 15:41wäre? Also man hört plötzlich nichts
- 15:42mehr von ihm, das ist sehr, sehr spannend zu sehen, wie Alice Win
- 15:45beschreibt, was das mit dem anderen Jungen macht und sie
- 15:49macht was sehr sehr sehr schönes, sie setzt in dieses
- 15:53Buch hinein einen anderen jungen Mann und der ist eindeutig eine
- 16:00nicht abziehfigur, aber er ist eindeutig einer realen Person
- 16:05nachempfunden. Und jetzt seht ihr oder hört ihr
- 16:10gerade, wie ich mich innerlich Ohrfeige?
- 16:12Das klingt dann ungefähr so, denn mir entfällt gerade der
- 16:17Name, ehrlich gesagt dieser real existierenden Person.
- 16:20Ich komme vielleicht nachher noch drauf und zwar geht es um
- 16:23einen jungen Mann, der auch begeistert in den Krieg zieht,
- 16:26englische Oberschicht und der aus diesem Krieg heraus Gedichte
- 16:30schreibt nach England und damit berühmt wird, und zwar mit
- 16:34pazifistischen. Antikries Gedichten der also
- 16:37wirklich mit diesen Gedichten den Horror, das Leid und Elend
- 16:41beschreibt und damit natürlich das Lebensgefühl einer
- 16:44kompletten Generation auch einfängt.
- 16:49Und es ist sehr schön, dass sie diese Ebene mit rein nimmt, denn
- 16:52wir kriegen eh viele Briefe mit, die nach Hause geschrieben
- 16:55werden. Sehr sehr Englisch in ihrer Art.
- 16:57Das gesamte wird einfach nach Hause, man darf ja den Frauen
- 17:00nicht zumuten, wie die Realität des Krieges aussieht, also wird
- 17:03das alles in Briefen einfach als großes Spiel dargestellt und did
- 17:06we have good time, weil sie a nie gelernt haben, ihre Gefühle
- 17:10auszudrücken und weil sie b einfach nur in einer Zeit leben,
- 17:13wo man davon ausgeht, dass man ja Frauen auf keinen Fall die
- 17:15Realität näherbringen darf, denn die sind ja so schwach, die
- 17:17würden ja dann natürlich innerlich zerrüttet.
- 17:21Realität geht ja auch an den Frauen einfach vorbei.
- 17:22Natürlich, wie angenehm. Und wie das dann von diesen
- 17:28Briefen aber weitergeht in diese, in diese Ebene mit den
- 17:31geschriebenen Gedichten, das fand ich tatsächlich sehr, sehr,
- 17:35sehr berührend. Ich will jetzt das Ende gar
- 17:39nicht spoilern, ob es jetzt gut oder schlecht ausgeht oder für
- 17:41einige gut oder für andere schlecht ausgeht, es ist
- 17:44wirklich inhaltlich ein gleichzeitig sehr berührender,
- 17:48schöner und sehr erschreckender Roman.
- 17:51Und, und das ist wirklich die große Stärke, das ist ein
- 17:54Erstlingswerk von Alice Win, eine wirklich sehr, sehr junge
- 17:58Frau, dieses geschrieben hat. Ich nehme an, sie wird Anfang,
- 18:00Mitte, 20 sein, als sie dieses Buch geschrieben hat, und diese
- 18:03Sprache ist so elegant, so auf ihre Zeit bezogen, und das Liebe
- 18:12ich, wenn jemand das hinbekommt, auch wirklich die Sprache dieser
- 18:15Zeit nachempfinden zu können. Und natürlich ist das britisch
- 18:18englische dafür einfach. Ein Geschenk.
- 18:21Es ist so eine Freude, diese Sätze zu lesen, diese
- 18:27Beschreibungen zu lesen, die Dialog zu lesen, wieviel Mühe.
- 18:31Vielleicht hat sie sich gar keine Mühe gegeben, sondern sie
- 18:33ist einfach unfassbar talentiert und hat es einfach so
- 18:35rausgezimmert, aber es ist so schön, wenn du merkst, dass ein
- 18:40Buch dich nicht nur inhaltlich wirklich, wirklich zutiefst
- 18:43mitnimmt, sondern sprachlich einfach eine Wohltat ist zu
- 18:49lesen. Das ist nicht nur ein Plädoyer
- 18:53für dieses Buch, sondern auch gleich für die Autorin Alice
- 18:55Win. Von der ich bislang noch nichts
- 18:57Neues gelesen habe. Das Buch ist vor, lass mich
- 19:01lügen 34 Jahren erschienen und ich warte.
- 19:04Also das ist natürlich immer die große Freude des Buchhändlers,
- 19:06wenn dann die neuen Kataloge kommen, zweimal im Jahr von den
- 19:09Verlagen. Und es gibt ja immer so ein paar
- 19:11Autoren und Autorinnen, wo man immer direkt am Anfang irgendwie
- 19:15guckt. Haben die Kataloge ein Register,
- 19:16kann ich direkt gucken, welche Autoren da drin sind.
- 19:18Gibt es neu von Alice Win. Also bislang habe ich keins
- 19:23gesehen von ihr und Alice Win schreibt sich übrigens in diesem
- 19:27Falle nicht wie jemand, der den Krieg gewinnt, sondern sie
- 19:30schreibt sich mit Doppel n aber alle Informationen, wie sich
- 19:33Autoren und Autorinnen schreiben und wie die Bücher überhaupt
- 19:37heißen, in diesem Fall habe ich es glücklicherweise gesagt.
- 19:39Und natürlich auch, von wem die Bücher übersetzt sind.
- 19:42In diesem Falle. Dieses Buch wurde von 2
- 19:45Übersetzer und Übersetzerinnen übersetzt, nämlich Ursula
- 19:48Wulfekamp und Benjamin Miltner. Diese Information findet ihr in
- 19:52den Shownotes wie auch andere Sachen in den Shownotes stehen,
- 19:57zum Beispiel, wie ihr uns unterstützen könnt, so ihr das
- 20:01wollt, wir würden uns sehr freuen.
- 20:06Ja, dann nehme ich den Faden mal auf und mache mal weiter mit.
- 20:11Mit dem einen Buch von den anderthalb, das ist ein Buch,
- 20:14das ich heute morgen erst zu Ende gelesen habe.
- 20:16Ich habe wirklich, ich dachte, ich kann jetzt nicht nur mit den
- 20:21Sachen kommen, die ich im Grunde schon in der Schulzeit oder kurz
- 20:25nach der Schulzeit gelesen habe, oder eben Krieg und Frieden, das
- 20:28habe ich mal in den Sommerferien gelesen, als ich 18 war oder so.
- 20:32Diese Namen. Diese.
- 20:34Diese Familie Rastorf alleine irgendwie.
- 20:36Die haben glaub ich 70 Mitglieder oder so.
- 20:40Das da, da wollte ich mich nicht reinfinden und ich dachte, ich
- 20:44muss doch noch irgendwas modern anderes gelesen haben oder
- 20:46irgendwie was finden und bin auf ein Buch gestoßen, das 2014
- 20:50rauskam und sehr, sehr, sehr, sehr erfolgreich war.
- 20:54Der Autor hat auch n Pulitzer Preis für dieses Buch bekommen,
- 20:57ich Rede von Anthony Dörr und dem Buch Alles Licht, das wir
- 21:00nicht sehen. Das war überall auf der Welt ein
- 21:03großer Erfolg, nur in Deutschland nicht.
- 21:05So ein Großer ist eher untergegangen und inzwischen
- 21:10gibt es auch eine Netflix Serie davon.
- 21:12Oh so, ich weiß aber nicht ob die was taugt, die habe ich
- 21:14nicht gesehen und das ist ein Buch, das man sehr gut lesen
- 21:20kann, spät im Zweiten Weltkrieg, Anthony hat eine schöne Sprache,
- 21:27mir ist sie ein bisschen zu blumig, aber.
- 21:30Aber es liest sich fantastisch so.
- 21:33Es ist die Geschichte von 2 sehr jungen Menschen, einem Mädchen,
- 21:39einer Französin und einem deutschen Jungen, die sich quasi
- 21:44in ab 1940 aufeinander zubewegen.
- 21:48So, und der erzählt in unterschiedlichen Zeitebenen,
- 21:51das heißt, wir wissen schon, dass am Ende beide in Saint Malo
- 21:56sein werden, also da genau Saint malo ist.
- 21:57Die Grenze zwischen der Normandie und der.
- 21:59Der Bretagne. Und er erzählt den
- 22:04Zeitsprünglich aber wirklich gut nachvollziehbar sind nach der
- 22:08ersten Irritation, wann, wann sind wir, womit, wem sind wir
- 22:10jetzt gerade unterwegs, das klappt, das klappt ziemlich gut,
- 22:15Marie nenn ich nur Marie Marie Lohr heißt sie, lebt in Paris
- 22:23mit ihrem Vater, ihre Mutter ist schon tot und Marie ist blind,
- 22:27ihr Vater ist Schlosser im Naturkundemuseum in Paris und
- 22:32hat sozusagen, also ja, die Hoheit über alle Schlüssel und
- 22:35baut eben auch sehr gerne so Mini Tresor so aus aus Holz, so
- 22:40verschachtelte Sachen, wo dann irgendwo ein Riegel dran ist und
- 22:44ja und und es gibt zu jedem Geburtstag von Marie Lohr
- 22:49bekommt sie 2 solche Kistchen in dem einen Kistchen ist immer
- 22:53irgendwas zu essen drin, ein Stück Camembert oder eine
- 22:56Praline oder so was und. In dem zweiten dann ein anderes
- 23:00Geschenk und eines der großen Geschenke, dass sie in mehreren
- 23:04Etappen erhält, passt gar nicht in so eine Schachtel rein.
- 23:07Das ist in Braille Schrift, herausgegeben von Jules Verne,
- 23:1120000 Meilen unter dem Meer, und das ist, das war für mich sehr,
- 23:16sehr zauberhaft, quasi noch mal mit diesen Mädchen, da ist sie,
- 23:19glaube ich 10, als es anfängt, 11.
- 23:24Noch mal sozusagen zum ersten Mal 20000 Meilen unter dem Meer
- 23:28zu lesen und und Aronax zu begleiten und Kapitän Nemo
- 23:34kennenzulernen und so neugierig zu sein, was was passierte
- 23:37eigentlich, das ist mit so einer Hingabe geschrieben, das ist
- 23:41wirklich erleuchtend so und ich glaub, ich muss das Buch jetzt
- 23:45noch mal lesen. Genau also das, das sind die
- 23:49beiden und die, also das, das, das ist Marie Lohr mit mit ihrem
- 23:53Vater und auf der deutschen Seite im Ruhrgebiet, in der
- 23:56Zeche Zollverein. Im Grunde haben wir Werner, der
- 24:01in einem Kinderheim lebt, zusammen mit seiner Schwester
- 24:03und natürlich auch noch anderen Kindern, und die die Frau, die
- 24:09sich um die Kinder kümmert, die Schwester, die ist aus dem
- 24:13Elsass, und die spricht eben auch französisch, und dadurch
- 24:15lernt Werner eben auch schon als Junge und.
- 24:18Französisch, das sind ganz, ganz ärmliche Verhältnisse, in denen
- 24:22er da groß wird. Und Werner hat aber ein
- 24:25besonderes Talent für Physik, ein sehr, wirklich sehr
- 24:28beeindruckendes Talent für Physik.
- 24:30Und dann gibt es etwas, was sozusagen von Anfang an die
- 24:32Geschichte von Marilore und von Werner verbindet, und das ist
- 24:36das Radio. Also Werner findet ein altes,
- 24:39sehr kaputtes Radio und schafft es, das zu reparieren und
- 24:43erarbeitet sich auch darüber so einen Ruf, dass er eben.
- 24:47Radios reparieren kann. Und da kommen eben aus der
- 24:50ganzen Gegend dann immer die Leute an, wenn ihre Radios nicht
- 24:52mehr funktionieren und das ist wirklich brillant beschrieben,
- 24:54wie er sozusagen dem Strom folgt im Kreislauf, um herauszufinden
- 25:00wo etwas nicht funktioniert. Ganz ganz toll, also wirklich,
- 25:03dieser dieser Roman hat sehr sehr tolle Bilder, also das und
- 25:09aufgrund dieser besonderen Begabung wird er.
- 25:13Gefunden dann schon. Ich glaube 1900 ja, also schon
- 25:171940 dann und vorgeschlagen für ein Internat, und zwar für so
- 25:24eine nationalsozialistische Erziehungsanstalt.
- 25:26Napolar ist da glaube ich, die Abkürzung, die die meisten
- 25:28irgendwie kennen, was ihn insofern sehr freut, weil er
- 25:33große Angst hat, dass er eben auch ein Bergmann werden muss
- 25:35wie sein Vater, und wenn er etwas nicht möchte, ist es unter
- 25:38Tage sein, sein Vater ist unter Tage gestorben.
- 25:41Seine Schwester, die da noch sehr klein sein muss, aber die
- 25:44ist ja schon direkt skeptisch. Das hat mich ein bisschen
- 25:47irritiert, aber okay er kommt dann nach Schulpforte, das ist
- 25:51in Sachsen, das ist heute noch ein Eliteinternat, ein Freund
- 25:54von mir ist er zur Schule gegangen, also noch nicht so
- 25:57lange her, und ja, das ist dann vermutlich, also ja, also es
- 26:07beginnt als. Als Internatszeit und wird dann
- 26:10sehr schnell sehr sehr drastisch in dem Drill, denen die jungen
- 26:15Männer ausgesetzt sind und währenddessen auf der
- 26:21französischen Seite Marie Loire mit ihrem Vater irgendwann aus
- 26:24Paris fliehen muss und der Vater beauftragt wird, vom Museum,
- 26:31einem besonderen Edelstein und. Zu retten.
- 26:34Und er weiß gar nicht genau, ob es wirklich dieser Edelstein
- 26:37ist, den er hat, denn es wurden auch 3 Kopien davon angefertigt
- 26:42und einer einer dieser Edelsteine bleibt sozusagen im
- 26:45Museum oder eine Kopie und die anderen 3, also 2 Kopien und ein
- 26:49Original werden einmal nach Süden, einmal nach Norden und
- 26:51einmal nach Westen geschickt und er soll sozusagen nach Norden,
- 26:54nach Evrö. Sommerhafte kleine Stadt war ich
- 26:57mal riesengroße Kathedrale, und als er da endlich ankommt mit
- 27:00seiner Tochter, ist auch mit ihr dahin gelaufen, weil sie keine
- 27:03Züge mehr fahren, ist eben dieses Haus, wo sie es abgeben
- 27:07sollen, das das bietet schon keine Hoffnung mehr und er muss
- 27:11mit mit seiner Tochter noch sehr viel weiter nach Saint Malo, wo
- 27:16sein Onkel lebt, der aber eben auch durch den Ersten Weltkrieg.
- 27:23Schwere psychische Schäden davon getragen hat und sein Haus im
- 27:25Grunde nicht mehr verlässt. So also die sind dorthin
- 27:30unterwegs, finden dort auch, finden da auch ein ein Leben es
- 27:34gibt. Ich bin beeindruckt davon, wie
- 27:37der Autor die Lebensrealität von Marie Lohr schreibt, so dieses
- 27:42wirklich, das Hören, das riechen, das Visualisieren.
- 27:46Wie findet sie sich zurecht in der Welt und diesen sehr, sehr.
- 27:50Liebenden, gütigen Vater, der versucht, seiner Tochter alles
- 27:54möglich zu machen. Und Werner landet irgendwann
- 27:58auch mit seinen besonderen Fähigkeiten an der Front.
- 28:01Er hat so ein Gerät entwickelt, mit dem man Funkgeräte der
- 28:04Partisanen aufspüren kann, und so sind unterwegs und sie
- 28:08treffen sich am Ende tatsächlich eben in Saint Malo unter
- 28:10bestimmten Umständen und mehr will ich da jetzt auch gar
- 28:12nicht, wie wie das Ganze da ausgeht.
- 28:14Verraten. Insgesamt wird der Bogen noch
- 28:16ein bisschen größer. Gespannt ergibt es nach 2014 das
- 28:20ist auch ja das, das ist alles okay, es ist auch ein
- 28:25berührendes Buch, und trotzdem war es mir also stellenweise ein
- 28:31bisschen zu kitschig. So, ja, fand ich, fand ich
- 28:35schon, und auch wenn er sehr. Also das, was du vorhin
- 28:42angesprochen hast, das finde ich ja.
- 28:43Ich finde es auch elementar, bei so einem Buch zu zeigen, was
- 28:46bedeutet das eigentlich für die Menschen, die während eines
- 28:49Krieges leben, die, die dem ausgesetzt sind, die den
- 28:52politischen Entscheidungen ausgesetzt sind, auch denen, die
- 28:54nicht an der Front sind, ja, natürlich Menschen, die unter
- 28:57der Besatzung in Frankreich leben, wie entscheiden die sich,
- 29:02und das Macht ja alles, und mir ist es dann aber an den Stellen
- 29:07n bisschen wenig, das ist auch völlig in Ordnung, also man kann
- 29:09ja auch diese Geschichte erzählen.
- 29:11Aber mir tat es leid, dass quasi auf einer emotionalen Ebene das
- 29:16Mädchen so eindimensional eindimensional bleibt.
- 29:19Sie ist immer gut, sie ist immer rein di.
- 29:21Marilo. Di Marilo genau, sie macht all
- 29:25dem, was passiert, hasst sie die Deutschen nicht, finde ich
- 29:29erstaunlich, also das das das das war mir zu klischeehaft
- 29:36auch. Der Werner selber macht eine
- 29:39Entwicklung durch, also er bleibt nicht, er wird nicht der
- 29:42Junge, zu dem er erzogen werden soll in Schuldforter ja, also
- 29:48ich weiß, ich hätte mir da noch irgendwie irgendwie was anderes
- 29:51gewünscht und und Marie Lohr wird im Grunde dreimal von
- 29:56Werner gerettet und ich fand es ein bisschen viel, weil sie so
- 30:01sich zu so einer eigenständigen Frau eigentlich entwickelt, die
- 30:04sich. In dieser Stadt so bewegen kann
- 30:06sich schon ganz früh der Resistance anschließt.
- 30:08Sie mir so entschuldigen, warum soll Sie jetzt von so einem von
- 30:11so einem sechzehnjährigen Deutschen dreimal gerettet
- 30:13werden, warum bitteschön? Mamsell in Distress?
- 30:17Ja, wie? Schade also das das das war das
- 30:22das hat mir nicht mir nicht so gefallen, aber unabhängig davon
- 30:28es ist. Es ist, es liest sich gut und es
- 30:32ist es ist auf eine sehr eigene Art und Weise geschrieben und er
- 30:36hat wirklich, er hat tolle Bilder mit denen er arbeitet.
- 30:39Ich finde das per se ist schon mal eine Kunst an sich.
- 30:42Der Antinideur, das ist Amerikaner oder Brite oder was
- 30:45für ein Land. Ich glaube Amerikaner.
- 30:47Amerikaner finde ich dann doch immer beeindruckend.
- 30:50Was du auch sagtest. Also die, die wenn jemand es
- 30:53schafft, Lebensrealitäten, die einem selber so fremd sind, denn
- 30:58er ist kein. Blindes Mädchen in Paris der
- 31:0030er Jahre, wenn man das schafft, das so bildhaft und gut
- 31:06zu beschreiben, das finde ich immer schon ne Kunst an sich.
- 31:08Aber ich verstehe natürlich, was du meinst.
- 31:10Immer, das ist ja schwierig. Sobald man also mir geht es so,
- 31:13sobald ich in Büchern schon den leisesten Kitschverdacht spüre,
- 31:18dann werde ich immer ganz skeptisch und dann liest man ja
- 31:20auch schon fast n bisschen anders, ne, dass man dann schon
- 31:23fast nur wartet, wann kommt n. Hier der nächste ja, kitsch
- 31:27alarm. Ich habe auch überlegt, also das
- 31:29habe ich auf dem ebook Reader gelesen, ob weiß ich nicht.
- 31:32Also vielleicht gibt es auch, also vielleicht bin ich unfairer
- 31:36zu Büchern, die ich auf dem ebook Reader lese.
- 31:39Und es ist auch in diesem Falle also auch dort natürlich.
- 31:43Übersetzer werden natürlich genannt in den Shownotes, es ist
- 31:46auch oftmals möglich, dass vielleicht auch die Übersetzung.
- 31:50Im Tonfall nicht ganz so sauber ist.
- 31:53Ich hab als als Nachtrag noch ich muss zugeben, ich hab dieses
- 31:56Buch von Alice Win, habe ich auf Englisch gelesen, ich kann
- 31:59nichts über die deutsche Übersetzung sagen, ob die genau
- 32:01diese Eleganz hinbekommen, das muss man ja immer noch mit in
- 32:05Betracht ziehen, dass ja auch das übersetzen ja an sich schon
- 32:08eine so schwere, eigenständige Arbeit ist.
- 32:10Und manchmal geht das vielleicht nach hinten los, aber ich
- 32:14glaube, deine Einschätzung, dass das der Anthony Dörr selber ist.
- 32:18Ich meine, dass ich das so mitbekommen habe, dass also ich
- 32:22weiß es jetzt nicht, mit diesem dreimal retten von Marilore, was
- 32:25der Werner da macht, aber dass er, glaube ich, gerne einen Hang
- 32:30zur Überschwänglichkeit der Gefühle hat.
- 32:32Das das, glaube ich, kann man sagen, also die
- 32:35Überschwänglichkeit der Gefühle deutet sich an.
- 32:39Tat. Das war also Anthony Dörr mit
- 32:42dem Buch. Mit dem Buch Alles Licht, das
- 32:45wir nicht sehen und den sehr, sehr schönen Ortsbeschreibungen
- 32:48von Saint Malo von Paris n bisschen Berlin und Schulpforte,
- 32:51also ortsbeschreibung kann. Er super.
- 32:56Ich würde liebe Monique im gleichen Krieg und im gleichen
- 33:01Land bleiben. Wobei das Buch, was ich jetzt
- 33:05besprechen möchte, es mir sehr einfach macht, denn es geht um 2
- 33:08Kriege voll praktisch, und zwar einerseits haben wir den Zweiten
- 33:12Weltkrieg und andererseits den Vietnamkrieg.
- 33:15Zusammengehalten wird diese Geschichte durch das Leben eines
- 33:19deutschstämmigen US Amerikaners. John Glück ist natürlich n sehr
- 33:22sprechender Name, wie wir uns denken können, das Buch heißt
- 33:27Propaganda, Es macht auch wirklich Sinn, warum das Buch so
- 33:31heißt. Und es ist von einem deutschen
- 33:33Autoren, den ich sehr schätze, Steffen Kopetzky.
- 33:37Es gibt Bücher von Steffen Kopetzky, da ist es ein bisschen
- 33:40wie bei Anthony Dörr, wo man denkt, Oh, alter Vati,
- 33:42kitchenummer, aber mal bitte c. Es ist ja, das geht jetzt nicht,
- 33:46in diesem Buch findet das gar nicht statt, was, glaube ich,
- 33:50daran liegt, dass Liebe in diesem Buch nicht stattfindet,
- 33:52und das finde ich immer ganz beruhigend, und wenn man nämlich
- 33:56mal diese Liebesebene von Steffen Kopetzky, wo ich nie.
- 33:59Nicht ganz so einverstanden bin mit ihm rauslässt, ist er für
- 34:02mich etwas wie tatsächlich der Jetztzeitige Lion Feuchtwanger.
- 34:07Das ist hochgegriffen, ne, aber ich finde in der deutschen
- 34:10Literatur gibt es im Moment wenige, die so gut historisch
- 34:13schreiben können wie Steffen Kopetzky, so wie gesagt, das
- 34:18Buch handelt von einem US Amerikaner namens Strong Glück,
- 34:20er ist Deutschstämmig. Er das Ganze beginnt vor dem
- 34:24Zweiten Weltkrieg, erlebt also seine Jugend und so weiter.
- 34:26Er fängt an zu studieren, und zwar deutsche Literatur, also es
- 34:30ist immer seine große Liebe gewesen, Literatur und die
- 34:33deutsche Sprache, was, glaube ich, vielen deutschstämmigen
- 34:37Amerikanern, als es so, als man noch vorbehaltlos die deutsche
- 34:40Sprache lieben durfte, bevor der Zweite Weltkrieg losging.
- 34:43Und innerhalb seines Studiums macht er auch schon die
- 34:49Bekanntschaft mit einigen, also real existierenden Autoren, die
- 34:54auch in diesem Buch benannt werden.
- 34:57Das ist jetzt nicht nur Namedropping, dass es hier auch
- 35:00um wirkliche Autoren geht, sondern kopetzky hat damit noch
- 35:04was anderes vor, denn es geht in diesem Buch nicht einfach nur um
- 35:08Krieg, sondern es geht darum, wie wird Krieg in Literatur
- 35:12behandelt. Und es geht darum, daher auch
- 35:15der Titel Propaganda. Wie wird Literatur oder wie wird
- 35:20schreiben missbraucht für kriegerische Zwecke missbraucht
- 35:24in Anführungsstrichen, denn natürlich aus der Sicht der
- 35:26jeweils Kriegsführenden missbrauchen sie die Sprache
- 35:28nicht, sondern sie wollen ja was Gutes.
- 35:32Er hat also sein Studium und dann beginnt der Zweite
- 35:36Weltkrieg, er will natürlich auch.
- 35:38Auf jeden Fall mitmachen. Was heißt, will natürlich, also
- 35:43dafür muss man das Buch lesen, um seine Beweggründe auch zu
- 35:47verstehen, denn das ist natürlich nicht ne
- 35:48Natürlichkeit, wir sind nicht mehr vor dem Ersten Weltkrieg,
- 35:51wo man einfach Hurra sagt, sondern es gerade als Amerikaner
- 35:55bedarf es da schon n bisschen mehr, um irgendwie wirklich in
- 35:58den europäischen Krieg mit Einsteigen zu wollen.
- 36:00Und er landet aber nicht irgendwie an der Front als
- 36:03normaler Soldat, sondern er landet in einer
- 36:06Propagandaeinheit, die zur Aufgabe hat, die deutschen
- 36:12Soldaten auf Deutsch mit Flugblättern zu Entmoralisieren
- 36:18oder Demoralisieren und sie halt im Endeffekt von dem Nazistaat
- 36:23und von dem Krieg abzubringen. Das ist seine Aufgabe, weil er
- 36:26natürlich perfekt deutsch kann, er kann gut schreiben, das hat
- 36:28er nur alles gelernt und studiert und.
- 36:30Und diese Einheit sitzt in London und er verbringt also
- 36:35große Zeit des Zweiten Weltkrieges dort, in London, um
- 36:37eben diese Nachrichten zu schreiben.
- 36:40Er wird dann nach Frankreich geschickt, auf eigentlich nur
- 36:46eine kurze Aufgabe und dort, und das ist eine der ganz starken
- 36:52Momente dieses Buches, trifft er auf Ernest Hemingway.
- 36:57Den von mir so wahnsinnig. Das ist, das ist wirklich
- 37:00unfassbar, weil ich denke, seit 2 Minuten nur Hemingway und
- 37:02welche Bücher mir alle nicht eingefallen, ja, würde ich jetzt
- 37:05eigentlich reden könnte. Ja, natürlich.
- 37:07Also sobald wir anfangen zu reden, das ist doch jedes Mal
- 37:09so, oder dass man denkt und das Buch und das Buch und das Buch.
- 37:12Und ich rede noch über Hemingway.
- 37:13Ich mach das. Einfach sehr gut.
- 37:16Er redet in diesem Buch auch viel über Hemingway, aber
- 37:19Hemingway ist ein Wrack. Ein körperliches Wrack, der also
- 37:24gar nichts mehr hinbekommt und der eigentlich nur noch
- 37:27fanatisiert ist. Auf der Suche nach dem Krieg,
- 37:29nach dem wahren Kern des Krieges, nach dem wahren Kern
- 37:32der Schlacht. Also, wir reden hier von einem
- 37:34relativ späten Hemingway, ich finde es so großartig, wie
- 37:39kopetzky diese Begegnung zwischen seinem Helden John
- 37:42Glück und diesem Hemingway beschreibt, diesem kaputten,
- 37:45kaputten Mann, der aber immer noch so fiebrig ist, dass er
- 37:49auch seine Begeisterung. Und das ist wirklich, finde ich
- 37:54bei Hemingway echt schwierig, denn es geht da um das Feiern
- 37:57der Männlichkeit und das Feiern des Kampfes.
- 37:59Und also das ist jetzt so n Männlichkeitsbild, was ich nicht
- 38:02unbedingt mit Hemingway teilen möchte, aber ich glaube, wir
- 38:04hatten schon öfters, dass ich da etwas problematisch mit ihm bin.
- 38:07Auf jeden Fall hat Hemingway gehört von dieser einen großen
- 38:10Schlacht, die am Gange sein wird.
- 38:13Und da er nicht hingehen kann und davon zu berichten, bittet
- 38:17er, und das finde ich einen so guten Trick, bittet er unseren
- 38:20John Glück für ihn in diese Schlacht zu ziehen und sie zu
- 38:24beobachten und zu beschreiben. Und John Glück sagt, ich habe ja
- 38:28gerade nichts anderes zu tun anscheinend also gehe ich hin
- 38:32und wir landen in einer der letzten wirklich großen
- 38:36Schlachten, nämlich der Schlacht im Hürtgenwald, der Hürtgenwald
- 38:40ist. Sagen wir mal grob in der Eifel,
- 38:44also im im äußersten Westen Deutschlands.
- 38:48Und es ist die Schlacht gewesen, und das finde ich bei Kopetzky
- 38:52interessant, denn ohne Revisionistisch zu sein, ist er
- 38:56hier brilliert er militärhistorisch, denn diese
- 39:00Schlacht war die eine Schlacht, wo die deutschen Offiziere und
- 39:07Generäle sich Lehrbuchhaft vorbildhaft benommen haben.
- 39:11Und die amerikanischen Generäle total versagt haben, gar nicht
- 39:16vor Ort waren, sondern aus Paris heraus ohne Wissen der näheren
- 39:20Umstände einfach Soldaten in den Tod schicken.
- 39:22Und es war eine der Unnötigsten und verlustreichsten Schlachten,
- 39:26die die Amerikaner hinter sich haben.
- 39:28Und, wie Kopetzky sagt, die letzte Schlacht.
- 39:33Es ist ein bisschen schwierig, aber wie gesagt, es ist nicht
- 39:35revisionistisch gemeint, aber die letzte Schlacht, wo die
- 39:38Deutschen noch mal die große preußische Kriegskunst, die.
- 39:41Sozusagen Hervorgezaubert haben, wo sie alles richtig machen, wo
- 39:45es auch nicht darum geht, ihre Menschen selber zu verheizen,
- 39:48sondern also es muss von deutscher Seite aus jenseits
- 39:51aller Politik eine wirkliches Meisterwerk gewesen sein.
- 39:55Und wie auch schon in Alice Wins Buch geht Steffen Kopetzky
- 40:01natürlich sehr in das Leiden, in das Elend, in die Leichen.
- 40:05Und aber wir müssen nicht weitergehen.
- 40:07Also da wissen wir, glaube ich, mittlerweile schon, was im Krieg
- 40:09passiert, wenn Bombenfallen und Maschinengewehre losgehen.
- 40:14Er sitzt natürlich dort auch nicht als Soldat, sondern als
- 40:17Beobachter, muss natürlich trotzdem teilhaben, weil er kann
- 40:20ja nicht einfach da nur so rumsitzen.
- 40:24Und dann, und das finde ich jetzt das kluge, Ich möchte
- 40:27jetzt gar nicht weiter auf diese Schlacht im Hürtgenwald
- 40:29eingehen, die nimmt ihren Lauf. Es gibt sehr spannende
- 40:34Nebenfiguren in diesem Buch, unter anderem einen deutschen
- 40:39Feldarzt, der die deutschen Befehle in diesem Falle
- 40:44missachtet, wobei ich glaube, dass auch seine Vorderen das
- 40:47wussten, aber es einfach ignoriert haben.
- 40:49Der auch Amerikaner gerettet und versorgt hat, weil er sagt, Ich
- 40:53bin Arzt. Mir ist ehrlich gesagt ziemlich
- 40:54egal, wer hier gerade bei mir auf dem Tisch landet und sehr,
- 40:59sehr geschickt baut, der Steffen Kopetzky noch einen native
- 41:05American ein mit dem schönen Namen Seneza und ich, ich liebe
- 41:09es ja, sprechende Namen sind ja immer schön und der ist eine
- 41:12schon fast mythische buddhistische Figur an Ruhe also
- 41:16das ist es ist toll, wie wie du siehst, wie ein Autor eine Figur
- 41:21nimmt, um sie zu einem Zentrum der Ruhe und der, ich würde
- 41:27sagen auch geistigen Gesundheit nimmt, den also augenscheinlich
- 41:32nichts richtig anfassen kann, der also wirklich ein Pol des
- 41:36Buddhismus um sich herum bildet und der eine große.
- 41:43Quelle der Kraft und Stärke ist für alle um ihn herum und
- 41:47andererseits benutzt natürlich kopetzky diese Figur, um darauf
- 41:50hinzuweisen, dass es auch Menschen, die wirklich nichts
- 41:54mit irgendeinem Konflikt zu tun haben, plötzlich innerhalb eines
- 41:58Konfliktes landen, weil sie halt zufälligerweise in diesem Land
- 42:01gerade lebten oder Staatsbürger dessen sind und einfach mal
- 42:03darauf hinzuweisen, wie viele Menschen eigentlich für Kriege
- 42:06kämpfen, mit denen sie wirklich inhaltlich nicht das Geringste
- 42:10zu tun haben, so. Das war jetzt der Zweite
- 42:14Weltkrieg. John Glück überlebt diese
- 42:17Schlacht und arbeitet weiter im Militär und bleibt auch weiter
- 42:20in der Propagandaabteilung. Und dann kommt der Vietnamkrieg
- 42:26und er sieht plötzlich, dass das, wofür er die Deutschen
- 42:31immer verachtet hat, das Streuen von Lügen, die Propaganda, das
- 42:35durchsetzen der eigenen Gedankenwelt, um eigentlich was
- 42:38Schlimmes zu machen. Dass die Amerikaner das in
- 42:41Vietnam genauso machen und dass er dort mitmacht und dann
- 42:45beginnt natürlich eine Frage von Schuld und Zuständigkeit, wie
- 42:49weit kann er das machen, ohne zu spoilern, denn so beginnt der
- 42:53Roman, John Click sitzt in den 70er Jahren im Gefängnis und
- 42:56schreibt seine Lebensgeschichte auf, und er ist angeklagt für
- 43:01Hochverrat und Staatsverrat, denn er war teil.
- 43:05Einer Gruppe, die Kriegsverbrechen der
- 43:08amerikanischen Seite, die Pentagon Papers, glaube ich
- 43:10glaube, die sind tatsächlich historisch, die sie der
- 43:13Öffentlichkeit preisgegeben haben, weil sie sagten, es kann
- 43:15nicht sein, dass wir sozusagen für Recht und Liberalität und
- 43:18Freiheit kämpfen und sowas machen, und das ist wirklich
- 43:23interessant, diese Divergenz zwischen diesen beiden
- 43:27Propagandatätigkeiten, dass er einerseits als junger Mann auf
- 43:30der guten Seite in Anführungsstrichen.
- 43:34Sitzt und auf der anderen Seite dann 2030 Jahre später die
- 43:39gleiche Arbeit macht, aber unter anderen Vorzeichen und es
- 43:42moralisch nicht mehr vertretbar findet.
- 43:44Und ich finde es sehr, sehr schön, dass dieses Buch sich.
- 43:50Natürlich mit Moral. Im Krieg beschäftigt.
- 43:52Das machen viele, aber es geht eben nicht um die unmittelbare
- 43:56Kriegstätigkeit, das Töten von Menschen, dass diese gesamte
- 44:00Gewalt, sondern der Überbau dahinter, also was machen
- 44:04sozusagen die Schreibtischtäter dahinter, und das finde ich sehr
- 44:09spannend, darauf einzugehen und vor allen Dingen so klar
- 44:13psychologisch darauf einzugehen, was macht das mit einem
- 44:16Menschen, wenn er plötzlich erkennt.
- 44:18Dass das, wofür er sein ganzes Leben lang eigentlich gekämpft
- 44:21hat, dass er für die gute Sache hielt, bis er plötzlich merkt,
- 44:24das ist gar nicht mehr die gute Sache, für die ich kämpfe.
- 44:28Wie komme ich hier raus und jemand, der so weit geht zu
- 44:31sagen, dann ist es jetzt mein persönliches Schicksal, dass ich
- 44:35dafür bluten muss, wenn ich hier die Wahrheit an den Tag legen
- 44:39muss. Unglaublich starker Roman.
- 44:42Sprachlich im Gegensatz jetzt zu dem, was du von Anthony Deur
- 44:46hattest. Sehr kitschbefreit was wie
- 44:48gesagt daran liegt, glaube ich, dass einfach keine
- 44:50Liebesgeschichte in diesem Buch stattfindet.
- 44:53Ich mag es, was er sehr macht, das kennst du ja.
- 44:56An mir ist natürlich dieses Dokumentarische, was er erzählt,
- 45:01dieses leicht distanzierte, wie er erzählt.
- 45:04Ich mag es, dass er diese realen historischen Figuren mixt mit
- 45:09seiner Fiktion, weil es dir als Leser ein ganz anderes, eine
- 45:14ganz andere Realitätsansatz bietet zu der Geschichte, die er
- 45:18erzählt. Und er hat einen schönen, bösen,
- 45:24sarkastischen Humor, wenn es um militärische Bürokratie, unter
- 45:27anderem aber auch andere Themen geht.
- 45:28Also, ich finde, man hat auch Spaß daran, seine Bösartigkeiten
- 45:32zu lesen. Und er arbeitet, ohne dass es
- 45:35anstrengend oder künstlich wirkt, sehr mit Rückblenden, mit
- 45:39zeitsprüngen, montagehaft, aber so fein komponiert, und da sind
- 45:45wir wie immer bei der Frage, was hat der Autor komponiert,
- 45:49komponiert und inwieweit hat da ein Lektorat mitgeholfen, das
- 45:53sind ja doch immer mehrere Leute, es braucht ein ganzes
- 45:55Dorf, um ein Kind großzuziehen, es ist aber auf jeden Fall, wie
- 46:00auch schon bei Alice Win, lange nicht so elegant und.
- 46:03In der Sprache, das muss ich klar sagen, aber es will auch
- 46:05was anderes erreichen, aber genauso eine große Freude und
- 46:09genauso erschreckend und genauso klug zu lesen.
- 46:14Also ich finde, es ist sein stärkster Roman und die anderen
- 46:18sind auch gut. Ja, ich hab ich hab noch gar
- 46:20nichts von ihm gelesen, das ich erinnere mich auch gar nicht
- 46:24irgendwie da schon mal bewusst drauf geguckt zu haben, leider.
- 46:30Ja, bei dem ganzen Dorf, dass dieses Baby, dieses Kind
- 46:33großgezogen hat, dieses Buch war ja vielleicht auch der Hemingway
- 46:36beteiligt in dem Sinne, dass das, was du über seinen
- 46:39Schreibstil sagst, mich doch sehr daran erinnert, warum ich
- 46:42Hemingway so Liebe und das ja auch thematisch einfach gut
- 46:49passt, also sowohl zeitlich gut passt als eben auch wirklich
- 46:52diese. Diesen Konflikt, über den du
- 46:55schreibst, über den, über den du gesprochen hast, auch wirklich
- 46:59in den Mittelpunkt zu stellen, also durch Nichts ablenken zu
- 47:02lassen, durch zu viele Bilder, durch durch durch
- 47:04Liebesgeschichten oder sowas, sondern dieses ich muss gerade
- 47:07an unsere Folge Verrat denken, ne, wo es ja auch darum wann,
- 47:10wann ist ein Verrat eigentlich, wie wird er moralisch bewertet
- 47:12und in dem Sinne war er ja dann seine Hauptfigur, ja auch nur
- 47:15Whistleblower geworden, und wir verfolgen sozusagen durch 2
- 47:20Kriege hinweg mit. Wie wie es eigentlich dazu
- 47:23kommt, dass. Also die Whistleblower werdung
- 47:25eine. Ja, die Whistleblower werdung.
- 47:28Und bei bei Hemingway hast du natürlich recht.
- 47:31Also das ist ja die große Stärke in diesen Texten von Hemingway
- 47:36ist ja wirklich zum Kern der Gewalt zu also durchzudringen.
- 47:44Ich habe also, ich habe, glaube ich, stilistisch überhaupt kein
- 47:48Problem mit Hemingway, sondern finde ihn da sehr gut.
- 47:51Es ist wirklich eher, es ist ein Menschen und insbesondere ein
- 47:56Männlichkeitsbild, was ich einfach scheiße finde.
- 48:01Also ich kann es gar nicht anders sagen, ich finde das,
- 48:04wofür Hemingway steht, nicht in Ordnung.
- 48:10Das. Ist so streng.
- 48:11Ja, ich verstehe das auf einer intellektuellen Ebene, aber
- 48:16emotional. Also Hemingway hat mir.
- 48:19Als ich angefangen habe, wirklich also wirklich zu lesen,
- 48:22also so weiß ich nicht, mir hat das so viel bedeutet und die Art
- 48:28und Weise, wie er schreibt, ich habe mir gerade mal was
- 48:30rausgesucht, und zwar seine, seine Zeitungsberichte und
- 48:33Reportagen, 49 Depeschen heißt das Buch, und das sind
- 48:37Reportagen von ja, kurz nach dem Ersten Weltkrieg bis in die 50er
- 48:42Jahre rein, das war auch das Erste, was ich von ihnen gelesen
- 48:46habe, und das ist so brillant, so, da ist eine Geschichte drin,
- 48:53da ist er auf einem Markt in Deutschland, das ist nach dem
- 48:56Ersten Weltkrieg und ein alter Mann spricht ihnen an, was jetzt
- 49:00die Äpfel kosten, und Leute, ich habe diese Geschichte mit 16
- 49:04gelesen, und die weiß ich, und ich habe jetzt auch nicht nicht
- 49:07nachgucken können oder so, und er sagt ihnen dann irgendwie die
- 49:12Zahl und dieser alte Mann schüttelt den Kopf und.
- 49:15Und, und das sind irgendwie, das sind ein paar Pfennig, also
- 49:18keine Ahnung. Und der alte Mann schüttelt den
- 49:21Kopf und sagt, das kann man sich nicht leisten und er hat das
- 49:25wirklich in einem Absatz hat, der hat der so verdichtet, so
- 49:31eine, so eine, so eine Resignation und und und.
- 49:36Auf so einer bestimmten Ebene, was dieser Krieg bedeutet hat
- 49:40für die Menschen, die also genau da in der Region, da wo er war.
- 49:45Wie die jetzt leben, wie die überlebt haben, was deren
- 49:47Lebensrealität ist, das war wirklich extrem eindrücklich so,
- 49:53und das und gerade seine Reportagen, die er ja aus allen
- 49:59möglichen Kriegsgebieten geschrieben hat, hast du ja
- 50:02quasi auch jetzt durch ihn als Romanfigur da noch mal drin,
- 50:06weil er dem Krieg auch hinterher gereist ist und?
- 50:10Und für mein Empfinden immer ja nicht nur aus so einem.
- 50:13Ich habe das gar nicht so gelesen damals aus so einem
- 50:15Männlichkeitsbild heraus, sondern auch aus so einem
- 50:21Wunsch, exakt das zu schreiben, was passiert, da genau
- 50:25hinzuschauen und das aufzuschreiben und und und es
- 50:29sichtbar zu machen, und das ist schon noch mal, also auch
- 50:31wirklich in den in den Reportagen, kriegt man da in in
- 50:37sehr, sehr. Ein gutes Bild von ganz
- 50:40unterschiedlichen Einzelelementen, weil sie eben
- 50:42nicht in einem Roman zusammengefasst sind, sondern
- 50:47die Klammer sozusagen Hemingway ist.
- 50:48Und eben die verschiedenen Kriege, die verschiedenen
- 50:51Regionen durchführen. Natürlich muss, ich habe noch
- 50:54nie Reportagen von Hemingway gelesen, das sollte ich
- 50:57vielleicht mal tun. Es ist ja so ein bisschen, wie
- 51:00ich finde, bei einem Hemingway bist du auch schnell bei Orwell,
- 51:04auch dort gibt es ja Reportagen von ihm, die ja so.
- 51:10Stilistisch auch ganz anders sind als jetzt zum Beispiel
- 51:12seine ganz berühmten Romane, die wir natürlich alle irgendwie
- 51:15kennen. Komischerweise liegt orwell mir
- 51:18dann inhaltlich mehr, ich glaube, weil Orwell seinen
- 51:25eigentlichen Fehler, den er inhaltlich gemacht hat, erkennt
- 51:31und. Und revidiert und offen zugibt.
- 51:35Und das finde ich eine große Stärke.
- 51:37Also das ist ja also seine Erlebnisse in Katalonien, also
- 51:40ist ja auch ein berühmtes Buch, aber seine Erlebnisse in diesem
- 51:43spanischen Bürgerkrieg und seine große Liebe zu dem Kommunismus,
- 51:50die er dann revidieren muss, als er sieht, wo das letztendlich
- 51:54Hinführte, das finde ich eine große menschliche Stärke, das
- 51:59zugeben zu können. Und da weiß ich nicht, ob
- 52:03Hemingway das zum Beispiel gekonnt hätte.
- 52:06Aber da steckt. Das zugeben konnte oder so.
- 52:08Aber vielleicht hat er sich auch mit allem, was wir über ihn
- 52:12wissen, wie würden wir ihn denn heute betrachten?
- 52:14Ne, also ich mein man der so unfassbar viel gesoffen hat, das
- 52:18kann man ja gar nicht anders sagen, so N unfassbaren
- 52:20Verschleiß an Frauen hatte und sich am Ende für n Suizid
- 52:26entschieden hat und zwar für n ziemlich brutalen.
- 52:30Der alte Großwildjäger, der war ja.
- 52:33Der Großwildjäger, der war. Es gibt ein Buch von ihm über
- 52:36den Zweiten Weltkrieg, über den über den Spanischen Bürgerkrieg.
- 52:39Wen die Stunde schlägt, das war ganz, ganz viele Jahre mein
- 52:41Lieblingsbuch gewesen und dann eine unglaublich schöne
- 52:45Liebesszene drin, aber das hebe ich mir mal noch mal für ein
- 52:48anderes Thema auf. Eigentlich so einer der
- 52:49Klassiker des 20 Jahrhunderts, ne Home the Belthold heißt das,
- 52:54glaube ich auf Englisch falsch zitiert.
- 52:57Ich finde eh. Also natürlich kommen einem noch
- 52:59tausende Bücher, gerade was den Zweiten Weltkrieg an, ich hatte
- 53:02mal ein unfassbar gutes Buch gelesen von einem
- 53:05deutschstämmigen Amerikaner padowa, der direkt hinter den
- 53:09ersten Truppen der Amerikaner mit nach Deutschland reinkam.
- 53:12Und der einfach da. Es war auch seine Aufgabe zu
- 53:16schreiben, wie sind die Deutschen drauf, sozusagen jetzt
- 53:21und es fängt halt an, wirklich Aachen, Düren, also wirklich das
- 53:24westlichste, was wir in Deutschland haben, und es ist so
- 53:29unglaublich, wie er beschreibt. Und wieviel und das fand hat
- 53:34sich mir so festgesetzt. Er sieht halt den ganzen Haufen
- 53:38deutscher Flüchtlinge aus den Ostgebieten, die alle in den
- 53:41Westen gezogen sind und er sieht, wie diese deutschen,
- 53:46ostdeutschen Flüchtlinge misstrauisch beäugt werden von
- 53:50den westdeutschen und wirklich offen gedisst werden und.
- 53:55Und er guckt sich das an und sagt, das ist also der
- 53:59vielbeschworene Volkskörper, von dem die Deutschen reden, und er
- 54:04kann mit seiner Verachtung, er weiß gar nicht wohin mit seiner
- 54:07Verachtung darüber, dass man mit dem ideologischen Konstrukt, was
- 54:12man hat, das Volk, das Volk, das Volk, das Volk noch nicht mal
- 54:15auf die Idee kommt, sein eigenes Volk zu unterstützen und zu
- 54:18helfen. Es ist so erschreckend und
- 54:21beeindruckend, und er meinte in all der Zeit, die er dort
- 54:23verbracht hat. Hat er eigentlich nur einen
- 54:26Deutschen getroffen, vor dem er Hochachtung hatte?
- 54:29Und das war ein alter sozialdemokratischer
- 54:31Schuhmacher, der einfach sozusagen seine Überzeugung
- 54:34weiter gelebt im Stillen hat und nicht sich gewendet hat.
- 54:39Es gibt unfassbar viel zum Zweiten Weltkrieg und das, was
- 54:44dieser Krieg mit, also ich glaube, kein.
- 54:49Ereignis des 20 Jahrhunderts wurde, glaube ich, literarisch
- 54:52oder künstlerisch so oft bearbeitet, wie das es war
- 54:55einfach zu groß für ein Jahrhundert, was dort passiert
- 54:59ist und alleine über den Zweiten Weltkrieg könnten wir
- 55:02wahrscheinlich noch mal 5 Podcast folgen aufnehmen.
- 55:06Ich habe noch 2. Ich habe noch das das.
- 55:10Halbe ich muss aber zugeben, die 2 die ich habe sind kann man
- 55:16auch eher so zusammen. Na, vielleicht nicht.
- 55:19Aber es sind zumindest die beiden Bücher, die ich noch habe
- 55:22behandeln jetzt nicht den Krieg aus Sicht von Soldaten oder
- 55:26Menschen, die im Militär sind oder die irgendwie diesen Krieg
- 55:29machen, sondern es geht um die Zivilbevölkerung und was Krieg
- 55:36anrichtet im Leben von unbeteiligten, wehrlosen,
- 55:40hilflosen, zivilen Menschen. Ok, willst du 1 davon machen,
- 55:44dann. Ok, dann fange ich an.
- 55:49Mit wow. Ja, also einem der härtesten
- 55:53Bücher, glaube ich, die ich bislang in meinem Leben gelesen
- 55:56habe. Es ist ein sehr, sehr, sehr,
- 55:58sehr schmales Buch, es heißt die Geschichte einer kurzen Ehe, es
- 56:04ist von einem Autoren aus Sri Lanka, und ich entschuldige mich
- 56:08jetzt schon bei dir für die Verhunzung des namens, er heißt
- 56:11Anuk. Arut pragasam Namen der Autoren
- 56:15und so weiter findet ihr wie immer in unseren Shownotes
- 56:17übersetzt. Es ist von Hannes Meyer.
- 56:19Es ist eine Geschichte, die findet, statt während der
- 56:23letzten Phase des Bürgerkriegs in Sri Lanka, Ach ach scheiße,
- 56:28mein Gott, das ist auch so furchtbar, was dort geschehen
- 56:33ist in diesem Krieg, also die, die Sri Lankische
- 56:36Regierungsarmee gegen die Temal Tigers nannten sie sich, glaube
- 56:40ich. Es ist das Jahr 2009 und das
- 56:45Buch schmeißt uns direkt in das Leben eines jungen Mannes.
- 56:49Ein junger Tamile, Dinesch oder Dinesch, und er sitzt in einem
- 56:53Flüchtlingslager, ein provisorisches Flüchtlingslager,
- 56:57es ist am Meer, also wir wissen, dass Dinesch mit seiner Familie
- 57:01schon sehr lange und sehr weit geflüchtet ist, und zwar immer
- 57:04weiter, der Krieg kommt immer hinterher, immer hinterher und.
- 57:08Und jetzt kann man nicht weiter flüchten, außer man flieht übers
- 57:11Meer. Aber wohin, wenn du auch kein
- 57:13Boot hast? Dinesch hat mittlerweile
- 57:17eigentlich seine gesamte Familie in diesem Krieg verloren, für
- 57:22ihn besonders traumatisierend ist der Tod seiner Mutter, die
- 57:27ihn immer wieder verfolgt, in Anführungsstrichen, in in
- 57:30Gedanken ihn nicht loslässt und er?
- 57:35Er lebt in einem Ausnahmezustand.
- 57:37In diesem provisorischen Flüchtlingslager.
- 57:39Er funktioniert auf oberflächliche Art und Weise,
- 57:44also sein Leben besteht darin, dass er probiert, Verletzten zu
- 57:48helfen, Tote zu begraben, also sozusagen in irgendeiner Weise
- 57:52dieses Lagerleben halbwegs mit am Laufen zu halten.
- 57:55Er ist innerlich. Aber einfach so tief
- 58:00traumatisiert, dass einfach man das gar nicht mehr leben nennen
- 58:03kann, sondern einfach nur noch ein dahin vegetieren.
- 58:07Diese ständigen Angriffswellen, diese ständigen Bomben, diese
- 58:11ständige Lebensgefahr, unabhängig jetzt von
- 58:15hygienischen Verhältnissen, von überhaupt kriege ich irgendwo
- 58:17was zu essen, sondern einfach dieser ständige, keine Sekunde
- 58:22freilassende Terror, unter dem du lebst.
- 58:25Was macht das mit einem Menschen?
- 58:28Und in diesem Lager stolpert er plötzlich über einen alten Mann.
- 58:32Und dieser alte Mann bittet ihn, seine Tochter zu heiraten, denn
- 58:38der alte Mann hat die Hoffnung, dass wenn die Nash und seine
- 58:42Tochter überleben sollten, dass es besser ist, wenn das ein
- 58:44verheiratetes Ehepaar ist. Denn dann läuft man weniger
- 58:47Gefahr, eingezogen zu werden oder vergewaltigt zu werden oder
- 58:50irgendwas. Also es wäre doch eigentlich
- 58:52eine gute Idee. Die Nash lässt sich auf diese
- 58:56Ehe ein, daher auch der Titel die Geschichte einer kurzen Ehe
- 59:01und das ist auch nicht gespoilert.
- 59:04Diese Ehe ist tatsächlich sehr kurz, denn das Buch ohne seine
- 59:10Vorgeschichte spielt eigentlich nur im Laufe eines Tages,
- 59:13nämlich die Eheschließung und wie die beiden innerhalb dieser
- 59:18traumatisierenden Umstände probieren.
- 59:21Einander überhaupt kennenzulernen.
- 59:23Es ist so anrührend, was dort geschieht, es ist so
- 59:29erschütternd, und es ist noch nicht mal ein Spoiler, wenn man
- 59:33schon vorher weiß, dass natürlich mindestens einer
- 59:36dieser beiden Personen nicht das Ende des Tages überleben wird.
- 59:41Diese gesamte Hoffnungslosigkeit, die in
- 59:43diesem Buch stattfindet, das hat mich wirklich, wirklich,
- 59:48wirklich zutiefst mitgenommen und.
- 59:50Und die große Stärke dieses Buches, warum er das erreicht?
- 59:54Der Autor, glaube ich, dass das ein Zoo handfest dieses Buch
- 59:59ist, dass er so schreibt, wie ich es normalerweise nicht lesen
- 1:00:03würde. Er schreibt oft im Präsens, was
- 1:00:08keine angenehme Form des Lesens ist, aber einfach eine
- 1:00:13Direktheit gibt, die einen nicht loslässt.
- 1:00:17Und er ist tatsächlich auch sehr von der Moderne, der Literatur
- 1:00:23insbesondere sagte der Autor auch selber in einem Interview
- 1:00:27von Virginia Wulff. Ihre Art zu schreiben sehr
- 1:00:31geschult, denn es geht bei ihm nicht um Handlungen, es vieles
- 1:00:37findet im Kopf statt unseres. Helden nenne ich ihn mal
- 1:00:41Dinesch. Es geht um seine Wahrnehmungen,
- 1:00:44es geht um wirklich die äußeren Empfindungen, die er war, also
- 1:00:49Gerüche, Geräusche, Hitze, Schmerz, alles, wie das in
- 1:00:53seinem Kopf ankommt, und es wird nicht geschrieben, Oh, er hat
- 1:00:55sich am Arm verletzt, sondern wir sehen von innen heraus, was
- 1:00:59da mit ihm geschieht, und diese Gedanken, die also.
- 1:01:06Die wir im Kopf von Dinesh mitverfolgen werden, immer
- 1:01:08wieder unterbrochen von Erinnerungen, also auch seltene
- 1:01:13Erinnerungen an die gute Zeit vorher, hauptsächlich aber
- 1:01:16traumatische Erinnerungen daran, wie er den Rest seiner Familie
- 1:01:19schon verloren hat. Und ich finde, dass die diese
- 1:01:24Technik so im Kopf zu bleiben und gar nicht handlungsgetrieben
- 1:01:27zu sein, sondern einfach zu schauen, was macht dieser Terror
- 1:01:31im Kopf mit einem aus. Lässt einen dieses wirklich
- 1:01:37permanente ausgesetzt sein an Terror wirklich als Leser
- 1:01:39körperlich spüren und wie gesagt, das ist es ist nicht
- 1:01:44einfach zu lesen, es ist teilweise.
- 1:01:48Wirkt es sehr poetisierend dadurch, dass er auch alleine
- 1:01:53die reinsten banalen Handlungen wie gehen oder sich waschen
- 1:01:57werden poetisch im Kopf wiedergegeben, denn das muss man
- 1:02:01natürlich dann als Leser auch verstehen, selbst diese
- 1:02:03einfachsten Handlungen sind keine Selbstverständlichkeit
- 1:02:06mehr, sondern müssen sozusagen noch reflektiert werden, wenn du
- 1:02:10überhaupt noch irgendwas reflektieren kannst.
- 1:02:13Es ist es bedarf wirklich n bisschen Geduld, dieses Buch zu
- 1:02:18lesen und auch wirklich n bisschen stamina dadurch, dass
- 1:02:22es sozusagen diesen inneren Gefühls Fluss hat und manchmal
- 1:02:27auch etwas sehr detailliert in diese Kleinigkeiten reingeht.
- 1:02:31Wenn man sich aber darauf einlässt, und das ist n sehr,
- 1:02:34sehr schmaler Band, dann ist es wirklich ein universelles Buch.
- 1:02:40Zudem, dass eben nicht nur die die in Kampfhandlungen
- 1:02:44beteiligten Soldaten oder Soldatinnen oder wie auch immer
- 1:02:48man in diesen Kriegen beteiligt ist, sondern was macht es mit
- 1:02:52der Zivilbevölkerung, die wirklich eigentlich gar nichts
- 1:02:56damit zu tun haben will, sondern einfach zufälligerweise am
- 1:02:59falschen Ort zum falschen Zeitpunkt war?
- 1:03:02Erschreckend, sehr, sehr, sehr erschreckend und sehr, sehr
- 1:03:05wichtig. Ich habe von dem Autoren noch
- 1:03:07nichts anderes gelesen. Das muss ich vielleicht mal tun,
- 1:03:11aber genau das habe ich schon vor einigen Jahren gelesen.
- 1:03:14Aber als wir mit dem Thema aufkamen, war das Ding sofort
- 1:03:19wieder bei mir im Kopf durch seine Eindringlichkeit.
- 1:03:23Sag noch mal, wie es heißt. Es heißt, die kurze Geschichte
- 1:03:26einer Ehe, na Blödsinn, die Geschichte einer kurzen Ehe.
- 1:03:30Aber es ist auch eine kurze Geschichte dabei.
- 1:03:32Der Autor heißt Anuk Arud Bragasam.
- 1:03:37Mannigfaltige Art und Weise falsch ausgesprochen, aber wie
- 1:03:40gesagt, alle Informationen dazu findet ihr in unseren Show
- 1:03:45Notes, was ihr auch in unseren Show Notes findet.
- 1:03:51Sind andere, unsagbar wichtige Informationen nämlich für uns
- 1:03:55wichtige Informationen, nämlich darüber, wie ihr, wenn ihr das
- 1:03:59denn wollt, uns unterstützen könnt, finanziell?
- 1:04:02Es gibt verschiedene Möglichkeiten es gibt jetzt,
- 1:04:04neuerdings hat unser Produzent eingerichtet, auch eine
- 1:04:07innereuropäische Möglichkeit, wenn man sein Geld an Peter
- 1:04:10Thiel vorbeischieben möchte, dann kann man jetzt auch über
- 1:04:13Vero uns unterstützen, wie man das Macht, findet ihr in den
- 1:04:16Shownotes. Und es gibt außerdem natürlich
- 1:04:20uns auch in den sozialen Medien, und zwar bei Instagram unter dem
- 1:04:26Namen ihr könnt es euch denken, im Bett mit Buch.
- 1:04:29Dort findet ihr ab und an Informationen von uns und wir
- 1:04:32freuen uns vor allen Dingen auch immer über Kommentare von euch.
- 1:04:36Letztes Mal haben wir die Frage gestellt, sind wir zu lang, wenn
- 1:04:39wir 2 Stunden reden oder sollen wir das noch erweitern?
- 1:04:44Aber ich glaube, diesmal bleiben wir kurz unter der Spitzenzeit,
- 1:04:47die wir vor 2 Wochen hingelegt haben.
- 1:04:49Und damit wir das erreichen, noch da drunter zu bleiben,
- 1:04:53kommen wir doch zu deinem halben Buch.
- 1:04:55Ja, vielen Dank. Auch noch mal kurz an an der
- 1:04:58Stelle, dass du dich so. Intensiv um unsere Shownotes
- 1:05:02kümmerst und so viel Informationen bereitstellst.
- 1:05:05Und das ist wirklich, glaube ich für für mich ist das auf jeden
- 1:05:09Fall ne Fundgrube, ich weiß wo ich nachschauen muss, wenn ich
- 1:05:12mir dann die Bücher organisiere, die ich noch nicht gelesen habe,
- 1:05:15aber unbedingt lesen möchte, nachdem du davon gesprochen hast
- 1:05:17oder vielleicht auch wenigstens nur besitzen möchte.
- 1:05:21Besitzen reicht manchmal schon mehr, möchte der Buchhändler mir
- 1:05:24gar nicht genau. Und all diese Bücher kann man
- 1:05:27natürlich, solange sie noch lieferbar sind, bei dieser
- 1:05:29fantastischen, Kleinen, unglaublich niedlichen
- 1:05:31kellerbuchhandlung Hund Hammerstein erwerben.
- 1:05:34Das, das kann man. Und wenn es, wenn es dafür
- 1:05:39gerade nicht reicht, dann seien euch die öffentlichen
- 1:05:42Bibliotheken ans Herz gelegt. Das ist richtig, die seien euch
- 1:05:45ehrlich gesagt immer ans Herz gelegt.
- 1:05:48Ich, ja, ich komme zu meinem Buch, Das ist auch ein Klassiker
- 1:05:52der Antikriegsliteratur, im Grunde sehr, sehr bekannt.
- 1:05:56Ich habe es zu früh gelesen, so, aber ich wollte halt damals
- 1:06:01einfach nicht länger warten und der Titel hat mich so neugierig
- 1:06:04gemacht, ich rede von Joseph Heller und Catch twenty.
- 1:06:08Two Natürlich, Mensch, ja klar, Klassiker und.
- 1:06:14Mir hat. Diese ich, ich, ich will jetzt
- 1:06:17auch gar nicht so wahnsinnig viel drüber erzählen.
- 1:06:19Es ist wirklich lange her, dass ich noch gelesen habe und es
- 1:06:21ist, es ist so absurd, es ist so, so, so absurd und da wir
- 1:06:26jetzt ja schon schlagschrift Nummer 5 nicht noch mal
- 1:06:29reinnehmen konnten, weil wir es ja schon hatten, dachte ich
- 1:06:31wenigstens den Josef Heller, weil weil ich finde, er schafft
- 1:06:36es in so einer ganz kurzen These die Absurdität oder eine der
- 1:06:41Absurditäten des Krieges zusammenzufassen.
- 1:06:44In dem Fall also wir haben in wir haben eine Hauptfigur
- 1:06:51yosarian ja, der im Zweiten Weltkrieg ist, er ist Captain,
- 1:06:58ist Bombenschütze und auf einer italienischen Insel im
- 1:07:04Mittelmeer und und und und er möchte möchte da nicht mehr
- 1:07:10sein. Mal ganz kurz verstehen.
- 1:07:14Dass das absolut verständlich ist und und und.
- 1:07:19Es gibt nicht viele Wege, da rauszukommen.
- 1:07:21Es gibt quasi einmal den Weg durch, durch Krankschreibung
- 1:07:26rauszukommen und einmal durch den Weg soll Erfüllung und der
- 1:07:30Weg soll Erfüllung ist im Grunde hinfällig, weil das soll ständig
- 1:07:35erhöht wird, also es ist einfach nicht möglich, dieses soll zu
- 1:07:37erfüllen und deswegen. Der der Weg Krankschreibung und
- 1:07:41und und. Das ist eigentlich das
- 1:07:42eigentliche, wo dann auch sozusagen dieser dieser Name
- 1:07:44Catch Twenty Two herkommt ist schwierig, also er hat da er
- 1:07:49hatte einen Arzt der eigentlich nur über seine eigenen
- 1:07:53gesundheitlichen Probleme oder sich sich eigentlich nur darüber
- 1:07:56selber sagt Na ja, und man wird nach Hause geschickt, wenn man.
- 1:08:02So schwer psychisch krank ist, dass man nicht mehr an diesem
- 1:08:05Krieg teilnehmen kann. Und dafür muss man selber darum
- 1:08:08bitten, weil das kann ja jetzt kein anderer machen.
- 1:08:10Wenn man aber, und da kommt der Catch der Catch twenty Two, ein
- 1:08:14Spiel, wenn man aber in der Lage ist das zu erkennen und zu
- 1:08:19formulieren, ist man nicht psychisch krank.
- 1:08:22Es ist so großartig. Das ist so eine brillante, ja.
- 1:08:27Idee dieses das so runter zu brechen und und und.
- 1:08:31Absurdität in 2 Sätzen zusammenzufassen, dass ich
- 1:08:36glaube, das muss einfach jeden Anfassen, der der der das liest,
- 1:08:40der das hört, das Klingen kam gerade vom Produzenten, wir
- 1:08:44schimpfen nachher mit ihm. Ja das das ist das, was ich
- 1:08:50sozusagen, das hat ein halbes Buch, weil ich jetzt gar nicht
- 1:08:52so viel mehr darüber reden kann, weil ich mich tatsächlich.
- 1:08:56Wie es dann weitergeht? Nicht so richtig dran erinnere,
- 1:08:58aber das hat mich umgehauen. Es ist brillant.
- 1:09:00Es ist natürlich 1 der Bücher, die auch verfilmt wurden.
- 1:09:05Ich habe das mal probiert, Nein, also ich bin ein großer Freund
- 1:09:08von Verfilmungen, warum nicht also gerade Krieg und Frieden,
- 1:09:11da gibt es ja auch einige Verfilmungen, ich stecke gerade
- 1:09:14in der Bondratschok, heißt da glaube ich, diese russische
- 1:09:18sowjetische Verfilmung aus den Sechzigern, Siebzigern, glaube
- 1:09:20ich, die ja auch den Auslands Oscar gewonnen hat.
- 1:09:23Alter, ich weiß nicht, wie viele Trips der geworfen hat, aber es
- 1:09:25ist unglaublich. Als nächstes gucke ich mir die
- 1:09:28Audrey Hepburn Verfilmung an, die amerikanische Verfilmung,
- 1:09:31Die ist glaube ich sehr viel zugänglicher, aber ich muss
- 1:09:34sagen bei Catch 22 es kommt nicht im geringsten an das Buch
- 1:09:38ran, wenn ihr das Buch noch nicht gelesen habt, dann bitte
- 1:09:43bitte nehmt nicht den Film, lest das Buch.
- 1:09:46Wenn es euch aber reicht, dass ihr von Monique gerade einen der
- 1:09:49wichtigsten Lerninhalte der Literatur bekommen habt, nämlich
- 1:09:52woher kommt dieser Ausdruck? Catch twenty Two?
- 1:09:55Dann seid einfach dankbar, dass Monique das so wunderbar
- 1:09:58zusammengebrochen hat, dass ihr eigentlich sozusagen jetzt mit
- 1:10:03diesem Lerninhalt eigentlich schon nach Hause gehen könnt,
- 1:10:05weil. Das ist das, weil das war mein
- 1:10:07Ziel damals. Ich wollte, also ich hab auch
- 1:10:09gewusst, dass es im amerikanischen so n Ding ist, so
- 1:10:11ausweglose Situationen als Catch twenty Two zu bezeichnen und ich
- 1:10:15wollte das verstehen, damit ich es auch immer anbringen kann,
- 1:10:17nur wenn man das in Deutschland macht, versteht es halt.
- 1:10:21Keiner. Aber ich hatte den gleichen
- 1:10:23Ansatz wie du, als ich es gelesen habe.
- 1:10:24Ich glaube, ich war 18 oder 19 oder so und das war genau dieses
- 1:10:27wo wo kommt das her, ich will das wissen, das ist, das ist
- 1:10:31toll, das ist wirklich ein ganz wichtiges Buch, aber wie immer
- 1:10:34geht es mir jetzt echt so Monique, sobald wir anfangen
- 1:10:37über Bücher zu reden und man denkt vorher, ich habe nichts,
- 1:10:40ich habe kein Buch zu diesen 2 mal gelesen.
- 1:10:43Habe ich überhaupt jemanden? Genau.
- 1:10:44Und dann plötzlich kommen all diese Sachen, das ist
- 1:10:46unglaublich. Also mir fällt gerade ein, ich
- 1:10:49lese jetzt gerade ein Buch, das ist wirklich.
- 1:10:51Ist nicht erwähnenswert. Es ist ne geile Räuberpistole
- 1:10:55und so ne spionagegeschichte und es ist historisch tatsächlich
- 1:10:58sehr liebevoll gemacht, was mir da gefällt ist, dass es aus
- 1:11:01britischer Sicht gemacht ist, dass aber die Deutschen nicht
- 1:11:04dumpfe Deutsche sind, sondern unsere beiden Helden, die
- 1:11:06Spione, Spione sind 2 deutschsprachige, ein Australier
- 1:11:09und ein Amerikaner, die auch deutsch sozialisiert sind und
- 1:11:14das finde ich sehr, sehr schön, dass man sozusagen darauf
- 1:11:16eingeht, dass es auch noch in Anführungsstrichen gute Deutsche
- 1:11:20in der Zeit gab. Da hat mich sehr eindrücklich,
- 1:11:23da sind wir wieder auf der Opferseite, obwohl sie keine
- 1:11:26Opfer sind, sind der Militär und Spione, aber es spielt in London
- 1:11:28und es ist die Zeit der Großen, des Bombenterrors die
- 1:11:33Luftangriffe auf London, Alter, also sowas mal so beschrieben zu
- 1:11:38bekommen, dass man es wirklich auch die simple Seele, die ich
- 1:11:41bin, wirklich mitbekommt, was dort in London abgeht.
- 1:11:45Hat mir wieder mal vor Augen geführt, dass ich verstehe,
- 1:11:48warum die Engländer uns echt Scheiße fanden über Jahrzehnte.
- 1:11:52Was wir dort angestellt haben, was heißt wir, was dort die
- 1:11:55deutsche Armee in den Vierzigern angestellt haben, das geht
- 1:11:58wirklich auf keine Kuhhaut alter, alter, Alter, gut, ich
- 1:12:01meine sie haben es dann mit Dresden auch nicht besser
- 1:12:03gemacht. Ich habe noch ein letztes Buch,
- 1:12:06auf das ich gerne eingehen möchte, und es handelt von einem
- 1:12:09fiktiven Krieg. Es geht also gar nicht um jetzt,
- 1:12:12wir stellen jetzt irgendwie einen bestimmten Krieg dar,
- 1:12:14sondern es geht darum um die universelle Frage nochmal, was
- 1:12:19macht Krieg mit der Zivilbevölkerung und es ist das
- 1:12:24Buch Exit West von einem meiner Lieblingsautoren, den ich aber
- 1:12:29lange nicht mehr gehört habe, irgendwas von dem nämlich einem
- 1:12:31pakistanischen Autor namens Mosin Hamid.
- 1:12:34Schreibt auf Englisch natürlich wie jeder gute pakistanische
- 1:12:38Autor auf Englisch schreibt. Man merkt an der Sprache von
- 1:12:41Hamid, dass er sehr britisch auch in seiner Schreibe geschult
- 1:12:45ist. Also er hat einen sehr
- 1:12:47zugänglichen, leicht distancierten mit einem schönen
- 1:12:51ironischen Untertonstil, und er erzählt.
- 1:12:57Weißt du, man könnte dieses Buch auch eigentlich zum Thema Liebe
- 1:13:00rezensieren. Man könnte dieses Buch zum Thema
- 1:13:02Flucht, wenn wir jemals das Thema Flucht hätten, es ist, es
- 1:13:08ist sozusagen ein Konglomerat an Themen, es spielt in einer
- 1:13:12namenlosen Stadt, lustigerweise dadurch, dass der Hamid
- 1:13:17natürlich für mich Pakistani ist, habe ich dieses Buch auch
- 1:13:21erstmal in eine pakistanische Stadt gesetzt.
- 1:13:24Und dieses Land, in dem diese Stadt ist, versinkt immer mehr
- 1:13:29in einem Bürgerkrieg. Und wir haben 2 junge Menschen,
- 1:13:33Said und Nadja, die beiden Lerneneinander kennen, und es
- 1:13:37beginnt wirklich ne süße, kleine, harmlose
- 1:13:39Liebesgeschichte, wie sie überall sein könnte.
- 1:13:41Es ist also, sie dürfen, es ist noch recht konservativ, die
- 1:13:48Gesellschaft aber nicht so, dass diese beiden jungen Menschen
- 1:13:50sich jetzt nicht kennenlernen und lieben dürften und auch ihre
- 1:13:53Freiheiten genießen dürfen wir. Während wir also dieser wirklich
- 1:13:56ganz leichtfüßigen Liebesgeschichte irgendwie
- 1:13:58zuschauen, merkst du, wie der Krieg, der Bürgerkrieg immer
- 1:14:03näher kommt. Und das ist, finde ich, schon
- 1:14:06literarisch brillant, wie du das merkst.
- 1:14:09Es dräut erst irgendwo in den Nachrichten und dann kommt es
- 1:14:11immer näher, näher, näher. Plötzlich hört man auch
- 1:14:13Flugzeuge, dann hört man die Einschläge, es geht immer, immer
- 1:14:17näher und wir wissen, es wird immer klaustrophobischer für
- 1:14:20unsere Menschen in dieser Stadt. Für uns exemplarisch anhand
- 1:14:23dieses Liebespaars. Wir sind irgendwann natürlich
- 1:14:27dann in der Ausnahmesituation, man kommt nicht mehr raus, also
- 1:14:30sie haben auch zu lange in dieser Stadt ausgeharrt und
- 1:14:32gehofft, es wird schon alles gut gehen, als dass sie noch
- 1:14:34irgendwie über den normalen Weg hätten abhauen können aus der
- 1:14:36Gefahrenzone, und wir erleben also erstmal, was eigentlich
- 1:14:41diese Ausnahmesituation der Angst um Leib und Leben zu
- 1:14:47haben, diese Gefahrensituation, wir sind jetzt lange noch nicht.
- 1:14:50Wie in diesem Lager in Sri Lanka.
- 1:14:53Aber wir wissen schon okay hier kann es auch nach hinten
- 1:14:55losgehen. Was macht das mit diesen beiden,
- 1:14:59sehr unterschiedliche Sachen, er besinnt sich mehr auf Tradition
- 1:15:05und Familie und sozusagen auf die Sicherheiten, die er von
- 1:15:08früher kennt, um darin seine Sicherheit zu suchen, sie
- 1:15:12wiederum wird. Immer freier und sieht, dass
- 1:15:16diese Sicherheiten in Anführungsstrichen, die sie
- 1:15:18eigentlich nur eingeschränkt haben, im Gegensatz zu ihm, dass
- 1:15:21die ihr jetzt auch gar keine Sicherheit geboten haben, wie es
- 1:15:23ihr versprochen wurde. Dann kann sie auch frei sein,
- 1:15:25dann kann sie auch abenteuerlich sein, also die beiden leben sich
- 1:15:29ein bisschen schon von Anfang an auseinander, sobald es da
- 1:15:32sozusagen unter Druck gerät und dann passiert was Tolles, das
- 1:15:37liebe ich ja, das kennst du ja auch an mir.
- 1:15:39Plötzlich kommt Mosin Hamid, was er bislang eigentlich noch gar
- 1:15:41nicht gemacht hat, auf die Idee. Sprenkeln wir doch mal einen
- 1:15:45hauchmagischen Realismus in diese Geschichte und erfinden
- 1:15:48wir einfach, dass plötzlich überall in der Welt sich Türen
- 1:15:51auftun, schwarze Türen und du gehst durch diese Tür und du
- 1:15:55landest irgendwo in der Welt und weißt aber nicht vorher, was
- 1:15:58okay und wir landen also plötzlich von dieser
- 1:16:00Kriegsgeschichte in einer Fluchtgeschichte, und zwar ohne.
- 1:16:05Auf die Flucht selber einzugehen, also diese
- 1:16:08dramatischen Fluchtgeschichten, die auch wichtig sind, aber das
- 1:16:11interessiert in diesem Falle den Autoren nicht, sondern es geht
- 1:16:14ihm darum, was passiert eigentlich, wenn plötzlich
- 1:16:17Menschen von irgendwo überall hin fliehen können, was passiert
- 1:16:22mit den Gesellschaften, wo diese Menschen hinfliehen, also was
- 1:16:25sind die Reaktionen auf plötzlich weltweite
- 1:16:28globalisierte Fluchtbewegungen, und das finde ich insbesondere
- 1:16:32in unserer jetzigen Zeit wirklich, wirklich sehr, sehr
- 1:16:34spannend, denn das. Ist das ja, was die gesammelte
- 1:16:38Welt, und davon ist jetzt nicht nur Europa betroffen, sondern
- 1:16:41wirklich jeder Kontinent dieser Welt ist davon betroffen.
- 1:16:44Wie gehen Gesellschaften um mit diesen plötzlichen Bewegungen
- 1:16:48und Flucht, Richtungen und. Unsere beiden natürlich passiert
- 1:16:57als allererstes, dass sobald so eine schwarze Tür entdeckt wird,
- 1:17:00gibt es auch jemanden, der sich vor diese Tür stellt und sagt, 5
- 1:17:03Mark Bitte ist natürlich das allererste, was geschieht ist.
- 1:17:08Wie kann ich finanziell davon profitieren, so ist und bleibt
- 1:17:12der Mensch und unsere beiden flüchten erstmal landen, sie
- 1:17:17wissen ja nicht wohin sie landen, also erstmal auf Mykonos
- 1:17:19glaub ich, also zumindest ne griechische Insel.
- 1:17:22Das ist aber so, da landen sie in einem Flüchtlingslager, wie
- 1:17:25wir sie jetzt auch aus den Beschreibungen der letzten Jahre
- 1:17:29kennen. Es ist, es ist klar, man muss
- 1:17:32jetzt keine Angst mehr um Leib und Seele haben, aber um Leib
- 1:17:35und Leben, aber um seine Seele schon so rum war es, also es ist
- 1:17:38kein Zustand dort zu sein, aber auch dort gibt es ja schwarze
- 1:17:41Türen und sie fliehen weiter und sie landen in London, und dort
- 1:17:47erleben Sie eine Gesellschaft. Die am Rande entweder ihre
- 1:17:53Aufnahmekapazitäten oder einfach ihre Toleranz ist.
- 1:17:55Und sie leben eine. Sie erleben eine Gesellschaft,
- 1:17:59die immer mehr gegen diese Flüchtlings Bewegungen
- 1:18:04eingestellt ist, die aber andererseits keine Möglichkeit
- 1:18:08haben, wie in der realen Welt, so sie denn wollten,
- 1:18:11Flüchtlingsbewegungen zu unterbinden, zumindest in ihr
- 1:18:14eigenes Land, denn diese Türen tauchen einfach überall auf.
- 1:18:17Und das ist sozusagen natürlich kein Leben für für dieses Paar
- 1:18:24oder für alle Flüchtlinge. Wenn du in einem Land landest,
- 1:18:26das dir einfach grundsätzlich extrem negativ und feindlich
- 1:18:29gegenüber eingestellt ist. Und also fliehen sie wieder
- 1:18:33durch die nächste Tür. Es ist also eine endlose Flucht,
- 1:18:36und diese Flucht bringt sie nach Kalifornien, und das finde ich
- 1:18:40sehr schön bei Hamid, dass er uns nicht in eine
- 1:18:43Hoffnungslosigkeit lässt, sondern.
- 1:18:45Sie landen dort in einer Gesellschaft, die probiert mit
- 1:18:50mit ja, Gott mit Humor jetzt nicht, aber mit mit Fantasie
- 1:18:54irgendwie dieser Situation zu begegnen und neue Formen des
- 1:18:57Zusammenlebens auszuprobieren. Also was wir können jetzt der
- 1:19:00Situation nicht mehr entfliehen, überall kann jeder überall hin,
- 1:19:03wie können wir jetzt überhaupt zusammenleben, was mit den
- 1:19:07beiden selber dann passiert das Ganze.
- 1:19:10Hamid existiert, Exerziert dieses Leben der beiden auch bis
- 1:19:14ins hohe Alter durch. Wie die beiden miteinander
- 1:19:18umgehen und so weiter, das will ich jetzt gar nichts bollern und
- 1:19:20das ist noch mal seine eigene Geschichte, was also im Leben
- 1:19:23der beiden passiert, aber abgesehen davon, dass es wie
- 1:19:26gesagt als Liebesgeschichte oder gescheiterte Liebesgeschichte
- 1:19:29und als Fluchtgeschichte zu lesen ist.
- 1:19:31Für mich war das beeindruckende, und das ist ja immer das, wie
- 1:19:35man selber als Leser etwas wahrnimmt.
- 1:19:37Was nimmt man mit aus dem Buch, was ich mitgenommen habe, ist
- 1:19:40diese Kunst, wie er es schafft zu beschreiben, wie ein Krieg
- 1:19:45immer näher kommt, wie Menschen träge sind und einfach wider
- 1:19:49besseren Wissens einfach darauf hoffen, na, da ist ja alles noch
- 1:19:54mal, also wird ja alles gut gehen, ne, und wie es einfach
- 1:19:56nicht gut geht. Und das finde ich beeindruckend,
- 1:20:01wie man das schriftstellerisch hinbekommt.
- 1:20:04Immer mehr Dichte in eine Geschichte zu führen.
- 1:20:07Also dass du selber als Leser und als Leserin nicht
- 1:20:13körperlich, in diesem Falle, wie es in anderen Büchern war, die
- 1:20:15ich heute besprochen habe, sondern dass du seelisch
- 1:20:20nachvollziehen kannst, nachempfinden kannst, was mit
- 1:20:24Menschen passiert, deren Situation immer.
- 1:20:27Immer, immer, immer auswegloser wird.
- 1:20:30Und dass sie trotzdem probieren, Ihre Menschlichkeit zu behalten.
- 1:20:36Und das in einer Situation, wie gesagt, nichts verglichen zu
- 1:20:39dieser Situation. In dem Buch aus Sri Lanka, wo
- 1:20:42wirklich Menschlichkeit zu behalten schon mehr ist, als du
- 1:20:44eigentlich verlangen kannst, ist es hier so, dass zumindest noch
- 1:20:49mit Lösungsansätzen gearbeitet wird, was ich sehr, sehr, sehr
- 1:20:52schön finde und ich hoffe, von diesem Autoren demnächst mal
- 1:20:55wieder was Neues zu lesen. Was für eine krasse Idee.
- 1:20:59Ja ne, ja und auch dieses. Es wurde auch kritisiert und das
- 1:21:04finde ich immer so so lustig. Was heißt lustig, skurril, er
- 1:21:08wurde dafür kritisiert, dass er nicht auf die furchtbaren
- 1:21:12Schwierigkeiten einer Flüchtlingsgeschichte eingeht
- 1:21:15und denkt, ja, das war auch nicht sein Ziel, also hätte er
- 1:21:18jetzt eine reale Flucht über Wasser oder Land beschrieben und
- 1:21:20das schlecht gemacht, das kann man kritisieren, wenn aber einer
- 1:21:23es gar nicht erst macht. Weil es ihm gar nicht darum
- 1:21:26geht. Er will ja keine Geschichte über
- 1:21:28die Furchtbarkeit der Flucht erzählen, er will eine
- 1:21:30Geschichte erzählen, was in Gesellschaften in der Welt
- 1:21:33passiert, wenn plötzlich überall jeder sein kann.
- 1:21:36Und, und und. Er kommt ja da so viel besser
- 1:21:39hin, weil er die ganze Debatte, also was kann quasi gegen die
- 1:21:42Flucht unternommen werden, rauslässt.
- 1:21:44Genau rauslässt. Eine tolle Idee.
- 1:21:46Und, und diese Willkürlichkeit einbaut, dass diese Türen
- 1:21:49einfach auftauchen. Niemand kann irgendwas dagegen
- 1:21:51tun nach dem, was du jetzt erzählt hast.
- 1:21:53Und man muss trotzdem mit den Folgen leben, finde ich.
- 1:21:55Finde ich brilliant. Fantastisch, irgendwie
- 1:21:57unglaublich toller Kunstgriff. Und das ist natürlich, da sind
- 1:22:00wir wieder, aber ich liebe ja auch wirklich, dass wenn man es
- 1:22:03Sujet nennen darf, diesen magischen Realismus, wenn du
- 1:22:06einfach als Hilfsmittel so etwas nimmst, um eine Geschichte zu
- 1:22:11erzählen, die du sonst eben nicht erzählen könntest.
- 1:22:13Was für ein wunderbarer Kunstgriff und zumindest ein.
- 1:22:22Verhalten optimistisches Ende. So viel Geld.
- 1:22:25Ich wollte gerade sagen, dass dass, dass du das noch geschafft
- 1:22:28hast, dieses Buch ans Ende unserer Folge zu stellen, das
- 1:22:33ist auch ein sehr, sehr guter. Kunstgriff, ich danke dir.
- 1:22:40Kurz haben wir eigentlich ein Buch fürs Bett.
- 1:22:46Apropos, Ich habe. Ich habe einen Aufruf.
- 1:22:51Liebe Freunde, also ich und ich denke im Zweifelsfalle Monique
- 1:22:56auch, sind uns nie zu schade ein Buch fürs Bett zu empfehlen,
- 1:23:00denn da können wir in Hülle und Fülle noch mal über irgendein
- 1:23:03Buch ohne thematische Eingrenzung einfach reden.
- 1:23:06Also ihr müsst kein schlechtes Gefühl haben, wenn ihr es nicht
- 1:23:09macht, aber wir würden uns so sehr freuen, denn sowohl Monique
- 1:23:14als auch ich wissen, dass auch ihr gute Bücher lest.
- 1:23:17Auch ohne unsere Hilfe. Das ist das Schöne an euch,
- 1:23:20liebe Hörer und Hörerinnen, und wenn ihr ein Buch habt, von dem
- 1:23:23ihr meint, das möchte ich gerne anderen Menschen näherbringen,
- 1:23:27denn das ist ein so wunderbares Stück und das kann man so
- 1:23:30herrlich im Bett lesen. Nehmt eine Sprachnachricht auf
- 1:23:34und schickt sie uns. Es gibt e Mail Adressen, wohin
- 1:23:36man das schicken kann und ihr werdet euch wirklich jetzt am
- 1:23:39Bauch kitzeln und sagen, wo steht denn diese e Mail Adresse
- 1:23:43in den Shownotes natürlich. Das ist ne Überraschung.
- 1:23:46Also wenn ihr ein Buch fürs Bett habt.
- 1:23:49Dann schickt uns ne kurze Sprachnachricht.
- 1:23:52Wir freuen uns sehr, dass dann in diesem Podcast laufen zu
- 1:23:55lassen. Wenn ihr aber eurer eigenen
- 1:23:56Stimme nicht traut, ihr könnt uns gerne auch einfach einen
- 1:23:59Text schreiben mit eurer Kurzrezension oder Empfehlung
- 1:24:02dieses Buches und dann wird entweder Monique mit ihrer
- 1:24:06zauberhaften Stimme oder ich mit dieser alten, hexenschnarrenden
- 1:24:10Stimme. Werden das dann auch vorlesen
- 1:24:18können. Jetzt aber kommen wir zum
- 1:24:22tatsächlichen Buch fürs Bett an diesem heutigen Tag.
- 1:24:28Ich würde heute mal ein Buch in die Runde, ich würde heute mal
- 1:24:31ein Buch ins Bett werfen und es ist, es ist wirklich völlig
- 1:24:35abseits vom Thema und es ist eher n viel gut Buch, das wir
- 1:24:41vielleicht auch einfach alle jetzt gerade gebrauchen können
- 1:24:44und was sich wirklich, was sich gut im im im Bett liest, und das
- 1:24:48ist ne ne ne tolle Autorin und ich glaube das ist ihr erster
- 1:24:53Roman gewesen, inzwischen hat sie noch mehr geschrieben, ich
- 1:24:55rede von Julia Karnick und dem Buch.
- 1:24:57Am liebsten sitzen alle in der Küche.
- 1:25:00Fantastischer Titel. Fantastischer Titel, ein sehr
- 1:25:03wahrer Titel. Jeder, der eine Küche hat, in
- 1:25:05der man sitzen kann, weiß, dass es so ist und jeder, der eine
- 1:25:08Küche hat, in der man nicht sitzen kann, vermisst sie.
- 1:25:13Es ist ein Buch, um eine Gruppe von Frauen, 3 Frauen, alle so um
- 1:25:17die 50, die sich unter veränderten Lebensbedingungen
- 1:25:22kennenlernen, die alle aus ganz unterschiedlichen.
- 1:25:26Lebensrealitäten kommen aus unterschiedlichen
- 1:25:28Vergangenheiten und auf den ersten Blick nicht so viel
- 1:25:32miteinander gemeinsam haben aber eben dann diese Gemeinsamkeiten
- 1:25:35miteinander entdecken. Also da ist zum Beispiel eine
- 1:25:38alleinerziehende Urologin, das ist jetzt auch nicht so der, der
- 1:25:43der, der die typische Hauptfigur mit einem pubertierenden Sohn,
- 1:25:47dann gibt es eine frisch getrennte Hausfrau und
- 1:25:52Mehrfachmutter sowieso ein bisschen so ein Gegenentwurf.
- 1:25:55Zu der, zu der Urologin und eine sehr erfolgreiche Werberin und
- 1:26:01alle diese 3 Frauen sind vom gleichen Mann reingelegt,
- 1:26:07betrogen worden. Wie auch immer man es nennen
- 1:26:08möchte, auf ganz unterschiedlichen Ebenen, und
- 1:26:11das finden Sie sozusagen raus und finden dafür auch eine
- 1:26:14Lösung. Sehr schön genau, also es macht,
- 1:26:17es ist ein Buch, das tatsächlich einfach viel Spaß macht und man
- 1:26:22kommt auch super rein, wenn man dann irgendwie sagt, so okay ich
- 1:26:25bin. Noch mehr Spaß und dann schlafe
- 1:26:27ich nicht, sondern ich lege es jetzt zur Seite und lese morgen
- 1:26:29weiter. Dafür ist es prima und ja
- 1:26:33Empfehlung von mir vielen. Vielen dank, Monique, das ist
- 1:26:37das klingt nach einem Riesenspaß, und es klingt vor
- 1:26:39allen Dingen nach einem meiner Lieblingsfilets nämlich Rache.
- 1:26:43Und gut ausgeführte Rache. Ich kenne kaum was
- 1:26:46Befriedigenderes als das. Da kündigt sich doch ein neues
- 1:26:49Podcast Thema. Richtig super.
- 1:26:53Dann bleibt mir nichts anderes übrig, als wie immer dir zu
- 1:26:56danken für diese wunderbare, sagen wir mal 20 Minuten, die
- 1:27:00wir hier miteinander verquatscht haben. 22 Minuten ich sehe götz,
- 1:27:04er sagt 24, na gut. Und freue mich sehr darauf, dich
- 1:27:10in 2 Wochen wieder sowohl zu quatschen als auch hören zu
- 1:27:13dürfen. Ich freue mich auch sehr darauf
- 1:27:15und vielen, vielen dank Kurt für diesen diese diese schöne halbe
- 1:27:20Stunde heute. Und natürlich auch danke an
- 1:27:24euch, liebe Hörerinnen und Hörer, dass ihr es bis zum Ende
- 1:27:27dieser Folge mit uns durchgehalten habt.
- 1:27:30Und wir freuen uns, wenn auch ihr in 2 Wochen wieder mit uns
- 1:27:35ins Bett hüpft. Bis dann ciao im Bett mit Buch
- 1:27:44ist eine Produktion von irgendwas ist immer Konzept und
- 1:27:48Produktion. Götz Gring Mutalma Redaktion und
- 1:27:51Host Moni, Lukas und Kurt von Hammerstein.