Latest / ntv Wirtschaft / Öl-Chaos lässt grüßen: Emirate verlassen OPEC – und ein Konzern verdient in der Krise kräftig
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- Die Vereinigten Arabischen Emirate verlassen die OPEC und verschärfen damit die Unruhe am Ölmarkt. Und während Verbraucher und auch die meisten Unternehmen besorgt auf die Energiepreise gucken, meldet ein Ölriese einen kräftigen Gewinnsprung. Außerdem, auf deutschen Baustellen stirbt an jedem vierten Werktag ein Mensch. Und in der EU gilt ab heute auch für neue Laptops. Laden nur noch mit USB-C. Hallo. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Wir starten heute mit einem Paukenschlag am Ölmarkt. Die Vereinigten Arabischen Emirate treten zum 1. Mai aus der OPEC und auch aus dem erweiterten Verbund OPEC Plus aus. Das melden staatliche Medien. Für die Öl-Allianz ist das ein schwerer Rückschlag. Denn mit den Emiraten verliert sie ein langjähriges Mitglied. Und das ausgerechnet inmitten des Iran-Kriegs und der Energiekrise. Die Emirate hatten arabischen Nachbarn zuletzt vorgeworfen, sie nicht genug vor iranischen Angriffen zu schützen. Für US-Präsident Trump ist der Austritt dagegen ein Erfolg. Er wirft der OPEC seit langem vor, durch künstlich hohe Ölpreise den Rest der Welt zu belasten. Die Nachricht sorgt trotzdem erstmal vor allem für noch mehr Verunsicherung. Autofahrer bekommen an den Tankstellen eh schon schlechte Laune, aber in der Zentrale von BP dürfte die Stimmung eine andere sein. Denn der britische Ölkonzern legt zum Jahresauftakt deutlich zu. Das bereinigte Ergebnis schießt im ersten Quartal auf 3,2 Milliarden Dollar. Vor einem Jahr, da sind es noch 1,4 Milliarden gewesen. Ein Grund ist das phänomenale Ölgeschäft. BP profitiert hier von den gestiegenen Preisen nach Irans Sperrung der Straße von Hormuz. Und betreibt selbst nur vergleichsweise kleine Anlagen in Nahost. Man leidet also weniger unter den kriegsbedingten Produktionskürzungen als die Konkurrenz, kann die gestiegenen Preise aber mitnehmen. Obwohl BP durch den Krieg etwas weniger Öl fördert, sprudeln die Gewinne. Und gerade erst wurde ja bekannt, dass die Margen der Konzerne durch die neue 12-Uhr-Tank-Regel gestiegen sind. Die Diskussion um eine Übergewinnsteuer ist damit noch nicht vom Tisch. Wie sinnvoll wäre die? Mara Bergmann hat darüber mit dem Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung gesprochen. Marcel Fratscher. Herr Fratscher, wir Autofahrer zahlen drauf und ein Mineralölkonzern macht sich die Taschen voll. Das ist zumindest der Eindruck, der da jetzt bei vielen entsteht. Wäre aus Ihrer Sicht eine Übergewinnsteuer sinnvoll? Also eine temporäre Sondersteuer bei außergewöhnlich hohen Gewinnen von Unternehmen? Wie sehen Sie das? Ja, eine solche Übergewinnsteuer ist gerechtfertigt. Denn wir sehen es, und wir haben es ja eben auch im Beitrag gehört, dass die Gewinne der Mineralölkonzerne durch die Decke schießen. Heißt konkret, die Preise steigen in den Weltmärkten. Und die Mineralölkonzerne sagen sich, naja, die Verbraucher, die können gar nicht so genau unterscheiden. Sind wir das jetzt, die Unternehmen? Oder ist das der Krieg im Iran, der die Preise hochtreibt? Und sie nutzen das eben, um die Preise nochmal stärker zu erhöhen. Das Problem bei der Übergewinnsteuer liegt darin, wie misst man genau die zusätzlichen Gewinne? Wie kommt man da genau ran? Also prinzipiell ist es richtig, auch wenn der Teufel sicherlich im Detail liegt, also wie man es genau umsetzen kann. Wäre diese Übergewinnsteuer denn ein geeignetes Mittel, damit die Spritpreise wiederum schrumpfen? Nein, man muss ehrlich sein, dass der größte Teil dieses starken Preisanstiegs nicht durch die Übergewinne der Unternehmen oder die zusätzlichen Preissteigerungen der Unternehmen zustande kommt, sondern wirklich dem Krieg im Mittleren Osten geschuldet ist und der Unsicherheit und der Tatsache, dass wir eben weniger Gas und Öl beziehen. Also, für die Autofahrer zu glauben, Übergewinne zu besteuern, würde die Preise senken, das ist falsch. Man würde lediglich, der Staat würde sagen, wir nehmen eben den Mineralkonzern ein Stück weit Gewinne, die sie gemacht haben, wieder weg und können diese Gelder dann nutzen, um das an die Menschen in Deutschland umzuverteilen. Und da liegt genau der Schlüssel. Also, wenn man eine Übergewinnsteuer einführen will, und ich halte das für richtig und auch für machbar, dann muss man eben auch sagen, wie man dieses Geld verteilt. Und es sind ja nicht nur die Autofahrer, die betroffen sind. Es sind auch Menschen, die höhere Lebensmittelpreise zahlen müssen. Und gerade in Bezug auf Menschen mit wenig Einkommen ist das eine deutlich wichtige Priorität, also die Menschen bei den Lebensmitteln zu entlasten. Also wenn man A sagt, muss man auch B sagen. Und ich würde mir von der Bundesregierung wünschen, dass sie auch sagt, wie sie die Menschen gezielt und konkret entlasten will. An der Zapfsäule sind die Preissteigerungen natürlich besonders spürbar, besonders deutlich und besonders gut zu erkennen und zu messen. Jetzt ist die 12-Uhr-Regel gescheitert, das zeigt zumindest eine aktuelle Studie. Was könnte denn jetzt der neue Tankrabatt ab dem 1. Mai, also ab Freitag, bringen? Was denken Sie? Wir sollten keine zu hohen Erwartungen an den Tankrabatt schüren. Das hatten wir auch schon vor 2022. Damals war die Erfahrung, dass Mineralölkonzerne auch hier einen Teil dieser Entlastung mitnehmen, heißt die Preise dann nochmal ein Stück stärker erhöhen werden. Deshalb ist das Geld nicht gut ausgegeben. Ich würde mir wünschen, dass die Bundesregierung von einem Tankrabatt abzieht. Sie hat es nun beschlossen, sie wird es umsetzen, aber es wird wenig effektiv sein. Es wird den Mineralölkonzernen zugutekommen und auch ganz wichtig, Es wird negative Konsequenzen für alle anderen haben, die diese Entlastung nicht erhalten. Weil wir müssen Energie sparen, wir müssen weniger Öl und Gas verbrauchen. Und eine solche Subvention muss eben steuerlich dann vor allem allen anderen mitbezahlt werden und übt dann eben auch Druck auf andere aus, mehr Energie einzusparen. Sagt Marcel Fratscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Besten Dank nach Berlin. Sehr gerne. Von den Milliarden im Ölgeschäft jetzt zu einer Zahl, die erstmal viel leiser daherkommt, aber trotzdem schlimm ist. Auf deutschen Baustellen stirbt im Schnitt an jedem vierten Werktag ein Mensch. Das zeigen neue Zahlen der Berufsgenossenschaft und der Industriegewerkschaft Bauen Agrarumwelt. 74 Menschen waren es, die vergangenes Jahr durch Arbeitsunfälle auf dem Bau oder in baunahen Dienstleistungen ums Leben kamen. Immerhin vier weniger als im Jahr zuvor. Aber eine echte Trendwende sieht wohl anders aus. Außerdem kamen noch ganze 400 Menschen dazu, die infolge von Berufskrankheiten verstarben. Also zum Beispiel, weil sie früher viel mit Staub oder Asbest gearbeitet haben. Die Arbeitnehmervertreter rufen Beschäftigte auf, gefährliche Situationen auf der Arbeit nicht einfach hinzunehmen. Viele tödliche Unfälle seien vermeidbar. Und Arbeitsschutz ist Chefsache, betont der Vorsitzende der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, Matthias Neuser. Er war bei Jörg Böker im NTV-Interview. Vier Tote weniger als 2024, Herr Neuser. Ist das ein guter Trend? Wie schätzen Sie die Zahlen ein? Es ist eine schwankende Zahl. Vier können im nächsten Jahr ganz locker wieder dazukommen, ohne dass es da großer Sonderentwicklung bedarf. Warum sterben überhaupt noch Menschen auf Baustellen? Reichen die aktuellen Sicherheitsvorkehrungen nicht aus? Da gibt es die Grundsätze, die schon seither immer wieder gelten. Mache ich mal eben oder haben wir schon immer so gemacht oder das muss noch mal schnell fertig werden. Und dabei kommt es immer wieder zu Situationen, die gefährlich sind und dann zu Arbeitsunfällen führen. Wir hatten im vergangenen Jahr immerhin fast 90.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle, viele davon schwer. Und bei einer nicht unerheblichen Zahl dürfte es nur knapp an einem tödlichen Arbeitsunfall vorbeigegangen sein. Herr Nosser, welche Rolle spielen denn Zeit und Geld beim Thema Sicherheit? Eine große Rolle. Das Thema Zeit ist immer auch in der Bauwirtschaft ein Riesenproblem. Baustellen sollen schnell fertig werden. Der Druck auf die Beschäftigten im Baugewerbe und in Baunahendienstleistungen ist sehr hoch. Da Baustellen schnell fertig werden sollen, Verzögerungen vermieden werden müssen und dementsprechend die Menschen zusehen müssen, dass sie durchkommen. Kann man sagen, dass wenn mehr gebaut wird, auch mehr Menschen sterben? Das würde ich so jetzt nicht sagen. Da kommt es sicherlich darauf an, wie gut die Menschen in Arbeitsschutz unterrichtet sind. Deshalb legen wir großen Wert darauf, als Berufsunlosenschaft genauso wie als Gewerkschaft, dass ordentliche Unterweisungen auf den Baustellen durchgeführt werden, um die Beschäftigten auf die entsprechenden Gefährdungen hinzuweisen und sie zu sensibilisieren, genau diese gefährlichen Situationen zu vermeiden. Herr Noßer, wenn dieser Beruf so gefährlich ist, wie das ja auch hier die Zahlen belegen, warum sollten sich junge Menschen trotzdem für diesen Beruf entscheiden? Ich glaube schon, dass es ein interessanter Job ist, auf dem Bau oder in den bauenden Dienstleistungen zu arbeiten. Man kann kreativ sein. Ist auf jeden Fall am Ende immer zu sehen, was man geschaffen hat. Wenn Sie sich mit älteren Bauarbeitern unterhalten, die können Ihnen sehr oft zeigen, was an tollen Bauwerken Sie geschaffen haben. Und das erfüllt die Menschen dann auch mit Stolz. Herr Neuser, herzlichen Dank nach Würzburg für das Gespräch und für die Zeit, die Sie uns geschenkt haben. Vielen Dank, ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag. Zum Schluss jetzt noch ein deutlich leichteres Thema und wohl auch ein ganz schön praktisches für viele. Es geht ums leidige Laden unserer vielen Elektrogeräte. Ab heute müssen nämlich auch alle neuen Laptops in der EU einen USB-C-Anschluss zum Laden haben. Für Smartphones und andere kleinere Geräte gilt das schon seit Ende 2024. Das Ziel? Weniger Kabelsalat für alle zu Hause. Und weniger Elektroschrott. Bis hierhin war es schon ein ganz schön langer Weg. Seit, Achtung, 2009 wird schon über einheitliche Kabel diskutiert. Durch die neue EU-Regel sind Laptop-Hersteller jetzt auch verpflichtet, ihre Geräte ohne Netzteil anzubieten. Wer also eins braucht, sollte genau auf die Verpackung gucken. Und überhaupt heißt es ab sofort genau hinschauen. Denn auch nicht jedes USB-C-Kabel ist gleich. Der Stecker passt zwar immer, aber die Kapazität der Stromübertragung eben nicht. Ein Standardkabel fürs Handy lädt einen Laptop oft gar nicht oder nur sehr langsam. Dafür braucht es dann schon mehr Watt. Also, mit einem einzigen Kabel für alle Geräte geht's nach wie vor nicht. Naja, wäre auch zu einfach gewesen, oder? Aber immerhin, zwei oder drei Kabel dürften bald in vielen Haushalten reichen. Damit beenden wir unseren Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, in TV oder hier im Podcast.