Latest / Gegen den Strom / „Die Freiheit von Jacques Baud ist unsere Freiheit“ – Aufruf zur Solidarität mit Jaques Baud
Transcript
- 0:09Gegen den Strom vor Ort guten Tag, meine sehr verehrten Damen
- 0:15und Herren, herzlich willkommen, dass sie da sind.
- 0:17Ich danke Ihnen sehr, dass wir hier über unser Anliegen heute
- 0:21mit Ihnen ins Gespräch kommen können.
- 0:25Wir möchten Ihnen heute einen Aufruf zur Unterstützung des
- 0:30sanktionierten ehemaligen Offiziers der Schweizer Miliz,
- 0:34Jacques Beau, vorstellen. Wir, das ist Saim Dadelon vom
- 0:39Bundesvorstand des DSW und Laura von Wimmersperg von der Berliner
- 0:44Friedenskoordination Mein Name ist Patrick Baab, Ich bin
- 0:47Polizist. Ich möchte ein paar Worte zu
- 0:51Jabo sagen und unser Anliegen umreißen.
- 0:56Jabo ist dein ehemaliger Schweizer Offizier, er war
- 1:01Angehöriger des Schweizer Generalstabes, er hat für den
- 1:05strategischen Nachrichtendienst der Schweiz gearbeitet, er hat
- 1:09seinem Land gedient bei Einsätzen für die Vereinten
- 1:12Nationen, die Nato und die OSZE, unter anderem in der Ukraine und
- 1:18im Sudan, er. Er hat keine Straftat begangen,
- 1:22begangen, was ihm vorgelegt zur Last gelegt wird.
- 1:26Das ist, er verbreite russische Narrative Jabo ist heute als
- 1:31Publizist tätig, ich habe fast alle Bücher von ihm gelesen.
- 1:37Und ich habe die Realitätsprobe vor Ort gemacht.
- 1:40Ich war des öfteren im Kriegsgebiet und ich kann ihnen
- 1:42sagen, was er schreibt, weicht von der Realität in den für mich
- 1:47überprüfbaren Punkten jedenfalls nicht ab.
- 1:50Er kritisiert selbstverständlich auch die westliche Propaganda,
- 1:56er greift dabei ausschließlich auf westliche und nicht auf
- 2:01russische Darstellungen zurück. Insoweit sind die Vorwürfe, die
- 2:06ihm zur Last gelegt werden, absurd und unzutreffend.
- 2:10Er verbreitet eben keine russische Propaganda.
- 2:15Der zweite Punkt, den wir kritisieren, das ist, dass diese
- 2:20Sanktionierung von insgesamt 59 Personen extralegal ist und
- 2:28damit die Rechtsordnung und die Rechtsstaatlichkeit vollständig
- 2:33aushebelt. Es gibt kein Gerichtsverfahren
- 2:39gegen Jacques Beau. Er hat keine Gelegenheit einer
- 2:42Anhörung gehabt. Es gibt de facto keine Beweise,
- 2:47es ist eine rein politische Entscheidung, die, die hier
- 2:51vorliegt, die Vorwürfe, die gegen ihn erhoben werden, sind
- 2:54durchweg vage und reine politische Setzungen, dagegen
- 2:59wenden wir uns. Denn es geht in dieser
- 3:02Diskussion, meine Damen und Herren, nicht nur um Jacques
- 3:06Beau. Das sollen wir glauben, es geht
- 3:08um sie, es geht um uns alle, es geht darum, Kritiker des
- 3:15Kriegskurses, der Europäischen Union und auch der
- 3:18Bundesrepublik Deutschland einzuschüchtern, es geht darum,
- 3:22durch die Erzeugung von Angst. Vorauseilenden Gehorsam bei
- 3:27allen Bürgerinnen und Bürgern zu erzwingen.
- 3:31Ich bitte jetzt Laura von Wimmersberg weiter auszuführen.
- 3:36Danke. Ja, ich freue mich auch, dass
- 3:39wir die Möglichkeit haben, zu diesem wirklich unglaublichen
- 3:43Thema uns zu äußern und ich habe die Augen übernommen, darüber zu
- 3:48sprechen, was es heißt, sanktioniert zu sein.
- 3:52Man muss sich vorstellen. Man geht irgendwo hin und will
- 3:56bezahlen, kann nicht bezahlen, weil die Karten gesperrt sind.
- 4:01Man versucht es mit einer anderen Karte noch mal oder man
- 4:06kriegt die Krankenkasse gesperrt, wie es bei passiert
- 4:10ist. Es sind alle Verträge mit den
- 4:16lebenswichtigen Organisationen, also zum Beispiel mit der
- 4:20Telekom oder mit den. Strom und Wasserinstitutionen es
- 4:25wird alles. Die Miete kann kann nicht mehr
- 4:28bezahlt werden, also muss man damit rechnen, dass man irgendwo
- 4:31anders unterkommen muss. Man kann aber auch nicht in
- 4:33einem Obdachlosenheim unterkommen, auch das ist
- 4:36unmöglich, es ist etwas, was das ganze Leben überhaupt unmöglich
- 4:41macht, diese Unverschämtheit in der Begründung, die du genannt
- 4:46hast, die keine Begründung ist, das ist.
- 4:50Im Grunde genommen so gesetzeswidrig, dass also die
- 4:53Empörung darüber bei mir sehr, sehr groß war.
- 4:57Gleich am Anfang schon, als es im Sommer deutlich wurde und ich
- 5:01gedacht habe, man muss was tun, aber ich freue mich jetzt, dass
- 5:03wir zusammengefunden haben, dass wir diesen Schritt machen
- 5:08können, sagt an einer Stelle, dass die Sanktionierung für ihn
- 5:14schlimmer wäre als einen Gefängnisaufenthalt.
- 5:18Und dieser Gedanke ist eigentlich sehr plastisch und
- 5:21zeigt, was im Grunde genommen mit den Menschen gemacht wird.
- 5:25Ich denke, dass man diese, diese, ja menschenverachtende,
- 5:34diesen menschenverachtenden Umgang keinerlei Möglichkeit zu
- 5:38geben, sich zu äußern. Florian Warbeck hat in einem
- 5:42Gespräch mitgewirkt von Michael von der Schulenburg.
- 5:47Im Rahmen der EU, womit Juristinnen gesprochen worden
- 5:54ist, die gesagt haben, auch sie haben keine Adresse, an die sie
- 5:57das richten können. Inwieweit das stimmt, weiß ich
- 6:00nicht, aber wenn das so ist, ist das unglaublich, wenn man
- 6:04sozusagen in eine Situation geworfen wird, die wie eine wie
- 6:08ein Gefängnis um einen herum ist und man sich absolut nicht
- 6:11äußern kann, das, was ihnen genommen wird, denen, die
- 6:14sanktioniert sind. Das ist so, dass man am Leben
- 6:17nicht mehr teilnehmen kann, und das ist eine unglaubliche Härte
- 6:22und Brutalität, die wir nicht zulassen dürfen.
- 6:25Und Du hast gesagt, wir müssen uns, wir müssen begreifen, dass
- 6:29uns das angeht. Dieser Satz von Niemöller.
- 6:33Erst holten sie die Kommunisten, ich habe nichts gesagt, ich war
- 6:36kein Kommunist, dann holten sie die Christen und so weiter ihr
- 6:39kennt den Satz, denn sie kennen den Satz wahrscheinlich.
- 6:42Zum Schluss, als ich dran war, war keiner mehr da.
- 6:45Das müssen wir uns vorstellen, wenn wir so weitermachen, wenn
- 6:48wir zulassen, dass die Presse und ich meine, es ist ja nicht
- 6:52sehr viel Presse da, aber der Versuch, die Presse anzusprechen
- 6:56oder selber dazu beizutragen, dass diese Umstände mitgeteilt
- 7:00werden über die Medien, das ist jetzt das wichtigste Anliegen,
- 7:04sonst, wenn das weitergeht, dann haben wir eine Situation, die
- 7:08wir uns vor einem Jahr nicht vorstellen konnten,
- 7:10wahrscheinlich. Und die wahrscheinlich an
- 7:14finsterste Zeiten Deutschlands daran erinnert, was es heißt,
- 7:18eben keine Demokratie mehr zu haben.
- 7:20Unsere Demokratie hat ihre Lücken, aber das, was wir haben,
- 7:24muss festgehalten werden und muss verteidigt werden, und ich
- 7:28finde das besonders, also auch die Tatsache, dass wir jetzt an
- 7:31die Öffentlichkeit treten und so ein Zeichen sein soll, dass man
- 7:34Mut beweisen muss und dass man nicht zulassen darf, dass die
- 7:37Dinge, wo man den Mut aufmachen kann, dass diese Dinge.
- 7:41Nicht. Nicht gesagt werden.
- 7:43Die Angst ist der größte Feind der Demokratie und ich glaube,
- 7:48wir brauchen ganz dringend die Öffentlichkeit und versuchen das
- 7:52in diesem Fall hier mit anzustoßen, das gleich
- 7:57mitkommen. Ja, vielen herzlichen Dank.
- 8:02Ich möchte vorab mit 2 Vorbemerkungen starten.
- 8:05Seit gestern kann man mit Fug und Recht sagen, dass wir
- 8:09bereits in Zeiten des Krieges leben.
- 8:12Der US amerikanische Präsident Donald Trump hat nämlich nicht
- 8:15nur im vergangenen Jahr 6 souveräne andere Länder
- 8:20bombardiert, darunter auch Venezuela überfallen.
- 8:24Und die Annexion Grönlands angekündigt, sondern der
- 8:27Militärhaushalt, jetzt angekündigt, um 50% erhöhen zu
- 8:31wollen. Von einer Billion Dollar auf 1,5
- 8:34Billionen US Dollar. Und das kann nur als eine
- 8:38Vorbereitung eines großen Krieges gewertet werden.
- 8:40Die Sanktionierung innerhalb der EU von Personen muss deshalb
- 8:45auch im Zusammenhang mit dieser Kriegsvorbereitung gesehen
- 8:47werden. Denn es geht darum, mir
- 8:52kritische Stimmen für Frieden, für Dialog und für Abrüstung
- 8:55auszuschalten, mundtot zu machen und Publizisten, Analysten wie
- 9:03den Schweizer Jacques Beau durch Einschüchterung auf eine
- 9:06Kriegslinie zu verpflichten. Und die zweite Vorbemerkung gilt
- 9:12dem Punkt, dass, wenn wir vor uns vor Augen führen wollen, was
- 9:16eigentlich heute passiert. Müssten wir einen kurzen Blick
- 9:20auch mal in die Vergangenheit werfen.
- 9:22Nehmen wir etwa zum Beispiel das Buch Russland im Zangengriff von
- 9:27dem großartigen Peter Scholl Latour nach den Kriterien von
- 9:33EU, Bürokraten, EU Beamten, müsste dieses Buch von Peter
- 9:38Scholl Latour als Teil der hybriden Kriegsführung Russlands
- 9:41heute auf den Index. Ja, beziehungsweise sein Autor
- 9:46Peter Scholl Latour müsste in die innere Verbannung geschickt
- 9:49werden und müsste beispielsweise nach einer Kontosperrung erstmal
- 9:53Anträge stellen, damit er sich überhaupt etwas zu essen kaufen
- 9:57kann. Und allein die Feststellung,
- 10:01dass die NATO Osterweiterung zu einer russischen Gegenreaktion
- 10:06führen wird, wäre den EU Beamten eben.
- 10:09In diesem Buch ein Dorn im Auge. Das heißt, solche Personen, die
- 10:13in der Vergangenheit ihre Bücher veröffentlichen, konnten ihre
- 10:16Expertisen mit der Öffentlichkeit teilen konnten,
- 10:19die wären heute auf dem Index. Und diese Sanktionierung von
- 10:23Jacques Beau und anderen am 15. Dezember 2025 ist eine eklatante
- 10:28Bedrohung der Meinungs, der Informations und auch der
- 10:32Pressefreiheit in der EU. Und der Beschluss fasst eben
- 10:35einen Präzedenzfall hier. Abweichende Meinungen als eine
- 10:40prorussische Propaganda einzustufen und wie bei Franz
- 10:45Kafka im Prozess, wird hier innerhalb der EU ein Beschluss
- 10:51gefasst, ohne eine Anhörung, ohne ein Gerichtsverfahren, ohne
- 10:57eine Verteidigung und diese Anhörung, die normalerweise ein
- 11:02Recht auf Gehör in den Verordnungen der EU noch
- 11:05vorgeschrieben ist. Ist nicht mehr vorgesehen.
- 11:08Das haben wir in den Fällen von Hussein Dodo, den Berliner
- 11:11Journalisten, im Mai erfahren, dass er nicht vorher angehört
- 11:14wurde und auch im Falle von Jacques Bou haben wir das
- 11:18gesehen, und insofern bin ich ziemlich froh, dass mit uns
- 11:22zusammen rund 80, prominente Personen und viele weitere
- 11:27sehen, dass diese Meinungs und Pressefreiheit die Grundlagen
- 11:31unserer Demokratie bilden und dass die Zerstörung der Meinungs
- 11:33und Pressefreiheit. Durch die EU und auch die
- 11:36Bundesregierung, die Demokratie eigentlich im Kern angreift,
- 11:40weil, wenn man sich anschaut, also wer denkt, dass Jacques
- 11:45Beau ein Einzelfall ist, ja wird von der deutschen
- 11:49Bundesregierung eines Besseren belehrt, denn die deutsche
- 11:52Bundesregierung hat in der Bundespressekonferenz weitere
- 11:55Sanktionen gegen Kritiker der herrschenden Linie der
- 12:00herrschenden Meinung. Schon mal angekündigt?
- 12:05Sie hat nämlich gesagt, wie es in einem chinesischen Sprichwort
- 12:08heißt, Man tötet ein Hu, um die Affen zu erschrecken, hat die
- 12:13Bundesregierung offen angesprochen, dass auch alle
- 12:16anderen damit rechnen müssen, in Zukunft sanktioniert zu werden,
- 12:22wenn sie von der herrschenden Linie abweichen.
- 12:25Das heißt, dieses oft beklagte Demokratiedefizit in
- 12:30Deutschland. Kippt immer mehr ins Totalitäre
- 12:34über, weil immer mehr eine anonyme Bürokratie innerhalb der
- 12:38Europäischen Union darüber bestimmt, was gesagt werden darf
- 12:43und was nicht gesagt werden darf.
- 12:45Und deshalb haben wir uns mit unserem Aufruf die Freiheit
- 12:51angeschlossen, die Freiheit von Jacques Beau ist unser aller
- 12:54Freiheit, seine Freiheit, der Einsatz für seine Freiheit ist
- 12:59ein Einsatz für die Freiheit selbst.
- 13:02Mit Jacques Beau ist es so wie mit einem guten Freund von mir,
- 13:06nämlich den Investigativjournalisten Julian
- 13:10Assange. Und deshalb bin ich im übrigen
- 13:13auch sehr froh, dass sein Bruder Gabriel Shipton aus Australien
- 13:18diesen Aufruf hier mitgezeichnet hat.
- 13:22Die Solidarität mit dem Schweizer Jacques Beau ist
- 13:26jedenfalls eine Solidarität, die die Freiheit von uns allen
- 13:30schützt. Und deshalb haben wir
- 13:34aufgerufen, hier alles zu tun, um die Verbannung von Jacques
- 13:38Beau innerhalb der EU aufzuheben, ihn zu befreien von
- 13:43dieser Verbannung und rufen dazu auf, alles gemeinsam auch zu
- 13:48tun, um dieser Bundesregierung auch zu verdeutlichen, dass wir
- 13:52keinen totalitären Staat wollen, in dem frei nach Orwell
- 13:56staatlich. Fixiert wird festgelegt wird,
- 14:00was eigentlich die Wahrheit ist und was keine Wahrheit ist.
- 14:04Und insofern bin ich ziemlich froh, dass wir einen sehr, sehr
- 14:07breiten Aufruf zustande gebracht haben, dass dass ich dann gerne
- 14:13mitgezeichnet habe, dass ich den gerne unterstützt habe.
- 14:16Ein Aufruf, der von links einem Vorsitzenden der Deutschen
- 14:20Kommunistischen Partei getragen wird, Herrn Köbele.
- 14:24Bis zu Erstkonservativen wie beispielsweise den ehemaligen
- 14:30Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans Georg
- 14:33Maaßen. Ich glaube, das ist auch ein
- 14:35Zeichen nach außen, um deutlich zu machen, dass die Botschaft
- 14:43eines Autoritarismus, eines einer, eines Konstrukt innerhalb
- 14:49der EU, aber unterstützt eben auch von der Bundesregierung.
- 14:53Dass es immer mehr ins Totalitäre kippt, dass das
- 14:56Lagerübergreifend begriffen wird und dass wir hier zusammenstehen
- 15:00müssen, jenseits von Brandmauern und gegen diesen Autoritarismus
- 15:04vorzugehen, weil wir nur so eine Chance haben werden, das
- 15:08zurückzubringen. Vielen Dank.