Latest / HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk / Kann Glatzel Bundesliga? „Natürlich hat Bobby das Zeug dazu“
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- HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Es war ein teurer Punktgewinn für den HSV bei Union Berlin. Ein gesperrter Spielmacher und ein verletzter Stammspieler. Ohne Fabio Vieira und Vamit O'Marie muss der HSV nun gegen Mainz 05 bestehen. Und was ist eigentlich mit dem ehemaligen Mainzer Robert Glatze los? Darüber wollen wir sprechen heute in unserer Ausgabe von HSV. Wir müssen reden und das mache ich zum einen mit meinem Kollegen Kai Schiller. Moin Kai. Moin Henrik. Und wir sprechen im Laufe des Podcasts noch mit dem ehemaligen Mainzer Trainer von Robert Glatzel in der Bundesliga. Aber wir starten mit der aktuellen Lage beim HSV. Das waren schon zwei sehr bittere Nachrichten. Zum einen zwei Spiele Sperre für Fabio Vieira. Die befürchtete schwere Verletzung ist bei ihm ausgeblieben. Dafür allerdings war mit Omari mit einer schweren Diagnose. Er wird wochenlang fehlen. Ja, was würdest du sagen? Was trifft den HSV härter? Zwei Spiele Sperre für Vieira oder viele Wochen ohne Omari? Eindeutig viele Wochen ohne Omari. Ich fand den richtig stark. Ein wirklich richtig guter Neuzugang. Insbesondere jetzt in dem Spiel gegen Union Berlin, wo die ganze Mannschaft gut gespielt hat. Aber Omari ist ein Abwehrspieler, der richtig Spaß macht, weil er eben nicht nur verteidigt, sondern nach vorne denkt. Und von dieser Kategorie hat der HSV eigentlich kaum noch jemanden, obwohl sie viele Abwehrspieler haben im Kader. Vieira, der wurde jetzt viel gelobt in den letzten zwei Wochen und auch völlig zu Recht. Ist ein Unterschiedsspieler, ist, wenn man es ein bisschen überhöhen möchte, vielleicht sogar der beste Fußballer seit Van der Vaart im Volkspark. Ich glaube, das hast du letzte Woche auch schon gesagt, oder? Mag sein. Ich finde ihn auch richtig, richtig, richtig gut. Aber zwei Spiele wird man denen ersetzen können und die haben ja auch ein paar andere, die da spielen können. Das finde ich nicht so problematisch. Omari tut weh. Absolut. Ich glaube, gerade bei Union Berlin hat er ein richtig gutes Spiel gemacht, was mir bei ihm auch gefällt. Und ja, diese Pässe nach vorne in die Tiefe, die sind wirklich richtig stark. Da gab es so zwei, drei Szenen, wo er dann auch direkt Königssurfer findet in der Spitze. Also diese Schnittstellenpässe nach vorne, ich glaube, die können so nicht viele spielen beim HSV. Und er bringt vor allem auch sehr viel Geschwindigkeit mit. Ich habe mal nachgeguckt, er ist mit 34,11 kmh der mit Abstand schnellste Verteidiger in der Dreierkette aktuell. Ja, Luka Wuschkovic natürlich, über den haben wir auch schon gesprochen. Der bringt sehr, sehr viel mit, aber er ist nicht so schnell wie Omari und ja, den muss der HSV jetzt ersetzen. Fangen wir aber erstmal bei Fabio Vera an. Was glaubst du denn, wer wird ihn jetzt ersetzen? Also es gibt ja ein paar Optionen. Sambi Lokonga, der sollte da ja eigentlich eh spielen, als er verpflichtet wurde. Da hat man gedacht, Fabio Vera, der kommt dann über die rechte Seite, macht von da das Spiel. Dann hat er gegen Heidenheim in der Zentrale ein super Spiel gemacht und ja, ist jetzt die Zeit für Sambi Lokonga gekommen? Ja, Sambi Lokonga ist die logische Lösung, wenn man das Ganze ein bisschen offensiv denkt. Die logische Lösung, wenn man es ein bisschen defensiver denken würde, wäre Capaldo, der ja auch noch Vizekapitän ist. Und dann gibt es auch noch Jonas Meffert. Der nicht die logische Lösung ist, aber da natürlich auch auf jeden Fall spielen kann. Hat er ja nun lange noch für den HSV sehr, sehr gut gemacht. Also meine persönliche Meinung, ich hätte irgendwie Lust, Lokonga mal über 90 Minuten zu sehen. Der hat ja große Anlagen und ist ein richtig guter Kicker und auch der muss reinkommen. Und die anderen Neuzugänge haben mir auch gezeigt, dass jeder braucht so ein bisschen erstmal, um Tritt zu fassen. Und irgendwann sollte man mit Lokonga da auch mit beginnen. Also ich hätte große Lust, ihn am Sonntag im Stadion zu sehen für 90 Minuten. Und ich glaube auch, dass er die besten Chancen hat, weil Mainz ein Gegner ist, den man auf gar keinen Fall unterschätzen sollte. Aber es ist eher ein Gegner, der jetzt nicht ein Offensivfeuerwerk abbrennen wird, sodass Capaldo, der ja seine Stärken im Zerstören und in der Defensive hat, vielleicht neben Rennberg. Das wäre mir alles ein bisschen zu defensiv gedacht. Andererseits hat es ja zum Beispiel auch im ersten Spiel in Mönchengladbach sehr gut geklappt mit Rennberg und Kapald und auch gegen St. Pauli so die Anfangsphase, finde ich, war der HSV richtig gut drin, ist auch ein paar Mal nach vorne gekommen, aber klar, sind jetzt beide keine Kreativspieler. Ich weiß gar nicht, ob es das Sambilo Konga ist, dafür habe ich ihn noch zu selten gesehen bisher, aber er beschreibt sich selbst als jemand, der durchaus sehr smart, wie er selbst sagt und creative nach vorne spielt. Könnte man dem erstmal Glauben schenken. Ja, wobei ich dir natürlich normalerweise nie widerspreche. Ich würde aber schon einschrecken, wenn du sagst, gegen Gladbach hat das sehr gut geklappt. Das hat nach hinten in der Defensive sehr gut geklappt. Nach vorne kam da so gut wie gar nichts. Und genau das hat man danach ja ausgemacht, dass das wäre der nächste Entwicklungsschritt. Und gegen Union Berlin, da war schon eine deutliche Steigerung zu sehen. Das hat mir richtig gut gefallen im Spiel nach vorne auch, obwohl es das gleiche Ergebnis am Ende war mit dem 0-0. Und ich hätte halt eher die Sorge, dass nochmal mit so einem doppelter Zerstörer im defensiven Mittelfeldverbund wie gegen Gladbach, dass das dann kein schönes Spiel und am Ende des Tages vielleicht auch kein schönes Ergebnis werden würde für den HSV. Deswegen nochmal meine Präferenz wäre Sam Milo Conga. Kommt natürlich dann auch auf den Matchplan von Merlin Polzin drauf an, was er sich dann überlegt gegen Mainz. Also du hast gerade gesagt, die darf man nicht unterschätzen. Die spielen auch ganz nebenbei im Europapokal, auch wenn es dann nur die Conference League ist. Aber das ist schon auch eine gute Mannschaft, gerade mit Amiri dann noch Nationalspieler, zuletzt Siegtorschütze für die Nationalmannschaft dann auch. Also das ist schon eine sehr, sehr starke Mannschaft, die da auf den HSV zukommt. Daher natürlich dann auch die Frage, wer dann jetzt war mit Omarie ersetzen wird. Es gibt da ein paar Optionen. Jetzt zuletzt überraschenderweise in Berlin kam Guy Ramos dann rein. Den hatte eigentlich gar keiner mehr so wirklich auf dem Zettel, zumindest auch der HSV selbst nicht. Die hätten ihn ja eigentlich noch gerne abgegeben. Er ist gerade Vater geworden. Dann war er ein paar Tage raus, dann war er plötzlich wieder da und dann mittendrin in Berlin und hat auch seine Sache wirklich gut gemacht. Das wäre jetzt eigentlich fast die naheliegende Lösung, jetzt genauso weiterzumachen, weil in den letzten 10 Minuten oder 15 Minuten das auch dann schon ganz gut geklappt hat. Ja, ich bin super gespannt. Ich finde es richtig schwierig, das aufzulösen, weil Guy Ramos hat das gut verteidigt. Aber ähnlich wie wir eben in der Diskussion im Mittelfeld hatten, er wäre eine, es ist lustig, wenn man das sagt, in der Defensive, aber eine defensive Variante. Also der ist ein super Zweikämpfer, aber kann natürlich gar nicht ein Spiel aufbauen, wie es Omari konnte und kann. Und deswegen hätten sie da auf jeden Fall ein paar Probleme. Und du hast schon gesagt, es gibt dann mehrere Lösungen. Meine Präferierte ist nicht die von unserem Kollegen Stefan Walter, der ab heute im wohlverdienten Urlaub ist. Ich würde da mir eigentlich Elfadli hinwünschen, der nun mal Rechtsfuß ist. Der hatte, so sagt Stefan immer, seine Probleme als rechter Innenverteidiger. Hat das jetzt sehr gut links gemacht. Links gibt es wiederum mehrere andere Optionen, die da ja auch eigentlich in der Kaderplanung eingeplant waren. Mit Toru Nariga, der jetzt nach seiner Verletzung zurückkehren wird. Mit Sumer Horu, der hoch veranlagt ist, tatsächlich das bislang aber noch nicht so zeigen konnte. Und deswegen, du hast mich ja gefragt, ich würde Elfettli rechts spielen lassen. Ich würde Toru Nariga dann in die Mannschaft zurückkehren lassen und würde ihn links spielen lassen. Und glaube, dass sie damit ganz gut aufgestellt werden. Das ist auf jeden Fall spannend, wie schnell sich das immer ändert. Also zu Beginn der Vorbereitung hat ja Sumahoro sogar in der Zentrale gespielt und intern hieß es wirklich beim HSV, da ist es ein ganz großes Talent und auf den wollte man setzen, dann hat man aber schon gemerkt, der tut sich noch schwer und zuletzt gegen Bayern München dann auch einen ganz schlechten Tag erwischt und seitdem hat er dann auch nicht mehr gespielt. Torunariga, der war jetzt etwas verletzt. Auch da muss man natürlich gucken, ob er dann jetzt bis zum Wochenende wieder bei 100 Prozent ist. Aber dann denke ich auch, den hat der HSV da eigentlich als feste Säule eingeplant. Auch wenn er dann gerade zuletzt gegen St. Pauli da natürlich Probleme hatte. Danach drei Spiele jetzt gefehlt hat. Aber intern wurde er auch deutlich stärker bewertet als dann extern nach diesem Spiel gegen St. Pauli. Von daher wäre das auf jeden Fall auch eine naheliegende Lösung. Und genau, du hast es schon gesagt, der mögliche Seitenwechsel von Elf Hadley könnte ich mir dann tatsächlich auch gut vorstellen. Schauen wir mal, ob unser Kollege dann Stefan Walter recht behalten wird. Und ja, er wird sich das auf Madeira mit Sicherheit dann anschauen. Dann bleibt natürlich noch die Frage, wer vorne im Sturm spielt. Da gibt es jetzt natürlich schon seit einiger Zeit die Diskussion, Ransford Königsdörfer, kriegt er noch eine neue Chance? Schafft er dann auch wirklich mal sein Potenzial so auf den Platz zu bringen, dass er wirklich die Torgefahr entwickeln kann, wie er das ja auch in der zweiten Liga gezeigt hat? Oder bekommt Robert Glatzel dann jetzt mal eine Chance? Oder vielleicht sogar doch noch Josef Pausen, das wäre eine Überraschung, wenn er das noch schafft. Was glaubst du, wer wird spielen? Also die dritte Variante, die würde ich fast ausschließen. Das würde mich sehr überraschen, wenn Josef Pausen von Anfang an spielen sollte. Also bleiben wir bei Königswürfer oder Glatzl. Und auch diese Diskussion hatten wir beide ja schon. Und das ist eine schwierige Entscheidung, weil einerseits gebe ich dir recht, man sollte dem jetzt nicht nach drei, vier Spielen ohne Tor den Stecker ziehen. Und Königswürfer hat herausragende Qualitäten. Und Stürmer brauchen immer Vertrauen. und deswegen würde dafür sprechen, dass man ihn wieder von Anfang an erstmal spielen lässt und Glatzl dann möglicherweise später als Anwechselspieler bringt. Bei Glatzl ist es so, dass ich finde, jedes Mal, wenn er reingekommen ist, hat er auch direkt so seine Aktionen gehabt. Eigentlich würde ich den auch mal wieder gerne von Anfang an sehen, um auch zu gucken, Und die Diskussion haben wir jetzt auch schon im Abendland besprochen, hat er noch die Qualität, die er vor seiner schweren Verletzung hatte und mit der Sehnenverletzung oder ist es nicht mehr der alte? Um das wirklich zu beurteilen, müsste er halt mal nicht nur 10 Minuten spielen oder 20, sondern erstmal von Anfang an und dann müsste man gucken, wie verhält er sich denn in so einem Spiel. Und um das zu überprüfen, wäre aus meiner Sicht Mainz eigentlich ein ganz gutes Spiel zu Hause. Richtig schwierig. Schön ist ja, wenn der Trainer zwei Optionen hat oder sogar drei mit Pausen. Ich bin sehr gespannt und würde mich sehr schwer mit der Festlegung tun. Die eine Diskussion ist ja auch, ob er noch der Alte ist oder wieder der Alte werden kann nach seiner schweren Verletzung. Und die andere Frage, die ja auch rund um seine Person diskutiert wird, Und es ist die Frage, ob er eigentlich so auch in der Bundesliga mit seinen Qualitäten richtig gut stürmen kann. Und das können wir auf jeden Fall jemanden fragen, der ihn selbst in der Bundesliga schon trainiert hat. Und zwar ist das Bo Svensson, der ehemalige Trainer von Mainz 05. Und von Union Berlin. Er hat Robert Glatzl in der Rückrunde 2021 ein halbes Jahr trainiert, ehe er dann in der Sommerpause zum HSV in die zweite Liga gewechselt ist. Ja, und Bo Svensson ist uns jetzt zugeschaltet. Darüber freuen wir uns sehr. Und ja, wir fragen ihn direkt mal, wie verfolgst du denn eigentlich jetzt die Bundesliga zehn Monate nach deinem Aus bei Union Berlin? Ja, immer wieder eng, würde ich sagen. Die Liga, wo ich natürlich selber tätig war und auch lange in Deutschland sowieso gelebt habe. Und ich verfolge natürlich auch jetzt in meiner Heimat die dänische Liga. Aber die deutsche Bundesliga würde ich schon sagen, das verfolge ich am nächsten, weil ich natürlich viele Mannschaften da kenne. Und es interessiert mich, wie die Entwicklung ist und wie die Mannschaften das halt auch machen. und es macht auch mehr Spaß, wenn man so ein bisschen mehr Insider-Wissen hat und deswegen immer noch sehr eng. Vor zehn Monaten warst du noch Trainer bei Union Berlin. Die haben jetzt gerade gegen den HSV gespielt, 0 zu 0. Hast du das Spiel dann auch verfolgt in Dänemark? Ja, ich habe nicht das ganze Spiel geguckt, aber schon Teile von dem Spiel habe ich gesehen, ja. Ich weiß nicht, ob du gesehen hast. Robert Latzel wurde dann ja in der zweiten Halbzeit eingewechselt. Der wird im Moment häufiger mal eingewechselt. Das war ganz ähnlich bei dir vor vier Jahren, als du ihn nach Mainz geholt hast. Für ein halbes Jahr als Ausgleichsspieler. Welche Erinnerungen hast du an Robert Latzel? Ja, super Erinnerungen. Nicht nur wegen mir und ich wollte gerade Bobby sagen, weil er Bobby genannt wurde damals. Aber es war eigentlich wegen der Zeit, weil es war schon eine krasse Aufholjagd. Und wie das in der Dynamik alle zustande gekommen ist, war einfach besonders. Und ich auf jeden Fall werde es nie vergessen. Und Robert war ein großer Teil von das. Das war absolut ein Thema, das jeder sich das kollektiv unterstellen müsste. Und Robert hat vielleicht nicht so viel gespielt, wie wir gerne gehabt hatten. Aber er war ein sehr wichtiger Spieler, hat einige sehr wichtige Tore für uns gemacht und war wegen seiner Art und seiner Persönlichkeit genau auch sehr, sehr wichtig und richtig für die Mannschaft in dem Moment. Und deswegen, ich fand, es war ein sehr, sehr feiner Kerl und er war auch in der Mannschaft sehr beliebt. Und deswegen, ja, nur gute Erinnerungen über die Zeit, aber auch über Bobby selbst. Ich glaube, so würden ihn viele hier in Hamburg auch beschreiben. Also gerade so in der Mannschaft ist er schon immer auch sehr beliebt gewesen. Sportlich gesehen, du hast gesagt, ihr habt ihn damals geholt in der Winterpause, musstet um den Klassenerhalt kämpfen. Wahrscheinlich habt ihr ihn auch deswegen geholt, so als Neuner dann für bestimmte Spielphasen, weil er hat ja nicht immer von Anfang an gespielt. Was würdest du sagen, was sind so seine Stärken sportlich gesehen? Ja, also damals war es so, dass wir auch einen großen Sturm abgegeben hatten mit Matheta nach Crystal Palace, der es übrigens auch ganz gut gemacht hat. Aber wir wollten dann einen großen Stürmer, einen Boxspieler dazuholen, der auch ein Tor machen konnte. Der Bobby hat seine Stärke auch da drin. Er hat für seine Größe auch eine sehr, sehr gute Technik. Mit ihm kannst du schon auch komponieren aber er ist halt auch in der Box, in seine Torabschlüsse und seine Nase vor wo er eigentlich auch stehen muss um die Tour zu machen, ein sehr gefährlicher Spieler hat man auch in der zweiten Liga gesehen hat so viele Tore gemacht und das zeichnet ihn schon aus aber so wie ich ihn auch in der O hat er auch immer sehr sehr aufopferungsvoll für die Mannschaft gearbeitet. Und deswegen, ob er immer da gemocht hat, was ich zu ihm gesagt habe, dass er sehr, sehr intensiv arbeiten muss, weiß ich nicht. Hat er auf jeden Fall damals getan. Und ich kenne halt, und so ist auch seine Art, dass er alles für die Mannschaft investiert. Und das sehe ich auch immer noch. Und diese Kombination von Stärken sind schon nicht so schlecht in der Mannschaft zu haben. Du hast es eben gesagt, er hat viele Tore gemacht. In der zweiten Liga beim HSV war man sehr glücklich, ihn gehabt zu haben in den letzten vier Jahren, wo er wirklich extrem viele Tore für den HSV gemacht hat. Nun ist der HSV aufgestiegen und spielt in der Bundesliga und es gibt ja immer so ein paar Spielertypen, ich denke da zum Beispiel auch an Simon Terodde zurück, der auch beim HSV mal war, die extrem gut in der zweiten Liga funktionieren, aber in der ersten Liga ihre Probleme haben. Jetzt hat Bobby Glatzel bislang nur das eine halbe Jahr vor euch in Mainz gespielt. Jetzt mit dem HSV in der Bundesliga und er hatte auch noch diese schwere Sehnenverletzung. Was würdest du sagen aus der Entfernung? Du kennst ihn ein bisschen, das ist schon ein bisschen länger her. Traust du ihm die Bundesliga so jetzt nochmal zu? Ja, also traue ich ihm definitiv zu. Also hat er auch unter Beweis dargestellt, hat auch mehr Spiele von Anfang an gemacht. Wie gesagt, nicht so viele, wie wir das gerne hatten. Es ist halt alles spekulativ, was ich dazu sage, aber es ist klar, dass die Herausforderung für den HSV in der Bundesliga eine andere ist als die zweite Liga. In der zweiten Liga haben wir gegen tiefstehende Gegner gespielt, wo viele Flanken kamen und auch wo die viele Aktionen im Torraumnähe hatten. In der Bundesliga ist es halt eine andere Challenge. Die können nicht so dominant agieren, die sind nicht so oft im Torraum. Du siehst auch, dass die jetzt eher mit schnelleren Spielern vorne spielen, weil die wollen vielleicht ein bisschen mehr auf umschalten und wissen, dass der Torentfernung ein bisschen größer ist. Aber ich sage, das ist nur eine Vermutung. Was natürlich feststeht, ist, dass das Spiel und für den Aufsteiger eine andere Challenge sich anbietet, wenn man in die 1. Bundesliga kommt. Was für Einfluss das hat auf Bobby, darauf kann man nur spekulieren. Aber es ist klar, dass die Spiele anders aussehen, abhängig von welchen Liga man unterwegs ist. Das ist auf jeden Fall eine Entwicklung, die man beobachten kann, auch in den vergangenen Jahren in der Bundesliga. Du hast in Mainz und mit Union dann ja auch in der Bundesliga trainiert. Das sind jetzt zwei Klubs, die jetzt zwar auch dann zwischenzeitlich sich mal für den Europapokal qualifiziert haben, aber trotzdem schon immer Klubs sind, die jetzt nicht zu den Favoriten gehören, eher die Außenseiter. Wie war das für dich? Hast du auch dann eher auf die Stürmer gesetzt, die dann ihre Stärken im Umschaltspiel haben? Oder hast du schon auch immer gerne so einen Spieler, so einen Strafraumstürmer im Kader gehabt und dann auch in der Startelf? Ja, es kommt darauf an, welche Aufgaben man dann auch vor sich hat, weil auch innerhalb der Bundesliga gibt es sehr unterschiedliche Spielweisen und sehr unterschiedliche Herausforderungen, die man hatte. Es war auf jeden Fall damals so, in Mainz haben wir umgestellt auf Fünferkette und wir haben 5-3-2 gespielt und der Wunsch von mir war halt ein großer Stürmer und er einen daneben, der ein bisschen mehr Tempo mitbringt. Und da hat der Bobby gut dazu gepasst. Wir sind dann sehr viel auch über den Flügel gekommen, wenn wir halt offensiv gefährlich wurden und da kamen halt auch die Flaggen und da war es gut, auch mal die Größe zu haben. Aber das waren halt meine Überlegungen damals, natürlich auch mit einer Mannschaft, die auch nicht davon ausgehen kann, 60 Prozent Ballbesitzer zu haben jedes Spiel und dass das meiste von den Spielen in der gegnerischen Hälfte stattfindet. Das waren so die Positionen und die Qualitäten, die am besten zu den Profilen gepasst hatten. Und da haben wir das System umgesetzt. Das war auch der Grund, warum der Bobby damals geholt wurde. Und jetzt ist in den letzten Spielen, hat beim HSV meistens, oder eigentlich immer, Renfurt Königsdörfer von Beginn an gespielt. Der ist ja so ein schneller Umschaltspieler, der seine Stärken in der Geschwindigkeit vor allen Dingen hat. Bobby, würde ich sagen, ist eher der etwas klassischere Neuner, der zwar eine gute Technik hat, aber der so ein richtiger Torjäger ist. Du warst selber früher Verteidiger. Gegen wen hast du lieber gespielt? Gegen so einen schnellen Umschaltspieler oder lieber gegen so einen richtigen echten Neuner? Ja, das ging keiner. Aber es kam auf das Spiel an. Ich sage, am meisten fand ich, dass es mir eigentlich einfacher getan hat gegen die schnelleren Umschaltspieler. Das konnte ich halt eher lesen. Nicht, weil ich schnell war, aber ich fand die guten Mittelstürmer, die halt gut mit ihrem Körper arbeiten konnten, so ein Kiesling oder ein Barrios damals in Dortmund und so, das hat mir vor größere Probleme gestellt, weil die natürlich auch in der Box bei Flanken eine andere Gefährlichkeit aufgestrahlt haben als die kleineren Spieler. Und habe ich dann auch bekanntlicherweise für Mainz gespielt. Es war nicht so oft, dass wir so das Spiel dominiert haben, dass wir in großen Räumen die Tiefe verteidigen müssten als Innenverteidiger. Das hat vielleicht auch ein bisschen damit zu tun, aber so wie ich es mir zurückerinnere, und das ist auch schon ein paar Jahre her. Fand ich eher, dass so diese große Boxstürmer, Typ Kiesling und so weiter, schwieriger war es, dagegen zu spielen, als die anderen. Mainz 05 hatte zuletzt einen Stürmer, der eigentlich so beides kann, mit Johnny Burkhardt, der sowohl im Strafraum Stärken hat, als auch so in seiner Geschwindigkeit. Den hat Mainz jetzt an Frankfurt verloren, zeigt ja auch in der Champions League, was er kann. Aber grundsätzlich, so wie Mainz jetzt spielt, mit Bo Henriksen, das ist ja auch interessant, ein weiterer Bo, der aus den Himmel kommt, als dein indirekter Nachfolger. Wie beobachtest du da jetzt so die Spielart von Mainz vorne in der Offensive? Ja, das ist klar, das ist ein großer Verlust, den Johnny halt zu verlieren, weil er genau, wie ich sie auch gerade eben sagen, ist halt eher der Hybrid-Spieler, also ein bisschen Mischung von beides. Du kannst ihn auch mal hoch anspielen, auch wenn er nicht der Größte ist. Aber gleichzeitig hat er auch diese Qualitäten, die tiefe zu bedrohen und auch in der Box gefährlich zu sein. Und bringt natürlich auch eine richtige Qualität mit. Und den zu ersetzen, glaube ich, haben die auch in Mainz gewusst, dass es nicht so einfach wird. Und es ist spannend, wie die das halt versuchen. Da hat man einige Spieler da gespielt, der Hollerbach hat da gespielt, der Weiber, der ist näher in so einer klassischen Neuen, der Sieb hat da gespielt. Und die haben versucht, auf unterschiedliche Weisen den Johnny zu ersetzen. Und es ist noch nicht aufgegangen, aber ich kenne auch auf jeden Fall Weiber und Hollerbach, die bringen alle Qualität mit. Es ist halt immer die Herausforderung als Trainer, wie wird man gefährlich genug und muss man das System anpassen, wenn ein Spieler mal da den Klub verlässt. Und der Johnny war halt ein sehr, sehr zentraler Spieler in der Art und Weise, wie Mainz gespielt haben. Und ich bin mir sicher, dass die jeden Tag das auch ausführlich analysieren bei Mainz. Aber klar, so eine zentrale Top-Qualitätsspieler. Ist nicht einfach zu ersetzen, weil es nicht nur ein von elf ist. Er macht halt auch die anderen besser, weil er natürlich so den besten Spielern bei Mainz gehört hat. Hendrik hat es eben schon erwähnt, dein indirekter Nachfolger Bo Hendriksen. Du wirst jetzt wahrscheinlich nicht jeden Bo in Dänemark kennen, aber kennt ihr beide euch trotzdem gut? Nee, wir kennen uns nicht so gut. Es ist ein kleines Land, wo wir kennen uns nur vom Namen her. Und gesprochen haben wir eigentlich nie, außer die Einmal, wo wir gegeneinander gespielt haben. Deswegen muss man sagen, das ist sehr begrenzt, was es privat angeht. Mainz spielt ja an diesem Donnerstagabend noch in der Conference League auf Zypern und dann am Sonntagabend beim HSV. Du hast selbst auch in der Bundesliga oft gegen den HSV gespielt. Was verbindest du persönlich so mit Hamburg, mit dem HSV? Ja, also vor allem verbinde ich das Stadion, das Spielen mit dieser Atmosphäre. Und ich habe auch schon gegen den HSV gespielt mit Kopenhagen, wo ich da war, wo ich glaube, wir waren Zweiter mit Boularus und Van Beuthen und Van der Vaart und alle die Top-Spieler, wo halt richtige Euphorie da war. Und ich habe auch schon da gespielt, wo die Situation ein bisschen anders aussah. Aber das Erlebnis da im Stadion war immer was Besonderes und hat zu den Top-Orten, um richtigen Fußballstimmungen zu erleben, gehört. Und diese viele Menschen, die für diese große Stadt halt auch fiebern. Und das merkt man, wenn man da ist. und deswegen war es immer ein Stadion, auf dem ich mich gefreut habe zu spielen und, Und das kommt so in erster Linie bei mir hoch, wenn ich an den HSV denke. Du hättest in diesem Stadion nicht nur spielen können, sondern auch trainieren können. Das ist ja jetzt ein offenes Geheimnis, sag ich mal, dass der HSV überlegt hatte, dich als Nachfolger von Tim Walter vor einem Jahr zu holen. Warum hast du am Ende des Tages abgesagt? Ja, erstmal finde ich, soll ich mir so nichts äußern, dass es auch so lange in der Vergangenheit eventuell liegt. Also ich glaube, das ist eher Gedankenspiele, die nicht so relevant sind. Deswegen macht es wenig Sinn. Es ist schon auch so viel Zeit gegangen und für mich kein Sinn, dass so eventuell die Eventualitäten halt zu kommentieren. Dann lassen wir uns doch zum Abschluss nochmal jetzt auf das aktuelle Spiel auch gucken. Jetzt spielt der HSV gegen Mainz. Aktuell jetzt nach fünf Spieltagen steht der HSV ein Punkt vor Mainz. Durchaus etwas überraschend, aber wir sind noch sehr früh in der Saison. Was glaubst du, wie wird es am Ende aussehen? Wo landet Mainz? Und glaubst du, dass der HSV die Klasse hält? Oh, es ist immer noch sehr früh. Also man sieht schon, weil ich beide Mannschaften ein paar Mal geschaut habe und auch die Liga, wie ich am Anfang gesagt habe, einigermaßen gut kenne. Dass es vor allem eine sehr enge Liga ist, wo viele Mannschaften zwischen Platz 6 und 16 landen können. Da glaube ich am Ende, dass beide Mannschaften landen. Es ist bekannt auch, dass Aufsteiger, oft auch Probleme hat, in der Liga anzukommen. Ich finde, zuletzt hat TASV auch mir sehr gut gefallen. Das Spiel gegen Union. Ich finde, die haben das gut gemacht. Es werden Rückschläge geben. Aber ich glaube, dass die Mannschaft gut trainiert ist. Sie haben Qualität. Aber Bundesliga ist eine große Challenge. Und für die geht es nur um den Klassenerhalt. Mainz mit dem Verlust von Jonny und die, da wird es darauf ankommen, wie schnell lösen die das offensives Problem oder den zu ersetzen. Am Ende werden Mainz nicht um den Abstieg mitspielen. Ich glaube, dafür sind die einfach zu gut. Aber diese zusätzliche Challenge mit, das ist er selber genannt, mit das Spiel am Donnerstag in eine nicht breit aufgestellten Kader. Das kann natürlich Probleme geben. Das hat man auch bei anderen Mannschaften gesehen durch die Jahre. Heidenheim zuletzt letztes Jahr und so weiter. Am Ende ist es schwer. Ich glaube, der Schlüssel liegt für Mainz in wenige Verletzungen zu bekommen. Und wie gestaltet man die Offensive anders? Oder hat einfach eine Lösung, der passt, um den Burkhard, zu ersetzen. In irgendwelcher Form ein Spieler oder eine andere Praktik. Es ist nicht leicht, so einen Spieler zu verlieren. Die kommen wieder mit klar. Das glaube ich, am Ende wird für beide Mannschaften so entscheidend sein. Aber ich glaube, die beiden werden nicht absteigen, finde ich. Dass die Arbeit in Hamburg einfach so gut ist und, Klar ist es, die müssen um jeden Punkt dann auch kämpfen. Aber ich habe auch gesagt, das Heimstadion ist halt auch, so wie es auch in Köln eigentlich ist, ein riesen Vorteil. Und die müssen da sein durch das ganze Jahr, weil es wird natürlich nicht einfach. Die müssen da sein. Wir werden da sein am Sonntag im Stadion, wenn Mainz gegen den HSV spielt. Vielen Dank auf jeden Fall, Bo, dass du dir zum einen die Zeit genommen hast, ein bisschen mit uns zu plaudern Und zum anderen freuen wir uns dann auch darauf, dich hoffentlich bald wieder irgendwo auf einer Bank, vielleicht in der Bundesliga, zu sehen und nicht nur zu plaudern. Herzlichen Dank, dass du dir Zeit genommen hast. Ja, bitteschön. Dankeschön. So Kai, dann lass uns beide nochmal kurz auf das Spiel am Wochenende gegen Mainz gucken. Ich habe es gerade schon gesagt, beziehungsweise Bo Svensson hat es auch gesagt, Mainz spielt am Donnerstagabend quasi noch nach unserer Podcastaufnahme in der Conference League. Glaubst du, dass das ein Vorteil für den HSV sein wird? Weil Mainz hat ja schon dann ordentlich Reisestress. Die kommen dann wahrscheinlich Freitag zurück nach Mainz. Am Samstag müssen sie schon wieder nach Hamburg oder am Sonnabend, wie man bei uns sagt. Und dann am Sonntagabend hier im Volksparkstadion. Wahrscheinlich wäre das keine schlechte Herangehensweise, dann auch Mainz früh unter Druck zu setzen und gleich die Müdigkeit auszunutzen. Ja, genau so. Also ich glaube auf jeden Fall, dass das ein Vorteil für den HSV ist. Allerdings auch ein Vorteil, den man sich in Hamburg irgendwann mal wieder wünschen wollen würde. Ich kann mich noch erinnern, als man donnerstags auch reisen ging, auch mittwochs noch. Und das war sehr schön. Und dann haben wir immer schöne Geschichten gemacht, was die Ärzte so sagen mit Belastungssteuerung etc. Also diese Geschichten können wir gerne in ein paar Jahren mal wieder machen. Jetzt hat Mainz das Problem und ich finde, genauso wie du denkst, vermute ich, wird auch Merlin-Polzin denken und das Versuchen auszunutzen, weil in der Tat so eine Reise nach Zypern und dann nach Hamburg, also nach Hamburg nicht, aber nach Zypern, das schlaucht schon und deswegen... Das kann man versuchen aus Hamburger Sicht zu nutzen. Lange ist es auch her, dass der HSV in der Bundesliga gegen Mainz 05 gespielt hat. Das war 2018 das letzte Mal im März. Das war eines der letzten Spiele von Bernd Hollerbach, auch eigentlich eines der ersten Spiele. So lange war er nicht dabei. Und es war dann auch ein Knackpunktspiel im Laufe der Rückrunde, dass der HSV es dann nicht mehr geschafft hat. Ich erinnere mich noch, Kostic damals mit dem Elfmeter ist dann 0 zu 0 ausgegangen. Das wäre der Siegtreffer wahrscheinlich gewesen, weil Mainz auch dann nur zu zehnt war. Ich habe eben nochmal an die Aufstellung geguckt und habe mich dann auch tatsächlich noch an eine Szene erinnert. Kannst du dich noch erinnern, was tippst du, wer damals beim HSV im Sturm gespielt hat? Boah, schwierige Frage. Wenn ich dürfte, würde ich gleich drei Tipps abgeben, ohne zu wissen, ob die wirklich gut sind. Also Pierre-Michel Lasogga ist aus meiner Sicht der naheliegendste Tipp. Der zweite wäre Sven Schiplock und mein dritter wäre Bobby Wood. Waren die alle da überhaupt noch im Kader? Ich weiß es nicht. Müsste ich auf jeden Fall auch nochmal überlegen. Ich glaube, Lasogga in dem Jahr, ich glaube nicht. Aber ich glaube, der kam dann zur zweiten Liga dann wieder zurück. Der war in Leeds ausgeliehen. Hat auf jeden Fall dem HSV auch gefehlt. Aber du hast tatsächlich recht gehabt, es war Sven Schiplock, der damals... Der beste Anläufer der Liga. Genau, und auch damals mit einer ganz starken Aktion. Der hat dann mit der Hacke weitergeleitet auf Kostic, der zum 1-0 getroffen hat. Aber dann ist das Tor zurückgenommen worden aufgrund einer Abseitssituation. Aber ja, damals durchaus ein großer Moment von Sven Schiplock. Und wie ist es ausgegangen? 0-0. 0 zu 0, na gut. Also jetzt nach 0-0 gegen Gladbach und 0-0 gegen Union Berlin würden wir uns dann freuen, glaube ich, wenn am Sonntag auch mal ein Tor im Volkspark fällt. So sieht es aus und über dieses Spiel sprechen wir dann in der nächsten Folge nochmal. In der kommenden Woche ist ja mal wieder Länderspielpause und wir melden uns dann zurück vor dem Spiel in Leipzig. Bis dahin, in Hamburg sagt man Tschüss, bei uns heißt das. Auf Wiederhören. Music.