Latest / IT ohne Drama – der kjello-Podcast / Mitarbeiter-Onboarding: Am ersten Tag startklar
Transcript
- 0:04Lena: Bei uns fängt am Montag ein neuer Vertriebler an.
- 0:07Lena: Und ich wette, um neun fragt jemand, wo eigentlich sein Laptop ist.
- 0:11Jonas: Das ist der häufigste Fehlstart beim Mitarbeiter-Onboarding, also der Aufnahme neuer Leute.
- 0:15Jonas: Der Vertrag ist seit Wochen unterschrieben, aber die IT hat davon nichts erfahren.
- 0:20Lena: Was kostet mich das, außer einem verlorenen Vormittag?
- 0:23Jonas: Mehr als den Vormittag.
- 0:24Jonas: Wer ohne Zugang dasitzt, bekommt Kennwörter zugerufen oder arbeitet am fremden Rechner.
- 0:30Jonas: Genau so entstehen Lücken, die später niemand mehr findet.
- 0:33Jonas: Und der erste Eindruck vom neuen Arbeitgeber ist ein Mensch, der wartet.
- 0:37Lena: Ist das eine Pflicht oder eher eine Frage des Stils?
- 0:40Jonas: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sieht vor, dass Personal und Vorgesetzte neue Leute geregelt einarbeiten.
- 0:47Jonas: Dazu sollen eine Checkliste und eine feste Ansprechperson gehören, ein sogenannter Pate.
- 0:53Jonas: Pflicht ist dieser Grundschutz für die meisten Firmen nicht.
- 0:55Jonas: Aber er beschreibt ziemlich genau, was im Alltag schiefgeht.
- 0:58Lena: Und wer ist bei uns dafür zuständig?
- 1:01Lena: Personal, Führungskraft oder IT?
- 1:04Jonas: Alle drei, aber nacheinander.
- 1:05Jonas: Das Personal meldet, die Führungskraft sagt, was die Person braucht, und die IT richtet ein.
- 1:11Lena: Was nehme ich aus dieser Folge mit?
- 1:13Jonas: Drei typische Fälle: das Gerät, das nicht da ist, die Rechte, die einfach kopiert werden, und die erste Anmeldung.
- 1:20Jonas: Am Ende stehen drei Regeln, damit der erste Tag um neun Uhr läuft.
- 1:24Lena: Fangen wir mit dem Laptop an.
- 1:26Lena: Wie sieht der Fehler aus?
- 1:28Jonas: Ein typischer Fall: Eine Firma mit vierzig Leuten stellt eine Einkäuferin ein.
- 1:32Jonas: Der Vertrag ist Anfang des Monats unterschrieben, die IT erfährt es am Freitag vor dem Start.
- 1:37Jonas: Ein neues Gerät ist so schnell nicht da.
- 1:39Jonas: Also bekommt die Kollegin den alten Rechner aus dem Lager, angemeldet mit dem Konto ihres Vorgängers.
- 1:45Lena: Das klingt erst mal pragmatisch.
- 1:46Lena: Was ist daran so schlimm?
- 1:47Jonas: Sie arbeitet dann unter fremdem Namen, mit fremden Rechten und mit den Dateien eines anderen.
- 1:52Jonas: Jede Mail und jede Buchung steht unter dem falschen Namen.
- 1:55Jonas: Der IT-Grundschutz sagt dazu klar: Jede Kennung muss eindeutig einer Person zugeordnet sein.
- 2:01Jonas: Ein geliehenes Konto ist also kein Notbehelf, sondern genau der Fehler.
- 2:05Lena: Gut.
- 2:05Lena: Was ist der bessere Ablauf?
- 2:07Jonas: Die Meldung an die IT geht raus, sobald der Vertrag unterschrieben ist, nicht in der Woche vor dem Start.
- 2:13Jonas: Mit Name, Starttermin, Abteilung und dem Gerät, das die Person braucht.
- 2:18Lena: Bei uns weiß ich das manchmal selbst erst drei Wochen vorher.
- 2:21Lena: Reicht das?
- 2:22Jonas: Meist ja, wenn die Meldung dann auch sofort kommt.
- 2:25Jonas: Selten ist die Lieferzeit das Problem, meistens hat einfach niemand Bescheid gesagt.
- 2:30Lena: Und dann sitzt jemand von der IT einen ganzen Tag daran und richtet den Laptop ein?
- 2:34Jonas: Das muss heute nicht mehr sein.
- 2:35Jonas: Microsoft hat dafür ein Verfahren namens Autopilot, mit dem sich ein neuer Windows-Rechner beim ersten Einschalten selbst einrichtet.
- 2:42Jonas: Das Gerät kann sogar direkt zur neuen Person geschickt werden.
- 2:45Jonas: Sie packt aus, schaltet ein, verbindet sich mit dem Netz und meldet sich an.
- 2:49Lena: Und den Rest holt sich der Rechner selbst?
- 2:52Jonas: Genau.
- 2:52Jonas: Laut Microsoft muss die Person nur das Netz verbinden und sich anmelden, Programme und Einstellungen kommen danach von allein.
- 2:59Lena: Dafür muss aber vorher schon etwas vorbereitet sein.
- 3:02Jonas: Richtig.
- 3:02Jonas: Das Gerät muss in der Verwaltung der Firma eingetragen sein, und das Konto der Person muss existieren.
- 3:08Lena: Was braucht die IT für das Konto von mir?
- 3:11Jonas: Eine freie Lizenz, also das Nutzungsrecht für Microsoft 365.
- 3:15Jonas: Microsoft nennt das ausdrücklich als ersten Schritt: Lizenzen kaufen, bevor man jemanden anlegt.
- 3:21Jonas: Ist keine frei, kann die IT das Konto trotzdem anlegen und eine weitere dazukaufen.
- 3:26Jonas: Diese Kaufentscheidung gehört aber vor den Starttag, nicht in den Montagmorgen.
- 3:30Lena: Wer gibt das Geld für Gerät und Lizenz frei?
- 3:32Lena: Bei uns wartet so etwas gern auf meine Unterschrift.
- 3:35Jonas: Genau deshalb steht es in der ersten Meldung.
- 3:38Jonas: Die IT schlägt vor, die Geschäftsführung gibt einmal frei, und niemand wartet am Starttag auf eine Unterschrift.
- 3:44Lena: Und der Rechner aus dem Lager?
- 3:46Lena: Den haben wir ja schon bezahlt.
- 3:48Jonas: Den kann man nehmen, aber nur frisch zurückgesetzt.
- 3:50Jonas: Microsoft beschreibt dafür einen eigenen Weg, der ein vorhandenes Gerät schnell für eine neue Person vorbereitet.
- 3:57Jonas: Vorher prüft jemand, ob darauf noch Dateien des Vorgängers liegen, die nirgends sonst gespeichert sind.
- 4:02Jonas: Das Konto des Vorgängers ist in jedem Fall tabu.
- 4:06Lena: Zweiter Punkt, ich sage der IT meistens: Sie bekommt dieselben Rechte wie ihr Kollege.
- 4:10Lena: Ist das falsch?
- 4:11Jonas: Es klingt praktisch, aber es kopiert die Geschichte des Kollegen mit.
- 4:15Jonas: Der ist vielleicht seit zehn Jahren im Haus und hat Zugriff auf alte Projektordner und auf die Lohnliste, weil er mal ausgeholfen hat.
- 4:22Lena: Und die Neue hätte das dann alles am ersten Tag.
- 4:24Jonas: Genau.
- 4:24Jonas: Der IT-Grundschutz sieht das Gegenteil vor: Rechte nur nach dem tatsächlichen Bedarf für die Aufgabe, das Prinzip der geringsten Rechte.
- 4:32Jonas: Und wer mehr als den Standard will, bekommt es nur mit Begründung und nach einer Prüfung.
- 4:36Lena: Wer entscheidet denn, was der Bedarf ist?
- 4:39Lena: Die IT kennt die Aufgaben doch gar nicht.
- 4:42Jonas: Das entscheidet die Führungskraft: Sie sagt, welche Abteilung, welche Programme, welche Ordner, und die IT setzt es um.
- 4:48Jonas: Am einfachsten geht das mit festen Rollen: ein Paket für den Einkauf, eines für den Vertrieb, eines für die Buchhaltung.
- 4:55Jonas: Die neue Person bekommt ihr Paket, nicht die Geschichte ihres Vorgängers.
- 4:59Lena: Das klingt nach viel Vorarbeit.
- 5:02Jonas: Einmal, ja.
- 5:02Jonas: Danach geht jeder Eintritt schneller, weil niemand mehr einzeln überlegt.
- 5:07Jonas: Und der IT-Grundschutz sieht ohnehin vor, dass festgehalten wird, wer welche Rechte hat.
- 5:12Jonas: Diese Liste wird regelmäßig geprüft, ob sie noch zu den Aufgaben passt.
- 5:16Lena: Bei uns wollte neulich ein Neuer Administratorrechte, damit er selbst Programme installieren kann.
- 5:22Lena: Was spricht dagegen?
- 5:24Jonas: Ein Administrator darf alles am Rechner, je nach Rolle sogar in der ganzen Firmenumgebung.
- 5:29Jonas: Klickt er auf eine falsche Mail, darf das Schadprogramm ebenfalls alles.
- 5:33Jonas: Microsoft empfiehlt, die höchste Verwaltungsrolle an weniger als fünf Personen zu vergeben.
- 5:38Jonas: Ein neuer Mitarbeiter gehört nicht dazu, auch nicht für die erste Woche.
- 5:42Lena: Und wenn er ein Programm wirklich braucht?
- 5:44Jonas: Dann beantragt er es, die Führungskraft gibt frei, und die IT spielt es auf.
- 5:49Jonas: So bleibt nachvollziehbar, was auf welchem Rechner läuft.
- 5:52Lena: Und wenn die Neue nach einem Jahr in eine andere Abteilung wechselt?
- 5:56Jonas: Dann bekommt sie das Paket der neuen Abteilung, und das alte wird entfernt.
- 5:59Jonas: Der Grundschutz sieht vor, dass nicht mehr benötigte Rechte bei personellen Veränderungen verschwinden.
- 6:05Lena: Was ist mit Aushilfen und Praktikanten?
- 6:07Lena: Die sind ja nur drei Monate da.
- 6:09Jonas: Für sie gilt dasselbe, nur mit Enddatum.
- 6:11Jonas: Das steht schon in der ersten Meldung, dann vergisst es beim Austritt niemand.
- 6:14Jonas: Und auch sie bekommen ein eigenes Konto, kein geliehenes.
- 6:17Jonas: Für Leihkräfte und externe Hilfe sieht der Grundschutz vor, dass sie bei längerem Einsatz wie die eigenen Leute eingewiesen werden.
- 6:24Lena: Dritter Fall: Gerät da, Konto da, Rechte passen.
- 6:28Lena: Was kann jetzt noch schiefgehen?
- 6:30Jonas: Die erste Anmeldung.
- 6:31Jonas: Ein typischer Fall: Die IT schickt das Startkennwort per Mail an die private Adresse, oder es klebt auf einem Zettel am Bildschirm.
- 6:39Lena: Das ist doch nur für einen Tag.
- 6:42Lena: Man muss es beim ersten Anmelden ohnehin ändern.
- 6:46Jonas: Bei Microsoft ist das die Voreinstellung, ja.
- 6:48Jonas: Aber bis dahin kann sich jeder, der die Mail oder den Zettel sieht, als die neue Person anmelden.
- 6:54Jonas: Und der IT-Grundschutz ist da streng: Ein Kennwort darf nur der Person selbst bekannt sein.
- 6:58Lena: Wie macht man es besser?
- 7:00Jonas: Microsoft bietet dafür einen befristeten Zugangscode für die erste Anmeldung.
- 7:04Jonas: Er gilt in der Grundeinstellung eine Stunde und lässt sich so einstellen, dass er nur einmal funktioniert.
- 7:09Jonas: Den gibt die Führungskraft oder der Pate am ersten Morgen persönlich weiter.
- 7:13Jonas: Damit richtet die neue Person ihre eigene Anmeldung ein, danach ist der Code wertlos.
- 7:18Lena: Und wenn der Code abläuft, bevor sie fertig ist?
- 7:22Jonas: Dann stellt die IT einen neuen aus.
- 7:24Jonas: Microsoft beschreibt genau diesen Fall: Dauert die Einrichtung länger als zehn Minuten, braucht es bei einem Einmalcode einen zweiten.
- 7:32Lena: Und dann kommt der zweite Faktor.
- 7:35Lena: Das ist die Bestätigung übers Handy?
- 7:38Jonas: Genau, eine zweite Bestätigung neben dem Kennwort, meist über eine App auf dem Telefon.
- 7:42Jonas: Und hier verpassen viele eine Änderung.
- 7:45Jonas: Früher hatten neue Nutzer bei den Sicherheits-Grundeinstellungen von Microsoft vierzehn Tage Zeit dafür.
- 7:50Jonas: Seit dem neunundzwanzigsten Juli zweitausendvierundzwanzig gibt es diese Schonfrist nicht mehr.
- 7:55Lena: Das heißt, die Einrichtung muss am ersten Tag passieren.
- 7:59Jonas: Ja, gleich bei der ersten Anmeldung.
- 8:00Jonas: Wer dann kein Telefon dabeihat oder die App nicht installieren will, kommt nicht weiter.
- 8:05Lena: Da habe ich sofort die nächste Frage: Kann ich verlangen, dass jemand dafür sein privates Handy nimmt?
- 8:11Jonas: Das klären Sie mit Ihrer Personalabteilung, nicht mit der IT.
- 8:14Jonas: Wer kein Diensthandy hat und das private nicht nutzen will, bekommt einen Sicherheitsschlüssel, ein kleines Gerät für den USB-Anschluss.
- 8:21Jonas: Den Schlüssel muss die IT vorher freischalten, mit Microsofts einfachen Grundeinstellungen allein geht nur die App.
- 8:27Jonas: Microsoft empfiehlt solche Schlüssel ohnehin für Konten mit weitreichenden Rechten, sie gelten als besonders sicher gegen gefälschte Anmeldeseiten.
- 8:35Lena: Und was gehört außer der Technik noch in den ersten Tag?
- 8:39Jonas: Die Verpflichtung auf den Datenschutz.
- 8:41Jonas: Die Datenschutzaufsicht von Bund und Ländern schreibt, dass sie bei Aufnahme der Tätigkeit erfolgen muss, möglichst spätestens am ersten Arbeitstag.
- 8:48Jonas: Zuständig ist die Unternehmensleitung oder jemand, den sie damit beauftragt.
- 8:52Jonas: Empfohlen wird eine schriftliche oder elektronische Erklärung, die Sie aufbewahren.
- 8:57Lena: Und wohin wendet sich die Neue, wenn ihr eine Mail komisch vorkommt?
- 9:02Jonas: Das gehört in die erste Stunde: wo sie Probleme meldet, wer ihre Ansprechperson ist und welche Regeln im Haus gelten.
- 9:08Jonas: Der IT-Grundschutz sieht ausdrücklich vor, dass neue Leute über bestehende Regeln und Abläufe informiert werden.
- 9:14Lena: Was kostet mich das alles?
- 9:15Jonas: Kaum Geld, vor allem die richtige Reihenfolge.
- 9:17Jonas: Die Arbeit ist dieselbe, ob sie drei Wochen vorher passiert oder am Montag um neun.
- 9:22Jonas: Nur sitzt im zweiten Fall jemand daneben und wartet.
- 9:24Jonas: Und am Ende teilt er sich doch wieder ein Kennwort mit dem Kollegen.
- 9:28Lena: Dann bitte zum Schluss die drei Regeln.
- 9:30Lena: Was lege ich morgen im Haus fest?
- 9:33Jonas: Erstens: Sobald der Vertrag unterschrieben ist, meldet das Personal Name, Starttermin und Abteilung an Führungskraft und IT.
- 9:40Jonas: Die Führungskraft sagt, welches Gerät, welche Programme und welche Ordner die Person braucht.
- 9:46Jonas: Zweitens: Jede neue Person bekommt ein eigenes Konto, ein frisch eingerichtetes Gerät und Rechte nach ihrer Rolle, nicht nach dem Kollegen.
- 9:54Jonas: Administratorrechte gehören nicht dazu.
- 9:57Jonas: Drittens: Am ersten Morgen gibt der Pate den Zugangscode persönlich weiter.
- 10:01Jonas: Zweiter Faktor, Datenschutzverpflichtung und die Frage, wo man Probleme meldet, sind vor dem Mittag erledigt.
- 10:08Lena: Das ist machbar.
- 10:09Lena: Und wenn ich das nicht selbst nachhalten will?
- 10:12Jonas: Wer mit kjello arbeitet, meldet die neue Person im Portal an.
- 10:16Jonas: Dann werden Microsoft-Konto und Lizenz angelegt, und das Gerät wird beschafft und eingerichtet.