Latest / Spirit Mind Energy – Dein Universum für moderne Spiritualität | Gespräche mit Petra Baum / 070 Crowley Tarot verstehen (3) Intuition & Transformation I Bernhard Huber & Petra Baum
Transcript
- Petra: Hallo zusammen, ich bin Petra Baum von SpiritMind Energy und wir starten heute mit dem vierten Teil unserer Serie über Alistair Crowley. Ich glaube, wir haben es schon sehr umfassend über die Geschichte, über den Schwarzmagier, über den Aufbau, über unterschiedliche Benennungen und wie man damit arbeiten kann, vom Grundsätzlichen, vor allem im Unterschied zu Rider Waite, erklärt. Und heute kommt noch mal so der Praxisteil hinterher, ⁓ zu sagen, wie kann ich es denn jetzt konkret für intuitive Tarotarbeit oder mit Legesystem verbinden. Lieber Bernhard, ich freue mich sehr, dich wieder an meiner Seite zu haben und es ist deine Bühne. Bernhard Huber: Ja, danke schön. Ja, es gibt tatsächlich diese beiden Arten, mit jedem Tarot-Dec zu arbeiten. ganz besonders die intuitive Arbeit, weil da habe ich natürlich den breitesten, größten Interpretationsspielraum. Deswegen will ich mal anfangen mit Legesystemen. ⁓ Petra: ⁓ Wir hangeln uns durch. Bernhard Huber: Legesysteme verwendet man meistens bei ganz speziellen Anlässen. Sei es in einer Hochzeit, sei es an einem Neubeginn an einer Arbeit oder am Ende eines Zyklus. Sei es, habe die Universität abgeschlossen, so und jetzt schaue ich, wo stehe ich jetzt gerade und wohin darf ich mich entfalten. Da nutze ich sehr gerne ein Legesystem, weil es strukturiert Da kann ich ganz konkret das System nutzen, ⁓ strukturiert die Fragen zu stellen. Jede Struktur hat einen Vorteil, weil sie hat einen Rahmen, dann weiß ich, wo ich dran bin. Auf der anderen Seite grenzt sie aber auch immer ein. Petra: Sie reglementiert die Aussagekraft einer Karte. Bernhard Huber: Genau. Also wenn ich ein Legesystem nehme, dann kann ich das für diesen Moment, für diesen Anlass nutzen und nehmen und schauen, was ist jetzt gerade. In der täglichen Arbeit nutze ich das Taro aber so gut wie immer intuitiv. Wenn ein Klient zu mir kommt, schildert sein Thema, mit dem er jetzt unterwegs ist, was ihm auf dem Herzen brennt. Dann höre ich mir das an und dann beginne ich ganz häufig damit, dass ich sage, zieh mal eine Tarotkarte mit der Frage an deine innere Weisheit, wieder erst den Fokus nach innen, Aufmerksamkeit nach innen, mit der Frage an deine innere Weisheit, worum geht es wirklich. So dann erscheint ein Tarotbild und dann sehe ich auf den ersten Blick korrespondiert das Thema mit dem eigentlichen ursprünglichen Thema, was sozusagen auf der Seele brennt. Gibt es da eine Verbindung? Ist es vielleicht ein ganz kleiner Aspekt dieses großen Themas, was sich da zeigt? kommt ein grosses Arkanum, dann weiß ich, ⁓ ja, ist wirklich ein grosses Thema dahinter oder kommt eine Zahlenkarte, eine Hofkarte. kann ich schon mal so eine erste Einschätzung machen. Und je nachdem, welches Tarot-Bild dann kommt, dann kann ich auch ganz gezielt mit Fragen den Klienten dann weiter in die Tiefe leiten. Und kann, wenn ich das Gefühl habe, ich gehe da ganz intuitiv vor, Und ich sehe dann, was die innere Weisheit Entweder die bestätigt diese oder die widerspricht. Da kommt die neuen Schwerter, Grausamkeit. Dann weiß ich, das kann auf gar keinen Fall sein, was der Klient jetzt da gerade sagt. Dann gehe ich da auf Suche. ⁓ Was genau meint er denn damit, wenn er diese oder jene Formulierung verwendet? Und so gehe ich Schritt für Schritt immer weiter in die Tiefe, bis wir am eigentlichen Thema angelangt sind. Petra: Das heißt, du gehst dann Schritt für Schritt, aber auch zu einem gewissen Schritt wieder eine weitere Karte, ⁓ wieder in die weitere Richtung zu kommen. Bernhard Huber: Genau, manchmal reicht es, wenn ich eine Karte ziehe, eine Eingangskarte, dann ist alles klar. Manchmal brauche ich vier, fünf, sechs, sieben Karten, ⁓ mich nach unten hin zu hangeln und zu prüfen und zu gucken, wo geht es da lang jetzt. Petra: Mhm. glaube, das hat ja auch viel mit dem Klienten zu tun, wie vielleicht manchmal vermeintlich festgefahren schon Situationen sind oder wie gut man einige Sachen auch vor sich selber negiert und den eigenen Zugang sehr vergraben Bernhard Huber: Ich erlaube immer dem Klienten, dass er seine Wahrheit leben darf. Und wenn ich noch so deutlich sehe, ach, das stimmt nicht, was er sagt, da steckt was ganz anderes dahinter. Wenn er nicht offen ist, es nehmen kann, dann verneige ich mich innerlich Petra: Okay. Bernhard Huber: Respektiere seine Wahrheit, die jetzt in diesem Moment eben seine Wahrheit ist. Mehr geht nicht, mehr kann er nicht. Und dann lasse ich ihn. Es ist immer ein Angebot. Genau. Und es liegt immer an einem Menschen selber, ob er dann den nächsten Schritt machen will, weil ... Petra: Aber es ist ein Angebot. Bernhard Huber: Es geht ja am Ende immer darum, die unangenehmen Gefühle einzutreten. Es sind immer die versteckten Themen, die alten Schmerzen aus der Kindheit, die Verurteilungen, die Schuld, die ich von meinen Eltern bekommen habe und die ich selber jetzt mir selber gebe für ständig irgendwelche Dinge, wo ich versage, wo ich Fehler mache, wo ich was falsch gemacht habe, verurteile ich mich selber und das kann sich nicht gut anfühlen. Und ein Mensch, mit dem ich arbeite, ich prüfe immer, jedem Moment ist er wirklich bereit, diesen unangenehmen Gefühlen zu begegnen. Und ich gehe immer nur so weit, er oder sie es will, weil ein Mensch ist frei. Und es macht gar keinen Sinn, wenn ich jetzt anfangen würde, Druck zu machen. Das ist ja... völlig kontraproduktiv. Petra: Dann würden wir es ja von unserer Warte oder von dem, was wir meinen, was es bei dem Gegenüber sein könnte, arbeiten. das Bild oder die Stimmung der Karte, spricht ja auch mit dir anders als mit jemand anderem. die Akzeptanz muss man dann wirklich haben zu sagen, ich gebe die Möglichkeit, soweit du selber bereit bist, diesen Weg zu gehen. Bernhard Huber: Genau. So ist es. Ja, das gebietet doch Respekt vor dem anderen. Es geht gar nicht anders, als dass ich respektvoll mit dem anderen gehe und ihn in seinen Schritten respektiere, die er machen und gehen kann. Und ja, wenn wir halt in der ersten Sitzung nur bis zu einem bestimmten Punkt kommen, dann braucht es vielleicht eine zweite, eine dritte, eine vierte Sitzung. Eine fünfte, sechste, wie viel auch immer, das spielt ja keine Rolle, weil jeder Petra: Ja, ja. Bernhard Huber: geht in seinem eigenen Tempo und das gilt es zu respektieren. Ich nutze das Tarot tatsächlich als Werkzeug, so wie man einen Hammer benutzt, ⁓ einen Nagel in die Wand zu klopfen. So benutze ich das Werkzeug, ⁓ die Sprache der Seele sichtbar und hörbar zu machen. Petra: zu spiegeln, dass man das Potenzial für sich selbst erkennen kann. Es ist ja auch keine Einbahnstraße, in die man sich bewegt, sondern es sind ja jedes Mal neue Möglichkeiten, die sich aufgeben. Bernhard Huber: Genau. Ja genau. Und ich stelle nur den Raum zur Verfügung. Der ist komplett offen. Wenn ein Klient kommt mit seinem Thema, dann ist der Raum komplett offen. Und mit dem Werkzeug Taro schauen wir dann in welche Richtung wir uns bewegen wollen. Und dem gebe ich Raum. Im Grunde ist es ein Liebesraum. Petra: Ja. Bernhard Huber: Ich bin da als Liebe. Und in diesem Liebesraum kann sich ein Mensch öffnen, kann sich ein Mensch zeigen, so wie er ist, mit all seinen Themen. Da wird nichts bewertet, beurteilt, verurteilt. Alles darf genau so sein, wie es ist. Und alles ist angenommen in Liebe. Und allein Dieser Raum bewirkt schon Heilung bei den meisten Menschen. Petra: vor allem weil es dann ja in dem Moment auch diese bedingungslose Liebe ist, die keinerlei Ansprüche oder Forderungen oder Konsequenzen mit sich bringt, wie Liebe ja manchmal konditioniert wird, sondern die einfach, ja wie du sagst, den Raum hält, öffnet und sein lässt. Das ist schon ein tiefes Eintauchen. Bernhard Huber: In der Tat, es ist ein tiefes Eintauchen und die allermeisten Menschen sind schon alleine nur von diesem Raum Und wenn man dann liebevoll und achtsam die Themen berührt, in der Folge 2, glaube ich, habe ich gesagt, es geht darum wirklich aus dem Herzen heraus. in diesen Erfahrungsraum der Karten, die die Karten repräsentieren einzutreten und zu fühlen. Da sein zu lassen. All die unangenehmen Gefühle, Konditionierungen und all das Schmerzhafte, was wir alle in der Kindheit erlebt und erfahren haben. Da sein lassen. Umarmen. Annehmen. Damit sein. Das ist die eigentliche Transformation am Ende. Und dann hat das Werkzeug Taro einen ganz wundervollen Dienst erwiesen. Petra: Definitiv. Und wir entscheiden ja auch, mit welchem Wertzeug wir selber etwas anfangen können. Jeder darf seinen individuellen Zugang haben. Aber ich glaube, das Wichtigste ist ja wirklich dieses, wenn du einmal in diesem Raum angekommen bist, zu sagen, da gibt es keine Bewertung, da bist du nicht verletzlich, da bist du nicht schwach, da bist du in deinem Sein so, wie du bist und wie du dich fühlen. magst Bernhard Huber: Ja, Da beginnt dann die wahre, wirkliche Heilung. Da hat Taro dann seinen Dienst getan, weil Taro ist nichts anderes wie ein Wegweiser. Es ist ein Wegweiser da, da du langgehen. ⁓ wenn ich den Weg gehe, dann hat der Wegweiser seinen Dienst erfüllt. Weil muss ich selber. Petra: Ja, ja. Gehen dürfen wir immer selber. Aber das Karo bietet halt wirklich für meinen dafür halt immer so einen wunderbaren Einstieg. Weil diese Karte, wie du ja sagst, das ist Papier mit einer Malerei drauf, trotzdem so etwas tief transformierendes anstoßen kann, wenn ich es zulasse. Und es ist nicht das Gespräch mit jemandem, der der Meinung ist, man dürfte oder sollte mal etwas tun. Bernhard Huber: Genau. Petra: sondern man zieht sich die Karte selber, man spürt die Resonanz, wenn man es zulassen kann und man ist in dieser Energie dann auch drin, wie auch immer sich die Energie entfaltet. Es ist so eine wunderbare Zwischenstufe, ⁓ weiterzugehen. Bernhard Huber: Ja, man kann ganz vieles alleine machen und meiner Erfahrung, da spreche ich wirklich aus meiner Erfahrung, ganz tiefen da lasse ich mich selber auch begleiten. Da braucht es jemanden, der einfach liebevoll den Raum hält, sich das zeigen kann, was so die Urverletzung eines jeden Menschen darstellt. Das sind unterschiedliche Themen bei verschiedenen Menschen, aber es gibt so eine Urverletzung in jedem Menschen. Und da ist es einfach hilfreich, wenn ein anderer Mensch da ist. Weil die Urverletzungen sind ja durch Menschen entstanden. Die fallen ja nicht vom Himmel, sondern die sind... durch Menschen entstanden und die können auch nur durch Menschen und mit Menschen geheilt werden. Deswegen kann man mit dem Taro sehr, sehr weit alleine arbeiten mit sich selbst. Ich will es nicht ausschließen, dass man auch an die Urverletzungen alleine hinkommt, aber wir sind halt Menschen und sind soziale Wesen. Petra: Wir dürfen es auch sein. Bernhard Huber: Ja, da braucht es einfach auch andere Menschen, die Verletzungen dann wieder heilen dürfen. diesen Raum stelle ich einfach gerne zur Verfügung, Petra: glaube, damit hast du auch etwas ganz, ganz Wichtiges angesprochen. Tarot ist wunderbar zur Selbstreflektion auf vielen Ebenen und man kann sehr viel über Impulse, was möchte gesehen werden, sehr, sehr gut eintauchen. Aber ob es die Urverletzung sind oder, wage ich sogar zu sagen, wenn es Sachen sind, die sehr wichtig sind in dem Moment, macht es immer Sinn, auch das ist meine Erfahrung, mit jemand anderem zu arbeiten, ganz unabhängig, wie erfahren man selbst ist. Manchmal möchte man ja dann doch vielleicht die Abkürzung gehen oder das hören, was man hören wollte oder wie auch immer. Dafür sind wir Menschen. Und es hilft so ungemein, wenn jemand dann den Raum offen hält, ⁓ je mehr man reinkommt, es ist, glaube ich, sehr hilfreich, das gegenüber zu haben, was einen hält und auffangen kann, sag ich mal. Bernhard Huber: Einfach nur da ist, einfach nur liebevoll da ist und Zeuge der Transformation ist. Im Grunde bin ich nur Zeuge der Transformation. Petra: Ja, ein umrahmendes, liebendes Element. Ich glaube, damit sind wir auch am Ende unserer Serie angekommen. Es waren natürlich einige Sachen, die sich nicht nur speziell auf Blaise de Crowdy beziehen, sondern ganz allgemein, wertvoll die Arbeit mit Tarot ist und auch wie ernsthaft man sie betreiben und anbieten darf. Bernhard Huber: Mh. Petra: ⁓ eben dem Gegenüber die beste Möglichkeit zur Transformation zu bieten. Und gleichzeitig auch, wie du ja sagtest in der ersten Folge, du hast immer wieder eine Karte gezogen, hast geguckt, auch was andere darüber schreiben, bist immer mehr in deine eigene Intuition gekommen. Und das ist, ich, ein Prozess, der hört nicht auf, oder? Bernhard Huber: Nee, der hört nicht auf. Ich bin natürlich ein Büchermensch. Ich kaufe mir immer Bücher, wenn ich merke, dass ich da tiefer einsteigen will. Vielleicht kann ich am Ende noch darauf hinweisen, dass ich selber auch mit Gert-Bodizigl ein Buch geschrieben habe. Taro spiegelt einer neuen Zeit. Petra: Ja, das ist auch gut so. ⁓ Ja. Bernhard Huber: Ich schaue selber auch immer mal wieder noch in mein eigenes Buch hinein, weil man Impulse bekommt, man in dem Moment selber, da kommt man einfach nicht drauf. Von daher, ja, es ist ein lohnender Weg. Petra: Ja, genau diese Mischung. Ja, es ist ein Lohn, genau diese Mischung aus der eigenen Intuition. Und ich glaube, die Energie der Karte, was sie mit dir macht, die spürt man sofort. Aber es gibt eben auch diesen Rahmen drum herum. Und da hilft es dann jedem von uns, auch nochmal, sei es das eigene Buch oder sei es das Fachbuch, vor Augen zu halten und zu sagen, vielleicht habe ich gerade in meiner Fragestellung nur in eine Richtung geguckt und jetzt sehe ich plötzlich noch weitere Impulse. Und das macht ja auch Bernhard Huber: Mhm. Petra: Tarot oder Transformationsarbeit so groß. Lieber Bernhard, ich danke dir aus ganzem Herzen. Es war ein spannendes Eintauchen in ein polarisierendes Deck und übergreifend, wie man mit Tarot arbeiten kann. Ganz, ganz herzlichen Bernhard Huber: Danke dir, liebe Petra, für diese schöne Begleitung hier, dieses schöne Gespräch. Herzlichen Dank einfach. Petra: Sehr gerne. Tschüss! Bernhard Huber: Ciao!