Latest / ntv Wirtschaft / Tank-Schock durch Nahost-Krise! Sprit so teuer wie seit fast zwei Jahren nicht mehr
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- An der Zapfsäule wird's wieder teurer. Benzin und Diesel kosten so viel wie seit fast zwei Jahren nicht. Gleichzeitig rutschen die Aktienmärkte ab. Öl und Gas ziehen kräftig an. Und ganz konkret spüren es gerade auch viele Reisende. In den Golfstaaten sitzen Zehntausende nach Angriffen fest, Flüge werden ausgesetzt. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und Stimme der Sprecherin wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Der Konflikt im Nahen Osten schlägt bei uns an der Tankstelle durch. Laut ADAC kostete Super E10 am Sonntag 1,79 Euro pro Liter und bei Diesel waren es 1,76 Euro pro Liter. Unterm Strich ist es der höchste Stand seit fast zwei Jahren. Warum das Ganze? Der wichtigste Treiber ist typischerweise der Ölpreis, zusammen mit dem Dollarkurs. Und der Ölpreis reagiert auf die Eskalation auch deshalb, weil der Iran den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz eingeschränkt hat. Da geht jeden Tag rund ein Fünftel der globalen Öltransporte durch. Wenn da etwas hakt, werden Märkte schnell nervös. Allerdings versuchen Förderstaaten gegenzuhalten. Das Ölkartell OPEC hat beschlossen, die Tagesproduktion zu erhöhen, um Engpässe und zu starke Preisanstiege zu verhindern. Auch wenn das nicht ausdrücklich mit der aktuellen Lage begründet wurde. Der ADAC sagt dennoch, es könnte weiter hochgehen. Das sieht auch Stefan Kemper, Anlagestratege der BNP Paribas, so. Unsere Börsenreporterin Corinna Wohlfeil hat ihn dazu befragt. Was sind Ihre Szenarien jetzt für den Ölpreis? Er stieg ja schon in der Spitze um 15 Prozent, kommt jetzt ein Stück weit zurück. Ich glaube, das wird sehr stark davon abhängen, was jetzt in der Straße von Hormuz passiert. Die Straße von Hormuz ist quasi die Hauptschlagader des globalen Ölmarktes. Bis zu 20 Prozent der globalen Ölproduktion müssen dadurch. Wenn die langfristig verstopft bleibt, dann haben wir irgendwann ein Problem, das wir nicht auffangen können. Dann denke ich, ist es durchaus möglich, dass wir Ölpreise deutlich jenseits von 120 sehen. Was ist Ihrer Meinung nach momentan das größte Risiko im Iran? Ich glaube, das größte Risiko im Iran ist ein Machtvakuum, dass es halt keinen geordneten Nachfolgeprozess für den Ayatollah gibt, sondern dass da unterschiedliche Parteien unterschiedliche Interessen verfolgen. Das könnte dazu führen, dass der Iran deutlich noch stärker unberechenbar wird, als das im Augenblick sowieso schon ist. Welche Ziele verfolgt eigentlich Trump? Er hat sie ja nie laut kommuniziert. Das ist tatsächlich die große Frage. Er hat in einem Interview mit der New York Times erst gestern so einen gewissen Hinweis gegeben. Er hat dann nochmal viel über die Operation in Venezuela gesprochen und hat das dann auch für den Iran als das perfekte Szenario letzten Endes definiert. Das würde bedeuten, man schaltet die Führung aus. Das würde ich sagen, haben sie in gewissen Teilen getan und versucht dann eigentlich mit der neuen Führung, die Teil des alten Regimes ist, eine Verhaltensänderung herbeizuführen. Sprich eine deutlich freundlichere, kooperativere Haltung gegenüber den USA. Nervös. Das ist gerade das Schlüsselwort. Erst an der Zapfsäule. Und dann auch an der Börse. Zum Wochenbeginn geht's am deutschen Aktienmarkt deutlich runter. Der DAX verliert. Besonders unter Druck Fluggesellschaften, Banken und konsumabhängige Aktien. Lufthansa und TUI verlieren. Währenddessen laufen andere Titel in die Gegenrichtung. Energiefirmen steigen, weil Öl und Gas teurer werden. Wie sich Anleger in diesen unsicheren Zeiten aufstellen sollen, darüber hat Corinna Wohlfeil mit Askan Iredi von der Plutos-Vermögensverwaltung gesprochen. Es gibt jetzt schon die Ersten, die rechnen und sich angucken, alte Nahostkonflikte, wie lange waren da nachher, hat es gedauert, bis die Minuszeichen wieder ausgebügelt werden, um die 40 Tage, habe ich irgendwie gelesen. Was raten Sie aktuell Anlegern, die sich jetzt Sorgen machen um ihr Vermögen? Ich glaube weiterhin, was wir auch schon seit Wochen sehen, nämlich dass eher klassische Qualitätsaktien, Nahrungsmittel, Versorgungsaktien, alles im Bereich Medizin definitiv den stabileren Ort für die Geldaufbewahrung bietet, als nun gerade Wachstum und Risiko. Es bedeutet also, dass wir auch die nächsten Wochen uns wahrscheinlich eher weiter von Risikoinvestments trennen werden und dann auf Qualität umsatteln müssen. Ansonsten haben wir wie an solchen Tagen, wie es gewohnt sind, die typischen Reaktionen bei Rüstungsaktien, die gesucht sind, auf der anderen Seite Airlines, Touristik unter Druck. Sehen Sie da Handlungsbedarf oder momentan eine Übertreibung? Das dürfte eher eine Übertreibung sein, weil sicherlich wird die Welt irgendwann wieder normal werden. Fakt ist aber auch, dass natürlich die Gefahr auch für Terroranschläge deutlich angestiegen ist, weshalb natürlich eine gewisse Verunsicherung an der Stelle eben auch länger dauern kann. Heißt also, genauso wie für Risikoinvestments gilt natürlich auch, dass die Weltordnung erstmal wieder beträchtlich gestört wird. Anleger gehen in die vermeintlich sicheren Häfen. Dazu zählt auch Gold. Sehen wir heute einen Anstieg auch bei Silber. Gold ist ja aber auch schon auf einem hohen Niveau. Wie sehen Sie da die weitere Entwicklung? Ja, da sehe ich das ganze Jahr positiv weiterhin. Nicht mehr der ganz schnelle Anstieg wie letztes Jahr. Aber insgesamt sehen wir, dass eben diese Flucht in den sicheren Hafen Edelmetalle, das betrifft ja alle Edelmetalle, definitiv anhalten wird. Und so gesehen ist es durchaus noch positiv. Wie gesagt, nur etwas mit gebremstem Schaum. Die große Frage bleibt die Straße von Hormuz. Wenn sie länger als nur ein paar Wochen für Öl- und Gasexporte dicht wäre, könnte das das Wachstum bremsen und die Inflation spürbar anheizen. Und es geht nicht nur um Öl. Auch etwa ein Fünftel der weltweiten Flüssiggasexporte wird dort durchgeleitet. Wenn es dort Störungen gibt, hat das auch Folgen für deutsche Unternehmen und den internationalen Handel. Darüber hat unsere Moderatorin Verena Fels mit Dirk Jandura, dem Präsidenten des Bundesverbandes Großhandel-Außenhandel-Dienstleistungen gesprochen. Was bedeutet es ganz konkret für Unternehmen hier bei uns, wenn Rohöl und Treibstoff knapp und somit teurer werden? Und welche Folgen erwarten Sie für die deutsche Wirtschaft insgesamt? Ich würde sagen, insgesamt hängen die Folgen natürlich davon ab, wie lange der Konflikt dauert, also die Dauer, die Intensität und natürlich auch die regionale Ausweitung des Konflikts. Deshalb ist es da schwer, ein Szenario zu formulieren. Grundsätzlich ist es so, wir können im Moment keinen Versorgungsengpass erkennen. Also das wäre viel zu kurzfristig, sondern es gibt temporäre Verzögerungen möglicherweise. Wir merken natürlich die Frachtraten, die Versicherungsprämien, die steigen und all diese Dinge. Aber jetzt einen unmittelbaren Versorgungsengpass können wir für die deutsche Industrie im Moment zumindest im Großen und Ganzen noch nicht erkennen. Öl-Gas-Indizes. Das klingt schnell nach großer Weltwirtschaft. Aber die Folgen landen am Ende in sehr konkreten Situationen. Zum Beispiel Menschen, die gerade einfach nur nach Hause wollen. Nach den iranischen Angriffen sitzen Zehntausende in den Golfstaaten fest. Der Deutsche Reiseverband sagt, es ist noch zu früh, um vorherzusagen, wie sich die Eskalation auf die Tourismusbranche auswirkt. Gleichzeitig betont der Verband, die Sicherheit der Urlaubenden hat oberste Priorität. Rund 30.000 Urlauber von deutschen Reiseveranstaltern seien von der Situation in der Region betroffen. Viele Airlines setzen Flüge in die Region aus. Wie zum Beispiel die Lufthansa mitgeteilt hat, wird Dubai bis zum 4. März nicht mehr angeflogen. Flüge nach Tel Aviv, Beirut und Teheran wurden zunächst bis einschließlich 8. März gestrichen. Wie sich das alles auf den Tourismus in Dubai, Abu Dhabi und anderen Ländern auswirken kann, ordnet Christian Buhr, Tourismusexperte der Hochschule Heilbronn ein. Also der Tourismus in Dubai wird unter dem Iran-Konflikt weiter leiden. Das bedeutet, in der momentan unsicheren Zeit, die wir haben, wird auch die Stornierungswelle losgehen. Das wird nicht nur den Iran betreffen, es wird den Oman betreffen, es wird Abu Dhabi betreffen, es wird die gesamte Region dort betreffen. Und damit wird aufgrund des für den Sommertourismus oder auch jetzt für den Pfingsttourismus, werden die das spüren und werden dementsprechend einen Rückgang der Buchen kommen. Die zweite Frage wird werden, wird der gesamte Bereich des Nahen Ostens als unsicher deklariert werden? Sie können sich zum Beispiel gucken, wo sind die aktuellen Flugrouten und dann wissen Sie, dass vieles gerade über Ägypten geht. Also wird Ägypten eine der sicheren Destinationen sein, die zur Alternative gehören. Es ist schon jetzt so, dass wir feststellen, dass die Türkei aufgrund der eigenen Einschätzung und der vielen, die es als zwar günstiges Land sehen, aber gar nicht sicher sind, ob sie dort genauso sicher sind, auch eine Unsicherheit gibt. Also wird es das Mittelmeer sein oder sogar wieder, weil es als sicher gilt, wie immer in diesen subjektiv wahrzunehmen, in unsicheren Zeiten das bodengebundene Reisen wird boom und damit wird der Tourismus in Deutschland wieder davon profitieren können. Der Nahostkonflikt trifft also nicht nur Öl und Gas, sondern landet auch bei uns, direkt an der Zapfsäule, an der Börse und im Reiseverkehr. Entscheidend bleibt, wie es rund um die Straße von Hormuz weitergeht. Denn davon hängen Preise, Inflation und Lieferketten ab. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.