Latest / Friedrich Nietzsche Podcast in Deutsch / Also sprach Zarathustra - 4. Theil - 13 - Vom höheren Menschen 17-20
Transcript
- 0:00Also sprach Zarathustra ein Buch für alle und keinen vierter Teil
- 0:04Unterkapitel 13 vom höheren Menschen Abschnitt 17
- 0:13Zarathustra erklärt seinen Zuhörern den sogenannten höheren
- 0:16Menschen, wie gute Dinge ihre Ziele erreichen.
- 0:20Er sagt, dass gute Dinge niemals auf einem direkten, geraden und
- 0:23langweiligen Weg an ihr Ziel kommen, sie bewegen sich auf
- 0:27krummen wegen. Er vergleicht dies mit Katzen,
- 0:30die einen Buckel machen und innerlich vor lauter Glück
- 0:33schnurren, wenn sie ihrem Ziel nahe sind.
- 0:36Für Zarathustra gilt, alle wirklich guten Dinge lachen, das
- 0:40Lachen ist bei Nietzsche ein zentraler Begriff, es steht für
- 0:44die absolute Bejahung des Lebens, wer lacht, nimmt die
- 0:47alten, strengen und lebensfeindlichen Regeln der
- 0:50Moral und der Religion nicht mehr wichtig, man kann an der
- 0:54Art, wie ein Mensch geht, erkennen.
- 0:56Ob er seinen wahren Lebensweg gefunden hat?
- 0:59Zarathustra fordert die Menschen auf, auf seinen eigenen Gang zu
- 1:02achten wer seinem Ziel wirklich nahe kommt, der geht nicht
- 1:06einfach nur, sondern der tanzt. Der Tanz ist ein weiteres
- 1:10wichtiges Bild bei Nietzsche, er bedeutet Leichtigkeit, Freiheit
- 1:15und das Loslösen von der geistigen Schwere, die die
- 1:17Menschen oft nach unten zieht. Zarathustra betont, dass er kein
- 1:21starres, lebloses Standbild aus Stein ist.
- 1:24Er liebt die schnelle, lebendige Bewegung.
- 1:27Er weiß, dass es auf der Welt auch Sümpfe, Schlamm und tiefe
- 1:31Traurigkeit gibt, aber ein Mensch, der leichte Füße hat,
- 1:35also einen freien, unbelasteten Geist besitzt, der wird von
- 1:38diesem Schlamm nicht festgehalten.
- 1:41Ein solcher Geist kann selbst über den tiefsten Sumpf so
- 1:44leicht hinweg tanzen, als wäre es eine glatt gefegte Eisfläche,
- 1:48deshalb ruft er den höheren Menschen zu, sie sollen ihre
- 1:51Herzen immer höher erheben. Aber sie dürfen dabei Ihre Beine
- 1:54nicht vergessen. Sie sollen die Beine zum Tanzen
- 1:57nutzen und um die Welt wirklich aus einer neuen, frischen
- 2:00Perspektive zu sehen und alle alten Werte auf den Kopf zu
- 2:03stellen, sagt er scherzhaft. Es ist noch besser, wenn ihr
- 2:07lernt, auf dem Kopf zu stehen. Abschnitt 18 Zarathustra spricht
- 2:13nun von der Krone des lachenden, einer Krone, die aus Rosen
- 2:17gebunden ist Er erklärt, dass er sich diese Krone selbst auf den
- 2:20Kopf gesetzt hat und dass er sein eigenes Lachen für heilig
- 2:23erklärt hat. Er musste dies selbst tun, weil
- 2:26er auf der ganzen Welt keinen anderen Menschen gefunden hat,
- 2:29der stark und frei genug dafür gewesen wäre.
- 2:32Er beschreibt sich selbst mit vielen kraftvollen Bildern, er
- 2:35ist der Tänzer, er ist der leichte, der mit den Flügeln
- 2:38schlägt und bereit ist, sich in die Lüfte zu erheben, er grüßt
- 2:42die Vögel und ist durch und durch leichtfertig aus lauter
- 2:45Glückseligkeit. Zarathustra nennt sich selbst
- 2:48einen Wahrlacher. Das ist ein Wortspiel anstelle
- 2:52eines Wahrsagers, der angeblich die Zukunft Voraussieht, lacht
- 2:56Zarathustra die Wahrheit heraus. Er ist nicht ungeduldig, und er
- 3:00klammert sich an keine absoluten, unumstößlichen
- 3:02Wahrheiten, vielmehr liebt er die Sprüche und auch die
- 3:05Seitensprünge des Geistes, also das freie, spielerische Denken
- 3:09abseits der normalen Wege mit all diesem Stolz auf seine
- 3:13eigene Freiheit betont er noch einmal.
- 3:15Er selbst hat sich diese Krone des Lachens aufgesetzt.
- 3:19Abschnitt 19 Zarathustra wiederholt seinen Aufruf an die
- 3:25Brüder, ihre Herzen hoch zu erheben und das Tanzen der Beine
- 3:28nicht zu vergessen. Wieder erwähnt er das Bild, dass
- 3:31man auf dem Kopf stehen soll, um die alte Ordnung zu kippen, er
- 3:35räumt ein, dass es Menschen gibt, denen das Glücklichsein
- 3:37sehr schwer fällt, es gibt Wesen, die von Natur aus
- 3:41schwerfällig sind, er nennt sie Plumpfüßler.
- 3:45Wenn diese Menschen versuchen, fröhlich zu sein oder gar auf
- 3:48dem Kopf zu stehen, sieht das sehr seltsam und anstrengend
- 3:51aus, als würde ein schwerer Elefant Kunststücke machen.
- 3:55Aber Zarathustra macht Ihnen Mut, es ist tausendmal besser,
- 3:58sich aus lauter Glück wie ein Narr zu verhalten als aus
- 4:02Unglück ein Narr zu sein. Es ist besser, beim Tanzen plump
- 4:06und ungeschickt auszusehen, als innerlich lahm zu sein und sich
- 4:09gar nicht zu bewegen. Er möchte, dass die höheren
- 4:12Menschen seine wichtigste Weisheit lernen.
- 4:15Selbst das Schlimmste auf der Welt hat noch eine gute Seite.
- 4:18Selbst das Schlimmste hat Beine, mit denen man tanzen kann.
- 4:22Die höheren Menschen sollen aufhören, sich selbst zu
- 4:24bemitleiden, sie sollen lernen, sich auf ihre eigenen Beine zu
- 4:27stellen, sie müssen verlernen, in ständiger Traurigkeit zu
- 4:31versinken. Zarathustra nennt dies die App
- 4:34Pöbel Traurigkeit, der Begriff Pöbel steht bei Nietzsche nicht
- 4:38einfach für arme Leute, sondern für die unreflektierte,
- 4:41herdenmäßige Masse der Menschen, die blind alten Werten folgt.
- 4:45Und im ständigen Gejammer über das schwere Leben verharrt
- 4:48Zarathustra ekelt sich vor dieser Traurigkeit und findet
- 4:51selbst die Unterhalter und Spaßmacher dieser Masse
- 4:53unendlich traurig. Die heutige Zeit wird vom Pöbel
- 4:57beherrscht, aber die höheren Menschen müssen sich davon
- 5:00befreien. Abschnitt 20 Zarathustra fordert
- 5:06die höheren Menschen auf zu werden wie der Wind, wenn der
- 5:10Wind aus den Höhlen der Berge stürmt, tanzt er nur nach seiner
- 5:13eigenen Melodie. Unter seiner Kraft fangen sogar
- 5:16die großen Ozeane an zu zittern und zu springen.
- 5:19Dieser Wind ist ein Symbol für den befreiten Geist.
- 5:22Er macht das Unmögliche möglich, zum Beispiel verleiht er Eseln
- 5:26Flügel oder melkt Wilde Löwinnen, Zarathustra preist
- 5:30diesen wilden, unbändigen und freien Sturmgeist dieser Geist
- 5:35kommt wie ein Sturm über die heutige Zeit und über die
- 5:38gedankenlose Masse der Menschen, er vernichtet alles, was alt,
- 5:42Stachelig und vertrocknet ist. Wie welkes Laub und Unkraut.
- 5:47Dieser Geist kann selbst über Sumpf und Trauer tanzen, als
- 5:50wäre es eine wunderschöne Wiese. Der freie Geist hasst die
- 5:54kränklichen Menschen, die nur das schlechte Sehen und aus
- 5:57allem eine düstere Tragödie machen, Zarathustra nennt sie
- 6:01Schwarzsichtige, der lachende Sturmgeist bläst diesen
- 6:05negativen Menschen einfach Staub in die Augen und fegt über sie
- 6:07hinweg, dann spricht Zarathustra den größten Fehler der höheren
- 6:11Menschen an. Er sagt ihnen direkt euer
- 6:15schlimmstes Problem ist, dass ihr nicht gelernt habt, richtig
- 6:17zu tanzen. Richtig tanzen bedeutet für ihn,
- 6:21über sich hinweg tanzen, dies beschreibt das Konzept, der er
- 6:24selbst. Überwindung ein Mensch muss
- 6:27fähig sein, über seine eigenen aktuellen Grenzen, seine Fehler
- 6:30und sein altes Ich hinauszugehen, um eine höhere,
- 6:33bessere Version seiner selbst zu werden.
- 6:36Zarathustra sagt Ihnen, dass es völlig egal ist, wenn sie in der
- 6:39Vergangenheit Fehler gemacht haben oder Missraten sind.
- 6:43Es gibt noch so viele Möglichkeiten in der Zukunft.
- 6:46Das Wichtigste ist, dass sie lernen, über sich selbst zu
- 6:49lachen. Wer über sich selbst lachen
- 6:51kann, nimmt sich und seine Fehler nicht mehr so erdrückend
- 6:54ernst und macht den Weg frei für neues Wachstum.
- 6:57Er feuert die Tänze an ihre Herzen noch höher zu heben und
- 7:01das gute Lachen niemals zu vergessen.
- 7:04Zum Abschluss nimmt er seine Rosenkranzkrone die Krone des
- 7:07lachenden und wirft sie seinen Zuhörern zu.
- 7:11Er hat das Lachen zu etwas heiligem erklärt.
- 7:13Sein allerletzter Befehl an die höheren Menschen lautet schlicht
- 7:16und ergreifend, lernt von mir das Lachen.