Latest / Zusammener finden wir es heraus. Der WARUM Podcast / WARUM leben so viele Menschen ein Leben, dass gar nicht zu ihnen passt?
Transcript
- Sabine Osterauer: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von zusammener finden wir es heraus, der warum Podcast. Und heute habe ich eine ganz exklusive Frage für euch und zwar, warum leben so viele ein Leben, das eigentlich gar nicht zu ihnen passt? Und zu dieser Frage habe ich mir eine Interviewpartnerin eingeladen und sie hat zugesagt, nämlich die liebe Christina Strasser. Und ich freue mich sehr, dass du heute bei mir bist und wir über diese Frage sprechen, weil du weißt nämlich auch, wovon wir dann reden, weil du hast das ja erlebt. Das ist ja mehr oder weniger dein Lebensmotto gewesen oder deine Entscheidung, wie du weitergemacht hast. Und deswegen würde ich sagen, liebe Christina, stell dich doch einmal ganz kurz unseren Zuhörern und Innen vor und sag, wer bist du, woher kommst du, was machst du? Christina Strasser: Sehr gerne, danke liebe Sabine auch für die Einladung, ich freue mich sehr. Ja, also wie schon erwähnt, ich bin die Christine, ich bin jetzt 38, wohnhaft in Wien, also im schönen Österreich und mein beruflicher Hintergrund aktuell ist, dass ich jetzt seit neun Jahren, im August werden es neun Jahre, selbstständig bin und verschiedene Standbeine habe, sage ich jetzt mal. Das eine ist, dass ich Berufungscoach bin, das heißt ich begleite Menschen von der Anstellung hin zu dem Traumberuf in die Selbständigkeit. Das ist der Prozess, den ich ganz viel begleite und auch sehr gerne. Ansonsten bin ich auch Trainerin, also ich mache unterschiedliche Seminare bei Firmen und in Ausbildungsinstituten und bin auch viel auf Bühnen, also bin Speakerin. Da steht jetzt dann auch bald im September meine Tour an, auf die ich mich schon sehr freue. Und das ist so der eine Bereich und der andere Bereich ist, dass ich einen Start-up gegründet habe vor drei Jahren jetzt, bei dem ich ein Produkt sozusagen entwickelt habe und das verkaufe ich und damit bin ich sozusagen auch nach draußen getreten. Das macht auch unglaublich viel Spaß und manchmal auch herausfordernd zwischen zwei Unternehmen zu switchen. Sabine Osterauer: sehr, sehr spannend. Ich glaube, da müssen wir dann nachher auch noch mal kurz darüber plaudern. Vielleicht können wir sie auch in den Podcast einfließen lassen. Die Frage, die wir heute diskutieren, die wir uns anschauen, die stammt ja eigentlich von dir, also da darf ich mich jetzt nicht mit fremden Federn schmücken, sondern die Frage stammt von dir. Erzähl einmal oder erklär einmal, warum du diese Frage vorgeschlagen hast. Wo kommt denn das her? Christina Strasser: Mhm. Also es kommt natürlich aus meiner eigenen Erfahrung, weil ich es einfach selbst erlebt habe, dass man sehr oft Normen folgt, die entweder vom direkten Umfeld vorgegeben sind, was bei mir jetzt nicht unbedingt der Fall war, oder eben von der Gesellschaft, was definitiv, da zähle ich mich schon auch dazu, dieses klassische Bild, okay, man macht Schule, Matura, man geht studieren, man hat einen Job, man lernt einen Partner kennen, man heiratet, man bekommt Kinder, also dieses klassische, was wir kennen, das ist schon etwas, wo man dann anfängt oder nicht anfängt darüber nachzudenken, sondern das einfach danach lebt, ohne darüber nachzudenken. Und ich habe mich auch in dem klassischen Rat befunden, oder ja, habe mich dort wiedergefunden, sage ich einmal, als ich eben bei mir ging es bis zur Anstellung, das heißt Schule abgeschlossen, Matura gemacht und dann war ich im Hamsterrad des Alltags in der Anstellung und irgendwann habe ich mich gefragt, okay, ist es eigentlich das, was ich wirklich will? Und da war recht schnell die Antwort nein. Also das ist eigentlich gar nicht das, was ich will. heißt, sehr viel ist oft von außen bestimmt. Sabine Osterauer: Okay. Ja, also ich kenne das auch so. So, mach Schule und dann ja, schau aus, dass du irgendeinen gut sitzenden Job bekommst, wo du dich nicht viel anstrengen musst, unter Anführungszeichen. ja, dann heiratest du, dann kriegst du also speziell als Frau jetzt, dann kommen die Kinder, Mehrzahl, und ein schönes, nettes Häuschen. Und dann bist du die Versorgerin im Haus, dass ich jetzt gar nicht auch negativ meine. Das muss halt zu einem auch passen. Das war schon, vor allem ich bin ja doch ein bisschen älter wie du, schon auch dieses Klischee, Hausfreund Mutter zu sein, das hat dich mehr oder weniger zu erfüllen, weil das ist dein Weg. Und wenn du sonst ein bisschen was nebenbei arbeiten willst, gehst halt ein bisschen ins Büro. So habe ich zumindest ein bisschen auch mitbekommen von zu Hause. gar nicht funktioniert. Ich habe alles ausprobiert, von Büroarbeit über Heiraten ein Kind. Ich habe dann nach einem Kind bereits aufgehört und mir dachte, okay, ich liebe ja mein Kind über alles, aber Mutter zu sein. Das muss dir schon auch liegen. Und ich bin ja ein klassischer Wassermann mit einem Assistent Zwilling, das heißt Freiheit, Freiheit, Freiheit und Freiheit. Und mit Kindern ist das in meiner Welt, zumindest in meiner Erfahrungswelt, gar nicht immer möglich. Und ich bin auch ausgestiegen. Also ich weiß auch, wovon wir da heute reden. Meine Frage an dich ist, warum denkst du... Dass die Menschen dann aber selbst wenn sie es im Außen vielleicht sogar hören so nach dem Motto ja, fühlst du dich überhaupt wohl in deinem Job? Geht es dir gut? Ist das das, was dich erfüllt? Dann doch die Antwort auch kommt, na ja, irgendwie glaube ich nicht so ganz, aber es ist halt so. Kannst du das verstehen? Und warum steigen nicht mehr Menschen aus? Christina Strasser: Also ich glaube mal es fängt schon mal an, also das sind tolle Fragen, du da jetzt gehabt hast, aber ich glaube es fängt schon mal an, dass die selten, also in seltensten Fällen Menschen diese Fragen gestellt bekommen. Also wie geht es dir wirklich oder bist du eigentlich erfüllt in deinem Job? Diese Fragen bekommt man nicht so tagtäglich. Und oft ist es so niederschwellig so wie geht's dir? Ohne den wirklich so wie geht's dir? Ja, gut. Also man hat das so schnell über die Lippen gebracht, dass ist eigentlich nur noch eine Floskel ganz oft. Das heißt es ist eigentlich schon mal dieser Prozess davor, dass diese Fragen sich gar nicht gestellt werden gegenseitig. Und wenn man das doch tut, dann hat man oft schnell so eine oberflächliche Antwort parat, so ja, passt Also ich denke, naja, passt ja ich, muss mich ja zufriedengeben, ich habe jetzt einen Job. dafür verdiene ich Geld, habe ein Dach über dem Kopf und dass man da wirklich mal tief geht, sich draus tief zu gehen, das kommt selten vor. Und wenn man es aber dann macht, das heißt wenn man wirklich so weit ist, dass man dann wirklich sagt, naja eigentlich so richtig happy bin ich nicht. Dass man dann einerseits den Mut hat, sich das selber auch richtig zuzugestehen. Aber auch eben da kommt wieder das Umfeld ins Spiel. ja, was denken denn die anderen? Ich habe jetzt so einen guten Job, ist so sicher, da kann mir nichts passieren und den soll ich jetzt aufgeben. Was ist, wenn das, ich vorhabe oder machen will, doch nicht klappt, was denken dann die anderen? Also es ist ganz viel eigentlich vom Umfeld geprägt und schon noch viele Ängste mit dabei. Was ist, wenn es dann nicht klappt? Dann habe ich mich getäuscht und die anderen hatten recht. Ja. Sabine Osterauer: Ja, verstehe ich. Also sind dann sehr viele Ängste, also Glaubenssätze auch natürlich dahinter, schaffe ich das dann auch und ich habe jetzt einen sicheren Job dabei, sind wir uns ganz ehrlich, sicheren Job glaube ich gibt es nicht, also so nicht wirklich. Es kann immer irgendetwas sein, aber man denkt halt, dass man halt in bestimmten Berufsfeldern safe ist, sagen wir es einmal so. Aber dann auszusteigen oder überhaupt diese Erkenntnis zu haben, es liegt jetzt am Beruf oder es liegt jetzt an der Partnerschaft oder es liegt jetzt an meiner Freizeitgestaltung, dass ich nicht glücklich bin, dass das nicht das Leben ist, das ich mir vorgestellt habe. Das ist, glaube ich, so die eine Seite. Aber was mich auch interessieren würde, ist ... Denken Menschen dann wirklich darüber nach, ich bin unglücklich und jetzt schaue ich mir an, wo das herkommt? Oder bleiben sie in dieser Unzufriedenheit mit dem Thema, ich kann es ja nicht ändern? Siehst du das? Christina Strasser: Teils, teils. Also manche bleiben in dieser Unzufriedenheit, weil sie denken, sie können es nicht ändern oder sie haben nichts anderes gelernt oder wie auch immer. Also das ist schon so der eine Teil und das andere, jetzt habe ich den ersten Punkt vergessen, du genannt hast. Sabine Osterauer: Ob sich die Menschen das überhaupt fragen, selber fragen, woran das liegt. Also Unzufriedenheit, ja ich bin halt unzufrieden, ja mei, aber ich habe einen sicheren Job, ich habe doch cool geheiratet, Christina Strasser: Ja. Sabine Osterauer: ich habe eine tolle Familie, ich bin unzufrieden. Hinterfragen die Menschen dann das? Denkst du, woher kommt's oder ist es eher so, ja habe ich halt eine schlechte Phase. Christina Strasser: Also ich glaube schon, dass die meisten ziemlich schnell zuordnen können, ist es jetzt Job oder Partnerschaft. Ganz oft ist natürlich das Problem, dass das eine und das andere auch bedient, sage ich mal. Das heißt, wenn man unglücklich im Beruf ist, kommt man natürlich heim und ist grantig und der Partner ist da und dann hat das auch leider einen negativen Einfluss. Das heißt, das dann schon auch, ja, beeinflusst sich gegenseitig. Aber die meisten sind sich schon darüber bewusst, wo es herkommt, diese Unzufriedenheit. Aber ich glaube, die wenigsten wissen auch wirklich im Detail in der Tiefe, warum genau sie jetzt unzufrieden sind im Job. Also manche können es dann sagen, sind inhaltlich, die Tätigkeit taugt man nicht oder mit den Arbeitskollegen passt es nicht. Ganz oft ist es aber eigentlich ein Wertethema. das, was sie tun, nicht zu den Werten passt. Ich sehe das in meinen Berufungscoachings eigentlich durch die Bank durch, dass es fast immer ein Wertethema ist. Und das kann man dann über alle Lebensbereiche spinnen. Das kann man dann in Partnerschaft, Familie, Freundschaften, Beruf. Wenn das nicht mit den Werten kompatibel ist, kann man sich ganz sicher sein, dass früher oder später eine Unzufriedenheit entsteht. Sabine Osterauer: Werte-Thema. du da, weil du sagst, du kennst das auch von deinem Beruf jetzt, dass Menschen zu dir kommen, wo sich eben die Werte und das, was sie tun, dass das nicht zusammenpasst. Hast du da vielleicht ein konkretes Beispiel, unseren Zuhörern das noch mehr zu verdeutlichen, dass die wissen, wie meinen sie das jetzt genau? Christina Strasser: Mmh. Ich gebe gerne gleich zwei Beispiele. Eins von einer Kundin, da habe ich erst heute ein Coaching gehabt und ein anderes von mir. Da eine Kundin heute, da sind wir schon am Ende vom Prozess, das heißt, sie weiß schon, wo hingeht und sie so, ja, für sie ist es halt ganz, ganz wichtig, dass sie wirklich selbstbestimmt arbeiten kann. Das heißt, sie möchte, wenn sie sich denkt, ich will jetzt in dem Büro meine Wand türkis streichen und das morgen ohne Freigabe, dann will ich das morgen ohne Freigabe machen und nicht einreichen müssen, dann kommen dann Kosten vor Anschlag etc. Das heißt, da dieses Stimmtheit ist bei ihr ein ganz ganz großer Wert, natürlich in einer Anstellung kaum möglich ist. Das ist so zum Beispiel ein Beispiel von einer einer Kundin von mir. Von mir kann ich sagen, mein höchster Wert ist zum Beispiel Freiheit. Und da gestaltet sich natürlich mein ganzes Leben, sei es beruflich, aber auch privat, dann dadurch anders. Bei mir, also mit Freiheit, habe alle Sachen, die ich mache, sind ortsunabhängig. Das heißt, egal was ich beginne, das muss für mich ortsunabhängig möglich sein. Das heißt, mein Laptop nehmen und nächsten Tag wegfahren können, ohne vorher was geplant zu haben. Das ist ganz, ganz wichtig. Ich kann natürlich bewusst sagen, z.B. in meinem Start-up habe ich dann eine Saison von November, Dezember über, da muss ich vor Ort sein. Das mache ich aber bewusst. Diese Entscheidung ist bewusst. Und ich sage, das ist okay. Und das ist auch nicht auf Dauer, sondern vielleicht für zwei. Jahre, wo ich da auf den Wert, ein bisschen verzichte. Aber dann ist eine bewusste Entscheidung, ich weiß, dass es nicht auf Dauer okay ist, aber es ist alles bewusst getroffen. Aber ansonsten gestalte ich mir mein komplettes Leben so, dass ich völlig frei jederzeit entscheiden kann, wonach mir ist, sage ich einmal, und was ich und meine Seele und meinen Körper braucht. Sabine Osterauer: Okay, der Wert Freiheit. Jetzt gehen wir mal davon aus, es kommt jetzt eine Kläntin oder ein Klient zu dir und da ist auch einer der höchsten Werte Freiheit. Jetzt wollen die aber vielleicht in der Selbstständigkeit oder auch im Angestelltenverhältnis wir auch immer einen Job ausüben oder einen Beruf ausüben, der aber ortsgebunden ist. wo Freiheit, so wie du es gerade beschrieben hast, eigentlich gar nicht möglich ist. Also ich sehe es ja bei mir. Für mich ist auch Freiheit ein wahnsinnig großer Wert. Aber ich bin ja in der Bestattung, im Bestattungsfeld tätig als Rednerin. Ich kann also nicht einfach sagen, ja, also ... Ich fahre jetzt einmal weg und wenn ich zurückkomme, wir dann die Verabschiedung. Das geht nicht. Das ist einfach terminisiert. Das ist einfach so. Ich aber trotzdem den Wert Freiheit und ich bin wahnsinnig zufrieden und glücklich mit meiner Arbeit, ich habe. Wie passt das dann zusammen? Christina Strasser: Ja. Ein ganz wichtiger Punkt den du ansprichst und zwar für jeden ist Freiheit oder kann Freiheit etwas völlig anderes sein. Das heißt, wenn da jetzt 10 Personen sitzen würden und alle 10 Personen sagen, der höchste Wert ist Freiheit, dann hätten wir wahrscheinlich 10 oder 8 verschiedene Definitionen. Das heißt, Freiheit kann genauso sein, dass es in einer Anstellung möglich ist, Gleitzeit zu haben. Das kann genauso für jemanden Freiheit bedeuten. Bei mir ist es halt anders definiert als bei anderen. Also das ist bei jedem anders. definiert. Das heißt, deswegen kannst du auch bei dir jetzt den Wert gut leben und bist zufrieden, weil du wahrscheinlich für dich Freiheit anders definierst jetzt als ich. genauso, das kann ja mit dem Kinder- oder Familienthema auch sein. Es kann ja sein, dass jemand sagt, ich fühle mich total frei mit meiner Familie, wenn ich Kinder habe. Und dann kann es sein, dass Menschen gibt, sagen, naja, Kinder passen da irgendwie nicht dazu, weil das ist für mich, das nimmt mir jegliche Freiheit weg. Also das ganz wichtig ist, wenn man dann die Werte kennt, diese für sich sehr klar zu definieren und zu schauen, was ist mit dem Wert kompatibel und was ist eben nicht kompatibel mit dem Wert. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt. Sabine Osterauer: Also es ist schon wichtig, sich selber... Deswegen gibt es ja auch Menschen wie dich, die sagen, komm mal her und jetzt reden wir mal über deine Werte und dann schauen wir uns an, was du machst und dann schauen wir, ob das nicht vielleicht doch zusammenpasst oder eben andere Möglichkeiten sind. Da komme ich jetzt zu einem besonders tollen Wort, das nennt sich Vorstellung. Und speziell Menschen, so flügge sind, so wie du, die viel herumreisen und auch während sie reisen arbeiten können. Das hört sich ja alles so toll an. So toll Laptop einpacken und ich stehe morgen am Flughafen und dann fliege ich irgendwo hin und dann kann ich weiterarbeiten. Das ist alles so cool. Und ich kenne einige, digitale Nomaden, glaube ich, nennt man sie ja auch. Und ich stelle mir das wahnsinnig toll vor. Und ich glaube, dass sich das auch andere Menschen wahnsinnig toll vorstellen. Ich glaube aber auch, dass es nicht immer wahnsinnig toll ist. Genau, das heißt, die Vorstellung von etwas ist ja schön, wenn man sie hat, doch eine Vorstellung ist nie erlebt. Und man darf bei der Vorstellung auch gerne ein paar vielleicht, wenn ich das so sagen darf, negative Vorkommnismöglichkeiten auch in Betracht ziehen. Denn ich glaube, ist das, was der Mensch oft vergisst. Man stellt sich halt dann vor, ebenso wie, boah, ich bin jetzt auch unterwegs und ich kann überall arbeiten. Das ist so toll. Aber eigentlich will ich gar nicht woanders hinreisen. Aber das ist toll. Vielleicht sollte ich das auch machen, weil es toll ist. Ich fahre aber sonst auch nie in den Urlaub. Ich stelle mir jetzt einmal vor, ich heirate jetzt und dann kriege ich ein, zwei, drei, vier, fünf Kinder. Das ist sicher voll toll. Oder gleich eine Fußballmannschaft. Ist doch voll super. Und nach dem zweiten Kind denke ich mir, in meiner Vorstellung war das schöner. Hast du oft. Christina Strasser: Kann ich definitiv unterstreichen. Also das erinnert mich lustig, ich heute eine Nachricht gekriegt von einem Freund von mir, gesagt hat, dein Leben ist so toll, weil ich eben morgen auch wieder wegfahre und ich sag ja, pack mein Laptop und fahr los. Dein Leben ist so toll und ich hätte das auch gern. Aber ich mein, alleine mal dorthin zu kommen, das ist schon mal, ich bin jetzt seit neun Jahren selbstständig, das war schon mal wirklich Arbeit. Und dann geht es auch drum, immer wieder auch zum Beispiel auf Kunden zu verzichten, die darauf bestehen, ich hab das Gott sei Dank ganz ganz selten, also in meiner ganzen Laufbahn zweimal, die darauf bestehen, das Offline zu machen vor Ort, das Coaching, wo ich sag, tut mir leid, kann ich nicht, weil ich kann dir nicht garantieren, dass ich alle zwei Wochen da bin. Das heißt da gibt es auch dann Verzicht oder Klarheit, sozusagen nein, das eben nicht. Und dann natürlich, wenn man unterwegs ist, ist die eine Sache... ist, welche Menschen trifft man. Das heißt, ich bin auf Reisen und dann lerne ich zum Beispiel Menschen kennen, die nur auf Reisen sind, ohne zu arbeiten. Das ist fast nicht kompatibel. Weil die sind natürlich jeden Tag unterwegs, machen Ausflüge, sind dort, da und ich muss aber sitzen und arbeiten. Und das hatte ich schon einmal, das ist eine riesen, riesen Challenge und bedeutet auch ständiger Verzicht. Das heißt, verzichten auf den Ausflug, verzichten auf das gemeinsame Frühstück, weil ich muss arbeiten. Die Arbeitszeiten sind natürlich verschoben, weil oft die Uhrzeiten ganz anders sind. Das heißt, ich hatte es schon mal, dass ich 2 Uhr früh zu arbeiten begonnen habe, weil ich halt ein Online-Seminar hatte, das ich gehalten habe und dann ging das nicht anders. Also das ist so ein Thema mit wem man unterwegs ist und natürlich die Uhrzeiten, das ist auch ein Thema und es kann auch, also ich war jetzt im Jänner Februar in der Dominikanischen Öberblick zwei Monate und da war ich gemeinsam mit einer Freundin, die auch zum Glück zwar nicht gearbeitet hat, aber in Bildungs-, Renns- und Ausbildung gemacht hat, das war somit gut kompatibel. Aber wir waren halt recht schnell unterwegs, waren fast jede zweite, dritte Nacht woanders. Und da sich einzufinden, dann hat mein Sitzplatz, das beide ungestört voneinander arbeiten können, passt das Internet. Also es ist ständig eigentlich schauen und kümmern passt alles und das ist wirklich auch kräfteraubend und es ist nicht immer easy und dann geht eben das Internet nicht, man hat was wichtiges gehabt und dann, ja. Also es ist schön und es ist aber gleichzeitig schon auch vor allem wenn man herumreist und nicht an einem Ort bleibt, dann ist es sicher einfacher. Sabine Osterauer: Wie würdest du das jetzt machen, speziell in deiner Arbeit mit deinem Coaching, wenn jetzt jemand kommt zu dir und eine riesengroße, tolle Vorstellung hat von Reisen oder große Familie oder sich selbstständig zu machen ohne Kapital, ohne Ahnung, ohne irgendwas. Was würdest du jemandem raten? Wie würdest du denjenigen coachen, der zu dir kommt mit einer riesengroßen Vorstellung und du sagst, ja, klingt super. Schauen wir uns einmal ganz genau an. Wie bringst du ihm das bei und wie ist dann die Reaktion oft drauf? Sind die Menschen dann enttäuscht? Christina Strasser: Also ganz wichtiger Punkt, ausprobieren. Also natürlich kann ich jetzt nicht ausprobieren eine Familie plötzlich zu haben, aber man kann natürlich Sabine Osterauer: Ich gebe es wieder zurück. Christina Strasser: im Umfeld schauen, weil so habe ich das auch gemacht. Wer hat Kinder? Und dann passe ich ja mal einen Nachmittag drauf auf oder öfters. Somit kann man das schon antesten. Und ich gehe mal auf Reisen für zwei, drei Wochen, nehme Urlaub von meinem aktuellen Job oder arbeite vielleicht sogar, handele ich mir mit der Firma aus, eine Woche mache ich dann Homeoffice. von Reisen aus und zwei Wochen reise ich und schaue mal wie ist das eigentlich unterwegs. Das heißt ich bin immer dafür Dinge auszuprobieren und anzutesten, was enorm wichtig ist. Deswegen arbeite ich auch viel lieber mit Erwachsenen, die schon Berufserfahrung haben, die schon Dinge ausprobiert haben, als jetzt mit Jugendlichen, die erst von der Schule kommen, weil es viel schwieriger ist. Die haben ein normales Arbeitsleben ja noch nie erlebt. Sabine Osterauer: Also würdest du schon sagen auch, dass das Alter auch abhängig davon ist, auch die Erkenntnis dann zu erlangen, wieder auf unsere Ausgangsfrage zurückzukommen, dass je älter man wird, umso ehender kann man selber erkennen, ist das jetzt das Leben, das ich leben wollte, das zu mir passt oder nicht. Christina Strasser: Ich glaube heute ist es so, dass die Jugendlichen, die nachkommen, sich schon viel früher viel mehr Gedanken machen. Damals war das einfach so starr in Strukturen festgesetzt, dass eben, ich nehme jetzt Beispiel einer Hausfrau her, du bist zu Hause bei den Kindern, hast dann die Kinder gut versorgt, sag ich mal, und wenn die bisschen älter sind, gehst du in einen Bürojob. Also das war so sehr vorgegeben und deswegen war es auch schwieriger, man älter ist, natürlich das zu durchbrechen. dieses Muster. Jetzt die Jungen, die nachkommen, denen stehen ja alle Möglichkeiten offen. Es gibt ja keinen Job, den es nicht gibt. Du kannst eigentlich die Job schon selbst kreieren und das gab es ja damals nicht. Das heißt, ist natürlich jetzt die Generation zwischen 35 bis 50, viel schwieriger, das zu durchbrechen und die Möglichkeiten zu sehen, dass alles möglich ist und dass es nicht immer genauso ablaufen muss, wie man es eben von damals kennt oder auch gelernt hat. Sabine Osterauer: Das ist schon etwas, was ich auch persönlich mitbekommen habe. Ich habe einen Sohn und habe zwei Stief- oder Bonuskinder bekommen und die sehen auch, was den Beruf angeht, viel entspannter. und gar nicht mehr so in die Zukunft. Da habe ich jetzt angefangen und dort bleibe ich, bis ich in Pension gehe. Das Wort Pension existiert eigentlich gar nicht in diesem Jugendlichen Alter. Da rede ich jetzt zwischen 20 und 28. Das existiert irgendwie gar nicht. Wir gehen einmal in Pension. Wie? Wir werden nie in Pension gehen, wir werden auch kein Geld dafür bekommen, das wird sich nicht ausgehen. Also so weit rechnen können sie dann wirklich gut. Und es ist so, Erfahrungen machen, Erfahrungen machen, Erfahrungen. Ich schaue mir das dann, das dann, das dann dort und dann schaue ich, was zu mir passt. Das war in meiner Generation, ich bin ja so 1974 geboren und in meiner Generation war das nichts, sondern da hast du einfach fünf verschiedene Möglichkeiten gehabt. Und da hast du dir dann was ausgesucht. Entweder wirst du Friseurin oder du gehst in den Verkauf oder du gehst ins Büro. Oder wenn du ganz gescheit bist, machst du vielleicht ein Handwerk. Oder du gehst studieren, wenn du es... oder deine Eltern es sich leisten können, was nicht so oft der Fall war in der damaligen Zeit, ich ehrlicherweise sagen. Das war es aber dann auch schon. Also so über den Tellerrand drüber stand, Au Pair, Au Pair war ja in meiner Zeit sehr stark, aber in Wahrheit, also ich glaube in meiner Klasse war damals eine einzige, die dann wirklich Au Pair gegangen ist. Ansonsten sind die alle in irgendwelche solideren Berufe, wenn man das so sagen kann, eingestiegen und teilweise sind die immer noch dort. Also die sind seit mittlerweile über 30, 35 Jahren immer im gleichen Berufsfeld. Und mir fällt das schon auf, dass die jüngere Generation da total entspannt ist. Und wenn ich einmal ein Jahr herumreise und einmal nichts mache, das geht sich mit dem Geld irgendwie wirklich so dieses, das geht sich mit dem Geld schon irgendwo aus, bei mir war es so, na das geht sich auf gar keinen Fall aus, ich muss ersparen, ich möchte mein Haus bauen. Haus bauen, glaube ich, haben die wenigsten heute im Hinterkopf, das kannst du dir ja gar nicht mehr leisten und wofür denn? das nagelt mich ja fest. Also ich glaube schon, dass sich das total gedreht und gewendet hat. Ich weiß nicht, jetzt oder schlecht ist, das kann man da jetzt nicht wirklich auf die Wagschale legen. Aber ich denke schon, dass die jüngere Generation viel mehr darauf bedacht ist. Geht es mir gut in diesem Berufsfeld? oder nicht. Während meine Generation eher so, na das ist ein fixer Job, der ist ja safe, den kannst du jetzt nicht hergeben und da kannst du jetzt aufsteigen und du willst ja einmal eine höhere Pension haben. Genau, sehen wir was wir jetzt davon haben. Also ich glaube, dass sich das nicht so ganz ausgeht, wie man sich das vor vielen Jahren ausgedacht hat. Aber hast du diese Erfahrung auch, dass die jüngere Generation einen ganz anderen Zugang hat als so eher meine Generation? Christina Strasser: Definitiv, ja, auf jeden Fall. Du hast es eigentlich sehr schön aufgegliedert damals oder die ältere Generation. Da geht es halt darum, Sicherheit, kann ich mir irgendwie gut Urlaub nehmen, dass es familienkompatibel ist, reicht das Geld, da geht es diese Themen. Und jetzt sehe ich alle, die zu mir kommen, aber auch die ältere Generation, die zu mir kommen, weil Hauptzielgruppe ist bei mir 35 bis 45. Da geht es immer nur, es geht nie ich will die Karriereleiter hoch oder ich will so viel mehr Geld verdienen, sondern es geht immer das gleiche Thema, sie wollen Erfüllung, wollen Freude, sie wollen was Sinnvolles tun. Das sind immer die Antreiber, die sie dazu bringen, Job zu wechseln oder sich was Neues suchen zu wollen. Also da geht es nicht mehr diese pragmatischen Punkte, sondern wirklich das Innere, was fühlt sich gut an, was ist stimmig, wo habe ich Freude und Erfüllung. Sabine Osterauer: Was ich auch schon so gehört habe, da fallen mir gleich immer so viele Fragen dazwischen ein. Frage ist, kommen zu dir Menschen, die sagen, sie sind unzufrieden, unglücklich in ihrem Job und durch das Coaching von dir wird dann aber eigentlich sichtbar, dass es mit der Arbeit gar nichts zu tun hat, sondern dass das eher ein partnerschaftliches Problem ist zum Beispiel. Oder umgekehrt. Kennst du das? Okay, also die Leute, zu dir kommen, wissen, wo es hapert. wo der Hund begraben ist sozusagen. Weil ich hab das schon... Christina Strasser: Ja. Also es kann schon sein, durch den Prozess, weil das ist schon ein tiefer Prozess, wo sie sich sehr viel beschäftigen mit was passt zu mir, was nicht, was fühlt sich gut an, dass sie im Zuge dessen drauf kommen, na eigentlich beziehungstechnisch passt jetzt auch nicht unbedingt. Das hatte ich vereinzelt auch schon, aber eher selten. Also es geht wirklich, es ist sehr jobfokussiert, aber man wird sich halt sehr viel bewusster was man mag oder auch nicht mag und dann kann das eine Auswirkung sein, dass man vielleicht drauf kommt, dass Sabine Osterauer: Ja. Christina Strasser: das Private auch nicht passt. Sabine Osterauer: Jetzt bin ich ganz böse, obwohl ich da in meinem Berufsfeld natürlich jetzt auch mit eingreife. Wir haben ja gerade festgestellt vorher, dass wir die gleiche Basisausbildung sozusagen haben. Also bin ich einmal ganz böse. Jetzt kommen Menschen zu dir, die sagen, ja ich weiß auch nicht, ich bin so unzufrieden und im Job und das passt nicht und das bin ich nicht und hin und her. Und böse Zungen würden jetzt vielleicht sagen, also du musst ja wissen, ob du zufrieden bist im Job oder nicht und wenn du nicht zufrieden bist, dann kündig einfach, such dir was Neues. Was tust du denn da jetzt herum? Jetzt gehst du in dein Coaching, gibst wahnsinnig viel Geld aus, irgendwer sagt, was du Video vielleicht machen sollst, könntest, in einer Prozessbegleitung über Wochen, wie du es anbietest. Also ganz ehrlich, du musst doch wissen, was du willst. Christina Strasser: Die wenigsten wissen, was sie wollen. Sabine Osterauer: Ja. Christina Strasser: Es ist wirklich so. Es gibt immer zwei Arten von Kunden, zu mir kommen. Entweder die, die sagen, sie haben so viele Ideen, sie wissen gar nicht, was sie zuerst machen sollen. Oder die anderen, sagen, sie haben gar keine Hobbys, haben null Ahnung, was sie eigentlich interessiert und wissen gar nicht, ob es überhaupt irgendwas gibt. Das heißt, da sind irgendwie die zwei Arten von Menschen. Das ist aber eigentlich in jedem Lebensthema so. Egal ob Job oder Partnerschaft oder Familiengründung. Ich meine Familiengründung noch am ehesten, aber was will man eigentlich wissen? wirklich. Allein diese Frage kann einem über Wochen beschäftigen, was will ich wirklich in den einzelnen Bereichen. Sabine Osterauer: Das war jetzt bisschen böse, weiß. Aber ich höre das schon Christina Strasser: Nein, nein, alles Gutes. Sabine Osterauer: auch von anderen Ecken. speziell auch von einer älteren Generation. sagt, wir haben da jetzt nicht viel umar'tum überlegt. Wenn es nicht passt, dann suchst du halt was Neues. Und tue ich jetzt nicht viel umar'tum. Und heute tut man das alles. Reflektieren und aufbereiten und anschauen und tun und machen. dass ich alles ganz genau weiß und verstehen kann. Und früher hat man es halt einfach auch gemacht. Christina Strasser: Aber das ist genau das Problem dieses Jahr. Dann suche ich mir einfach was anderes. Das hat ja bis jetzt auch nicht funktioniert. Das heißt, man kann ja nur herausfinden, was es wirklich ist, wenn man da in die Tiefe geht. Ich nehme jetzt einfach irgendeinen Job. Und manche haben das schon probiert, bevor sie zu mir gekommen sind. sagen, sie haben sich bei irgendwelchen Jobs beworben, aber eigentlich fühlt sich alles nicht stimmig an. da einfach wirklich hinzuschauen, weil einfach der nächste Job bringt sie nicht weiter. Sabine Osterauer: Wie viele, wenn du so Prozente angeben könntest, wie mal Daumen, wie viele deiner Klienten über die Jahre, die du sie betreut hast, würdest du sagen, sind von einem Angestelltenverhältnis in eine Selbständigkeit gewechselt? Christina Strasser: 90 % Sabine Osterauer: Doch so viele. Und in welchen Bereichen sprechen wir hier? Christina Strasser: Alles durch die Bank durch. Also da gibt es keinen roten Faden, der sich durchzieht. Sabine Osterauer: Okay. Christina Strasser: Auch von wo sie kommen, von welchen Bereichen und in welche Bereiche sie gehen, ist völlig kunterbunt durchgemischt. Sabine Osterauer: Ich habe mal eine Folge aufgenommen und da ging es darum, warum es heute so viele Coaches und Berater gibt. Und deswegen war die Frage jetzt auch gezielt gestellt, ob du viele Klienten hast, die sagen, ja ich bin total unzufrieden mit meinem Job, ich werde jetzt Coach. Ob du das auch so siehst, also ob du das auch mitbekommst. Christina Strasser: dass viele Coach werden wollen. Ich habe ein paar, die sind auch mittlerweile schon fertig mit Ausbildung oder stecken gerade drin und coachen, aber nicht allzu viel. Also schon ein gewisser Prozentsatz. Ich würde jetzt mal sagen 10-20%, dass die auch sagen, sie wollen in die Richtung. Das ist jetzt nicht die Norm, aber es kommt schon vorher, definitiv. Sabine Osterauer: Bevor die Klienten zu dir kommen, sie ja wahrscheinlich einen längeren Denkprozess, sag ich jetzt einmal. Das heißt, sagst deine Gruppe, die sind so zwischen 35 und 45 ungefähr, das heißt, die haben ja schon ein bisschen Lebenserfahrung auch hinter sich gebracht, sind vielleicht unzufrieden gewesen, haben vielleicht Hochs und Tiefs, wie man es halt so im Leben auch kennt. Welche Erfahrung hast du damit gemacht? Wenn sie dann wirklich zu dir kommen, ist das eine Entscheidung, lange gebraucht hat oder hast du auch Klienten, die sehr kurz entschlossen haben, das mache ich jetzt einfach. Christina Strasser: Nein, normalerweise lange. Teilweise jahrelang. Eben eine meiner ersten Fragen ist, wie lange bist du schon unzufrieden? Und eigentlich ist ab drei Jahre aufwärts alles dabei. Also wirklich von langer Zeit, schon über Jahre hinweg. Sabine Osterauer: Und wie lange brauchen Sie dann sich zu entscheiden? Ich nehme mir jetzt jemanden, der mir dadurch hilft. Christina Strasser: Entweder entscheiden sie sofort, also im Gespräch dann gleich danach oder man hört sich dann noch mal zwei, drei Tage später, nachdem sie darüber geschlafen haben, je nachdem was die Person braucht und dann fällt die Entscheidung eigentlich spätestens dann. Sabine Osterauer: Du kannst dich schon bisschen zurückblicken, bist ja schon länger in diesem Berufsfeld unterwegs. Wenn du so zurückblickst auf deine Kleinten, ich weiß jetzt nicht, du auch mit älteren Kleinten, also jetzt nicht vom Alter her, sondern die schon länger zurückliegen, vom Coaching her, ob du mit denen noch irgendwie ... Kontakt, ist vielleicht sogar befreundet, bis auf LinkedIn oder keine Ahnung, auf Social Media eben, ob du da so ein bisschen den Weg auch verfolgen konntest, die eben bei dir ein Coaching gebucht haben, sich dann unentschieden haben, einen neuen Job oder eine Selbstständigkeit. Kannst du da ja irgendetwas erzählen, wo du sagst, das war in der, im Coaching oder die war im Coaching, die hat dann das gemacht und jetzt geht es ja so. So vorher, nachher. Christina Strasser: Es gibt ein paar Beispiele. Ein paar, die auf Social Media präsent sind, die ich verfolge. Da freue ich mich total, wenn ich das mitbekomme. Es hat sich auch bei der einen oder anderen Person, ich glaube zwei Personen vom Coaching, sogar eine Freundschaft entwickelt. Selten, aber in den neun Jahren ist das einst einmal auch vorgekommen. Vorher, nachher, was kann ich da erzählen? Zum Beispiel ein Kunde von mir, der war im Vertrieb angestellt. und ist jetzt aktuell, stellt er sozusagen Deo-Cremen her und Rasierseifen und hat sich damit auch nebenbei ein Business aufgebaut. andere Kundin war Lehrerin und die ist jetzt in die Energietiker Richtung gegangen im Energiebereich. eine andere ist, die war Masseurin und ist jetzt Fotografin. Also die hat jetzt soweit ich weiß ganz geswitcht mittlerweile. also es gibt wirklich viele... eine andere fällt mir noch ein. Ich weiß jetzt gerade nicht, was ihr Job davor ist, aber die waren in einer Führungsposition, in Anstellung und hat jetzt Wohnwagons, sie vermietet zu Tiny Houses, die sie vermietet. Also auch ein tolles Projekt. Sabine Osterauer: Also auch ganz was anderes. Christina Strasser: Normalerweise ist der Switch so völlig anders. Sabine Osterauer: Was würdest du jetzt zu unseren Zuhörern geben? die uns hoffentlich jetzt zuhören und dann sagen, ja, irgendwie so, also in meinem Leben, ja, da ist jetzt auch nicht alles so, wie ich mir das jetzt vorgestellt habe, irgendwann einmal so zwischen Kind und ich werde jetzt vielleicht doch einmal erwachsen. Was würdest du so mitgeben können? Was sind so die ersten Signale oder die ersten Anzeichen, dass irgendwas im beruflichen oder privaten Umfeld für einen einfach nicht passend ist? Christina Strasser: Also das geht von bis zu, das kann entweder sein oft Gereiztheit, also Genervtheit. Dann natürlich, wenn man gerade im Beruflichen merkt, Sonntagabend, steht der Montag an, man denkt sich so, boah, am Montag mühsam. Also wenn man so richtig schon oder sich sehr, sehr stark aufs Wochenende freut, dann denke ich, boah Gott sei ist Freitag weiß ich nicht, 15 Uhr, ich kann endlich gehen. Also das sind so klare Indizien. Dann natürlich habe ich immer wieder Kunden, die auch körperliche Signale schon haben, sei es Rückenschmerzen, Kopfschmerzen. alles mögliche, wenn man schon körperliche Signale auch hat. Ja und einfach so generell mal den Arbeitsalltag hernimmt und sagt zu wie viel Prozent gefällt es mir und zu wie viel Prozent gefällt es mir nicht. wenn da natürlich jetzt 80 % sind super, 20 % nicht, perfekt, dann passt das schon. Aber wenn das wirklich weniger und weniger wird und man sagt naja eigentlich die Hälfte der Zeit bin ich nicht gern in der Arbeit, dann ist das schon wirklich bedenklich. Und im Endeffekt meiner Meinung nach, wenn man sich schon die Frage stellt, bin ich eigentlich wirklich zufrieden. Das ist eigentlich schon eine Indiz. Das ist schon ein klares Signal, okay, passt vielleicht nicht oder vielleicht gibt es noch ein kleine Stellschrauben, die man drehen muss, damit es passt, wie es zum Beispiel ist. ist eigentlich inhaltlich und mit den Kollegen zufrieden, also mit dem Inhalt, man tut und die Kollegen sind toll, aber man würde zum Beispiel so gerne zweimal die Woche Homeoffice haben und dann wäre es perfekt. Dann ist es eine kleine Stellschraube und dann würde ich raten, bleibt natürlich im selben Job und versucht das Ziel zu erreichen mit einer Chef oder Chefin, dass du zwei Tage Homeoffice bekommst. Sabine Osterauer: Du hast etwas ganz Wichtiges angesprochen. 80-20. Das ist jetzt die ganz klassische Regel. Also 80-20. Also 80 % gut und 20 % ist halt so. Jetzt gibt es aber ganz viele Menschen, weil in der heutigen Zeit auch ganz vieles vom Perfektionismus getrieben ist. Es muss ja alles perfekt sein. Also du brauchst dir grundsätzlich nur die Werbung anschauen und sobald du die Werbung siehst, weißt du eigentlich ganz genau, dass in deinem Leben ... nichts perfekt ist, dass dir alles Mögliche fehlt und dass du nicht perfekt bist. Also du hast einen Mangel und so wie du bist, bist du nicht okay, wie wir es ja auch im Studium auch immer gelernt haben. Ich bin okay oder eben nicht okay. Und jetzt kommen wahrscheinlich auch dann Menschen zu dir, die aber dann die Vorstellung oder die Erwartung haben, wenn ich jetzt das Coaching mache und dann steige ich beruflich oder auch privat zu irgendeiner Änderung, aber dann, aber dann... dann ist es perfekt, dann ist es 100 % und dann bin ich nur noch glücklich und den ganzen Tag scheint die Sonne in meinem Herzen und es ist alles nur mal super. Aber das ist ja nicht die Realität. Christina Strasser: Nein. Aber das ist eigentlich, kriegen Sie das schon, also wir stellen am Ende vom Coaching einen Umsetzungsplan, wo es darum geht, wann kündigst du, wann kommt die Selbstständigkeit, was ist zu tun. Das heißt, da merken Sie schon, da steckt Arbeit dahinter. Das heißt, die Realität ist schon am Ende vom Prozess. So, okay, das wird auch Arbeit und Aufwand und das sage ich natürlich dazu. Aber wenn man so dieses Feuer in einem spürt, dieses Ja, das will ich wirklich, dann ist man auch bereit loszugehen. Und natürlich kommen noch immer wieder die Zweifel, ist das das Richtige? Und oft sind auch die Zweifel, dass nicht unbedingt vor der Angst, dass es vielleicht scheitert, sondern vielleicht auch manchmal die Angst, was ist, wenn es richtig gut wird? Was ist, wenn es echt funktioniert? Da vor allem auch viele Angst, ohne es benennen zu können oder zu wissen, was ist, wenn es klappt? Wenn es echt durch die Decke geht? Sabine Osterauer: Ja, wie man das dann stemmt im Endeffekt. Christina Strasser: Genau, weil kann man das mit der Energie, die man hat, stemmen. Kann man das halten. Sabine Osterauer: dann leisten. Aber diese 80-20 ist Ihnen das bewusst, dass eben auch wenn Sie diesen Schritt jetzt wagen, es dann trotzdem nicht 100 % perfekt ist, also was ist schon 100 % perfekt, aber dass es trotzdem noch 20 % schon auch geben wird, großer Wahrscheinlichkeit, was halt nicht so toll ist. Buchhaltung zum Beispiel. Christina Strasser: Ja, ja. Und diese 80-20 waren jetzt auch nur so mal als Beispiel gesagt, dass ich das jetzt auch gar nicht in Stein meißeln wenn ich jetzt an meine Selbstständigkeit denke, ich schaue halt wirklich die Teile oder die Bereiche, die mir nicht gefallen, dass ich die auslager. Es ist so, das heißt Steuerberatung, Zahlen ausgelagert, Social Media, das habe ich mittlerweile auch ausgelagert. Das heißt, ich schaue schon, dass die Dinge, die mir nicht liegen, die ich nicht gern mache, dass ich die auslager und dass ich somit so viel Freutvolles habe in meinem Arbeit. Arbeitsalltag wie möglich und ich würde sagen, ich, wenn ich gute Zeiten habe, bei 90%, 95 % bin, wo ich sage, das macht mir richtig Spaß. Also es gibt wenige, wo ich mir denke, das taugt mir jetzt nicht. Sabine Osterauer: Frage. Was denkst du, dieses Thema, dass der Mensch immer mehr zu der Erkenntnis kommt, also manche Menschen, Gottes Willen nicht alle, manche sind ja auch zufrieden, aber dass es Menschen gibt, die zu der Erkenntnis kommen, ich bin mit meinem Leben jetzt nicht so zufrieden oder ich lebe nicht das, was ich mir vorgestellt habe oder was auch gar nicht zu mir passt, glaubst du, dass das in Zukunft mehr wird oder dass sich das wieder stabilisiert? Ich habe das Gefühl, Christina Strasser: Das ist... Sabine Osterauer: ist jetzt gerade ganz viel. Christina Strasser: Du meinst, dass sie mit nach dem eigenen Gefühl nehmen. Sabine Osterauer: mehr unzufrieden, die dann sagen, ich bin unzufrieden, ich muss was ändern oder ich möchte was ändern. Christina Strasser: Mhm. Ja, definitiv. Also ich glaube, immer weniger, die neue Generation, die nachkommt, wird es immer weniger Thema sein, dass sie etwas tun, was ihnen nicht zusagt. Das wird immer weniger werden, weil die ja jetzt schon darauf achten, was erfüllt mich, was ist freutvoll für mich, was ist mein Sinn im Leben. Die beschäftigen sich jetzt schon so mit dem Thema, dass es gar nicht so weit kommen wird oder dass sie das schneller, glaube ich, haben werden. So eigentlich ist das nicht das Richtige. War cool, das jetzt mal ein Jahr zu testen, aber jetzt mache ich was anderes oder probiere auch noch einmal was anderes. Sabine Osterauer: Also das Thema wird weniger in der Zukunft von den Jüngeren, aber es bleibt, also bei den älteren Generationen, die eben in gewisse Schemen hineingedrückt worden sind, wird das Thema doch noch einige Zeit länger aufpoppen oder vermehrt Christina Strasser: Ja. Sabine Osterauer: kommen, also noch vermehrter als es schon ist. Also ich habe das Gefühl, dass es ganz viel ist, also dass es momentan ganz, stark ist und ich höre das auch immer von irgendwelchen Schulfreunden oder so, was du so nebenbei mitbekommst. Ich habe jetzt meinen Job gekündigt, ich wollte das nicht mehr, ich habe jetzt eine Pferderange und keine Ahnung. Also ich habe alles mitgebracht und okay, was ist denn da passiert? Ich habe mich auch schon, weiß ich nicht wie oft, neu erfunden, bis ich dort angekommen bin und mir gesagt, okay, das passt jetzt. Da ich meine Freiheit, da habe ich meine Freude, das gefällt mir. Schwarz steht mir auch halbwegs, also alles in Ordnung und das gefällt mir und das mache ich jetzt und das würde ich auch wirklich jedem Menschen vergönnen. Jetzt wissen wir aber, es gibt auch Berufsfelder, die jetzt nicht immer nur toll sind. Also es gibt sicherlich Berufe, wo nicht so viele hier schreien. Wie wird das, glaubst du, ganz ehrlich, so in der Zukunft dann sein, wenn dann Berufsfelder übrig bleiben, die aber im Endeffekt dann keiner machen möchte? Weil das passt ja eigentlich gar nicht zu meinem Leben. Christina Strasser: Ich kann mir schon vorstellen, dass sich das ausgleicht. heißt, es gibt immer Menschen, die Dinge machen wollen, die andere vielleicht nicht machen möchten. Und die zum Leben passen. habe zum Beispiel vor ein paar Tagen zwar eine wunderschöne Begegnung jemanden Zug kennengelernt, der arbeitet 20 Stunden bei der Post und schreibt nebenbei Gedichte. Also wirklich... Lass das dann auch binden und total inspirieren und für den passt der Job perfekt. Der sagt, er möchte das, wo er die Arbeitszeiten genauso hat und ich sage jetzt nicht, dass es überhaupt generell schlecht ist, ich würde das auch mal spannend finden, ehrlich gesagt. Aber ich glaube einfach, dass es jede Person das passende gibt. Ich habe ein Beispiel aus einem Seminar, ich mal gehalten habe, da hat einer gesagt, er möchte sich eine Hundezucht aufbauen und sucht einfach einen Job, wo er körperlich arbeitet, aber sich geistig nicht anstrengen muss und gut verdient. Und er wurde ein Möbelpacker, der hat sich damit sozusagen sein Geld verdient, damit er dann seine Selbstständigkeit aufbauen kann. Das heißt, ich glaube, dass es immer irgendwie für irgend wem etwas passend ist und dass sich das trotzdem gut aufteilt, weil jeder hat ja andere Bedürfnisse, hat unterschiedliche Lebenssituationen, wo man sagt, Hauptsache ich habe jetzt einmal einen Beruf, wo ich mich vielleicht vollen Fokus auf meine Familie richten kann und ich verdiene da jetzt mal nur mein Geld. Und was ich auch glaube, ist ja nicht für jeden der Beruf so wichtig. Das dass auch Menschen gibt, sagen, für mich ist okay, wenn ich ins Büro gehe, dort arbeite und das ist in Ordnung und ich bin jetzt nicht super erfüllt, weil das nicht meine Priorität hat. Sondern meine Priorität hat eigentlich, dass ich ein gutes Leben habe, dass ich ins Fitnesscenter gehen kann, dass ich mit Freunden essen gehen kann, dass ich meine Familie daheim habe und das ist Hauptfokus und der Beruf ist nebensächlich und das ist völlig in Ordnung. Also das soll ja sogar so sein, dass das da unterschiedliche Gewichtungen hat, dass die, die sagen, privat sind dann wichtiger als berufliche und dann legen sie auch nicht so ein Fokus und bei den anderen ist wieder das berufliche wichtiger. Das heißt ich glaube, dass sich das gut die Waage halten wird. Sabine Osterauer: Sehr spannend. Ja, guter Blickwinkel würde ich sagen. Stimmt. Also ich hoffe, dass das auch so bleibt. Wir kriegen ja durch KI auch Unterstützung in gewissen Berufsfällen, die uns vielleicht nicht ganz so gefallen, wo es nicht so viele gibt, hier schreien, die auch vielleicht auch körperlich sehr anstrengend sind. Das könnte ich mir schon vorstellen. Und ich hoffe auch, dass sich das gut die Waage hält. Und ich glaube auch, dass es heutzutage auch gar nicht mehr, speziell jetzt im beruflichen Kontext wieder, dass es gar nicht so wichtig ist, jetzt nur bei einem Feld zu bleiben. Du hast ja auch zwei verschiedene Sachen eigentlich, die ja miteinander jetzt nicht so viel zu, also wahrscheinlich schon irgendwie, nicht. Weil auf der einen Seite machst du ja Coachings und auf der anderen Seite verkaufst du ein Produkt. Und bei mir es, ich schreibe Trauerreden auf der einen Seite und mache Persönlichkeitsreadings auf der anderen Seite, was auch nichts miteinander zu tun hat. Aber so, ich könnte nicht nur das eine oder das andere, sondern diese Mischung aus beiden, das ist das, was mich wieder erfüllt und was mir gut tut. Und ich könnte mir schon vorstellen, so wie du das gesagt hast, dass die Menschen sich auch eine Arbeit suchen und sie sagen, also Brotjob sagen ja dann auch viele, das ist mein Brotjob. Da gehe ich jetzt nicht auf, aber das ist auch okay für mich. Dafür kann ich aber dann die restliche Zeit in mein Business investieren oder noch etwas anderes machen oder wie auch immer, was mich dann erfüllt. Christina Strasser: Ganz klar. Und was auch ganz wichtig ist, eigentlich bei diesem Jobthema, weil du auch sagst, wir beide machen ja zwei verschiedene Dinge. Wo es ganz oft dazu kommt, dass man unzufrieden ist, ist wenn man sich nur auf eine Sache fokussiert. Das heißt, man hat zum Beispiel zwei, drei Interessen, die wirklich groß sind und dann wählt man von den drei Interessen nur eine aus und fokussiert sich da beruflich drauf. Das wird auf Dauer nicht gut gehen, weil irgendwann fehlen eigentlich die anderen Bereiche. Das heißt, entweder das miteinander zu kombinieren, was heutzutage schon super einfach ist, oder halt echt zu sagen, ich habe meinen 20-Stunden-Job, da habe ich die Freude, die ich mache und dann habe ich nebenbei entweder selbstständige oder einen anderen Beruf, wo ich das andere mache. Das heißt einfach alles mit einfließen zu lassen und nicht das andere links liegen zu lassen und sich nur auf eins zu fokussieren, weil auf Dauer wird das dann wahrscheinlich nicht genügen. Sabine Osterauer: Also so ein bisschen zum Ende zu kommen bei unserem Podcast, würdest du schon sagen, dass es, egal wie alt man ist und egal in welcher Situation man sich gerade befindet, es immer eine Möglichkeit gibt, das Leben zu leben, das auch zu einem passt. Christina Strasser: Definitiv, wenn man bereit ist, dafür auch was zu tun. Sabine Osterauer: Ja, würde sagen, besseres Schlusswort gibt es ja eigentlich schon gar nicht mehr. Ja, wenn Sie ja gut zugehört habt und auch Unterstützung braucht, ich verlinke alles von der Christina, was sie halt mir schickt, mir gibt. Das habt ihr dann alles in den Show-Notes. Und ja, in diesem Sinne hoffe ich für euch da draußen, dass wir es zusammen wieder einmal herausgefunden haben, warum so viele Menschen ein Leben leben, das eigentlich gar nicht zu ihnen passt. Und in diesem Sinne, vielen herzlichen Dank, Christina. Du hast ganz, ganz tolle Antworten gegeben. Ich glaube, da kann man wirklich auch ganz viel daraus sich herausnehmen und für sich auch verwenden. Vielen Dank für deine Zeit. Und ja, freu mich. Vielleicht bist du ja wieder mal Gast bei mir mit deinem zweiten Tun, von dem ich ja noch gar nichts weiß. Christina Strasser: Vielen Dank auch für die Einladung, lieber Sabine. Es freut mich sehr. Sabine Osterauer: Alles Liebe euch da draußen! Christina Strasser: Danke, tschüss!