Latest / Hamburg-News – der aktuelle Nachrichten-Überblick um 17 h / Grippewelle, Firmenpleiten und ein Bahn-Streit der 14-Milliarden-Klasse
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- Willkommen zu deinem täglichen News-Update. Dies sind die Themen vom 8. Dezember. Mehr Grippefälle in Hamburg. Kommt die Neubaustrecke nach Hannover erst 2060? Mord in Obdachlosenunterkunft. Sicherer Nordderby-Einsatz der Bundespolizei. In Hamburg sind mehr Grippefälle registriert worden als in den Wochen zuvor. Die Influenza-positiven Rate ist in den letzten zwei Wochen deutlich angestiegen. Der Beginn der Grippewelle deutet sich an, heißt es in der aktuellen Infekt-Info vom Institut für Hygiene und Umwelt mit Blick auf die bundesweiten Zahlen des Robert-Koch-Institutes. Das zeigt sich auch in allen drei Bundesländern im Norden. In der Hansestadt haben die Behörden seit Beginn der Saison Ende September 242 Influenza-Fälle registriert. Im gleichen Zeitraum 2024 waren es 150 Fälle. Fast ein Drittel der Patientinnen und Patienten lagen im Krankenhaus, drei sind bislang gestorben, vor Jahr zwei. Eine Auflistung der registrierten Erkrankungen für die vergangenen beiden Novemberwochen ergibt zudem, dass vor allem Covid-19 gemeldet wurde. Die Erreger wurden in 122 Fällen nachgewiesen und Influenza in 64 Fällen. In den beiden Wochen davor waren es 115 Corona- und 25 Grippefälle. Die konjunkturelle Dauerkrise hat die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland auf den höchsten Stand seit 2014 getrieben. 23.900 Unternehmen werden nach Hochrechnungen der Wirtschaftsauskunft Kreditreform bis zum Ende des laufenden Jahres Insolvenz angemeldet haben. Das wären über 8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die dritthöchste Insolvenzquote unter den Bundesländern weist den Schätzungen zufolge Hamburg auf, wo je 10.000 Unternehmen 99 bis Jahresende Insolvenz angemeldet haben dürften. Im vergangenen Jahr lag diese Zahl noch bei 97. Bundesweit liegt der Schnitt laut Creditreform bei 76. Viele Betriebe sind hoch verschuldet, kommen schwer an neue Kredite und kämpfen mit strukturellen Belastungen wie Energiepreisen oder Regulierung, sagt der Leiter der Kreditreform Wirtschaftsforschung, Patrick Ludwig Hansch. Das setzt vor allem den Mittelstand unter massiven Druck und bricht auch vielen Betrieben das Genick. Es gibt aber auch gute Nachrichten für Hamburg. Das IFO-Institut hat untersucht, wie sich Trumps Zölle auf Deutschlands Städte und Kreise auswirken. Nur 61 Mal ergab sich ein positives Vorzeichen, 339 Mal ein negatives. Unter den vier Millionen Städten Deutschlands stehen die Vorzeichen für Hamburg am besten. Die IFO-Forscher sagen der Hansestadt ein Plus von 0,13 Prozent voraus. Der Neubau der Bahnstrecke nach Hannover bleibt umstritten. Bürgerinitiativen warnen vor einer Kostenexplosion. Die Baukosten werden mit 8,804 Milliarden Euro angegeben, allerdings sind hier noch zahlreiche Baukosten und Verzögerungsrisiken ausgeblendet. Die Gesamtwertprognose beinhaltet auch diese Risiken und die DB Infrago berechnet hierfür 14,121 Milliarden Euro, schreibt der Projektbeirat Alpha E. Das Bundesverkehrsministerium hatte den Entwurf der Schnellstrecke entlang der A7 und durch die Lüneburger Heide zuletzt als wirtschaftlich eingeschätzt. Dem widerspricht die Initiative, die zudem mit einer Fertigstellung erst zwischen 2050 und 2063 rechnet. Verzögerungen über das angepeilte Jahr 2050 seien realistisch. Aus der Erfahrung vergangener Neubaumaßnahmen sei bekannt, dass viele Risiken wie Ressourcenengpässe nicht zu vernachlässigen sind. Eine Neubaustrecke, die frühestens in 25 Jahren, möglicherweise erst in 38 Jahren fertig sei, nütze nichts für die aktuellen Probleme der Überlastung. Für den Klimaschutz sei die Neubaustrecke zudem eine Katastrophe. Deutschland will bis 2045 klimaneutral werden, Niedersachsen sogar bis 2040. Der Bau der Strecke würde die CO2-Bilanz also noch weit über den Zeitpunkt der angestrebten Klimaneutralität hinaus belasten. Der Brief, den Hamburgs Universitätspräsident Hauke Hekerin und Kanzler Martin Hecht an Wissenschaftssenatorin Mariam Blumenthal-Grüne übersendet haben, ist unmissverständlich. Die Exzellenz-Uni Hamburg geht finanziell auf dem Zahnfleisch. Nicht einmal das kommende Sommersemester 2026 sei ordentlich durchzuführen. Es drohten irreversible Strukturschäden. Nach den Ausführungen in diesem Brandbrief, der dem Abendblatt vorliegt, mangele es an allen Ecken und Enden. Dabei werde bereits überall gespart. Die Bibliotheken schränken ihre Öffnungszeiten ein, es fehlen sogar Lizenzen für Bücher und aktuelle Journale. Wissenschaftliche Experimente können nicht durchgeführt werden, internationale Austauschprogramme und Reisen zu Konferenzen in aller Welt bleiben auf der Strecke. Mit dem aktuellen Budget kann Hamburgs größte Hochschule dem Schreiben zufolge ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden, weder in der Forschung noch in der Lehre. Und selbst der harte Sparkurs, den sich die Hochschule bereits auferlegt hat, werde nicht verhindern können, dass das Defizit die Universität Hamburg einhole. In einer Unterkunft des Winternotprogramms für Obdachlose in Bilbrock ist ein Mann am Morgen getötet worden. Zuvor habe es einen Streit gegeben, bei dem der Mann Stichverletzungen erlitt, sagte ein Polizeisprecher. Diese waren so schwer, dass er trotz Reanimationsversuchen noch am Tatort starb. Ein 32 Jahre alter Tatverdächtiger wurde vor Ort festgenommen. Die Hintergründe der Auseinandersetzungen waren den Angaben zufolge zunächst unklar und sind Gegenstand der weiteren Ermittlungen. Die Polizei war mit fünf Streifenwagen im Einsatz. Zuvor hatten Medien berichtet. Mit rund 400 Beamten ist das Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen am Sonntag für die Bundespolizei zu einem ihrer personalintensivsten Einsätze des Jahres geworden. Trotz des als feindschaftlich eingestuften Verhältnisses der beiden Fanszenen blieb es rund um die An- und Abreise der Fans ruhig und ohne Zwischenfälle, wie die Bundespolizei mitteilte. Die besondere Aufgabe der Einsatzkräfte bestand darin, Begegnungen der beiden Fanlager im bahnpolizeilichen Bereich konsequent zu verhindern. Das Sicherheitskonzept sei vollends aufgegangen, hieß es. Mehr als 57.000 Zuschauer hatten die Bundesliga-Partie im Volksparkstadion verfolgt. Über 33.000 HSV-Fans nutzten den öffentlichen Nahverkehr zur Anreise. Rund 1000 Bremer Anhänger kamen mit Regelzügen. Auch die Rückreise der Bremer Fans erfolgte geordnet und störungsfrei. Die Bundespolizei lobte die gute Zusammenarbeit mit der Hamburger Polizei und der Deutschen Bahn.