Latest / HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk / Pyro-Eklat, Ticketpreise, Magath: Die große HSV-Fandiskussion
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- Music. Die HSV-Fans sind mal wieder in aller Munde. Millionen Zuschauer waren am Sonnabend live vor dem TV dabei, als die Hamburger auf Schalke für ein Osterfeuer gesorgt haben. Was war da los mit den Ultras? War es ein Protest gegen die Ticketpreise und wie geht es eigentlich weiter im Streit um die Preisgestaltung? Für die Karten im Volksparkstadion, darüber wollen wir heute sprechen. Mein Name ist Henrik Jakobs und mein Co-Pilot ist heute der wiedergenesene Kai Schiller. Moin Kai. Moin Henrik. Wie schlimm war die Männergruppe? Ganz schlimm, ganz schlimm. Schön, dass du rechtzeitig wieder hier bist, denn es gibt viele Themen zu besprechen, viele Fan-Themen und die wollen wir besprechen mit zwei Verantwortlichen, der Fan-Organisation und Mitgliedervereinigung kann man so sagen. Sven Frese und Simon Philipp sind da vom Supporters-Club. Moin Jungs. Moin. Sven, ich glaube, du bist sogar schon das dritte Mal mittlerweile hier. Vor vier Jahren muss das ungefähr gewesen sein. Zusammen mit Martin Oetjens damals im quasi Duell um die SC-Spitze damals hier. Und dann zum 30. Jubiläum nochmal mit Ralf-Bietnarek und Dirk Mansen. Treuer Zuhörer des Podcasts, weiß ich das nicht. Und heute wieder zu zweit. Man könnte fragen, traust du dich nicht alleine zu kommen? Ist ja immer schöner zu zweit. Und in der Abteilungsleitung sind wir ja fünf Leute. Deswegen glaube ich, es ist gut, dass auch Simon hier ein bisschen was sagen kann als mein Stellvertreter. Der war übrigens schon mal alleine hier. Da ging es um Bagariata, glaube ich. Also der traut sich alleine, hierher zu kommen. Der traut sich alleine, ja. Bagariata, der war am Sonnabend auf Schalke nicht dabei. Wart ihr beide dabei? Ja. Und habt ihr euch auch ein bisschen österlich geärgert über zwei verlorene Punkte? Ja, das kann man sicher so sagen. Wir hätten gerne gewonnen, aber jetzt dann halt gegen Karlsruhe. Wir wollen vor allen Dingen auch über Stimmung sprechen. Die Stimmung auf Schalke war ja auf jeden Fall vor dem Spiel, sehr nationell muss man sagen. Wahnsinnige Choreo wieder. Die ganze Stimmung hat Spaß gebracht. Das Spiel geht so. Wie war so die Gesamtstimmung aus eurer Sicht? Also man hat schon gemerkt, Samstag 2030 auf Schalke, das fühlt sich schon irgendwie gut an, so auf dem Weg zum Stadion schon und dann wieder mit so vielen HSVern und HSVern. Aber es zieht sich ja ehrlicherweise auch durch die ganze Saison, also was da diese Saison so abgerissen wird, ist schon wirklich sehr, sehr, sehr, sehr gut, finde ich. Auch als jemand, der nun über 20 Jahre zum HSV geht, glaube ich, sowas habe ich noch nicht erlebt und das ist schon toll und das fand ich auf Schalke auch besonders. Und natürlich dann auch in so einem Stadion und 60.000 Leute und irgendwie gegen Schalke. Das ist schon eine gute Stimmung dann. Bei den Fans war die Stimmung jetzt nicht so ganz gut nach dem Spiel. Viele werden schon wieder so ein bisschen nervös, ob der HSV den Aufstück jetzt doch noch wieder verspielt. Sven, hast du noch Zweifel, dass der HSV es doch noch vermasseln könnte? Schwere Frage. Nein, habe ich nicht. Ich glaube, wir sind da und das zieht sich auch durch diesen Verein die letzten Jahre ganz anders aufgestellt und ich glaube, wir sind da auf dem, genau richtigen Weg und ich bin davon überzeugt, dass wir die nächsten Spiele auch den Aufstieg klar machen werden. Daran glaube ich einfach. Ich glaube an das großartige Trainer-Themen, ich glaube auch an die Mannschaft und auch an die gute Stimmung und dann kriegen wir es gemeinsam auch hin. Simon? Sehe ich genauso. Also der Moment, in dem ich nicht mehr dran glaube, dann komme ich auch nicht mehr. Also solange es noch rechnerisch möglich ist, klar, auf jeden Fall. Rechnerisch möglich ist es auf jeden Fall und ich habe schon gesagt, die Stimmung war eigentlich sehr, sehr gut. Dann hat es halt nach der zweiten Halbzeit oder in der zweiten Halbzeit plötzlich gebrannt und zwar ziemlich doll. Wart ihr überrascht, was da passiert ist in der zweiten Halbzeit aus dem Fanblog? Ich weiß nicht, ob überrascht da das richtig? Ja, schon. Wir haben uns ja dann auch sehr schnell als Supporters-Club hinterher auch zu der Aktion geäußert. Insbesondere zu so den Raketen, die irgendwie das Stadion fliegen und irgendwie eine landet auf dem Platz. Da waren wir uns einfach direkt nach Abpfiff auch einig, haben uns kurz abgesprochen, haben gesagt, da müssen wir was zu sagen, so als Supporters-Club, weil das nicht im Rahmen der Fankultur ist und der verantwortungsbewussten Fankultur, wie wir die als Supporters-Club vorleben möchten. Und wenn ich da vielleicht noch so einen Satz dazu, zu dem Gesamtthema, weil dann uns ja auch als Supporters-Club einiges immer herangetragen wird im Nachgang und so unser Eindruck ist, dass da vielleicht auch nochmal ein bisschen Verständnis dafür fehlt, was eigentlich der Supporters-Club so ist, was ja auch verständlich ist, da müssen wir vielleicht so einen Podcast, einen reichweitenstarken Podcast, wir diesen dafür auch mal nutzen, weil natürlich im Nachgang sich auch viele Leute bei uns melden, das ist ja auch klar. Nach dem Motto, ihr müsst doch da jetzt was machen? Genau, ihr müsst da doch was machen, ihr müsst da durchgreifen und so weiter. Da ist einfach ganz wichtig zu verstehen, der Supporters-Club, auch insbesondere unserem Verständnis nach, ist jetzt kein Sanktionsorgan. Dafür gibt es im Zweifelsfall irgendwelche Behörden oder den Verein oder ähnliches. Das ist auch kein pädagogisches Organ, da gibt es das Fan-Projekt für, da sind ausgebildete Sozialpädagogen, die ihre Arbeit machen. So wie wir den Supporters-Club verstehen. Geht es für uns Supporters vor allem darum, für gewisse Werte einzustehen, für eine gewisse Kultur einzustehen. Also innerhalb des Vereins im Miteinander, nach außen, aber auch auf den Tribünen, so für eine gewisse Kultur, für gewisse Werte. Und Samstag haben wir uns dann geäußert, weil wir sagen, so Raketen, die durch das Stadion fliegen und im Zweifelsfall Menschen treffen können, die sind außerhalb dieser Kultur. Und deshalb äußern wir uns dazu. Das heißt, wir können jetzt aber nicht durchgreifen, wir können jetzt nichts aktiv sanktionieren, sondern wir müssen für Werte einstehen und die knallhart durchziehen und dann eben auch öffentlich das machen, weil wir natürlich für sehr viele Leute sprechen. Genau, ich würde es nochmal um einen Satz ergänzen, weil das ist ja keine Entscheidung jetzt von Simon und mir, sondern das ist ja auch ganz klar in der Satzung des HSV e.V. So vorgegeben, dass wir genau für diese Themen verantwortlich sind und sanktionieren können wir als e.V. ja auch gar nicht in dem Fall. Sanktionieren nicht, aber man könnte natürlich jetzt irgendwie in den Dialog nochmal gehen oder irgendwie versuchen, dazu beizutragen, dass da irgendwas passiert, dass eine Aufarbeitung stattfindet. Seid ihr da in diesem Prozess irgendwie involviert? Ja, also die ganze Zeit. Ich würde es einfach auch nochmal ein Tick größer machen. Also ich glaube, der HSV hat sich in den letzten Jahren wahnsinnig gewandelt. Dieser Dialog, den du gerade ansprichst, der ist nicht mehr anlassbezogen wie in den letzten Jahren, sondern es findet ein ständiger Dialog in alle Richtungen statt. Sei es nur mit Fanvertretungen oder sei es mit einem Vorstand, mit den sämtlichen Gremienvertretungen. All das findet ein ständiger Dialog in diesem Verein statt und es ist nicht mehr anlassbezogen, weil mal Dinge aus dem Ruder gelaufen sind und nicht funktionieren, spricht man nicht miteinander, sondern man spricht die ganze Zeit eigentlich miteinander, um genau auch gemeinsam den Weg nach vorne zu gehen. Ihr seid ja im Dialog und deswegen, ich hatte eben gefragt, wart ihr überrascht, als das passiert ist? Man könnte ja leihenhaft sagen, es war angekündigt, wobei wir nicht genau wissen, ob genau das angekündigt war. Aber inwiefern seid ihr im Austausch mit der aktiven Fanszene und wisst, da könnte heute was passieren, da könnte nichts passieren? Wie ist da der Austausch? Da werden wir zu konkret nicht eingebunden. Das ist jetzt, glaube ich, auch in Ordnung so. Also das ist jetzt nicht so, dass wir vorher Bescheid wissen, dass sowas passiert. Aber ihr habt einen, weil du ja eben gesagt hast, Sven, da gibt es einen regelmäßigen Dialog. Wie ist denn der Dialog mit der aktiven Fanszene, mit der Ultraszene? Das wird ja nicht institutionalisiert sein, also ihr werdet euch nicht einmal in der Woche irgendwo auf einen Kaffee treffen, aber vielleicht kannst du ein bisschen einen Einblick geben, weil es ist halt schwer greifbar zu machen. Klar, das ist ja auch ein bisschen schwer, aber es ist auch klar, dass wir jetzt nicht in alle Entscheidungsprozesse von Fanclubs, von Gruppen oder sonstiges eingebunden sind. Ich weiß auch nicht, das werde ich auch immer wieder gefragt, wie sieht dann die Choreo heute aus? Habe ich keine Ahnung von. Sehe ich in der Regel meistens auch erst nach dem Spiel. Hätte ich zum Beispiel auch nicht gedacht. Hätte gedacht, dass ihr das wisst alles. Also klar kriegen wir ab und zu mal die Info, wenn beim Heimspielen eine Choreo gemacht wird, weil dann der SC-Banner auch überhängt wird und so. Das ist natürlich, das findet dann in der Abstimmung statt, da gibt es dann die Infos. Aber wie die genau aussieht, habe ich gar keine Ahnung von und weiß es auch nicht. Und genauso geht es natürlich auch mit anderen Dingen, mit Bürotechnik und so weiter. Der Dialog findet halt, wie er heutzutage mit modernen Medien halt einfach stattfindet, regelmäßig statt und natürlich spricht man dann auch mit gewissen Leuten darüber und sagt seine persönliche Meinung oder auch die Meinung des Supportersklubs und sagt halt, das war jetzt am Wochenende einfach zu viel und da gibt es dann entsprechende Rückmeldungen auch. Das ist ja so, dass der HSV Pyrotechnik als Teil der Fankultur auch toleriert. Es gab ja auch dann schon mal diesen Versuch, legal Pyrotechnik im Stadion vorzuführen in dem Sinne. Also es gab ja dann gegen Karlsruhe vor fünf Jahren, ist es schon wieder her, dann mal den Versuch. Ich glaube, das war okay, aber danach ist das dann auch erstmal wieder nicht weiter verfolgt worden. Ich glaube, in dieser Saison fast in jedem Spiel, gerade in der Rückrunde, hat es irgendwie mal gebrannt. Es wird ja so hingenommen und toleriert. Jetzt war es aber so, dass viele Feuerwerkskörper die Hand verlassen haben. Ich glaube, da ist die rote Linie dann auch überschritten worden. Habt ihr irgendwas mitbekommen über die Gründe? Also habt ihr es auch so verstanden, dass es diese Androhung war bezüglich der Ticketpreise, dass da was kommt? Das weiß ich nicht. Also wie gesagt, die Gründe, die kennen wir nicht. Das müsstet ihr die Leute fragen, die... Die reden ja nicht mit uns. Genau. Also wir können da jetzt nichts über die Gründe sagen, das wäre nur Spekulation. Also das braucht nichts. Aber wie du gesagt hast, also für uns als Supporters-Club, und das meinte ich eben gerade auch, ist natürlich da dann die Grenze überschritten, wo sowas durch die Halle fliegt in dem Fall. Ihr habt euch ja auch sehr schnell sehr klar positioniert. Wenn ich jetzt ein bisschen zurückspule, die Vorkommnisse in Köln. Ich weiß, da gab es Gründe. Du bist gerade aus Asien auf dem Flughafen sozusagen wieder zurück gewesen. Da hat es ein bisschen länger gedauert. Da hat es aber sehr viel länger gedauert. Vielleicht könnt ihr uns in dieser Abstimmung einmal mitnehmen. Also ihr wart jetzt beide im Stadion. Ich weiß nicht, ob ihr nebeneinander gesessen habt. Oder kurzer WhatsApp-Kontakt. Wir müssen da was schreiben. Wie wollen wir schreiben? Komm, ich mache einen Vorschlag. Ja, finde ich gut. Und dann raufst du damit. Wie ist die Abstimmung zwischen euch bei solchen Vorfällen? Ja, also auch da nochmal zum Verständnis, wir machen das ja auch ehrenamtlich, also wir waren jetzt auf Schalke einfach vor Ort, waren ja auch irgendwie, weiß ich gar nicht, fast alle fünf im Stadion so und haben uns dann einfach direkt nach Abpfiff, da haben wir uns gar nicht gesehen, sondern haben eine WhatsApp-Gruppe und haben dann reingeschrieben, hey, ich glaube, da müssen wir was machen. Ja, alle zugestimmt, dann kurz was runtergeschrieben, ein, zwei Leute informiert darüber innerhalb des Vereins und dann veröffentlicht. So, dann geht das relativ schnell. Das Köln-Beispiel, ja, haben wir im Nachgang auch gesagt, ist von uns dann einfach nicht gut gelaufen, weil das zu spät kam, das Statement. Aber das ist dann halt auch sowas, dann kriegst du es nicht mit. Sven ist im Urlaub, ich bin im Stadion und so. Dann sieht man irgendwie, guckt das Spiel, fährt nach Hause, sieht eine Bildüberschrift, sieht, HSV hat schon reagiert. Naja, und dann haben wir es so ein bisschen zu spät veröffentlicht und diesmal schneller. Da schwingen dann ja manchmal auch dann so Unterstellungen mit, auch so im direkten Gespräch. Das sind dann oft einfach so ganz banale Gründe. Aber wie du auch schon sagtest, vielleicht die falsche Erwartungshaltung auch an den Supporters-Club, dass ihr jetzt nicht das Gremium sozusagen seid, was dann da durchgreift und etwas dazu sagen muss, sondern da seht ihr euch dann vielleicht auch einfach in der Position, etwas sagen zu wollen. Genau, wir sind da eben, wie gesagt, unsere Rolle verstehen wir auch so einfach so eine gewisse Werte vorzulegen und eine gewisse Haltung vorzugeben, aber wir sind jetzt nicht die, die sanktionieren können. Ja. Weil wenn man jetzt auf das Ganze guckt, dann würde ich jetzt sagen, wir kennen uns aus im HSV und Sven, du hast beschrieben, da ist eine ganz lange Entwicklung und hast sie als positiv beschrieben und ich glaube, wir würden dir beide sofort zustimmen. Die ist positiv, wenn man das über den langen Zeitraum sieht und da ist man im Dialog und insgesamt ist da eine Entwicklung erkennbar. Wenn man jetzt kurz raufguckt, könnte man als Hau-Rauf auch sagen, hatte HSV ein Ultra-Problem. Vor drei Monaten hauen die die Kölner zusammen, jetzt Pyro-Zeug auf Schalke. Da diesen Mittelweg zu finden, ist vielleicht auch nicht ganz so einfach. Also vielleicht kannst du noch einmal oder ihr die Gesamtentwicklung versuchen zu beschreiben. Ich glaube, da können wir auch auf andere Vereine gucken. Und es wird auch immer mal wieder in so einer Jugendkulturbewegung oder in einer Kulturbewegung, Subkulturbewegung, wie man auch immer Ultras oder Ultragruppen oder aktive Fangruppen definieren möchte, wird es auch immer wieder, glaube ich, auch in den nächsten Jahren, Jahrzehnten Dinge geben, die mal aus dem Ruder laufen. Wichtig ist dann, dass wir die Einordnung haben, dass Leute sich entsprechend auch positionieren, wie wir das jetzt getan haben. Dass wir aber jetzt nicht anfangen, alles in Frage zu stellen, weil Dinge mal komplett aus dem Ruder laufen, sondern wir müssen halt einfach diesen Weg der letzten Jahre gemeinsam weitergehen und gemeinsam den Dialog suchen. Und ich glaube, da hat das VE eine große Vorbildfunktion in den letzten Jahren gezeigt, wie man das hinkriegt. Trotz des einen oder anderen Rückschlags gemeinsam diesen Weg weiterzugehen. Und auch zu gucken, also neben dem, wo du gerade sagtest, wo man irgendwie draufgehen kann, auch zu gucken, wie gesagt, also das große Ganze, wie Sven sagte, als wenn du vor vier Jahren saßt, da hatten wir 60.000 Mitglieder, jetzt haben wir 120.000 Mitglieder, wir sind im siebten Jahr in der zweiten Liga und grundsätzlich und gerade ja auch ehrlicherweise von den Ultragruppen getrieben, gibt es weiterhin die Mentalität zu sagen, wir geben hier nicht auf, wir gehen voran, wir lassen uns nicht brechen, wir pfeifen auch nicht, sondern wir gehen weiter voran und unterstützen die Mannschaft und irgendwie auch so Sachen wie jetzt, wir haben jetzt im Winter, das vergisst man dann immer wieder so schnell, irgendwie so einen Wintermarkt gemacht, wo 8.000 Leute kamen und 40.000 Euro fast gespendet wurden für Obdachlose in Hamburg. Und irgendwie da ist gerade sehr, sehr viel Positives im Entstehen. Wie Sven sagte, es gibt dann immer auch Fälle, die man dann vielleicht aus SC-Sicht zum Beispiel als Rückschlag bewerten kann. Aber dann muss man aufs große Ganze gucken und einfach weitermachen. Weil im Großen und Ganzen, muss man wirklich sagen, dann sind wir sehr stolz darauf, wie es aktuell läuft, wie es in den letzten Jahren gelaufen ist und so soll es auch weitergehen, bestenfalls. Ihr habt schon die Mitgliederentwicklung angesprochen. Wie ist das im Bereich der Supporters, also von den 120.000 Mitgliedern, wie viele sind da jetzt bei den Supporters und wie ist da das Wachstum wahrscheinlich ähnlich proportional groß? Da muss man ein bisschen unterscheiden. Also ich würde sagen, 110.000 sind fördernde Mitglieder, also bei uns. Und dann gibt es mittlerweile ja, weil wir das ein bisschen anders aufgestellt haben, ja den Kids Club, also für Kinder. Dann gibt es die Young Ones für Jugendliche, dann den Supporters-Club und mittlerweile ja auch den Seniors-Club für Menschen über, korrigere mich, über 65. Das sind im weitesten Sinne ja alles Supporters-Club und das heißt dann also über 100.000 Menschen. Wir haben nur gesagt, und das ist ja auch irgendwie erfolgreich und wirklich schön zu sehen und auch ein Kompliment an alle, die sich da so einen Einsatz zeigen, dass sie gesagt haben, der Supporters-Club irgendwie zwischen 18 und 70, das ist schwer, da alle mitzunehmen und dann irgendwie so ein bisschen aufzuteilen, zu sagen, für Jugendliche gibt es ein Angebot, für Senioren gibt es ein Angebot und so. Das ist sicherlich auch einer der Gründe, warum die Mitgliederzahlen so steigen. Die Zuschauerzahlen sind ja in diesem Jahr wieder auf Rekordkurs. Alle wollen zum HSV, alle wollen Tickets haben. Das wird immer schwieriger. Deswegen kann man wahrscheinlich auch mutmaßen, dass viele Mitglieder werden, um einfacher an Tickets zu kommen. Trotzdem gibt es großen Unmut über die Preispolitik. Ich denke auch, ihr seid da irgendwie immer mal wieder mit drin im Dialog. Jetzt aktuell hat sich dann ja auch der Nordtribüne e.V. Geäußert, dass man da den Dialog erstmal einstellen will. Cornelius Göbel als Direktor Fankultur hat sich da geäußert über den HSV oder vom HSV aus. Wie habt ihr euch in diesem Prozess positioniert? Wie steht ihr zu der aktuellen Thematik? Ja, also bei allem, was ich gerade gesagt habe, was so positiv lief, auch jetzt in unserer Amtszeit, die vor ziemlich genau vier Jahren begann, ist sicherlich das Thema Ticketpreise für uns eine Niederlage bisher. Also da sind wir nicht da, wo wir sein wollten. Wir sind ja auch angetreten, um uns damit zu beschäftigen, haben das Thema nicht dahin getrieben, wo wir es haben wollen. Die Preise sind einfach zu teuer. Das ist einfach so und ich kann jetzt aus persönlichem Umfeld berichten, dass ich Freunde habe, die mit den Kindern nicht mehr ins Stadion gehen, weil sie sagen, ich kann mir das nicht leisten. Wir kriegen natürlich viele Mails auch, das ist ein Thema, das super viele Menschen beschäftigt und ist auch für uns ein Riesendorn im Auge. Ist auch ein Thema, das wir seit Amtsantritt eigentlich beim HSV vorstellig werden. Es gibt da auch immer wieder viele Gespräche zu. Also es ist jetzt nicht so, dass es jetzt quasi keinen Dialog gab und jetzt gibt es ein Gesprächsangebot, sondern es gibt schon lange Gespräche, die offensichtlich, und da müssen wir uns dann vielleicht auch den Schuh anziehen, bisher noch nicht das Ergebnis gebracht haben, weil die Preise halt so steigen. Und deshalb kann ich ehrlicherweise natürlich auch verstehen, wenn Leute sagen, naja, wir reden seit Jahren und nichts passiert, dann brauchen wir jetzt auch nicht zu reden. Das kann ich verstehen. Unser Weg als SC ist erstmal zu sagen, wir reden natürlich trotzdem weiter, aber wir wollen dann auch über konkrete Vorschläge reden, weil wir, wie gesagt, machen das ehrenamtlich und dann irgendwie drei Abende die Woche in Konferenzräumen zu sitzen und über Tickets zu philosophieren, ist vielleicht auch ein bisschen Zeitverschwendung, sondern da wollen wir jetzt wirklich mal konkrete Lösungen. Und zur positiven Entwicklung, die wir gerade sagten, die geht ja für den gesamten Verein. Also unser Eindruck ist schon, der Verein wird eigentlich überall gerade in einem sehr positiven Licht wahrgenommen. Jetzt mal abseits des sportlichen, also einfach in der Gesamtausstrahlung. Und eigentlich wäre es halt schön, wenn wir als Verein auch da mal ein positives Beispiel setzen könnten. Also indem wir zum Beispiel sagen, es gibt für Gäste, Fans, eine Ticketkategorie. Und dann ist eigentlich egal, wo du herkommst, so viel kosten die Tickets. Das ist ja ein Riesenthema. Das betrifft uns ja auch. Wenn wir auswärts fahren, sind wir immer ein Topspieler und müssen immer mehr zahlen. Da könnten wir mal positiv vorangehen. Das gleiche bei Ticketkategorien. Also da gibt es ja durchaus Lösungen bisher. Cornelius Göbel hat ja auch von konkreten Maßnahmen jetzt gesprochen. Seid ihr in diesem Arbeitskreis eigentlich mit drin als SC, um da auch nach einer Lösung zu suchen? Ja, sind wir. Genau. Könnt ihr schon irgendwas verraten, in welche Richtung diese Lösungen gehen? Simon, du hast ja gerade schon ein paar Möglichkeiten angesprochen. Sind das so Ideen, die man da bespricht? Und da gibt es viele Ideen, die man bespricht, aber genau das, was Simon gerade sagt, am Ende sind es viele Leute, die auch in so einer Arbeitsgruppe mit sitzen, die ehrenamtlich sind und da muss jetzt ganz klar konkrete Vorschläge auf den Tisch kommen. Und dann können wir auch gucken, dass wir gemeinsam da den richtigen Weg einschlagen. Ist ja auch kein Geheimnis, eine neue Saison steht bevor, da wird es wahrscheinlich auch wieder an den Dauerkartenpreisen gedreht. Auch da müssen wir einen Blick drauf haben und das haben wir auch klar artikuliert und jetzt warten wir auf konkrete Vorschläge. Das wäre ehrlicherweise meine nächste Frage, weil der HSV hat natürlich auch Argumente für seine Preispolitik. Das ist ja nicht so, dass sie gemein sind oder sowas, sondern es gibt wirtschaftliche Argumente. Und die Preispolitik in den letzten Jahren war auch nicht so, dass sie immer nur in eine Richtung ging. Jetzt steigt der HSV hoffentlich möglicherweise auf. Habt ihr Signale, dass es dann in der ersten Liga direkt noch teurer wird? Wir haben jetzt keine Signale, das wissen wir nicht. Selbst wenn es so bleibt, könnte man darüber reden, ob es nicht so teuer ist. Also natürlich hat der HSV Argumente, die hören wir ja auch. Deshalb ist es ja auch so, wie es ist und es ist ausverkauft. Und dann verstehe ich eine ökonomische Sicht darauf. Wir werden uns halt niemals mit einer ökonomischen Sicht darauf zufrieden geben, sondern werden halt auch nochmal die soziale Sicht drauf werfen. Weil, wie gesagt, es bricht einem ja schon fast das Herz, wenn man Freunde hat, die wirklich ihr Leben lang HSVer sind und mittlerweile Kinder haben und sagen, ich will ins Stadion, aber ich kann es mir nicht leisten. Das ist einfach kein Zustand, der tragbar ist für uns als Supporters-Club. Das ist für uns ein Riesenthema dann. Würden wir uns da teilweise auch einfach ein bisschen mehr Weitsicht wünschen? Also wenn ich jetzt der breiten Masse und den Kindern und den Familien und so weiter den Zutritt zum Stadion verwehre, wer ist denn in 20 Jahren noch da? Wie werden denn die Leute HSV-Fans? Wir müssen doch irgendwie auch noch die Kinder und Jugendlichen dieser Stadt irgendwie für den Verein begeistern. Die müssen wir herholen. Beim Frauenspiel hat man gesehen, wie viele Menschen da kamen, die teilweise gesagt haben, super, ich kann es mir mal leisten, jetzt bin ich da, aber meine Kinder sind das erstmal im HSV. Und da wollen wir mehr von und da wollen wir hin. Und wie gesagt, generell jetzt auch mal so dem Verein, der hat ja auch eine gewisse soziale Aufgabe, auch für eine Stadt, gerade in dieser Zeit so und gerade in dieser ökonomischen und politischen Zeit irgendwie so ein Ort zu sein, in dem Menschen kommen können. Und die HSV-Anhängerschaft, das sind ja nicht nur irgendwie so zwei Juppies wie Sven und ich, sondern da sind ja auch viele Menschen dabei, die natürlich auch gerade wirtschaftliche Sorgen haben, wo die Haushaltskasse irgendwie kleiner wird. Und das ist nicht gut, denen dann den Zutritt zu verwehren wegen Preisen. Und da werden wir weiterhin auf jeden Fall und vielleicht noch doller ein Finger in der Wunde sein. Weil du gerade die Frauen angesprochen hast, die haben wir jetzt gerade angekündigt, dass sollten sie aufsteigen und auch da sieht es gar nicht schlecht aus. Dann wird der HSV auch in der kommenden Sankt bei den Frauen im Volksparkstaat spielen. Ihr seid jetzt in der Arbeitsgruppe Ticketspreise drin. Gibt es möglicherweise auch Überlegungen, ob man das kombiniert? Weil bei den Männern ist es so, jede Karte ist sofort ausverkauft, jedes Spiel ist ausverkauft, jede Karte ist weg. Bei den Frauen wird es ja wahrscheinlich eher umgekehrt sein. Da muss man sich Ideen entwickeln, wie man das Stadion ein bisschen voller bekommt, weil das wird schwierig sein, da mehrere tausend jedes Heimspiel irgendwie anzukommen. Ja, also von so Kombi-Tickets halte ich ehrlicherweise wenig. Das finde ich dann doch ein bisschen fast respektlos den Frauen gegenüber zu sagen, naja, da kommen die Leute, weil sie eigentlich auch Männerfußball sehen wollen, wir kommen die Nenars. Aber natürlich sollten wir darüber reden, dass man bei den Frauen eine Preisstruktur hat. Das ist ja dann quasi, haben wir mal das weiße Blatt Papier und können mal sagen, wir machen da mal eine Preisstruktur, die sozial verträglicher ist. Klar, da sollten wir auf jeden Fall zu sprechen. Eine erstaunliche Entwicklung gibt es auch bei den Zahlen der Fanclubs, die offiziellen Fanclubs. Ich glaube, seit dem Abstieg fast verdreifacht, mittlerweile mehr als 2000. Man hat aber auch so den Eindruck, auch da werden die hauptsächlich gegründet, um dann einfacher an Tickets zu kommen. Gerade Auswärtsspiele sind natürlich auch sehr begehrt. Wenige Fans kommen dann gerade in diese kleineren Stadien rein, wenn dann nur 1000 Tickets teilweise zu vergeben sind. Sven, vielleicht kannst du mal sagen, ist das ein Thema bei euch, diese Fanclubgründung oder habt ihr damit direkt dann eigentlich nichts zu tun? Also organisatorisch liegen die bei Cornelius und Thiem in der Fankultur, weil wir sind ja da auch im fast tagtäglichen Dialog. Ich glaube, das ist halt einfach ein gigantisches Zeichen, was in den letzten Jahren in diesem HSV entstanden. Simon sagte eben, vor vier Jahren hatten wir knapp 60.000, jetzt sind wir irgendwie bei 120.000 Mitgliedern, obwohl das siebte Jahr zweite Liga ist. Fanclubs explodiert auch wahnsinnig, hat sicher auch ein bisschen mit den Ticketthemen zu tun, Wobei da man ehrlich sagen muss, vor 20 Jahren war ich Fanbeauftragter. Da waren genau die gleichen Themen auf der Agenda. Da haben wir den großen Stadion in Deutschland und Europa gespielt. Da gab es auch keinen Gästeblock, der leer war, sondern da haben wir auch das voll gemacht. Das ist auf der einen Seite Fluch und auf der anderen Seite Segen, dass wir halt überall die Gästeblöcke voll machen. Nächstes Jahr, wenn wir aufsteigen sollten, wird es ein bisschen einfacher, haben wir ein bisschen größere Stadien. Aber es ist ein knappes Gut, was immer knapp bleiben wird, leider. Ich weiß auch nicht, ob ich bei der These mitgehen würde. Also bestimmt gibt es Leute, die Mitglied werden wegen Tickets, aber ehrlicherweise eine Mitgliedschaft ist ja schon lange keine Garantie mehr dafür, ein Ticket zu bekommen. Wir haben ja doppelt so viele Mitglieder wie Plätze im Stadion und das gleiche gilt für Fanclubs. Also ich glaube schon, dass da mehr hinter steckt und man sieht das auch an anderen Standorten. Also bei großen Vereinen steigen auch die Mitgliederzahlen an andere Standorten. Ich glaube auch, dass es durchaus einen Einfluss hat, wie der HSV auftritt seit einigen Jahren, so nach außen. Das ist eine andere Sprache, eine andere Identität und irgendwie, glaube ich, wird das schon gewertschätzt von den Menschen, die dann sagen, damit kann ich mich eher noch identifizieren, auch im siebten Jahr in der zweiten Liga. Und außerdem natürlich einfach die hervorragende Arbeit der Abteilungsleitung sofort. Da können wir vielleicht auch mal einen Finger bei euch in die Wunde legen. Es gab letzte Woche einen Tweet von einem User, Weltmeister, man kennt ihn, wenn man bei Twitter unterwegs ist oder bei X mittlerweile, sehr, sehr meinungsstark auch. Und er hat geschrieben, der SC hat mittlerweile null Funktion und null Einfluss. Und er schreibt dann, sämtliche ehemals exklusiven Vorteile sind verpufft, das Merch liegt im normalen Store. Das exklusive Forum samt Kartentauschbörse und Mitfahrtzentrale wurde schon vor geraumer Zeit abgeschafft. Ein Bezug von Mitgliedern außerhalb von Hamburg findet entgegen der Versprechung während der Onlinesitzung in der Corona-Zeit nicht mehr statt. Das Online-Format wurde einfach wieder fallen gelassen. Kampf für günstige Ticketpreise? Nicht mehr als Lippenbekenntnisse. Leider war Zusammenfassung der SC ist überflüssig geworden. Also schon ein relativ hartes Urteil. Was könnt ihr dem entgegnen? Wofür steht denn der SC noch? Welche Vorteile hat man, wenn man dort Mitglied wird? Also erstmal freuen wir uns tatsächlich über Kritik. Und es wäre ja auch komisch, wenn wir bei 110.000 Mitgliedern alle sagen würden, dass da irgendwie nur gute Arbeit gemacht wird. Teile hatte ich auch gerade angesprochen. Also den Ticketpreisschuh ziehen wir uns an. Da sind wir nicht da, wo wir sein wollten. Das ist auch nicht unser Anspruch. Bei anderen Themen, also erstmal grundsätzlich... Eine Mitgliedschaft im Verein und auch im Supporters-Club ist keine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio oder so, wo ich sage, ich habe jetzt die Vorteile davon und kriege die Gimmicks. Und das verstehen wir anders. Das ist zum einen eine ideelle Mitgliedschaft, zum anderen ermöglicht es mir auch einfach Teilhabe im Verein und Einsatz. Und ich würde dann auch nochmal entgegenhalten, dass wir tatsächlich, also wenn man sich anguckt in den letzten vier Jahren, wir haben das Merchandising komplett neu aufgestellt. Das ist jetzt im HSV-Store, aber dadurch einfach noch besser einsehbar und hat auch eine andere Qualität, ist aber trotzdem weiterhin nur Mitglieder vorenthalten. Es gibt eigentlich zu jedem Auswärtsspiel eine Fahrt. Zu 30 Jahren SC haben wir Dokus, Feiern, Feste gemacht, das Volksparkett haben wir nochmal anders besetzt, Wintermarkt gemacht, Unterstützung im Frauenfußball, Unterstützung mit dem Winterprogramm gegen Katar haben. Könnte ich jetzt 10 Minuten reden, dann wird es langweilig. Also wir haben schon sehr, sehr viel gemacht und wir meinen auch oder wissen auch aus direkten Gesprächen, dass daraus auch verständlich wird, was der SC ist und wofür er steht. Und die Mitgliederzahlen sprechen da auch eine sehr deutliche Sprache. Deshalb Teile der Kritik nehme ich an und auf und daran arbeiten wir. Und bei anderen Teilen würde ich sagen, nee, da ist ein falsches Bild. Wisst ihr eigentlich, wer sich hinter Weltmeister verbirgt und seid ihr im direkten Gespräch oder ist das dann halt anonym X? Nee, also grundsätzlich versuchen wir schon, ich glaube Sven gar nicht mehr, ich bin jetzt auch irgendwie kaum noch bei X oder so. Ist auch gesünder. Grundsätzlich versuchen wir schon wirklich für jeden und jede erreichbar zu sein. Also ich habe teilweise, wenn ich dann doch mal eine Stunde Zeit habe irgendwo, dann gehe ich auch bei Facebook rein und schreibe Leuten, die uns kritisieren, Mensch lass doch mal telefonieren und dann mache ich das auch und dann kann man auch gut miteinander sprechen. Wie gesagt, es ist ja völlig in Ordnung, wenn man unterschiedlicher Meinung ist, da sind wir dann auch wieder beim Thema Kultur, die wir als SC vorleben wollen. Wir freuen uns dann immer vor allem über ein direktes und nicht anonymes Feedback, weil man dann darüber sprechen kann und wir sind wirklich sehr, sehr, sehr selbstkritisch und auch absolut empfänglich für Kritik, wenn Leute sagen, das finden wir doof, dann können wir da gerne drüber sprechen. Mann, wir wollen keinen Strich unter eure Amtszeit ziehen. Sind auch ein paar Jahre. Ja, aber ihr seid jetzt seit vier Jahren im Amt und es sind ja dann auch irgendwann Wahlen. Also wisst ihr jetzt schon, ob ihr dann nochmal neu antreten wollt? Also das ist ja in drei Jahren, glaube ich, die Wahl. Genau, also die erste Amtszeit, nur nochmal zum Verständnis, war drei Jahre. Danach wurde die Satzung geändert und wir wurden letztes Jahr im Februar neu gewählt. Und wir haben jetzt am Wochenende gegen Karlsruher SC eine Nachwahl, weil ein Mitglied aus der Abteilungsleitung zurückgetreten ist. Da gibt es zwei Kandidierenden und dann läuft unsere Amtszeit in drei Jahren aus. Genau und dann alles weitere, also teilweise sind das schon so 20 Stunden die Woche, die dann irgendwie in die ehrenamtliche Arbeit fließen. Das muss man sich im Job und auch familiär schon leisten können. Von daher wird das wahrscheinlich jeder von uns in drei Jahren für sich bewerten. Grundsätzlich ist es auch nicht verkehrt, wenn in drei Jahren mal irgendwie frischer Wind reinkommt und jüngere Menschen übernehmen. Aber wer weiß, in drei Jahren, also wer weiß, wo wir da stehen. Es gibt auf jeden Fall einige spannende Themen noch, auch in diesem Jahr. Die Mitgliederversammlung steht an, es wird ein neues Präsidium gewählt und es wird möglicherweise nochmal über den Supporters Trust abgestimmt. Das ist noch unklar, ob es dann nochmal zur Abstimmung kommt. Es gibt eine Arbeitsgruppe, die weiter im Hintergrund daran arbeitet, dieses Modell dann auch irgendwann wieder zur Abstimmung zu bringen. Sven, kannst du schon verraten, ob das möglicherweise in diesem Sommer schon der Fall sein wird? Möglicherweise wird es eine Abstimmung im Sommer geben. Genau, die Arbeitsgruppe ist ja aus verschiedenen, also da muss ich ein bisschen ausholen, weil auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung. Beziehungsweise auf der letzten ordentlichen Mitgliederversammlung wurde ja der Antrag gestellt, dass der Supporters-Club sich um einen sogenannten Supporters-Trust kümmern soll. Dann haben wir eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die aus Fanvertretern, aus Finanzexperten, aus Rechtsanwälten, die sich mit diesem Bereich explizit auskennen, aus Steuerberatung zusammengestellt. Die arbeitet jetzt, die ist in den letzten Zügen und sobald die letzten Züge abgeschlossen sind, wird die Arbeitsgruppe sich dann erstmal an die interne Vereinsöffentlichkeit, sprich an die Gremien wenden und dann auch an alle Mitglieder. Dann wird es auch eine Infoveranstaltung und Sonstiges geben. Ich glaube, die Arbeitsgruppe ist wirklich überragend zusammengestellt. Da haben wir wirklich viel Glück gehabt, dass auch viele Leute eine Bereitschaft haben, weil am Ende ist es ja ein sehr komplexes Thema. Und genau. Sobald dann Abschlüsse da sind, werden wir die veröffentlicht. Ihr habt ja vor einem Jahr dann schon mal darüber abgestimmt, dann in zwei Schritten. Das war dann vielleicht sogar dann am Ende auch der Fehler, dass dann nicht dafür gestimmt wurde. Ich glaube, ich meine mich zu erinnern, ich war nicht dabei, aber ich habe Bilder gesehen. Sven, du sagst, etwas enttäuscht aus nach der Abstimmung, dann kamen die möglicherweise zu früh, die Abstimmung über den Supporters Trust, dass viele Mitglieder einfach noch nicht ganz klar waren, wofür stimmen die da eigentlich ab? Was passiert dann auch mit den Anteilen, die dann weiter verkauft werden? Genau, ich glaube, das war im Gänzen, das kann ich dann einfach auch sagen, weil ich auch Mitglied der letzten Arbeitsgruppe war, Rechtsform, dass wir da in der Gänze vielleicht das Ergebnis hinten Richtung Supporters Trust nicht ausreichend genug dargestellt haben und auch noch nicht ausreichend genug bearbeitet haben. Ich glaube, und das gehört dann auch dazu, auch aus Dingen der Vergangenheit zu lernen und die Herausforderungen dann besser anzunehmen. Und ich glaube, da sind wir jetzt deutlich besseren Prozess und deutlich besseren Weg, weil es viel konkreter ist. Vielleicht kannst du dann mal sagen, was ein Fan dann in Zukunft für Möglichkeiten hat, wenn man über diesen Supporters-Trust abstimmt und er kommt. Ist das ähnlich wie bei St. Pauli, dass man dann quasi Anteile, in diesem Fall wahrscheinlich am Stadion, aber dann an der AG erwirbt, beziehungsweise an der KGHA, wie sie mittlerweile heißt? Also was dieser andere Verein hier nach Munk macht, interessiert mich ja nicht. Es sagt nicht so sehr, wir gehen unseren eigenen Weg und ich glaube, die Details werden wir dann in den nächsten Wochen auch in Ruhe veröffentlichen. Da würde es jetzt, glaube ich, nicht der richtige Zeitpunkt jetzt schon da sozusagen Details zu veröffentlichen, die noch nicht final verabschiedet sind. Aber dann ganz persönlich an dich gefragt, wir haben jetzt April und schon fast Ende April. Die Mitgliederversammlung ist gar nicht mehr so lange hin. Würdest du gerne, dass das alles bis dahin über die Bühne geht und würdest du es begrüßen, wenn man dann abstimmt? Oder sagst du, vielleicht brauchen wir tatsächlich auch nochmal ein bisschen mehr Zeit und dann lieber auf der nächsten Mitgliederversammlung? Also ich halte es immer für gut, Dinge auch in die Mitgliederversammlung zu bringen, wenn sie dann auch ausreichend ausgearbeitet sind. Und in dem Prozess sind wir gerade in den letzten Schleifen und deswegen gehe ich davon aus, dass wir im Sommer das Thema auch zur Abstimmung bringen werden. Antrag wird dann vom Supporters-Club erfolgen, also auch von uns. Und dann gucken wir mal, wie die Mitglieder dazu abstimmen. Das wird nicht die einzige Abstimmung sein, die es auf der Mitgliederversammlung gibt. Es wird ein paar geben. Die Hauptabstimmung, könnte man sagen, wird natürlich über den nächsten Präsidenten sein. Auch du wurdest immer wieder medial gehandelt. Kannst du verraten, hast du jemals dir darüber Gedanken gemacht? Ich mache mir mein ganzes Leben lang ganz viele Gedanken über den HSV. Aber für mich steht absolut fest, dass ich die nächsten drei Jahre Abteilungsleiter des Supporters-Clubs weiterhin sein möchte und das ist mein Weg. Es gibt trotzdem immer mal wieder Gerüchte, ob der Supporters-Club nicht einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin ins Rennen schickt. Gibt es da aktuell noch Überlegungen? Simon, trittst du an? Nee, also gibt es aktuell keine Überlegungen? Nein. Ich glaube, wir können nicht für die Abteilungsleitung, für die Personen sprechen. Da wird keiner kandidieren. Einer kandidiert, da waren wir alle sehr überrascht, als wir das letzte Woche gehört haben. Ich weiß nicht, wahrscheinlich ihr auch. Felix Magath hat seinen Namen in den Hut geworfen. Ja, ist Felix Mörgert ein guter Kandidat? Ach, das entscheiden ja am Ende die Mitglieder. Ich glaube, wir müssen da, erst mal haben wir einen Beirat, haben wir einen ganz klar vorgegebenen Weg. Bis zum 2. Mai, glaube ich, kann man sich bewerben. Ich persönlich, das ist eine reine persönliche Meinung, hätte mir gewünscht, dass die Personen, die jetzt in der Öffentlichkeit gehandelt werden, dass es erst mal beim Beirat bleibt und nicht in die Öffentlichkeit landet, ist manchmal nicht der Fall. Aber vor der Veröffentlichung des Beirats, das sind glaube ich vier Wochen vor der Versammlung, müssen die Kandidierenden bekannt geben, macht es gar keinen Sinn, über irgendwelche Namen zu spekulieren oder über Namen sich zu äußern. Es sind aber auf jeden Fall jetzt schon einige Namen bekannt. Also Kai Esselzko tritt an, dann Frank Ockens, ja jetzt Felix Magath und Alexander Eqbal wird es wohl auch werden, auch wenn er jetzt sich noch persönlich... Ali Eqbal. Ja, ich glaube, Alexander ist sein richtiger Name. Auf jeden Fall früher mal als Ali Ekbal auch bei Mitgliederversammlung schon auffällig geworden damals, als er, glaube ich, sein Trikot in Blöß hatte, als er sich für den Aufsichtsrat beworben hat. Aber ja, es wird auf jeden Fall eine spannende Mitgliederversammlung, auch eine sehr lange, oder? Kann man davon ausgehen? Kann man von ausgehen, ja. Also Mitgliederversammlung im HSV sind ja nie kurz, aber mit Sicherheit wird es eine lange Mitgliederversammlung und das ist aber dann wahrscheinlich auch richtig so. Also wir waren uns da ja irgendwie alle vier gerade sehr einig, als Verein auf einem guten Weg, haben aber auch noch ganz, ganz große Aufgaben vor uns. Deshalb wird, glaube ich, sehr, sehr viel vom neuen Präsidium abhängen, von dem Supporters Trust abhängen, von anderen Entscheidungen auf der Mitgliederversammlung. Und deshalb muss man sich dann halt auch mal die Zeit nehmen und da in Ruhe drüber diskutieren. Das wollen wir ja genau hier tun. Sven hat eben schon sozusagen sich ein bisschen, wenn ich das so sagen darf, rauslehrt. Ich würde dich, Simon, jetzt auch nochmal nach Felix Magath fragen, weil dieser positive Weg, den wir jetzt hier gerade beschrieben haben oder über den wir diskutiert haben, Felix Magath ist ein großer Name. Einerseits hat tolle Erfolge für den HSV als Spieler getätigt, war als Trainer später. Und viele haben aber dann die Sorge, dass er vielleicht so sehr polarisiert, wie es in der Vergangenheit beim HSV oft der Fall war. Bei Bernd Hoffmann, bei Klaus-Michael Kühne, auch bei Marcel Jansen, bei Herrn Wüstefeld und, und, und. Immer so ein Pro- und Kontralager. Hast du diese Sorge, dass das jetzt im Wahlkampf wieder kommen könnte? Weil es viele gibt, die Magath ganz gut finden und viele gibt, die ihn gar nicht gut finden. Also als Privatperson habe ich natürlich viele Meinungen. Ich sitze hier aber als Vertreter des Supporters-Clubs. Und Sven hat es auch schon gesagt, da werden wir jetzt nicht viel zu sagen. Das hat zwei Gründe. Das eine ist, dass wir in einem anderen Gremium, nämlich dem Beirat, jetzt nicht in die bestehende Arbeit reinreden möchten und überhaupt noch nicht alle Kandidierenden vorlegen. Und ich habe jetzt persönlich auch zum Beispiel an dem Beispiel noch nie mit Felix Maggert mich unterhalten. Grundsätzlich, um es jetzt mal personenunabhängig zu machen, sind wir da wieder beim Thema vom Anfang. Wir als Supporters-Club werden jetzt nicht irgendwie hier Wahlkampf für Person X oder Y machen oder jetzt hier irgendwie im Abendblatt-Podcast uns auf irgendeine Seite schlagen, sondern wir werden dann grundsätzlich eher darauf achten, ob wir das Gefühl haben, dass da im Sinne des Vereins und der Kultur, die wir geprägt haben, gearbeitet wird. Und das gilt dann auch für so einen Wahlkampf. Im besten Fall hoffe ich mir einfach einen inhaltlichen... Wenn man das so ausdrücken möchte, wo über den Verein gesprochen wird und über die Zukunft des Vereins und am Ende die Mitglieder, auf die es hier ankommt, entscheiden. Und dann ist es doch ein ordentlicher Prozess. Es wird ja auch noch einen weiteren wichtigen Antrag geben, der auch aus dem Kreise der Supporters entstanden ist, von Kimi Barcelona initiiert, dass man künftig alle Gremien innerhalb des HSV mindestens mit einer Frau besetzt. Guter Antrag, werdet ihr auch dafür stimmen? Ja, absolut. Also ich glaube, das ist ein Antrag, der wieder zeigt, wie gut der HSV auch im Hintergrund agieren kann. Das ist ein längerer Prozess gewesen. Ich glaube, sehr viele Ideen sind da eingeflossen. Und aus meiner Sicht, ich bin nicht Hauptteil der Arbeitsgruppe, aber was ich so mitkriege, ist das ein Weg, der, glaube ich, überragend ist, weil er wirklich alle Facetten dieser Diversität auch im HSV darstellt, und aus meiner Sicht halt auch ein Prozess ist oder eine Änderung der Satzung, Satzung, die halt innovativ ist und die kein anderer Verein in dieser Form auch hat. Und auch da nochmal zu dem, ich wiederhole mich jetzt, aber ich bin ja auf großer Mission, um den Supporters-Lob zu erklären, auch da wieder, da sind wir so klar dafür, weil wir sagen, dass es, im Rahmen der Werte und der Kultur des HSV diesen Antrag zu unterstützen, weil Frauen in der Gesellschaft und bei uns im Verein und ehrlicherweise fast überall weiterhin strukturell benachteiligt werden und um da für mehr Gleichheit zu sorgen, müssen wir strukturelle Änderungen vornehmen und deshalb haben wir eben lange diskutiert und gerade unsere Kollegin aus der Abteilungsleitung hat sich da sehr für eingesetzt, dass wir jetzt diesen Antrag haben und deshalb unterstützen wir den auch. Das ist dann was anderes als jetzt vielleicht auf einzelne Kandidaten oder so einzigen, sondern das ist ein Thema, das ist für uns wirklich sehr, sehr wichtig und da werden wir uns auch öffentlich für immer wieder dahinter stellen. Sollte der Antrag angenommen werden, da geht es natürlich um zukünftige Wahlen, also es ist noch nicht die aktuelle Wahl davon betroffen und trotzdem gibt es ja bei der aktuellen Wahl immerhin schon auch zwei Frauen, die kandidieren mit Laura Ludwig und Anna Stöcken. Auch das ist ein wichtiges Signal. Also ihr müsst jetzt nicht euch für eine Kandidaten aussprechen, aber dass Frauen dabei sind bei der Wahl, dass sie... Na klar, also wir erhoffen uns ja ehrlicherweise von solcher strukturellen Reform jetzt nicht nur direkt Ad-Hoc-Lösungen, sondern eben auch strukturelle, dass es eben normaler wird und vielleicht auch irgendwie für Mädchen im Verein, die jetzt noch im Kids-Club sind, die vielleicht dann auch mal denken, ach Mensch, dann kann ich auch mal Präsidentin werden. Oder jetzt nach dem Frauenspiel haben bestimmt viele gedacht, ach guck mal, wenn ich Spielerin bin, auch mal im Volksparkstadion spielen, wie cool ist das denn? Da wollen wir ja hinkommen, dass wir quasi sowas vorleben. Und deshalb freuen wir uns natürlich, wenn möglichst viele Frauen sich beteiligen wollen, einbringen wollen, Ämter um Ämter kandidieren. Na klar. Also es gibt viele Themen und viele positive Zahlen rund um den HSV und die Fans. Mitgliederrekord haben wir schon gesagt, Zuschauerrekord wird wahrscheinlich auch wieder aufgestellt oder übertroffen dieses Jahr. Was würdet ihr sagen, warum ist der HSV aktuell so sexy, so attraktiv für viele HSV-Fans? Dieser Boom ist ja wirklich schon erstaunlich im siebten Jahr zweiter Liga. Also ich glaube, es hält ganz viel damit zusammen, dass der HSV in den letzten Jahren auch eine Identität eingenommen hat, dass er einen ganz klaren Weg eingeschlagen hat. Sicherheitsleuchtturm kann man da die Beispielen Bakary Jatta und Mario Wuskowitsch nennen, die ja nicht nur von einzelnen Personen in diesem Verein getragen wurden, sondern in der Grenze, sei es Gremien, sei es Verantwortliche, sei es die Anhängerschaft. Und ich glaube, das sind die Speerspitzen. Und aus meiner Sicht waren das damals auch mit Jatta oder auch Wuskowitsch ja keine Lippenbekenntnisse von einzelnen handelnden Personen, sondern es wird halt komplett vorgelebt und das zieht sich durch alle Bereiche durch. Und das zeigt sich halt gerade dann, wie stark wir aufgestellt sind, wenn Dinge halt mal nicht funktionieren, sei es auf dem Platz oder in der Kurve, dass wir dann nicht alles in Frage stellen, sondern diesen Weg gemeinsam weitergehen, sehr kritisch die Themen aufarbeiten, die nicht funktioniert haben, aber positiv nach vorne blicken und nicht alles wieder nach hinten werfen. Ich glaube, das hängt damit viel zusammen und glaube ich auch mit einem... Gut ein Programm, was viele Bereiche anbieten, sei es nur den Ausbau des Kids Clubs oder die Young Ones, wo sie immer ja vorhin gesagt hat, da brauchen wir unbedingt auch entsprechende Angebote im Ticketing für die Jugendlichen, also nur nochmal zur Dimension, wir haben knapp 7.000 Kinder im Kids Club, knapp 7.000 in den Young Ones, also das sind ja großartige Zahlen, so groß sind manche andere Vereine in Deutschland gar nicht. Und genau für die diesen Weg weiterzugehen, auf Jugendliche, auf Nachwuchsleute zu setzen, sei es im Sport, sei es auch in der Anhängerschaft, ist glaube ich genau der richtige Weg und das zahlt sich dann am Ende halt auch aus. Du hast die beiden großen Themen eben schon angesprochen mit Bakariata und Mario Wuskowitsch, aber auch unabhängig von diesen beiden großen Themen stößt sowohl der HSV immer wieder auch gesellschaftspolitische Dinge verstärkt in den vergangenen Jahren an, als aber auch aus der Fanszene heraus kommt immer mehr gesellschaftspolitische Diskussionen hoch. Unterstützt ihr das? Findet ihr das gut, dass der HSV ein politischer Herrera-Verein wird? Absolut, zu 100 Prozent. Also wenn ich daran denke, dass der Hamburger Sportverein sich auch mit seiner jüngeren Geschichte auseinandersetzt. Ich glaube, wir waren einer der ersten Vereine, die sich damals mit der Endeszeit sehr intensiv mit Wissenschaftlern auseinandergesetzt hat. Aber dass wir eine Gedenktafel für den ums Leben gekommenen Adrian Malalka am Stadion haben, ist, glaube ich, ganz klares Ziel von Haltung. Dass wir uns ganz klar für unsere ehemaligen jüdischen Mitglieder einsetzen. Das sind, glaube ich, alles Dinge, die auch ein ganz klares Zeichen innerhalb dieses Vereins sind. Und ich glaube, das sind auch die Punkte, die dann auch dazu führen, dass der HSV auch so ein, wie hast du es gerade so schön genannt, gerade sehr beliebt ist überall. weil man sich gerade für solche Themen einsetzt. Und ich glaube, gerade in der heutigen Zeit, in der aktuellen weltpolitischen Entwicklung ist es, glaube ich, enorm wichtig, dass es einen Verein gibt wie den Hamburger Sportverein, der das auch zum Thema macht, vielleicht aber nicht immer zum Hauptthema macht. Gleichzeitig muss man sagen, ich glaube jetzt, die nächsten Jahre werden wir halt sehen, ob das dann, und wir werden dafür natürlich Sorge tragen, dass das dann auch durchgezogen wird, weil du hattest es glaube ich am Anfang angesprochen, als ich hier war vor fünf, sechs Jahren, da haben wir über das Netz E gesprochen und über Jatta und so weiter und Netzwerkänderungsarbeit, da war die Welt ja schon noch ein bisschen eine andere, also auch das Land war ein anderes und aktuell in den letzten Wochen und Monaten trauen sich Menschen wieder vermehrt, welche Menschen wachten, in Sachen zu sagen, sei das irgendwie bei der Arbeit oder in der U-Bahn oder halt auch im Stadion. Wo hingegen vor sechs Jahren es dann noch einen anderen gesellschaftlichen Konsens gefühlt gab. Und wir sehen immer mehr Unternehmen, die fünf, sechs Jahre irgendwie eine Regenbogenfahne vor das Haus geheftet hatten, die sie jetzt langsam still und heimlich abnehmen, weil sie einfach merken, dass da so ein gewisser Wandel in der Gesellschaft ist. Und jetzt kommt es darauf an. Also jetzt schauen wir mal, ob wirklich da die Haltung auch vorgelebt wird. Ich habe da ein gutes Gefühl und die letzten Jahre bestärken mich darin. Aber jetzt müssen wir wirklich auch aufpassen, dass das eben nicht so eine Schönwetterphase war, wo man so leichte Themen vermeintlich mal mitgenommen hat, sondern wo man auch dann eben dagegen hält und sagt, Was heißt denn das dann konkret in dem oder dem Fall? Es gibt aber auch trotzdem immer wieder Fans, die sagen, Politik und Fußball, das sollte man nicht vermischen und sollte jetzt auch nicht zu viel dann sich zu bestimmten Themen äußern. Wie steht ihr dazu? Ihr seid ja relativ auffällig auch gewesen, euch immer auch zu positionieren zu bestimmten Themen. Kann man dafür sagen, weil wir auch jetzt hier gesprochen haben, wofür steht der SC, dass er auch genau dafür steht? Also wir, es gibt ja vielleicht ein ganz gutes Beispiel, also grundsätzlich ist Fußball und der HSV und der Supporters-Klub und das Stadion einfach ein politischer Raum und da, wenn es politisch ist, für gewisse Werte einzustehen und die konsequent durchzuziehen, dann ist das so und dann ist es auch richtig und dann sind wir da auch politisch. Jetzt will niemand von Sven Frese eine Wahlempfehlung für eine Partei haben oder von mir. Das wäre dann den Bogen überspannt. Wir gucken, wo wir in unserem Wirkungsfeld, Fußball, Stadion, Stadion, Umfeld, Verein und darüber hinaus im Zweifelsfall noch Stadt wirken können und werden dort für gewisse Grundprinzipien und Grundwerte, die ehrlicherweise auch in der Satzung verankert sind, einstehen. Also zum Beispiel vor anderthalb Jahren, da war diese große Demo in Hamburg gegen rechts. Da haben wir ja auch diskutiert, da haben wir dann als Supporters-Club auch aufgerufen, da hinzugehen. Haben aber auch im ersten Satz geschrieben, eigentlich wäre das jetzt gar nicht so wirklich unsere Aufgabe hier als Supporters-Club, aber jetzt sind die Zeiten nun mal anders, deshalb machen wir das, weil wir als Supporters-Club ja auch eine gewisse Reichweite haben. Also es ist immer so ein, es gibt ja wenig schwarz-weiß und es gibt eben viel diskutieren und dann sagt man, okay, hier macht das Sinn, hier macht das keinen Sinn, hier überdrehen wir etwas. Weil natürlich muss man auch aufpassen, jetzt nicht Leute zu verlieren, weil man den Bogen überspannt, sondern einfach ganz klar zu sein in wirklich grundsätzlichen Dingen. Ja, dann haben wir jetzt viel über Politik und über alles andere gesprochen. Ganz am Ende vielleicht noch mal ganz kurz wieder zum Sport zurück. Also wir haben schon gesagt, es sieht ganz gut aus, trotz des 2 zu 2 gegen Schalke, dass es auch in der nächsten Saison eine Rückkehr in die Bundesliga gibt. Wie wäre die Version erster Spieltag in München? Habt ihr schon so Sonderzüge versucht zu organisieren? Nee, aber das geht dann ja. Also ich bin mir sicher, wenn irgendjemand noch zum Telefon greifen kann im Fall eines Aufstiegs, dann wird da mit Sicherheit direkt der Sonderzug anbietet. muss erstmal terminiert werden. Ich höre von ganz vielen Menschen, dass das das erste Spiel sein könnte, aber auf jeden Fall das erste Spiel sein. Nun lasst uns erstmal gegen Karlsruhe gewinnen, würde ich sagen und dann gucken wir mal nach Fürth, gibt es einen Sonderzug und dann gucken wir mal, wo wir nächste Saison spielen. Ich wollte gerade fragen, es gibt dann in Fürth den Sonderzug und das könnte eine schöne Fahrt werden. Das könnte eine sehr schöne Fahrt werden, na klar. Also die meisten Fahrten sind ja schön. Und in der Tat muss man natürlich erstmal aufsteigen. Sollte der HSV aufsteigen, gibt es schon Gedankenspiele bei einer Feier möglicherweise, ich habe schon gesagt, die Frauen steigen auch auf, ob man das irgendwie kombinieren könnte. Irgendwann muss man ja organisieren. Da weiß ich gar nicht. Kann sein, dass der Verein da... Genau, das ist dann aber eher die Aufgabe des Vereins. Wir sind nicht dafür verantwortlich, jetzt eine mögliche Aufstiegsfeier zu organisieren. Aber auch da sind wir dann im Austausch mit den Verantwortlichen. Aber erstmal kreis russchlagen. Ich wollte gerade sagen, wenn man eines gelernt hat in den vergangenen sechs Jahren dann, dass man nicht zu früh planen sollte und nicht zu früh feiern sollte, auch das ist ja schon passiert. Von daher jetzt erstmal dann am Wochenende den KSC besiegen und dann glaube ich, können wir auch weiter planen, oder Kai? Genau, so sieht es aus. Vielleicht noch, weil das dann ja vielleicht auch die richtige Bühne ist, weil wir jetzt über diese ganzen Themen gesprochen haben, am Sonntag vor dem Spiel ist auch unsere Abteilungsversammlung, ich glaube um 9 Uhr, in dem neuen Vereinsheim quasi, also neben der Barclay-Karte-Arena. Also wer über all diese Themen mit uns diskutieren möchte, wer sich da einbringen möchte, wer vorbeikommen möchte, das ist der Ort dafür, um wirklich zu diskutieren. Das ist die Abteilungsversammlung. Habt ihr eine Einordnung, wie viel werden da so ungefähr kommen? Ich kann das nicht einschätzen. Zwischen 100 und 200. Ja. Frühaufstehen ist angesagt. Aber gutes Warm-up für Spiel. Genau. Gibt es ein Bierchen schon dazu? Oder ist das auch noch ein bisschen zu früh? Nein, das ist eine seriöse Vereinsveranstaltung. Selbstverständlich. So wie hier das ein seriöser Podcast ist. Auf jeden Fall hat es großen Spaß gemacht mit euch beiden und mal gucken, ob ihr beim nächsten Mal wieder zu zweit kommt oder sich da einer noch alleine traut. Ihr seid immer herzlich eingeladen, ob zu zweit, allein oder ihr könnt auch noch jemanden mitbringen, den ihr wollt. Vielen Dank. Vielen Dank auch von meiner Seite und wir melden uns dann in der kommenden Woche vor dem Auswärtsspiel in Darmstadt, nach dem Spiel gegen den KSC. Bis dahin in Hamburg sagt man Tschüss und bei uns heißt das auf Wiederhören. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast. Musik.