Latest / Bau Podcast - der Höfliche & der BAUstein® / Stromnetz am LIMIT! SCHEITERT jetzt der KI-Boom?
Transcript
- 0:00Speaker 1: Der KI-Durchbruch in Deutschland könnte in einer ziemlich banalen Sache scheitern.
- 0:04Speaker 1: Es sind nicht die fehlenden Ideen, nicht an den zu langsamen Computern und vielleicht nicht mal an fehlendem Geld sondern man glaubt es kaum an der Steckdose.
- 0:12Speaker 1: Im
- 0:12Speaker 0: Großraum Frankfurt kann der Netzanschluss für ein großes Rechenzentrum inzwischen bis zur dreizehn Jahre dauern
- 0:19Speaker 1: Und gleichzeitig hat Deutschland ambitionierte Ziele, sie wollen die Rechenzentrumskapazität bis zu einem Jahrzehnt, mindestens verdoppeln und die Kapazitäten für künstliche Intelligenz sogar vervierfachen.
- 0:31Speaker 1: Also stellt sich gerade die Frage, bauen wir gerade die Infrastruktur für das KI-Zeitalter oder planen wir gigantische Serverhallen, für die am Ende Strom, Netze und Kühlung fehlen?
- 0:46Speaker 0: Aber was ist eigentlich ein KI-Rechenzentrum?
- 0:49Speaker 0: wenn wir über künstlichen Intelligenzen sprechen denken die meisten wahrscheinlich an Chatbots, an Bilder und Texte – das was man so kennt oder an Programme die plötzlich irgendwelche Aufgaben übernehmen.
- 0:58Speaker 0: Was man aber dabei kaum sieht hinter jeder dieser Anwendungen steht echte physische Infrastruktur.
- 1:04Speaker 1: Ein KI-Rechenzentrum ist ein Grundendefabrik.
- 1:06Speaker 1: nur produziert sie keine Autos, keine Maschinen und auch keine Ziegel.
- 1:10Speaker 1: Sie verarbeitet Daten.
- 1:11Speaker 1: In den Hallen stehen tausende leistungsstarke Prozessoren Und die brauchen sehr viel Strom Glasfaser, Transformatoren Unterbrechung freie Stromversorgung Brandschutz, Sicherheitstechnik und vor allem eins sehr viel Kühlung.
- 1:25Speaker 0: Und genau aus dem Grund ist ein KI-Rechenzentrum auch nicht bloß ein IT-Projekt.
- 1:29Speaker 0: Das ist ein Bauprojekt, ein Energieprojekt, eine Elektroprojekt und ein Projekt für die technische Gebäudeausrüstung.
- 1:36Speaker 0: Eigentlich ist es ein hochgesichertes Industriegebäude das rund um die Uhr unter Vollast arbeitet.
- 1:41Speaker 1: Um das mal einzuordnen Deutschland hat bereits mehr als zwei tausend größer Rechtenzentren.
- 1:45Speaker 1: zusammen kommen sie auf ungefähr drei Gigawatt Leistungen.
- 1:49Speaker 1: Je jährlicher Stromverbrauch liegt bei ca.
- 1:54Speaker 1: Terraratstunden, das entspricht ungefähr vier Prozent des deutschen Protostromverbrauchs.
- 2:16Speaker 1: Besonders stark – man wundert sich nicht – wächst natürlich der KI-Bereich.
- 2:19Speaker 1: Heute schon entfallen ungefähr fünfzehn Prozent Zitäten auf KI und Hochleistungsrechner.
- 2:27Speaker 1: Und
- 2:33Speaker 0: genau jetzt wird es für Bau und Handwerk interessant.
- 2:35Speaker 0: In den letzten Jahren wurde etwa drei Komma drei Milliarden Euro allein Rechenzentrumsgebäude und technische Gebäudeausrüstung investiert, rund zwei Komma fünf Milliarden Euro davon flossen in Klimatechnik, Stromversorgung andere Gebäudetechnik.
- 2:49Speaker 1: Das bedeutet natürlich viele Aufträge für Tiefbau, für den Hochbau, for Elektriker, anlagenmechaniker, für Kälte in Klima-Technik für Brandschutz, Sicherheits- und Netzwerktechnik Und natürlich auch für die Planer, Ingenieure und Betreiber.
- 3:02Speaker 1: Das heißt man sieht es ist wirklich ein Infrastrukturprojekt wo sehr viele Leute daran beteiligt sind.
- 3:07Speaker 1: Der
- 3:07Speaker 0: eigentliche Schatz eines Rechenzentrums das steht zwar in einem Rechenschrank aber ohne die Gewerke außen herum bleiben die Server einfach sehr teure schwarze Schränke.
- 3:16Speaker 0: oder wenn man anders sagt die künstliche Intelligenz mag digital sein Aber natürlich ist es die Baustelle am Ende nicht.
- 3:28Speaker 1: Und genau da beginnt jetzt auch der Konflikt, weil Frankfurt ist einer der wichtigsten Rechenzentrumsstandorte in Europa.
- 3:34Speaker 1: Doch größere Anlagen ab ca.
- 3:35Speaker 1: fünfzig Megawatt können dort teilweise bis zu treizehn Jahre auf den Netzanschluss warten.
- 3:39Speaker 0: und das Verrückte ist du kannst einen Grundstück besitzen, du kannst ein Investor haben, Du kannst fertigen im Wohlfarm und vielleicht sogar eine Genehmigung aber genügend Anschlussleistungen hast du trotzdem kein funktionierendes Projekt.
- 3:51Speaker 0: Weil
- 3:51Speaker 1: ein Rechen Zentrum braucht nicht einfach ne Steckdose es braucht teilweise einen eigenen Hochspannungsanschluss Umspannwerke, Großtransformatoren, redundante Leidungen, Batteriespeicher und Systeme die selbst bei einem Ausfall einzelner Komponenten weiterarbeiten können.
- 4:05Speaker 1: Und
- 4:05Speaker 0: dann wird das Stromanschluss plötzlich wichtiger als die Adresse?
- 4:09Speaker 0: Ein Standort mitten in Frankfurt ist wirtschaftlich perfekt aber wenn dort kein Megawatt mehr verfügbar ist wird ein ehemaliges Kraftwerksgelände in Brandenburg auf einmal attraktiver.
- 4:19Speaker 0: Genau deshalb verlagern sich neue Projekte zunehmend aus den Ballungsräumen in Regionen, in denen Fläche und Energieanschlüsse verfügbar sind.
- 4:27Speaker 0: Ganz
- 4:27Speaker 1: einfach KI braucht einen kühlen Kopf weil Strom ist nur die Hälfte der Geschichte denn fast die gesamte elektrische Energie, die in den Prozessoren landet, wird irgendwann zu Wärme.
- 4:36Speaker 0: Moderne KI-Chips werden extrem heiß, klassische Rechenzentren werden meistens mit Luft gekühlt.
- 4:42Speaker 0: Bei leistungsstarren KI Systemen reicht das zunehmend nicht mehr aus.
- 4:45Speaker 0: Deshalb werden neue Anlagen häufiger so geplant dass zusätzlich Flüssigkeitskühlungen eingesetzt werden kann Und
- 4:51Speaker 1: es verändert natürlich ein komplettes Gebäude weil plötzlich braucht man Flüssiggreisläufe direkt an den Surfern Wärmetauscher, Pumpen Rückkühlwerke, Leckageüberwachungen und Gebäudekonzept das hohe Leistungstichten überhaupt verkraftet.
- 5:05Speaker 1: Jetzt
- 5:05Speaker 0: fragt man sich natürlich ja was macht man mit den ganzen Wärmen die dort produziert wird?
- 5:09Speaker 0: Normalerweise versucht ein Rechenzentrum sie möglichst zuverlässig nach draußen zu bekommen.
- 5:13Speaker 0: eigentlich könnte man damit aber auch Wohnungen Büros Schwimmbäder oder ganze Quartiere beheizen.
- 5:18Speaker 1: Und es ist eigentlich genial weil der Computer trainierten KI-Modell und nebenbei wird die Wohnung warm.
- 5:23Speaker 1: Aber auch dafür braucht es natürlich Infrastruktur.
- 5:25Speaker 1: Ein Wärmenetz, Wiederwärmetauscher viele Leitungen und vor allem auch Wärmeabnehmer der dann Wärmepraucht wenn das Rechenzentrum sie produziert.
- 5:34Speaker 0: Das ist natürlich nicht automatisch überall der Fall.
- 5:36Speaker 0: ein Rechen Zentrum läuft das ganze Jahr geheizt wird aber hauptsächlich im Winter.
- 5:41Speaker 0: Aus einer guten Idee wird deshalb erst dann ein funktionierendes Projekt, wenn in Rechenzentrumm, Kommune und Wärmenetz gemeinsam geplant werden.
- 5:48Speaker 1: Es gibt natürlich auch wieder einen aktuell geltenden das Energieeffizienzgesetz – und deimnach müssen seit dem ersten Juli-Zweißen-Sächsenzwanzig Rechencentrum einem besonders anspruchsvollen Effizienzwert erreichen.
- 5:58Speaker 1: Außerdem gelten gestaffelte Vorgaben für die Wiederverwendung von Energie bzw.
- 6:03Speaker 1: Abwärme.
- 6:03Speaker 1: Gleichzeitig
- 6:04Speaker 0: hat die Bundesregierung im Juni einen Gesetzesentwurf beschlossen, der die Regeln teilweise praxisnäher gestalten soll.
- 6:11Speaker 0: Unter anderem sollen mehr berücksichtigt werden ob am Standort überhaupt ein geeignetes Wärmenetz vorhanden ist.
- 6:17Speaker 0: Dieses Gesetzgebungsverfahren ist allerdings noch nicht abgeschlossen.
- 6:20Speaker 0: bis zu einer endgültigen Änderung gilt weiterhin die bisherige Rechtslage.
- 6:24Speaker 1: Wir wollen Rechenzentren möglichst schnell bauen aber gleichzeitig sollen sie effizient sein wenig Wasser verbrauchen Erneuerbaren Strom natürlich nutzen und die Abwärme soll aussehnvoll eingesetzt werden.
- 6:34Speaker 1: Natürlich ist alles davon nachvollziehbar, nur muss es am Ende auch technisch- und wirtschaftlich natürlich
- 6:39Speaker 1: zusammenpassen.".
- 6:46Speaker 0: Dass man nicht immer komplett neu bauen muss zeigt ein aktuelles Projekt – Die Industrial AI Cloud der Deutschen Telekom in München.
- 6:54Speaker 0: Dort wurden in einem bestehenden Rechenzentrum rund zehntausend moderne KI-Prozessoren installiert.
- 7:00Speaker 0: Laut der Telekom entspricht deren Leistung ungefähr zwei Komma drei Millionen Handels übliche Computern.
- 7:07Speaker 0: Jetzt
- 7:07Speaker 1: denkt man, dafür wurde vielleicht was großes Neues gebaut aber das ist nicht so.
- 7:10Speaker 1: Es wurde ein bestehendes Rechen Zentrum umgebaut und modernisiert.
- 7:13Speaker 1: Das Projekt zeigt also Die KI-Infrastruktur der Zukunft kann teilweise auch im Bestand entstehen, aber nur wenn Stromversorgung, State, Kühlung und Sicherheit entsprechend nachgerüstet werden können.
- 7:24Speaker 0: Und natürlich soll das Ganze größer werden!
- 7:26Speaker 0: München könnte erst der Anfang sein – die Europäische Union plant bis zu sieben sogenannte AI Gigafactories.
- 7:34Speaker 0: Das wären KI Rechenzentren mit jeweils mehr als Und natürlich möchte Deutschland mindestens eine davon ins Land holen.
- 7:42Speaker 1: Mehr als hunderttausend Prozessoren, das ist keine größer Server, kann man mehr des wirklichen Industriekampfs und bevor dort die erste KI rechnet müssen Netze, Umspannwerke, Kühlung, Glaswasser und natürlich die Gebäude stehen.
- 7:54Speaker 1: Die
- 7:54Speaker 0: EU will ihre Rechenzentrumskapazität bis zu zwei Tausendfünfunddreißig sogar verdreifachen.
- 7:59Speaker 0: Gleichzeitig weist sie aber darauf hin, dass Energiebedarf und Kühlwasserverbrauch zu zentralen Umweltfragen werden.
- 8:05Speaker 0: Wir sprechen also nicht nur über mehrere Computer.
- 8:08Speaker 0: wir sprechen über eine neue europäische Infrastrukturwelle.
- 8:11Speaker 0: Jetzt
- 8:11Speaker 1: könnte man sagen KI-Rechenzentren sind einfach nur riesige Stromfresser.
- 8:16Speaker 1: das wäre aber zu kurz gedacht
- 8:17Speaker 0: weil ihr müsst immer vorstellen ohne Rechenzentrend gibt es keine eigene KI-Infrastruktur.
- 8:22Speaker 0: die brauchen wir denn ohne Rechenzendrenn gibt es keine großen industriellen Simulationen, keine leistungsfähigen digitale Zwillinge und keine echte Alternative wenn es sensible Unternehmensdaten nicht irgendwo außerhalb Europas verarbeitet werden sollen.
- 8:39Speaker 1: Und vielleicht könnten ja die Rechenzentren sogar Teil der Energielösung werden mit Batteriespeichern, flexibleren Stromverbräuchen, erneuerbaren Energien und Abwärme für Gebäude und Quartiere.
- 8:50Speaker 1: Die internationale Energieagentur sieht neben dem wachsenden Strombedarf auch Potenziale für Batteriespeicher und eine intelligentere Integration von Rechenzentren in die Stromnetze.
- 9:00Speaker 1: Und
- 9:00Speaker 0: natürlich ist dann ja die entscheidende Frage, brauchen wir Rechencentren?
- 9:03Speaker 0: Ja oder nein!
- 9:04Speaker 0: Sondern wo bauen wir sie?
- 9:06Speaker 0: Auf welchen Grundflächen?
- 9:08Speaker 0: wie schließen wir sie an?
- 9:09Speaker 0: Wie kühlen wird sie?
- 9:11Speaker 0: Und wer profitiert außerdem Betreibern noch davon?
- 9:20Speaker 1: Für die Bauwirtschaft und das Handwerk sind KI-Rechenzentrum eine enorme Chance Denn künstliche Intelligenz braucht seriale Leistungen.
- 9:27Speaker 1: Das sind nicht nur Materialien, das sind vor allem Menschen, die alles planen, bauen installieren und warten.
- 9:33Speaker 1: Jeder nutzt die KI mittlerweile, jeder braucht sie.
- 9:35Speaker 1: deshalb brauchen wir auch die Rechenzentren und vor allem sie schaffen Arbeitsplätze oder wie es ist.
- 9:40Speaker 1: du das schreibst gerne unten in die Kommentare.