Latest / ntv Wirtschaft / Warum der Ölpreisschock vor allem Dieselfahrer trifft?
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- Über zwei Euro für einen Liter Sprit. Und das gleich doppelt. Diesel und Super E10 knacken fast zeitgleich eine Marke, die viele für eine Schockgrenze halten. Und während Autofahrer an der Zapfsäule schlucken, meldet der Logistikkonzern DHL ein besseres operatives Ergebnis. Trotz schwacher Weltkonjunktur und globaler Unsicherheiten. Die Bundesbank ist zwar keine normale Bank, erstellt aber trotzdem einen Geschäftsbericht. Und da gibt es wieder einen Milliardenverlust. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und Stimme der Sprecherin wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Die Spritpreise steigen weiter. Und jetzt fällt auch die symbolische Marke. Einen Tag nach dem Dieselkraftstoff kostet im bundesweiten Durchschnitt auch Super E10 mehr als 2 Euro pro Liter. In der Preisspitze am Morgen meldet der ADAC 2,003 Euro für E10. Diesel liegt sogar noch höher, bei 2,08 Euro. Noch vor wenigen Tagen, vor Beginn des Irankriegs, lag der Dieselpreis rund 18 Cent darunter. Bemerkenswert ist nicht nur das Niveau, sondern die Dynamik. Diesel verteuert sich deutlich stärker als Benzin, obwohl er niedriger besteuert wird. Auf einen Liter Superbenzin entfallen gut 65 Cent Energiesteuer. Bei Diesel sind es 47 Cent. Dieses sogenannte Diesel-Privileg sollte ursprünglich Unternehmen im Güterverkehr entlasten. Seit Jahrzehnten gilt deshalb eigentlich, Diesel ist günstiger als Super. Doch in Krisen dreht sich dieses Verhältnis. Politisch bleibt das nicht ohne Reaktion. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche kündigt eine Prüfung durch das Bundeskartellamt an. Überall in Deutschland diskutieren die Menschen darüber, ob die Hersteller die Lage ausnutzen und die Preise über Gebühr erhöhen. Wirtschaftsministerin Reiche steht nach eigenen Angaben im intensiven Austausch mit der Behörde, um zu klären, ob Tankstellenbetreiber die Lage ausnutzen. Zugleich denkt sie über eine strategische, nationale Gasreserve nach. Eine Preisbremse lehnt sie jedoch ab. Der Staat dürfe nicht das Signal senden, jeden Preis zu zahlen. Knappheiten gebe es aktuell nicht. Wie kann der Staat reagieren? Sollte er überhaupt eingreifen? Darüber hat Nadine Janz mit Sören Pellmann gesprochen, dem Co-Fraktionsvorsitzenden der Linken. Die Auswirkungen des Iran-Kriegs sind mittlerweile auch an deutschen Tankstellen angekommen. Mancherorts kostet der Liter Benzin mittlerweile über zwei Euro. Brauchen wir ein Comeback des Tankrabatts? Also der Tankrabat hat ja damals, als er eingeführt worden ist, schon nicht funktioniert, weil er bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht angekommen ist. Von daher ist das Instrument ein eher ungeeignetes, deswegen rate ich dringend davon ab, wie auch übrigens der Allianz und andere Vertreterinnen und Vertreter, dass das ein ungeeignetes Instrument ist. Deswegen, der ist es nicht. Das heißt, was ist Ihrer Meinung nach ein geeignetes Instrument? Also wir sagen zunächst, wir müssten ja vielleicht auch über Mobilitätswende nochmal ganz neu nachdenken. Wir hatten als Fraktion zum Beispiel als Alternative die Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets in der Finanzierung, also ein Angebot zu schaffen, dass man Alternativen schafft, was es jetzt konkret für die Preise bedeutet. Ich sage sehr klar, die Kartellbehörde ist gefordert, zeitnah ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen. Hier entsprechend mögliche Übergewinne, die jetzt schon zu verspüren sind, weil das, was seit dem Krieg passiert ist an Preissteigerung, nicht mehr wirklich direkte Auswirkungen mit dem Krieg hat, sondern bereits schon ein Vorgriff ist auf das, was kommen kann. Sie haben gerade eben von der Mobilitätswende gesprochen. Das bringt ja jetzt aktuell den Verbraucherinnen und Verbrauchern an der Tankstelle nicht, die eben vielleicht auch gar nicht das Geld haben, aber auf ihr Auto angewiesen sind. Genau, deswegen. Aber man muss ja auch eine Vision entwickeln, weil wir reden ja über die Mobilitätswende schon sehr lange. Deswegen sagen wir jetzt, die Preise müssen klar in den Fokus genommen werden. Und es muss insbesondere über einen Zuschuss, über ein Energiegeld zum Beispiel einen Ausgleich geben, dass Pendlerinnen und Pendler, die aufs Auto angewiesen sind, weil die Mobilitätswende in ihrem Ort noch nicht funktioniert hat. Entsprechend auch so zu stellen, dass sie zumindest noch auf Arbeit kommen und nicht noch in einem Zuschuss das Ganze machen. Deswegen sagen wir sehr klar, hier muss konkret und schnell geholfen werden. Aber ich sage auch sehr klar, die Mineralölkonzerne sind in der Pflicht. Und hier ist die Regierung gefordert, ihrer Aufsichtspflicht nachzukommen. Die Wirtschaftsministerin Reiche möchte jetzt eben die Preissprünge kartellrechtlich prüfen lassen. Das müsste doch nach Ihrem Interesse sein. Ich höre die Ankündigung sehr wohl und ich finde das zu tun auch richtig. Jetzt sind seit Samstag schon ein paar Tage vergangen, wo es greifbar gewesen ist. Die Politik hatte das bereits am Samstagnachmittag gefordert, genau vorbeugend das zu tun. Jetzt hoffe ich und deswegen muss es relativ schnell gehen, dass es nicht nur bei einer Ankündigung bleibt, sondern dass die Ministerin Reiche auch ins Handeln kommt, dass auch zeitnah ein Ergebnis präsentiert wird. Weil wenn es jetzt Wochen oder gar Monate dauern würde, nützt das den Verbraucherinnen und Verbrauchern überhaupt nichts. Diesel ist normalerweise günstiger als Benzin. Das haben wir zu Beginn der Folge erwähnt. Doch in der Krise scheint das anders zu sein. Der Grund liegt nicht primär im Rohölpreis. Zwar verteuert sich Brent seit Kriegsbeginn um rund 16 Prozent. Doch entscheidend ist ein anderer Markt, der globale Handel mit Diesel. Und dort schießt der Leitpreis an der europäischen Terminbörse ICE seit Kriegsbeginn um rund 30 Prozent nach oben. Seit Jahresbeginn sogar um mehr als 50 Prozent. Europa produziert gemessen an seiner hohen Dieselnachfrage zu wenig Diesel und zu viel Benzin. Deshalb exportiert Europa Benzin, etwa in die USA, und importiert Diesel. Früher kamen große Mengen aus Russland, seit dem Ukraine-Krieg verstärkt aus der Golfregion. Und genau dort blockiert der Iran-Krieg aktuell nicht nur Rohölexporte über den persischen Golf, sondern auch diese ausfuhren. Die Preise spiegeln geopolitische Spannungen, blockierte Lieferwege und empfindliche Märkte wieder. Und genau diese Spannungen schlagen sich auch in den Bilanzen großer Konzerne nieder. Ein Beispiel dafür liefert DHL. Interessant dabei, DHL hat ganz solide Zahlen vorgelegt. Auf den ersten Blick nicht erwartbar bei der schwierigen Lage in den vergangenen Monaten. Der Logistikkonzern hat sein operatives Ergebnis gesteigert, obwohl der Umsatz um 1,6 Prozent zurückgegangen ist. Das EBIT legt um 3,7 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro zu. Der Grund? DHL senkt Kosten, optimiert Routen, hebt Preise an und setzt verstärkt auf Roboter und künstliche Intelligenz. Effizienz statt Wachstum um jeden Preis. So lässt sich die Strategie zusammenfassen. Überraschend positiv? Das Stammgeschäft in Deutschland. Post- und Paket Deutschland steigert den Umsatz- und Betriebsergebnis. Eine Rolle spielt dabei die Porto-Erhöhung. Seit Anfang 2025 kostet ein Standardbrief 95 Cent. 10 Cent mehr als zuvor. Ganz anders das Bild im Frachtgeschäft. Dort brechen die Bremsspuren der globalen Verwerfungen deutlich durch. Handelskonflikte und konjunkturelle Abkühlung drücken das Geschäft. Das Betriebsergebnis sackt um rund 30 Prozent ab. Hinzu kommt, auch DHL betreibt in Dubai ein großes Logistikdrehkreuz, ein Innovationszentrum und ein Lagerhaus. Die Folgen des Iran-Kriegs könnten also direkt auf die Lieferketten des Konzerns durchschlagen. Über diese Risiken und die Strategie des Konzerns hat Ulrich Reitz mit CEO Tobias Mayer gesprochen. Herr Mayer, dein Ostkrieg zieht immer größere Kreise. Was heißt das für die Lieferketten? Was heißt das für Ihr Geschäft? Ja, durchaus eine herausfordernde Situation. Wir hatten Konflikte im mittleren Osten, aber nicht in der Größenordnung. Wir haben im Moment gesperrte Lufträume. Wir haben Zugang zu bestimmten Häfen nicht. Man muss jetzt schauen, wie lange es dauert. Im Moment ist das alles noch gut handelbar. Wenn sich das über Wochen hinzieht, wird es schon Disruptionen geben. Dauern Lieferungen jetzt länger aus dieser Region? Geht da überhaupt noch was? Das kommt darauf an. Das kommt darauf an, von wo nach wo genau. Wir haben einen großen Vorteil als DRL. Wir haben nicht nur Flugzeuge in der Region, sondern vor allen Dingen auch ein sehr leistungsfähiges Bodennetzwerk. LKWs, Lieferwagen, mit denen wir im Moment auch die nicht anfliegbaren Flughäfen verbinden. Also es bewegt sich was. Wird es teurer für die Kunden? Das kommt darauf an. Wir haben für unterschiedliche Produkte unterschiedliche Mechanismen. In manchen Bereichen gibt es das schon, dass höhere Treibstoffkosten, aber auch höhere Versicherungen weitergegeben werden. In welchem Prozentbereich denken Sie da? Das kommt darauf an. Wie gesagt, im Expressbereich gibt es dort ein eingespieltes System, dass wir beispielsweise die sogenannte Fuel Surcharge haben, also ein regulärer indexbasierter Mechanismus. Das muss man jetzt sehen, wie sich das entwickelt. Dubai gilt ja als internationales Drehkreuz, auch für Logistik. Glauben Sie, dass die Region unattraktiver wird nach den Erfahrungen der letzten Tage? Nein, das glaube ich nicht. Die Region ist ja durchaus geografisch auch groß. Wir haben nicht nur die Vereinigten Arabischen Emirate so rum, sondern vor allen Dingen auch Saudi-Arabien. In Saudi-Arabien ist der Luftraum im Moment auch offen. Wir nutzen Riyadh. Also man muss das sehen. Wir wussten alle, dass das eine Region ist, die konfliktbehaftet ist und können auch damit umgehen. Die Treibstoffpreise steigen deutlich an, der Ölpreis natürlich voran. Jetzt stehen die Mineralölkonzerne unter Druck, weil die ja das Öl noch zu günstigeren Konditionen eingekauft haben, aber jetzt teuer verkaufen. Können Sie die Kritik nachvollziehen? Ich meine, das belastet ja auch Ihr Geschäft. Ich glaube, diese populistischen Diskussionen helfen uns da nicht weiter. Wir leben in einer Marktwirtschaft. Dass höhere Preise weitergegeben werden müssen, ist richtig. Das geht nicht anders. Der Wettbewerb muss funktionieren. Es darf keine Absprachen geben beispielsweise. Wenn das funktioniert, dann haben wir eine funktionierende Marktwirtschaft. Wenn Ihre Transporter... Teurer einkaufen müssen, also teurer betankt werden müssen. Geben Sie da so weiter an die Kunden? Ja, das kommt darauf an. Ich erwähnte das gerade schon. Je nach Produkt gibt es solche Mechanismen, dass wir einen Treibstoffzuschlag haben oder auch einen Energiezuschlag. Das ist beim deutschen Paket auch so bei Geschäftskunden, nicht bei Privatkunden. Also solche Mechanismen gibt es. Die Menschen müssen jetzt schon immer mehr für Pakete auch in Deutschland bezahlen. Wohin geht das noch? Wird das noch teurer? Ich glaube, wir haben in Deutschland eine sehr erschwingliche Preisstruktur. Das hängt auch mit der enormen Effizienz zusammen, die wir sowohl im Briefgeschäft wie im Paketgeschäft haben. Ich glaube, der Onlinehandel erfreut sich auch deshalb großer Beliebtheit, weil er nicht nur sehr konvenient ist, sehr bequem ist, sondern auch sehr kostengünstig waren, erworben werden können. Das liegt auch an einer effizienten Logistik. Während Donald Trump im Ausland gegen den Iran kämpft, bekommt er es im Inland mit den Gerichten zu tun. Donald Trump verhängt Zölle gern per Dekret. Doch diesmal kassiert ihn die Justiz ein. Und das kann für Washington teuer werden. Ein Richter am Gericht für internationalen Handel in New York entscheidet, dass Importeure Anspruch auf Rückzahlungen haben. Es geht um Zölle, die der Supreme Court kürzlich für rechtswidrig erklärt hat. Trump hatte sie unter Berufung auf ein Notstandsgesetz von 1977, den International Emergency Economic Powers Act, am Kongress vorbei verhängt. Mehr als 300.000 Unternehmen sind betroffen, viele davon kleinere Betriebe. Rund 2.000 haben bereits Klage eingereicht. Die Zollbehörde CBP muss nun Millionen Einträge prüfen und zu viel gezahlte Gebühren samt Zinsen erstatten. Eine Aufgabe, die sie selbst als beispiellos bezeichnet. Nach Berechnungen der University of Pennsylvania geht es um rund 175 Milliarden Dollar, etwa 2,5 Prozent des US-Haushalts. Über die wirtschaftlichen Folgen hat Nancy Lanzendörfer mit Christian Schulz gesprochen. Er ist Chefvolkswirt von Allianz Global Investors. Herr Schulz, schön, dass Sie da sind. Wir haben gehört, es soll Rückzahlungen geben. Aber wie früh, wie bald könnte das sein? Können wir bald mit Rückzahlungen rechnen oder würde das länger dauern? Was meinen Sie? Also zumindest schneller, als wir anfangs gedacht haben. Die Gerichtsurteile kommen jetzt schnell und sie sind eindeutig für die Kläger. Das Geld wird also gezahlt werden. Administrativ wird das jetzt aber natürlich lange dauern, denn wir reden hier über wahrscheinlich Millionen von Transaktionen und Tausende von Klägern. Das wird einfach dauern. Möglicherweise wird es Vereinfachungen irgendwann geben, aber es geht schneller als vielleicht gedacht. Das wäre die gute Nachricht für viele Unternehmen. Schauen wir auf die deutschen Unternehmen. Also hat man eine Vorstellung, wie viele oder in welchem Volumen das die deutschen Unternehmen betrifft? Nun, also zunächst mal direkt bekommen die Importeure, das sind US-Firmen, das Geld. Auch deutsche Unternehmen sind manchmal Importeure, Volkswagen of America vielleicht, die bekommen dann auch Geld. Die deutschen Unternehmen sind aber wahrscheinlich eher indirekt betroffen. Die bekommen das Geld nicht direkt und dann ist die Frage, kriegen sie es von den Importeuren irgendwie zurück oder nicht? Da werden wir wahrscheinlich in den nächsten Wochen mehr zu hören. Also direkte und indirekte Zölle? Also wenn ich beispielsweise VW in Tennessee mir teile aus Italien oder China bestelle, dann ist das wieder ein anderer Zoll? Genau, dann bin ich indirekt davon betroffen. Ich bin nicht der Importeur, das ist vielleicht FedEx. Ich bin nicht der Importeur, sondern ich zahle indirekt. Und FedEx kriegt das Geld zurück, geben Sie es mir weiter, das muss ich dann halt sehen. Stichwort weitergeben. Also die Unternehmen sollen die Rückzahlungen bekommen, aber eigentlich haben die ja die oft weitergegeben an die Kunden, oder? Ganz genau. Wir haben höhere Inflationen im Moment in den USA aufgrund der Zölle. Wird sie jetzt fallen? Ich habe meine Zweifel. Ich denke, die Unternehmen werden das Geld einstrechen, denn die Zölle bleiben ja. Es gibt ja neue Zölle und die werden auch wieder weitergegeben werden müssen. Das bleibt also wahrscheinlich bei den Unternehmen nicht in Haushalten. Donald Trump hat ja angekündigt, 10 bis 15 Prozent Zölle soll es neu geben oder beziehungsweise hat es teilweise schon gegeben. Jetzt hieß es, okay, vielleicht doch nur in Anführungszeichen 10. Also könnte uns da eine neue Klagewelle drohen oder ist das nur ein Teil? Wie sehen Sie es? Die neue Rechtsbasis ist wahrscheinlich sicherer. Neue Klagen werden kommen, aber die Wahrscheinlichkeit ist geringer. Aber das ist nur der Anfang eines Prozesses. Diese 10 bis 15 Prozent Zölle sind temporär. Es wird dann neue Maßnahmen geben, wahrscheinlich im Sommer. Und da wird große Unsicherheit wieder sein in den Märkten bei den Unternehmen, die auch auf der Wirtschaft lasten könnten. Und jetzt Unternehmen, ob das jetzt VW ist, haben wir jetzt mal als Beispiel genannt, oder andere Unternehmen, müssen die jetzt erst klagen oder kann man davon ausgehen, dass es automatisch Rückzahlungen geben wird? Es wird möglicherweise eine Vereinfachung geben irgendwann, wenn der amerikanische Staat sagt, das dauert jetzt zu lange oder die Gerichte das tun. Aber wahrscheinlich erstmal müssen möglichst viele klagen, dann wird es vielleicht einen Vergleich geben, irgendwas. Also ohne Klage wird es wahrscheinlich kein Geld geben. Schlechte Nachrichten für den deutschen Finanzminister kommen heute von der Notenbank. Die Bundesbank meldet für 2025 auch wieder einen Verlust. Damit bekommt der Bund zum sechsten Mal in Folge kein Geld aus Frankfurt überwiesen. Zwar fällt das Minus diesmal deutlich kleiner aus als im vergangenen Jahr, als die Notenbank ein Rekorddefizit verbuchte, aber unter dem Strich bleiben die Zahlen rot. Bundesbankpräsident Joachim Nagel sagt, die finanziellen Belastungen ließen langsam nach. Trotzdem rechnet die Bundesbank auch im laufenden Jahr erneut mit einem Fehlbetrag. Hintergrund sind die Folgen der Geldpolitik im Euroraum, die die Notenbank noch immer in ihrer Bilanz spürt. Wie lange diese Phase noch dauert und was das für den Bundeshaushalt bedeutet, darüber hat Ulrich Reitz mit Bundesbankpräsident Joachim Nagel gesprochen. Herr Nagel, wirkt der Iran-Krieg den deutschen Aufschwung ab? Es ist möglicherweise noch zu früh zu der Einschätzung zu kommen, aber klar ist, je länger dieser Krieg andauern wird, umso größer werden die negativen Implikationen für die Realwirtschaft in Deutschland ausfallen. Deswegen müssen wir darauf hoffen, dass dieser Krieg bald zu Ende ist und dass diese negativen Auswirkungen sich nicht materialisieren. Wenn es mit dem Aufschwung nichts wird, hat man eine prima Ausrede. Das ist mir alles zu kurz gesprungen. Ich meine, keiner hat sich diesen Krieg ausgesucht. Wir waren jetzt auf einem guten Wachstumspfad für 2026. Ich würde es nicht als Ausrede bezeichnen. Die Bundesregierung tut alles und wird alles tun, hier die Situation genau zu beobachten und dann entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, so wie wir das auch tun werden auf der geldpolitischen Seite. Wir müssen uns das anschauen. Was bedeutet das gegebenenfalls für die Inflation und was wäre dann notwendig? Jetzt steigen ja die Energiepreise schon an. Kann das die Inflation deutlich nach oben schieben? Also wir sehen zunächst mal jetzt ganz kurzfristig, dass die Energiepreise, die Treibstoffpreise nach oben gehen. Da wird dann eben ganz stark davon auch abhängig sein, wie lange dauert das. Jetzt haben wir fünf Tage Krieg. Und das ist jetzt noch zu früh zu sagen, inwieweit das möglicherweise den mittelfristigen Inflationsausblick verändert. Es wird also ganz entscheidend sein, wann sich diese ganzen Spannungen wieder auflösen, wann die Straße von Hormuz wieder frei ist. Das sind alles diese großen Unwägbarkeiten bei der Einschätzung. Aber ich halte es noch wirklich für verfrüht, jetzt schon zu wissen, was genau passieren wird, wenn es um die Konjunktur und um die Preise geht. Aber Sie denken in Szenarien, ab wie vielen Tagen wird es ernst? Auch da kann man nicht sagen, wie viele Tage. Wenn wir jetzt über Monate reden, dann ist uns ganz klar, dann hat das natürlich diese negativen Konsequenzen. Jetzt gehen wir mal alle davon aus, das wird nicht so lange andauern. Aber ich kann Ihnen eines versprechen, wir Notenbanken im Eurosystem, wir schauen da jetzt schon genau drauf. Wir werden unsere Einwertung vornehmen. Es ist eine andere Situation als vor vier Jahren, als der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine begann. Das war damals eine andere Situation. auch noch deutlich näher an Europa dran. Wenn Sie sich daran erinnern können, die Gaspreise haben sich verzehnfacht innerhalb von Tagen, in einer ganz kurzen Zeit. Die Situation ist schwierig, aber ich will sie nicht jetzt mit einer Situation vergleichen, die wir hatten vor vier Jahren, als dieser fürchterliche russische Angriffskrieg begann. Russland ist ein Stichwort. Putin erweckt angeblich einen Gaslieferstopp nach Deutschland, nach Europa. Was hätte das für Folgen? Also zunächst mal ist es so, es kommt ja kaum noch Gas aus Russland nach Europa. Wir haben ja das Richtige getan, als vor vier Jahren dieser unheilvolle Krieg begann. Wir haben uns deutlich unabhängiger gemacht. Das ist im Übrigen auch eine Botschaft dieser Tage. Europa muss sich resilienter aufstellen, noch krisenfester werden, damit man sich eben aus diesen Abhängigkeiten heraus bewegt. Aber was Russland jetzt sagt und tut, wird nicht mit diesen negativen Konsequenzen einhergehen. Wir haben gelernt, Donald Trump ist unberechenbar. Es liegt Bundesbankgold in den USA. Sollte man das zurückholen? Also das Gold, was in den USA liegt, war ja nie in Deutschland. An der Stelle mache ich mir keine Sorgen. Wir haben exzellente Beziehungen zur amerikanischen Notenbank. Wir prüfen regelmäßig unsere Bestände dort. Und deswegen kann das Gold auch dort verbleiben. Dankeschön, Joachim Nagel. Besten Dank. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.