Latest / HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk / Neue HSV-Chefin: Eine Analyse von Krügers erstem Auftritt
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- HSV, wir müssen reden. Der Abendblatt-Podcast rund um den Hamburger Sportverein. Der HSV hat eine neue Sportvorständin. Kathleen Krüger arbeitet seit ein paar Wochen im Verein, wurde aber gestern auf der Pressekonferenz ganz offiziell vorgestellt und hat in dem Rahmen auch zum ersten Mal zur Öffentlichkeit gesprochen. Mein Name ist Julius Allzeit und ich sitze hier im Podcaststudio mit meinem Kollegen Stefan Walter. Moin Stefan, schön, dass wir zusammensitzen und ja, wir waren gestern bei der Pressekonferenz gemeinsam. Wie hast du Katlin Krüger ihren ersten Auftritt erlebt? Moin Julius, also nicht nur der erste Auftritt für Katlin Krüger, sondern auch der erste Auftritt von dir. Ich will erstmal dir eine Frage stellen, wie fühlt es sich an hier? Premiere bei HSV, wir müssen reden. Ja, fühlt sich sehr professionell an. Nein, also es macht mir total viel Spaß. Ich habe da ehrlicherweise schon ein bisschen drauf gewartet und freue mich jetzt hier loszulegen. Ja, jetzt komme ich natürlich gerne auf deine Frage zurück. Also Kathleen Krüger hatte am 1. Juli, also am Mittwoch gestern, ihren ersten Arbeitstag beim HSV. Sie hat aber, wie du schon richtig gesagt hast, in den vergangenen Wochen bereits viel im Hintergrund gearbeitet, also sehr viele Gespräche geführt. Unter anderem mit Merlin Polzin vor seinem USA-Urlaub, hat dann schon mal mit ihm besprochen, wie denn jetzt der Sommer angegangen werden soll, auch was die Kaderplanung betrifft. Deswegen auch viele Gespräche mit Klaus Koster. Gestern aber dann ihr erster öffentlicher Auftritt. Ich muss sagen, dass sie mich in dem Auftritt überzeugt hat und ich sage auch gerne warum, weil das einfach das große Fragezeichen war, wie wird sie öffentlich ihre Rolle ausführen. Das ist ein Aufgabenbereich, den sie so beim FC Bayern noch nicht kannte, auch wenn sie dort insgesamt 17 Jahre lang in verschiedenen Positionen in Managementfunktionen tätig war, aber sie konnte dort immer im Hintergrund arbeiten. Das ist jetzt also etwas ganz anderes beim HSV, auch noch mit dieser Medienpräsenz und den Kameras und ich muss auch sagen, dass diese Gesamtsituation in dem Medienraum im Volksparkstadion jetzt nicht sehr angenehm ist. Du stehst schon mal auf dem Podium, guckst auf die Reporter herab, das ist schon mal generell erstmal eine ungewohnte und komische Situation, die Scheinwerfer sind grell, leuchten dir in die Augen, es ist wahnsinnig warm dort, du kommst automatisch ins Schwitzen bei den Scheinwerfern. Und deswegen ist das erstmal keine angenehme Situation, schon gar nicht, wenn man sie nicht kennt. Und unter der Berücksichtigung dieser ganzen Aspekte hat sie mich überzeugt mit ihrer ruhigen und besonnenen Art. Gleichzeitig ist sie aus meiner Sicht sehr souverän rübergekommen. Ihre Botschaften, auf die wir sicherlich gleich noch zu sprechen kommen, sind schon mal im Ansatz rübergekommen. Und es wurde auch deutlich, dass sie eine Autorität ausstrahlt und sicherlich auch nicht davor zurückscheuen wird, mal unbequeme Entscheidungen zu treffen. Das ist wichtig auf Vorstandsebene. Sie wird keinen Kuschelkurs vorleben, aber sie wird immer das Wir und das Team in den Vordergrund heben und deswegen finde ich, hat ihr Auftritt gerade den Fans Hoffnung gemacht auf viel Inhalt beim HSV, wenig Selbstdarstellung, wenig Populismus. Für den sie sicherlich nicht stehen wird, sondern sie wird immer mit einer Klarheit und Konsequenz und Inhalten vorangehen. Ein bisschen eigentlich wie Merlin Polzin, nur eben ohne bislang die öffentliche Rolle ausgeführt zu haben. Also das wäre mal meine mehr oder weniger kurze Zusammenfassung. Ja, man darf auch nicht vergessen, das war ihr erster medialer Auftritt. Sie hat ja auch in ihrer Zeit beim FC Bayern, wo sie nicht jahrzehntelang war, aber doch schon eine sehr lange Zeit, 17 Jahre, nie ein Interview gegeben. Dabei habt ihr auch schon in einer anderen Podcast-Folge vor einigen Wochen gesprochen und das macht es ja umso beeindruckender. Und erklärt hat, warum man sich beim HSV letztlich auch für sie entschieden hat. Dabei wirkte sie noch sehr zurückhaltend, aber sie kam dann so ein bisschen rein, dann gab es ja ein Gespräch mit dem Pressesprecher vom HSV, mit Philipp Langer, der dann auch gleich direkt eine Frage gestellt hat, die ich eigentlich erwartet hätte von einem Journalisten. Es ging nämlich um Fabio Vieira, da werden wir später sicherlich nochmal drauf zurückkommen, aber wie wirst du dir das vorstellen? Also sie hat klar gemacht, natürlich ist ihre Rolle eine andere beim HSV, als sie es war beim FC Bayern. Trotzdem, sie muss natürlich jetzt auch mit der Öffentlichkeit mehr sprechen, das ist ihre Funktion. Hat aber auch klargestellt, sie bleibt so ein bisschen in der Vogelperspektive, sie möchte trotzdem ihren Job auch so ein bisschen aus dem Hintergrund managen. Glaubst du, das kann man überhaupt vereinen? Funktioniert das? Ich denke schon, dass das funktioniert. Zunächst einmal teile ich aber auch deine Einschätzung. Also ich fand auch, sie hat vielleicht so fünf Minuten gebraucht, um reinzufinden. Wie gesagt, für mich ist das alles irgendwo menschlich und normal. Aber man hat ihr schon angesehen, okay, diese große Bühne, dieses Rampenlicht, das ist einfach auch nicht ihrs. Also das hat schon auch einen Grund, warum sie nie ein Interview beim FC Bayern gegeben hat. Das ist ein Aufgabenbereich, in den sie erst hereinwachsen muss, auch wenn jetzt der Start schon mal vielversprechend war. Aber sie ist nicht die Person, die total gerne in die Kamera grinst und lächelt. Das hat man schon gemerkt, okay, damit fremdelt sie vielleicht noch ein bisschen, was wie gesagt auch nur menschlich ist. Und ich hatte auch das Gefühl, dass sie sich nicht so hundertprozentig wohl gefühlt hat mit diesen wirklich sehr, sehr warmen und wertschätzten Worten von Michael Papenfuss. Aber ich glaube, sie war dann auch ganz happy, dass dieses, wir loben jetzt Katrin Krüger die ganze Zeit, dass dieser Abschnitt der Vorstellung dann irgendwann auch mal vorbei war und sie ein bisschen mit Inhalten auch Antworten geben konnte. Und auch das fand ich aber total sympathisch, dass sie eben jetzt nicht sich sonnt in dem logischen Lob vom Aufsichtsratschef, der ihre Verpflichtung ja mit zu verantworten hat. Also was soll der auch andere sagen? Natürlich lobt der Kathleen Krüger. Und das fand ich eigentlich nur sympathisch, dass sie da so ein bisschen zurückhaltend fast schon reagiert hat. Und ich fand ab dem Moment, als sie nicht mehr stand auf dem Podium, sondern sich hinsetzen konnte und dadurch ein bisschen mehr auf Augenhöhe, sowohl mit den Journalisten als auch mit Pressesprecher Philipp Langer im kurzen Talk dann sprechen konnte, kamen auch ihre Stärken zur Geltung. Und dann hat man einen Eindruck davon bekommen, wie sie diesen HSV führen will. Nämlich wie bereits skizziert, nicht als Lautsprecherin, sondern mit Ruhe, aber eben auch einer gewissen inhaltlichen Konsequenz. Und das fand ich, wie gesagt, hat Hoffnung auf mehr gemacht. Ich glaube schon, dass das alles so funktioniert, um zu deiner Frage zurückzukommen. Logischerweise nimmt sie die Vogelperspektive ein. Fand ich fast schon ein bisschen amüsant, als ihr die Frage gestellt wurde, ob sie auf der Trainerbank Platz nehmen wird. Also Entschuldigung, aber welcher Sportvorstand in der Bundesliga sitzt denn auf der Trainerbank? Da fallen mir jetzt nicht so viele ein. Mit anderen Worten, Und logischerweise sitzt sie auf der Tribüne, genauso wie all die Personen vor ihr, also Jonas Bolt und Stefan Kunz, die diesen Posten inne hatten. Klaus Koster bleibt derjenige, der sehr nah an der Mannschaft ist. Der sitzt auch weiterhin auf der Trainerbank. Und es ist ganz wichtig, einfach auch die Unterschiede dieser beiden Positionen klar zu machen. Bei Fans heißt es ja immer wieder, dass der Sportvorstand ja ausschließlich für Transfers zuständig ist und so ein bisschen, und das, stört mich fast schon ein bisschen, war es in den vergangenen Jahren immer, dass wenn ein Transfer eingeschlagen ist, dann war das ja auf jeden Fall ein Transfer von Jonas Bolt oder ein Transfer von Stefan Kunz und dann haben die natürlich wieder gekocht ohne Ende und alles war super. Und wenn der Transferber mal nicht funktioniert hat, was ungefähr bei 50 Prozent der Verpflichtung der Fall war, dann war es ja auf jeden Fall Klaus Kosta in der öffentlichen Wahrnehmung. Also wie das entstanden ist, ist mir wirklich ein Rätsel. Aber Fakt ist, dass Klaus Kosta alle Transfers zu verantworten hatte, sowohl unter Jonas Bolt als auch unter Stefan Kunz. Es gab wenige Ausnahmen, wie zum Beispiel Davy Selke, der sicherlich eher über die Schiene Baumgart und Kunz eingeflogen wurde, aber mit dem auch Klaus Koster sich arrangieren konnte. Klaus Koster verantwortet diesen Kader, sowohl im Negativen als auch im Positiven. Er wird sich immer an den Entscheidungen messen lassen müssen, aber es wird seiner Rolle nicht gerecht, ihn nur auf die Transferflops zu reduzieren. Genauso wenig wäre es gerecht, ihn nur auf die guten und sinnvollen Transfers runterzubrechen. Und unter Kathleen Krüger wird diese Rolle nicht anders. Viele denken, jetzt ist es alles neu, weil Kathleen Krüger vielleicht nicht so viel mit den Transfers zu tun haben wird. Es ist aber eigentlich genauso wie vorher auch. Und es ist dann auch sinnvoll, dass man einen Vorstand holt, der gar nicht unbedingt aus der Kaderplanungsschiene kommt, sondern der eher Management-Aufgaben-Bereiche in den Vordergrund. Und Strategie, ne? Strategie, genau. Kathleen Krüger hat es ganz gut beschrieben. gestern fand ich, es geht dann auch darum, Ressourcen im Verein effizient einzusetzen. Denn ganz so wenig verdienen die Manager ja auch nicht und dann ist es schon wichtig, dass sie sich nicht im Weg stehen. Das fand ich auch interessant, wie sie gesagt hat, es wäre überhaupt nicht effizient, zwei Sportdirektoren zu haben. Deswegen bin ich nicht als Sportdirektorin hier, sondern ich bin Sportvorständin. Deswegen vielleicht zur nächsten Frage, das war eigentlich eine gute Überleitung von dir. Wie glaubst du, wird die Zusammenarbeit funktionieren mit Klaus Kosta, aber auch mit Erik Huber als Finanzvorstand? Die Aufgabenverteilung ist ja eigentlich eine klare. Natürlich ist Kathleen Krüger aber auch trotzdem an Transfers beteiligt, auch wenn sie natürlich nicht den Transfer vielleicht verantwortet, aber natürlich spricht Klaus Kosta mit ihr und sie gibt die allgemeine Transferstrategie vor. Vielleicht kannst du das mal so ein bisschen skizzieren. Dann geht Klaus Kosta quasi los. Sie hat ja auch so ein Supermarktbeispiel gebracht und kauft sich dann seine Spieler ein. Oder wie kann man sich das vorstellen letztlich? Ja, also natürlich ist es so, dass Kathleen Krüger qua Amt schon mal auch den Transferbereich verantwortet. Also im übertragenen Sinne, wenn ich jetzt Mist schreibe, dann kriegt ja auch mein Chef auf den Deckel. Und dann irgendwann auch mal ich. Aber so genauso läuft das jetzt auch ab. Also Klaus Kosta ist für das operative Transfergeschäft zuständig. Er verantwortet auch diesen Kader, aber die ganz große Verantwortung trägt natürlich immer der Vorstand. Und bei ihr steht nun mal Sportvorstand auf der Beschreibung, das heißt, sie verantwortet diesen Bereich auch. Es wäre also fahrlässig, wenn sie sich nicht mit Klaus Koster ständig absprechen würde und einfach... Erstmal weiß, was hat der eigentlich vor? Wen will der abgeben? Wen will der holen? Was ist generell seine Strategie? Wo wollen wir hinsteuern? Ihre Aufgabe wird es immer sein, auch ihn ein Stück weit zu kontrollieren und mit ihm zusammen auch die Strategie vorzugeben. Und ein wichtiges oder zwei wichtige Kennzahlen in dem Bereich Kaderplanung sind es dann einfach mal Kaderwerte zu schaffen. Das kam beim HSV sicherlich in den letzten Jahren zu kurz. Also es gelang selten, Spieler mal für viel Geld zu verkaufen. Häufig wurden die Spieler am Zenit geholt, also sagen wir mal mit so schon Ende 20. Und da versucht man jetzt auch mehr die Mischung hinzukriegen. Das fing an mit den Transfers von Rössing-Lellesit und Sumahoro. Die sind jetzt beide noch nicht so hundertprozentig aufgegangen. Es zeigt aber zumindest die Richtung und die Strategie, wo der HSV hin will. Also Transfergewinne auch mal wirtschaften, ist nicht so häufig gelungen in den letzten Jahren. Ist ein wichtiges Ziel, das sich auch Katlin Krüger gesetzt hat, Nachwuchsspieler verstärkt zu integrieren. Das geht nicht auf Knopfdruck, sondern das geht schon bei der Ausbildung los. Das heißt, da setzt sie an. Sie möchte mehr Individualisierung in der Ausbildung schaffen. Sie will weniger auf die Jahrgänge allgemein gucken, sondern sie will eben auch speziell dann die Individuen fördern, bei denen sie die Fantasie hat. Der kann es packen, sich bei den Profis mal durchzusetzen. Und die Vorgabe des Aufsichtsrats ist es auch, die Nachwuchsarbeit generell wirtschaftlich effizienter aufzustellen. Das NLZ kostet Roundabout mit allen Mitarbeitern 8 Millionen jedes Jahr. 8 Millionen bringen die Nachwuchsspieler aber nicht ein aktuell. Also es ist auch dem HSV da selten gelungen, mal Eigengewächse auch wirklich, mit ordentlicher Transfersumme zu verkaufen. Und Joshua Wagnermann ist da zum Beispiel zu nennen, auch Fiete Arp und einige andere auch. Aber die Liste ist wirklich kurz. Das heißt, da setzt sie an. Und das bleibt auch immer ihre Strategie in den Gesprächen mit Klaus Koster. Und gleichzeitig wird sie in alle Pläne von Koster und auch Chef-Scout Sebastian Dürscher immer eingeweiht sein. Also wahrscheinlich werden die auch täglich sprechen. Das findet schon ständig statt. Aber sie wird jetzt nicht sagen, okay, pass auf, ich rufe jetzt mal den Spieler an oder den Berater oder den Verein. Ich mache das mal. sondern das macht alles Klaus Koster und auch die Ideen werden von ihm und seinem Team mit Sebastian Dürscher entwickelt und Kathleen Krüger hat letztlich die Hand drauf. Ich glaube, so ungefähr kann man es sich vorstellen. Ja, spannend, was du gesagt hast. Ich fand auch spannend, was sie gesagt hat zum Thema Nachwuchsarbeit, dass es natürlich keine ganze Nachwuchsmannschaft ins Profilager schafft, sondern dass es einzelne Spieler sind und man sich deswegen auch auf diese einzelnen Spieler fokussieren muss. Und da sind wir so ein bisschen bei den Zielen, die sie vorgegeben hat. Das ist ja nämlich die Nachwuchsarbeit, an die sie stärker ran möchte. Ihr seht auch hervorgehoben, wie wichtig die Frauen sind beim HSV, dass da natürlich auch jetzt viel entstanden ist durch den Aufstieg und den Klassenerhalt der HSV-Frauen. Natürlich die Männeretablierung in der Bundesliga, das ganz klare Ziel. Was sind so die Dinge, die sie angesprochen hat an Zielen, die dich am meisten überzeugt haben, wo du sagst, ja, da merkt man, da ist eine richtige Richtung hinter. Ja, spannende Frage auf jeden Fall, weil am Ende, auch wenn ich überzeugt bin von dem Auftritt, muss man auch sagen, da ist schon auch noch Raum für Tiefgang. War aber auch zu erwarten. Ich habe jetzt nicht erwartet, dass sie direkt sich da hinsetzt beim ersten Auftritt und sagt so, die und die Maßnahme packe ich morgen an und der und der fliegt und den hole ich. So nach dem Motto, wie sich das manche manchmal vorstellen. So war es natürlich nicht. Spannend fand ich aber vor allem auch ihren Ansatz, künftig datenorientiert zu arbeiten. Und spannend fand ich auch die Wortwahl. Sie hat nämlich nicht gesagt, ich will datenorientiert ter arbeiten, sondern ich will datenorientiert arbeiten. Das heißt, aus meiner Sicht hat sie da ein Defizit erkannt in der bisherigen Herangehensweise im Volkspark. Interessant fand ich auch, dass sie sich jetzt nicht hinstellt und sagt, ich habe hier mal ein paar Statistiken und Datenauswertungen vorbereitet und, die konterkarieren komplett mit eurer bisherigen Strategie und ich werfe jetzt mal alles über den Haufen. So ist es nicht, sondern sie hat klargestellt, Daten sind für sie immer eine Form der Ergänzung, aber es wäre fahrlässig darauf zu verzichten. Und das ist aus meiner Sicht auch ein bisschen so ein Fußballbranchenproblem, dass häufig solche Posten wie Sportvorstand mit, Ex-Profis besetzt werden, die gar nicht unbedingt die großen unternehmerischen Fähigkeiten mitbringen und die dann eher so mit der Einstellung rangehen von wegen, naja, ich kenne auch die Kabine, ich weiß, wie das da riecht und ich weiß auch, wie man so einen Kader zusammenstellt oder wie man das ein bisschen managt. Ich habe schon Ahnung vom Fußball, lass mich mal machen und nicht unbedingt offen sind für Innovation und Hilfsmittel nenne ich es mal, technische Hilfsmittel, datenbasierte Hilfsmittel. Und da finde ich es ganz interessant, dass man da bei Krüger schon merkt, die bringt jetzt eher eine unternehmerische Sichtweise mal ein, was ich persönlich wirklich sehr befürworte aus den genannten Gründen. Und das ist unabhängig von Kathleen Krüger, sondern das hat mich schon immer an der Branche Fußball gestört. Aber man merkt jetzt, okay, hier ist wirklich jetzt mal eine Managerin am Werk. Die könnte wahrscheinlich auch ein Unternehmen außerhalb der Fußball-Bubble führen. Die will hier nichts dem Zufall überlassen. Und die bezieht natürlich Daten auch in ihrer Arbeit mit ein und auch hört sich die Meinung von ihren Assistenten an, holt sich generell Meinung von außen rein, will für Innovation stehen und will damit den HSV weiterentwickeln und wie sie es formuliert hatte, nicht verwalten, sondern vorangehen und entwickeln, finde ich ein gutes Motto. Daran wird sie sich messen lassen müssen, aber die grundsätzliche Herangehensweise fand ich schon mal überzeugend. Vielleicht nochmal zwischendurch, du hast zu der ganzen Thematik auch einen Kommentar geschrieben. Auf abendblatt.de slash hsv findet ihr diesen ganzen Kommentar natürlich nochmal zum Nachlesen. Leseempfehlung von mir an der Stelle. Aber Stefan, lass uns bitte nochmal über die wichtigsten Aussagen für die HSV-Fans wahrscheinlich sprechen und zwar um die Personalien, um die es geht. Weil das fand ich echt ganz spannend. Sie setzt sich hin und spricht dann mit Pressesprecher Philipp Langer. Und die erste Frage, die Philipp Langer ihr stellt, ist, ja sag mal, wie sieht es denn eigentlich mit Fabio Vieira aus? So ungefähr war die Frage. Das war nicht der genaue Wortlaut. Aber die Frage, können wir den jetzt halten oder nicht? Das wäre auf jeden Fall eine Frage gewesen, die sonst von einem Journalisten auch gekommen wäre. Aber so kam sie jetzt von dem Pressesprecher von Philipp Langer. Und die Antwort hat vielleicht ein paar Fans auch Mut gemacht, ein paar Fans wiederum abgeschreckt. Was hast du aus der Antwort rausgelesen? Ja, fand ich auf jeden Fall auch einen sehr spannenden Start in die Vorstellungsrunde. Also es war ja klar, dieser kurze Talk zwischen Pressesprecher Philipp Langer und Kathleen Krüger ist abgesprochen im Vorwege. Sie wusste natürlich, welche Fragen da jetzt kommen. Und dass dann gleich die zweite Frage ist, sag mal, wie sieht es eigentlich mit Fabio Vera aus? Können wir den halten hier beim HSV? Fand ich unterhaltsam, fand ich auch gut, also guter strategischer Zug von Philipp, damit auch das Thema ein Stück weit abzuräumen und ihr die Möglichkeit zu geben, so bereite da mal eine Antwort vor, mit der wir gut dastehen und wie immer war dann eine Botschaft herauszuhören. Und natürlich will sie das Thema nicht tot machen und sie weiß ja auch, okay, alle Fans wünschen sich diesen Fabio Vera und die meisten würden wahrscheinlich sogar finanziell all-in gehen für eine Verpflichtung und würden sich dann in einem Jahr fragen, ach Mist, wie war das eigentlich mit den anderen Baustellen des Kaders, warum haben wir die eigentlich nicht schließen können? Naja, dafür haben wir Fabio Vera und diese Fanmeinung musste sie ja irgendwie abholen, und ich finde, das hat sie clever gemacht, indem sie erstmal das Profil von Fabio Vera beschrieben hat, ihm ein bisschen Honig um den Mund geschmiert hat, Unterschiedsspieler, dies, das, steht für die besonderen kreativen Momente. Hoch talentiert als Spieler. Genau, hoch talentiert, würde ich mir total wünschen oder fände das gut, so hat sie es gesagt, ich fände es gut, wenn er das HSV-Trick hier nochmal tragen würde, ein Ja, aber. Und jetzt kommen wir zum entscheidenden Aber, aus meiner Sicht entscheidendem Aber, damit hat sie die Tür mal ein Stück weit zugemacht, was den Transfer von Fabio Vieira betrifft. Die Tür ist noch nicht geschlossen, aber sie war schon mal weiter auf, sagen wir es mal so. Ich habe den genauen Wortlaut gerade nicht mehr im Kopf, Kannst du gerne gleich reingrätschen. Ich meine, sie hat sowas sinngemäß gesagt wie, der Preis, der aufgerufene Kaufpreis ist für uns nicht darstellbar. War das so? Ja, sie hat gesagt, es ist ein preisliches Regal, das nicht das Regal des HSV ist, hat sie glaube ich gesagt. Also logischerweise, wir reden von einer Kaufoption von 22 Millionen Euro, ein Preis, den sich der HSV nicht leisten kann. Deswegen verhandelt man ja mit Arsenal. Das hat sie dann ja wiederum eingeschoben, dass man versucht, kreative Lösungen noch zu finden. Klaus Kosta in Gesprächen sei mit Arsenal London, Also genau, das wäre meine nächste Frage gewesen. Ist die Tür für dich zu? Angelehnt? Ein Spalt offen? Wie ist der Status? Was für eine prozentuale Chance gibt es dem HSV, vielleicht noch ein Viera im Volkspark zu halten? Ja, also an der Türmetapher halte ich fest, wie gerade eben geäußert, prozentual gesehen würde ich sagen. Ich habe glaube ich in unserem Videopodcast HSV Check, der montags immer bei YouTube veröffentlicht wird, hatte ich glaube ich mal die Wahrscheinlichkeit mit 30% etwas optimistisch beziffert, ich würde sie jetzt aktuell auf 15-20% runtersetzen, das heißt es bleibt, Möglich, aber unwahrscheinlich. Also es wäre Stand jetzt ja schon. Ja vielleicht kann man sogar von einem Kuh sprechen, wenn es gelingt, ihn zu verpflichten, weil der HSV wäre definitiv, wenn er ihn verpflichtet zu sein, Vorstellung verpflichten wird. Wenn das also gelingt, weiß man, boah, die haben sich durchgesetzt in die Fahndung mit Arsenal, beziehungsweise es gab halt dann vielleicht auch keinen anderen Interessenten, der bereit ist, die von Arsenal aufgerufene Wunschvorstellung im preislichen Sinne zu zahlen. Das sind erstmal roundabouts 20 Millionen. Also die Kaufoptionen vom HSV lag bei 22 Millionen. Aber Arsenal selbst hofft, naja, in England werden wir den schon irgendwie für 20 Millionen plus X verkauft kriegen, weil wir nun mal damals 35 Millionen bezahlt haben für Vieira und Porto. Ist ja auch klar, die wollen natürlich den Transferverlust weitgehenden Grenzen halten. Aber die Zeiten, dass beim HSV unvernünftige Dinge gemacht werden, und ich sage jetzt mal so, so ein bisschen wie bei Hertha, dass man all in für Fabian Reese geht und sich dann wundert, dass man keine homogene Mannschaft mehr zusammenstellen kann, weil das Budget ausgegeben ist. So wird es beim HSV nicht ablaufen. Das heißt, es gibt eine natürliche Schmerzgrenze. Und bisher versucht der HSV, wäre im einstelligen Millionenbereich, hoher einstelliger Millionenbereich, zu verpflichten. Da sagt jetzt natürlich Arsenal aber auch, okay, das ist jetzt nicht unbedingt, das Angebot, bei dem wir sofort mit der Zunge schnalzen und bereit sind, hier jeden Tag mit euch mal eben ein paar Vertragsentwürfe hin und her zu schieben. Sondern es sieht dann eben in der Realität so aus, dass da auch mal eine Woche lang das Telefon ruht zwischen beiden Seiten. Also da finden jetzt nicht täglich Gespräche statt, weil beide Vorstellungen eben noch so komplett weit auseinander liegen. Und jetzt gibt es zwei Szenarien. Auch Vieira wird ja irgendwann ungeduldig werden und will wissen, für wen er spielt. Er will eigentlich nicht wie vor einem Jahr erst am letzten Tag der Transferperiode oder lass es der vorletzte sein, aber auf jeden Fall sehr spät. Seinen neuen Verein finden, sondern Vieira will frühzeitig Klarheit. Idealerweise wollte er sogar zum Trainingsauftakt beim HSV sein. Das wird der 8. Juli in Dänemark, in Helsingö sein, kann man jetzt schon mal prognostizieren, der wird es nicht, also bis dahin wird wir auf gar keinen Fall verpflichtet sein. Und jetzt ist halt die Frage, findet er einen anderen Verein, geht er irgendwann gedanklich weg vom HSV und sagt halt, okay, ich habe total Bock, aber ich kann ja nicht warten bis Ende August und am Ende, kriegt Hamburg mit Arsenal das doch nicht hin. Und dann stehe ich da ohne Verein und sitze bei Arsenal auf der Tribüne. Also vielleicht sagt er sich dann irgendwann nicht, er muss umdenken. oder, Arsenal muss umdenken und merkt irgendwann so, sagen wir mal Anfang, Mitte August, es gibt dann eben doch nicht den englischen Verein, der 20 Millionen roundabout hinlegt für Vieira und dann nehmen wir halt einfach die 8, 9 oder vielleicht auch 10 vom HSV. Das sind so aus meiner Sicht die zwei Szenarien, die jetzt denkbar sind. Prozentual 15 bis 20 Prozent, dass Szenario Nummer 2 eintritt. Also ein Deadline-Day-Transfer soll es aus Fabio Vieiras Sicht diesmal nicht werden. Deadline ist aber ein gutes Stichwort, um zu den nächsten Personalie eine Überleitung zu finden. Und zwar zum Trainer, zu Merlin Polzin. Weil da hat Kathleen Krüger gesagt, eine Deadline setzen wir uns nicht. Als du sie darauf angesprochen hast, wie es denn mit der Vertragsverhandlung von Merlin Polzin aussieht. Er ist noch unter Vertrag dieses Jahr bis in den kommenden Sommer rein. Ob man auch vielleicht mit ihm oder in das Jahr geht, ohne eine Vertragsverlängerung vorher vereinbart zu haben. Aber sie hat so ein bisschen ausweichend reagiert in meinen Augen. Hat gesagt, ja, wir müssen uns natürlich auch erst mal kennenlernen, so, ne, jetzt ist Trainingsstart, ins Trainingslager, wir haben noch sehr viel Zeit, uns kennenzulernen und dann schauen wir mal weiter und wenn wir was zu vermelden haben, dann sind wir da. Was war das für dich für eine Antwort? Wie hast du das so interpretiert? Ja, also erstmal habe ich vor der PK erwartet, dass sie bei konkreten Fragen nicht konkret antworten wird. Man muss wirklich die ganze Zeit berücksichtigen, es war ihr allererster öffentlicher großer Auftritt. Sie hat vorher einen Podcast, mal einen Vereinspodcast beim FC Bayern gegeben. Da war klar, da kommen jetzt PR-Fragen. Vergleichbar mit dem kurzen Talk mit Philipp Langer gestern bei der großen Vorstellung. So in etwa war bisher ihr einziger öffentlicher Auftritt. Und deswegen habe ich nicht erwartet, dass sie konkret antworten wird und trotzdem fand ich, konnte man aus jeder Antwort etwas herauslesen und auch da war die Botschaft für mich verständlich, dass sie es nicht als Ausschlusskriterium bezeichnet, mit einem Trainer mit auslaufendem Vertrag in die neue Saison zu gehen. Also sie lässt sich da nicht treiben, weder von der Öffentlichkeit noch von den Fans und auch schon gar nicht vom Trainer und seinem Berater, die dann vielleicht auch irgendwann mal verstärkt mal das Büro von Kathleen Krüger aufsuchen werden. Ich fand... Auch das, inhaltlich nachvollziehbar, wie sie an die Sache rangeht. Sie hat es natürlich etwas defensiver formuliert, als es dann der tatsächliche Ist-Zustand ist. Also sie sprach ja davon, sie muss jetzt Melanie Polzin erstmal kennenlernen. Und zum Glück gibt es jetzt ja das Trainingslager in Dänemark und da wird man sich ja mal unterhalten können. Also die haben sich natürlich schon unterhalten und die haben sich auch schon mehrfach unterhalten und die kennen sich auch schon ganz gut. Was sie sicherlich noch kennenlernen muss ist, wie arbeitet er als Trainer? Ja, denn man kann ja immer unter vier Augen und im zwischenmenschlichen Bereich sehr gut miteinander harmonieren. Aber sie muss ja bewerten, wie funktioniert er in der Führung einer Mannschaft? Kann er die Mannschaft weiterentwickeln? Sie hat auch beim Thema Spielweise deutlich gemacht. Also Klassenhalt, alles schön und gut. Das wollen wir nochmal erreichen. Aber auch wenn wir in den meisten Partien Außenseiter bleiben, will ich eine spielerische Weiterentwicklung sehen. Also auch mal ein bisschen dominanter auftreten. So hat sie es nicht gesagt, aber so hat sie es gemeint. Also da will sie auch Steps sehen. Und das finde ich nachvollziehbar, dass sie dann jetzt auch sagt, okay, das mit Merlin, das waren jetzt gute erste Gespräche und das harmoniert schon mal auf der Basis. Aber jetzt will ich sehen, dass er auch wirklich in seiner Arbeit top ist. Aus meiner Sicht war er das bisher, aber sie weiß es halt noch nicht von der hautnahen Betrachtung her. Und deswegen wird sie sich das jetzt alles angucken, möglicherweise auch an den ersten Spieltagen der neuen Saison angucken. Spielplan heute veröffentlicht worden. Es geht los mit dem Kracher in Dortmund, dann erstes Heimspiel gegen Mainz. Das guckt sie sich vielleicht alles erstmal noch ein bisschen an. Und danach kann es zur Vertragsverlängerung kommen. Ich sage aber auch, alles andere als eine Vertragsverlängerung würde mich sehr, sehr, sehr überraschen. Was allein daran liegt, dass Merlin Pozzin seit 18 Jahren der erste Trainer ist, der zwei Saisonziele in Folge erreicht hat mit dem Aufstieg und dem Klassenhalt. Das gelang zuletzt Hübs-Stevens, 2008 war es, meine ich. Und die Saison davor. Also allein das qualifiziert ihn dafür, hier zu bleiben beim HSV. Er sollte jetzt sicherlich nicht mit fünf Niederlagen die neue Saison starten. Dann würde das Thema erstmal ein bisschen aufgeschoben werden. Aber das wird er auch nicht. Er kann es nur bedingt beeinflussen, weil er ja noch gar nicht seine Mannschaft zusammen hat. Aber ich denke, unter Katlin Krüger wird der Vertrag von Merlin Polzin verlängert werden. Merlin Polzin ist ein etwas anderer Trainer als die, mit denen sie bisher zusammengearbeitet hat. Sie hat natürlich in München mit sehr, sehr namhaften, großen Trainern zusammengearbeitet. Ein Pep Guardiola zum Beispiel, ein Thomas Tuchel, ein Julian Nagelsmann, der jetzt kurz vorm Haus beim DFB steht, wenn ihr den Podcast hört, vielleicht schon gar nicht mehr Trainer ist von der deutschen Nationalmannschaft. Aber was glaubst du, kannst du von der Arbeit mit solchen Trainern mitnehmen, dann auch wenn es darum geht, mit Merlin Poirzin zusammenarbeiten, aber auch zusammen zu arbeiten mit Klaus Koster, und Erik Huber, wenn du mit einem Karl-Heinz Rummenigge und einem Uli Hoeneß in einem Raum gesessen hast und Strategien entwickelt hast und zusammengearbeitet hast? Ja, also erstmal finde ich es sehr interessant, dass wirklich jeder dieser Fußballgrößen, die du gerade aufgezählt hast, und man könnte noch Spieler noch dazu zählen, alle haben sich immer sehr positiv über Kathleen Krüger geäußert. Pep Guardiola wollte sie bei seinem Abgang zu City mitnehmen nach England. Das scheiterte dann an ihrer Babypause, die sie hatte und dadurch musste Pep umdenken. Aber das zeigt schon mal die Wertschätzung, die sie generell bei all diesen Fußballgrößen genoss. Sie hat es immer geschafft, durch ihre menschliche Art die Leute zu vereinen und von sich und ihrer Arbeit auch zu überzeugen und einen Mehrwert für den Verein darzustellen. Gleichzeitig hat sie beim FC Bayern natürlich sehr, sehr, sehr viel mitbekommen. Also sie hat direkt an Sportvorstand Max Eberl berichtet. Sie hat zusammen mit Christoph Freund, dem Sportdirektor, gearbeitet. Sie war Assistentin unter Christian Nährlinger. Sie hat Matthias Sammer dort erlebt, Hassan Salihamidzic, Oliver Kahn, Die ganzen Trainer, die du aufgezählt hast, Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge, sie hat wirklich sehr, sehr viel auf Management-Ebene mitbekommen. Und Fakt ist ja auch, der FC Bayern hat jetzt in den letzten Jahren erstmal erfolgreicher gearbeitet als der HSV. Das heißt, wenn sie auch noch ein bisschen was mitgenommen hat, wie das alles gelungen ist und das irgendwie auf den HSV übertragen bekommt, dann wird sie ja auch für Hamburg sehr schnell einen Mehrwert darstellen. Davon bin ich überzeugt, das bringt ihr Profil erstmal mit. Und um zu deiner Frage zurückzukommen, ich finde, sie hat es sehr gut beschrieben. Sie meinte, wenn sie eins gelernt hat, gerade bei diesen großen Trainerpersönlichkeiten, dann ist es ein Wir-Gefühl zu vermitteln. Also wirklich eine Einheit zu schaffen, die dann, so wie sie es sagte, dafür sorgen kann, wirklich den ganz großen Wurf zu schaffen. Das fand ich eine sehr interessante Beschreibung und der würde ich mich einfach anschließen. Und das hat sie sich auch für den HSV vorgenommen. Sie will hier alle Mitarbeiter mitnehmen. Klar wurde aber auch, wer hier nicht mitzieht, der wird es auch schwer haben unter ihr. Also sie wird nicht davor zurückscheuen, hier auch unbequeme Entscheidungen mal zu treffen, wenn es denn sein muss. Aber erstmal will sie alle mitnehmen. Am Ende wird man sie sicherlich am sportlichen Erfolg messen. Das ist in der Natur der Sache. Was ist das, woran du sie als erstes messen wirst? Also wo du jetzt als erstes hinschaust und sagst, okay, da kann man vielleicht schon so ein Zwischenziel sehen, das erreicht wurde oder nach einem halben Jahr, vielleicht nach ein paar Monaten schon auch ein paar Wochen zu sagen, okay, da ist vielleicht schon, so ein kleiner Fußabdruck, den man von ihr sehen kann. Also ich glaube, das, was sie als erstes nach außen hin vor allem repräsentieren kann, ist einfach ihre Tätigkeit, ihr Aufgabenprofil als Sportvorständin in der Außendarstellung, so wie wir jetzt ja auch über ihren ersten öffentlichen Auftritt sprechen. Es wird auch mal Phasen geben, in denen der HSV vielleicht mal vier Spiele in Folge nicht gewinnt, vielleicht sogar vier Spiele in Folge verloren hat und dann wird sie die Person sein, die sich dann in den Wind stellen muss und auch stellen wird und, Und da, das kann man eben jetzt noch nicht ableiten, wird es sehr spannend zu beobachten sein, wie bewältigt sie solche Aufgaben, kann sie Krise moderieren, die wird es zwangsläufig geben, wie repräsentiert sie den HSV nach außen, wie kann sie auch Ruhe verkörpern, das ist ganz wichtig, dieses Umfeld beim HSV, also ich meine wirklich nicht nur die Medienlandschaft, sondern ich meine auch die Fans. Gelingt das, wenn mal Unzufriedenheit herrscht, man vielleicht auch mal ein Nordderby verloren hat in Bremen, ist das Erste. Gelingt das dann sofort, alle wieder hinter sich zu vereinen und damit im nächsten Heimspiel wieder 57.000 dann wirklich bedingungslos hinter der Mannschaft stehen. Das klappt eben auch nur dann, wenn von Management-Ebene aus das alles vorgelebt wird und Ruhe vermittelt wird, Überzeugung. Das ist jetzt ihre Aufgabe und ich finde, das wird man relativ zügig bewerten können. Da wird auch eine Entwicklung bei ihr stattfinden, aber es geht eben gleich ins Eingemachte. Schon nach, sagen wir mal, den ersten zehn Spieltagen wird man da ein kleines Fazit ziehen. Wie bewältigt sie diese Aufgabe? Und das ist, glaube ich, jetzt erstmal so der erste Fokus, den man auch von außen bewerten kann. Alles andere sind ja strategische Ziele. Also natürlich, das hat sie ja in ihrer Vorstellung auch gesagt, wird sie sich alles jetzt erstmal angucken. Sie wird mit allen Mitarbeitern sprechen, sie wird gucken, wie laufen wir die Prozesse, wo können wir vielleicht auch was optimieren. Aber selbst wenn sie jetzt zum Beispiel, um das datenbasierte Arbeiten wieder aufzugreifen, selbst wenn sie jetzt mehr Daten in den Volkspark einbringen will, dann wird man ja nicht morgen sofort ein Ergebnis sehen. Also das sind Dinge, die brauchen Zeit. Auch das Thema Nachwuchsarbeit, ja, wenn sie ein bisschen was an der Ausbildung anpassen will oder an der Gesamtstrategie, dann wird man die Ergebnisse erst in frühestens fünf Jahren sehen können. Also das sind keine Dinge, für die man sie jetzt sofort bewerten kann. Und genauso wenig hat sie großen Anteil daran, wie Merlin Polzin jetzt die ersten fünf Spiele bestreiten wird. Deswegen finde ich, ist wirklich diese Thema-Außendarstellung die erste Komponente, bei der man sie wirklich, also ihre Arbeit bewerten kann und sagen kann, repräsentiert sie den HSV gut oder ist da noch Luft nach oben? All das werden wir sehen. Stefan, vielen Dank für deine Zeit. Vielen Dank für das Gespräch. Vielen Dank, dass ich das erste Mal dabei sein durfte. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht hier im Studio mit dir. Und ich würde sagen, in Hamburg sagt man Tschüss. Und bei uns heißt das auf Wiederhören. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de slash podcast.