Latest / Neuro-Performance / Was tun, wenn du nur noch durchpowerst und auf morgen hoffst?
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- Nina: Was kannst du tun, wenn du nur noch durchpowerst und auf ein besseres Morgen hoffst? Stell dir mal vor, ein Spitzensportler, eine Spitzensportlerin würde so trainieren, wie zum Beispiel du gerade arbeitest oder vielleicht wie deine Führungskraft gerade arbeitet. Keine tägliche Analyse, kein täglicher Plan, kein Coaching. Einfach jeden Tag Halligalli, also richtig so voll drauf, Vollgas. bis zum Abpfiff und dann hoffen, dass es irgendwie reicht. Ganz ehrlich, diese Person würde niemand ins Finale lassen. Diese Person würde der Trainer bzw. die Trainerin nach zwei Wochen auf die Bank setzen und sagen, so nicht, my friend. Und weißt du was? Genauso führen gerade ganz viele Führungskräfte jeden Tag in ganz vielen Unternehmen. Hi, ich bin Nina und arbeite seit über 15 Jahren im Bereich People Development und ganz gezielt mit Führungskräften und ihren Teams, die unter Druck stehen in Unsicherheit, Ambivalenz. Und heute geht es die Frage, was tun, wenn du nur noch durchpowerst und auf morgen hoffst? Lass uns direkt anfangen. Also. Ich fange mal mit einer Führungskraft an, die du wahrscheinlich kennst. Vielleicht sitzt sie im Büro nebenan. Vielleicht siehst du sie aber auch morgens im Spiegel. Diese Führungskraft hat kein System. Sie hat einen vollen Kalender und sie powert durch jeden einzelnen Tag in der festen Hoffnung, dass es morgen besser wird oder nächste Woche. oder nach dem Projekt oder irgendwann nach Weihnachten, keine Ahnung. Spoiler, wird es nicht. Am Montagfrüh ist dasselbe Feuer wieder da wie am Freitagabend. Nur mit vielleicht noch etwas weniger Schlaf oder vielleicht ein bisschen mehr Schlaf, man weiß es nicht. Zwei Drittel unseres Tages laufen wir im Autopiloten und auch diese Führungskraft läuft im Autopiloten. Das Problem alle paar Minuten. klopft jemand. Der Ping auf dem Handy, der Ping der Teams-Nachricht, der Eintrag, dass in 15 Minuten das nächste Meeting startet, oder die 10 E-Mails, die gerade wieder reingeflogen sind, oder der Kollege, der kurz den Kopf durch das Fenster wirft und sagt, hey, hast du mal kurz? Naja, und bis die Folgenstraffriede da drin ist in dem, was sie eigentlich machen wollte, klopft dann schon wieder das nächste. Crazy. Naja, und was passiert dann? Es wird dann einfach weiter gemacht. Mehl raus, Haken dran, nächstes Feuer. Was war noch gerade? Und so geht's dann weiter. Und abends fühlt sich das sogar noch produktiv an, weil man war ja beschäftigt. Man hat ja richtig viel durchgeknallt. Und jetzt kommt der Teil, der mich wirklich sehr beschäftigt in der Arbeit. Im 1 zu 1 mit Führungskräften. In diesem Zustand, den ich gerade beschrieben habe, merken die wenigsten, dass ihr System auf Alarm fährt. Was meine ich mit dem System? Ich meine damit das innere System, das Nervensystem, die ganze Neurobiologie dahinter. Diese Performer stecken so tief im Geschehen drin, dass sie die eigenen Muster gar nicht mehr sehen können. Sie merken zum Beispiel gar nicht mehr, dass sie schon wieder Ja gesagt haben zu etwas, obwohl sie eigentlich Nein meinten. Sie merken nicht, dass sie schon wieder eine Entscheidung selbst getroffen haben, die sie eigentlich hätten dem Team überlassen sollen. Ja, also Feuerwehrmodus 100 Prozent. Und das Absurde ist, naja eigentlich ist es auch traurig, dass das auch noch gefeiert wird. Wer richtig brennt, hardcore und alles macht, gilt als engagiert. Und wer zusammenbricht und das Tempo nicht aufrecht erhalten kann, hat halt ein bisschen Pech. Schauen wir uns mal an, was der Spitzensport anders macht. Dafür machen wir einen kleinen Ausflug in eine andere Welt zum Basketball. Michael Jordan kennst du. Sechs Meisterschaften mit den Chicago Bulls. Für viele der beste Basketballspieler aller Zeiten. Und jetzt kommt die spannende Frage. Warum war der verdammt nochmal so gut? Die naheliegende Antwort wäre jetzt Talent. Und weil er härter gearbeitet hat als alle anderen. Und ja, Jordan war ein Trainingsmonster. Absolut, definitiv, no question. Aber das allein hat ihn noch nicht zum Champion gemacht. Bevor er seinen ersten Titel geholt hat, war er schon jahrelang der Beste auf dem Feld. Und trotzdem nix nirnte gewonnen. Der Unterschied kam mit einem einzigen Mann, Phil Jackson, seinem damaligen Coach, seinem Trainer. Und Phil Jackson hat zwei Dinge gemacht, die ich unglaublich spannend finde. Erstens, er hat dem Team ein System gegeben, ein festes Spielsystem, in dem ganz klar festgelegt war, wer wann was macht. Und jetzt halte ich fest, Jordan fand es am Anfang überhaupt nicht gut. Überhaupt gar nicht. Der wollte nur den Ball. Der wollte alles selbst machen. Kommt ihr vielleicht bekannt vor dieses, das mache ich eben schnell selbst. Und genau in dem Moment, wo er losgelassen hat und das Team mitspielen durfte, kam plötzlich die Titel. Surprise, Surprise. Es gibt noch einen zweiten Punkt. Jackson, also der Coach, hat dafür gesorgt, dass seine Spiele sich selbst steuern konnten, wenn es zum Beispiel eng auf dem Feld wird, auf dem Platz. Er hat sogar einen eigenen Mentor Trainer ins Team geholt, in den 90er Jahren, bevor irgendwie irgendwer über Mentor und so gesprochen hat. Ein Mental Trainer, dessen einziger Job es war, den Spielern daran zu arbeiten, dass sie im entscheidenden Moment klar im Kopf bleiben. Keine Panik, kein Tunnel im Denken. Sondern exakt so, dass sie diesen einen Wurf fokussiert machen, der in dem Moment zählt. Und das haben die sich dann Tag für Tag angeschaut und sich die Fragen gestellt, was da funktioniert hat, was nicht funktioniert hat. und sie haben sich angeguckt, wo sie sich auch verrannt haben und haben nachjustiert. Spannend. Besser werden. Immer wieder in the Loop. So und jetzt mal kurz wieder zurück zu unseren Führungskräften. Und liebe Führungskräfte, das ist kein Bashing. Wie gesagt, ich war selber dieser eine Führungskraft, wenn du hier schon länger dabei bist, hast du meine Stories auch schon teilweise mithören dürfen. Aber lass uns da jetzt einmal kurz reingehen. Im Spitzensport würde niemand auf die Idee kommen, dass sich ein Spieler mitten im Spiel im vollen komplett allein steuert. Da gibt es ein System. Da gibt es jemanden, der draufschaut. Da gibt es feste Momente, in denen man reflektiert. Und von Führungskräften erwarten Unternehmen genau das Gegenteil. Volle Verantwortung. Voller Kalender. Ständig Unterbrechung. Und dann bitteschön auch noch den klaren Kopf bewahren, sich selbst zu analysieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Herzlichen Glückwunsch. Ganz ehrlich, das kann nicht funktionieren. Zumindest nicht dauerhaft. Und das liegt nicht daran, dass Führungskräfte zu schwach sind oder nicht ausreichend Disziplin mitbringen, sondern weil niemand, wirklich absolut niemand, eigenen Alarm sich selbst beruhigen kann. Und das hat no way irgendwas mit Charakterfrage zu tun, sondern das ist einfache Biologie. Okay, das war jetzt viel Kontext und Erklärung. Was machen wir denn jetzt damit? Ein erster Schritt. Was kannst du tun? Ich habe einen Punkt vorbereitet für heute, den du direkt nach dieser Folge ausprobieren kannst. Bevor du in nächstes Meeting rinst, halte Drei Sekunden an. Drei Sekunden. Mehr nicht. Du kannst das machen, bevor du in den Raum reingehst, also zum Beispiel vor der Tür, wenn du physisch vor Ort bist. Du kannst das auch machen, bevor du auf den Teilnehmen-Button klickst, wenn es ein virtuelles Meeting ist. Es ist egal wo, aber diese drei Sekunden. Und dann stellst du dir eine einzige Frage. In welchem Zustand gehe ich hier gerade rein in dieses Meeting. Analysier das. Bist du ruhig? Bist du klar? Hängst du noch irgendwie im Feuerlöschmodus vom letzten Termin? Ist da noch irgendwas, was in dir noch nicht wirklich geklärt ist? Mehr nicht. Also wirklich nur diese eine Frage kurz beantworten. Du musst auch noch gar nichts irgendwie daran verändern. Du musst es auch noch gar nicht lösen, sondern einfach nur ehrlich in dem Moment beantworten. Okay, jetzt fragst dich, warum sollte das was bringen, Nina? Was ist hier jetzt bitteschön das Hexenwerk dahinter? Weil... du keine klare Entscheidung treffen kannst, solange dein System, dein Nervensystem, deine Neurobiologie noch Alarm schreit. Solange dann auch wie bei so einem Computerbrowser ganz viele Tabs offen sind, fällt es dir schwer, dich nur auf eine Sache zu fokussieren. Und wenn du dich aber einmal kurz darauf fokussierst und dich bewusst das fragst, was gerade hier abgeht, dann ist es der erste Schritt raus aus diesem Alarm, überhaupt zu merken, dass du drin bist in dem Alarm, dass da gerade irgendwas in dir nach ein paar extra Loopings dreht, was dich beschäftigt, was jetzt aber für den Moment nicht hilfreicher ist, weil du es vielleicht auch gar nicht lösen kannst. Das ist der Anfang. Nicht mehr, nicht weniger. Klingt super easy. Und ich glaube, ich habe schon eine Million Mal gesagt, das ist genau der Grund, warum die meisten Menschen das nicht machen. Der Rest ist dann einfach nur noch ein System aus mehreren Schritten, mit dem du dann nicht nur merkst, dass du im Alarm bist, sondern auch wieder rauskommst. Dieses System gebe ich dir hier nicht in den Podcast nebenbei, weil dann wirst du es nicht anwenden. Weil Inspiration ist nicht Anwendung. Stattdessen lade ich dich ein. dir das System live zu zeigen. Am Dienstag, den 20. Oktober im Live Training morgens 8 Uhr online und vor allem für dich kostenfrei. Da gehen wir durch und gucken uns an, was genau das System ist und wie du es für dich umsetzen kannst. Und du darfst dafür super gerne eine Situation mitbringen, die gerade auf deinem Tisch liegt. Wir arbeiten dort nämlich nicht an der Theorie, sondern mit deinem echten Alltag. Den Link findest du unten in den Show Notes und dann gibt es in den 45 Minuten nicht Input, davon hast du genug, sondern ganz viel Umsetzung. Ich freue mich, wenn du dabei bist.