Latest / Schwarze Akte - True Crime / #315 Öffne ihm nicht die Tür - Der Vierfachmord von Rupperswil
Transcript
- Diese Episode enthält explizite Details über einen wahren Kriminalfall. Weitere Infos in der Folgenbeschreibung. Es ist ein ganz normaler Morgen im Dezember 2015. Georg ist schon auf dem Sprung, das Haus zu verlassen, um sich auf den Weg zur Arbeit zu machen. Natürlich nicht, ohne seiner Freundin Carla vorher noch einen Kaffee ans Bett zu bringen. Ihr kleines, allmorgentliches Ritual, das beide sehr lieben. Georg freut sich schon auf die Weihnachtstage, auf Kaffee, den er gemeinsam mit Carla in Ruhe nach dem Aufwachen trinken kann, auf Momente der Besinnlichkeit mit seinen Liebsten. Carlas Kinder schlafen noch in ihren Betten. Und so schleicht Georg sich leise raus, zieht die Haustür hinter sich zu und macht sich auf in das kalte Dezemberwetter. Den Mann, der ihm dabei ganz genau zuschaut, bemerkt er nicht. Georg weiß nicht, dass dieser Mann schon viele Stunden vor seinem Haus verbracht hat, um die Familie zu beobachten. Heimlich, nicht mehr als ein Schatten in der Dunkelheit. Der Mann wartet, bis die Rücklichter von Georgs Auto in der Ferne verschwinden. In seinem Rucksack hat er alles dabei, was er braucht. Den gefälschten Ausweis, Kabelbinder, Messer. Im Haus trinkt Carla gerade ihren Kaffee und geht in Gedanken schon mal den Tag durch. Auch sie freut sich auf die Feiertage. Der Weihnachtsbaum steht schon bereit und alles ist richtig schön gemütlich. Eine schöne Zeit steht an. Auf Silvester hat Carla auch schon große Lust. Denn es wird das erste Mal sein, dass sie und Georg alleine feiern werden. Dann klingelt es an der Tür. Seltsam, so früh am Morgen. Vielleicht hat Georg seinen Schlüssel vergessen? Carla öffnet und steht einem fremden Mann gegenüber. Er stellt sich als Schulpsychologe vor und erklärt ihr, dass es ein Problem mit ihrem jüngsten Sohn gebe. Besorgt lässt Carla ihn hinein. Und dann geht alles ganz schnell. Und damit ganz herzlich willkommen zu einer neuen Folge der schwarzen Akte mit Patrick Strohbusch und mit Anne Lugmann. Hello! Und bevor es losgeht, möchte ich schon mal einen ganz kleinen Teaser auf die Personalakte später geben. Denn es gibt News aus dem Podcast-Hause Wild Crimes. Da durfte ich eine neue Staffel aufnehmen, aber dazu kommen wir hier erst ganz am Ende der Folge. Wir nehmen euch heute erstmal mit in die Schweiz, genauer gesagt in den Kanton Aargau. Der liegt im Norden der Deutschschweiz und grenzt entlang des Rheins an Baden-Württemberg. Er ist nicht nur für die Vielfalt seiner Landschaft und Leute bekannt, sondern auch für die typisch schweizerische Rüblitorte. Da sich hier das Wasser aus dem größten Teil der Schweiz sammelt, gilt der Aargau auch als das Wasserschloss der Schweiz. Früher wie heute gibt es in dem Kanton keine wirklich großen Städte. Groß ist natürlich Definitionssache, wir meinen das aber in Bezug auf die Einwohnerzahl. Die größte Stadt im Aargau hat gut 23.000 Einwohner. Der Hauptort im Aargau heißt Aarau, also fast so ähnlich wie der Kanton, ist aber damit nicht zu verwechseln. In Aarau werden in dieser Folge noch so einige wichtige Dinge passieren. Ein anderer Schauplatz des heutigen Pfalz ist ein kleiner 6000-Seelen-Ort namens Rupperswil. Die Stadt liegt ebenfalls im Kanton Aargau, umgeben von Wäldern und Gewässern. Nach Zürich braucht man mit dem Auto knapp 40 Minuten von hier. Das Verbrechen, von dem wir euch heute erzählen werden, hat dem sonst so ruhigen Ort eine Art traurige Bekanntheit verschafft. Viele Menschen in der Schweiz haben mitbekommen, was 2015 in Rupperswil geschehen ist und erinnern sich auch heute noch an die ganzen Schlagzeilen. An den Schock und das Leid, das ein ganzes Land bis über die Grenzen hinaus erschüttert hat. 2015 ist ja auch noch gar nicht so lange her. Wenn man zurückblickt auf das, was 2015 noch alles so los war, kommt es einem ein bisschen so vor, als wäre es gefühlt erst vor kurzem gewesen. Stichwort Binge-Watching zum Beispiel. Aber auch der Hashtag Foodporn auf Instagram oder der Ausdruck Ghosting aus den USA werden in diesem Jahr im deutschsprachigen Raum beliebt. Auch das Mansplaining erhält Einzug in den deutschen Sprachgebrauch. Gemeint ist damit das Phänomen, wenn Männer Frauen auf besserwisserische Art die Welt erklären wollen. Die coolen Leute gehen 2015 nicht einfach nur ein Bierchen im Freien trinken, sondern sie gehen cornern. 2015 wird ein heißer Sommer und der kühle Drink auf dem Bürgersteig konnte plötzlich sogar Clubs- und Bars Konkurrenz machen. Ein beliebtes Getränk in diesem Jahr ist auch der Cold Brew, Kaffee, der mit kaltem Wasser aufgesetzt wird. Beim Treffen mit Freunden darf natürlich nicht das berühmte Selfie fehlen. Aber mit Selfiestange, klar. Die freut sich 2015 nach wie vor hoher Beliebtheit. Aber an einigen Orten, wie in Museen, sind die zunehmend unerwünscht. Und bloß nicht mehr mit Duckface, denn das ist langsam out. Wer cool ist, schaut also nicht mehr wie eine Ente mit so nach vorne geschobenen Lippen, dafür ist der sogenannte Fisch-Gabe-In. Immer mehr Stars machen in den sozialen Medien einen auf Fisch, die Gesichtsmuskeln entspannen, die Wangen leicht zwischen die Backenzähne ziehen und Lippen nicht bewegen. Zu sehen gibt es auf Instagram und Co. aber noch ganz andere Trends. Wer am Puls der Zeit sein will und es sich leisten kann, der zeigt stolz seine brandneue Apple Watch in die Kamera, die 2015 zum ersten Mal auf den Markt kommt. Sie ist jedoch nicht die einzige technische Neuheit, die das Jahr so mit sich bringt. Auch der Thermomix wird zum großen Thema unter Hobbyköchen. Und für alle gilt, weiße Sneaker sind der absolute Renner. Die Hosenbeine müssen dabei so hoch gekrempelt werden, dass man die Knöchel sehen kann. Der Song Schrei nach Liebe von den Ärzten ist zwar schon Anfang der 90er Jahre rausgekommen, klettert aber durch eine politische Aktion wieder an die Spitze der Charts als Gegenbewegung zum wachsenden Rechtsradikalismus und Bewegungen wie Pegida und Co. Adele bringt ihr Album 25 heraus und löst damit einen regelrechten Hype aus. Das Verbrechen, über das wir heute sprechen wollen, trägt sich zu, als das Jahr 2015 schon fast vorbei ist. Am 21. Dezember 2015, kurz vor Weihnachten, steigen über einem Haus in Ruperswil Rauchwolken auf. Es ist ein Montagvormittag, kurz vor Mittag, und die Feuerwehr rückt aus, um den Brand zu löschen. Es ist genau der Tag, mit dem wir unsere Erzählung im Intro begonnen haben. Der Tag, an dem Georg am frühen Morgen das Haus verlässt, ohne zu merken, dass er dabei beobachtet wird. Er ist an diesem Vormittag also gerade bei der Arbeit und bekommt von dem Brand nichts mit. Er weiß nicht, dass sein Zuhause gerade in Flammen steht. Die Feuerwehrleute bahnen sich in voller Montur ihren Weg in das Gebäude. Durch ihre Atemschutzmaske und die dichte Rauchbildung können sie zunächst gar nicht viel sehen. Aber es gelingt ihnen dennoch, den Brand zu löschen. Zunächst wirkt alles wie ein Routine-Einsatz. doch beim Betreten des oberen Stockwerks trifft sie fast der Schlag. Vier Leichen befinden sich hier, verkohlt und gefesselt mit Kabelbindern. Es ist eindeutig, dass die vier Menschen nicht in den Flammen umgekommen sind. Allen vieren wurden nämlich die Kehlen aufgeschnitten. Es handelt sich um die 48-jährige Carla, also Georgs feste Freundin, und um Carlas zwei Söhne, der 13-jährige Darwin und der 19-jährige Dion. Unter den Opfern ist auch Dions 21-jährige Freundin Simona, die bei der Familie zu Besuch war und spontan über Nacht geblieben ist. Kriminalpolizei, Spurensicherung und Co. sind schnell vor Ort. Sie gehen davon aus, dass der Brand absichtlich gelegt wurde, um die Spuren zu verwischen, die der Täter bei der Ermordung der Familie unweigerlich hinterlassen haben muss. Zwar hat das Feuer an der Außenseite des Hauses kaum Spuren hinterlassen, doch im Inneren ist alles mit Ruße überdeckt. Für das Team der Kriminaltechnik macht das den Job nicht gerade leichter. Doch sie schaffen es trotzdem, Spuren zu finden. Fingerabdrücke und sogar die Rückstände der DNA des Täters. Dabei ist nicht klar, um was für eine DNA-Spur es sich genau handelt, also ob es um Blut, Hautzellen, Sperma oder Haare geht. Es gibt gewisse Informationen, die die Polizei in diesem Fall von Anfang an zurückhält, um ihre Methoden nicht zu verraten. Das wird auch später nochmal Thema in dieser Folge. Springen wir aber erstmal ein paar Augenblicke zurück. Während die Feuerwehrleute die Flammen bekämpfen, erhält Georg einen Anruf bei der Arbeit. Er erfährt, dass es bei ihm zu Hause brennt und dass Feuerwehr und Sanitäter vor Ort sind. Voller Panik und Sorge macht er sich sofort auf den Weg. Er fährt schneller als erlaubt, aber das ist ihm egal. Als er in seiner Straße ankommt, sieht er sofort, dass alles abgesperrt ist. Die Polizei ist da und Georg kommt nicht einmal bis zum Haus durch. Auch nicht, als er erklärt, wer er ist. Er hat zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung, was mit Carla, ihren Kindern und Simona passiert ist. Statt ihn ins Haus zu lassen, setzen ihn die Beamten erst einmal in ein Polizeiauto. Aus ihrer Sicht ist Georg als Carlas Lebenspartner nämlich höchst tatverdächtig. Als Georg erfährt, dass vier Menschen in diesem Haus umgekommen sind, bricht er zusammen. Der Polizeibeamte macht ihm klar, dass es besser wäre, auf dem Revier in Ruhe weiterzureden. Georg hat also keine Wahl. Wie in einem Albtraum des Horrors wird er von seinem Haus weggefahren. Doch es kommt sogar noch schlimmer. Georg denkt bis zu diesem Zeitpunkt noch, dass der Brand ein Unfall war. Während der Autofahrt erfährt er nun, dass nicht der Brand die Todesursache ist, sondern dass es Mord war. Dass jemand seine Freundin und die drei anderen mit einem Messer getötet hat, kurz nachdem er aus dem Haus gegangen ist. Und dann dämmert Georg, warum er gerade zum Polizeirevier gebracht wird. Es gibt keine Worte, die beschreiben können, wie er sich dabei fühlen muss, die dem Ausmaß des Schocks und des Schmerzes gerecht werden können. Georg wird später selbst über alles, was passiert ist, ein Buch schreiben. Es ist seine Art, das Grauen zu verarbeiten und das alles irgendwie durchzustehen. Die Berichterstattung der Medien in den darauffolgenden Tagen wird es nicht gerade leichter machen. Drehte der Ex-Mann durch, heißt es in einer Schlagzeile. Oder war es ein Familiendrama? Auf dem Revier muss Georg seine Kleidung und sein Handy abgeben. Er erhält dort Trainingsklamotten und Schuhe, alles ohne Schnüre. Ihm wird klar, dass man ihn wohl für suizidgefährdet halten muss. Seine Fingernägel werden nach Ruhspuren untersucht und er wird einer intensiven Befragung unterzogen. Es kommt immer wieder zu Momenten, in denen er allein im Raum ist und in denen ihn die Erkenntnis mit voller Wucht trifft. Seine Lieben werden nie wieder zurückkommen. Georg weiß zu diesem Zeitpunkt nicht, dass parallel in anderen Räumen weitere Befragungen laufen. Die Polizei verliert keine Zeit mit den Ermittlungen. Nach einer Tat beginnt, wie in einer Doku des Schweizer Radio und Fernsehens erklärt wird, sofort ein sogenannter Ermittlungssprint. Es geht darum, so viele Erkenntnisse wie möglich über die Tat zu sammeln. Die Suche nach dem Mörder läuft also direkt an, schnell und intensiv. In den anderen Räumen sitzen all diejenigen, die etwas über das Verbrechen wissen oder vielleicht sogar selbst was damit zu tun haben könnten. Georgs Ex-Frau zum Beispiel, die als Ex ebenfalls automatisch tatverdächtig ist. Es ist nicht das erste Verbrechen, das aus Rache oder Eifersucht geschehen wäre. Mit dieser Ex-Frau hat Georg zwei Söhne, die ebenfalls auf dem Revier befragt werden. Der jüngere Sohn ist gerade einmal zwölf Jahre alt. Er fragt die Ermittler immer wieder, wer denn die vierte Person sei, die gestorben ist. Er weiß von Carla und ihren Söhnen, aber er weiß nicht, ob sein Vater auch unter den Opfern ist. Zwei bis drei Stunden lang lässt die Polizei das Kind im Ungewissen, bevor sie ihn endlich aufklären. Es sind die schlimmsten Stunden seines Lebens, wie er später seinem Vater erzählen wird. Auch Callas Eltern werden befragt. Über Georg und die Beziehung, die ihre Tochter mit ihm geführt hat. Obwohl Georg und Carla nicht verheiratet waren, betrachtet Georg die beiden als seine Schwiegereltern. Und sie glauben keine Sekunde lang, dass Georg etwas mit dem Mord zu tun haben könnte. Schließlich dürfen sie alle gehen. Georg denkt, dass das Thema damit durch ist und dass er jetzt nicht mehr verdächtigt wird. Er hat keine Ahnung, dass die Polizei ihn in den nächsten Wochen und Monaten sehr genau im Blick behalten wird. Dass sie einen Peilsender an seinem Auto angebracht haben und seine Telefonate abhören werden. Georg kehrt, begleitet von seinem ältesten Sohn zum Tatort zurück und sieht, dass dort bereits hunderte Kerzen brennen. Dass dort Blumen liegen, Briefe und Karten, auf denen die Namen der vier Opfer stehen. Carla, Dion, Darwin und Simona. Und immer wieder wird dieselbe Frage gestellt. Warum? Die Ermittlungen laufen derweil auf Hochtouren. Alle vier Leichen werden obduziert und die am Tatort sichergestellte Täter-DNA wird in verschiedene Datenbanken eingelesen. Doch sie führt zu keinem Treffer. Es scheint, als sei der Mörder vorher noch nicht straffällig geworden. Auch Verwandte, die Teile der DNA mit dem Mörder teilen, können sie nicht ausfindig machen. In einer Dokumentation, die das SRF über den Fall gedreht hat, kritisiert Georg Schaaf, dass bei der Täter-DNA nicht einfach eine Phänotypisierung durchgeführt wurde. Über diesen Ermittlungsansatz haben wir ja schon in anderen Kontexten in der schwarzen Akte gesprochen. In der DNA sind ja alle möglichen Informationen über einen Menschen gespeichert, wie zum Beispiel, welcher Ethnie jemand angehört, wie alt jemand ist, welches Geschlecht oder welche Haarfarbe jemand hat und noch viel, viel mehr. Die Phänotypisierung ermöglicht es, all diese Informationen aus der DNA herauszulesen. Allerdings ist es 2015 in der Schweiz noch verboten, dieses Vorgehen bei Ermittlungen zu nutzen. Das hat verschiedene Gründe. Es geht bei dem Thema viel um den Eingriff in Persönlichkeitsrechte, um Datenschutz und um Stigmatisierung. Aber auch um die Sorge vor Racial Profiling. Mittlerweile hat sich die Gesetzeslage dahingehend deutlich verändert. Seit 2023 dürfen die Strafverfolgungsbehörden in der Schweiz bei schweren Straftaten die DNA-Phenotypisierung nutzen, sollte eine DNA-Spur keinen Treffer in der Datenbank ergeben. Auch Deutschland hat die Methode 2019 in die Strafprozessordnung aufgenommen. Doch das nützt den Ermittlern 2015 noch nichts. Dafür haben sie aber andere Möglichkeiten und so ihre Mittel und Wege, von denen, wie gesagt, nicht alle öffentlich gemacht werden. Die Gripo findet heraus, dass Carla am Vormittag des 21. Dezember Geld bei zwei Bankfilialen abgehoben hat. Und zwar genau zu der Zeit, in der sich der Mörder in ihrem Haus aufgehalten haben muss. Also zwischen 7.30 Uhr und 11 Uhr, nachdem Georg aus dem Haus war und bevor der Brand entdeckt wurde. An einem Geldautomaten in Rupperswil hat Carla sich 1000 Euro auszahlen lassen. Bei einer anderen Bank, ungefähr sieben Autominuten entfernt, waren es knapp 10.000 Schweizer Franken, also umgerechnet etwa 9.400 Euro. Es gibt Fotoaufnahmen, die Carla beim Abheben des Geldes zeigen. Sie sieht vollkommen gestresst und verängstigt aus. Georg wird später in der SRF-Doku erzählen, dass er seine Freundin auf den Bildern fast gar nicht wiedererkannt habe, so außer sich habe sie gewirkt. Die Kripo startet nun eine groß angelegte Öffentlichkeitsfahndung. Sie verteilen Flugblätter, auf denen das Foto von Carla beim Geldabheben zu sehen ist. Mittlerweile ist der Heiligabend gekommen, Doch statt Weihnachten zu feiern, streifen Dutzende Ermittler durch die Straßen, verteilen die Flugblätter und gehen direkt auf die Menschen zu. Jede Information, jede Beobachtung kann potenziell wichtig sein. Im Umkreis von mehreren Kilometern rund um den Tatort nehmen sie jeden Abfalleimer unter die Lupe, um zu schauen, ob der Täter dort möglicherweise seine Waffe entsorgt haben könnte. Sie laufen als Menschenkette über Felder und schauen, ob sie irgendwo dort eine weggeworfene Waffe finden. Sie klingeln an jeder Haustür in der Umgebung und fast immer macht sogar jemand auf. Es ist ja Weihnachten und die Leute sind eh zu Hause. Ohne es auch nur zu ahnen, klingeln die Ermittler auch an der Haustür des Mörders. Denn der lebt nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt. Er beobachtet ganz genau, was da draußen alles passiert. Der Mann spielt seine Rolle gut. Sehr gut sogar. Er zeigt sich hilfsbereit und besorgt. und nichts an seinem Verhalten oder seinem Aussehen lässt ihn verdächtig erscheinen. Als er die Tür wieder schließt, bleibt er bestimmt mit einem zufriedenen Lächeln zurück. Er fühlt sich mit Sicherheit unbesiegbar. Und er hat gerade erst begonnen. Am ersten Weihnachtsfeiertag macht die Polizei einen weiteren Zeugenaufruf. Sie bittet die Bevölkerung, Aufnahmen von Dashcams zur Verfügung zu stellen, also von Videokameras, die in einigen Automodellen angebracht sind. Doch obwohl unzählige Hinweise bei den Ermittlern eingehen, kommen sie dem Täter nicht auf die Spur. Die erwünschten Resultate bleiben aus und so sieht sich die Kripo dazu gezwungen, die internationale Polizeibehörde Interpol einzuschalten. Profiler aus der Schweiz, aber auch aus dem Ausland werden damit beauftragt, ein psychologisches Profil des Täters zu erstellen. Vielleicht kann das dabei helfen, den Kreis der Verdächtigen einzugrenzen. Doch auch dieser Ansatz bleibt erst einmal ohne Erfolg. Mehrere Personen werden befragt und dann wieder gehen gelassen. Ein heller Kleinwagen soll am Tatort gesehen worden sein, doch auch von dem fehlt aktuell noch jede Spur. Trotz aller Bemühungen muss die Polizei einsehen, dass der Ermittlungssprint während der Feiertage ohne Erfolg geblieben ist. Normalerweise hat man nach so einem Sprint die wichtigsten Eckdaten einer Straftat aufklären können. Also wer der Täter ist zum Beispiel, wie er vorgegangen sein muss und warum. Aber nicht so in diesem Fall. Und so stellt sich die Kripo auf einen sogenannten Ermittlungsmarathon ein. Nur wenige Tage nach der Tat und direkt im Anschluss an den Sprint. Dafür wird eine 40-köpfige Sonderkommission gebildet, die sich in den nächsten Wochen und Monaten ausschließlich mit der Aufklärung des Vierfachmordes befassen wird. Die Öffentlichkeit wird nicht über diesen Schritt informiert. Man will dem Täter so wenig Informationen wie möglich über den Stand der Ermittlungen geben. Er soll sich vermeintlich sicher fühlen und aus seinem Versteck kommen. Die Polizei geht mittlerweile davon aus, dass der Täter höchstwahrscheinlich nicht aus dem Umfeld der Opfer stammt, auch wenn die Statistiken dafür sprechen würden. Die Erfahrung der Strafverfolgungsbehörden zeigt, dass bei über der Hälfte der Fälle eine dem Opfer nahestehende Person als Täter in Frage kommt. Die Wahrscheinlichkeit hingegen, dass eine ganze Familie von jemandem getötet wird, der nicht aus dem familiären Umfeld kommt, ist statistisch gesehen fast gleich null. Aber es gibt einfach keine Beweise, die darauf hindeuten, dass es Georg oder sonst jemand aus dem Bekanntenkreis gewesen sein könnte. Auch Georgs Ex-Frau nicht. Ihr Leben ist seit dem 21. Dezember 2015 ebenfalls nicht mehr dasselbe, auch wenn sie rein gar nichts mit der Tat zu tun hat. Dass sie als Ex-Frau automatisch erstmal unter Verdacht gerät, macht ihr ziemlich schwer zu schaffen. So schwer, dass sie sogar für längere Zeit in eine Klinik gehen muss, um das alles zu verarbeiten. Doch wie findet man einen Täter, der keine Verbindung zu den Opfern hat? Die Strafverfolgungsbehörden versuchen es mit einem Antennensuchlauf. Sie schauen also, welche Handys sich zur Tatzeit in die drei umliegenden Sendemasten eingeloggt haben. Das sind nicht gerade wenige, wie ihr euch vielleicht vorstellen könnt. Zwar ist Ruppersville mit seinen knapp 6000 Einwohnern nicht gerade groß, aber die Sendemasten befinden sich ganz in der Nähe einer größeren Straße. Es sehen also auch die Handys, die sich nur im Vorbeifahren einmal kurz eingeloggt haben. Und so erhalten die Ermittler Daten von rund 30.000 Nutzerinnen und Nutzern. Die Auswertung dieser Daten ist ziemlich umständlich und braucht natürlich auch Zeit. Am 8. Januar 2016, etwas mehr als zwei Wochen nach der Tat, findet in Rupperswil ein Gedenkgottesdienst für die Ermordeten statt. Fast 500 Personen nehmen daran teil und drücken den Angehörigen ihr Beileid aus. Der Schock und auch das Wissen, dass der Mörder noch unter ihnen ist. Vielleicht ist er ja sogar auch bei diesem Gottesdienst dabei. Niemand weiß es und das beunruhigt die Menschen sehr. Die Ermittler lassen währenddessen keine Möglichkeit unversucht. Sie nehmen Kontakt zum ZDF auf und vereinbaren, dass über den Fall eine Folge Aktenzeichen XY ungelöst gedreht wird. Der Fall soll im Verlauf des Frühlings in Deutschland verfilmt und dann Anfang Juni sowohl in Deutschland als auch der Schweiz ausgestrahlt werden. Die Chancen, den Täter über die Sendung zu finden, stehen nicht schlecht. Die Aufklärungsquote der Fernsehfälle liegt bei über 40 Prozent. Am 18. Februar, fast zwei Monate nach der Tat, informieren die Behörden die Öffentlichkeit zum ersten Mal ausführlich über den Fall. Sie halten sich bedeckt, was ihre ganz konkreten Ermittlungsmethoden angeht, müssen jedoch erklären, dass sie noch keine großen Fortschritte machen konnten. Über 250 Hinweise hat die Polizei mittlerweile aus der Bevölkerung erhalten, über 100 Gespräche geführt und dennoch sei man dem Täter nicht näher gekommen. Deshalb habe man beschlossen, eine Belohnung in Höhe von 100.000 Schweizer Franken auszurufen, für alle Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen. Das sind umgerechnet ca. 108.000 Euro. Das Flugblatt werde außerdem in verschiedene Sprachen übersetzt und überall im Umkreis verbreitet. Den Strafverfolgungsbehörden ist klar, dass die Menschen Angst haben. Und sie versuchen alles, um ihnen zufriedenstellende Antworten auf ihre Fragen zu geben. Es ist ein ständiger Balanceakt, eine Abwägung zwischen öffentlicher Kommunikation, und ihrer eigentlichen geheimen Ermittlungsarbeit. Monate vergehen und viele Menschen fragen sich, wie es mit dem Fall weitergeht. Aus Februar wird März, dann April, dann Mai. Doch obwohl man nicht viel hört, sind die Ermittler keineswegs untätig, ganz im Gegenteil. In Wahrheit haben sie längst eine tatverdächtige Person ermittelt. Und nach tagelanger Beschattung soll es nun am 12. Mai 2016 zu einer Verhaftung kommen. 146 Tage nach der Tat, fast fünf Monate später. Der Verdächtige hat keine Ahnung, was ihm bevorsteht, als er an diesem Donnerstag in der Altstadt von Aarau in den Starbucks geht, um sich dort einen Kaffee zu holen. Aarau, ihr erinnert euch, ist der Hauptort des Kantons Aargau und liegt ca. 10 Minuten mit dem Auto von Rupersville entfernt. Die Polizei ist an diesem Tag in Zivil unterwegs und hat sich auf alle Eventualitäten vorbereitet. Sie rechnen damit, dass der Mann Widerstand leisten wird und hoffen, dass ihn ein so öffentlicher Ort wie ein Starbucks gefügiger machen wird. Und ihr Plan geht auf. Die Handschellen klicken und der Tatverdächtige lässt die Festnahme widerstandslos über sich ergehen. Sein Name ist Thomas. Jetzt stellen sich natürlich ganz viele Fragen. Zum einen natürlich, wer ist denn dieser Thomas? Und zum anderen, wie genau ist ihm die Polizei denn jetzt auf die Schliche gekommen? Zur ersten Frage kommen wir gleich und bei der zweiten Frage müssen wir euch leider vertrösten. Denn welcher Ermittlungsansatz jetzt genau dazu geführt hat, dass die Strafverfolgungsbehörden Thomas als Hauptverdächtigen identifizieren konnten, das ist geheim. Die Behörden wollen ihre Methoden nicht verraten, damit sie zukünftig auch noch in anderen Fällen wirksam bleiben. Vermutlich ist es eine Mischung aus verschiedenen Ansätzen gewesen. Der Antennensuchlauf könnte geholfen haben. Aber vielleicht haben auch die Befragungen der Bevölkerung den Ausschlag gegeben. Man weiß es nicht. Und gerade das macht diesen Fall auch so spannend. Dass die Behörden hervorragende Arbeit geleistet haben, das zeigt sich schon zwei Stunden nach Thomas' Verhaftung, als man seinen Fingerabdruck nimmt. Dabei stellt sich heraus, dass er eins zu eins mit dem Fingerabdruck am Tatort übereinstimmt. Werbung. Werbung Ende. Thomas gesteht die Tat auch direkt beim ersten Verhör, also noch am gleichen Tag der Festnahme. Und mit seinem Geständnis offenbart sich das gesamte Grauen, das er an jenem Dezembertag 2015 über die Familie gebracht hat. Springen wir also zurück zu dem Morgen, kurz vor Weihnachten, an dem Georg nichts ahnt, das Haus verlässt, um zur Arbeit zu fahren. Thomas hält sich bereits in der Nähe auf und sieht, wie Georg wegfährt. Da er das Haus mehrere Tage lang beobachtet hat, weiß er, dass sich dort nur noch Carla, ihre zwei Söhne und die Freundin des älteren Sohnes aufhalten. Es klingelt an der Tür und als Carla öffnet, stellt er sich als Dr. Sebastian Meyer vor. Er behauptet, Schulpsychologe an der Schule des jüngsten Sohns Darwin zu sein. Er sagt, Darwin sei an einem schwerem Mobbingvorfall beteiligt gewesen, wegen dem sich das betroffene Mädchen anschließend das Leben genommen habe. Deshalb sei es ihm ein Anliegen, mit Darwin über das Geschehene zu sprechen. Vollkommen erschrocken lässt Carla den fremden Mann ins Haus und weckt Darwin, der zu diesem Zeitpunkt noch im Bett liegt. Als Darwin wach und bereit ist, lässt Carla den vermeintlichen Schulpsychologen auf dessen Wunsch hin allein mit Darwin in seinem Zimmer sprechen. Thomas bringt Darwin mit einem Messer in seine Gewalt und ruft Carla zurück ins Zimmer. Darwin kann sich nicht wehren, er ist ja gerade einmal 13 Jahre alt. In seinen Augen steht die pure Panik und er weiß instinktiv, dass es hier um Leben und Tod geht. Auch Carla begreift das sofort. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als zu tun, was Thomas ihr sagt. Er befiehlt ihr, den älteren Sohn und dessen Freundin zu wecken, sie mit Kabelbindern zu fesseln und zu knebeln und dann zu ihm zurückzukommen. Als Thomas sicher gehen kann, dass von Dion und Simona keine Gefahr ausgeht, schickt er Carla zum Geldabheben. Vorher macht er aber ein Foto von ihr und tut so, als würde er das einem Komplizen zuschicken. Er macht Carla klar, dass sie bei jedem ihrer Schritte überwacht wird. Sollte sie nicht mit dem Geld zurückkehren, würde sie ihre Kinder nie wiedersehen. Carla weiß nicht, dass Thomas ganz allein ist. Sie hat solche Angst um die Kinder, dass sie tut, was Thomas ihr aufgetragen hat. Sie hebt das Geld ab, ohne jemanden zu alarmieren und kehrt zurück nach Hause. Auch sie wird daraufhin von Thomas gefesselt und geknebelt. Und Achtung, jetzt wird es richtig schlimm. Thomas vergeht sich nun mehrfach an dem 13-jährigen Darwin. Vor den Augen seiner Mutter. Er hat dafür extra Sexspielzeug mitgebracht und filmt die Vergewaltigung mit seinem Handy. Thomas hatte Darwin schon länger im Visier. Da sie beide in derselben Nachbarschaft wohnen, sind sie sich immer mal wieder zufällig begegnet. Wobei Thomas diese Zufälle bewusst herbeigeführt hat. Im Anschluss fesselt und knebelt Thomas den Jungen und schneidet allen vier Geiseln die Kehle durch. Dion, der Älteste, stirbt als Erster, da er sich von seinen Fesseln hatte lösen können. Dann schüttet Thomas Brandbeschleuniger auf die Leichen, zündet sie an und verlässt ungesehen das Haus. Das Messer wickelt er in Geschenkpapier ein und entsorgt es unmittelbar nach der Tat. Er wirft es in einen öffentlichen Abfalleimer in Aarau, also dort, wo er knapp fünf Monate später auch verhaftet wird. Die Filmaufnahmen überspielt Thomas noch am selben Tag auf seinen Laptop. Kurz nach der Tat kommen Karlas Eltern vorbei, um schon einmal Weihnachtsgeschenke für das Anstehende festzubringen. Sie sehen den Rauch, der aus dem Haus aufsteigt und rufen die Feuerwehr. Thomas' Aussage stimmt nicht in allen Details mit den Spuren überein. Aber sie beweist das, was die Ermittler bisher nur vermutet haben. Sie gibt Antworten auf viele Fragen und bestätigt die schlimmsten Vermutungen. Einen Tag nach der Festnahme, am 13. Mai 2016, lädt die Aargauer Staatsanwaltschaft und die Kantonpolizei überraschend zu einer Pressekonferenz ein. Sie informieren die Menschen in Rupperswil über die neuesten Entwicklungen. Der Mörder wurde verhaftet und stellt ab sofort keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit dar, sagen sie. Sie erklären auch, dass sie davon ausgehen, dass Thomas weitere Verbrechen geplant habe. Sie zeigen Bilder von einem Rucksack, den man bei ihm zu Hause gefunden habe. Darin befinden sich vorbereitete Kabelbinder, Stricke, Klebeband und eine alte Armeepistole. Er soll mindestens zwei weitere Taten dieser Art geplant haben. Wie sein Suchverlauf zeigt, hat Thomas im Internet nach neun Jungen gesucht, die ihm gefallen. Er hat ein Notizbuch geführt, in dem er Bilder und Daten über die Jungen gesammelt hat, alle im Alter von elf bis 15 Jahren. Er hat ihre Familien ausgespäht, seinen Rucksack vorbereitet und ist in die Wohnorte der Kinder gefahren. Am Tag vor seiner Verhaftung hat Thomas vor dem Haus seines nächsten Opfers gestanden und die Familie in ihrem Alltag beobachtet. Ohne zu ahnen, dass er dabei selbst von der Polizei observiert wird. Mit dabei hatte Thomas seinen Rucksack mitsamt all seinen Mordutensilien darin. Die Blutspritzer der ersten Tat hatte er mit einem schwarzen Stift auf dem Stoff übermalt. Die Polizei hat ihn festgenommen, bevor er seinen Plan in die Tat umsetzen konnte. Auf der Pressekonferenz geben die Behörden auch den Namen des mutmaßlichen Täters bekannt. Und zu ihrem großen Entsetzen müssen einige Menschen in Ruperswil feststellen, dass sie Thomas kennen. Denn Thomas war viele Jahre lang als Fußballtrainer im lokalen Fußballverein tätig. Er hat dort ausgerechnet die Juniorenmannschaft trainiert. Es gibt keine Hinweise darauf, dass es innerhalb des Fußballvereins zu sexuellen Übergriffen gekommen ist. Doch der Gedanke daran lässt sich nicht vermeiden. Thomas ist zum Zeitpunkt der Tat 33 Jahre alt. In Rupperswil aufgewachsen und lebt ein paar hundert Meter vom Tatort entfernt, gemeinsam mit seiner Mutter. Sein Vater ist ein paar Jahre zuvor gestorben. Thomas ist eingeschriebener Student, doch wirklich gut läuft's an der Uni nicht. Eigentlich wollte er Jura studieren, musste jedoch abbrechen. Er wollte dann zur Medizin wechseln. Einen Job hat er nicht und auch der Polizei ist er vor der Tat nicht bekannt gewesen. Er hat also keine Vorstrafen. Das Auffälligste an ihm ist eigentlich seine Unauffälligkeit. In der SRF-Doku erzählt Georg später, wie es für ihn war, Thomas zum ersten Mal zu sehen. Er sagt, dass er sehr erschrocken gewesen sei, dass Thomas so normal aussehe. Keineswegs wie jemand, dem man nachts nicht an dunklen Gassen begegnen wolle. Eine Prozessbeobachterin wird später sagen, dass Thomas aussehe wie ein Vorzeigeschwiegersohn. Ansonsten ist nicht viel über ihn bekannt. Vermutlich liegt der Grund darin, dass seine Persönlichkeit geschützt werden soll, um ihm nicht vorab schon die Möglichkeit einer erfolgreichen Rehabilitation zu verbauen, sollte er jemals wieder aus dem Gefängnis freikommen. Womit wir beim Thema wären. Während Thomas auf seinen Prozess wartet, wird er rund um die Uhr überwacht. Die Polizei will sicher gehen, dass er kein Suizid begeht, um seiner Strafe zu entkommen. Fünf Monate lang geht das so. Und als man sich sicher sein kann, dass er keine Pläne hat, sich das Leben zu nehmen, wird die Überwachung eingestellt. Am 7. September 2017, 16 Monate nach seiner Verhaftung, erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Thomas in mehreren Punkten. Mehrfacher Mord, mehrfache räuberische Erpressung, mehrfache Geiselnahme, mehrfache sexuelle Handlungen mit einem Kind, mehrfache sexuelle Nötigung, Brandstiftung sowie mehrfache strafbare Vorbereitungshandlungen. Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Angeklagten zudem der mehrfachen Pornografie, da die Untersuchungsbehörden auf seinem Laptop umfangreiches kinderpornografisches Material gefunden haben, also nicht nur die Videos, die er selbst von seiner Tat gedreht hat. Die Komplexität dieser Anklage ist vermutlich auch der Grund, warum es ganze 16 Monate mit der Erhebung gedauert hat. Denn eine Anklage wird in der Regel erst erhoben, wenn die Strafverfolgungsbehörden die Ermittlungen weitestgehend abgeschlossen haben und überzeugt sind, den Fall sicher vor Gericht beweisen zu können. Zum Zeitpunkt der Anklage ist Thomas mittlerweile 34 Jahre alt. Ein halbes Jahr später, am 13. März 2018, beginnt der Prozess, der von der Öffentlichkeit natürlich mit großem Interesse verfolgt wird. Es sind vier Verhandlungstage geplant, an denen alle Anwesenden das Grauen in all seinen Details noch einmal durchleben müssen. Thomas' Verteidigung übernimmt eine Pflichtverteidigerin. Es sind vier wirklich schwere, hochemotionale Tage für alle Beteiligten. Die Pflichtverteidigerin hat wahrlich keinen leichten Job. Thomas ist geständig und dennoch muss sie versuchen, ein möglichst mildes Strafmaß für ihn herauszuholen. Es geht also nicht um die Frage, ob Thomas für seine Taten ins Gefängnis muss, sondern eher wie lange. Denn eine lebenslange Haftstrafe bedeutet ja nicht, dass die verurteilte Person auch für den Rest ihres Lebens hinter Gittern bleiben wird. Lebenslang bedeutet im Schweizer Strafrecht, dass die Person nach 15 Jahren einen Anspruch darauf hat, dass geprüft wird, ob sie frühzeitig aus der Haft entlassen werden kann. Bei guter Führung zum Beispiel und wenn festgestellt werden kann, dass sie keine Gefahr mehr für das Allgemeinwohl darstellt. Deshalb ist es in diesem Fall aus Sicht der Anklage sehr wichtig, dass nicht nur eine lebenslange Strafe, sondern auch eine Verwahrung ausgesprochen wird. Eine Verwahrung ist so etwas wie ein zusätzlicher Sicherheitsaspekt. Der macht es weniger wahrscheinlich, dass man zu dem Schluss kommt, die Person nach 15 Jahren zu entlassen. Sie schließt sich nahtlos an die lebenslange Haftstrafe an. Es gibt in der Schweiz eine ordentliche und eine lebenslange Verwahrung. Die ordentliche Verwahrung wird dann angeordnet, wenn erwartet werden muss, dass der Täter erneut schwere Straftaten begehen würde. Die Verwahrung kann auf eine unbegrenzte Zeit gestreckt werden. Eine Entlassung ist nur dann möglich, wenn ein psychologisches Gutachten belegt, dass die Person keine Gefahr mehr darstellt. Die ordentliche Verwahrung wird in der Praxis regelmäßig überprüft, ist also je nach Fall theoretisch aufhebbar. Anders sieht es bei der lebenslangen Verwahrung aus. Mit diesem Strafmaß hat die verurteilte Person nie wieder für den Rest ihres Lebens eine Chance auf Freilassung. Kritische Stimmen behaupten allerdings, dass eine lebenslange Verwahrung ohne Aussicht auf Entlassung menschenrechtswidrig sei. Damit steht die Schweizer Justiz vor einer großen Herausforderung. Was vielleicht auch der Grund ist, warum die lebenslange Verwahrung bisher nur einmal rechtskräftig in der Schweizer Rechtsgeschichte ausgesprochen wurde, bei einem Sexualmörder, der zum dritten Mal rückfällig geworden ist. Zwei Gutachter hatten bestätigt, dass er untherapierbar sei. Wie sieht es also nun bei Thomas aus? Das ist die große Frage. Wird er in Verwahrung geschickt? Und wenn ja, in welcher Form? Thomas' Verteidigerin versucht, ihn vor der Verwahrung zu bewahren, allerdings auf eine Art, die starke Kritik hervorruft. Sie versucht, in ihrem Plädoyer einen Teil der Schuld auf die Opfer abzuwälzen. Sie betont, dass Carla sich doch hätte wehren und Hilfe holen können. Sie sagt, Carla hätte sich nicht so verhalten müssen, wie sie es getan hat. Eine Aussage, die der Richter später als bizarr und grotesk bezeichnen wird. Und das völlig zu Recht. Die Pflichtverteidigerin versucht, das Bild eines Mannes zu zeichnen, der aus dem Gleichgewicht geraten sei. Und während seines Verbrechens immer wieder gehofft habe, er könne die Tat abbrechen. Wir machen es kurz. Sie hat damit keinen Erfolg. Die Beweise und die Argumentation der Anklage sind stichhaltig und solide. Der Fall ist klar. Eigentlich sogar glasklar. Die große Frage ist nur, ob Thomas als therapierbar eingestuft wird oder nicht. Davon hängt ab, ob er verwahrt wird oder nicht. Um auf diese Frage eine Antwort zu finden, haben zwei forensische Psychiater in den letzten Monaten psychologische Gutachten über Thomas angefertigt. So ein Gutachten erstellt man allerdings nicht mal eben so über Nacht, wie einer der Psychiater in einem Zeitungsinterview erklärt. Wenn eine Person nicht vorbestraft war, kann man nirgends anknüpfen, erklärt er. Man müsse also bei Null anfangen und den ganzen Lebenslauf zusammen rekonstruieren, damit einem sicher nichts entgeht. Auch das ist ein Grund, warum es so lange mit der Anklage gedauert hat. Also, für eine lebenslange Verwahrung müssen zwei unabhängige Gutachten zu dem Schluss kommen, dass Thomas untherapierbar ist. In den beiden Gutachten werden ihm eine narzisstische und eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, ebenso wie Pädophilie. Allerdings schreiben beide Gutachter auch, dass bei Thomas in Zukunft durchaus mit einem Therapieerfolg zu rechnen sein kann. Das bedeutet, eine lebenslange Verwahrung, wie die Staatsanwaltschaft sie gefordert hat, ist ausgeschlossen. Das fünfköpfige Gericht entscheidet sich daher für das rechtlich höchstmögliche Strafmaß. Thomas wird zu lebenslanger Haft mit anschließender, ordentlicher Verwahrung verurteilt. Zudem muss er mehr als eine Million Franken zahlen, also bisschen mehr als eine Million Euro. Das Gericht betont, dass Thomas eindeutige Tendenzen gezeigt habe, erneut straffällig und somit zu einem Serientäter zu werden. Er habe primitiv, kaltblütig, skrupellos und grausam gehandelt. Er habe seine Opfer regelrecht geschächtet, so der Richter. Vor und nach der Tat habe Thomas zudem eine enorme Kälte gezeigt, was man auch an dem Urteil sehen kann, das Thomas reglos entgegengenommen hat. Sein Motiv sei in erster Linie sexueller Natur gewesen. Das beschreibt Thomas sogar selbst so vor Gericht. Er sagt, ich zitiere, Das Sexuelle hat dominiert. Am Anfang war der Gedanke ans Geld. Das Sexuelle hat dann diesen Gedanken am Leben erhalten. Er habe seiner Mutter nicht eingestehen wollen, dass er in seinem Studium gescheitert sei und unter Geldproblemen leide. Deshalb habe er einen Überfall geplant, bei dem er rund 30.000 Franken zu erbeuten hoffte, erklärt er vor Gericht. Doch nicht alle sind mit dem Urteil bzw. den beiden psychiatrischen Gutachten zufrieden. Der ehemalige Chefarzt des Psychiatrisch-Psychologischen Dienstes des Kantons Zürich erklärt in einem Zeitungsinterview, dass man mit dem psychiatrischen Diagnosesystem zwar eine Aussage über eine Krankheit machen könne, aber nicht über die Gefährlichkeit des Täters. Dafür müsse man nach Eigenschaften beim Täter suchen, die ein Risiko darstellen. Mit Thomas diagnostizierter Persönlichkeitsstörungen und der Pädophilie könne man zwar den sexuellen Missbrauch erklären, aber nicht den vierfachen Mord, sagt er. Wenn man also nicht weiß, warum jemand eine Tat begangen hat, dann wisse man auch nicht, was sich ändern müsste, damit das Risiko für einen Rückfall sinkt. Deshalb kommt der Chefarzt zu dem Schluss, dass man nicht mit Sicherheit sagen könne, dass er therapierbar sei. Da Thomas Diagnosen nicht erklären können, warum er vier Menschen getötet hat, hätte das Gutachten in den Augen des Chefarztes zu dem Schluss kommen müssen, dass über seine Therapie und Untherapierbarkeit keine Aussage getroffen werden könne. Es bleibt also spannend, ob Thomas jemals wieder freikommen oder den Rest seines Lebens in Verwahrung bleiben wird. Seit seiner Verurteilung versucht er, auf juristischem Wege eine Therapie zu erzwingen. Es ist der einzige Weg für ihn zu beweisen, dass er irgendwann keine Gefahr mehr für die Bevölkerung darstellt. Ab 2031 soll seine Verwahrung in Kraft treten. Das Thema rund um Thomas' Therapierbarkeit ist nach wie vor sehr umstritten. Viele Experten sind überzeugt, dass in diesem Bereich wohl eher keine Wunder passieren. Ein Psychiater betont, man könne zwar die Gewohnheiten eines Menschen verändern, nicht aber seine irregeleiteten Sexual- und Gewaltveranlagungen heilen. Auch die Behörden zweifeln an seiner Therapierbarkeit und betonen, dass der Schutz der Bevölkerung oberste Priorität hat. Die Schweizer Öffentlichkeit beobachtet auf jeden Fall sehr genau, wie es mit Thomas im Gefängnis weitergeht. Der Vierfachmord von Rupperswil gilt als eines der grausamsten Verbrechen der Schweizer Kriminalgeschichte, das eine der größten Fahndungsaktionen der Schweiz zufolge hatte. Man wird sich sehr gut überlegen, ob man diesem Mann jemals wieder eine Chance auf Freiheit gewähren wird. Die ausgeschriebene Belohnung von 100.000 Franken wird nach Beschluss des Aargauer Regierungsrats den ermittelnden Polizeibeamten ausgezahlt. So viele Menschen haben alles getan, um den Mörder zu schnappen. Und auch wenn wir nicht genau wissen, wie sie es angestellt haben, so konnten sie durch ihre exzellente Arbeit sehr wahrscheinlich weitere Leben retten. Der Fernsehbeitrag für die Sendung Aktenzeichen XY ungelöst wurde übrigens nie ausgestrahlt, da der Fall vor dem vereinbarten Sendetermin gelöst werden konnte. In seinem Buch erinnert Georg daran, dass zwar immer viel über den Mörder und seine Taten berichtet wird, aber wenig über das stille Leid der Angehörigen. Über Carlas Eltern und ihren Bruder, über den leiblichen Vater von Dion und Darwin, über Georg und seine beiden leiblichen Söhne sowie seine Ex-Frau, über Simonas Angehörige und alle Freunde, Kollegen und Nachbarn. Dieser Fall hat viele Menschen schwer getroffen. Auch all diejenigen, die beruflich damit zu tun hatten. Die Feuerwehrleute, die die Leichen entdeckt haben. Die Menschen aus der Strafverfolgung, die sich die Videos ansehen mussten, die Thomas von der Vergewaltigung gedreht hat. Karlas Eltern haben nach dem Tod ihrer Tochter und Enkel nicht mehr ins Leben zurückgefunden. Sie haben kaum mehr ihre Wohnung verlassen und sind in den Jahren nach der Tat beide verstorben. Erst die Mutter, dann der Vater. In den Jahren nach der Tat hatte Georg lange das Gefühl, dass es schade sei, dass er nicht die vierte Person gewesen ist, die ermordet wurde. Das hat sich im Laufe der Zeit aber geändert. Vor allem, weil ihm klar geworden ist, dass es auch noch andere Menschen gibt, die ihn lieben und brauchen. Seine zwei leiblichen Söhne zum Beispiel oder auch seine Eltern. Heute geht es Georg nach eigener Aussage wieder einigermaßen gut. Die schlimmen Bilder verblassen und stattdessen kommen die Erinnerung daran, wie gut sie es hatten als kleine Familie. Und das ist, was bleibt. Also bevor wir in die Diskussion einsteigen, auf jeden Fall erstmal vielen lieben Dank an Luana. Du hattest uns den Fall vorgeschlagen über E-Mail. Und an der Stelle auch schon mal vielen lieben Dank an alle Leute, die sich die Folge bis hierhin gegeben haben, trotz dessen, wie sich meine Stimme anhört. Ich finde, dieser Fall ist wirklich nicht, also gefühlt nicht an Grausamkeit zu überbieten. Selbst nach so vielen True-Crime-Fällen, die wir hier schon besprochen haben, hat mich das ja echt nochmal einfach überrascht, was Menschen sich gegenseitig antun können. Ja und mir geht auch diese Szene nicht aus dem Kopf, wie das gewesen sein muss, sodass der vermeintliche Schulpsychologe an die Tür klingelt und, ich kann das auch nachvollziehen, dass wenn du das so hörst, Mobbingvorfall, Suizid, dass du diese Person dann auch erstmal reinlässt, weil so ein Psychologe, das ist ja auch eine angesehene Person und ich kann mir auch vorstellen, dass Carla erstmal überrumpelt davon war und gar nichts wusste. Klar, die Situation gab es ja auch nicht. Und diese Person reinlässt und plötzlich überwältigt die dich und zwingt dich auch noch. Das Haus zu verlassen und Geld zu holen, also auch dieser Moment, sie fährt zu zwei Banken und da sind Leute, die ihr theoretisch helfen können, aber sie denkt, sie wird überwacht, obwohl das gar nicht der Fall war. Das muss so, so schlimm gewesen sein und ich kann mich gar nicht in sie reinfühlen, weil ich das an Absurdität und auch Grausamkeit einfach unfassbar finde und das wahre Grauen kam dann ja erst zu Hause. Also, boah, das ist wieder so ein Fall, der mir auch nicht aus dem Kopf geht, wie du sagst, alles ist schlimm, alles ist furchtbar, aber irgendwie ist das jetzt nochmal so eine Geschichte, die mich die letzten Tage auch nicht losgelassen hat und wahrscheinlich auch nicht so schnell wird, weil, du ein ganz normales Familien-Idyll hast, was so von einer Sekunde auf die nächste zerstört wird und das ist wirklich, boah, das ist schon hart. Auf jeden Fall. Also es gibt, wie du schon sagst, immer wieder so Fälle, die einem einfach länger im Kopf bleiben. Und ich meine, ihr da draußen, ihr fragt uns ja auch immer mal wieder so, ey, was sind so die krassesten Fälle, an die ihr euch erinnern werdet? Und ich glaube, in Zukunft werde ich auch den hier mit aufzählen. Ich finde es auch, da kann man natürlich jetzt auch sehr viel darüber diskutieren, aber diese Verwahrung, diese beiden Arten der Verwahrungen, ich finde das ist ein sehr, sehr interessantes Konzept. Ich meine, die beiden Psychologen werden ihre Arbeit richtig gemacht haben, aber diese lebenslange Verwahrung hätte ich in dem Fall sogar eher für richtig gesehen gehabt. Jetzt kann man da aber auch rechtlich natürlich sehr viel drüber streiten, ob das nicht auch menschenrechtswidrig ist, weil es ja auch immer noch so eine Möglichkeit geben muss, zurückzukommen. Und vielleicht müsste es, damit diese zweite Art der Verwahrung, sagen wir mal weniger problematisch ist, nochmal etwas angepasst werden, dass es, sagen wir, irgendwie eine, ich weiß nicht, was in der Schweiz ist, die haben auch einen Präsidenten, oder? Dass es dann vom Präsidenten beispielsweise so eine Begnadigung gibt oder so, dass es dann so diese Ultima Ratio gibt, dass man vielleicht doch nochmal da raus kann. Aber ansonsten, er hat weitere Fälle schon geplant, Er hat schon weitere Vorbereitungsmaßnahmen getroffen. Ich finde, er hätte das auf jeden Fall auch verdient. Ich weiß, das ist ein ultra schwieriges Thema auch. Ich weiß nicht, wie siehst du das? Ich sehe es ganz genauso. Meine Meinung ist da sehr klar und vielleicht sehr hart für einige. Aber meines Erachtens darf der nicht mehr freikommen. Genau aus den Gründen, die du gesagt hast. Er hat nicht nur dieser Familie unfassbares Leid angetan. Es war geplant. Er ist dem Sohn ja schon länger gefolgt. Und nicht, dass man einzelne Gewaltverbrechen gegeneinander aufwerten kann, aber dass er das Kind auch noch vor den Augen seiner Mutter vergewaltigt hat und dann alle ermordet hat, die da waren, plus weitere Planung hatte, anderen Familien das Gleiche anzutun. Ich weiß, es ist eine harte Meinung, aber da bin ich sehr klar in dem, was ich davon halte. Definitiv. Ich will auch überhaupt gar nicht in Georgs Haut stecken zu der Zeit, was er sich für Vorwürfe gemacht haben muss, weil man hat ja dann trotzdem so dieses ... Diesen Beschützerinstinkt, dass er dann halt sehr wahrscheinlich auch gedacht haben muss, ich hätte da sein müssen in dem Moment. Aber das sind dann Vorwürfe, die muss man einfach ausschließen aus dem Kopf, weil man daran einfach kaputt geht. Deswegen war es jetzt auch nochmal am Ende, trotz der Härte des Falles, schön zu hören, dass er selbst auch nochmal da eine andere Perspektive auf diesen ganzen Fall hat, dass er immer noch weiß, dass es Leute gibt, die ihn brauchen, die ihn lieben, die er liebt und. Wir können nur die Menschen im Kopf behalten und über sie weiter sprechen. Und ich würde sagen, damit steigen wir in die Personalakte ein. Ich bin nämlich sehr, sehr hyped, um echt zu sein, auf das, was du uns jetzt gleich erzählen wirst. Ich freue mich da schon sehr drauf. Ja, Personalakte heißt immer harter Cut, aber manchmal braucht man das ja. Ich habe euch ja am Anfang schon angeteast, dass es eine neue Staffel Wild Crimes gibt. Das ist ja ein Podcast, den ich jetzt schon in der vierten Staffel zusammen mit der ARD machen kann. Und das Thema ist euch bestimmt allen bekannt, weil das gerade Anfang des Jahres sehr, sehr präsent war in den Medien, denn es geht um Buckelwahl Timmy. Timmy, die Hoffnung stirbt zuletzt. Das ist das Thema der neuen Staffel und da geht es ja um den kranken Buckelwald, der Anfang des Jahres 2026 immer mal wieder in der Ostsee gestrandet ist. Der lag ja lange vor Wismar und der Insel Pöhl und vielleicht wisst ihr das, das ist meine Heimat. Genau da bin ich aufgewachsen, da habe ich ganz viel Zeit verbracht und tue das immer noch. Und es ging ja darum, dass, ja, wenn niemand etwas unternommen hätte, dann wäre der Wal einfach dort gestorben, wo er gestrandet wäre. Und die große Frage, die wir im Podcast beantworten wollen, ist, ob man denn in die Natur eingreifen darf und soll, um ihn zu retten, oder ob man der Natur eben ihren freien Lauf lässt. Was ist die richtige Entscheidung? Darum geht es in der vierten Staffel Wild Crimes, Timmy, die Hoffnung stirbt zuletzt. Und vielleicht sagen jetzt einige, ey, boah, ich bin gar nicht so der größte Wahl-Fan, interessiert mich gar nicht. Ganz ehrlich, war ich auch nicht. Aber ich finde es so krass spannend, wie sich die Menschen dahinter plötzlich verhalten und teilweise auch ein bisschen durchdrehen, ehrlich gesagt. Wir haben so die Experten, die eine ganz klare Empfehlung haben und die sogenannten Experten, irgendwelche Leute aus der Bevölkerung, die plötzlich meinen, irgendwie Wahlflüsterer zu sein und die alle Hebel in Bewegung setzen, damit der Wahl freikommt. Und das ist halt ein schmaler Grad zwischen Mitgefühl natürlich für so ein Tier, das leidet und Kontrollverlust. Und genau dieses Zusammenspiel finde ich persönlich sehr, sehr spannend und das beleuchten wir im Podcast. Ihr könnt ab heute alle Folgen schon in ARD Sounds hören oder jede Woche eine neue Folge auf Spotify, auf Apple, wo auch immer ihr Podcast hört. Und ihr findet den Link nochmal in den Shownotes. Finde ich auch sehr, sehr geil, dass sie anbieten, dass man alles auf einmal hören kann. Aber ja, weil Timmy war wirklich ein absoluter Fiebertraum. Deswegen bin ich da sehr, sehr gespannt auch. Freue ich mich auch sehr, da reinzuhören. Ich würde mich freuen, wenn ihr da mal reinhört und mir Feedback gebt. Und Patrick, was mich aber auch freuen würde, ist, wenn du uns allen jetzt hier noch ein bisschen aus deinem Urlaub erzählst. Erstmal, wo ging es hin für alle die, die es auf Instagram nicht mitbekommen haben? Ja, genau, genau. Wir haben es ja auf Instagram auch schon im Wochenrückblick teilweise gepostet. Da kommt diese Woche bestimmt auch noch ein bisschen was, weil da noch nicht alles drin gelandet ist. Aber es ging nach Italien an die Amalfi-Küste, auch wenn ich mir nicht zu 100 Prozent sicher bin, dass Sorrento, wo ich da gewesen bin, zu 100% zur Amalfi-Küste gehört. Weil eigentlich ja sowas wie Positano eher dazu gehört, was wirklich wunderschön ist, wo wir auch waren. Auch auf dem Vesuv. Wo ich ehrlich gesagt erwartet habe, dass da drin Lava zu sehen ist. Habe ich nichts gesehen, war ich ein bisschen enttäuscht. Nichtsdestotrotz war das da fast Speedrun Amalfi-Küste. Das Einzige, was wir nicht ausgecheckt haben, war Capri. Da hatten wir, also wir waren nur eine knappe Woche da und wollten so einen Tag chillen, einen Tag was Aktives machen und dann haben wir auf einmal gemerkt, die Rechnung geht überhaupt gar nicht auf. Hier gibt es so viel zu sehen, so viel zu machen. Wir können gar nicht jeden Tag chillen. Und ihr hört es, es hat mich nicht im Urlaub erwischt, sondern es hat mich dann nach dem Urlaub erwischt, wirklich einen Tag nach dem Urlaub. Ich bin wieder zu Hause. Und meine Stimme verlißt mich jeden Tag ein bisschen näher. Aber gut, es war ein wunderschöner Urlaub auf jeden Fall. Ja, deine Eindrücke waren auf jeden Fall so schön. Die könnt ihr auch noch mal nachgucken auf Instagram. Die hat Patrick im letzten Weekly Recap gezeigt. Also wirklich so ein traumhaftes Stückchen Erde. Ich möchte auf jeden Fall jetzt auch hin. Da war ich noch nicht. Bei Positano denkt man sich wirklich, dass da irgendjemand einen Instagram-Filter drüber gezogen hat, weil es sieht einfach wirklich wunderschön aus. Aber es sind auch sehr, sehr viele Menschen und ultra teuer. Aber gut, ich kann es trotzdem sehr empfehlen, da mal zu sein. Und ansonsten, wenn ihr die Folge hier hört, wird bei mir jetzt nur noch morgen, glaube ich, Geburtstag gefeiert. Ich hoffe, dass ich bis dahin wieder ein bisschen gesundet bin. Schauen wir mal, kann ich euch dann in der nächsten Folge erzählen? Ja, gratuliert bitte alle, Patrick, am 1. Juli, der Geburtstag. Da freut er sich. Ja, und steht bei dir ansonsten noch jetzt die Woche, wo die Folge rauskommt, was Besonderes an? Nee, und darüber bin ich sehr glücklich, denn es wird mal eine Woche fast ohne Pläne und die ist wirklich dringend nötig, weil ich die letzten Wochen nur unterwegs war mit München, Wild Crimes, in Rom war ich noch, dann in Köln für Edelcrime. Also ich freue mich, dass ich jetzt einfach mal ein bisschen chillen kann. Und die kleine Nala ist zu Besuch. Das heißt, hier wird ganz viel mit dem Hund gekuschelt und spazieren gegangen. Aber ansonsten keine Pläne. Seid ihr absolut gegönnt. Enjoy. Und damit würde ich sagen, schonen wir jetzt Patricks Stimme, damit wir bald eine neue Folge Schwarze Akte für euch aufnehmen können, die ihr dann wiederum an meinem Geburtstag hören könnt. Denn eine Woche nach Patrick, hab auch ich Geburtstag. Aber ja, bis dahin ist noch ein bisschen Zeit. Wir freuen uns, wenn ihr dann wieder zuhört auf eurer Lieblings-Podcast-Plattform. Bis dann. Wir sind eure Hosts Anne Luckmann und Patrick Strohbusch. Redaktion Silber-Hanekamp und wir. Schnitt Anne Luckmann. Produktion Nadine Lenfer-Unterweger und Lea Backes. Die schwarze Akte ist eine Produktion der Julep Studios. Besonderer Dank geht an Falco Schulte.