Latest / Gegen den Strom / Rasende Zerstörung – Wie uns Medien und Lohnschreiber in Kriege treiben
Transcript
- 0:00Rasende Zerstörung, wie uns Medien und Lohnschreiber in
- 0:05Kriege gegen den Strom zur Sache unter
- 0:21Feuer am 28. September 2022 wird unser Hotel
- 0:27in Donezk beschossen. Eine Artilleriegranate fliegt
- 0:32knapp an meinem Zimmer im 5. Stock vorbei.
- 0:35Sie verfehlt das Park Inn um wenige Meter und schlägt auf dem
- 0:40Parkplatz ein. Die Druckwelle fegt durch die
- 0:43Eingangshalle, Tresen, Mobiliar, Lampen, alles Zerberstet, ein
- 0:49Pfosten rettet der jungen Frau am Empfang das Leben.
- 0:54Gerade hatten wir das Hotel verlassen, nur durch Zufall
- 0:57entgehen wir dem Tod. Was hat das mit der
- 1:00Kriegstreiberei, der Propaganda, Medien zu tun?
- 1:05Ich will versuchen, das einmal zu erklären, mich interessiert,
- 1:09wo liegen die gesellschaftlichen Triebkräfte der Propaganda,
- 1:13Medien und ihrer Kampagnen, die Überlegungen zur Orchestrierung
- 1:17von Propaganda, Kampagnen konzentriere ich auf 4 Bereiche,
- 1:22erstens auf redaktionelle Entscheidungsprozesse, zweitens.
- 1:28Auf persönliche Prädispositionen, drittens auf
- 1:32die Affekt Ökonomie des digitalen Kapitalismus und
- 1:36viertens auf den Bereich politischer Propaganda.
- 1:41Es war die Zeit der Referenden im Donbass, Lars Wienand von T.
- 1:47Online stellt mich als Wahlbeobachter hin, obwohl ein
- 1:51klares Dementi vorlag, seine einzige Quelle sind russische
- 1:56Medien im Netz. Das Internet aber ist ein
- 2:00Filter, der aussieht wie ein Fenster.
- 2:04Man findet dort nur, was andere nach ihren Interessen
- 2:09hochgeladen haben, also wäre eine zweite Quelle außerhalb der
- 2:13digitalen in der realen Welt zwingend gewesen.
- 2:17Ein Anruf bei der zuständigen Zivilkammer der Russischen
- 2:20Föderation oder ein Blick auf deren Website hätte genügt, um
- 2:25festzustellen, dass. Dass ich kein Wahlbeobachter
- 2:28gewesen sein kann. Die Prüfung des Was und wie
- 2:33wurde unterlassen das 2 Quellen Prinzip missachtet die Frage,
- 2:39warum die von Wienand sogenannten Scheinreferenden
- 2:42gerade so ausfallen und nicht anders wird gar nicht erst
- 2:46gestellt. Von den Konflikten in der
- 2:49Ostukraine, der Geschichte der Region, ihrer Kultur, den
- 2:53Ursachen des Krieges hat Lars Wienand keine Ahnung.
- 2:58Und es interessiert ihn auch nicht, auch wenn die
- 3:02Durchführung der Referenten internationalen Standards einer
- 3:05freien und geheimen Wahl nicht entsprochen hat, so bilden sie
- 3:10doch die Stimmung in der Bevölkerung ab.
- 3:12Denn der Donbass wird seit 2014 von der ukrainischen Armee
- 3:17beschossen. Nach Angaben der Vereinten
- 3:20Nationen gab es mehr als 14000 Tote, ein großer Teil davon
- 3:25Zivilisten. Inoffiziellen Angaben zufolge
- 3:28beläuft sich die Zahl der Todesopfer auf mehr als 50000
- 3:33der Grundsatz et audiator Alterapars wurde nicht befolgt
- 3:38Hintergrundinformationen. Wurden gar nicht erst
- 3:42herangezogen. Handwerkliche Standards wurden
- 3:45missachtet, eine Realitätsprobe fand nicht statt.
- 3:49Das zeigt exemplarisch, wie ungebildete Journalisten ihr
- 3:55Publikum verblöden, aber damit nicht genug, andere Medien wie
- 4:00Spiegel online, die taz. Und das NDR Medienmagazin Zapp
- 4:05schreiben die Meldung von t. Online ab, ohne die
- 4:09Eingangsinformation zu prüfen. Im Journalismus nennt man das
- 4:13Verletzung der Sorgfaltspflicht das ganze Vorgehen zeigt, es
- 4:19geht nicht um Faktentreue, sondern um einen
- 4:22Empörungsimpuls, der auf der Basis des herrschenden
- 4:26Meinungsklimas Aufmerksamkeit binden soll.
- 4:30Der britische Soziologe Colin Crouch hat geschrieben,
- 4:35nachprüfbare Fakten spielen keine Rolle.
- 4:38Wir leben im postfaktischen Zeitalter.
- 4:43Redaktionelle Entscheidungen ein Blick in die Blackbox
- 4:48journalistische Entscheidungen fallen in Redaktionen, damit
- 4:53findet auch das strategische Framing in Redaktionen statt.
- 4:57Den Alltag prägen Zeitdruck, Personalnot, Redaktionelles
- 5:02Meinungsklima, Klickdruck, die Richtlinienkompetenz der
- 5:07Verleger oder Chefredakteure und prekäre
- 5:11Beschäftigungsverhältnisse. Die meisten Redaktionen
- 5:14funktionieren nur, weil eine Heerschar von freien
- 5:18Mitarbeitern die Arbeit am Laufen hält.
- 5:21Diese freien möchten auch morgen und übermorgen noch Aufträge
- 5:25erhalten. Deshalb entwickeln sie ein
- 5:28feines Sensorium für das, was der Chef haben will.
- 5:33Sie leben schließlich davon, dass ihre Themen gekauft werden.
- 5:38Wer sich in diesem System sperrig und unbotmäßig verhält,
- 5:42wird sich schnell einen anderen Job suchen müssen, er passt
- 5:46nicht zur redaktionellen Linie. In einem solchen redaktionellen
- 5:52Klima fällt es Führungskräften leicht, durch die Erzeugung von
- 5:56Angst vorauseilenden Gehorsam zu erzwingen.
- 6:01Die Auswahlkriterien bei der Rekrutierung, die Milieu
- 6:04Affinität und das System der freien Mitarbeit mit seinen
- 6:08Abhängigkeiten lassen in Redaktionen ein subtiles System
- 6:13vorauseilender Unterwerfung entstehen.
- 6:16Die Mitarbeiter bieten dann ihre Themen schon so an, dass der
- 6:21Spin ins Framing der redaktionellen Linie passt.
- 6:24Oder Sie lassen sich auf der Redaktionskonferenz einfach ein
- 6:28Thema zuwerfen, wie das in der Praxis läuft, zeigt die Genese
- 6:34des Zapp Beitrages von Caroline Schmidt und Lea Stuckmeier der
- 6:38Beitrag legt weiter nah, ich sei ein Wahlbeobachter des Kremls
- 6:42gewesen. Auf eine Prüfung der
- 6:44Eingangsinformation wird natürlich verzichtet.
- 6:47Nun zum Herstellungsprozess bei einer online Personalversammlung
- 6:52am 29 September 2022 forderte der Leiter der Redaktion
- 6:58Panorama, Volker Steinhoff, im Chat dazu auf, sich mein
- 7:02Verhältnis zu Ken Jebsen und mein Auftreten als
- 7:05Wahlbeobachter im Donbass einmal vorzunehmen.
- 7:08Dies ließen sich die Zapp Reporterinnen Caroline Schmidt
- 7:12und Lea Stuckmeier nicht zweimal sagen, denn nun wussten sie,
- 7:17dass ein solcher Beitrag von oben gewünscht wurde.
- 7:21Sie hatten eine Lizenz zur Denunziation unmittelbar nach
- 7:27meiner Rückkehr aus dem Donbass landete ein Einschreibebrief der
- 7:30Personalleiterin des NDR Landesfunkhauses Schleswig
- 7:33Holstein, Gaby Kies, in meinem Briefkasten, darin heißt es.
- 7:39Uns wurde ihre Tätigkeit in der Ukraine anlässlich einer
- 7:42Presseanfrage bekannt. Einen diesbezüglichen
- 7:46Nebentätigkeitsantrag haben wir nicht finden können.
- 7:50Sollten Sie der Ansicht sein, dass es sich nicht um eine
- 7:54genehmigungspflichtige Nebentätigkeit handelt, teilen
- 7:57sie uns ihre Begründung bitte mit.
- 8:01Mein Anwalt antwortete daraufhin der Wahrheit entsprechend, dass
- 8:05keine Nebentätigkeit vorliegt. Bis zu diesem Zeitpunkt hat auf
- 8:10NDR Seite noch immer keine Prüfung der Eingangsinformation
- 8:14stattgefunden. Auch einen Anruf der
- 8:17Personalabteilung habe ich nicht erhalten.
- 8:20Das Verfahren ist recht schlicht, man übernimmt
- 8:23ungeprüft Fake News, um darauf arbeitsrechtliche Vorgänge
- 8:28aufzubauen, in diesem Vorgang liegt nun das Geschäftsmodell
- 8:32der Denunzianten offen zu Tage. Freie Mitarbeiter erledigen
- 8:38unter Missachtung simpler Handwerksregeln und frei von
- 8:41Recherche Auftragsarbeiten für Führungskräfte und verdienen
- 8:46damit ihr Geld. Diese Führungskräfte veranlassen
- 8:50ein strategisches Framing im vorauseilenden Gehorsam aus
- 8:54milieuspezifischer Perspektive oder aus wirtschaftlichem
- 8:58Erfolgsdruck. Politisch geht es darum, den
- 9:02demokratischen Debattenraum zu verengen, Personen auszugrenzen
- 9:07und damit Diskursherrschaft durchzusetzen.
- 9:12Individuelle Prädispositionen die Psychopathologie der
- 9:18Lohnschreiber. Offenbar werden freie
- 9:22Mitarbeiter zu willigen Vollstreckern, weil zu
- 9:25begünstigenden redaktionellen Faktoren auch individuell
- 9:29charakterliche Voraussetzungen kommen.
- 9:32Unabhängig vom Einzelfall sind sie in der journalistischen
- 9:35Berufsgruppe gehäuft anzutreffen, freie Mitarbeit und
- 9:41befristete Verträge bilden die Basis dauerhafter prekärer
- 9:46Beschäftigung. Sie löst Angst und Unsicherheit
- 9:50aus. Diese offene Wunde im Lebens und
- 9:53Arbeitsprozess verlangt nach Heilung.
- 9:57Der Journalismus bietet nun die Möglichkeit, bei der Heilung
- 10:00dieser Wunde selbst im Dunkeln zu bleiben.
- 10:03Die Autoren verstecken sich hinter ihren Themen, in denen
- 10:06sie sich wichtig und bedeutungsvoll Imaginieren.
- 10:10Sie äußern sich Berichtend über andere.
- 10:12Und doch liegt darin etwas von ihnen selbst.
- 10:16Das macht ja gerade die individuelle Charakteristik
- 10:19ihrer Beiträge aus. Die eigene prekäre Lage erfährt
- 10:24eine Entlastung durch die Selbstermächtigung, ein Thema
- 10:28Orchestrieren zu können. Der Journalist kann mit immer
- 10:32neuen Themen herumspielen und bleibt doch selbst nicht
- 10:36auffindbar. Vielleicht kann man es so sagen.
- 10:40Journalisten brauchen das Versteck ihrer Filme und Texte,
- 10:43und doch sind sie zugleich angetrieben von der Lust, sich
- 10:47zu zeigen und auf sich aufmerksam zu machen.
- 10:50Der Text bietet Ihnen Schutz, kaschiert ihre Abgründe.
- 10:55Es gibt kaum einen narzisstischeren Beruf als den,
- 10:59der Journalisten sich entäußern die Welt über das eigene Ich von
- 11:04sich zu überzeugen, wenn auch in Objektivierter versachlichter
- 11:07Form, also in der Verstellung. Journalisten sind Narzissten,
- 11:13die sich nicht direkt anschauen wollen, die nicht direkt in den
- 11:18Spiel blicken können. Sigmund Freud beschreibt in
- 11:23seiner Studie zur narzisstischen Persönlichkeit 2 fundamentale
- 11:28Charakterzüge, nämlich den Größenwahn und die Abwendung des
- 11:33Interesses von der Außenwelt, die der Außenwelt entzogene
- 11:36Libido ist dem ich zugeführt worden.
- 11:41Erst dieser Realitätsverlust ermöglicht die größenwahnsinnige
- 11:46Selbstermächtigung mit Insinuationen von
- 11:49Verschwörungstheorien oder angeblichen Putin Sympathien,
- 11:53den Debattenraum abstecken und andere des Spielfelds verweisen
- 11:57zu wollen. Der narzisstische
- 11:59Sozialcharakter scheint im Journalismus seine zweite Heimat
- 12:04zu finden. Christopher Lash betrachtet den
- 12:08Narzissmus als die kongeniale Krankheit der neoliberalen
- 12:12Epoche und macht so aus einer Persönlichkeitsstörung eine
- 12:17Gesellschaftsstörung. Den neuen Narziss
- 12:21charakterisiert Christopher Lash so.
- 12:26Er verliert die Sicherheit von Gruppenloyalitäten und versteht
- 12:30jeden als Rivalen. Um die Vergünstigungen, die ein
- 12:34paternalistischer Staat zu vergeben hat, einerseits in
- 12:38seinem Verlangen nach Anerkennung und Bewunderung von
- 12:41ungestümem Konkurrenzdenken geprägt, misstraut er dem
- 12:45Wettbewerb doch, weil er ihn unbewusst mit ungezügeltem
- 12:50Zerstörungsdrang assoziiert. Er lobt Zusammenarbeit und
- 12:55Teamwork, während er zugleich tiefsitzende antisoziale Impulse
- 13:00verbirgt. Er predigt Respekt für Regeln
- 13:04und gesetzliche Vorschriften im heimlichen Glauben, dass sie auf
- 13:08ihn selbst gerade nicht zutreffen.
- 13:12Habsüchtig in dem Sinn, dass seine Erwartungen und Ansprüche
- 13:15unermesslich sind, verlangt er nach unverzüglicher Befriedigung
- 13:20seiner Wünsche und lebt in einem Zustand ruhelosen, ewig
- 13:25unbefriedigten Begehrens. Damit ist der narzisstische
- 13:30Sozialcharakter wie geschaffen für die Affirmation bestehender
- 13:34Herrschaftsverhältnisse. Denn die ersehnte Lebidinöse,
- 13:38Befriedigung, Anerkennung und Bewunderung erreicht er nur im
- 13:43Gefüge der Herrschaft. Persönliche Anerkennung und
- 13:46materielle Gratifikation verteilen die jeweils Mächtigen
- 13:52im Apparat, sie lassen damit den narzisstischen Sozialcharakter
- 13:55symbolisch an ihrer Herrschaft teilhaben und promovieren seinen
- 14:00sozialen Status. Wofür er den Realitätsverlust
- 14:04wiederum gerne in Kauf nimmt. Psychoanalytisch betrachtet
- 14:09handelt es sich hier um einen Regress in den ungelösten
- 14:14ödipalen Konflikt, die Emanzipation von den Eltern
- 14:18findet nicht mehr statt, man vertraut Autoritäten
- 14:22grundsätzlich, damit wird der ödipale Konflikt nicht mehr
- 14:26ausgetragen, die Rückkehr. In den Mutterleib wird zur
- 14:31höchsten Form der Freiheit der blockierte ödipale Konflikt ist
- 14:36die seelische Grundlage der antidemokratischen Gesinnung,
- 14:40denn jede Demokratie ist dem Misstrauen gegenüber den
- 14:44Machteliten geschuldet, gründet in der jahrhundertelangen
- 14:48Erfahrung mit dem Machtmissbrauch der Eliten und
- 14:52erfordert die aktive Einhegung von Macht.
- 14:56Wie ein Untoter kehrt damit im narzisstischen Sozialcharakter
- 15:01die autoritäre Persönlichkeit zurück und wird zum Eilfertigen
- 15:05Stützen des Status quo. Die Flucht aus der volatilen,
- 15:09von mächtigeren abhängigen Existenz in die Anpassung
- 15:13verursacht eine autoritäre Wende des narzisstischen Charakters
- 15:17und macht ihn zu einem ebenso gefährlichen Helfer nicht
- 15:21demokratisch legitimierter Herrschaftsverhältnisse wie der
- 15:24traditionell autoritär strukturierte Sozialcharakter,
- 15:28der durch Konformismus, Konventionalismus,
- 15:31antipluralismus, Unterwürfigkeit und Gehorsam machtorientierung
- 15:37und. Autoritätsgläubigkeit sowie
- 15:40einem sadomasochistischen Verhältnis zu anderen geprägt
- 15:44ist. Im Journalismus ist also der
- 15:47weit verbreitete narzisstische Sozialcharakter mit seinen
- 15:50zentralen Charakteristika Realitätsverlust und
- 15:54Selbstüberhöhung ein Träger der Propaganda und damit ein
- 15:58weiterer Treiber medialer Kriegshetze.
- 16:03Die Ökonomie der Propagandapresse.
- 16:06Von der Information zum Ressentiment wichtige Treiber
- 16:12der propagandakampagnen Wurzeln in der Medienökonomie.
- 16:16Medien sind eben keine Ware wie jede andere.
- 16:20Sie haben einen Doppelcharakter. Journalistische Beiträge sind
- 16:24sowohl Wirtschaftsgüter, die zum Zweck der Gewinnerzielung
- 16:28verkauft werden, als auch Kulturgüter, die publizistisch
- 16:32Öffentlichkeit schaffen. Zur Information und zur
- 16:35Meinungsbildung beitragen und damit gesellschaftliche Relevanz
- 16:39gewinnen. Aus dem Charakter als
- 16:42Wirtschaftsgut erwächst die Orientierung am Profitprinzip.
- 16:47Die Aufmerksamkeitsökonomie entsteht aus dem wahren
- 16:50Charakter journalistischer Produkte und hat Folgen für
- 16:53Themenauswahl und die Präsentationsformen.
- 16:58Die Digitalisierung verändert die Medienlandschaft
- 17:01grundlegend, sowohl auf der Produzenten als auch auf der
- 17:06Konsumentenseite, sowohl im Blick auf Medien als Wirtschafts
- 17:10als auch als Kulturgut. Diese Veränderungen potenzieren
- 17:15und Akzellerieren Medienkampagnen, und sie
- 17:18erleichtern die Arbeit der Propaganda Medien.
- 17:22Dazu muss man verstehen, dass sich Wertschöpfung und
- 17:25Warenzirkulation radikal verändern, im Zentrum stehen nun
- 17:31proprietäre Märkte, ihre Leitunternehmen sind Google,
- 17:36Apple, Facebook, Amazon, allesamt Monopole.
- 17:41Klassische Monopolunternehmen agieren auf Märkten die
- 17:46Leitmedien des digitalen Kapitalismus sind Märkte, der
- 17:52Markt selbst wird privatisiert. Dies ist ein konstitutiver
- 17:58Unterschied zur neoliberalen Ideologie, in deren Zentrum
- 18:02neutrale Märkte stehen. Die dominanten Märkte befinden
- 18:06sich in Privatbesitz. Entscheidend für sie ist
- 18:09Reichweite, also die Größe des Nutzerstamms, um Reichweite zu
- 18:13generieren, werden die Angebote aus anderen Geschäftsfeldern
- 18:18Quersubventioniert, die Konsumenten werden mit
- 18:21vordergründigen umsonst angeboten geködert, die sie aber
- 18:26hinterrücks mit der Abgabe ihrer Daten bezahlen.
- 18:30Anders als klassische Monopole zeigt sich die Macht des
- 18:33Marktbesitzers und damit sein Profitmodell in 4 Formen der
- 18:37Kontrolle erstens in der Informationskontrolle, zweitens
- 18:43in Zugangskontrolle nach eigenem Ermessen, drittens in der Wahl
- 18:48der Leistungen, viertens in der Preiskontrolle, und zwar in
- 18:52Richtung auf Produzenten und Konsumenten.
- 18:56Der zentrale Rohstoff dieser proprietären Märkte sind
- 19:01Nutzerdaten über das Sammeln und Aggregieren von Daten läuft die
- 19:06Wertschöpfung. Dies wirkt wiederum auf der
- 19:08Produzenten und auf der Konsumentenseite auch in der
- 19:12Produktionssphäre werden die Nutzerdaten abgeschöpft, der
- 19:16Journalist denkt, er durchsucht das Netz mit Google, aber Google
- 19:22durchsucht ihn. Dies ermöglicht nicht nur
- 19:25Verhaltens und Leistungskontrolle, sondern auch
- 19:28prognostische Verhaltenslenkung über die Auswahl und Hierarchie
- 19:32der Suchergebnisse. Während der Journalist glaubt,
- 19:35er fände im Netz schier alles, werden ihm doch nur jene
- 19:39Ausschnitte der Welt präsentiert, die den
- 19:41Uploadfilter privatisierter Auswahl und Zensur durch den
- 19:45Digital Services Act der EU durchlaufen haben.
- 19:49Das Ergebnis ist ein digitaler Realitätsverlust, der nur denen
- 19:53auffällt, die abseits des Mainstreams suchen oder vor Ort
- 19:58die Probe aufs Exempel machen. Nachdem der Neoliberalismus die
- 20:03Beschäftigungsverhältnisse im Journalismus schon weitgehend
- 20:06liberalisiert und prekarisiert hat, kommen nun neue Risiken und
- 20:11Leistungsverdichtungen hinzu, Internet und Social Media müssen
- 20:15meist mit gleichem Personal erledigt werden, auch.
- 20:19An eine gründliche Prüfung auch außerhalb des Netzes ist kaum
- 20:22noch zu denken. Während also die Daten und
- 20:25Profitkaskaden nach oben hinzu den Plattformen fließen, fließen
- 20:29die Risikokaskaden vor allem nach unten auf der
- 20:34Konsumentenseite, ermöglichen das Internet und die sozialen
- 20:38Medien Twitter, Facebook, Instagram eine schnelle,
- 20:41unmittelbare Reaktion, die. Dies erleichtert es dem Affekt,
- 20:45sich vor die gründliche Durchdringung und Abwägung der
- 20:48Themen zu schieben. Vernunftgeleitete Reaktion und
- 20:52Verarbeitung treten hinter Schnelligkeit und
- 20:56Emotionalisierung zurück Wolf Dieter Narr beobachtete schon
- 21:00vor Jahren einen langfristig wirkenden Verhaltenswandel.
- 21:06Er besteht in einem Schwund der individuell gegebenen Reflexions
- 21:10und Verarbeitungsmechanismen. Reize und Erwartungen erzeugen
- 21:15Antworten, ohne dass der Einzelne zur eigenen
- 21:18Verarbeitung, zur Wahl, zum Widerstand in der Lage wäre.
- 21:22Damit gehen die Kontrollkriterien und
- 21:25Informationen verloren, der einzelne kann die Komplexität
- 21:29der Informationsfülle nur reduzieren, indem er ihr
- 21:34vertraut. Narr beschwört die Gefahr einer
- 21:37Gesellschaft bedingter Reflexe, genauer einer Gesellschaft,
- 21:42Widerstandsloser im Saft ihrer irrelevanten Subjektivität,
- 21:46Ertrinkender allenfalls zu irrationalen Ausbrüchen fähiger
- 21:51Individuen. Diese Prognose gewinnt im
- 21:55Übergang vom Neoliberalismus zum digitalen Kapitalismus besondere
- 21:59Bedeutung, die. Denn darauf hat Wolfgang Engler
- 22:02hingewiesen, in allen vom Neoliberalismus umgegrabenen
- 22:07Gesellschaften herrscht massenhafte Wut.
- 22:11Sie richtet sich gegen die Machteliten, die Lohnabhängige
- 22:14zunehmend durch sozialkürzungen, Privatisierung, Liberalisierung
- 22:19und eine Verschiebung der Verantwortung für die
- 22:22Lebensrisiken vom Staat auf die Individuen unter Druck gebracht
- 22:27haben. Bleibt diese Wut im alltäglichen
- 22:31Daseinskampf lange Verkapselt, so wird die Emotionalisierung
- 22:35und Affektsteuerung der sozialen Medien zum Ventil der
- 22:38Triebabfuhr. Die Berichterstattung der
- 22:41Mainstream Medien betreibt dieses Geschäft, unterschwellige
- 22:45Wut zu kanalisieren und zu lenken, weil es Klicks, Auflage,
- 22:50Werbeeinnahmen, Quote bringt, die.
- 22:54Damit diese Affektökonomie überhaupt funktionieren kann,
- 22:59muss sie eine emotionale Nachfrage beim Publikum
- 23:02stimulieren. Orchestrierte Pressekampagnen
- 23:06greifen, weil sie andocken können an diese massenhafte Wut.
- 23:11Beide Produzenten und Konsumenten profitieren
- 23:15oberflächlich, die einen durch Klickzahlen, die anderen durch
- 23:19Triebabfuhr. Logische Argumente sind,
- 23:23ohnmächtig gegen affektive Interessen.
- 23:26Selbst die scharfsichtigsten Menschen benehmen sich wie
- 23:29Schwachköpfe, wenn eine verlangte Einsicht einem
- 23:32Gefühlswiderstand begegnet. Auf diese Weise ist ein neues
- 23:37mediales Verwertungsmodell entstanden, es ist nicht mehr in
- 23:41erster Linie Informationsbasiert, sondern
- 23:45Ressentiment getrieben, im Kern geht es hier also darum,
- 23:49Ressentiments zu monetarisieren und.
- 23:51Oder kurz Hasserzeugung als Geschäftsmodell.
- 23:56Diese Monetarisierung von Ressentiments läuft vor allem
- 24:00über proprietäre Märkte, Dienste wie Twitter, auf denen sich fast
- 24:05ausschließlich die Meinungsbildung der
- 24:07Geschwätzeliten vollzieht, treiben dies an, die Kürze
- 24:12erzwingt Zuspitzung und Kompression der Erregungskurven.
- 24:16Eigenständige Recherche wird verdrängt durch die
- 24:19Monetarisierung von Ressentiments, da seit Jahren
- 24:24die durchschnittliche Profitrate in den marktkapitalistischen
- 24:28Ökonomien fällt, muss diesem tendenziellen Fall der
- 24:32Profitrate entgegengewirkt werden.
- 24:35Dies bedeutet, dass auch in Medienunternehmen der
- 24:38Anpassungsdruck zunimmt und wiederum verstärkt
- 24:41vorauseilenden Gehorsam erzwingt.
- 24:45Beides trifft auf Nachwuchskräfte, die sich
- 24:48weitgehend homogen aus dem gehobenen bürgerlichen Milieu
- 24:51rekrutieren. Sie teilen die Weltsicht ihrer
- 24:55Klasse, setzen die Themen bürgerlicher Milieus und blicken
- 24:59aus der Perspektive nicht der Arbeiter und Angestellten,
- 25:02sondern der Gewerbetreibenden und Produktionsmittelbesitzer
- 25:06auf die Welt. Instinktiv vollziehen sie die
- 25:10Interessen des gehobenen Bürgertums nach, denn es handelt
- 25:13sich um die kollektiven Vorurteile ihres eigenen
- 25:16sozialen Umfelds. Die Stabilisierung der
- 25:19Profitrate publizistisch zu flankieren und kritische Stimmen
- 25:24durch strategisches Framing denunziatorisch abzuwerten.
- 25:30In Transformationsphasen wie dem Übergang zum digitalen
- 25:33Kapitalismus, in denen die rauchenden Ruinen des
- 25:37Neoliberalismus noch nicht abgeräumt sind und sich das neue
- 25:41Produktionsregime noch nicht stabilisiert hat, treten diese
- 25:45bürgerlichen Lohnschreiber besonders aggressiv auf.
- 25:50Dies ist ganz im Sinne der Machteliten, die wissen, dass
- 25:53sich die von ihnen ausgelöste Wut keinesfalls gegen sie selbst
- 25:58richten darf. Deshalb fördern sie durch
- 26:00Propaganda die Aggressionsverschiebung auf
- 26:03innere Feinde wie angebliche Verschwörungstheoretiker, Rechte
- 26:08oder Corona schwurbler oder äußere Gegner, zum Beispiel
- 26:11durch die Weckung von Russenhass Putin.
- 26:14Dämonisierung oder Ressentiments gegen die iranischen
- 26:18Religionsführer. Die politische Ökonomie des
- 26:21Ressentiments begünstigt die Mobilisierung der Angst und die
- 26:25Politik der Ausgrenzung, der sich die Machteliten zur Lenkung
- 26:29der Gesellschaft und als Regierungstechnik bedienen.
- 26:35Damit legen sich die Medien wie alle ideologischen Apparate wie
- 26:39ein Schutzwall um die Interessen der Machteliten, statt
- 26:43aufzuklären, betreiben sie das Geschäft der Gegenaufklärung.
- 26:47Im Wertewesten erleben wir gerade eine neue Zerstörung der
- 26:51Vernunft, die Rückkehr zum Ressentiment in den Medien
- 26:54zerstört damit die Fundamente der Demokratie.
- 26:57Josef Vogel meint, dass diese Feindseligkeit aller gegen alle
- 27:02nicht nur zu einem erfolgreich Geschäftsmodell, sondern zu
- 27:05einem überaus zukunftsfähigen Gemeinschaftsgefühl geworden
- 27:09ist. Es ist nicht ausgeschlossen,
- 27:12schreibt er, dass es das Ferment einer neuen Vorkriegszeit
- 27:16liefern wird. Der Autor wurde von der
- 27:20Wirklichkeit längst überholt, eines Vorkrieges bedarf es nicht
- 27:25mehr, wir befinden uns bereits in einem neuen weltweiten Krieg,
- 27:29auch im Herzen Europas, der nun im Iran weiter eskaliert, die
- 27:35Ökonomie des Ressentiments wurde zum Rohstoff der Kriegstreiber.
- 27:42Machteliten und Satrappen wie politische Kampagnen
- 27:47orchestriert werden. Die Kampagne funktioniert nur,
- 27:52wenn andere mitmachen. Deshalb hilft man, etwas nach t.
- 27:57Online und andere Organe hatten es nicht so sehr eilig, die
- 28:00Vorwürfe gegen mich zu prüfen, als vielmehr bei den genannten
- 28:03Universitäten anzurufen, das. Tatsächlich meldete sich sofort
- 28:08die Hochschule für Medienkommunikation und
- 28:10Wirtschaft bei mir. Wir stehen am Rande der grauen
- 28:13Zone und sind direktem Beschuss gerade entgangen.
- 28:16Die Leitung ist voller Störgeräusche, ich höre nur, wir
- 28:20hatten eine Presseanfrage, wir werden uns scharf von ihnen
- 28:23abgrenzen, was sie da vor Ort sehen, ist Scheinobjektivität
- 28:30das überrascht mich dann doch jemand.
- 28:33Der bestenfalls Zeitungswissen besitzt, will per Ferndiagnose
- 28:37aus einer Distanz von 2100 Kilometern die Wahrheit im
- 28:42Kriegsgebiet kennen. Dies wäre auch für
- 28:46Osteuropaexperten eine Herausforderung, aber der
- 28:49Kanzler der Hochschule für Medienkommunikation und
- 28:52Wirtschaft, Roland Freitag, ist kein Osteuropaexperte sein Fach
- 28:58ist die Psychologie. In seinem Fachgebiet nennt man
- 29:02so etwas eine Projektion. Das zeigt, es ging nicht um
- 29:08Erkenntnis, sondern um Bekenntnis, Bekenntnis zu einer
- 29:12Kriegspartei der Ukraine und der Nato.
- 29:15Mit Wissenschaft hat das nichts zu tun, Medien, Universitäten,
- 29:20staatliche Pressestellen haben 1 gemeinsam.
- 29:23Es handelt sich eben um ideologische Apparate.
- 29:27Das sind alle Apparate, welche die geistige Reproduktion der
- 29:30Gesellschaft organisieren. Diese ideologischen Apparate
- 29:35prägen nun eine subtile Kooperation mit den repressiven
- 29:40Staatsapparaten aus, was meist folgt, ist ein Ping Pong Spiel
- 29:45zwischen den ideologischen Apparaten bürgerlicher
- 29:47Herrschaft und ihre Verzahnung mit Maßnahmen der repressiven
- 29:52Staatsapparate, Justiz, Polizei, Finanzbehörden.
- 29:57Ziel ist es, unter Umgehung rechtsstaatlicher Verfahren
- 30:01verdeckte Zensur durchzusetzen. Durch die Erzeugung von Angst
- 30:05bei dritten vorauseilenden Gehorsam zu erzwingen und die
- 30:09wirtschaftliche Existenz der Zielpersonen zu zerstören.
- 30:13Die öffentlichen Hinrichtungen zielen auf die Einschüchterung
- 30:16der Gesamtbevölkerung in einen neuen, antidemokratischen
- 30:20Herrschaftsgefüge. Es ist kein Zufall, dass
- 30:25zumindest an einer Uni gerade jene aktiv meinen Rausschmiss
- 30:29betrieben haben, die sich transatlantischen Netzwerken wie
- 30:33dem German Marshall Fund verpflichtet sehen.
- 30:36Dies zeigt, wo die eigentlichen Drahtzieher der Zensur und
- 30:40Denunziationsöffentlichkeit sitzen.
- 30:43Damit ist keineswegs gemeint, dass die Akteure Anweisungen aus
- 30:47Langley erhalten, vielmehr belegt die Eilfertigkeit ihres
- 30:50Handelns. Dass sie sich selbst in einer
- 30:52Art Bringschuld sehen, die es abzuarbeiten gilt.
- 30:56Denn immerhin geht es um tagungseinladungen, Stipendien,
- 31:00recherchereisen oder die Bewilligung von
- 31:03Forschungsprojekten. Man glaubt, dass es besser für
- 31:07die eigene Karriere ist, sich als legitimations akquisiteur
- 31:12transatlantischer Interessen zu betätigen, dann fand ich heraus.
- 31:19Dass auch die Staatsschutzabteilung im
- 31:21Bundesinnenministerium eine Akte über mich führt, als angeblicher
- 31:25Wahlbeobachter hier muss man fragen, ob Journalisten auch mit
- 31:29Geheimdiensten zusammenarbeiten und beispielsweise für den BND
- 31:33die Drecksarbeit machen, wie es die Bundesregierung in ihrer
- 31:37Antwort auf eine parlamentarische Anfrage im
- 31:40Deutschen Bundestag offen dargelegt hat.
- 31:44Dasselbe gilt auch für Universitätsangehörige.
- 31:47Die ideologischen Apparate wirken zusammen wie ein System
- 31:51kommunizierender Röhren. So entsteht wie von allein ein
- 31:56Zensur und Denunziationskartell, das von US Stiftungen und
- 32:01Vorfeldorganisationen der Nato gefördert wird.
- 32:05Allein für das Pentagon arbeiten 27000 PR Spezialisten mit einem
- 32:10Jahresbudget von 5 Milliarden Dollar, deren Ziel es ist,
- 32:15Medien mit gezielten Nachrichten, Experten für
- 32:19Interviews oder Footage fürs Fernsehen zu beeinflussen.
- 32:24Denunziationskaskaden ausgelöst von akademischen und medialen
- 32:29Netzwerken im Bunde mit Influencern auf Twitter,
- 32:32Facebook, Instagram und so weiter haben im Ergebnis ein
- 32:36Ziel, die wirtschaftliche Existenz der Zielpersonen zu
- 32:40zerschlagen. Hier geht es also nicht um eine
- 32:43demokratische Diskussion, sondern um genau das Gegenteil,
- 32:47die Verhinderung demokratischer Diskurse über strukturelle
- 32:51Gewalt. Den Kritikern der Nato
- 32:54Propaganda soll die Existenzgrundlage entzogen
- 32:57werden. Dabei dreht es sich nicht um
- 33:00Einzelfälle, vielmehr soll ein Exempel statuiert werden.
- 33:03Ziel ist es, durch die Erzeugung von Angst vorauseilenden
- 33:08Gehorsam zu erzwingen. Initiiert wird diesem Kern von
- 33:12Staaten und supranationalen Organisationen wie der EU und
- 33:16der Nato. PR, Agenturen, Thinktanks,
- 33:20staatlich finanzierten sogenannten
- 33:22Nichtregierungsorganisationen, aber auch staatlich geförderten
- 33:26Einrichtungen wie Zentrum, Liberale Moderne oder US
- 33:30Stiftungen. So entsteht eine
- 33:33Bewusstseinsindustrie, als deren Treiber die Ökolibertären und
- 33:38militaristisch konservativen akademischen Milieus fungieren.
- 33:44Die Ausgrenzung von Dissidenz geht immer mit massiver
- 33:48Propaganda und Indoktrination einher, zum Propagandanarrativ
- 33:52gehört es, wesentliche historische Fakten im
- 33:56Zusammenhang beispielsweise mit dem Ukraine Krieg auszublenden,
- 34:00hier. Ohne Anspruch auf
- 34:02Vollständigkeit sind die wichtigsten erstens die NATO
- 34:07Osterweiterung bis an die russischen Grenzen trotz
- 34:11anderslautender Zusagen, zweitens der Putsch auf dem
- 34:15Maidan und die dafür verantwortlichen Drahtzieher um
- 34:18Victoria Nuland. Drittens die Prahlerei des
- 34:22damaligen Vizepräsidenten Joe Biden darüber, wie er mit
- 34:26finanzieller Erpressung die ukrainische Regierung gezwungen
- 34:29hat, einen Staatsanwalt zu feuern, der eine
- 34:32Korruptionsaffäre um ein Energieunternehmen mit
- 34:36präsidentensohn Handarbeit im Vorstand ermittelt hat.
- 34:40Viertens die Produktionsstätten für biologische Waffen in der
- 34:45Ukraine. Fünftens.
- 34:48Das neonazistische Asow Bataillon und ähnliche
- 34:51Organisationen Sechstens die Selbstbereicherung und das
- 34:56geheime Auslandsvermögen von Präsident Selenskyj Siebtens
- 35:00Menschenrechtsverletzungen in der Ukraine 8 selenskys Gesetze
- 35:06zur Einschränkung der Meinungsfreiheit und zum Verbot
- 35:09von Parteien Neuntens die Repressalien gegen die
- 35:14Ukrainisch orthodoxe Kirche. Zehntens die endemische
- 35:18Korruption in der Ukraine und Elftens die Blockierung eines
- 35:23bereits unterschriftsreifen Friedensabkommens, das zwischen
- 35:27den Kriegsparteien im März 2022 in Istanbul ausgehandelt worden
- 35:32war, was Vertreter aller am Verhandlungsprozess beteiligten
- 35:36Seiten bestätigt haben. Durch die propagandistische
- 35:41Eliminierung der Recherche vor Ort entsteht im öffentlichen
- 35:45Raum ein nachhaltiger Realitätsverlust, der wiederum
- 35:48die Grundlage darstellt für politische Fehlentscheidungen.
- 35:52Die Konflikteskalation und Katastrophenvorschub leisten.
- 35:57Das alles geht nicht mit Zwang, es geht nur mit Zustimmung der
- 36:01akademischen Eliten. Diese aktive Mitwirkung zeigt
- 36:05die Anfälligkeit der akademischen Eliten für
- 36:08Antidemokratisches denken. Viele Akademiker und Angehörige
- 36:12der Eliten sehen ihre Karriere und ihre materielle Sicherheit
- 36:16abhängig von den Vereinigten Staaten und ihren
- 36:19Vorfeldorganisationen. So entsteht ein Konglomerat
- 36:24akademischer Seelenverkäufer, die entweder transatlantischen
- 36:27Organisationen oder US Stiftungen verpflichtet sind
- 36:31oder im vorauseilenden Gehorsam deren Narrative verbreiten.
- 36:37Den Akteuren selbst, so Upton Sinclair, fällt das nicht auf,
- 36:42es ist schwierig, einen Menschen von etwas zu überzeugen, wenn
- 36:46sein Gehalt davon abhängt, dass er's nicht versteht.
- 36:50Wenn Presseorgane statt Fakten Propagandakampagnen
- 36:54präsentieren, wenn leitende Universitätsangehörige einen
- 36:58Angriff auf die Presse und damit auf die Meinungs und
- 37:01Informationsfreiheit starten, wenn Professoren die Freiheit
- 37:04von Forschung und Lehre ohne Not zerschlagen.
- 37:08Wenn staatlich finanzierte Nichtregierungsorganisationen
- 37:12als Denunziations Zensur und propagandaorgane wirken, dann
- 37:17darf man getrost von antidemokratischem Denken
- 37:21sprechen. Es verbreitet sich nicht in
- 37:24Zirkeln geistig Minderbemittelter vielmehr
- 37:27machen sich Intellektuelle zum Treiber des antidemokratischen
- 37:31Denkens sie. Sie werden zu politisch
- 37:34ideologischen Akteuren im Prozess der Meinungslenkung und
- 37:37Gesinnungskontrolle und damit zum selbsternannten Zensor mit
- 37:41dem Ziel, den öffentlichen Debattenraum auf den staatlich
- 37:45gewünschten Bereich zu verengen. Ja, auf den Suppentellerhorizont
- 37:50der eigenen Krämerseele angesichts dessen beklagt
- 37:54Normcomsky den Zusammenbruch des demokratischen Debattenraums.
- 37:59Vielleicht sind Teile der intellektuellen Klasse so tief
- 38:03in das Propagandasystem eingetaucht, dass sie die
- 38:07Absurdität dessen, was sie sagen, gar nicht mehr wahrnehmen
- 38:10können. Wie auch immer, es ist eine
- 38:13drastische Erinnerung daran, dass die Arena des rationalen
- 38:16Diskurses genau dort kollabiert, wo Hoffnung bestehen sollte,
- 38:21dass sie verteidigt wird in akademischen Kreisen.
- 38:26Die ideologischen Apparate werden ausgerichtet auf die
- 38:29Flankierung postdemokratischer Herrschaft im Inneren, den Umbau
- 38:34vom sozial zum Rüstungsstaat und eine militaristische,
- 38:38neoimperialistische Außenpolitik.
- 38:42Der Propaganda und Zensurkomplex ist Teil einer digitalen
- 38:46Refeudalisierung bürgerlicher Öffentlichkeit und einer
- 38:49Involution, also einer Rückbildung der Demokratie zu
- 38:53einem autoritären, postdemokratischen Staat,
- 38:57diesmal aber durch proprietäre Märkte und
- 39:00Überwachungskapitalismus. Diese Entdemokratisierung im
- 39:05Gewand der Demokratie. Zielt ab auf eine Fortsetzung
- 39:09der Elitenherrschaft und eine Stabilisierung der Profitrate
- 39:14durch Krieg. Ergebnisse bei
- 39:20Propagandakampagnen geht es nicht um Einzelfälle, sondern um
- 39:25Denunziations und Ausgrenzungssoziotope.
- 39:29Dabei werden auf infame Weise die Attacken von ideologischen
- 39:33Apparaten wie Medien, Universitäten, Thinktanks,
- 39:37staatlich gesteuerten sogenannten
- 39:38Nichtregierungsorganisationen mit politischer Verfolgung durch
- 39:42die repressiven Staatsorgane wie Justiz, Polizei und
- 39:46Geheimdienste miteinander verzahnt und Banken als
- 39:50Transmissionsriemen eingesetzt, beispielsweise durch D Banking.
- 39:56So entsteht ein umfassendes Instrumentarium politischer
- 40:00Verfolgung, Zensur, Meinungslenkung und
- 40:03Kriegsvorbereitung. Insbesondere die strafrechtliche
- 40:07Verfolgung politischer Gegner ist ein klassisches Zeichen
- 40:11einer Diktatur. Das neue Produktionsregime des
- 40:15digitalen Kapitalismus schafft die Voraussetzungen für die
- 40:18Potenzierung und Akzellerierung von Propagandakampagnen.
- 40:23Denn es geht nicht mehr um Informationen, sondern um
- 40:27Affektökonomie. Damit sind wir im postfaktischen
- 40:31Zeitalter angekommen. Angebot und Nachfrage bedingen
- 40:35sich in der Affektökonomie gegenseitig, in allen vom
- 40:40Neoliberalismus zerfurchten Gesellschaften herrscht eine
- 40:43ungeheure Wut. Diese Wut der Nutzer kann medial
- 40:46aktiviert von den Ursachen der Missstände weggelenkt und auf
- 40:50Surrogatobjekte fokussiert werden.
- 40:54Eine Protestbewegung ist allerdings nicht zu erwarten,
- 40:58denn die abhängig Beschäftigten werden als Konsumenten mit
- 41:02umsonst angeboten geködert, wir befinden uns also in einem
- 41:07blockierten Konflikt, die Lenkung der Ressentiments ist
- 41:11das Geschäft der ideologischen Apparate.
- 41:14Im dialektischen Zusammenwirken orchestrieren die ideologischen
- 41:18Apparate Schule, Kirche, Medien, Thinktanks, Stiftungen,
- 41:22Universitäten und vor allem staatlich und supranational
- 41:25finanzierte sogenannte Nichtregierungsorganisationen
- 41:29die Affektsteuerung. Diese Apparate organisieren die
- 41:33Hegemonie der Machteliten, tragen bei zur Vermeidung von
- 41:37Legitimationskrisen und sichern die Reproduktionsbedingungen in
- 41:41der Elitendemokratie. Akademische und journalistische
- 41:46Milieus sind die ideologischen Treiber antidemokratischen
- 41:50Denkens und Handelns. Sie Orchestrieren als Kopflanger
- 41:55die Manipulation der Bevölkerung, die Zerstörung der
- 41:58Vernunft und die Attacken der Gegenaufklärung.
- 42:01Initiiert werden diese Kampagnen, an denen sie als
- 42:04willige Vollstrecker teilhaben, letztendlich von
- 42:08transatlantischen Organisationen, der Nato und den
- 42:12USA. Dies führt zur massiven Ächtung
- 42:16von Dissens. Das inquisitorische Vorgehen
- 42:20gegen Abweichler in Form von Medienkampagnen zerstört den
- 42:24demokratischen Debattenraum, führt zur Zerschlagung der
- 42:27Demokratie, mündet in eine postdemokratische
- 42:30Herrschaftsform und in neue Kriege, Kriegstreiberei,
- 42:35fanatische Hetze, journalistischer
- 42:38Realitätsverlust und Wahn gehen Hand in Hand.
- 42:43Hoffnung auf eine Umkehr dieser Trends besteht unter den
- 42:47bisherigen Bedingungen nicht. Die breite gesellschaftliche
- 42:50Entsolidarisierung verhindert Gegenwehr genauso wie die
- 42:53Blockierung des Konflikts über die Verlockungen der
- 42:56Konsumsphäre die Mehrheit der Bevölkerung döst in den
- 43:01Untergang, lasst alle Hoffnung fahren.
- 43:05An jenem 28 September 2022, an dem unser Hotelpark in in Donezk
- 43:13unter Feuer liegt und wir nur durch Zufall dem Tod von der
- 43:16Schippe springen, greift unser einheimischer Fahrer zum
- 43:20Telefon, erkennt seine Leute, er redet mit Artilleriebeobachtern.
- 43:23Die Granate kam aus Marinka, 30 Kilometer entfernt, dort haben
- 43:31die Ukrainer französische Haubitzen in Stellung gebracht.
- 43:35Ihr habt zu viel mit euren Anwälten gemailt und
- 43:37telefoniert. Die Richtschützen peilen das an,
- 43:42die Granaten sind GPS gesteuert und Endphasen gelenkt, da hat
- 43:47offenbar nur eine Windböe einen Volltreffer verhindert.
- 43:51Raus aus dem Netz und immer in Bewegung bleiben, das ist das
- 43:56Wichtigste in den Kriegen des digitalen Kapitalismus.
- 44:01Der Tod des Reporters vor Ort. Das ist der definitive Sieg der
- 44:06Propaganda und des Postfaktischen.
- 44:09Zensur und Repressionsregimes die Salon Redakteure des
- 44:14ökolibertären Bürgertums rühren in der Kaffeetasse.