Latest / Im Bett mit Buch / Was wäre wenn?
Transcript
- 0:03Einen komplett wetterunabhängigen,
- 0:05wunderschönen guten Morgen. Guten Mittag, guten Tag, Guten
- 0:08Abend und gute Nacht wünsche ich dir, liebe Monique.
- 0:11Lieber Kurt, wie schön, dass du diese Größe wetterunabhängig
- 0:14machst, denn ich weiß gar nicht, was ich dazu eigentlich sagen
- 0:19soll. Es ist Februar.
- 0:21Es ist Februar, ja. Und wir hatten ja gerade eben
- 0:24beide. Du meintest, es ist der
- 0:25zweitschlimmste Monat nach. November.
- 0:28November und ich hatte einen kleinen Einspruch und für mich
- 0:32war der März noch schlimmer. Aber das ist natürlich sehr
- 0:34Berlin mäßig, weil den Februar erwartet man, dass es furchtbar
- 0:38ist. Aber dann kommt noch n Monat und
- 0:41Berlin drückt es dir noch mal richtig rauf.
- 0:44Also darum lasst uns diesen Februar erst mal so nehmen, es
- 0:48ist eklig, es ist grau, aber die Tage werden länger.
- 0:52Aber die Tage werden länger und wir könnten uns die Frage
- 0:54stellen, was wäre denn, wenn die Tage jetzt schon länger werden.
- 1:01Wie schön. Ich wollte die Frage stellen,
- 1:03was wäre denn, wenn wir schon July hätten, aber das kommt
- 1:05ungefähr auf das. Gleiche wir könnten auch die
- 1:08Frage stellen, was wäre denn, wenn wir einen super coolen
- 1:13Bücher und Lesepodcast hätten. Oh fantastisch, das wäre
- 1:16wirklich mal eine Überlegung wert, die genau die Häufung des
- 1:23was wäre wenn könnte ein Hinweis sein auf etwas, was wir
- 1:27vielleicht heute besprechen möchten.
- 1:29Was wäre wenn? Ist ja eigentlich eine sehr,
- 1:32sehr schöne Frage, gleichzeitig auch eine gefährliche Frage.
- 1:36Also ich finde das ist was was, was dir quasi so eine Vision
- 1:44geben kann, also was dir wirklich Kraft gibt, also was
- 1:47wäre denn was wäre denn wenn ich so cool wäre, dass ich diesen
- 1:51Vortrag einfach halte, ohne dass meine Knie zittern oder so kenne
- 1:55ich noch diese Frage und und das.
- 1:58Hilft, oder? Mir hat es geholfen, also quasi
- 2:01auch dahin zu kommen, dass ich immerhin ohne komplett
- 2:05zusammenzubrechen es schaffe, vor einer Handvoll Menschen zu
- 2:09stehen und einen Vortrag zu halten oder zu lesen oder so.
- 2:13Aber natürlich kann, was wäre, wenn einen auch wirklich,
- 2:16wirklich komplett wahnsinnig machen.
- 2:19Also ich habe und natürlich geht es hier wie immer auch um
- 2:24Literatur. Was wäre, wenn es nicht
- 2:28unbedingt mein Lieblingstoppers, denn oftmals denke ich, es gibt
- 2:34ja ganz so oft, weißt du so Alternativrealitäten oder es gab
- 2:37von einem von mir sehr geliebten Autoren ein Buch, da machte das
- 2:41Gedankenspiel, was wäre, wenn nicht Islamisten New York
- 2:44angegriffen hätten, sondern ultraevangelikale Christen
- 2:48hätten, ich glaube es Verbaggt hat in diesem Falle angegriffen.
- 2:52Und das ist komischerweise etwas, wo ich oftmals raus bin,
- 2:56wo ich denke. Also ehrlich gesagt, das ist so
- 2:58n Gedankenspiel, das ist so abstrus, das interessiert mich
- 3:03überhaupt nicht, es gibt immer wieder Ausnahmen.
- 3:05Also ich werd dir auch glaub ich ein 2 Ausnahmen näherbringen, wo
- 3:09ich durchaus dabei bin bei so einem was wäre wenn ich glaube
- 3:13ich finde aber im im Kleinen. Das was wäre, wenn interessant
- 3:19das was du gerade auch angesprochen hättest, wenn ich
- 3:21einfach mal furchtlos wäre, was meine Vorträge angeht oder ich
- 3:27was wäre, wenn ich eine ganz andere Identität hätte, das sind
- 3:31ich meine, ich glaube Vorstellungen, die sich jeder
- 3:33schon mal irgendwie gemacht hat. Ich habe übrigens in
- 3:37Vorbereitung auf unser Thema heute ein bisschen reingelesen,
- 3:42also auch was gibt es für verschiedene.
- 3:45Themen zu was wäre, wenn und Identitätsfindung und so, das
- 3:50war mir gar nicht so bewusst, dass das ein treibendes Thema im
- 3:54Werk von Max frisch war. Ach, Identität und was wäre wenn
- 3:57also angefangen von stiller, wo ja ein Mann, der eindeutig
- 4:01stiller war, einfach festgehalten wird und gesagt
- 4:04wird, sie sind dieser Künstler, den wir suchen, haben still, und
- 4:06der sagt Ich, bin ich nicht, ich bin ein ganz anderer Mensch, ich
- 4:09bin Amerikaner, ich bin das und das mein Name ist das und das
- 4:11der also sich eine komplett neue Identität gesucht hat.
- 4:14Und da aber am Ende im Endeffekt das Ergebnis kommt, das ist
- 4:19Identität, ist halt nicht nur selbstbestimmt, sondern auch von
- 4:21außen gesellschaftlich auftroyiert.
- 4:23Und wenn jemand dir, wenn die gesamte Welt dir sagt, Sorry,
- 4:25aber du bist stiller, dann hast du keine Chance, ob du selber
- 4:29der Meinung bist oder nicht, das ging dann weiter, wohl über Homo
- 4:33faber und bis zu natürlich sein ultimatives Identitätsbuch mein
- 4:37Name sei Gantenbein, wo ja ein totales Verwirrspiel ist.
- 4:40Was wäre wenn nicht der wäre, was wäre wenn nicht der wäre was
- 4:42wäre wenn ich ganz anderer wäre. Das hatte mir lustig.
- 4:46Ne, dass man so einen Autoren irgendwie doch immer mal wieder
- 4:48gelesen hat oder einen begleitet hat.
- 4:50Das heißt begleitet, Wir sind ja auch sehr viel jünger, aber ich
- 4:53hatte nie richtig gesehen, dass das so ein treibendes Thema über
- 4:58die Jahrzehnte war, tatsächlich für ihn spannend, also es sagt
- 5:02ja auch viel über den Autoren als als als Menschen über seinen
- 5:05Charakter aus, also wohl ein sehr suchender Mensch gewesen.
- 5:09Nehme ich mal. Und gleichzeitig ist ja also.
- 5:12Was wäre wenn so n bisschen liegt es ja jedem Buch zugrunde
- 5:15oder jedem fiktiven Buch zugrunde.
- 5:17Ne, das ist ist aber vielleicht auch nicht, kann man schon
- 5:21sagen, nicht das, was uns heute irgendwie, was uns heute
- 5:24antreibt, und ich finde das, also ich finde das aber auch als
- 5:30Autorin ne spannende Frage, also ne, weil wenn ich mal ne Figur
- 5:33im Kopf habe und ich will eigentlich wissen.
- 5:37Was passiert denn mit der? Und es passiert ja nur, wenn ich
- 5:40es schreibe, sonst entwickelt die sich ja nicht, das ist schon
- 5:44was, was einen nicht mehr los loslässt.
- 5:47Und wenn man das irgendwie so als Idee, was wäre denn aber
- 5:49wenn ich die jetzt in diese Richtung oder ne oder wenn ich
- 5:52eine andere Variante, wenn die Welt die ich beschreibe, ein
- 5:55klein bisschen anders funktioniert oder komplett
- 5:57anders funktioniert, Fantasy oder so ne, das ist schon etwas,
- 6:01was unheimlich viel Kraft freisetzt in diesem kreativen
- 6:05Schaffensprozess. Ich erinnere mich daran, an
- 6:09unsere letzte Podcast folge das Buch fürs Bett, was wir von
- 6:13unserer höheren Cornelia empfohlen bekommen haben, wo du
- 6:15ja am Ende auch meintest, was für eine unglaublich
- 6:17fantastische Idee es ging um das Buch Turbulenzen von David
- 6:20Schalay, denn dort genau stellt sich ja die Frage, also wenn
- 6:25eine eine Geschichte aus 2 Perspektiven erzählt wird.
- 6:30Das stell ich mir gerade als Autor oder Autorin unglaublich
- 6:33spannend vor. Die Möglichkeit, dass du einfach
- 6:36noch mal und nicht autorial, das ist ja schon wieder was anderes,
- 6:39sondern du sagst einfach erstmal die eine Inansicht und dann die
- 6:43andere das das sind so Vexierspiele, die ich sehr gerne
- 6:47mag, ich hatte das auch, ich war mir nämlich nicht mehr so
- 6:50bewusst. Ich altes vergessliches
- 6:52Kindchen. Ein so zauberhaftes Buch, Dieses
- 6:57Treue Trust von Herrn an Diaz, ich glaube, ich hatte darüber
- 7:00noch nicht gesprochen, über diese Finanzinvestoren.
- 7:02Hier kann ich vorstellen, dass du darüber noch nicht.
- 7:04Wir müssen noch mal nachgucken, denn auch dort ist ja sozusagen
- 7:07immer ne neue Perspektive auf die immer gleiche Geschichte.
- 7:10Und wo sich einfach alles dreht und wendet.
- 7:12Und man als Leser ja auch irgendwann begreift.
- 7:14OK, es gibt einfach nicht diese eine Wahrheit, das.
- 7:16Ist interessant, das hab ich angefangen zu lesen, aber ich
- 7:19bin nicht so wahnsinnig weit gekommen und das hab ich doch
- 7:22gar nicht gemacht. Und dann bist du nur in der
- 7:23ersten Geschichte stecken geblieben.
- 7:25Ich glaube, ich finde die erste Geschichte.
- 7:27Steckt, weil in der zweiten, wird die betrachtet und dann
- 7:30wird gesagt, das stimmt doch gar nicht, was da steht und dann
- 7:32wird ne neue Geschichte erzählt und in der Dritten ist es dann
- 7:35eine Frau, die sagt, Ich habe diese Geschichte aufgeschrieben,
- 7:38die der Mann in der zweiten Geschichte mir erzählt hat, das
- 7:40stimmt überhaupt nicht. Und die ganze Zeit von Buch,
- 7:42also 55 teile. Egal, vielleicht reden wir,
- 7:47reden wir noch mal so drüber. Ist ein.
- 7:48Fantastisches, aber ich bin nämlich sehr, sehr, sehr
- 7:52gespannt, dieses was wäre, wenn oder so viel kürzer gefasst im
- 7:56Englischen What if ist ja ein weites Feld, ne, wir hatten
- 8:01jetzt ja gerade schon, wie du auch sagtest, die.
- 8:03Also wirklich alternative Geschichtsschreibung, Fantasy.
- 8:06Es kann auch manchmal einfach eine reine Identitätsfrage sein.
- 8:11Ich bin sehr, sehr, sehr gespannt, was du dir da
- 8:16ausgesucht hast. Wir teilen ja manchmal die
- 8:19Bücher vorher mit, die wir sozusagen besprechen wollen, du
- 8:23warst aber sehr, sehr secretive ich wollte schon fast sagen, was
- 8:27wäre denn, wenn du da mal Bücher reinstellen würdest und.
- 8:32Es gab nur ein Buch dort drin. Ich weiß gar nicht, wie viele du
- 8:36jetzt letztendlich für heute mitgebracht hast.
- 8:39Ich habe 2 dabei. Du hast 2 dabei?
- 8:41Ja, ich habe zweieinhalb bis 3 dabei.
- 8:43Okay okay gut, also ich habe 2 dabei, die ein sehr
- 8:46unterschiedliches was wäre wenn machen einmal so wie ich das
- 8:51Thema auch am Anfang gedacht und verstanden hatte, der der
- 8:56Alternativen Leben und das andere.
- 9:00Wirklich ne anders funktionierende Welt auf ne ganz
- 9:06ganz bestimmte Weise, aber das erkläre ich dann, wenn ich bei
- 9:09dem Buch bin und und deine 3 was was sind das für Worte?
- 9:14Ich habe tatsächlich 2, die sich mit alternativer
- 9:20Geschichtsschreibung, wo ich ja eigentlich meinte, das ist gar
- 9:22nicht so mein Ding, aber es ist so genial, was sie daraus
- 9:25gemacht haben, mit alternativer Geschichtsschreibung befassen.
- 9:29Was wäre wenn? Kommen wir dann dazu und einen,
- 9:35der gar nicht so in die die Identitätsnummer geht, aber ich
- 9:39fand das so spannend, es geht im Endeffekt um parallel Universen
- 9:44und sozusagen was wäre wenn ich einfach in 20 verschiedenen
- 9:49Universen stecken würde, von einem fantastischen Autoren, den
- 9:52ich sehr verehre. Ich dachte da natürlich, also,
- 9:56dass. Ultimative.
- 9:57Was wäre, wenn aus der neuesten Zeit ist für mich tatsächlich n
- 10:01Buch dieses Everywhere, All it ones wie heißt das alles überall
- 10:05auf einmal? Ja, fantastischer.
- 10:08Film? Ja, das war für war für mich
- 10:10auch so. N was wäre wenn denn es spielt
- 10:12ja, der explodiert. Ja und das fand ich sehr sehr
- 10:17spannend, weil du merkst einfach die Erzählfreude, das hatte ich
- 10:20bei dem Buch, wo es um Paralleluniversum bei mir geht.
- 10:23Auch mit also so viel freu wo du richtig merkst.
- 10:27Der Erzähler hat so viel Spaß dabei, das das geht natürlich
- 10:31rüber in den Leser oder die Leserin, wenn man sagt, ich hab
- 10:33jetzt auch Spaß mit dir, also sind wir mal gespannt.
- 10:38Also es ist glaube ich schon so ein bisschen umfassender, also
- 10:41ich hoffe, dass wir so einen kleinen Überblick über
- 10:45verschiedene was wäre wenn es uns gegenseitig in den Schoß
- 10:48werfen können. Ich glaube auch, dass.
- 10:51Ist ja auch das Spannende die die What IFS zu entdecken, an
- 10:54die man selber noch gar nicht gedacht hat, in der Hoffnung,
- 10:57dass einen nicht wahnsinnig machen willst du dann, wenn du 3
- 11:03hast, willst du anfangen? Ich mach mal einen anfangen sehr
- 11:06gerne und zwar fange ich an mit einem wirklich Klassiker der
- 11:12alternativen Geschichtsschreibung Thema was
- 11:15wäre, wenn Hitler nicht geboren? Und da wir, wir haben das Thema,
- 11:22gibt es sehr, sehr, es ist wirklich also gerade deutsch,
- 11:25Nazi, Zweiter Weltkrieg hier the Man in the High Castle, Philip
- 11:29Dick, also es gibt unglaublich viele Bücher und Filme, die sich
- 11:34mit diesem Thema beschäftigen. Ich habe ein Buch genommen von
- 11:39einem meiner Lieblingsautoren, der hier, glaube ich, auch schon
- 11:41ein 2. Mal durch den Podcast geschickt
- 11:43wurde von mir, nämlich Stephen Fry.
- 11:46Und Stephen Frey hat Mitte der 90er ein Buch geschrieben Namens
- 11:50Making History und Geschichte machen, heißt es auf Deutsch,
- 11:56und er nimmt einen Protagonisten, der ist in
- 11:59Geschichtsstudent in Cambridge, lebt eigentlich n sehr
- 12:02gemütliches, gutes Cambridge leben.
- 12:05Und der wiederum stellt sich die Frage, was wäre denn, wenn wir
- 12:10Hitler verhindern, verhindern hätten können?
- 12:13Wäre das nicht alles irgendwie besser gemacht und der kommt in
- 12:16Kontakt mit einem Physiker. Dieser Physiker hat eine Methode
- 12:21entwickeln können, halbwegs durch die Zeit zu reisen, aber
- 12:25nicht als Mensch, sondern. Er kann Daten und Formeln
- 12:29sozusagen in die Vergangenheit rüberschicken ist n sehr
- 12:32interessanter Gedanke, der jetzt erst weitergeführt werden kann
- 12:36durch im Endeffekt. Wie kann ich Datenpakete durch
- 12:39die Gegend schicken und kann ich sie auch durch die Zeit
- 12:41schicken? Da war also wirklich mal früher
- 12:42dran als als wir jetzt sind und sie haben die fantastische Idee,
- 12:48wie können wir Hitler verhindern und zwar gehen sie noch weiter
- 12:54in die Vergangenheit, ein Jahr davor und.
- 12:58Verseuchen in Anführungsstrichen den Trinkwasserbrunnen, den die
- 13:02Familie Hitler in Braunau benutzt hat, zum Trinken und
- 13:07dort in dieses Wasser schickt der Physiker sozusagen eine
- 13:10Formel, die dazu führt, dass Hitlers Vater unfruchtbar wird,
- 13:15wie natürlich auch alle anderen, die dieses Trinkwasserbrunnen
- 13:18benutzen, aber geniale Idee, sie tun es also, die erste Hälfte
- 13:23des Buches beschäftigt sich damit, wie sie das machen, et
- 13:25cetera, PP. Und dann kommt natürlich der
- 13:28Spannende. Was wäre, wenn Teil, denn dann
- 13:30ist es geschehen. Sie schicken diese Formel hin
- 13:34und bump ändert sich die Zeit und unser Geschichtsstudent lebt
- 13:40plötzlich in einem komplett faschistisch organisierten
- 13:44Europa, einem im wirtschaftlichen Niedergang und
- 13:47auch sehr nationalistischen USA. Und er hat eigentlich alle seine
- 13:52Privilegien verloren, ist auch als schwuler Mann nicht mehr
- 13:55unbedingt jetzt so besonders gern gesehen in dieser Zeit und
- 13:59merkt, Oh verdammte Scheiße, wir haben hier wirklich wirklich was
- 14:04falsches gemacht und in diesem Abschnitt des Buches geht er auf
- 14:09die Suche nach diesem Physiker wieder.
- 14:13Der Physiker, der aus einer deutsch jüdischen Familie
- 14:16stammte. Der ist hat leider diese Ebene
- 14:22nicht mehr so ganz überlebt. Also es ist schon ne krasse
- 14:26Nummer beziehungsweise er trifft auf jemanden der der ihm
- 14:31entsprechend könnte und die beiden probieren halt wieder
- 14:33zusammenzuarbeiten und diese Information, die sie in den
- 14:36Trinkwasserbrunnen geschickt haben, hoffentlich wieder
- 14:38revidieren zu können und wie das dann revidiert werden kann und
- 14:43ob dann sozusagen ne dritte neue.
- 14:46Ebene oder Geschichtsschreibung entsteht, ist dann natürlich am
- 14:51Ende des Buches zu lesen. Aber es ist ein wirklich
- 14:55interessantes Gedankenspiel, was er führt, denn es ist so einfach
- 15:00zu sagen, wir verhindern einfach eine Person und dann wird alles
- 15:05gut, denn wir stellen in diesem Buch fest, dass es im Endeffekt
- 15:09Hitler eine. Ein radikales Symptom seiner
- 15:12Zeit war, dass die Zeit aber einfach so war, dass diese Ideen
- 15:16rumschwirrten und jemand anderes hätte es dann genommen und in
- 15:20diesem parallel Geschichte, also nachdem sie den
- 15:23Trinkwasserbrunnen vergiftet haben, hat halt ein anderer
- 15:26diese in Deutschland diese Rolle übernommen, der sehr viel
- 15:29strukturierter, weniger wahnsinnig und noch viel kälter,
- 15:32aber mit genau der gleichen harten Ideologie war, der aber
- 15:37sehr viel mehr machtbewusster es schaffte.
- 15:39Europa zu kontrollieren, und das ist ganz schön gruselig.
- 15:42Also darum gefällt mir das, glaube ich so gut, obwohl mir
- 15:48normalerweise diese alternativen Geschichten nicht so gut
- 15:50gefallen, weil ich immer denke, das ist so n bisschen einfach
- 15:53ne, wir nehmen eine Person raus und dann wird alles gut und er
- 15:56eben sagt, Nein, du kannst Geschichte nicht.
- 15:59Ändern ja, ich also gut, dass du es gerade gesagt hast, weil das
- 16:01wär meine erste Frage gewesen, ob er auch erzählt, weil das ist
- 16:04ja das spannende, Warum ist es denn jetzt nicht alles gut?
- 16:08Und ich verstehe das auch als ein Mittel, um genau das
- 16:13erzählen zu können. Ne, also es macht ja manchmal
- 16:15sozusagen das Erzählen von Geschichte leichter, weil du,
- 16:19wenn du diesen Fokus veränderst und dadurch bestimmte Sachen
- 16:21klarer sehen kannst. Und dann ist es auf der anderen
- 16:24Seite aber auch wieder sehr typisch für in dem Sinne ist es
- 16:28ja auch ne Form von Zeitreiseromanen.
- 16:31Wenn sozusagen derjenige, der in die Zeit eingreift, dafür auch
- 16:36bestraft wird. Richtig so ne, also weil es
- 16:39klingt fantastisch. Und du kennst natürlich.
- 16:42Also wir hatten schon The man in the High Castle, es tut mir
- 16:45leid, dass mir der deutsche Titel einfach gerade mal nicht
- 16:47einfällt, dann Robert Harris, Vaterland, Vaterland war
- 16:50natürlich auch ne Blockbuster n riesen Erfolg vor, keine Ahnung
- 16:55wie vielen Jahren. Im im Buchmarkt also gerade
- 16:58diese Überlegung, obwohl die spielen ja eher mit der
- 17:01Überlegung, was wäre, wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte
- 17:04oder die Nazis oder die Deutschen, also den Krieg
- 17:06gewonnen hätten. Das dreht natürlich Stephen Fry
- 17:10hier n bisschen, aber man merkt natürlich diese Wunde, die
- 17:17Deutschland in den 12 Jahren in die Weltgeschichte des 20.
- 17:21Jahrhunderts getrieben hat, ist eine Wunde.
- 17:24Die auch Kunstschaffende einfach über Jahrzehnte nicht
- 17:27losgelassen hat und wo man immer wieder sozusagen aufpullt,
- 17:31aufpullt, Aufpielt aus verschiedenen Perspektiven.
- 17:34Und ich finde, gerade die Stephen Frey Perspektive doch
- 17:37eine der interessantesten dazu. Das zu machen, ist also auf
- 17:42jeden Fall ne echt große Leseempfehlung und eh Stephen
- 17:44Frey, also was kann da schiefgehen?
- 17:48Genau das wäre also mein erster und ich fand, das war so n ganz
- 17:51wirklich n klassischer. Was wäre wenn Titel?
- 17:56Was mir als eingefallen ist zu erzählen, noch eingefallen ist,
- 17:58dass ich vor weiß ich gar nicht mehr 23 Jahren in dem Vortrag
- 18:02von einem Star Trek Wissenschaftler war, also ein
- 18:05Wissenschaftler, der der erklärt.
- 18:11Wie physikalisch die Sachen aus Star Trek eigentlich
- 18:14funktionieren könnten, so und die ja eben auch Zeitreise da
- 18:18zum Beispiel erklärt, also was was an Zeitreise an Zeitreisen
- 18:21theoretisch möglich ist und was nicht und warum nicht und so,
- 18:24und es macht an Heiden Spaß, ihnen zuzuhören, es gibt auch
- 18:27noch einen Physiker, der sozusagen die Physik aus James
- 18:31Bond Film erklärt, auch, also großartig, also wann immer
- 18:35Wissenschaftler, Wissenschaftlerinnen sich
- 18:37entscheiden, ihr wissen. Öffentlich zu teilen und das mit
- 18:42einer Freude machen und vielleicht eben auch noch mit
- 18:44Spaß und Komik verbinden. Das es gibt übrigens in in
- 18:48Großbritannien tatsächlich eine eine Professur.
- 18:51Wahrscheinlich gibt es sogar verschiedene für die öffentliche
- 18:54Vermittlung an von Wissenschaft. Ja, das.
- 18:57Find ich so, ich weiß nicht. Habt ihr das in Deutschland auch
- 18:59OK, weil ich find das fantastisch, also sozusagen
- 19:02wirklich, wie kriege ich die Information natürlich
- 19:05runtergebrochen, aber so, dass sie nicht total verfälscht sind
- 19:08und trotzdem allgemein verständlich an die Leute.
- 19:11In, in, in, in, in inzwischen ein sehr, sehr großes Feld, auch
- 19:14Wichtigerweise. Sehr, sehr beachtet, stark
- 19:18gewachsen in den letzten 15 Jahren.
- 19:20Cool, das kann ich sagen, weil ich in dem Bereich arbeite.
- 19:22Was wusstest du? Wahrscheinlich schön, mit einer
- 19:24Fachfrau zu reden. So, aber das war jetzt, das war
- 19:28jetzt wirklich nur, weil ich gerade an den Hubert Cit denken
- 19:31musste, an den Hubert Cit, Hubert Cit, an den Star Trek
- 19:34Wissenschaftler wirklich, und er tritt auch mit einer Star Trek
- 19:36Uniform auf und so, und er macht das wirklich.
- 19:38OK, er ist wirklich auch tracky Fan.
- 19:39Ja, er ist wirklich so Tracky, das ist ne große Freude.
- 19:42Klasse. Also ich fange, ich fange mit
- 19:48dem Buch an, was das allererste war, an das ich gedacht habe,
- 19:52als wir dieses Thema festgelegt haben und was für mich wirklich
- 19:55der Inbegriff von was wäre, wenn es, und es ist ein phänomenaler
- 19:59Roman, und ich füge dir jetzt wahrscheinlich Schmerzen zu,
- 20:04denn ich rede über Paul Auster. OK.
- 20:08Ah nee, nein, nein, nein. Also das Hey, Paul Auster, also
- 20:14es gibt ein Buch, was ich fantastisch von ihm finde,
- 20:16ansonsten finde ich seine Frau sehr fantastisch und ich weiß,
- 20:19das ist für mich wie wir, was wir vor 2 Wochen hatten mit
- 20:24Nabukov und ellingway Ich finde, Auster ist jetzt nicht so brutal
- 20:27hetero wie die beiden anderen, aber.
- 20:30Komisch manche, manche berühren einfach nicht so, aber dann weiß
- 20:33ich jetzt auch, um welches Buch es gehen wird.
- 20:35Es geht um 4321, ein Schinken. Oh und was für einer.
- 20:42Ich hab das und wieder mein geborgtes Buch, ich hab es
- 20:44nämlich meiner Schwester mal zu Weihnachten geschenkt und mir
- 20:46dann von ihr geborgt, als sie es gelesen hatte und sie wollten es
- 20:49aber zurück haben, weil ich nicht damit gerechnet habe, dass
- 20:53man Auster so gut gefällt, sonst hätte ich mir den gekauft.
- 20:57In dem Buch wird im Grunde. Das Leben eines Jungen in 4
- 21:01Versionen erzählt. Und das macht Paul Auster so, so
- 21:07geschickt. Also er erzählt es nicht
- 21:09nacheinander weg, sondern es wird immer wieder verwoben, man
- 21:13muss auch ganz schön aufpassen beim Leben, lesen und und und
- 21:15gucken, bei welcher Version bin ich denn jetzt gerade, wir reden
- 21:18von Archibald, was für ein furchtbarer Name, Ferguson.
- 21:23Was hast denn du gegen Ferguson? Entschuldigung, nur ganz, ganz
- 21:28kurz naht, dass ich die richtig verstanden habe.
- 21:30Also das ist nicht 4 Kapitel und 4 verschiedene, sondern es wird
- 21:34durcheinander. Es wird, es wird durcheinander
- 21:36erzählt, so dass du, dass du halt auch quasi immer im
- 21:40gleichen Alter bist. Und da die, die die Unterschiede
- 21:43siehst und es lohnt sich wirklich, das relativ am Stück
- 21:46zu lesen, weil es natürlich leichter ist, sich noch zu
- 21:49erinnern. Warte mal, das ist jetzt.
- 21:51Die Versionen der Adjibald als Junge vom Baum fiel und das
- 21:55hatte dann diese Folgen. Ne also um um um da drin zu sein
- 21:57und das lohnt sich sowieso wirklich, es ist es ist 1 der
- 22:00allerbesten Bücher überhaupt, es ist wirklich richtig, richtig
- 22:03großartig. Hat mich total total umgehauen
- 22:08und es und es ist nicht so, dass es quasi ein singuläres Ereignis
- 22:12gibt, das dann dazu führt. Hier splittet sich das auf in
- 22:16vielen Leben, sondern das ist völlig außerhalb der
- 22:19Einflussmöglichkeiten des Jungen.
- 22:21Das ist etwas was, was irgendwie vorher schon schon passiert,
- 22:25also es beginnt quasi mit der Einwanderung von von seinem
- 22:29Großvater aus Russland nach New York, und da gibt es ein
- 22:33sprachliches Missverständnis und.
- 22:34Aus dem auch dieser Name Ferguson entsteht.
- 22:37Und da haben wir dann also quasi so diesen Zufall da schon drin,
- 22:40ne, also das ist wirklich, das hat nichts eigentlich mit dem
- 22:43eigentlichen Namen zu tun, es ist Zufall, dass er diesen Namen
- 22:47bekommt und so Identität, ein äußerer Einfluss auf Identität
- 22:51also, und dann ja, also gibt es halt 4 parallel geführte Leben
- 22:57durch, durch die wir durchgehen. 4 parallele Erzählstränge und du
- 23:02hast immer denselben Kerncharakter.
- 23:05Also der Ferguson ist in ganz vielen Stellen immer Ferguson,
- 23:10obwohl ganz vieles sehr, sehr anders wird und es gibt ein paar
- 23:14Elemente, die auch immer gleich sind.
- 23:17So, das fand ich total schön, das auch zu entdecken, das hat
- 23:20so eine Neugier gemacht, was was, was behält er in allen
- 23:23Vieren dabei und seine Eltern sind mal zusammen, mal nicht.
- 23:29Also da, da gibt es ne große Bandbreite und ich glaube es
- 23:32macht einen Heidenspaß, das zu schreiben und man braucht aber
- 23:36wahrscheinlich auch ne Datenbank ungeheuren Ausmaßes um den
- 23:39Überblick zu machen. Also n Autor und sowas.
- 23:41Das frag ich mich ja immer, also ganze Wände vollgeklebt mit Zeit
- 23:45zeitleinen das. Darf ich kurz mal nur Fragen, um
- 23:50um mich zu verorten? Ich nehme an, wir sind in
- 23:52Amerika. Wir sind, wir sind in Amerika.
- 23:54Genau, wir sind ja und archible ist, also haben wir, ist das
- 23:58wirklich einfach nur ein gewisses Alter, bleibt er immer
- 24:01in allen 4 Ebenen einfach ein Kind oder gehen wir auch ins
- 24:03Erwachsene? Nein, der wird erwachsen.
- 24:05Das ganze Leben. Das ganze Leben.
- 24:08Und in welcher Zeit kannst du ungefähr sagen, wann wir also.
- 24:12Also. Dass 60er 70er also es ist, es
- 24:18steckt viel drin von Paul Auster selbst, das kann man in jedem
- 24:22Fall sagen. So also, das heißt, wir
- 24:25begleiten also auch ein Kind im Heranwachsen in unsere Zeit
- 24:30hinein, okay also auch etwas, was wir alles aus der Literatur
- 24:34schon schon kennen. Es gibt eine eine Frauenfigur,
- 24:38die in allen 4 Versionen auftaucht und.
- 24:43Und in der einen ist sie seine große Liebe, und das ist, glaube
- 24:46ich, auch direkt die erste und es ist sehr, sehr schön, das zu
- 24:50lesen. Und es ist dann aber schwierig,
- 24:51wie es halt so ist in der Literatur und in einer Version
- 24:55ist sie seine Stiefschwester, weil seine Mutter und ihr Vater
- 25:00heiraten, und oh, das ist so, Oh, also ein genialer.
- 25:05Mann sehr. Gut, aber AUA und und und die
- 25:09beiden. Haben ja trotzdem diese Nähe und
- 25:12Vertrautheit und Sie wissen aber irgendwas da ist daran nicht
- 25:16okay und und und verboten und und das führen sie immer mit und
- 25:20es hat so eine Ebene, also es ist, als ob du als Leser quasi
- 25:23eine Metaebene kennst und weißt, so soll das jetzt gar nicht
- 25:28sein, es sollte doch anders sein und und ihr steckt jetzt da fest
- 25:31und ihr kommt doch nicht raus, es ist wirklich, es ist brillant
- 25:34und es gibt Bücher, die in allen 4.
- 25:38In allen 4 Leben auftauchen und die immer ganz, ganz viel
- 25:41bedeuten. Also es sind die gleichen
- 25:43Bücher. Das sind die gleichen Bücher.
- 25:44Also es gibt auch unterschiedliche Bücher, aber es
- 25:46gibt Bücher, die die Wiederkehren, und das sind
- 25:50wahrscheinlich Bücher, die bei uns allen wiederkehren.
- 25:53Manche haben auch schon gesprochen, also Madame Bovary
- 25:55zum Beispiel oder das wunderbare To Color Mocking Bird.
- 25:58Wer die Nachtigall stört, ja, und das die Abenteuer von
- 26:04Huckleberry finde, also also das zu entdecken ist, ist eine große
- 26:07Freude. Was nicht gleich ist, ist seine
- 26:12seine sexuelle Identität. Die ist die, die, die variiert.
- 26:17Tatsächlich ist auch total spannend, das zu lesen, also was
- 26:21lebt er eigentlich unter welchen Bedingungen aus und und manche,
- 26:28also ich erinnere mich, es gibt es gibt eine ganz lange Passage,
- 26:31die ist so unfassbar traurig, dass das ist so so schwer mit
- 26:36dem, da ist ja so ein Teenager mit ihm da so durchzugehen und
- 26:39seiner Mutter, und, und das ist so berührend und und du sitzt da
- 26:44mit den beiden, du gehst mit den beiden ins Kino und versuchst
- 26:47irgendwie durch diese Zeit so durchzukommen, das ist wirklich
- 26:49so toll, ich habe dieses Buch so gern gelesen, ich glaube, ich
- 26:53hoffe, das hört man. Das.
- 26:55Hört man, es ist grandios. Es ist wirklich grandios.
- 26:58Ist er, ist er vom Grundcharakter immer der
- 27:01Gleiche. Nehme ich an.
- 27:02Also es gibt sozusagen Charakteristika, die ja.
- 27:04Einfach sehr für ihn spezifisch sind und bleiben.
- 27:07Genau. Und trotzdem ist auch das
- 27:09variiert, das natürlich mit dem, was ihm im Leben passiert, ne,
- 27:13also ob er dann dann eher zurückhaltender, depressiver
- 27:17wird, ne in. Den 3 von den 4 Leben stirbt er
- 27:24und der Vierte ist sozusagen der Erzähler.
- 27:27Dann im Grunde das ist. Auch ne Grunde Sache.
- 27:31Ich meine so, es ist natürlich eben n Füllhorn für ne Autorin
- 27:34ne, also das ist tolle Idee, ich find es besonders, also ich
- 27:38dachte immer aufgrund des Titels 4321.
- 27:41Dass es wirklich einfach stumpf in Anführungsstrichen 4
- 27:45Geschichten des gleichen Lebens sind, aber halt in 4
- 27:47verschiedenen Varianten. Aber das was du sagst, gerade
- 27:50vom Aufbau her, dass es also durcheinander gemischt wird und
- 27:53man schon verdammt aufpassen muss, als Leserin oder als
- 27:57Leser. Das finde ich natürlich
- 27:59anstrengend, aber auch total spannend.
- 28:01Also das macht das Ganze natürlich richtig geil.
- 28:04Und und du siehst halt auch, welchen Einfluss Zufälle haben.
- 28:07Ne, weil du ja dann mitunter wirklich an die gleichen
- 28:12Schauplätze so kurz hintereinander gerätst in in
- 28:15verschiedenen Versionen und und das das ist, das ist mega, also
- 28:20das ist auch so als als Gedankenexperiment macht es
- 28:23total viel Spaß, da da im Kopf mitzugehen und.
- 28:27Und er schreibt einfach so verdammt gut.
- 28:30Ja, du. Bist so besetzt, dass es total
- 28:33geil ist. So schön dir dabei zuzusehen, wo
- 28:35du wirklich aber so strahlst bei diesem Buch.
- 28:40Und ich finde, es haut auch alles hin.
- 28:42Ich meine es ist es ist ein Monique Buch, Das Ding hat
- 28:44mindestens 7000 Seiten und du so ja mein Blog.
- 28:51Toll, das ist also ja, es ist komisch mit mit mit Paul aus und
- 28:55mir, also ich, es gibt diese, das Buch, die Musik des Zufalls,
- 28:59heißt es, glaube ich, was eine so tolle Geschichte ist.
- 29:03Da spielen 2 Poker und der eine verliert und seine Aufgabe als
- 29:06verlieren ist bei dem anderen eine Steinmauer in den Garten zu
- 29:10gehen. Also es ist ne ganz kleine
- 29:12Geschichte und was damit passiert ist einfach so
- 29:16sensationell und wirklich lustig und es ist ist auch einfach nur
- 29:18ne kleine Geschichte, nichts weltbewegendes.
- 29:21Ich glaube, ich bin einfach nie so richtig reingekommen in seine
- 29:25Manhattan Trilogie, also also in die wichtigen, in
- 29:28Anführungsstrichen wichtigen Sachen.
- 29:30Ne, das ist vielleicht habe ich da einen falschen Anfang gehabt
- 29:33oder weil dieses 4321 klingt zugegebenermaßen wirklich
- 29:37ziemlich geil. Und das also Manhattan Trilogie
- 29:40fand ich jetzt auch nicht. Ich glaube da war ich einfach
- 29:42nicht so die Richtige dafür und es gibt ein Zitat von ihm.
- 29:46Das also, das soll jetzt nicht übertrieben klingen, wenn ich
- 29:49sage, das hat mir das Leben gerettet, aber aber irgendwie
- 29:51hat es mir das Leben gerettet, dass dieses Stories, wie war
- 29:55denn das Stories Happen to people who are able to tell
- 30:00them? Wow.
- 30:02Ja ja meine Güte, das ist wie sagtest du, was würde deine
- 30:08Tochter sagen, Deep ja. Das ist Dieb, das ist Dieb.
- 30:13Toll, was übrigens auch Dieb ist, ist unsere Boah, das ist so
- 30:17Unordnung, was ich hier gerade mache, was einfach auch Dieb
- 30:19ist, ist natürlich unsere Information, die ihr in unseren
- 30:24Shownotes findet, also alles zu Büchern, zu Autoren, Autorinnen,
- 30:28Übersetzern, Verfügbarkeit, Verlage und so weiter dort
- 30:31findet ihr wie immer auch Information darüber, falls ihr
- 30:34uns unterstützen wollt, wie ihr das machen könnt.
- 30:38Und wir freuen uns natürlich immer über jegliche Form von
- 30:41liebe, Sternen, großen Kommentaren, aber auch ganz
- 30:44schnöde über Kohle, denn einige Sachen wollen finanziert werden.
- 30:47Wie ich nämlich gerade festgestellt habe.
- 30:49Ich bin ja so ein Kindchen, was einfach immer nur in den Wolken
- 30:52lebt und gar nicht wusste, ach so, für die Datenbanken, die wir
- 30:54benutzen, müssen wir Geld zahlen, ich meine darüber denkt
- 30:57doch kein Mensch nach, jetzt wisst auch ihr es, liebe
- 30:59Freunde. Also wenn es etwas gibt, was sie
- 31:02mit uns teilen wollt, könnt ihr das dort machen, wenn es etwas
- 31:06gibt, was sie inhaltlich mit uns teilen wollt, dann könnt ihr uns
- 31:08gerne besuchen auf unserer Instagram Seite wollte ich schon
- 31:12sagen auf unserem Instagram Profil, das heißt wie ihr euch
- 31:15denken könnt im Bett mit Buch eigentlich mit unterstrichen
- 31:18geschrieben, aber wenn ihr es einfach so Eingebt findet ihr
- 31:20uns sicherlich auch. Wir freuen uns über Euren
- 31:23Besuch. Ja.
- 31:27Paul Auster. Ja, das.
- 31:29Weißt du, was ich so so so krass finde?
- 31:32Also gut, mit Stephen Fry habe ich jetzt wenigstens einen
- 31:35Briten gehabt, aber du hast jetzt ja wirklich einen
- 31:37Uramerikaner gehabt mit Paul Auster.
- 31:39Ich hab jetzt auch nur noch Amerikaner, ich bin mal sehr
- 31:41gespannt was du noch hast, aber ich mache mal den nächsten
- 31:44Amerikaner, Amerikaner und zwar ist das ein etwas jüngerer
- 31:48Autor, den ich großartig finde und unfassbar unterhaltsam.
- 31:51Das ist Max Berry. Ich weiß nicht, ob wir jemals
- 31:54über Max Berry, das ist jetzt auch keine hohe Literatur, ne,
- 31:57aber ich meine, das haben wir auch lieber Haupt gewählt.
- 32:00Max Berry hat mir schon von Anfang an wirklich mit dem
- 32:03Großteil seiner Bücher einen Heidenspaß gemacht.
- 32:07Ich werde sicherlich in irgendwelchen Folgen auch noch
- 32:09mal auf ihn kommen und ich komme jetzt aber auf sein, ich würde
- 32:13fast sagen wollen, neuestes Buch, also zumindest ist es 2024
- 32:17geschrieben worden. Und es hat den wunderschönen
- 32:20Titel, die 22 Tode der Madison May und ich hatte ja vorab schon
- 32:25gesagt, dass ich auch eine Geschichte habe, wo es um
- 32:28Paralleluniversen geht und was er da macht, ist wirklich ganz
- 32:33großartig. Also es geht erst mal, fängt
- 32:35erst mal damit an, dass Madison May die titelgebende Figur in
- 32:38diesem Buch überhaupt nicht die Hauptperson des Buches ist.
- 32:41Denn wie der Titel schon Insinuiert, die Frau stirbt
- 32:44einfach nur die ganze Zeit. Es geht nämlich eigentlich um
- 32:47eine Journalistin namens Felicity Staples CGPT würde
- 32:52sagen, sie ist Polizistin, nein, ist sie nicht, sie ist
- 32:54Journalistin, Reporterin und sie wird purer Zufall, wird sie
- 32:59Zeuge eines Mordes, nicht, sie ist nicht dabei beim Mord, aber
- 33:04sie kriegt mit, was passiert ist.
- 33:06Sie kriegt mit, wer der Täter war, und sie verfolgt ihn immer.
- 33:10Eine schlechte Idee, aber sie ist halt Reporterin, was soll
- 33:12man tun und sie verfolgt ihn bis in einen u Bahnhof hinein und
- 33:18dann passiert irgendwas erstaunliches und er ist einfach
- 33:21plötzlich weg und sie steckt in einem U Bahn Schacht und dort
- 33:25sieht sie ein kleines metallenes Ding das nimmt sie in die Hand
- 33:29und dann. Ist sie kurz nur weg, aber dann
- 33:32ist sie wieder da. Sie ist gerettet, sie steigt
- 33:34wieder aus der U Bahn raus und führt ihr Leben weiter.
- 33:36Sucht natürlich weiter nach diesem Mörder und plötzlich
- 33:39merkt sie, kleine Sachen haben sich hier verändert.
- 33:42Also ich hatte doch 2 Katzen zu Hause, warum habe ich jetzt nur
- 33:45noch eine also sie lebt mit ihrem Freund und Katze und das
- 33:48sind so ganz kleine Sachen wo man denkt okay was passiert hier
- 33:51denn und irgendwann kriegen wir mit Oh okay sie ist in einem
- 33:56Paralleluniversum gelandet, denn was passiert ist Sie sucht nach
- 34:01diesem Mörder und natürlich als Reporterin hat sie
- 34:04Möglichkeiten, Sachen rauszufinden, und sie kriegt
- 34:07plötzlich mit, dass eine Frau namens Madison May ermordet
- 34:12wurde und sie so entschuldige mal, aber das ist doch die, die
- 34:14eben gerade schon ermordet wurde, und dann denkt sie, Oh,
- 34:17die Frau wurde schon wieder ermordet und es ist wieder der
- 34:20gleiche Typ. Und dann?
- 34:22Wir wissen, wo die Reise hingeht, sie verfolgt diesen
- 34:25Typen von Paralleluniversum zu Paralleluniversum, und er hört
- 34:28nicht auf, diese Madison May umzubringen, und der Hintergrund
- 34:31dessen, dass er macht, ist, dass er sich einmal in die in seiner
- 34:35ursprünglichen Welt, sozusagen in Madison May verliebt hat.
- 34:37Ich glaube, als Schauspielerin, große Liebe, das ist die Liebe
- 34:40seines Lebens, die erwidert sie aber nicht, und warum auch immer
- 34:44er die Mittel hat, durch diese Paralleluniversen zu reisen, er
- 34:47nutzt es, um die für ihn perfekte Form der Madison May zu
- 34:50finden, egal. Weil die hat auch immer n
- 34:52anderen Beruf. Mal ist sie Lehrerin, mal ist
- 34:54sie Immobilienmaklerin und jedes Mal, wenn sie seine Liebe nicht
- 34:58erwidert, bringt er sie halt um und Felicity wiederum reist ihm
- 35:05also hinterher, probiert ihn zu verhindern.
- 35:07Es ist wie ein unfassbar spannender Krimi, es ist n
- 35:10Krimi, nicht nur wie es ist, ein unfassbar spannender Krimi.
- 35:13Der natürlich genau damit arbeitet, mit genau dieser was
- 35:16wäre wenn Ebene, also was, was wäre denn wenn jetzt das
- 35:20passiert, wenn jetzt das passiert, wenn jetzt und es hört
- 35:22und hört und hört nicht auf und sie kommt ihm immer näher, es
- 35:25ist treibt riesig, Max Barry bringt dazu auch noch
- 35:28unglaublich viel Spaß, also der ist jetzt kein Heartbold und wir
- 35:32sind alle cool, sondern der hat so n bisschen kirkin ist drin,
- 35:34da sind auch manchmal seltsame Charakter mit drin und das ist
- 35:37das wo du einfach merkst, der hat so viel Spaß an dem was er
- 35:40hier gerade macht und das. Merkt man eigentlich bei allen
- 35:42seinen Büchern tolle Auflösung, also sehr, sehr spannende
- 35:46Auflösung, denn er stellt sich wieviel, das hast du bei
- 35:48Zeitreisen Geschichten ja auch die Frage, was passiert
- 35:51eigentlich mit der Welt, mit diesen Bruchstellen, wo
- 35:54paralleluniversen sich begegnen, so sie denn tun, wenn da zu
- 35:57viele Leute durchreisen wird das porös, bricht das zusammen,
- 36:00verstärkt sich das, ist das möglich, also er geht auch n
- 36:02bisschen in diese Überlegungen rein und es ist bis zum Ende hin
- 36:06spannend und das Schöne ist, das Liebe ich immer sehr wenn
- 36:10eigentlich eine Geschichte zu Ende erzählt ist.
- 36:12Also im Falle eines Krimis, sie hat den Täter gefunden, aber es
- 36:16danach noch eine Kleine, nennen wir es mal Epilog Nummer gibt,
- 36:20die ganz besonders gut gelungen ist.
- 36:24Also dass es wirklich ein so angenehmer, wie gesagt, wirklich
- 36:28hat herzlich wenig mit großer Literatur zu tun, aber so ein
- 36:32schönes Buch, mit dem man sich gerade, ehrlich gesagt in einem
- 36:35schmierigen Berliner Februar Tag einfach aufs Sofa kloppt.
- 36:40Oder auf den gemütlichen Flauschteppich und einfach mal
- 36:44ein paar Stunden verstreichen lässt und sich richtig gut
- 36:47unterhalten fühlen. Kann, wenn ihr nicht sowieso
- 36:48schon den ganzen Februar mit Paul Auster verbringt.
- 36:51Das stimmt. Also ich glaube auch ein ganzer
- 36:53Monat 4321, da passt auch kein anderes Buch mehr dazwischen.
- 36:58Aber das klingt, das klingt nach einem tollen Buch.
- 37:01Es ist schön und es bringt vor allen Dingen weißt du, du hast
- 37:04ja oftmals die Überlegung. Klar, in unserem Alter.
- 37:07Was liest man gerne, aber auch ich kenn das ja aus dem Laden
- 37:10auch oft ne, dass irgendwie Leute fragen, ach Gott und was
- 37:13soll ich denn meiner 24 jährigen nicht oder so ähnlich wo ich
- 37:16denke das ist so n all ager also das kannst du echt schon den den
- 37:19jungen, du kannst aber auch den alten, das ist wirklich so n
- 37:22Buch was einfach eigentlich? Alle, die ein bisschen Spaß
- 37:26haben, an etwas abgedrehteren Geschichten wirklich ohne
- 37:28Probleme in den Februar geburtstagstisch in vor allen
- 37:32Dingen auf den Februar geburtstagstisch werfen kannst.
- 37:36Ja, also Augen auf für alle, die jetzt im Februar Geburtstag
- 37:40machen. Ich, Monique, bleibst du in
- 37:43Amerika mit uns oder reist du woanders?
- 37:45Hin. Ich reise woanders hin, ich
- 37:46Reise nach Großbritannien, also zumindest die Authorin ist aus
- 37:50Großbritannien eine Authorin. Und das ist ein ganz anderes.
- 37:54Was wäre wenn? Ich habe für dieses
- 37:57individuelle, was wäre wenn einfach kein Buch gefunden, was
- 38:00auch nur annähernd, was ich auch nur annähernd mit Paul Auster da
- 38:05irgendwie jetzt hätte aufführen wollen.
- 38:08Ich bin auf ein paar Bücher gestoßen, die natürlich
- 38:11ähnliches machen, da gibt es ja einiges, aber das war mir dann
- 38:14alles, ich dachte, das kann ich jetzt nicht neben Paul Auster
- 38:16stellen, das geht überhaupt nicht um einen, das kann nur
- 38:19verlieren und das eine. War dann war dann auch von der
- 38:22Autorin, die ich bei Krimis mit drin hatte, die ich extra dafür
- 38:25gelesen habe, und die fand ich nicht gut und ich lese, ich kann
- 38:29einfach, ich kann doch nicht wieder was von ihr lesen, in der
- 38:31Hoffnung, dass das besser wird. Deshalb habe ich gelassen und
- 38:35habe was ganz anderes genommen, nämlich ein Buch, in dem die
- 38:38Welt ein bisschen anders funktioniert und das nicht von
- 38:41vornherein so ist, sondern das kommt quasi in die Welt hinein,
- 38:46und wir schauen uns mit an, was. Was macht das mit unserer Welt?
- 38:50Das Buch ist von Naomi Orderman heißt die Gabe auf Englisch the
- 38:54Power, Ich glaube jetzt 2018 rausgekommen 2019 bin ich mir
- 38:59nicht ganz sicher und ich glaube ja schon echt relativ viel
- 39:03gelesen, ich glaube es gilt als feministisches Buch oder findet
- 39:08man irgendwie so in dem Bereich, es ist es ist vor allen Dingen
- 39:13auch ein sehr sehr spannendes Gedankenexperiment, bei dem wir
- 39:17mit dem wir da reingehen und es, ich finde, die Autorin hat hat
- 39:21einen sehr, sehr coolen Move gefunden, wie sie das ganze
- 39:24Einpackt, erzähle ich gleich, ich fange mal an mit dem, was
- 39:27eigentlich die Grundidee von diesem Buch ist, und zwar diese
- 39:30Gabe, die oder die Grundidee des Buches ist.
- 39:36Was wäre denn, wenn Frauen Männern körperlich nicht
- 39:40unterlegen, sondern überlegen wären, und würde das sozusagen
- 39:44den Weltverlauf ändern? Und um das möglichst sichtbar zu
- 39:49machen, verleiht sie in ihrem Buch Frauen die Gabe, aus ihren
- 39:54Händen Stromstöße auszusenden. Und das fängt quasi an, dass so
- 40:00ein paar Teenager Mädchen das irgendwie entdecken und so ein
- 40:04Knistern spüren. Und dann so einen Lichtbogen
- 40:07zwischen ihren Händen entstehen lassen können und irgendwie so
- 40:10ganz begeistert davon sind, so ein kleines Internet also.
- 40:14Die Gabe entsteht neu, die ist nicht keine Welt, wo die
- 40:17entschuldige, sorry. Also also die entsteht neu, wird
- 40:22aber. Also es gibt verschiedene
- 40:24Theorien, okay so und. Und wir haben verschiedene
- 40:29Personen, mit denen wir sozusagen unterwegs sind.
- 40:31Verschiedene Erzählperspektiven, die eine Erzählperspektive ist
- 40:35ein ein Journalist Tunde aus Nigeria, der das selber am
- 40:41eigenen Leib spürt, also er ist in ein in ein Mädchen verknallt,
- 40:48die so ein bisschen mit ihm spielt und und er spielt so mit
- 40:51ihr und und als sie miteinander rangeln sind.
- 40:56Der sendet diesen kleinen Strumpfstoß ab und er ist total
- 40:59geschockt. Was ist hier passiert, was
- 41:01passiert und kann es nicht fassen und und und schämt sich
- 41:04und traut sich das keinem zu erzählen, also auch da, was sie
- 41:07da eigentlich umdreht, also die Folgen von Gewalt.
- 41:10Und die Scham der Opfer. Und die Scham der Opfer.
- 41:12Spannend. Und Tunnel filmt dann wenig
- 41:16später in einem Supermarkt ein, weil er spürt, genau hier wird
- 41:22jetzt was ähnliches passieren, er kann dieses Knistern der
- 41:24elektrischen. Zität spüren und er riecht auch
- 41:27irgendwas spezielles und, und da gibt es eben eine Frau, die
- 41:31einen Mann, der zu ihr sagt, jetzt Lächel doch mal so Bruch
- 41:36voll voll den Schock verpasst und er fällt halt um und er
- 41:39filmt es, stellt es ins Internet ziehen, n sieht es, kauft es ihm
- 41:43ab und er wird Journalist, also er, er ist dann derjenige, der
- 41:48um die Welt reist. Und diese?
- 41:50Und diese Phänomene, diese Fälle begleitet.
- 41:53Und damit wir auch richtig, richtig drin sind in dieser
- 41:56Welt, die hier beschrieben wird, hat die hat die Autorin, es gibt
- 42:01quasi so was wie ein Vorwort, das sind 2 Briefe, der eine
- 42:05Brief ist von einem Mann, und in diesem Brief schreibt der Mann
- 42:10eben diese Autorin, dass er vorhat, ein Buch zu schreiben,
- 42:14und zwar ein Buch, in dem Frauen noch gar nicht die Herrschaft
- 42:19haben. Sondern ne Fähigkeit bekommen,
- 42:21die die, die sie dazu ermächtigt, die Herrschaft zu
- 42:24haben und führt das Ganze so aus und sie antwortet ihm, dass sie
- 42:28das ne total tolle Idee findet und so und auch so sein
- 42:31Gedankenspiel, wie wäre das, wenn Männer nicht die
- 42:33Unterdrückten wären und so und wow kann man ja alles mal denken
- 42:37und wenn er sich jetzt so ne Sorgen macht wie dieses Buch
- 42:39rezipiert wird und so ob er das nicht vielleicht einfach unter
- 42:42einem Frauennamen schreiben will, das wäre vielleicht
- 42:44leichter. Das ist ja fantastisch.
- 42:46Das ist fantastisch. Wirklich.
- 42:48Oh, was für ein Vexierspiel. Und dann, und das ist am Anfang
- 42:51wirklich ich, habe das irgendwie zweimal gelesen, um da so
- 42:53richtig reinzukommen, und dann kommst du rein in die Geschichte
- 42:56und dann hat sie zwischendurch immer so Illustrationen
- 42:58eingewoben, die sozusagen archäologische Funde zeigen, wo
- 43:04frühe weibliche Gottheiten zu sehen sind, die dieses Zeichen
- 43:07auf der Hand haben von der Elektrizität oder wo, wo?
- 43:14Verstümmelte Männer zu finden, sind als Opfergaben und so was
- 43:17alles. Das zieht sich da durch und
- 43:19manchmal hat sie auch so. Also Chatprotokolle drin aus so
- 43:23einem ganz schlimmen Internetforum, wo sich Männer
- 43:27zusammen, also ganz schlimm also aus einem Internetforum, wo sich
- 43:32Männer zusammenfinden und darüber reden, wie sie
- 43:36unterdrückt werden und es. Also ein bisschen abdriften in
- 43:40so eine Schwobelei, könnte man sagen und und es so ganz
- 43:44unterschiedliche Ebenen sind. Und so wird es da eine
- 43:47Radikalisierung geben, wird es die nicht geben, also echt
- 43:50spannend, und es ist ein bisschen, als wenn die Realität
- 43:53so so rumgeflippt wurde, macht viel Spaß, sehr sehr coole Idee
- 43:59und wir wir, also wir haben einmal den Journalisten, dann
- 44:02haben wir natürlich ganz viele Frauen, die wir begleiten, da
- 44:05ist zum Beispiel eine. Also Roxy, die als kleines
- 44:11Mädchen mit ansehen muss, wie ihre Mutter umgebracht wird.
- 44:15Und es stellt sich dann raus, dass Roxy die Tochter eines
- 44:19großen Mafia Bosses war. In Kriminellen ist.
- 44:20Ich weiß gar nicht, ob es ein Mafia Boss ist, aber ein sehr
- 44:23sehr gut vernetzter, sehr erfolgreicher Krimineller und
- 44:27Roxy entwickelt extrem starke Fähigkeiten, also die sind
- 44:32unterschiedlich stark ausgeprägt, diese diese diese
- 44:35elektroshop Möglichkeiten von Frauen und.
- 44:37Und kann dadurch sozusagen echt auch ein Imperium aufbauen.
- 44:42Und Ach, Rockys Geschichte ist super.
- 44:45Spannende Rockys finde ich auch, die ist irgendwie auch so so
- 44:49sympathisch, wenn das sehr ambivalent ist, dann gibt es
- 44:52eine Politikerin Margot Creery, und da ist man am Anfang, bei
- 44:57mir ging es zumindest so, dass ich die eigentlich auch ganz
- 44:59cool fand, und die hat eine Tochter, die ist Teenagerin und
- 45:02bei der ist es so schwierig mit der Gabe und und.
- 45:05Und, und, und. Die ist in den USA und da ist es
- 45:08eigentlich, das ist irgendwie verpönt und es wird dann
- 45:10versucht, das Ganze zu kontrollieren und in
- 45:13öffentlichen Ämtern sollen keine Frauen sein, die das Ganze
- 45:15haben, und wir haben ja am Anfang, also quasi diese
- 45:18Teenager, Mädchen, die das haben, aber wenn die eine
- 45:20erwachsene Frau berühren, dann übertragen die das, dann kann
- 45:24sozusagen der Strang, also das ist so ein Organ, dass bei den
- 45:27Frauen irgendwie ja so vom vom von der Halsschlagader über über
- 45:32den den. Übers Brustbein sich so
- 45:36hinzieht. Und da spüren die das dann eben
- 45:38auch sehr, sehr körperlich, weil das kann aktiviert werden und
- 45:42neugeborene Mädchen haben das von Anfang an und dann kommt es
- 45:45natürlich auch zu solchen Sachen, dass dass Jungs sich als
- 45:48Mädchen verkleiden, um stärker zu wirken und so, und und es
- 45:51gibt so eine kleine Side Story, das ist so ein amerikanisches
- 45:56Frühstücksfernsehen, ich glaube amerikanisch und.
- 45:58Wo eine Moderatorin und ein Moderator sind, die sich
- 46:01unterhalten. Und am Anfang ist es ganz klar,
- 46:03sie ist der Sidekick und dann wandelt sich das so und er ist
- 46:06einer von diesen Männern in dem Forum und dann fliegt er raus
- 46:09und dann kommt ein neuer Mann und der ist total unterwürfig
- 46:12und und ist der Sidekick und die Frau ist sozusagen der Morning
- 46:16Show Star. Es ist eine große Freude das zu
- 46:19lesen und es ist zeitlich aufgebaut so.
- 46:25Das fängt an mit 10 Jahre vorher, 8 Jahre vorher und du
- 46:29denkst dir, was ist denn da am Ende, wo laufen wir denn drauf
- 46:31hin und es ist tatsächlich ein sehr, sehr großes Desaster, auf
- 46:34das wir zulaufen und also mir hat es wirklich viel Spaß
- 46:38gemacht, literarisch ist es gut, vielleicht nicht überragend oder
- 46:46so musst du es aber auch nicht, ne ist ne sehr geile Idee.
- 46:50Mit. Und es klingt vor allen Dingen
- 46:51nach so vielen geilen Umsetzungsideen.
- 46:54Also die Idee mit den beiden Briefen vor Wort, fantastisch
- 46:58die Idee Tunnel hieß er, Tunnel, also einen einen männlichen,
- 47:02einen Zufallsbeobachter zum Journalisten werden zu lassen,
- 47:05der das beobachtet, aus männlicher Sicht heraus
- 47:08fantastisch, also so viele, und ich finde interessant, dass du
- 47:13auch sagtest, dass es natürlich verschiedene Auswirkungen der
- 47:15Kraft hat. Was hier so reell ist, weil also
- 47:18auch ohne solche Kräfte einige Menschen sind stärker, andere
- 47:21sind schwächer, einige können schnell laufen, andere nicht.
- 47:23Also jeder hat halt seine speziellen Fähigkeiten, aber
- 47:27krass natürlich die Idee, dass Mädchen das an Frauen
- 47:31weitergeben können, sozusagen wow, also ich weiß das war ne
- 47:35riesen Hit damals im Laden und ich kriegte auch mit so n
- 47:39bisschen mit den Stromschlägen und das.
- 47:42Der feministische Aspekt aber du hast mir das gerade sehr geil.
- 47:45Nah gemacht. Das klingt.
- 47:46Total geil. Das Buch, muss ich sagen, es.
- 47:48Gibt also es gibt noch viel, also nicht noch viel mehr, aber
- 47:51noch andere wichtige Figuren. So, ich will jetzt ja auch nicht
- 47:54alles irgendwie hier verraten und ich hab mir, weil ich hab
- 47:57damals als das rauskam, auch sehr kritisches Feedback gehört
- 48:02und ich hatte mir das jetzt vor vor unserer Aufnahme hier noch
- 48:05mal angesehen, was sozusagen die Kritikpunkte waren.
- 48:10Also weil es für mich einfach so präsent war und ich konnte das
- 48:13jetzt in dem Buch gar nicht, sogar nicht so wiederfinden.
- 48:16Und das eine war diese Gewaltbetonung.
- 48:18Also es gibt schon wirklich echt sehr viel Gewalt in diesem Buch
- 48:20und. Also es gibt eigentlich nur so
- 48:23viel, was ich daraus erzählen möchte.
- 48:24Das mach ich jetzt aber alles gar nicht und es gab auch diesen
- 48:28Kritikpunkt. Na ja, warte mal, wenn jetzt
- 48:32Frauen sozusagen die Macht übernehmen, wie kannst du denn
- 48:36einfach davon ausgehen, dass die genauso gewalttätig sind wie
- 48:39Männer und ich finde also man kann die Fragen stellen, ja, man
- 48:42kann aber auch diese Geschichte erzählen und das ist sie, sie
- 48:46macht es sehr überzeugend. Sie macht es sehr überzeugend.
- 48:50Und dann ist ja auch der englische Titel The Power.
- 48:53Ja, ist ja nicht nur die Kraft, sondern ist ja auch die macht
- 48:56und dass man sozusagen die Macht auch als Faktor sehen kann.
- 49:00Ich finde krass, also weil das hast du ja jetzt auch, also
- 49:04macht verführt und macht bringt einige dazu brutal zu werden.
- 49:08Ich glaube, dass ehrlich gesagt, dass Frauen und Männer
- 49:11gleichermaßen von Macht korrumpiert werden können, ne,
- 49:14dass. Und es ist interessant, die
- 49:16deutsche Übersetzung, die Gabe, was ja eigentlich eher The Gift
- 49:18wäre, aber The Power, Es ist schon gut, es die Gabe zu
- 49:24nennen, weil die Macht oder die Kraft, das klingt irgendwie
- 49:28komisch, da bist du bei Star Wars oder so, aber The Power Ja
- 49:34hat n anderen Dreh noch ne als als Titel.
- 49:36Der hat doch n anderen Dreh. Also das das war einer der der
- 49:39Kritikpunkte, dass es das ne also.
- 49:42Dass dass das einfach so als Annahme im Raum steht, dass
- 49:45Frauen sich dann genauso verhalten wie Männer, dann ja,
- 49:48manche Figuren sind vielleicht eher so symbolisch, OK, das
- 49:51passiert ne, man darf ja nicht immer 1000 Seiten schreiben oder
- 49:55will vielleicht auch nicht, damit die Leser sich kein
- 49:58Nasenbeinbruch, wir hatten das Thema schon schon häufiger, dann
- 50:02ist das natürlich ne große Plotdichte, wo ich aber sagen
- 50:05muss, das passiert halt auch viel, also sie muss auch viel
- 50:07erzählen, so finde ich völlig in Ordnung, ja.
- 50:12Aus feministischer Sicht, sich nicht auf auf auf weibliche
- 50:15Solidarität fokussiert. Na ja, was soll man sagen, also
- 50:19das können wir uns ja alle wünschen, aber wir müssen uns ja
- 50:21auch damit auseinandersetzen, was ist denn, wenn es das nicht
- 50:26gibt, so oder also ne, das ist ja jetzt nicht die Aufgabe von
- 50:29einer Dystopie. Oder von von einem Roman
- 50:33unbedingt eine Utopie zu schreiben.
- 50:35So. Ich finde auch nicht.
- 50:37Vor allen Dingen ist es, es ist jetzt ja nicht so, dass in dem
- 50:41Feminismus 20, den wir heute haben, so unfassbar viel
- 50:46Solidarität ist. Also ich finde, es ist ein
- 50:49weites Feld, da können wir jetzt 4 Stunden drüber sprechen, aber
- 50:52auch dort, es gibt solidarische Menschen und es gibt Menschen,
- 50:55die eben eher spalterisch unterwegs sind, und die gibt es
- 50:58in jeder, leider in jeder Couleur, in jeder Farbe, in
- 51:01jeder Richtung, und es ist lustig, einem Buch, das finde
- 51:06ich also gerade bei einem Sachbuch okay ne, aber bei einem
- 51:09Roman der Autoren einen Vorwurf zu machen.
- 51:13Über die Gestaltung ihrer Geschichte.
- 51:15Das ist so so sinnfrei also, weil ja, sie hat einfach ne
- 51:20Geschichte erzählt. Stimmt, sie hätte auch ne andere
- 51:22erzählen können, hat sie aber nicht, also das ist.
- 51:24Und wenn du die andere Geschichte lesen möchtest,
- 51:26schreib sie selber ach du kannst nicht so gut schreiben wie sie,
- 51:29ärgerlich. Also also sie, sie erzählt ne
- 51:33wirklich wirklich hervorragende Geschichte und was, was ich
- 51:39daran wirklich auch interessant finde, ist dieser Punkt, also
- 51:42was macht. Macht mit Menschen und was, wenn
- 51:45es in so einem Ausmaß kommt, mit mit, mit diesen Möglichkeiten,
- 51:50wie es eigentlich ja gar nicht, gar nicht realistisch ist, oder
- 51:55von allem, was wir bisher wissen, nicht realistisch ist.
- 51:58Also ich mach das schon so gut, dass ich saß auch da und hab mal
- 52:01so an meinem Hals rumgetastet. Wo ist es?
- 52:05Warum fing die es nicht? Und ja, also ein sehr, sehr
- 52:13gutes. Was wäre wenn?
- 52:15Toll. Klingt richtig geil.
- 52:17Also das Buch hat sich natürlich über die Jahre immer irgendwie
- 52:20vom Cover her, ich weiß wie es aussieht und so weiter, aber es
- 52:24ist so schön, wenn man so Bücher, die man so oft schon
- 52:28sieht und immer irgendwie natürlich im im Ladenkontext
- 52:31auch hat oder verkauft oder bestellt.
- 52:34Mal wirklich so eine fulminante Besprechung dessen zu bekommen.
- 52:38Cool also das klingt richtig geil, ehrlich gesagt, als was
- 52:41wäre wenn Gedankenexperiment. Also es ist wirklich ein
- 52:44Quintessenzielles, was wäre wenn was du dir rausgeholt hast.
- 52:47Also mein Nächstes ist ein etwas unordentlicheres was wäre wenn
- 52:51geil, das war echt gut, Dankeschön.
- 52:55Du, ich springe, wenn ich darf für mein nächstes.
- 52:58Was wäre wenn springe ich wieder über den Atlantik zurück in die
- 53:01Vereinigten Staaten von Amerika? Nicht ganz, es ist ein doch
- 53:08klassischer, was wäre wenn eigentlich denn die Geschichte,
- 53:15die erzählt wird, stellt sich die Frage, was?
- 53:21Was wäre, wenn das neu gegründete Israel 1949 schon
- 53:25wieder gescheitert wäre und untergegangen wäre?
- 53:28Und Erzählen tut uns diese Geschichte Michael Shaban, was
- 53:33ich total lustig finde, denn gerade in der letzten Folge
- 53:36hatte ich über Michael Shaban gesprochen, die Wonderboys, in
- 53:39der in der David Bowie Folge. Und ich finde es so lustig.
- 53:42Das ist wirklich ein Autor, der mich total begeistert und ich
- 53:45habe ihn vorher nie erwähnt, sozusagen und jetzt, Boom, Boom,
- 53:48plötzlich zweimal hintereinander, aber es passt so
- 53:50gut in unser Thema. Was wäre wenn denn Michael
- 53:53Shaban selber, also jüdisch, amerikanisch, das hat man sich
- 53:56jetzt schon denken können, beschäftigt sich sehr oft auch
- 54:00mit jüdischen Themen, auch mit deutsch jüdischen Themen, sehr
- 54:02gerne, und in diesem Falle halt dieser Gedankengang, Israel ist
- 54:06gescheitert, was was passiert denn jetzt?
- 54:09Und in seiner was wäre, wenn Ebene hat die USA einen Bereich
- 54:16in Alaska im südöstlichen Alaska sitka also ist ne Kleinstadt.
- 54:21Der internationalen jüdischen Gemeinde verpachtet oder
- 54:25geliehen oder das Recht gegeben, dort einen eigenen Staat zu
- 54:28gründen, aber eben nur für 50 Jahre.
- 54:30Wart mal ganz kurz, willst du auch noch sagen, wie das Buch
- 54:32heißt? Muss ich ja okay das Buch nennt
- 54:35sich die Vereinigung jiddischer Polizisten.
- 54:38Entschuldigung, bitte hab die Fehler voll vergessen und das
- 54:42ist tatsächlich also uns deutschen Lesern hilft es n
- 54:45bisschen, weil Michael Sheldon ist wirklich konsequent, also da
- 54:47gibt es ganz viele Bücher. Bezeichnungen auf Jiddisch und
- 54:51das fällt uns im Deutschen natürlich immer etwas einfacher,
- 54:54rauszufinden, worüber die Leute da wirklich reden, weil ich
- 54:56glaube, der normale Amerikaner denkt so OK, ich verstehe
- 54:59einfach nicht, wovon die da reden, also wir haben eine Welt
- 55:03in diesem Buch, die Vereinigung Jiddischer Polizistin, die kurz
- 55:08vor dem Auslaufen dieses Vertrags zwischen den USA und
- 55:13der jüdischen Gemeinde läuft, das heißt, sie müssen diese
- 55:16Sitka. Demnächst verlassen Sie haben
- 55:18innerhalb der letzten 50 Jahre einen kleinen Stadtstaat
- 55:23aufgebaut, mit ungefähr 3000000 Einwohnern.
- 55:24Und Michael Shabon Stickt, schickt uns also sozusagen in,
- 55:30sagen wir mal, ein 2 Jahre, bevor dieser Vertrag aufgehoben
- 55:33wird, und wir erleben kein so geiles Setting, es ist es, ich
- 55:42meine, schon allein klimatisch ist es jetzt nicht so der
- 55:44Burner. Es ist halt Alaska.
- 55:47Es ist sehr oft sehr feucht, sehr dunkel, sehr kalt, es ist
- 55:53sehr gritty, was dort passiert, die Figuren sind auch alle, es
- 55:58ist schon eine Zeichnung, wirklich eigentlich eines
- 56:00Grauen. Man kann es sich so n bisschen
- 56:03vorstellen wie die Städel, also ne, also es ist ist grau, es ist
- 56:07eng, es ist voll, es ist auch Arm und elend.
- 56:11Es passiert tatsächlich so, wie es leider oft passiert im
- 56:15kausalen Zusammenhang, in armen, elenden Gegenden, auch Gewalt,
- 56:18Kriminalität. Und in dem Zentrum unserer
- 56:21Geschichte steckt Meyer, Landsmann und Landsmann ist
- 56:25natürlich schon ein so gut gewählter, sprechender Name, der
- 56:28uns Deutschen natürlich sofort auffällt.
- 56:30Keine Ahnung, wie Amerikaner den Namen Meyer Landsmann verstehen,
- 56:34der ist Detektiv Inspektor, also er ist Angestellter Polizist und
- 56:40der stößt über den über den Mord eines genialen Schachspielers.
- 56:49Und will halt diesen Mord recherchieren, was passiert ist
- 56:53ja auch seine Aufgabe. Relativ schnell kriegt er aber
- 56:58von oben gesagt, Finger weg, diesen Fall fässt du nicht an,
- 57:02du hast damit nichts zu tun und wie in jedem guten Krimi ist das
- 57:06natürlich erst recht der Antrieb und Meier Landsmann ist.
- 57:10Und das ist bei Michael Shaban so gut, weil er da wirklich auch
- 57:13einfach sich selber als normaler Michael Shaban Erzähler
- 57:16zurücknimmt und er. Er bleibt in diesem Hartboyl
- 57:19drin. Meyer Landsmann ist ein Loner,
- 57:22der ist, der säuft viel zu viel, der ist immer Dark, der ist
- 57:25sarkastisch, der ist wirklich nicht besonders
- 57:27menschenfreundlich, hat natürlich eine total
- 57:29gescheiterte Ehe. Sein großes Problem ist, dass
- 57:31seine Exfrau, die ziemlich geil ist, Bina gelbfisch, die ist
- 57:35leider auch seine Vorgesetzte, das ist natürlich ein bisschen
- 57:37ärgerlich und er hat, was ich sehr, sehr, sehr, sehr angenehm
- 57:43finde. Er hat einen so tollen Partner
- 57:46an die Seite gestellt bekommen, der ist nämlich halb jüdisch und
- 57:51halb klingit, also einer von den Fresnations in Alaska, und das
- 57:56ist schon mal so ne. Wirklich relativ ungewöhnliche
- 57:59Mischung und das vor allen Dingen in diesem jiddischen
- 58:01Staat. Und der bringt aber noch sehr
- 58:03viel von der Gelassenheit, also angenommene Gelassenheit, aber
- 58:06der bringt natürlich noch n anderen Charakter mit rein, der
- 58:08ist n sehr treuer Partner, der ist schon ne Art von Sidekick,
- 58:12wie es so n Roman auch braucht, aber er ist nicht der Comic
- 58:15Relief, sondern er ist im Endeffekt ihm zur Seite gestellt
- 58:17als jemand der das Herz am rechten Fleck hat, der treu ist
- 58:21und trotzdem auch etwas spiritueller funktioniert, zum
- 58:24Beispiel als unser Held. Und dann geht die Geschichte
- 58:28los. Das Ganze wird immer düsterer
- 58:29und es stellt sich relativ schnell heraus, dass hier sehr
- 58:34viel mehr im Spiel ist, als es wirklich nur ein Mord wäre.
- 58:37Also es geht in tiefste Verstrickungen innerhalb dieses
- 58:41jüdischen Staates, Sitka, also politische Korruptionen,
- 58:45Verschwörungen, was also alles mit reinkommt, und das meinte
- 58:49ich halt so n bisschen mit dem Unordentlichen, was wäre wenn
- 58:51denn eigentlich es in diesem Buch ist?
- 58:53Die Grundprämisse ist, was wäre wenn ne.
- 58:56Alles, was er danach macht, ist im Endeffekt, einen einen Krimi
- 59:01zu erzählen am Ende eines 50 Jahre lang haltenden Staates.
- 59:07Und das ist lustig. 3000000 ist n bisschen weniger Leute, aber
- 59:09es hat so n bisschen was von Hongkong kurz vor 97 ne, weil
- 59:15viele sich ja fragen, wo gehen wir denn hin, was machen wir
- 59:18denn jetzt. Und es gab in der Sowjetunion,
- 59:22ich weiß nicht, ob du jemals davon gehört hast, auch den
- 59:24Versuch, einen jüdischen Staat zu gründen.
- 59:27Die Sowjetunion war jetzt ja insbesondere unter Stalin, haben
- 59:31die ja auch gut geholzt, ne, aber irgendwann wurde
- 59:33festgestellt, wär das nicht praktisch, wenn wir alle Juden
- 59:36der Sowjetunion auch einfach in einen eigenen Staat schicken und
- 59:39der zufälligerweise einfach knappe 5000 Kilometer weiter im
- 59:43Osten liegt, also wird das so ne sehr sowjetische Idee dessen.
- 59:48Den diesen Staat oder nicht Staat, aber jewreiski Oblast
- 59:54oder wie es sich dann auch nannte, ist natürlich auch ne
- 59:56Überlegung für die sitka Juden ist das etwas wo man hin kann,
- 1:00:02also es ist wirklich einfach eine eine verzweifelte Stadt,
- 1:00:05die einfach nicht weiß wie sie wie sie weitermachen soll und
- 1:00:09sprachlich ist das Ganze einfach so unglaublich schön, weil
- 1:00:12Shabon einfach eh n fantastischer Erzähler ist.
- 1:00:15Weil er sich zurücknimmt und wirklich sagt, ich erzähle ihr
- 1:00:17eine hardbold Crime Novel und ich greif so richtig tief in
- 1:00:21meine jiddische Kiste hinein. Das ist toll, was er für Wörter
- 1:00:25da rausholt. Ich bin selber irgendwann
- 1:00:27verzweifelt, weil es gab die ganze Zeit ein Wort, was die
- 1:00:30ganze Zeit benutzt wird und ich mich frage, was ist das denn und
- 1:00:34dann guckte ich in einem jiddisch deutschen Lexikon nach
- 1:00:36und es war, glaube ich, eigentlich das Wort für n
- 1:00:38Kerzenleuchter ich so entschuldige, aber das Macht
- 1:00:40überhaupt keinen Sinn, bis ich merkte.
- 1:00:43Es ist ein jiddisches Slangwort für Knarre.
- 1:00:45Es ist einfach ne Knarre die er benutzt und nicht n
- 1:00:49Kerzenleuchter, aus dem plötzlich Schüssel fallen
- 1:00:51lassen. Ich meine es aber, also man
- 1:00:53lernt sprachlich auch tatsächlich noch einiges und es
- 1:00:57ist halt tatsächlich ein historische, also alternative
- 1:01:03Fakten, so schon eine was wäre wenn Geschichte, die einfach in
- 1:01:08ein hartbold Krimi. Übergeht mit diesem spannenden
- 1:01:12Überbau. Was passiert halt wie gesagt mit
- 1:01:15einem Start kurz vor dem Ende seiner Existenz, wenn alle
- 1:01:19wissen, was passiert. Das war schon wieder Michael
- 1:01:23Shabon und sicherlich nicht der letzte Michael Shabon, den ich
- 1:01:26dir jetzt, wo ich ihn wieder habe, den ich dir um die Ohren
- 1:01:29hauen werde, was man dem guten Mann aber vorwerfen kann ist, er
- 1:01:33hat irgendwie aufgehört zu schreiben, also ich sehe ab und
- 1:01:36an noch Burbs von ihm auf irgendwelchen Büchern anderer
- 1:01:38Autoren und denke schön, dass du noch liest.
- 1:01:42Aber schreib doch mal und ich weiß nicht, also auch den Ruf
- 1:01:47nach draußen, falls einer von euch zufällig bekannt ist mit
- 1:01:49Michael Shabon. Viele Grüße.
- 1:01:52Er kann wirklich mal wieder ein Buch.
- 1:01:53Schreiben? Ja, das ist.
- 1:01:55Ist es erlaubt, dürfen, dürfen Autoren einfach Autorinnen
- 1:01:58einfach aufhören zu schreiben, obwohl die Leserinnen das nicht
- 1:02:01wollen? Nein, dürfen Sie nicht.
- 1:02:03Also aus meiner Sicht heraus dürfen viele Autorinnen und
- 1:02:05Autorinnen aufhören zu schreiben.
- 1:02:09Das liegt ja immer im Auge des Betrachters.
- 1:02:12Und in diesem Falle finde ich, es ist eine grobe
- 1:02:15Unverschämtheit und ich bin mir auch nicht sicher, ob es nicht
- 1:02:18vielleicht doch auch eine Verletzung der Genfer Konvention
- 1:02:21ist. Also wenn jemand von euch auf
- 1:02:26literarisches Recht spezialisiert ist, liebe
- 1:02:29Hörerinnen und Hörer, der Kurt bräuchte da mal Beratung.
- 1:02:35Die darf auch gerne umsonst sein, also kostenfrei.
- 1:02:38Dankeschön. Was gibt es alles für tolle
- 1:02:44Bücher? Wahnsinn.
- 1:02:45Und was wäre, wenn wir jetzt noch mal eine Stunde einfach
- 1:02:48vollplappern dürften? Ja, aber irgendwann müssen wir
- 1:02:51auch ins reale Leben zurück. Ja, wir müssen ja auch wieder
- 1:02:53lesen. Wir müssen auch wieder lesen,
- 1:02:55das ist richtig, aber das gibt der Monat eigentlich ganz gut
- 1:02:59her, aber da muss man sich ich. Finde damit jetzt auch gerade
- 1:03:02sehr sehr versöhnt. Das immer noch Februar ist aber.
- 1:03:07Ich auch. Und ich kann natürlich aus dem
- 1:03:10Buchhändler Business berichten. Es ist im Januar, Februar ist
- 1:03:16die Zeit, wo die Verlagsprogramme die
- 1:03:20Verlagsvorschauen der neuen Saison kommen, die neue Saison
- 1:03:23ist in diesem Falle dann von März bis Oktober.
- 1:03:26Und im Januar hatten wir dann alle, ich mach das mal relativ
- 1:03:30am Anfang alle Gespräche mit den Verlagsvertretern, die kommen
- 1:03:33vorbei und dann wühlt man sich durch Hunderte von Katalogen und
- 1:03:37hat unglaubliches Herrschaftswissen, weil ich
- 1:03:40weiß, was alles kommen wird in den nächsten Monaten.
- 1:03:44Und wir können uns wirklich freuen.
- 1:03:48Ich kann allerdings jetzt schon sagen, es ist kein neuer Michael
- 1:03:50Shabon dabei und auch übrigens kein neuer David Mitchell, was
- 1:03:54noch viel tragischer ist. Aber meine Güte, irgendwann
- 1:03:57passiert es auch und lasst euch versichert sein und auch du
- 1:04:00Liebe Monique, es gibt richtig geilen Nachschub.
- 1:04:04Sehr sehr gut. Ich freu mich drauf.
- 1:04:07Aber bevor dieser Nachschub kommt, kommen wir wieder, wie
- 1:04:11immer am Ende unserer Folge. Zum Buch fürs Bett.
- 1:04:16Ich bin dankbar, dass du es gesagt hast und in diesem Falle
- 1:04:20kommt unser Buch fürs Bett von unserer wirklich, wirklich
- 1:04:25treuen, fantastischen Podcast, Zuhörerin und auch Contributor
- 1:04:32von Themen, nämlich. Sabine Hensch hat uns ein neues
- 1:04:36Buch fürs Bett empfohlen und das hört ihr jetzt.
- 1:04:41Hallo ihr Lieben, hier ist einer eurer größten Fans mit einem
- 1:04:47neuen Beitrag für ein Buch fürs Bett.
- 1:04:52Man kann ihn fast schon einen Klassiker nennen, wie Ankommen,
- 1:04:55Reader auf Deutsch, die souveräne Leserin von Alan
- 1:04:58Bennett, Queen Elizabeth, spaziert mit ihren geliebten
- 1:05:03Corjis rund um den Buckingham Palast, als diese im Bücherbus
- 1:05:07der City or Westminster verschwinden, aus Höflichkeit.
- 1:05:11Leiht die Queen sich ein Buch und startet damit eine
- 1:05:14ungewöhnliche Beziehung zum Küchenjungen Norman, den sie zum
- 1:05:18Ärger ihres Hofstaats zum Sekretär ernennt.
- 1:05:22Normans Aufgabe ist es fortan, der Queen Lektüre Empfehlungen
- 1:05:25zu geben, mit denen sie dann wiederum ihre Umgebung, ihre
- 1:05:29Minister und Staatsgäste in Verlegenheit bringt.
- 1:05:33Sigrid Löffler nannte es eine amüsante doppelte Hommage, eine
- 1:05:37Huldigung für die Queen und und eine Huldigung für Bücher.
- 1:05:42Ein Büchlein von subversivem Witz und voll brillanter
- 1:05:45Dialoge, ein funkelndes, Geistreiches, pointensicheres
- 1:05:50Capriccio über die Kunst des Lesens, Lesens und über eine
- 1:05:54ganz ungewöhnliche Leserin, das möchte ich gerne weitergeben.
- 1:06:00Hier ist Sabine Hensch und nicht Tante Sigrid.
- 1:06:04Vielen, vielen Dank ich. Ich muss dieses Buch lesen.
- 1:06:08Wieso kenne ich das dann noch gar nicht, du?
- 1:06:09Willst mich auch. Das ist einer meiner Lieblinge,
- 1:06:13das ist so, so cool. Es gibt ein Wort, was ich in
- 1:06:16diesem Buch gelernt habe. Dieser Küchenjunge wird nämlich
- 1:06:18erst zu ihrem Anuensis ich kannte das Wort überhaupt nicht,
- 1:06:21das ist, glaube ich, wenn ich das richtig verstanden habe,
- 1:06:23wieso ein wie wie eine, eine eine Muse, literarische Themen,
- 1:06:30also er ist sozusagen, ergibt dir einfach literarische Themen,
- 1:06:32die sie dann. Wahnsinn.
- 1:06:34Es ist eine so tolle Geschichte. 1000 dank Sabine und das Fantom
- 1:06:38geht auch zurück an dich. Wir sind Fan von dir als Hörerin
- 1:06:43großartiger Tipp und ehrlich gesagt, Ich bin ein bisschen
- 1:06:47neidisch, weil das hätte ich auch gerne noch mal irgendwo
- 1:06:50angebracht, aber okay du hast ihn super 1000 dank.
- 1:06:54Ach gut, ich gehe jetzt mit einer.
- 1:06:59Mit einer Sangliste von Büchern, die ich noch nicht gelesen habe,
- 1:07:02unbedingt lesen möchte. In den restlichen Tag und voller
- 1:07:07Vorfreude auf jeden dunklen Abend, den ich auf dem Sofa
- 1:07:11verbringen darf. Ist doch schön, oder?
- 1:07:13Dass man sich einfach so, man muss sich die Realität einfach
- 1:07:16so drehen, dass sie passt. Und ich finde auch, ich freue
- 1:07:19mich jetzt auch und das ist ja eigentlich das tolle, wenn man
- 1:07:22das Glück hat, irgendwie eine gemütliche Wohnung mit einem
- 1:07:24gemütlichen Ort zu haben, dann ist eine dunkle Jahreszeit
- 1:07:27eigentlich perfekt. Buch.
- 1:07:29Und los geht. Es war eine schöne Zeit, wie
- 1:07:33immer mit dir, Monique, viel zu schnell, viel zu kurz, unser
- 1:07:37Produzent wird wahrscheinlich den Kopf schütteln und sagen,
- 1:07:39Nein, ihr wart schon wieder viel zu lang nein guck mal, du siehst
- 1:07:42es gar nicht Monique Wir haben 2 thumbs abbekommen.
- 1:07:46Ich wollte gerade sagen, was wäre denn, wenn er einmal mit
- 1:07:49uns zufrieden. Wäre und der Insel ist.
- 1:07:51Oh mein Gott. Das war schön gut.
- 1:07:54Also damit können wir eigentlich gar nicht mehr sagen, außer
- 1:07:56einfach vielen dank, liebe Leute fürs.
- 1:07:58Zuhören. Hoffentlich seid ihr auch
- 1:08:00zufrieden und bis in 2 Wochen. Bis in 2 Wochen tschau.
- 1:08:07Im Batman Buch ist eine Produktion von irgendwas ist
- 1:08:10immer Konzept und Produktion. Götz Gringmuth Daimer Redaktion
- 1:08:15und Host Moni Lukas und kurz von Hammerstein.