Latest / ntv Wirtschaft / Ladendiebstahl auf Rekordniveau: Milliardenverlust für deutsche Händler
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- Deutschland diskutiert heute über die Vorschläge zur größten Rentenreform seit Jahrzehnten. Und an der Wall Street verdampfen hunderte Milliarden Dollar, weil die Schwerkraft zurück ist. Außerdem, wer klaut eigentlich in deutschen Supermärkten? Und warum eigentlich so viel? Hallo und herzlich willkommen zu unserem Wirtschaftspodcast bei NTV. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Heute Vormittag war es soweit. Die Rentenkommission hat ihren Abschlussbericht ans Kanzleramt übergeben, an Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesarbeitsministerin Bärbel Baas. 13 Experten und Politiker, ein halbes Jahr Arbeit, 33 Empfehlungen. Und Bundeskanzler Merz macht klar. Alle, Elemente dieses Reformpakets müssen jetzt zügig umgesetzt werden. Wir können es uns nicht erlauben, einzelne Maßnahmen herauszunehmen oder abzulehnen. Kein Rosinenpicken also. Hier die wichtigsten Punkte. Das Renteneintrittsalter steigt schrittweise über 67 Jahre hinaus, gekoppelt an die Lebenserwartung. Die Rente mit 63 entfällt. Frühestens mit 64 geht man in Rente und dann nur noch mit Abzügen. Außerdem sollen künftig Selbstständige und Abgeordnete in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, Beamte zunächst noch nicht. Das Herzstück ist die neue Kapitalrente. Der Rentenbeitrag steigt um bis zu zwei Prozentpunkte, hälftig finanziert von Arbeitnehmern und Arbeitgebern. Das Geld fließt in einen staatlichen Fonds und wird am Kapitalmarkt angelegt, unabhängig von der Demografie. So soll langfristig, aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Rente zusammen, ein Versorgungsniveau von 70 Prozent des letzten Nettolohns erreicht werden. Einer, der mit dabei war in der Kommission, ist Jörg Rochol. Er ist Präsident der Internationalen Wirtschaftshochschule ESMT Berlin. Nadine Janz hat mit ihm über die Vorschläge gesprochen. Herr Rochol, Sie waren Teil der Kommission. Warum glauben Sie, dass die Bundesregierung so schnell dem zugestimmt hat? Das ist ja doch eher ungewöhnlich. Ja, wir haben ja über die letzten Monate sehr intensiv gerungen um die besten Argumente. Wir haben verschiedene Perspektiven eingeholt. Wir haben es uns sehr schwer gemacht, uns sehr genau zu analysieren, was wir daraus entwickeln wollen. Ich glaube, es ist ein gutes Paket daraus geworden, das in seiner Gesamtheit überzeugen kann. Haben Sie damit gerechnet, dass die Bundesregierung so schnell dem zustimmt? Als wir begonnen haben, war die Voraussetzung noch ganz andere. Da lag gerade erst der Streit über das Rentenpaket hinter uns. Über den Zeitablauf der Kommission ist vieles zusammengewachsen. Da hatte ich immer mehr Zuversicht, dass das Ganze zu einem guten Ende führen wird. 33 Punkte umfasst ja diese Rentenreform. Ein Punkt davon ist die kapitalmarktgedeckte Rente. Wie genau soll die denn funktionieren? Die kapitalgedeckte Rente soll so formulieren, dass wir in Zukunft neben dem, was wir in das Umlagesystem geben, ein eigenes Konto bekommen, in das wir ansparen können. Und dieses Konto wird dann zentral am Kapitalmarkt angelegt. Wir hoffen auf den Zinseszinseffekt, sodass wir dann im Rentenalter neben dem Umlagesystem, also neben der Rente aus dem System, auch eine eigene kapitalgedeckte Rente bekommen. Fragt sich vielleicht der eine oder andere, naja, was ist denn, wenn ich jetzt in Rente gehe und gerade in diesem Moment geht es dem Aktienmarkt eben nicht so gut, kriege ich dann weniger Rente? Es ist also eine ganz berechtigte Frage, was mit den Menschen passiert, die jetzt so zwischen 7,50 und 7,60 sind, weil sie ja dann nicht so lange ansparen können, möglicherweise jetzt ein Aktien-Crash kommt. Deshalb haben wir hier einen Übergangsfaktor eingebaut, der für diese Altersgruppen eine Haltelinie von 48 Prozent garantiert. Das heißt, die Menschen werden genauso gut gestellt, wie sie bisher im System gestellt waren. Ansonsten gibt es ja einen anderen Punkt. Da geht es eben darum, dass jetzt die Arbeitszeit oder Renteneintrittsalter daran berechnet werden soll, wie die Lebenserwartung ist. Welche Berechnung liegt in dem zugrunde? Wir haben das Renteneintrittsalter in den Empfehlungen nach oben gesetzt, immer in einem Faktor von 2 zu 1. Das heißt, für jedes Jahr, das wir an Lebenserwartung gewinnen, sollen zukünftig zwei Drittel, das heißt acht Monate mehr gearbeitet werden und ein Drittel, vier Monate mehr an Rente verbracht werden. Und das ist ein Modell, das über lange Jahre wirkt, das sehr allmählich diese Lebenserwartung hochsetzt, Aber auch nur dann, wenn wirklich die Lebenserwartung hochgeht. Aber woran sieht man denn, ob die Lebenserwartung hochgeht oder nicht? Da gibt es ja durchaus verschiedene Berechnungen. Und die eine oder andere Berechnung hat jetzt auch nicht unbedingt zugrunde liegen, dass eine Pandemie kommt oder andere Katastrophen möglicherweise. Genau, wir haben uns sehr intensiv angeschaut, welche statistischen, belastbaren Zahlen es gibt für die Lebenserwartung. Das soll dann auch immer unabhängig überprüft werden, von der Politik überprüft werden. Und das berücksichtigt auch, dass wenn zum Beispiel eine Pandemie kommt, dass dann möglicherweise die Lebensarbeitszeit auch einfach stabil bleibt oder vielleicht sogar mal sinken kann. Ansonsten sollen ja auch mehr Menschen jetzt in die gesetzliche Rente einzahlen. Beamte sind davon nicht betroffen. Warum nicht? Grundsätzlich ist das Zielbild, dass wir eine erwerbstätigen Versicherung haben wollen, dass also alle Menschen einzahlen, ob das nun Abgeordnete sind, also Politiker, auch Vorstände von Aktiengesellschaften. Bei Beamten sind es sehr enge verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen, unter denen wir operieren müssen. Nichtsdestotrotz ändert sich auch was für Beamte, denn wir werden alle Änderungen, die für die Rentner gilt, auch für die Pensionäre aufbauen und werden gleichzeitig als Empfehlung aufgenommen, dass es wichtig ist, dass immer Rücklagen gebildet werden, wenn Pensionen für Beamte geleistet werden müssen. Dass also der Staat genau weiß, wie viel muss er zur Seite legen, um einen Beamten zu finanzieren. Ein weiterer Punkt, Sie sagen ja auch, Minijobs sollen wegfallen. Da gab es ja auch durchaus schon Kritik vom HDE, der sagt, naja, wenn eben alle Minijobs gestrichen werden, dann wird es einen Zuwachs an Schwarzarbeit geben. Warum haben Sie sich trotzdem für diesen Punkt entschieden? Ja, wichtig ist ja nicht, dass die Minijobs wegfallen, sondern nur, dass es eine Rentenpflicht auch für die Minijobs gibt. Weil viele der Hoffnung, die man damals hatte bei der Einführung der Minijobs, sich so nicht bewahrheitet haben. Also insbesondere, dass es nicht gelungen ist, Minijobs als Sprungbrett in eine reguläre Beschäftigung zu suchen, sondern eher Menschen verharrt blieben in diesem System. Und deshalb ist es uns wichtig, dass man auch ihnen Rentenansprüche aufbauen lassen kann, die sie dann im Alter nutzen können. Und es gab 33 Punkte. Herr Merz hat gesagt, die sollen so schnellstmöglich umgesetzt werden. Was geben Sie denn einem? Wie schnell müssen diese Punkte oder diese Reformen auf die Straße gebracht werden? Ich bin nach den heutigen Äußerungen von Herrn Merz und Frau Baas zuversichtlich, dass diese Änderungen sehr schnell kommen werden, dass man sich jetzt schnell verständigen wird darauf. Einige brauchen natürlich eine gewisse Zeit, wie zum Beispiel die Erhöhung des Renteneintrittsalters. Aber ich erwarte schon, dass es eine zügige Befassung damit gibt, sodass man auch bald weiß, wann es richtig losgehen kann. Von welchem Zeitrahmen reden wir hier? Bei einigen der Maßnahmen, zum Beispiel beim Renteneintrittsalter, wird das ja erst gelten ab dem Jahr 2031. Bei anderen kann das schneller gehen, allerdings gleichzeitig auch so, dass die Menschen, die betroffen sind, entsprechende Planungssicherheit haben, dass sie sich verlassen können auf das System. Von der großen Rentenreform zu einem Absturz der besonderen Art. Und der kommt aus dem Weltall. SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, hatte seinen Börsengang am 12. Juni gefeiert und die Märkte in einen regelrechten Rausch versetzt. Der Börsenwert kletterte auf fast drei Billionen Dollar, in etwa so viel wie alle 40 DAX-Konzerne zusammen. Dann kam die Schwerkraft zurück. Am Montag verlor SpaceX 16 Prozent. Rund 400 Milliarden Dollar an einem einzigen Tag. Laut Financial Times der zweitgrößte Tagesverlust in der Wall-Street-Geschichte. Hintergrund? Die US-Notenbank könnte bald die Zinsen anheben. Das trifft hoch bewertete Tech-Werte hart. Ist die Party nun zu Ende? Dazu eine Einschätzung von NTV-Börsenreporter Frank Mayer. Der Börsengang von SpaceX kam natürlich zur richtigen Zeit. Das Thema war in Mode. Die Aktien, die mit Weltraum zu tun haben, die Chancen teilweise höher als manche Rakete. Das kann die Aktie von SpaceX, kam bis auf 225 US-Dollar pro Stück nach oben. Und dann trüppelte der Kurs langsam ab. Aber am Tag zuvor gab es einen Rückschlag von 10 Prozent. Und das nähert dann wieder die Zweifel, ob die Party vorbei ist. Die Frage auch nach der Nachhaltigkeit der Bewertung. Inzwischen sind es noch zwei Billionen US-Dollar. Das ist ungefähr so viel wie der gesamte DAX. Aber die Marktführerschaft, die ist gegeben. Allein durch die Startfrequenzen durch diese Raketen kommt man schnell dorthin, das aufzubauen, was man aufbauen möchte. Man hat zudem einen enormen Kostenvorteil, weil die Raketen alle wiederverwendbar sind. Und man hat wiederkehrende Einnahmen durch das schon existierende Starlink-System, ein weltweites Telekommunikationssystem. Aber das alles ist auch teuer. Ein enormer Kapitalbedarf steht hier zu Buche. Auf der anderen Seite hat man aber auch diesen innovativen Burggraben drumherum. Da kommt erstmal niemand ran an SpaceX. Und die Konkurrenz schläft zwar nicht, aber die sieht momentan nur die roten Rücklichter. SpaceX ist abhängig von den Erfolgen. Und hier gibt es drei Bereiche. Zum einen eben Starship, die Starlink-Aktivitäten und auch die KI-Aktivitäten, die natürlich nicht nur viel Strom brauchen, sondern auch viel Kosten verursachen. Bei einer Bewertung von zwei Billionen fragt man sich dann doch an der Börse. Und das ist genau der Punkt der Psychologie. Es konnte eigentlich nur weiter nach oben gehen. Das dachte man. Gibt es mal Rückschläge? Dann fragt man sich, wie tragfähig das Geschäftsmodell ist. Momentan ist es das, aber vielleicht ist die Bewertung momentan hier und heute etwas zu hoch. Bleiben wir auf dem Boden und kommen zu einem Milliardenproblem, das sich direkt in deutschen Supermarktregalen abspielt. Klasierklingen, Kaffeepakete, Bluetooth-Kopfhörer. Täglich verschwinden Waren aus deutschen Geschäften in einem Ausmaß, das die Branche alarmiert. Mehr als 4,3 Milliarden Euro Schaden durch Diebstahl hat der Einzelhandel 2025 eingestrichen. Ein neuer Rekord, zum vierten Mal in Folge. Gut drei Milliarden davon gehen auf Kundendiebstahl zurück, ein Drittel davon auf organisierte Banden. Die Diebe werden aggressiver, Sicherheitsfirmen empfiehlt man inzwischen, stichfeste Westen zu tragen. Dabei kommt fast nichts zur Anzeige. Über 98 Prozent der Fälle bleiben unentdeckt oder ungemeldet. Und die Kosten trägt am Ende der Verbraucher, über höhere Preise. Dem Staat entgehen so rund 590 Millionen Euro Mehrwertsteuer pro Jahr. Darüber hat Laura Böhnert mit Frank Horst vom Einzelhandelsforschungsinstitut EHI gesprochen. Welche Auswirkungen hat denn dieser Anstieg auf die Unternehmen? Also wie konkret merken die das? Nun, um das ganz konkret zu beziffern, wenn wir mal den letzten Zeitraum der letzten drei Jahre nehmen, von 2020 bis 2025, sind die Diebstähle um 25 Prozent gestiegen, also um ein Viertel. Selbst wenn man das inflationsbereinigt darstellt, sind es immer noch 15 Prozent. Und 15 Prozent mehr Warenverlust, das tut dem Handel schon weh. In welchen Bereichen merken das die Unternehmen denn am meisten? Also erst mal, welche Unternehmen sind denn da überhaupt an der Studie beteiligt gewesen? Also sind das Supermärkte? Ist das der klassische Einzelhandel? Wenn ich mir jetzt Kleidungsgeschäfte, Kosmetikgeschäfte, Spielwarengeschäfte anschaue, was sind das für Unternehmen? Also das ist querbeet durch die gesamte Einzelhandelslandschaft. Was wir wohl sagen können, um das generell zu beurteilen, gerade im Lebensmittelhandel haben die Diebstähle sehr stark zugenommen. Wir sehen aber auch Zuwächse im Bereich der Drogerienmärkte und des Bekleidungshandels. In den Baumärkten ist es etwa gleich geblieben. Und es gibt auch eine ganze Reihe von anderen Unternehmen, die wir jetzt nicht separat auswerten konnten. Da sehen wir zum Teil eine positive Differenz, dass also sozusagen die Inventur-Differenzen leicht zurückgegangen sind. Das heißt vor allem Lebensmittel und Drogerie. Wo sehen Sie denn da die Gründe, dass dort am meisten geklaut wird? Liegt das daran, dass die Gegenstände vergleichsweise klein sind und vielleicht auch günstig und die Hemmschwelle deswegen vielleicht nicht so groß? Ich will mal anders antworten. Also wir sehen etwa drei Milliarden Kundendiebstähle und wir haben in den letzten Jahren eine deutliche Zunahme des professionell organisierten Ladendiebstahls festgestellt. Und die Händler schätzen, dass mittlerweile genau ein Drittel, also eine Milliarde dem organisierten Ladendiebstahl zuzuordnen sind. Das sind beauftragte Einzeltäter zum einen, aber auch größtenteils organisierte Banden, die dann arbeitsteilig vorgehen. Das ist ein Teil, der sehr stark angestiegen ist und das ist zumindest in den letzten Jahren die Hauptursache für den starken Anstieg. Was wir aber gleichzeitig sehen, sind die Gelegenheitstaten, das sind die übrigen zwei Drittel. Und hier können wir sagen, wir sehen ja auch, wie sich die Anzeigen entwickelt haben und die durchschnittlichen Warenwerte. Und da können wir im fünfjährigen Zeitraum eigentlich feststellen, dass die nicht erkannten Diebstähle von unter 20 Millionen Taten pro Jahr auf mittlerweile 24,8 Millionen Ladendiebstähle gestiegen sind. Da aber in der Statistik die Durchschnittswerte nicht gestiegen sind. Also wir haben beim einfachen Ladendiebstahl in den letzten drei Jahren immer 96 Euro gehabt. Müssen wir davon ausgehen, dass einfach die Basis größer geworden ist. Das heißt, dass in breiteren Bevölkerungsschichten jetzt auch der Diebstahl sozusagen angekommen ist und immer mehr Leute kleine Diebstähle begehen. Man glaubt es kaum. Die Deutschen sind Reise-Europameister. Und im weltweiten Ranking der Reiseausgaben liegt Deutschland sogar auf Platz 3, hinter China und den USA. Und trotzdem kann sich jeder Fünfte in Deutschland keinen Urlaub leisten. 21 Prozent der Bevölkerung lebten 2025 in einem Haushalt, der sich nach eigener Einschätzung keine einwöchige Urlaubsreise leisten kann. Das sind 17,3 Millionen Menschen, schreibt das Statistische Bundesamt. Besonders hart trifft es Alleinerziehende. Dort sagt mehr als jede dritte betroffene Person, nämlich 39 Prozent, dass Urlaub einfach nicht drin ist. Und dabei steht Deutschland im europäischen Vergleich noch gut da. EU-weit können sich sogar 28 Prozent der Menschen keinen einwöchigen Urlaub leisten, also mehr als jeder vierte. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.