Latest / ntv Wirtschaft / Tacheles in Wolfsburg: VW-Chef Blume stellt sich den Fragen der Belegschaft
Transcript
- 0:08Bei Volkswagen wird heute Tacheles geredet. Vorstandschef Blume stellt sich
- 0:12zum ersten Mal live den Fragen der eigenen Belegschaft.
- 0:17Die deutsche Wirtschaft überrascht positiv. Der IFO-Index macht einen ordentlichen Satz nach oben.
- 0:25Und beim Elektroauto ist inzwischen fast jeder Vierte bereit für den Umstieg.
- 0:30Damit hallo und herzlich willkommen.
- 0:35In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:40die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:45Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:50Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:54geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 1:05Volkswagen startet heute in einer entscheidenden Woche. Konzernchef Oliver Blume
- 1:10stellt sich in Wolfsburg zum ersten Mal live den Fragen der eigenen Belegschaft.
- 1:15Die erste von neun Betriebsversammlungen bis Ende August.
- 1:19Es geht um Blumes Sparprogramm Zielbild 2030 und um Stellenabbau in gewaltiger Größenordnung.
- 1:27Arbeitnehmervertreter warnen vor bis zu 140.000 betroffenen Jobs weltweit.
- 1:33Blume selbst spricht von keiner festen Zahl.
- 1:36Kritik kommt von mehreren Seiten. Aus dem eigenen Aufsichtsrat,
- 1:40aber auch von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies.
- 1:44Wie tief sitzt der Frust in der Belegschaft wirklich? Und schafft VW die Wende?
- 1:49Darüber hat Frank Mayer mit Beatrix Keim gesprochen. Sie ist Autoexpertin beim
- 1:54Center Automotive Research.
- 1:57Wir wissen auch noch nicht, wie die Sparpläne aussehen während Beatrix Keim,
- 2:00aber gibt es Hoffnung überhaupt für Volkswagen?
- 2:03Ja, auf jeden Fall. Das hat der Konzern gerade in den letzten zwei Jahren bewiesen,
- 2:06wo er sich absolut umgedreht hat, was die Modellpolitik gerade im Batterieelektrischen anging.
- 2:12Jetzt hatte der Chef Blume bei uns im Interview gesagt, man agiert aus der Position
- 2:17der Stärke heraus, 24. Juli.
- 2:20Am Wochenende hieß es, sieht schlimmer aus als gedacht.
- 2:23Das ist die kostenseitige Geschichte. Natürlich muss man auch das Ganze insgesamt sehen.
- 2:28Ja gut, der amerikanische Markt sieht da nicht so gut aus. In Europa ist Volkswagen
- 2:33immer noch Marktführer mit ungefähr einem Viertelmarktanteil.
- 2:36In Deutschland hat der VWAG-Konzern 40%.
- 2:40In China bei den Retail-Zahlen ist es an Platz 3 nach BYD und Gelee.
- 2:45Also eine gewisse Stärke ist da schon da. Das sieht man allerdings an der Börse überhaupt nicht.
- 2:50Das ist immer eine andere Geschichte. Ich meine, von Aktionären,
- 2:54emotionalen Dingen, die da gehandelt werden. Aber man muss eben auch mal auf
- 2:57die Märkte schauen, was wird angeboten.
- 2:59Aber es geht natürlich insgesamt, wo geht die Reise hin, kostenseitig und natürlich,
- 3:04was die Arbeitnehmer und die Werke angeht. Also es geht heute nur um diese Kosten,
- 3:08diese Kosten runterzusetzen. Die Freunden sind verhärtet. Der Frust ist groß.
- 3:13Ist Blum überhaupt der richtige Mann, um das zu stemmen?
- 3:16Also ich könnte es nicht. Ich auch nicht. Insofern glaube ich schon,
- 3:20weil man kennt natürlich die alten Herren bei Volkswagen, die das mit einer
- 3:26sehr harten Hand geführt haben.
- 3:28Ich glaube aber, heutzutage ist ein anderer Führungsstil gebraucht,
- 3:32gefragt und es muss eben ein Miteinander sein. Und diese ganzen Leaks von irgendwelchen
- 3:36Informationen, die gestreut werden, das hilft natürlich auch nicht.
- 3:40Man kann es vergleichen mit dem deutschen Staat und der ganzen Bürokratie und
- 3:43Volkswagen und dem eigenen Staat im Lande?
- 3:46Ja, Volkswagen ist natürlich ein Riesenkonstrukt, was sich über die Jahrzehnte gebildet hat.
- 3:51Und ich würde mal sagen, man hat ja schon bei der letzten Aufsichtsratssitzung,
- 3:56entschieden, hier zum Beispiel erstmal mit den Modellen, mit der Angebotskomplexität,
- 4:00mit der Modellkomplexität anzufangen, hier die Kosten runterzufahren.
- 4:03Aber das bedeutet natürlich auch weniger Produktion.
- 4:07Wo ist der Lopez, wenn man ihn mal braucht? Hatte ich irgendwo in einem Kommentar gelesen.
- 4:13Kann da Blume in Lopez sein? Luppers hatte ja damals sich mehr um die Einkaufszahlen
- 4:18geküffert, also quasi die Lieferantenschraube angesetzt.
- 4:21Das kann es nun auch nicht sein. Gerade in der Zuliefererindustrie,
- 4:24die eben auch ein sehr, sehr nachhaltiger Teil ist dieser Industrie,
- 4:29ist eine gesunde Wirtschaft nötig.
- 4:32Die Zulieferer haben gerade in China auch extrem viel nach vorne gebracht.
- 4:36Also ich würde mal sagen, es geht um das Gesamtkonstrukt. Und da braucht es
- 4:39eine Cavallo, eine Frau, Frau Beden und eben den Herrn Blume gemeinsam und wahrscheinlich
- 4:44auch die Regierung, den Herrn Merz. Und eine ganze Menge Glück. Dankeschön.
- 4:48Trotz aller Krisenzeichen bei Volkswagen. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft
- 4:52insgesamt hält sich gerade auf.
- 4:56Der IFO-Geschäftsklimaindex springt im August auf 88,8 Punkte.
- 5:01Im Juli lag er noch bei 86,7, der stärkste Anstieg von einem Monat auf den anderen
- 5:07seit gut anderthalb Jahren.
- 5:09Unternehmen bewerten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Erwartungen für
- 5:14die kommenden Monate deutlich positiver.
- 5:17Besonders im verarbeitenden Gewerbe zieht die Stimmung kräftig an.
- 5:21Auch Handel und Dienstleister hellen sich auf. Nur bei Transport und Logistik
- 5:26bleibt die Lage schwierig.
- 5:28Und die Stimmungsdaten passen zu den nackten Zahlen. Das Statistische Bundesamt
- 5:33hat das BIP-Wachstum fürs zweite Quartal auf 0,3 Prozent nach oben korrigiert, von 0,2.
- 5:40Vor allem der Export treibt das Wachstum. Reicht das schon für die Trendwende?
- 5:45Verena Fels hat mit Klaus Wohlrabe gesprochen. Er leitet die Umfragen beim IFO-Institut.
- 5:51Die Stimmung in den Chefetagen hält sich also auf. Das sind gute,
- 5:55aber doch auch ein wenig überraschende Nachrichten angesichts der aktuellen
- 5:59Lage. Worauf ist denn die Zuversicht zurückzuführen?
- 6:02Generell kann man sagen, dass der Staat eine sehr aktive Rolle spielt.
- 6:06Wir sehen, dass das Infrastrukturpaket immer mehr bei den Unternehmen ankommt.
- 6:09Aber auch die erhöhten Ausgaben in Verteidigung tragen dazu bei,
- 6:12dass zum Beispiel Metallhersteller oder auch der sogenannte sonstige Fahrzeugbau
- 6:16sehr stark davon profitieren.
- 6:18Und ein anderer Aspekt ist auch, dass die Exporte gut laufen und Bereiche,
- 6:22die im Bereich Digitalisierung im weitesten Sinne und auch KI wie die Elektroindustrie
- 6:26profitieren von einer sehr guten Geschäftslage.
- 6:28Was ist mit den anhaltenden Störfeuern? Also die Lage im Nahen Osten,
- 6:32der Ukraine-Krieg, die hohen Energiepreise, werden Sie als weniger schlimm empfunden?
- 6:39Das kann man so sagen. Wir fragen ja auch nach der Unsicherheit unter den Unternehmen
- 6:42und die hat auch erneut abgenommen. Das war auch ein bisschen überraschend.
- 6:45Man kann fast ein bisschen sagen, dass die Unternehmen sich daran gewöhnt haben,
- 6:48in dem Sinne, dass sie besser gelernt haben, damit umzugehen und somit auch
- 6:51ihre Geschäfte wieder etwas besser planen können.
- 6:53Also es spielt schon noch eine Rolle. Es könnte durchaus besser sein,
- 6:56aber es gibt, wie gesagt, einen gewissen Gewöhnungseffekt und hat beeinträchtigt
- 7:00das Geschäft im Moment zumindest nicht zu stark.
- 7:03Und gute Nachrichten kommen dann ja auch zum Bruttoinlandsprodukt.
- 7:06Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 0,3 Prozent statt um 0,2 Prozent,
- 7:12gewachsen. Das klingt jetzt erstmal nicht allzu viel, aber wie ist das einzuschätzen?
- 7:15Gegeben, dass wir fast vier Jahre eine Stagnation haben, ist das jetzt das dritte
- 7:19Mal in Folge, dass das Bruttoinlandsprodukt bewachsen ist.
- 7:220,3 mag nicht viel klingen, aber wenn wir auf die Historie, die jüngste Historie
- 7:26der deutschen wirtschaftlichen Entwicklung schauen, sind das sehr gute Nachrichten,
- 7:29gerade weil es dreimal in Folge ist.
- 7:31Und wenn sich das fortsetzt, könnten wir auf das Jahr gesehen mehr als ein Prozent
- 7:34Wachstum in Deutschland sehen, was wir sehr lange schon nicht hatten.
- 7:39Fast jeder vierte Deutsche würde beim nächsten Autokauf zum reinen Elektroauto
- 7:43greifen, zeigt eine druckfrische Studie des TÜV-Verbands.
- 7:47Die schauen wir uns gleich im Detail an.
- 7:50Aber vorher noch einige Kurzmeldungen aus der Wirtschaft.
- 7:55Auch am Bau gibt es vorsichtige Silberstreifen. Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe
- 8:00stieg im Juni gegenüber Mai um 0,8 Prozent, meldet das Statistische Bundesamt.
- 8:06Und auch die Stimmung hält sich auf. Der IFO-Index für die Branche legt im August
- 8:11zu, allerdings nicht, weil die Geschäfte gerade besser laufen,
- 8:15sondern weil die Unternehmen weniger pessimistisch in die kommenden Monate blicken.
- 8:20Ein Blick auf die Kryptomärkte. Der Bitcoin knackt erstmals seit gut drei Monaten
- 8:25wieder die Marke von 80.000 Dollar, ein Plus von über zwei Prozent zum Vortag.
- 8:32Ein Treffen von US-Präsident Trump mit Vertretern der Kryptobranche treibt den
- 8:36Kurs an und weckt Hoffnung auf weniger Regulierung.
- 8:40Gute Nachrichten für mehr als 15 Millionen Tarifbeschäftigte.
- 8:45Die Löhne dürften in diesem Jahr stärker steigen als die Preise.
- 8:49Das WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung rechnet mit einem nominalen Plus
- 8:54von 3,1 Prozent bei den Tariflöhnen, während die Verbraucherpreise im ersten
- 8:59Halbjahr im Schnitt um 2,4 Prozent gestiegen sind.
- 9:06Kommen wir zur Mobilitätsstudie des TÜV-Verbandes. Jede vierte Person in Deutschland
- 9:11würde demnach beim nächsten Autokauf ein reines Elektroauto kaufen.
- 9:16Ebenso viele ein Hybridfahrzeug. Nur noch 35 Prozent bevorzugen den klassischen Verbrenner.
- 9:23Auch die echten Zulassungszahlen bestätigen den Trend.
- 9:27Im ersten Halbjahr war laut Kraftfahrtbundesamt bereits jeder vierte Neuwagen ein reines E-Auto.
- 9:34Die größten Bremsen bleiben aber die gleichen. Hohe Anschaffungskosten,
- 9:38zu geringe Reichweite und, vor allem in Großstädten, zu wenige Ladestationen.
- 9:45Was bedeutet dieser Umbruch für unsere Städte und fürs Klimaziel im Verkehr?
- 9:50Darüber hat Gesa Eberl mit dem Verkehrswissenschaftler Andreas Knie gesprochen.
- 9:55Sprechen wir über das E-Auto, Herr Knie.
- 9:58Da scheint sich jetzt etwas zu drehen. Also es heißt, jeder Vierte würde beim
- 10:01nächsten Kauf einen Stromer bevorzugen.
- 10:04Ist das jetzt tatsächlich der Durchbruch oder überschätzen wir da doch noch die Dynamik?
- 10:09Ja, wir würden sie gerne haben, die Dynamik. Denn man sollte sich vielleicht
- 10:12noch mal erinnern, wir hatten vor, bis 2030, also bis übermorgen,
- 10:1615 Millionen E-Autos im Bestand zu haben, damit wir die Pariser Klimaziele erreichen.
- 10:22Faktisch haben wir jetzt 2,6 Millionen. Das heißt, da ist noch jede Menge Luft nach oben.
- 10:27Aber Sie haben völlig recht. Und das unterstützen wir auch, was die Studie da
- 10:31ermittelt hat. Das Interesse am E-Auto steigt rapide.
- 10:35Und das liegt natürlich an den Spritpreisen, die auch dauerhaft nicht mehr niedriger
- 10:39werden. Aber langsam kommen Angebote. Und da sind wir auch schon wieder beim Thema VW.
- 10:43Leider nicht von deutschen Herstellern, Die deutschen Autos sind weiterhin zu teuer.
- 10:48Die Deutschen haben viel zu spät auch auf moderat teure Autos oder auf günstigere
- 10:53Autos viel zu spät gesetzt. Jetzt machen natürlich ausländische Fabrikate,
- 10:57chinesische Fabrikate, französische Fabrikate das Rennen.
- 11:01Also hier kann sich die deutsche Autoindustrie noch mal neu erfinden und endlich
- 11:05bezahlbare E-Autos bauen.
- 11:07Und wenn Sie heute eine Sache in der deutschen Verkehrspolitik sofort ändern
- 11:10könnten, Herr Knie, was müsste passieren, damit Mobilität künftig eben nicht
- 11:14mehr Auto gegen Bahn oder gegen Fahrrad heißt, sondern doch alles besser zusammenspielt.
- 11:20Als erstes mal ein generelles Tempolimit auf Autobahnen einführen, auf 120 kmh.
- 11:25Dann hätten wir weniger Stress, hätten wir mehr Sicherheit, hätten wir weniger
- 11:28CO2, hätten viel mehr Lebensfreude.
- 11:31Und dann würde ich natürlich auch in der Tat die Privilegien,
- 11:35die das Auto im Moment noch genießt,
- 11:36das Verbrennerauto, die 1%-Dienstwagen-Besteuerung, die 7 Milliarden Euro
- 11:41zusätzliche Dieselsubventionierung und die Entfernungspauschale fürs Verbrennauto,
- 11:45die würde ich einfach nehmen.
- 11:46Diese Privilegien brauchen wir nicht mehr und die würde ich alleine noch für
- 11:50Elektrofahrzeuge zulassen. Dann hätten wir schon was gewonnen.
- 11:57Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den
- 12:00Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV.
- 12:04In der App, im TV oder hier im Podcast.