Latest / Warrens Watchlist - deutsch / Siemens - Update 01.10.2026 - ISIN DE0007236101
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- 0:07Speaker 1: Siemens ist ein Urgestein der deutschen Industrie und Börsengeschichte.
- 0:13Speaker 1: Gegründet wurde das Unternehmen am ersten Oktober, aus dem siebenundvierzig war.
- 0:18Speaker 1: Also genau heute vor einenhundert neunundsebzig Jahren.
- 0:22Speaker 1: Man kennt den Konzern hauptsächlich von Dingen die man anfassen kann Züge Schaltanlagen Medizineräte.
- 0:29Speaker 1: Die Zukunft des Konzerns soll nun aber stärker in Dingen liegen, die deutlich weniger greifbar sind.
- 0:36Speaker 1: Das heißt, in Software und künstlicher Intelligenz.
- 0:39Speaker 1: eine der wichtigsten Sparten dafür Fabrikautomatisierung und Industrie-Software ordnet Siemens nun neu.
- 0:46Speaker 1: Mit dem heutigen Tag, den ersten Oktober im Jahr ist, greift die neue Struktur.
- 0:53Speaker 1: letztlich will Konzernchef Roland Busch damit mehr profitables Wachstum erreichen.
- 0:58Speaker 0: Ein Umbau, damit man mehr verdient.
- 1:01Speaker 0: Heißt das, bei Siemens läuft es gerade nicht rund?
- 1:03Speaker 1: Im Großen und Ganzen läuft es sogar ziemlich gut.
- 1:07Speaker 1: Das zeigt dir auch mein Score!
- 1:09Speaker 1: Siemens erhält meine zweitbeste Beurteilung.
- 1:12Speaker 1: Der Konzern hat im Geschäftsjahr zwei tausend fünfundzwanzig so viel frei verfügbares Geld erwirtschaftet wie noch nie.
- 1:18Speaker 1: Das ist also nicht die Baustelle.
- 1:21Speaker 1: Wir schauen uns heute ein Unternehmen an dass sich vom Mischkonzern zum Technologiekonzern wandelt und fragen, inwiefern sich diese Geschichte bereits in den Zahlen widerspiegelt.
- 1:32Speaker 0: Ja das mit dem Umbau hatte ich auch gelesen.
- 1:35Speaker 0: Geleitet wird das neue Automatisierungsgeschäft von Rainer Brehm der bisher unter anderem Technikchef der Sparte Digital Industries war Und große Industriekunden sollen ihren Bedarf künftig über einen einzigen Ansprechpartner bündeln können vom Stromanschluss der Fabrik bis zur Software die die Maschinen steuert.
- 1:52Speaker 1: Genau mein Warren Wise Report ist älter als diese Nachrichten Aber er macht gut nachvollziehbar, warum der Umbau ausgerechnet an dieser Stelle ansetzt.
- 2:03Speaker 1: Ich habe mir das Modell angeschaut, dass Siemens von sich selbst zeichnet und es mit den Angaben im Geschäftsbericht verglichen, die ich als Messwerte bezeichne.
- 2:12Speaker 1: Beim Geld stimmen Modell- und Messung überein – bei der Wette auf Software fehlen noch die Messwärte.
- 2:25Speaker 0: Für alle, die uns zum ersten Mal hören – ich spreche mit Warren Weiss einer KI Die Equity Stories wie ein Value-Invester analysiert und bewertet.
- 2:35Speaker 1: Genau!
- 2:36Speaker 1: Ich bin ein synthetischer Stakeholder.
- 2:38Speaker 1: Mein Denken und meine Stimme sind KI.
- 2:41Speaker 1: Grundlage für heute ist mein Report zum Geschäftsbericht.
- 2:52Speaker 1: Geprüft wurde er von mir in Anlehnung an die Methodik der Investorenlegenden Benjamin Graham, Warren Buffett und Charlie Manga.
- 3:00Speaker 1: Die Quartalszahlen aus diesem Sommer habe ich mir zusätzlich angeschaut – nicht als neue Prüfungen sondern als
- 3:07Speaker 1: Ergänzung.".
- 3:08Speaker 0: Und Ich bin Corey Capitel auch KI, die Stimme der Privatanleger.
- 3:12Speaker 0: Siemens kenne ich wie wahrscheinlich viele vom Schriftzug auf der Waschmaschine!
- 3:16Speaker 0: Und soweit ich weiß baut Siemens auch den ICE Und ehrlich gesagt klingt es für mich eher nach Unruhe, wenn ein Konzern gefühlt ständig umgebaut wird.
- 3:25Speaker 0: Heute will ich wissen ist der Umbau zum Technologiekonzern schon in den Zahlen angekommen oder ist er im Moment eher nur ein neuer Marketing
- 3:36Speaker 1: Gag?
- 3:44Speaker 0: Dann erklär mir mal was Siemens eigentlich macht außer Waschmaschinen und Zügen.
- 3:49Speaker 1: Bei der Waschmaschine muss ich dich gleich ein bisschen korrigieren.
- 3:53Speaker 1: Die Hausgeräte gehören schon seit zwei Tausend Fünfzehn nicht mehr zum Konzern, Der heutige Hersteller darf den Namen aber weiter nutzen.
- 4:03Speaker 1: Insgesamt hat der Konzern vier große Industriegeschäfte.
- 4:07Speaker 1: Automatisierung und Software für Fabriken, Technik für Stromnetze und Gebäude, Züge- und Bahntechnik... ...und die Medizintechnik über die Mehrheitsbeteiligung an Siemens HealthInniers.
- 4:18Speaker 1: Dazu kommt eine eigene Finanzierungssparte.
- 4:22Speaker 0: Oh!
- 4:22Speaker 0: Das mit der Waschmaschine wusste ich tatsächlich nicht.
- 4:24Speaker 0: Siemens ist also eher ein Ausrüster für Fabrikens, Städte und Krankenhäuser als ein Konzert für den Haushalt.
- 4:30Speaker 0: Und wie groß ist das Ganze?
- 4:32Speaker 1: Knapp neunundsebzig Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr zweitausendfünfundzwanzig und mehr als vier Fünftel davon erwirtschaftet der Konzern außerhalb Deutschlands.
- 4:43Speaker 0: Ein echter Weltkonzern also?
- 4:45Speaker 0: Wie ist Siemens denn eigentlich so groß geworden?
- 4:48Speaker 1: Angefangen hat alles achtzehnhundert siebenundvierzig in Berlin, in einer kleinen Werkstatt in einem Hinterhof.
- 4:55Speaker 1: Werner von Siemens und der Feinmechaniker Johann Georg Halske gründeten dort mit zehn Leuten die Telegrafenbauanstalt von Siemens & Halskes.
- 5:05Speaker 1: Ihr erstes Produkt war ein Zeigertelegraf.
- 5:08Speaker 1: Statt Morsezeichen zu entschlüsseln, konnte man die Buchstaben einfach an einem Zeiger ablesen.
- 5:13Speaker 1: Schon ein Jahr später bekam das junge Unternehmen den Auftrag für die erste Telegraphenfernleitung Europas – von Berlin nach Frankfurt.
- 5:22Speaker 1: In den letzten Jahren entdeckte Werner von Siemens dann das Dynamo-Elektrische-Prinzip, die Grundlage für große Stromgeneratoren.
- 5:31Speaker 1: Und in den letzten Monaten präsentierte das Unternehmen der Welt die erste elektrische Eisenbahn, die ihren Strom von außen bekam.
- 5:40Speaker 0: Also vom Telegrafen über dem Generator bis zur Eisenbahn?
- 5:44Speaker 0: Da steckt ja schon einiges von dem drin was Siemens heute noch macht!
- 5:47Speaker 1: Ja und dieser Faden zieht sich durch... Die heutige Siemens AG entstand neunzehnhundertsechsundsechzig als drei Siemens-Gesellschaften zusammengeführt wurden.
- 5:57Speaker 1: Die Züge sind geblieben und Berlin ist neben München bis heute einer der beiden Firmensitze.
- 6:03Speaker 0: Und ein weiterer großer Schritt auf dem Weg von Siemens, ist jetzt der Umbau zum Technologiekonzern.
- 6:09Speaker 0: Wie schaust du dir so einen Umbauf eigentlich an?
- 6:11Speaker 0: Mit
- 6:11Speaker 1: einem Abgleich versprechen gegen Zahlen Denn dieser Umbau ist ja auch ein zentraler Teil der Equity-Story von Siemens.
- 6:21Speaker 1: Im Kern ist die sogenannte Equity Story ja die Geschichte, die ein Unternehmen über seine eigene Zukunft erzählt.
- 6:27Speaker 1: Festzumachen ist sie für Investoren an den Zahlen, die diese Geschichte tragen müssen.
- 6:33Speaker 1: Stell dir am besten einmal vor, Corey!
- 6:35Speaker 1: Wir machen es wie die Ingenieure, die mit Software von Siemans arbeiten – bevor sie eine Fabrik bauen, bauen sie sie im Computer nach als digitalen Zwilling Und sobald die echte Anlage läuft, vergleichen sie laufend.
- 6:47Speaker 1: Was verspricht das Modell und was messen die Sensoren?
- 6:51Speaker 0: Gut!
- 6:52Speaker 0: Dann legen wir neben Siemens mal einen Zwilling.
- 6:55Speaker 0: Wie sieht das Model aus, dass der Konzern von sich selbst zeichnet?
- 6:58Speaker 1: Siemens nennt es One Tech Company.
- 7:01Speaker 1: Aus dem früheren Mischkonzern soll ein fokussierter Technologie-Konzern werden, der Automatisierung, Software und künstliche Intelligenz verbindet.
- 7:10Speaker 1: Dafür hat er Konzern kräftig aufgeräumt.
- 7:13Speaker 1: Er hat sein Geschäft mit Motoren und Großantrieben InnoMotix verkauft Seinen Anteil an Siemens Energy auf zehn Prozent verringert Und angekündigt die Kontrolle über die Medizintechnik Tochter Siemens Healthineers abzugeben.
- 7:29Speaker 1: hat Siemens für zusammen fast dreizehn Milliarden Euro zwei amerikanische Softwarehäuser gekauft.
- 7:36Speaker 1: Altair, für Simulationssoftware und Dortmatics für Software mit der Forschungslabore in der Pharmaindustrie und in der Biotechnologie
- 7:44Speaker 1: arbeiten.".
- 7:46Speaker 0: Das ist ja wirklich ein kompletter Umbau!
- 7:48Speaker 0: Man trennt sich also tendenziell von Dingen die man anfassen kann – und kauft dafür Software.
- 7:53Speaker 0: Und was sagen deine Sensoren dazu?
- 7:55Speaker 1: Die ersten Messwerte passen erstaunlich gut zum Modell.
- 7:59Speaker 1: Aus dem laufenden Geschäft blieb nach den Investitionen ins eigene Geschäft, Zugkäufe nicht mitgerechnet.
- 8:05Speaker 1: Ein Rekord an frei verfügbaren Geld übrig – der Fachbegriff ist freier Cashflow.
- 8:11Speaker 1: Knapp elf Milliarden Euro!
- 8:13Speaker 1: Das ist sogar etwas mehr als der ausgewiesene Konzerngewinn von gut zehn Milliarden.
- 8:18Speaker 0: Moment… wie kann denn mehr Geld übrig bleiben, als der Konzert überhaupt verdient hat?
- 8:23Speaker 1: Unter anderem, weil nicht jeder Aufwand im selben Jahr Geld kostet.
- 8:28Speaker 1: Siemens hat Abschreibungen von fast dreieinhalb Milliarden verbucht.
- 8:32Speaker 1: Das sind frühere Investitionen in eigene Anlagen aber auch in gekaufte Unternehmen die über die Jahre verteilt den Gewinn schmälern Aber heute kein Geld mehr abfließen lassen.
- 8:43Speaker 1: Neu ins eigene Geschäft investiert hat der Konzern im selbe Jahr knapp zweieinhalb Milliarden So viel wie in keinem der vier jahre davor.
- 8:52Speaker 1: Die Differenz bleibt in der Kasse.
- 8:55Speaker 0: Der Gewinn steht also nicht nur auf dem Papier, das Geld kommt tatsächlich an.
- 8:59Speaker 1: So ist es und die Bilanz passt aus meiner Sicht gut dazu.
- 9:04Speaker 1: Die Schulden des Industriegeschäfts abzüglich der Kass sind kleiner als ein einziges Jahresergebnis vor Zinsen Steuern und Abschreibungen Und die Pensionszusagen an frühere und heutige Beschäftigte immerhin fast siebenundzwanzig Milliarden Euro sind insgesamt vollständig durch Vermögen gedeckt.
- 9:22Speaker 1: Das ist aus meiner Sicht ein starker Wert.
- 9:25Speaker 0: Also im Industriegeschäft wenig Schulden und keine großen Löcher bei den Betriebsrenten?
- 9:32Speaker 1: Ja, das ist es!
- 9:34Speaker 1: Ganz am Anfang meiner Prüfung stehen immer sechs Ausschluss-Tests nach dem Vorbild von Benjamin Graham.
- 9:40Speaker 1: Sie prüfen ob ein Unternehmen auf Dauer bestehen kann.
- 9:44Speaker 1: Siemens besteht alle sechs Und die Ziele, die sich der Konzern für das Jahr gesetzt hatte hat er ebenfalls erreicht beim Wachstum, beim Gewinn je Aktie und bei der Kapitalrendite.
- 9:56Speaker 0: Dann ist das Modell bis hierhin ja ziemlich gut kalibriert – Und ein Konzerngewinn von gut zehn Milliarden passt doch auch ins Bild oder?
- 10:03Speaker 0: Auf
- 10:03Speaker 1: den ersten Blick schon!
- 10:05Speaker 1: Der Konzerngewinn ist um sechzehn Prozent gestiegen auf einen Höchststand Aber darin steckt ein Buchgewinn von gut zwei Milliarden Euro aus dem Verkauf von Inomotix Ein Buchgewinn entsteht wenn man etwas für mehr verkauft als es in den Büchern stand.
- 10:20Speaker 1: Das ist ein echter Erfolg für die Aktionäre.
- 10:23Speaker 1: Aber er passiert genau
- 10:25Speaker 0: einmal!
- 10:27Speaker 0: Und was bleibt, wenn man diesen Verkauf herausrechnet?
- 10:29Speaker 1: Dann bleibt der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft also aus allem, was Siemens heute noch betreibt und der ist im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent gesunken.
- 10:40Speaker 0: Gesunken?!
- 10:40Speaker 0: Aber der Umsatz war doch gegenüber dem Vorjah gestiegen oder?
- 10:44Speaker 0: Das hätte ich ja dann eher nicht erwartet.
- 10:46Speaker 1: Ja, auf den ersten Blick überrascht das – die Mechanik dahinter ist aber gut nachvollziehbar!
- 10:51Speaker 1: Das operative Industriegeschäft hat sogar so viel verdient wie noch nie, obwohl dort deutlich höhere Abfindungen verbucht sind.
- 10:59Speaker 1: Belastet haben vor allem Posten außerhalb davon.
- 11:02Speaker 1: Die Ausgaben für neue gemeinsame Basistechnologien haben sich auf knapp siebenhundert Millionen Euro mehr als verfünffacht und die Abschreibungen auf Zugkäufe sind gestiegen.
- 11:12Speaker 1: Außerdem fehlte ein Sondergewinn aus der Beteiligung an Siemens Energy, der das vor Jahr gestützt hatte und auch die Steuerquote lag höher.
- 11:21Speaker 0: Das heißt – Der Grund für den Rekordgewinn ist der Verkauf von Inomottics Und im laufenden Betrieb kostet der Umbau erst einmal Geld.
- 11:30Speaker 1: Ja So kann man es zusammenfassen.
- 11:32Speaker 1: Für sich genommen ist das aus meiner Sicht noch kein Alarmzeichen, Umbauen kostet nun einmal.
- 11:38Speaker 1: Entscheidend ist was die Messwerte dort zeigen wo Siemens seine Zukunft zieht bei Automatisierung und Software für Fabriken.
- 11:46Speaker 1: Und genau das schauen wir uns jetzt
- 11:48Speaker 0: an.
- 11:49Speaker 0: Gerne Warren davor aber noch kurz in eigener Sache.
- 11:52Speaker 0: Es passt gerade.
- 11:53Speaker 0: Was ihr hier hört, ist die Kurzfassung.
- 11:55Speaker 0: Der vollständige Warren Wise Report prüft eine Equity-Story in acht Dimensionen Seite für Seite gegen den Geschäftsbericht.
- 12:02Speaker 0: Wer diesen Blick auf das eigene Unternehmen will?
- 12:05Speaker 0: Vorstand Aufsichtsrat oder Investor Relations Warrant-Wise.com?
- 12:10Speaker 0: So.
- 12:11Speaker 0: und jetzt zurück zu Siemens Und zur Sparte In der der Konzern seine Zukunft sieht
- 12:16Speaker 1: Klar gerne.
- 12:17Speaker 1: Es geht um Digital Industries Die Sparte für Fabrikautomatisierung und Industrie-Software.
- 12:24Speaker 1: Das ist genau die Sparte, die jetzt neu geordnet wird – und in die auch die beiden gekauften Softwarehäuser eingegliedert wurden.
- 12:34Speaker 1: Knapp fünfzehn.
- 12:51Speaker 1: Und auch der Umsatz der Sparte ist um vier Prozent geschrumpft.
- 12:55Speaker 0: Oh, das ist natürlich schon ein deutlicher Rückgang.
- 12:58Speaker 0: und dass ausgerechnet in der Spate die den Technologiekonzern künftig tragen soll?
- 13:03Speaker 0: Woran liegt das?
- 13:04Speaker 1: Zu einem großen Teil an einem Effekt, der erst einmal Paradox klingt.
- 13:08Speaker 1: Viele Kunden und Händler hatten hohe Lagerbestände an Siemens Automatisierungstechnik aufgebaut.
- 13:14Speaker 1: Statt nachzubestellen haben sie zuerst diese Vorräte aufgebraucht.
- 13:18Speaker 1: Der Fachbegriff dafür ist Lagerabbau.
- 13:21Speaker 1: Die Nachfrage war also nicht einfach weg, sie wurde eine Zeit lang aus den eigenen Regalen bedient.
- 13:26Speaker 1: Dazu kamen Abfindungen von gut dreihundertfünfzig Millionen Euro vor allem für Kapazitätsanpassungen im Automatisierungsgeschäft und auch die beiden Zugäufe haben den Gewinn im ersten Jahr belastet.
- 13:39Speaker 0: Aber so ein Lagerabbau ist doch irgendwann vorbei?
- 13:41Speaker 0: Ist das dann nicht eher eine Delle als ein Dauerzustand?
- 13:44Speaker 1: Ja!
- 13:45Speaker 1: Das kann man durchaus so sehen.
- 13:48Speaker 1: Laut Siemens war der Lagerabbau zur Mitte des Geschäftsjahres weitgehend abgeschlossen.
- 13:53Speaker 1: In der zweiten Jahreshälfte wuchs der Umsatz im Automatisierungsgeschäft wieder und die Aufträge der Sparte lagen insgesamt acht Prozent über dem Vorjahr, aber es gibt einen zweiten Messwert, der mich stutzig macht – das Software-Geschäft.
- 14:07Speaker 1: Rechnet man Zugkäufe und Wechselkurse heraus ist dessen Umsatz um fünf Prozent gesunken?
- 14:13Speaker 0: Warte!
- 14:14Speaker 0: In selben Jahr, in dem sie für fast dreizehn Milliarden Software gekauft haben, schrumpft das eigene Softwaregeschäft?
- 14:20Speaker 1: Vergleichbar gerechnet ja.
- 14:22Speaker 1: Siemens verweist auf ein starkes Vorjahr und große Einzelverträge lassen dieses Geschäft ohne hinschwanken.
- 14:29Speaker 1: Dazu kommt ein Effekt der Softwareumsätze grundsätzlich verschieben kann.
- 14:33Speaker 1: Siemans stellt Teile seiner Software auf Abo-Modelle um.
- 14:37Speaker 1: Statt einmal den vollen Lizenzpreis zu zahlen, zahlen Kunden dann laufend und der Umsatz verteilt sich über mehrere Jahre.
- 14:45Speaker 1: Für die Zukunft würde ich mir wünschen dass Siemens deutlicher zeigt wie viel vom Rückgang an der Umstellung liegt oder ob sich das Geschäft abgeschwächt hat.
- 14:54Speaker 0: Übersetzt auf unseren digitalen Zwilling heißt es An der wichtigsten Stelle des Modells zeigten die Sensoren im Geschäftsjahr.
- 15:07Speaker 1: Die jüngsten Quartalszahlen deuten bei Digital Industries inzwischen auf eine Erholung hin, in der Automatisierung und auch in der Software.
- 15:16Speaker 1: Ob sie trägt und der Umbau wirkt muss aber der nächste Geschäftsbericht
- 15:20Speaker 1: zeigen.".
- 15:21Speaker 0: Dann kommen wir zu den Zughäufen die fast dreizehn Milliarden gekostet haben.
- 15:26Speaker 0: Die beiden Softwarehäuser gehören ja jetzt auch zu dieser Sparte – was bringen die bisher?
- 15:31Speaker 1: Im ersten verkürzten Jahr zusammen gut dreihundert Millionen Euro Umsatz Und unterm Strich noch einen Verlust.
- 15:38Speaker 1: Das überrascht mich im ersten Jahr nicht, nach einem Kauf wird ein Teil des Kaufpreises auf die erworbenen Technologien und Kundenbeziehungen verteilt und über die Jahre abgeschrieben und dazu kommen Kosten für die Eingliederung.
- 15:51Speaker 1: viel wichtiger ist die Frage woran man später messen soll ob sich der kauf gelohnt hat
- 15:57Speaker 0: und Woran misst man das normalerweise
- 15:59Speaker 1: an einem Plan.
- 16:00Speaker 1: soviel zusätzlicher Umsatz So viele eingesparte Kosten bis zu diesem Jahr.
- 16:06Speaker 1: Der Fachbegriff dafür ist Synergien.
- 16:09Speaker 1: Im Geschäftsbericht schreibt Siemens, dass es solche Synerginen erwartet Beziffert sie dort aber nicht.
- 16:15Speaker 1: Bei der Ankündigung des Altaerkaufes hatte der Konzern zwar Ziele genannt im Geschäfts- bericht finde ich aber weder diese Ziele noch einen Zwischenstand wie weit man auf dem Weg dorthin ist.
- 16:26Speaker 1: das hätte ich mir dort gewünscht.
- 16:28Speaker 0: Das ist ja so, als hätte man in den digitalen Zwilling ein ziemlich teures Bauteil eingebaut.
- 16:34Speaker 0: Aber genau daran keinen Sensor angeschlossen!
- 16:36Speaker 0: Ja
- 16:37Speaker 1: das kann man so sagen Corey und das Bauteile ist wirklich teuer.
- 16:41Speaker 1: gut zehn der fast drei zehn Milliarden sind ein reiner Aufpreis Geld dass Siemens für etwas bezahlt hat Dass man nicht einzeln bewerten kann.
- 16:49Speaker 1: dieser aufpreis heißt in der Fachsprache Goodwill Und steht zum Beispiel Für erwartete Synergien und das Wissen Der Mitarbeiter.
- 16:57Speaker 1: Das ist nicht automatisch schlecht.
- 17:00Speaker 1: Aber dieser Aufpreis muss erst noch verdient werden und gerade dann würde ich erwarten, dass der Konzern im Geschäftsbericht selbst den Maßstab mitliefert an dem man den Erfolg prüfen kann.
- 17:10Speaker 0: Und merkt man die Zugkäufe schon an anderer Stelle in den Zahlen?
- 17:14Speaker 1: Ja bei der Kapitalrendite also daran wie viel Gewinn der Konzerren auf das eingesetzte Kapital erwirtschaftet.
- 17:21Speaker 1: Der Fachbegriff ist Return on Capital Employed.
- 17:25Speaker 1: Mit knapp achtzehn Prozent lag sie noch im eigenen Zielkorridor von Siemens.
- 17:29Speaker 1: Für das Geschäftsjahr, in dem der Konzern aber selbst angekündigt hat, deutlich unter die Untergrenze von fünfzehn prozent zu fallen – vor allem wegen der Zugkäufe.
- 17:41Speaker 0: Das Geld ist also schon ausgegeben und nun wird auch die Rendite auf das eingesetzte Kapital spürbar belastet.
- 17:47Speaker 0: Gleichzeitig muss sich aber erst noch zeigen ob über die nächsten Jahre wirklich so viel Geld zurückfließt wie man sich erhofft.
- 17:54Speaker 0: Da Siemens im Geschäftsbericht dazu keine Zielwerte nennt, kann ich als Anlegerin nicht einmal ablesen was eigentlich zurückkommen soll.
- 18:02Speaker 1: Ja richtig und es ist ja auch nicht die einzige Stelle an der mir ein Messpunkt fehlt.
- 18:07Speaker 1: Siemens spricht im Bericht gern von führenden Angeboten, nennt aber nirgends Marktanteile gegenüber Wettbewerbern wie Rockwell Schneider oder ABB.
- 18:18Speaker 1: Das Siemens einen Burggraben hat also einen Schutz vor der Konkurrenz glaube ich durchaus.
- 18:24Speaker 1: Wer seine Fabrik einmal auf Technik und Software von Siemens aufgebaut hat, wechselt nicht so leicht.
- 18:30Speaker 1: Aber wie breit dieser Graben ist kann ich eigentlich nur Schätzen nicht messen.
- 18:36Speaker 0: Bei so vielen fehlenden Messpunkten frage ich mich schon wo zeigt dein digitaler Zwilling denn eigentlich die stärksten Werte?
- 18:42Speaker 0: Interessanterweise
- 18:44Speaker 1: ausgerechnet nicht dort wo Siemens seine Zukunft sieht.
- 18:48Speaker 1: das gewinnstärkste Industriegeschäft ist inzwischen Smart Infrastructure Technik für Stromnetze und Gebäude, zunehmend auch für Rechenzentren.
- 18:57Speaker 1: Dort stieg der Gewinn auf Vier-Einhalb Milliarden Euro – gut anderthalb Mal so viel wie bei Digital Industries!
- 19:05Speaker 1: Das ist aus meiner Sicht eine echte Stärke und ein Fundament das den Umbau an anderer Stelle erst tragbar
- 19:11Speaker 0: macht.".
- 19:12Speaker 0: Das heißt am meisten verdient Siemens zuletzt mit Stromnetzen, Gebäudetechnik und Rechencentren.
- 19:18Speaker 0: Warren wenn du alle deine Messwerte zusammen nimmst Wo landet Siemens aktuell bei dir?
- 19:23Speaker 1: Auf Basis des Geschäftsberichts erhält Siemens die zweithöchste Bewertung, die ich vergebe.
- 19:29Speaker 1: Vier von fünf – Die Zone heißt Stark!
- 19:32Speaker 1: Die Value-Tese trägt allerdings mit Vorbehalten.
- 19:36Speaker 0: Und wie kommt diese vier genau
- 19:37Speaker 0: zustande?!
- 19:38Speaker 0: Wir haben heute ja nur über einen kleinen Ausschnitt deines Reports gesprochen.
- 19:42Speaker 1: Ich prüfe acht Dimensionen vom Geschäftsmodell über die Bilanz bis zur Innovation Die Mittelzuflüsse und die Bilanz ziehen nach oben, der Umgang mit dem Kapital und die fehlenden Messwerte nach unten.
- 19:55Speaker 1: Vor allem bei den Zugkäufen.
- 19:58Speaker 1: Unterm Strich liegt Siemens genau in der Mitte zwischen drei und vier aufgerundet zur Vier.
- 20:04Speaker 0: Also eine Bewertung, die sich der Konzern mit Geld und Bilanz verdient – und die künftig vor allem auch an der Software-Wette hängt.
- 20:12Speaker 1: So ist es!
- 20:13Speaker 1: Das Fundament trägt die Vier.
- 20:15Speaker 1: Ob sie hält, entscheidet sich künftig insbesondere bei der Software und den konkreten messbaren Fortschritten bei der Entwicklung zum Technologiekonzern.
- 20:24Speaker 0: Und was würdest du den Vorsitzenden des Vorstands fragen wenn er heute hier säße?
- 20:29Speaker 1: Drei Dinge!
- 20:30Speaker 1: Erstens Herr Busch Welche Ziele gelten heute für Altair & Dortmatics beim Umsatz bei den Kosten bis wann und wo stehen Sie auf diesem Weg?
- 20:41Speaker 1: Zweitens, welche Marge halten Sie bei Digital Industries dauerhaft für erreichbar und was genau soll die neue Automatisierungseinheit dazu beitragen?
- 20:50Speaker 1: Und drittens ab welchem Jahr erwarten sie die Kapitalrendite wieder in ihrem eigenen Zielkorridor.
- 20:57Speaker 0: Die würde ich als Aktionärin genauso stellen – und was nehme ich für den nächsten Geschäftsbericht mit ganz egal von welchem Unternehmen?
- 21:04Speaker 1: Zwei Prüfregeln.
- 21:06Speaker 1: Wenn ein Konzern Teile verkauft, schau nicht nur auf den Gewinn insgesamt sondern auf den Gewinnen aus dem fortgeführten Geschäft.
- 21:13Speaker 1: Der zeigt deutlich besser was das Unternehmen heute verdient und prüfe auch dort ob Einmaleffekte drinstecken.
- 21:20Speaker 1: Und wenn ein Unternehmen seine Zukunft auf einen großen Zugauf setzt such im Geschäftsbericht nach zwei Dingen Dem bezifferten Ziel dass der Kauf erreichen soll und dem Zwischenstand Fehlt.
- 21:31Speaker 1: beides fehlt nicht nur der Maßstab, sondern es fehlen dir letztlich auch wichtige Informationen um zu bewerten ob das Ganze erfolgreich war.
- 21:40Speaker 1: Und noch ein Gedanke der über Siemens hinausgeht Ein digitaler Zwilling ist nur so gut wie die Messwerte die aus der echten Anlage zurückfließen.
- 21:49Speaker 1: Ohne sie bleibt er eine schöne Zeichnung.
- 21:51Speaker 1: Bei Siemens stimmen Modell und Messung dort überein wo es ums Geld geht.
- 21:57Speaker 1: Der Konzern erwirtschaftet verlässlich Cash Flows und die Bilanz ist stark.
- 22:02Speaker 1: Bei der Software-Wette aber fehlen aus meiner Sicht noch die Messwerte, die zeigen ob das Modell hält.
- 22:08Speaker 1: Der aktuelle Umbau ist so etwas wie eine neue Version dieses Modells – Ob sie besser ist zeigt erst der nächste Abgleich mit der
- 22:15Speaker 1: Wirklichkeit.".
- 22:17Speaker 0: Dann habe ich jetzt meine Antwort!
- 22:18Speaker 0: Das Fundament ist stärker als ich zu Beginn gedacht hatte.
- 22:21Speaker 0: Siemens verdient verlässlich Geld und die Bilanz ist solide.
- 22:25Speaker 0: Der UmbAU ist hier also kein Zeichen von Unruhe sondern der Versuch dieses Fundament besser zu nutzen.
- 22:31Speaker 0: Ob er sich in der Software auszahlt, lässt sich aber noch nicht ablesen.
- 22:34Speaker 0: Beim nächsten Bericht schaue ich deshalb auf zwei Messpunkte ganz besonders genau – die Marge von Digital Industries und einen Zwischenstand zu den Zughäufen!
- 22:43Speaker 0: Wir bleiben dran.
- 22:45Speaker 1: Die
- 23:06Speaker 0: Inhalte dieser Folge dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken.
- 23:10Speaker 0: Sie stellen keine Anlageberatung und keine Aufforderungen zum Kauf, Halten oder Verkauf von Finanzinstrumenten dar.
- 23:19Speaker 0: Alle Einschätzungen beruhen auf einem modellbasierten KI-gestützten Analyseansatz.
- 23:25Speaker 0: Warren Wise ist eine fiktive synthetische Figur weder eine reale Person noch deren Nachlass oder ein mit einer solchen Person verbundenes Unternehmen.
- 23:35Speaker 0: Soweit auf Benjamin Graham, Warren Buffett oder Charlie Munger Bezug genommen wird geschieht dies ausschließlich beschreibend im Hinblick auf die ihnen zugeschriebenen Anlagephilosophie.
- 23:46Speaker 0: Eine Unterstützung, Autorisierung, Repräsentation oder sonstige Verbindung auch zu deren nachlässigen oder verbundenen Unternehmen besteht nicht.
- 23:57Speaker 0: Sämtliche Stimmen und akustischen Inhalte dieser Folge sind synthetisch erzeugt und KI generiert.