Latest / Gin And Talk / Lydia Staltner über Altersarmut, Scham und Hoffnung
Transcript
- 0:00Speaker 1: Dann muss derjenige, der dreitausend Euro verdient hat, vierzig Jahre gearbeitet hat.
- 0:04Speaker 1: Kein Tag weniger verdient dort nicht irgendwie ausgefallen ist, muss dann zum Sozialamt gehen und sagen sie ich habe weniger zum Leben wie Grundsicherung.
- 0:14Speaker 1: bitte helfen Sie mir!
- 0:16Speaker 1: Früher haben so um mal zwanzigsten, fünfundzwanzigste im Monat, haben manche Rentner die wir betreuen gesagt kannt ihr ein twenty-fünf Euro Lebensmittelgutschein haben?
- 0:28Speaker 1: bei mir Reichshint und Vornimmer.
- 0:30Speaker 1: Jetzt rufen die Leute am zehnten im Monat an, und sagen sie ich hab keine Lebensmittel mehr zu
- 0:36Speaker 1: Hause.".
- 0:36Speaker 0: Herzlich willkommen!
- 0:38Speaker 0: Mein Name ist Daniel Fürt und ich freue mich sehr euch heute zu einer neuen Episode Gen & Talk begrüßen zu dürfen.
- 0:44Speaker 0: Mein heutiger Gast ist Lydia Staltner.
- 0:47Speaker 0: Vor über zwanzig Jahren gründete sie die Lichtblick-Seniorenhilfe und setzte sich seither für den Kampf gegen Altersarmut ein.
- 0:55Speaker 0: Zusammen mit ihrem Team unterstützt sie Senioreninnen und Senioren, bei denen das Geld im Alter schlicht nicht reicht um den Lebensunterhalt zu bewältigen.
- 1:04Speaker 0: Für ihr unermüdliches Engagement erhielt Lydia zahlreiche Auszeichnungen unter anderem des Bundesverdienstkreuz.
- 1:11Speaker 0: Ich wollte von Lydia wissen, warum Altersarmut in einem Land wie Deutschland überhaupt ein Thema sein kann.
- 1:16Speaker 0: Wie sich Menschen fühlen die einen Leben lang gearbeitet haben und dem Alter feststellen müssen das es finanziell einfach nicht zum Leben reicht?
- 1:23Speaker 0: Und was ich verändern müsste um das Problemen den Griff zu bekommen!
- 1:27Speaker 0: Wenn dir diese Episode Genantalk gefällt.
- 1:30Speaker 0: folge uns bei Spotify Apple Podcast oder wo auch immer du gerne Podcast hörst und hinterlasse uns eine gute Bewertung.
- 1:36Speaker 0: Diese und viele weitere Episoden gibt es auch als Videopodcast auf unserem YouTube-Kanal.
- 1:41Speaker 0: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören, schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:07Speaker 1: und tauche
- 2:07Speaker 0: ein in die verrucht düstere
- 2:10Speaker 1: Atmosphäre
- 2:11Speaker 0: unserer Studiobahn.
- 2:20Speaker 0: Liebe Lydia, ich freue mich sehr dass wir uns heute hier bei uns treffen können!
- 2:23Speaker 0: Wir haben vor zwei Wochen festgestellt das wir quasi fast Nachbarn sind was das Büro angeht.
- 2:30Speaker 0: Uns trennt so ein kleiner Hügel dazwischen runter ist einfacher hoch ist ein bisschen anstrengender.
- 2:35Speaker 0: deshalb vielen Dank dass du es hier zu uns nach oben geschafft hast.
- 2:38Speaker 1: Danke für die Einladung.
- 2:40Speaker 0: Ich hab dich bei einem Interview erlebt vor zwei Wochen.
- 2:45Speaker 0: Und ich muss ehrlich zugeben, ich habe von der Lichtblick-Seniorin Hilfe davor noch nie was gehört, obwohl wir so nah beieinander sind und ich auf dem Weg nach Hause eigentlich jeden Tag vorbei fahre... ...und dann dachte ich mir okay das ist ja spannend!
- 3:00Speaker 0: Was ihr macht?
- 3:01Speaker 0: Ihr helft älteren Menschen die zu wenig Geld haben, Senioren, gut zurechtkommen mit dem, was sie bekommen oder auch nicht bekommen.
- 3:13Speaker 0: Und du hast das Ganze vor zwanzig Jahren
- 3:15Speaker 1: ... Einundzwanzig
- 3:16Speaker 0: jetzt schon?
- 3:17Speaker 0: Einundzwanzig Jahre angefangen eigentlich mit dem Ziel erst mal dass du gesagt hast.
- 3:22Speaker 0: oh ich hab festgestellt es gibt ältere Menschen die haben erstmal nichts zum anziehen.
- 3:27Speaker 0: Die haben erstmal, ich glaube mit Schuhen hat's angefangen keine Schuhe.
- 3:30Speaker 0: und dann hast du gesagt das kann ja nicht sein da muss sich was tun.
- 3:34Speaker 1: Na mit Schuh hat's noch nicht angefangen.
- 3:37Speaker 1: Und zwar war vor meiner Haustür immer eine alte Frau und die ist, ich weiß nicht ob ... Die ist immer gebückt gegangen.
- 3:45Speaker 1: Die hatte so einen runden Rücken.
- 3:47Speaker 1: vielleicht sieht man das manchmal bei alten Menschen?
- 3:50Speaker 1: Und die ist mit den G-Wagen immer ganz langsam gegangen und hat ein Wintermantel an gehabt!
- 3:56Speaker 1: Und Winterschuhe um bei dreißig Grad Hitze hat sie das gleiche an gehabt wie im Winter.
- 4:03Speaker 1: Und da die so langsam gegangen ist, habe ich sie beobachtet und hab mir überlegt warum zieht denn die nix anders an bis mir dann klar wurde, die hat nichts anderes zum Anziehen.
- 4:14Speaker 1: Dann bin ich an einem Männerstammtisch gegangen mit lauter Betagen heran und hab zu denen gesagt jetzt mache ich was für all die Leid!
- 4:22Speaker 1: Und dann haben wir die entgeistert und gesagt, ich mache da was für Kinder.
- 4:26Speaker 1: Für Afrika oder irgendetwas einfacher ist aber für all die Leiter schaut doch keiner hin das will keiner.
- 4:32Speaker 1: nach habe ich gesagt das mache ich für alle leute Sagt man wie man verreinkründet?
- 4:36Speaker 1: Dann haben wir dir das erklärt ja und dann habe ich angefangen damit.
- 4:40Speaker 0: du hast die geschichte letztes mal auch erzählt und ich musste lange drüber nachdenken weil ich mir dann gedacht habe Ich hab ganz oft Senioren gesehen die eigentlich für das Wetter völlig unpassend gekleidet waren.
- 4:51Speaker 0: Nämlich auch tendenziell zu warm gekleidet waren.
- 4:54Speaker 0: und dann dachte ich mir, naiv wie ich bin immer?
- 4:56Speaker 0: Na ja vielleicht ist denen einfach kälter.
- 4:58Speaker 0: also im Sinne von vielleicht macht der Kreislauf nicht mehr so mit und die brauchen einfach mehr zum Anziehen.
- 5:04Speaker 0: Was hat denn bei dir den Moment ausgelöst dass du gesagt hast ne, dass es nicht die Erklärung sondern da muss mehr dahinter stecken.
- 5:11Speaker 1: Ich glaube wenn man... ich habe diese Frau über ein halbes Jahr oder Jahr beobachtet Und jetzt muss man dazusagen, dass so dieser Zeit ich meine Mutter schon unterstützt habe.
- 5:23Speaker 1: Meine Mutter war auch Rentnerin und hat gearbeitet.
- 5:26Speaker 1: Viele noch im Krieg haben nicht so viel verdient.
- 5:29Speaker 1: Die konnte sich die MVV-Karten oft nicht leisten.
- 5:33Speaker 1: Die hab' ich hier bezahlt und hab' ihr auf Geschenke gemacht mit Kleinigkeiten ohne dass ich sie abwürde
- 5:40Speaker 1: nehme.".
- 5:41Speaker 1: Und da wusste ich schon, dass es einfach alte Leute gibt die wenig Geld haben.
- 5:46Speaker 1: Und das war wahrscheinlich mit der Kleidung von der alten Frau ... War stimmig dann für mich!
- 5:53Speaker 0: Aber dann kam tatsächlich die Schuhe ins Spiel weil du dann angefangen hast rumzutelefonieren.
- 5:58Speaker 0: Ich glaube, du warst in einer Bürogemeinschaft davor?
- 6:00Speaker 0: Du hattest ja eine Werbeagentur, hast da viel gemacht in dem Bereich und hast dann gesagt Bürogemeinschaft raus, hast dir dann glaube ich auch hier um die Ecke in der Ballernstraße ein kleines Büro genommen mit einem Nebenraum und hast dann angefangen rumzutelefonieren.
- 6:17Speaker 0: Du hast die, da hast du Firmen angerufen, hast gesagt ich mache hier was Tolles gebt mir Geld.
- 6:23Speaker 0: ganz plump gesagt oder helft mir dabei Und hast dann aber auch angefangen natürlich die ganzen Senioren Service Center Die ganzen Einrichtungen die es gibt anzurufen.
- 6:36Speaker 0: Und wie bist du denn eigentlich da so vorgegangen?
- 6:41Speaker 0: Also, ich... Du hast ja davor was völlig anderes gemacht und du bist dann dieses Thema reingesprungen.
- 6:47Speaker 0: Und musstest dich ja erst mal zurechtfinden oder?
- 6:49Speaker 1: Als Erstes habe ich nachdem ich dem Verein gegründet hab, wie gesagt die alten Servicenten anrufen, dann hatte ich ein paar Rentner, die man einer Hand abzählen konnten und hab die gefragt ob sie mit mir eine Pressekonferenz machen.
- 7:02Speaker 1: Dann bin ich, hab ich eine gemacht im Rathaus und hab gesagt zur Presse mich gibt's Und durch das kamen dann noch neue Rentner dazu, die Wochen danach und natürlich auch Sponsoren.
- 7:13Speaker 1: Aber es gab natürlich auch nur das Telefonbuch wo man nacheinander angerufen hat und jedem habe ich erzählt dass ich am Verein hab.
- 7:21Speaker 1: Jeden!
- 7:22Speaker 1: Man ist dann so begeistert und so überschwänglich bis ein Schuhfabrikant zu mir gesagt hat.
- 7:27Speaker 1: Ich krieg von ihm mal paar Schuhe.
- 7:29Speaker 1: Dann wurden die geliefert, das waren vielleicht sechzig, siebzig Paar in das Ladenbüro.
- 7:35Speaker 1: Und dann habe ich diese Rentner, die ich betreut hab angerufen und hab ganz freundlich gesagt, sieh auf Schufe!
- 7:40Speaker 1: Sieh, komm' was vorbei, komm', was
- 7:41Speaker 1: vorbei.".
- 7:42Speaker 1: Dann hab ich gesagt ja, komm'ma's morgen,
- 7:45Speaker 1: wunderbar!".
- 7:47Speaker 1: Am nächsten Tag haben ein paar angerufen, und hab gesagt, ich kann jetzt heute nicht, es geht nicht, ich bin krank, ich muss zum Arzt.
- 7:54Speaker 1: Da haben wir gedacht vielleicht brauchen die Kokone schon?
- 7:58Speaker 1: Dann kamen die aber am übernächsten Tag.
- 8:00Speaker 1: Und da haben wir mal gedacht wie ... Dann sag ich, sie sitzen sich an dahin.
- 8:04Speaker 1: Ich hab mit ihnen Schuhe probiert wie ein Schuhverkäuferin und habe gesehen dass die Schuhen getragen haben, die haben Löcher gehabt.
- 8:12Speaker 1: Diese Leute, die kamen hatten keine Schuher
- 8:15Speaker 0: um
- 8:16Speaker 1: bei Regenwetter aus dem Haus zu gehen und am vorigen Tag hat das geregnet.
- 8:22Speaker 1: Und dann war mir klar Das ist der richtige Weg.
- 8:25Speaker 0: Aus dieser Handvoll Rentner sind inzwischen über siebenundzwanzigtausend Senioren in ganz Deutschland geworden, die ihr unterstützt.
- 8:37Speaker 0: Das ist ja eine wahnsinnige Zahl!
- 8:40Speaker 0: Wie viele Leute seid ihr denn inzwischen eigentlich?
- 8:42Speaker 0: Die mit dieser riesigen Zahl an Menschen umgehen?
- 8:45Speaker 1: Also aus einem ganz kleinen Ladenbüro sind jetzt drei Büros geworden – das Hauptbürokratie in München.
- 8:51Speaker 1: Wir haben ein großes Ladenbюro... Nähe Deutsches Museum, dann haben wir in Münster ein Büro und dann haben die Niederbayern einen Büro.
- 9:00Speaker 1: Und mit lauter Frauen natürlich, die dynamisch mit alten Menschen gerne arbeiten.
- 9:08Speaker 1: Wir unterstützen über siebenundzwanzigtausend Menschen und man muss dazu sagen lebenslang, weil die brauchen ja halt einmal Medikamente.
- 9:15Speaker 1: Am nächsten Tag haben es keine Schuhe, keine Winterkleidung können die Brille nicht bezahlen.
- 9:21Speaker 1: Brillen werden erst ab sieben Diodrien bezahlt.
- 9:26Speaker 1: also alte Leute sollen einfach nicht schauen oder nicht lesen.
- 9:29Speaker 1: das finde ich so schade.
- 9:31Speaker 1: und alles was heute zum Leben gehört Mandel Kühlschrank was für uns ganz normal ist oder vielleicht einmal essen gehen mit der Freundin, oder einen Kaffee trinken gehen.
- 9:41Speaker 1: Ins Kino gehen.
- 9:43Speaker 1: Also innen Würde schenken indem wir auch Veranstaltungen machen.
- 9:47Speaker 1: also die drei Büros machen das Rundumbogramm um alten Menschen die Gabert haben und die Rente haben ja frei zu machen und denen Würde zu schenke und den nicht aufs Abstellgleich zu schicken weil das finde ich schade.
- 10:04Speaker 1: Weitestens haben die Menschen nicht verdient.
- 10:06Speaker 0: Also ich vor zwei Wochen bei euch war reger Publikumsverkehr, ihr habt ja auch wirklich eine offene Tür.
- 10:12Speaker 0: zu euch kann jeder kommen mit seinen Sorgen und Wünschen und Problemen und ihr kümmert euch dann jetzt mal die ganz dofe Frage naiv wie ich bin gestellt Wie kann es denn eigentlich sein dass wir in Deutschland dieses problem überhaupt haben?
- 10:28Speaker 0: also Ich hab ja auch ein paar Leute kennenlernen dürfen, die ihr betreut.
- 10:32Speaker 0: Die haben alle gearbeitet, die haben Kinder bekommen, die nicht Däumchen gedreht ihr Leben lang und sind jetzt trotzdem in der Situation, in der sie Hilfe brauchen weil sie sonst ihre Miete nicht zahlen könnten, weil sie ihren Haushalt gar nicht führen könnten.
- 10:53Speaker 0: was mich dann so erschreckt hat dass eigentlich alle gesagt haben Also dann auch die Frage hochkam, woran spart ihr denn überhaupt noch?
- 11:02Speaker 0: Weil es ist ja irgendwie, er lebt ja eh schon beim Minimum und kann immer die Antworten beim Essen.
- 11:08Speaker 0: Die fangen wirklich an weniger zu essen oder gar nichts mehr zu essen.
- 11:12Speaker 0: Wie kann das sein, dass wir in diesem Land überhaupt dieses Problem haben?
- 11:16Speaker 1: Man muss dazu sagen, achtzig Prozent sind Frauen, die wir unterstützen.
- 11:20Speaker 1: Sie haben eine andere Biografie, sie verdienen zwanzig Prozent weniger.
- 11:26Speaker 1: Also auch wenn es eine Karrierefrau ist oder einen normalen Management, verdient der Frau einfach weniger.
- 11:33Speaker 1: Und Sie müssen sich vorstellen, früher haben die Leute nicht so viel verdient.
- 11:38Speaker 1: und wir haben auch Leute, denen man Krieg nur miterlebt.
- 11:41Speaker 1: Die haben Hilfsarbeit-Tätigkeiten gemacht.
- 11:45Speaker 1: Die waren Frisöse in einem ganz normalen Berufen.
- 11:48Speaker 1: Ich erzähle sehr gerne dieses Beispiel weil ganz viele Menschen.
- 11:56Speaker 1: Sag mir, kann das nicht passieren?
- 11:59Speaker 1: Ich mache oft ein Beispiel.
- 12:01Speaker 1: Wenn jemand dreitausend Euro verdient... Brutto!
- 12:07Speaker 1: Das ist nicht schlecht und nicht gut.
- 12:09Speaker 1: Es ist genau die Mitte.
- 12:11Speaker 1: Hat er nach zehn Jahren Arbeit einen Rentenanspruch von zweihundert achtundsechzig Euro.
- 12:21Speaker 1: Nach zehn Jahrenarbeit.
- 12:23Speaker 1: Und wenn man es hochrechnet auf vierzig Jahre Arbeit, sind es rund tausendtausend achtzig Euro netter was man Rente hat.
- 12:31Speaker 1: Dann muss derjenige, der drei Tausend Euro verdient hat, vierzig jahre gearbeitet hat, kein Tag weniger verdient nicht irgendwie ausgefallen ist, muss dann zum Sozialamt gehen und sagen sie ich habe weniger zum Leben wie Grundsicherung.
- 12:46Speaker 1: bitte helfen Sie mir!
- 12:48Speaker 1: Und ich finde das eine Demotivation von der Politik her gesehen dass Menschen wirklich arbeiten wollen, das er freut an die Arbeit.
- 12:57Speaker 1: Dass sie sich gefreien auf die Rente und dann kundes Leben genießen zwar nicht hochspurig aber bescheiden, dennoch ich kann es geniessen ohne dass ihr Bittsteller sein muss, ohne dass man überlegen muss, konnte ich die Heizung anmachen oder nicht?
- 13:14Speaker 0: Du hast vorhin gesagt, ihr seid an mehreren Standorten inzwischen auch tätig.
- 13:18Speaker 0: Wir sind hier in München ist ja jetzt nicht wirklich bekannt dafür günstig zu sein und in den letzten Jahren ist ja auch alles noch mal teurer geworden.
- 13:28Speaker 0: Die Mieten werden immer teurer, die ganzen Lebensmittel werden teurer das ganze Leben man sich wird teurer.
- 13:36Speaker 0: Merkt ihr denn dass auch bei euren Senioren und Seniorinnen?
- 13:41Speaker 0: Dass die Probleme größer werden?
- 13:43Speaker 0: tatsächlich
- 13:44Speaker 1: Natürlich es wäre größer.
- 13:46Speaker 1: früher haben so Um am zwanzigsten, fünfundzwanzigste im Monat haben manche Rentner die wir betreuen.
- 13:53Speaker 1: Ich sag kann dir ein Fünfundzwanziger Euro Lebensmittelgutschein haben bei mir reich sind und vorn nehmen.
- 14:00Speaker 1: Jetzt rufen die Leute am Zehnten im Monaten an und sagen sie ich habe keine Lebensmittel mehr zu Hause Und die schicken uns die Belege Kaffee sind Kartoffeln, die Kaffees sind Quark so wie man sie früher ernährt hat.
- 14:14Speaker 1: Die leben gar nicht großspurig sondern die Kochen auch Reste kochen und so weiter.
- 14:19Speaker 1: aber da reicht es einfach für die Lebensmittel nicht mehr.
- 14:22Speaker 0: Du hast ja auch die Geschichte erzählt von einer älteren Dame der ist ganz unangenehm war dass sie sich mal ein Gulasch erlaubt hat und da diesen Beleg bei euch einreichen wollte.
- 14:32Speaker 0: also was du ja gesagt hast Die leben nicht großspurig.
- 14:36Speaker 0: Das ist nicht so, dass die da irgendwie sich verausgaben würden finanziell weil sie sagen Sie kaufen Sachen, die sie gar nicht bräuchten.
- 14:43Speaker 0: Sondern die sind ja ohnehin schon sehr vernünftig mit ihrem Geld um oder?
- 14:46Speaker 1: Ja, sie gehen sehr vernüftig mit dem Geld um Weil die haben einfach gelernt sehr sparsam zu sein Oder die haben auch so eine Einstellung.
- 14:53Speaker 1: Es geht schon irgendwie.
- 14:55Speaker 1: Manche haben ja auch Haustiere Und die essen selber nix.
- 14:58Speaker 1: nur, das ist Tier was zum Essen hat.
- 15:00Speaker 1: und ich habe letzt mal Eure Zeit Menschen, die in Deutschland gearbeitet haben.
- 15:06Speaker 1: Sich bei uns entschuldigen wenn sie sich ein Gulasch kaufen und sagen da kann ja ganze Woche davon leben.
- 15:12Speaker 1: das dürfte in unserer Gesellschaft einfach nicht passieren.
- 15:15Speaker 1: aber den muss ich auf die Politiker schimpfen denen ist dieses Wurstrei klappt.
- 15:20Speaker 1: die haben die Bodenhaftung die mussten noch nie von fünf sechs Euro am Tag lieben Weil die haben die Bodenhaftung verloren.
- 15:28Speaker 1: Auch teilweise zur Mittelschicht, die arbeiten geht.
- 15:32Speaker 1: Man müsste die Leute finde, vielmehr würdigen die arbeiten gehen, viel mehr sagen, die halten das Ganze am Laufen.
- 15:40Speaker 1: und ich habe ja den Fall reingegründet weil Dankeschöns sagen wollte dass mir in so einem schönen Landwohner also dass wir so schön haben mit Bayern und einfach was zurückgeben.
- 15:49Speaker 1: aber da vermisse ich einfach bei der Politik diese Dankbarkeit diesen Menschen gegenüber.
- 15:56Speaker 0: Mieten sind ein großes Thema gerade auch hier in München.
- 15:59Speaker 0: Also wenn ich jetzt mal irgendwie so eins und eins zusammenzähle, die Zahlen, die du auch vorhin schon genannt hast – auch wenn man sich einmal die Höhe des Bürgergeldes anschaut und was es da alles gibt an Leistungen – das erhaut ja hinten und vorne nicht hin mit einer Wohnung in Münchern
- 16:14Speaker 1: oder?
- 16:15Speaker 1: Wenn jemand Rente bekommt und die reicht ihm nicht, kann er zum Start gehen und dann bekommt er aufstürkende Grundsicherung im Alter Und da hat er dann zum Leben fünfhundertdreiundsechzig Euro.
- 16:29Speaker 1: Und es ist so, dass er von diesem Geld, der meint jeder, ah die kann er ja ausgeben!
- 16:35Speaker 1: Nein, da muss er Rücklagen bilden.
- 16:37Speaker 1: Das heißt, also rund vierzig Euro muss er auf die Seite legen für Kühlschrank wenn Elektrogeräte kaputt gehen.
- 16:45Speaker 1: Rund zwanzig Euro für Medikamente, für Kleidung muss er was zurücklegen.
- 16:51Speaker 1: Zweiundfünfzig Euro für Mobilität dass er sie gerade im VV-Karten kaufen kann, dann sind hundertfünfzig Euro eingerechnet.
- 16:59Speaker 1: Nahrhundertneunzig sind es jetzt für Essen und die Grünung ist natürlich rund zwei Euro für Bildung.
- 17:07Speaker 1: Also das ist genau eingeteilt diese Grundsicherung.
- 17:10Speaker 1: und es ist klar, wenn irgendwas kaputt geht, dass der Mensch nicht genau sagt, ich habe alles druckgelegt weil er hinten und vorne reicht hat Sagt er, was mach ich jetzt?
- 17:20Speaker 1: Ist mein Kühlschrank kaputt oder konnte meine Medikamente nicht abholen?
- 17:24Speaker 1: und die muss ganz ehrlich sagen rund zwanzig Euro für Medikamente.
- 17:28Speaker 1: Für alte Menschen, die auf krank sind wo die Krankenkassen immer weniger zubezahlen ist einfach wenig im Monat.
- 17:36Speaker 0: Du sitzt hier mit so einer wahnsinnigen Energie aber wenn ich dir so zuhör es ist doch ein völlig aussichtsloser Kampf gegen Windmühlen in der aktuellen Situation.
- 17:47Speaker 0: Ihr könnt einzelnen Leuten helfen, aber das Grundproblem ist ja riesig.
- 17:53Speaker 1: Ich glaube es wird nur viel schlimmer weil die ganzen Babybummer so meine Generationen wenn sie jetzt in Rente geht haben alle gearbeitet aber da wird das Hint und Vorne reicht.
- 18:05Speaker 1: Aber da schaut man einfach nicht hin.
- 18:07Speaker 1: Man schaut nicht hin als Spender oft.
- 18:10Speaker 1: viele schauen hin Weil Alter nicht schön ist, man mag sein alter selber nichts sehen.
- 18:15Speaker 1: Man ist vielleicht nur jung und sagt, ah Rente kriege ich sowieso nicht.
- 18:19Speaker 1: Schau ihn nicht hin!
- 18:19Speaker 1: Ich schaue dass es jetzt einigermaßen passt was auch vollkommen legitim ist.
- 18:25Speaker 1: Und die Politik schaut nicht hin weil sie müsste Problem lösen was sie nicht lösen kann.
- 18:29Speaker 0: Wir haben vorhin schon gesagt über siebenundzwanzigtausend Menschen die er unterstützt eine riesige Gruppe an Menschen.
- 18:36Speaker 0: Wie finanziert ihr das denn?
- 18:38Speaker 0: Also ihr habt ja sicherlich alle möglichen Spender.
- 18:40Speaker 0: Da sind es dann vor allem Einzelpersonen, sind es große Unternehmen.
- 18:44Speaker 0: Gibt es vielleicht auch irgendwelche Förderungen die ihr da in Anspruch nehmen könnt?
- 18:47Speaker 1: Also wir finanzieren uns ausschließlich über Spenden.
- 18:50Speaker 1: Gott sei Dank sehen viele Bürger oder viele Menschen immer mehr dass alte Menschen Flaschen sammeln Das Altersamut einfach ein Thema geworden ist.
- 19:01Speaker 1: und früher haben Leute vielleicht für Jugend spendet und jetzt sagen sie, die Hälfte gebe ich für alte Menschen.
- 19:10Speaker 1: Manche können nicht mehr spenden weil sie selber nicht mehr so viel Geld haben.
- 19:14Speaker 1: Und ich kann nur sagen wir sind stets bemüht Gelder zu sammeln dass man nicht zu jemandem irgendwann mal sagen müssen sie mir kennen erneut den Essensgutschein nicht mehr geben oder mir keiner erneute keine Schuhe mehr kaufen.
- 19:26Speaker 0: Das heißt an der Stelle auch mal eingeworfen wer uns zuhört und da was machen möchte.
- 19:31Speaker 0: auf eurer Website findet man da sicherlich alle Informationen und kann dann auch spenden richtig.
- 19:37Speaker 1: Und der spendet dann vor der Haustür?
- 19:39Speaker 1: Vielleicht
- 19:39Speaker 0: da auch mal nachgefragt, weil natürlich viele Leute sich dann immer fragen wofür wird das Geld denn eigentlich verwendet was ich da spende und wie kann ich sicherstellen dass es danach wirklich da ankommt?
- 19:48Speaker 0: wenn ich bei euch was spende dann nutzt ihr das so effizient wie möglich sage ich mal.
- 19:54Speaker 0: oder
- 19:54Speaker 1: also erstens machen wir die Bedürftigkeitsprüfung selber und wir prüfen genauso wieder Start.
- 20:01Speaker 1: Jedes Büro hat immer die Türe offen, man kann schauen wie wir arbeiten.
- 20:06Speaker 1: Meistens sieht man auch viele Rentner, die da sitzen.
- 20:09Speaker 1: Manchmal weinen sie auch weil es so glücklich sind das was von uns gering und zwar zeitnah.
- 20:14Speaker 1: Das heißt manche Organisationen sagen ja dann müssen wir es prüfen oder wir haben noch einmal im Monatsitzung und müssen das besprechen.
- 20:21Speaker 1: zu uns kommt heute ein alter Mensch und sagt mein Fernseher ist kaputt hat seine Unterlagen dabei.
- 20:31Speaker 1: Morgen oder übermorgen hat er einen neuen Fernseher und das ist unsere Philosophie.
- 20:38Speaker 1: Und die wollen wir auch beibehalten, solange wir Menschen haben, die mit unseren Anstrengungen zählen.
- 20:43Speaker 1: aber ich glaube dass viele vor Altersarmut einfach die Augen nicht mehr zu machen.
- 20:49Speaker 0: Wie habt ihr das eigentlich hinbekommen?
- 20:51Speaker 0: Also du sagst gerade, ihr prüft auch so wie der Staat.
- 20:54Speaker 0: Ich kann mir vorstellen es am Anfang ja wahnsinnig schwierig war.
- 20:57Speaker 0: auf einmal stehen dann alle vor der Tür und wollen etwas.
- 21:01Speaker 0: die allermeisten werden gut meinen oder sind auch berechtigt sage ich jetzt mal.
- 21:06Speaker 0: aber vielleicht ist auch der eine oder andere dabei der sich denkt auch wenn die was kriegen dann könnte ich mir da ja auch was holen.
- 21:12Speaker 0: also wie war denn der Prozess hinzu Dem wie ihr es heute macht, dass ihr heute genau wisst.
- 21:19Speaker 0: Wie ihr dann auch die Sachen prüfen könnt?
- 21:20Speaker 1: Der war soweit von hier bis Alaska und zwar eine Blondine wie ich bin hat einfach gesagt, ich mag helfen!
- 21:29Speaker 1: Ich habe mir dann Karteikarten zugelegt.
- 21:31Speaker 1: werden manche jetzt noch lachen hab da einfach Eigenschaften drauf geschrimmt hab gesagt ja haben sie einen Grundsicherungsbescheid haben so ein Ausweis dabei.
- 21:40Speaker 1: natürlich waren am Anfang dann manche dabei vielleicht Schissen haben, sagt jetzt auch Bayerisch.
- 21:47Speaker 1: Aber wir wissen jetzt das vielleicht.
- 21:49Speaker 1: von hundert Prozent die wir unterstützen sind vielleicht zwei Prozent dabei, die ein bisschen schwindeln aber die anderen sind richtig korrekt.
- 22:01Speaker 1: Das heißt, wir bekommen von allen die Belege.
- 22:04Speaker 1: Wir begleiten ja die durchs Leben und früher oder später wenn sie anrufen bei uns im Büro und ihr Herz erschütten und sich verwickeln würden in Schwindelereien oder so dann würden wir das merken weil wir alles in der Datenbank hinterlegen.
- 22:19Speaker 1: also wenn jemand keine Belege schickt wisst man auch es ist er unzuverlässiger.
- 22:23Speaker 1: Also die Spenden die wir bekommen gehen fast zu hundert Prozent zu den Rentnern.
- 22:29Speaker 1: Wir haben einen Verwaltungsaufwand von sieben Prozent, weil die Büro-Mete muss ja auch bezahlt werden und eine Spendenquittung muss bezahlt wird.
- 22:37Speaker 1: Die Leute, die da sitzen müssen bezahlt sein.
- 22:40Speaker 1: Also wir versuchen alles so niedrig wie möglich zu halten.
- 22:43Speaker 1: Unser Jahresbericht ist auch mit Transparenz auf der Internetseite also verheimlichen Thermalix.
- 22:51Speaker 1: Und wie gesagt jeder kann kommen und kann sich anschauen wie wir arbeiten.
- 22:54Speaker 0: Du hast ganz am Anfang schon gesagt, neben irgendwelchen Sachleistungen oder Gutschein finanziellen Unterstützungen bietet ihr auch ganz viele Veranstaltungen an.
- 23:04Speaker 0: Um auch den Menschen was zu ermöglichen um die auch zusammenzubringen damit sie vielleicht auch Anschluss finden und vielleicht auch neue Freunde finden, neue Kontakte finden.
- 23:14Speaker 0: wie kam's denn dazu?
- 23:15Speaker 1: Also Veranstaltung haben wir von Anfang an gemacht.
- 23:19Speaker 1: da werden Bus oft angemietet und bin mit der Rentner dem man gehabt hat wegfahren.
- 23:23Speaker 1: jetzt machen drei und einen Mann.
- 23:27Speaker 1: Entschuldigung, jetzt ist ein Mann dabei.
- 23:29Speaker 1: Veranstaltungen sind alle schon in Rente selber und fahren mit denen weg, mit denen essen Spielen nach Mittagwanderungen also ganz verschiedene Geschichten.
- 23:40Speaker 1: und vielleicht sollte man auch sagen wir sind unterschwellig.
- 23:44Speaker 1: eine kleine Partnervermittlung es haben sich nämlich bei uns gefunden zwei Paare haben schon geheiratet.
- 23:51Speaker 0: Was würdest du denn sagen?
- 23:52Speaker 0: Welche Rolle spielt dann eigentlich Einsamkeit bei älteren Menschen, weil sie vielleicht keine Angehörigen haben.
- 24:00Speaker 0: Weil Sie vielleicht keine Kinder haben oder die irgendwo anders leben.
- 24:03Speaker 0: Weil der Partner die Partnerin schon verstorben ist und man getrennt lebt.
- 24:09Speaker 0: Wie groß ist das Thema eigentlich?
- 24:11Speaker 1: Also ich sage immer, Einsamheit ist die neue Armut!
- 24:16Speaker 1: Wenn Du wenig Geld hast bist natürlich viel leichter einsam wie wenn Du Geld hast... Und während der Corona-Pandemie haben wir das Büro weiter auf gehabt, dass die Leute anrufen können.
- 24:29Speaker 1: Man muss ganz ehrlich sagen, wenn wir welche ein halbes Jahr nicht mehr gesehen haben und wie das vorbei war mit der Pandemie – und wir haben sie wiedergesehen, wir haben diese Leute nicht mehr erkannt!
- 24:42Speaker 1: Aber nicht weil die im Gesicht so einsam waren.
- 24:46Speaker 1: Man hat gesehen, dass sie weggesperrt wurden.
- 24:50Speaker 1: Das bricht mir noch ein Herz, wenn ich ehrlich bin.
- 24:53Speaker 1: Und es ist wichtiger denn je dass man Menschen egal welchen Alters aus der Einsamkeit heute das man für die einander da ist, dass man nicht wegschaut.
- 25:03Speaker 1: Wenn man weiß die Nachbarin kann nicht mehr so gut außer Haus gehen sondern dann dass man das Gefühl gibt Ich helfe dir weil wie gesagt Einsamkeiten neue Armut ist!
- 25:13Speaker 0: Ich habe auch richtig gemerkt als diese Rentnerinnen in dem Fall die auch ihre Geschichten dort erzählt haben erzählt haben, wie toll sie diese Veranstaltungen finden und wie schön das für sie ist.
- 25:25Speaker 0: Wie man auch so richtig dieses Funkeln in den Augen gemerkt hat, diese Begeisterung was das denen auch wirklich bedeutet?
- 25:33Speaker 0: Dass es eben nicht nur darum geht klar dass sind Notsituationen, dass man dann mal Geld braucht und vielleicht der Kühlschrank kaputt ist oder die Waschmaschine Das ist alles.
- 25:44Speaker 0: das eine aber dieser emotionale Komponente dieses, ja den Leuten auch eine Würde wiedergeben und einen Spaß am Leben auch wiederzugeben.
- 25:54Speaker 0: Das ist ja auch ganz wichtig!
- 25:55Speaker 1: Ein alter her kommt immer im Fahrrad seinen Geburtstag bei uns.
- 25:59Speaker 1: jetzt muss man natürlich sagen dass die Damen im Büro den alten Menschen das Gefühl geben wir seiner Familie Wir kehren zusammen also da ist nicht.
- 26:10Speaker 1: ach du bist jetzt ein Bedürftiger Da schämt man sich nicht, wenn man kommt.
- 26:14Speaker 1: Es gibt natürlich manche, die noch nicht bei uns waren, die ein paar Mal vor der Tür hin und her gehen.
- 26:20Speaker 1: Dann gehen sie rein und sieht dann ein bisschen, weil es angstbar war, haben die Unterlagen dabei umfremdeln ein bissel.
- 26:27Speaker 1: Aber wenn da jemand auf sie zukommt, wo ihn sowas trinken, setzen sie an den ersten mal hinschnaufen und so einmal durch und das Gefühl gibt ich bin für die Dauer, dann erlegt sich das Ganze und ich glaube ist es wichtig dass man dem anderen das Gefühl gibt den alten Menschen, du bist was wert.
- 26:45Speaker 0: Wie groß ist denn?
- 26:46Speaker 0: Weil du es gerade schon ansprichst wie groß ist die Angst der Leute, die da zu euch reinkommen?
- 26:51Speaker 0: oder vielleicht gar nicht mal die Angst.
- 26:53Speaker 0: Vielleicht ist die Scham sogar größer als die Angst an dieser Stelle weil man sich irgendwie ja so fühlt als hätte man's nicht selber geschafft und man braucht jetzt irgendwie Hilfe, weil es gar nicht mehr geht.
- 27:04Speaker 1: Die Scham is extrem groß!
- 27:07Speaker 1: Weil in unserer Gesellschaft fühlt man wird man abgewertet, wenn man nichts hat.
- 27:13Speaker 1: Oder abgewärtet weil es dann viele sagen, ah die hat ja nie was gearbeitet und sich dann recht zu fertigen wie das war die ganzen Jahre.
- 27:23Speaker 1: Sich recht so fertigen dass man vielleicht zwei Kinder hat wo eins schon gestorben ist und das andere Kind von der Mutter nix wissen will oder seine Lebensgeschichte zu erzählen.
- 27:33Speaker 1: Wir haben viele Lebensgeschichten.
- 27:34Speaker 1: fast jeder der sie erzählt weint.
- 27:38Speaker 1: Weil er einfach Es ist eine Biografie, auch wenn wir manchmal zurückdenken.
- 27:43Speaker 1: Wir haben auch schon viel erlebt aber wir leben in einer Gesellschaft jetzt wo es uns relativ gut geht.
- 27:48Speaker 1: Wo man sagt man kann sie noch im Supermarkt die Milch leisten und muss nicht den Euro zurückgeben und die Milchs zurück geben weil man sagt Sie den Euro habe ich nicht mehr!
- 27:57Speaker 1: Und diese Leute kommen mit wenig klar, fordern nichts sind sehr zufrieden.
- 28:09Speaker 1: Das Leid, was sie in sich tragen, schütten Sie zwar aus.
- 28:14Speaker 1: Aber es sind dankbar wenn jemand da ist der einer Erklorenspisser leift.
- 28:19Speaker 0: Als du angefangen hast mit dem Verein hast Du dir ja davor nicht jahrelang Gedanken gemacht wie das alles werden könnte Wie das alles aussieht und wozu das alles führen könnte.
- 28:29Speaker 0: heute ist Es so groß.
- 28:30Speaker 0: siebenundzwanzigtausend Menschen Vertrauen darauf dass ihr Ihnen helfen könnt, immer wieder helfen könnt.
- 28:37Speaker 0: Lebenslang helfen
- 28:38Speaker 0: könnt.".
- 28:38Speaker 0: Das ist ja auch eine wahnsinnige Belastung.
- 28:41Speaker 0: Gibt es dann auch mal einen Moment in dem du sagst, nee ich kann nicht mehr das wird mir alles zu viel und anstrengend?
- 28:50Speaker 1: Der war noch nie da!
- 28:53Speaker 1: Ich glaube wenn man irgendwas anfängt... ...und man kriegt was zurück.
- 29:03Speaker 1: zum Beispiel wenn ich dir jetzt etwas schenke Und du gefreist die über das Geschenk.
- 29:08Speaker 1: Gefreie mich noch mehr, weil ich mir Gedanken gemacht habe was dir gefreundert und wenn ich dann erreicht hab dass du glücklich bist bin ich noch glücklicher und ich glaube das ist die Kraft die man antreibt und das ist nicht einmal eine Kraft sondern da braucht man keine Kraft dafür.
- 29:28Speaker 1: natürlich sagt jeder Mensch einmal na jetzt reicht es mal aber oder irgendwie so.
- 29:33Speaker 1: Aber ich glaube Wenn man jemand anderes was kurz tut, ist es keine Frage der Zeit.
- 29:39Speaker 1: Dass man sagt wann höre ich auf?
- 29:41Speaker 0: Und wann hast du gemerkt dass du sonst nichts anderes mehr machen möchtest?
- 29:44Speaker 0: also das du dich voll und ganz darauf konzentrieren möchtes.
- 29:48Speaker 1: Ich habe aber bis vor kurz noch ganz normal gearbeitet und die meine bin jetzt fünfundsechzig Jahre kriege in ein halb Jahr Rente ein bisschen eine und mir steht auch mal zu weniger zu tun.
- 30:01Speaker 1: Es ist ein Herzensprojekt.
- 30:02Speaker 1: Weißt du, ich hab keine Kinder?
- 30:04Speaker 1: Doch!
- 30:04Speaker 1: Ich habe ... ich hab ... äh ... siebenundzwanzigtausend Kinder Und seine Kinder lässt man nicht so allein.
- 30:11Speaker 0: Das heißt die... das Glück dass du anderen weiter gibst sozusagen äh treibt dich an und gibt dir die Energie.
- 30:17Speaker 0: Ja
- 30:18Speaker 1: ja
- 30:18Speaker 0: Wie werdet ihr denn eigentlich wahrgenommen von Anderen?
- 30:22Speaker 0: also Du hast ja auch durchaus deutliche Meinungen Die ja auch richtig sind zu dem welche Missstände, wie wir hier irgendwie auch haben in diesem Land und auch politisch was vielleicht falsch läuft.
- 30:35Speaker 0: Wie ist denn da so die Resonanz?
- 30:37Speaker 0: Also hören dir auch dann mal Politiker zu und fragen wir nach, hey, wie können wir das denn eigentlich lösen des Problems?
- 30:44Speaker 1: Wir machen immer wieder mal Vorträge wo wir unseren Vereinen präsentieren, wo auch teilweise Politiker oder politische Engagierte dabei sind und die oft sagen, die haben ja nichts gearbeitet also die wollen dieses Thema einfach nicht hören Und die muss man oft auch sagen lassen, es gibt keine Altersarmut.
- 31:05Speaker 1: Ganz deutlich!
- 31:06Speaker 1: Die können doch zum Staat gehen und bekommen das Geld.
- 31:09Speaker 1: Es gibt keine altersarmute.
- 31:11Speaker 1: Am Anfang habe ich immer versucht mich dann recht zu fertigen.
- 31:15Speaker 1: wenn ich ganz ehrlich bin jetzt drehe ich mich um und gehe.
- 31:19Speaker 1: Ich komme dagegen nicht an.
- 31:22Speaker 1: Man hört ja manchmal in diesen ganzen Diskussionen, in diesem Talk Shows, wenn's auch um Altersamut oder so geht haben wir teilweise Ansichten die kann man nicht belehren.
- 31:35Speaker 1: Und ich glaube, dass es ganz gut ist und das ist auch nicht meine Aufgabe diese Leute zu belehnen sondern meine Aufgabe ist im Kleinen ein bisschen was dazu beitragen, dass ich mich selber im Spiegel anschauen konnte.
- 31:47Speaker 1: und wenn ich so eine Diskussion höre oder sehe, dass Politiker nichts deren Ich kann mir anschauen im Spiegel.
- 31:53Speaker 1: Ich kann sagen, ich habe jemanden geholfen.
- 31:55Speaker 1: Ich schaue, dass ein paar Leuten hätten ohne mich nicht überleben können.
- 32:00Speaker 1: Das andere, denke ich mir ist nicht meine Aufgabe.
- 32:04Speaker 0: Rhein quasi theoretische Frage aber hast du denn Angst dass vielleicht mal irgendein Moment kommt an dem du sagst wir können jetzt nicht mehr also wir haben keine Ahnung dann vielleicht vierzehntausend Senioren und Seniorenen die denen ihr helft Geht einfach nicht mehr, weil ihr es vielleicht irgendwie nicht mehr organisiert bekommt.
- 32:27Speaker 0: Weil vielleicht auch die finanziellen Mittel irgendwo nicht ausreichen.
- 32:31Speaker 0: Also gibt's da... Hast du solche Ängste überhaupt?
- 32:34Speaker 1: In Anbetracht, dass wir jeden Tag zwischen fünf und zehn neue Anträge bekommen von Bedürftigen wird mir Angst und Bang!
- 32:43Speaker 1: Aber ich habe keine Angst.
- 32:45Speaker 1: Weil Angst ist immer schlechter Begleiter Und das würde mir meine Fröhlichkeit nehmen oder das würde ich mir mein positives Denken nehmen.
- 32:53Speaker 1: Ich glaube, wenn ein Mensch positiv denkt dann kommt auch die Skurde und wenn der Mensch immer grandelt und sagt geht schon nicht, dann geht es auch nicht!
- 33:01Speaker 1: Man muss positiv in die Zukunft schauen und wenn's nimmer geht ist der Geist frei sich vielleicht etwas einfallen zu lassen dass er kloans bissl weitergeht.
- 33:17Speaker 1: Aber ich werde alles dafür tun, dass sich nicht sagen muss sie die fünf Euro kann ja jetzt nicht geben.
- 33:22Speaker 0: Jetzt ist ja dann bald Weihnachten vor der Tür.
- 33:25Speaker 0: was steht denn auf deinem Wunschzettel irgendwo ganz oben?
- 33:29Speaker 1: Das natürlich Koaltersarmut gibt?
- 33:31Speaker 1: aber es ist glaube ich wichtig das mir alle gesund bleiben, dass wir positivere Einstellungen haben zu allem und dass wir unser Gegenüber wertschätzen.
- 33:47Speaker 1: Das geht nicht bloß um Altersarmut.
- 33:49Speaker 1: Es geht eigentlich überhaupt um Menschlichkeit, um hinzuschauen und füreinander da zu sein.
- 33:55Speaker 1: Können
- 33:55Speaker 0: wir da vielleicht auch gerade von den älteren Menschen noch viel lernen?
- 33:59Speaker 0: Weil ich hatte auch bei denen die davor zwei Wochen vorbeigekommen sind das Gefühl... Die haben so ein Optimismus der sich irgendwie nicht bändigen lässt.
- 34:10Speaker 0: also können wir uns da vielleicht mal alle in eine Scheibe abschneiden.
- 34:12Speaker 1: Aber die haben doch nichts zum verlieren Die haben nur nichts zum Essen, aber die haben nix zu verlieren.
- 34:17Speaker 1: und die haben Höhen- und Tiefen mitgemacht.
- 34:20Speaker 1: Die sagen sie aber dafür gibt's einen Lichtblick!
- 34:22Speaker 1: Und ich bin halt mit der Straßenbahn hergefahren... ...und ich hab jetzt jemandem mit dem reden können.
- 34:28Speaker 1: Ich habe eine Person, die für mich da ist.
- 34:31Speaker 1: Warum soll die traurig sein?
- 34:32Speaker 1: Wissen Sie, mit dem kleinen glücklich zu sein, sollten wir nicht verlernen.
- 34:38Speaker 1: Das sind kleine Dinge, die diese Menschen, diese alten Menschen, die viel erlebt haben
- 34:43Speaker 1: schätzen.".
- 34:44Speaker 0: Ich danke dir sehr für deinen Engagement, für deine Arbeit und dass du dir die Zeit genommen hast, dass wir hier mal ein bisschen darüber sprechen konnten.
- 34:51Speaker 1: Danke fürs Zuhören!
- 34:54Speaker 1: Das war es leider schon... Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 34:58Speaker 1: das Gespräch zu Ende.
- 35:00Speaker 1: Vielen Dank fürs ZUHÖREN
- 35:02Speaker 0: Bitten
- 35:03Speaker 1: im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise
- 35:05Speaker 0: wenn Du die
- 35:06Speaker 1: Bar verlässt Aber vergiss auf keinen Fall den Abonnieren-Button zu klicken.
- 35:16Speaker 0: Gin &
- 35:17Speaker 1: Talk ist ein Podcast
- 35:18Speaker 0: von Forty-Eight Forward,
- 35:20Speaker 1: produziert
- 35:21Speaker 0: in den Forty Eight Forward Studios in München.