Latest / SISOSIG Podcast / Warum der Vergleich mit den Nachbarn ausgerechnet Sparsame zum Mehrverbrauch bringt
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- Sisosig Podcast: Hallo Lisa! Na? Na, da sind wir wieder. Da sind wir wieder bei Sie, Susik, oder? Lisa: Hallo Andreas! Da sind wir wieder. Wir sind bei SISO Das steht für Should I Stay or Should I Go und hat nichts mit SICK zu tun, weil uns geht's wunderbar, oder? Sisosig Podcast: Ja, es geht super. Lisa: Und SISO SICK ist der entscheidende Podcast, der Podcast über Entscheidungen für alle... die viel zu lange vorm Keksregal stehen oder sich sonst nicht so gut entscheiden können oder einfach was über Entscheidungen lernen wollen. Sisosig Podcast: Ja, wir lernen heute auch wieder was über Entscheidungen. Lisa: Das ist super! Sisosig Podcast: Ich habe da so eine Studie gefunden und das mich dann erinnert an eine andere Studie und dann war da noch eine und noch eine. Wir gucken mal, wie weit wir kommen, aber soll ich dir von der ersten mal erzählen? Lisa: Auf jeden Fall, ich bin sehr gespannt. Sisosig Podcast: Ja, und zwar geht es sowas wie nicht Schwarmintelligenz, sondern wie heißt das andere Ding? Peer-Pressure, also Gruppenzwang. ist ja oftmals so, dass wir nicht im luftleeren Raum entscheiden, sondern dass wir eine Vorstellung davon haben, wie die anderen sich so verhalten und was die so denken. Und dass man sich selber dann danach richtet, weil man irgendwie dazugehören will, bewusst oder unbewusst. Aber mich hat dann schon interessiert, ich das gelesen hab, wie stark wir eigentlich beeinflusst werden von dem, was wir so glauben, was die anderen machen und was dann ja die Norm ist. Also was halten wir für normal? Und das beeinflusst ja dann schon deine Entscheidung. Wenn du irgendwie 17 bist, dann willst du wahrscheinlich genau das nicht machen. Also dann ist ganz wichtig zu wissen, was normal ist, damit du dich dagegen auflehnen kannst. Und wenn du 75 bist, dann will ich behaupte das jetzt, dann willst du dich nicht mehr so wahnsinnig auflehnen, sondern willst du eigentlich so... alles schön ordentlich ist. so stelle ich mir das vor, wenn ich 75 bin, dass ich dann gerne alles so geregelt haben will und dann möchte ich auch gerne wissen, was so die Norm ist und dann möchte ich mich daran halten. Lisa: Es ist witzig, dass wir da heute drüber reden, weil ich gerade gestern bei meinem ersten Doktorandenkoloquium war. stellen die Doktoranden der Uni ihre Forschungsthemen vor und da hat einer etwas vorgestellt zu seiner Dissertation. Der forscht dazu, wann Leute sich entscheiden, freiwillig Daten zu teilen, zum Beispiel eine KI zu trainieren. Und der hat zum Beispiel herausgefunden, es da auch so ist, wenn man irgendwie weiß, ganz viele Leute, die dieses, ich sag jetzt mal, irgendein bestimmtes Tool benutzen, teilen freiwillig ihre Daten, das Tool insgesamt besser zu machen oder auch für sich selber dann ein besseres Ergebnis zu bekommen. Das führt dann dazu, dass man selber auch eher bereit ist zu teilen. Aber es gibt dann auch einen sogenannten Hump, wenn dann sehr, sehr viele Leute das teilen, dass man dann anscheinend dazu neigt, sich wieder zurückzuziehen, weil man irgendwie denkt, ach komm, jetzt teilen irgendwie 75 Prozent schon ihre Daten, dann haben die jetzt ja wohl auch genug, die das freiwillig machen, dann kann ich ja wieder aufhören. Und das fand ich total interessant, weil fällt mir jetzt ein, eben als Beispiel, dass man sich auch da bei einer einzelnen Entscheidung Daten freigeben oder nicht eben davon beeinflussen lässt, all die anderen in deiner Peer Group, wenn man jetzt die Peer Group als andere Nutzer dieser Technik irgendwie versteht, was alle anderen eben machen. Sisosig Podcast: Ja, ich finde das super spannend, weil das eigentlich genau, also es ist quasi derselbe Case nur auf einem anderen Thema. Also ich habe ja auch paar Studien gefunden, ich finde es spannend, dass du das, letztlich genau das, also weißt du, was die anderen machen und wenn du das weißt, inwieweit beeinflusst das, was du selber machst. Aber kurzer Rückschritt noch, also wir sind ja nicht mehr 25, wir sind ja 26. Erinnerst du dich noch an die Volkszählung in den 80ern? Lisa: Ich weiß, dass ich viel darüber gehört habe, aber ich erinnere mich nicht mehr an die Volkszählung selber. Ich war damals aber so ein bisschen in dem Bereich Chaos Computer Club und Datenschutz da sehr interessiert. Und da wurde das immer so als Beispiel genannt, irgendwie gerade, dass die Deutschen eben mit ihren Daten sehr zurückhaltend sind und die ungern teilen und dass es da wahnsinnige Prozeste gab. Sisosig Podcast: Ja genau, ich war Teenager, ich. Also ich glaube, ich war sehr jung und erinnere mich nur noch daran, dass irgendwie alle dagegen waren. Also es war ganz schlimm und diese Aushorchungen, das waren so Papierzettel, die an Leute geschickt wurden und da musste man die irgendwie ausfüllen. Also das war ja alles noch vor dem Internet damals und da war das ganz schlimm und die Leute gingen, oder naja, wie gesagt, wer weiß, vielleicht war das auch damals schon eine bestimmte Blase natürlich, der man drin ist und deswegen... selektiv Informationen bekommen hat. Aber da war das irgendwie so, dass alle dagegen waren und der Staat räuchte uns aus und 1984 George Orwell-Referenzen und so, das war alles ganz schlimm. Na dann kam irgendwann das Internet und der Cookie Button so, ja hier, klick, ja, ja, okay, ich will jetzt auf diese Seite. Und solange ich einen, also so für mich der Schwung zu dem, was du gerade erzählt hast, solange ich da irgendeinen Vorteil von habe, für mich selber ersee, ist mir das mit dem Datenschutz plötzlich nicht mehr ganz so wichtig. Also ich nutze dann doch WhatsApp. das alle nutzen, auch wenn irgendjemand mal behauptet hat, dass sie irgendwas mit meinen Daten machen, dann ist das plötzlich nicht mehr... das ist bei mir so... Da geht es glaube ich nicht so sehr machen alle anderen auch, deswegen... Obwohl, das spielt da bestimmt auch rein, sondern eher Utility. Also ich will gerne mitkriegen, was meine Schülergruppe so im Chat macht und die machen das alles auf WhatsApp, deswegen muss ich auch zu WhatsApp. Lisa: Ja, das ist interessant. Das sind ja so dann so Netzwerkeffekte. Das ist übrigens auch bei dem Vortrag gestern zur Sprache gekommen, es einen Faktor gibt, der auch wirklich so was ist, wie ich habe Freude daran anderen zu helfen, indem ich jetzt in dem Fall meine Daten teile. Also dass es gar nicht so unmittelbar der eigene Nutzen ist, sondern eben auch was eher altruistisches. Ich freue mich, wenn insgesamt das Tool besser wird und wenn andere da auch was von haben. Das fand ich auch überraschend, weil man ja manchmal denkt, alle denken nur an sich, tun sie aber vielleicht gar nicht. Sisosig Podcast: So überraschend finde ich das gar nicht. mich wundert ein bisschen, dass es ja keine unmittelbare... Du siehst es ja nicht. Sondern du klickst ein Häkchen, dann deine Daten im Hintergrund gesammelt, wird was getan. Ich glaube schon, das ist meine stille Hoffnung für die Menschheit. Das ist auch meine Erfahrung, dass meistens die Leute helfen wollen. Wenn du Leute konkret ansprichst, haben die auch Bock, zu helfen. Lisa: Das stimmt. Sisosig Podcast: Das ist mit Sicherheit nochmal was anderes als zu sagen, ich habe jetzt hier einen Hacking gesetzt und deswegen weiß ich, dass Apple in Cupertino in Amerika irgendwelche Daten sammeln und deswegen die Produkte besser macht. ist mit Sicherheit nochmal eine, aber das haben die wahrscheinlich in Abgrenzen und nicht untersucht. Lisa: wahrscheinlich genau wie du sagst hat es dann sehr viel damit zu tun, wie unmittelbar sozusagen die Belohnung kommt. Wenn ich halt WhatsApp nutze, dann habe ich automatisch sofort die volle Funktionalität und kann mit allen, die da auch unterwegs sind, mich austauschen. Wenn ich aber komme zurück zur Volkszählung, mache, dann... Ich bin ja großer Freund von öffentlicher Dann helfe ich natürlich insgesamt auch dem Staat der Politik Informationen zu haben und da auf der Basis vernünftige Politikentscheidungen zu treffen, weil wenn ich überhaupt nicht weiß... Wer wohnt hier eigentlich? Wie viele wohnen davon eigentlich in Häusern und wie viele zur Miete und wie viele haben irgendwie welche Bildung? Also wo muss ich irgendwie ansetzen, was zu verbessern, was zu verändern? Wenn man diese Informationen nicht hat, dann kann man halt auch nicht vernünftig entscheiden auf einer politischen Ebene. Und da ist aber, glaube ich, der Nutzen so weit weg. Also ich fülle hier 1988 oder wann das war, einen Zettel auf. und irgendwann Sisosig Podcast: Ja. Lisa: 1996 sind die Daten komplett ausgewertet und dann macht jemand eine Studie und dann landet die 2000 in irgendeinem Ministerium und 2018 haben wir dann eine neue Wohnsiedlung. Sisosig Podcast: Ja, genau. In der vierten Regierung seit der Volkszählung oder so. Gott sei Dank ist der Datenfluss viel schneller heute. Deswegen ist ja auch die Politik, da gehen wir jetzt aber nicht rein. Lisa: Nein! Sisosig Podcast: Aber tatsächlich ist irgendwie so das Gemeinwohl vielleicht auch eine ganz gute Überleitung, denn die erste Studie, die ich hier gefunden habe, da geht es tatsächlich Steuern. war also so, dass 1995, also auch irgendwie in den Da gab es noch keine Apps, noch kein iPhone, aber Internet gab es schon. Aber es hat nichts mit Internet zu tun, sondern die Steuerbehörde in Minnesota hat 1995 beschlossen, sie wollen das jetzt mal untersuchen, wie sie die Leute dazu bringen, besser ihre Steuererklärung abzugeben. Das war so der Hintergrund. Und die haben gesagt, sie haben sowieso knapp 50.000 Steuerpflichtige und die kriegen alle sowieso einen Brief. So jetzt hier, geht mal los und macht mal euer Ding. Das geht sowieso raus. Wenn wir diesen Brief haben, dann muss den doch vier teilen. Also nicht im mittelalterlichen Sinne, sondern ... Ja, eine kleine Lisa: Dann schreiben wir nur noch ganz kleine Briefe. Sisosig Podcast: Minibrübe. Und die süßesten Briefe haben dazu geführt ... Nein, das war nicht so. Aber die haben unterschiedliche Sachen formuliert. Ich fasse jetzt grob zusammen, den Show Notes könnt ihr da richtig einsteigen, wenn ihr wollt. Aber ein Brief hat zum Beispiel Strafe angedroht. Er hat gesagt, wer so eine Steuererklärung nicht richtig macht, der setzt sich halt einem gewissen Risiko aus, dann bestraft zu werden. Und dann gab es einen zweiten Brief, den Nutzen von Steuern allgemein erklärt hat. Also zahlt doch bitte eure Steuern, weil das ist auch gut. Dann gibt es immer, wenn die Straßen repariert und die Schulen und blablabla. Also so eine Geschichte. da gab es aber, es gab noch mehrere Briefe, aber der Spannendste war ... oder der der am meisten Effekt wohl gezeigt hat, war ein Brief, bei dem sowas stand wie 93 Prozent geschuldeten Einkommensteuern würden von den Steuerpflichtigen auch bezahlt werden. Also so eine, ich weiß nicht, ob die Zahl stimmt, aber das ist die, die in dieser Studie genannt wird, dass den Leuten gesagt wurde, 93 Prozent der Leute, ihrer Mitmenschen, würden das Richtige tun, wenn du so willst. Lisa: Mhm. Sisosig Podcast: Und das hatte wohl berichtet ein Steven Coleman 1996, sagt er, dass dieser zweite Brief wohl einen positiven Effekt hatte. Lisa: Witzig, weil ich kenne eine ähnliche Studie aus UK. Auch, da ging es, glaube ich, Grundsteuern oder so. Und da haben die in so einem Experiment einen Brief gehabt, wo so etwas stand wie, so und so viel Prozent in ihrer Nachbarschaft haben schon diese Sisosig Podcast: MMMM Lisa: Steuererklärung oder Steuern bezahlt oder Steuererklärung fertig gemacht oder so. Und das hat auch sehr gut funktioniert. Sisosig Podcast: Siehst du Überleitung zu der nächsten Studie? Also ich bin mit der hier noch nicht ganz fertig. Jürgen, wir kommen gleich nochmal Lisa: Entschuldigung! Sisosig Podcast: wieder nach... Ne, ne, alles gut, wir kommen wieder nach Minnesota, aber das ist ein schöner Übergang, denn es gibt noch eine Studie aus. War das die französische Studie? Jetzt muss ich gerade mal gucken. Ne, Goldstein ist glaube ich nicht Auf jeden stell dir vor, du bist unterwegs und bist in einem Hotel und... kommst ins Badezimmer, guckst dich da so bisschen und da liegen dann überall Handtücher und die Ersatzzahnbürste und so. Und bei den Handtüchern steht ein kleines Schild. Das hast du bestimmt auch schon gesehen. Und da steht dann drauf, wir recyceln die Handtücher und wir tauschen die nur aus, die auf dem Boden liegen oder so was. Und da haben die das nämlich auch gemacht und einmal geschrieben, so hilft der Umwelt, also wir waschen nur die Handtücher, die auf dem Boden liegen, die anderen, die waschen wir nicht. was da dann immer drauf steht und dann haben sie aber auch die Variante gehabt. Die meisten Gäste verwenden ihre Handtücher mehrfach, also schon mal so, So die meisten sind wir auch, also das ist so ähnlich wie das Minnesota-Ding. Und dann haben sie das genau aufgedröselt. Jetzt guck ich hier gerade Noah Goldstein, Robert Chialdini und Vladas Gritschevinius. Den hab ich bestimmt nicht richtig ausgesprochen, 2008. haben untersucht und sehen, dass sie halt der Umweltappell hat. Zum Beispiel 35 Prozent haben, die den Appell gesehen haben, haben ihr Handtuch recycelt und 44 Prozent haben recycelt sozusagen, wenn sie gesehen haben, dass die anderen Gäste das auch machen. Und dann haben sie, und das ist der Punkt, den du ja glaube ich gerade gemacht hast, haben die auch gesagt, Leute in diesem Zimmer. Ja, also die Botschaft Lisa: Mh! Sisosig Podcast: noch mal so gedreht zu sagen, so und so viel Prozent der Leute, die in diesem Zimmer gewohnt machen das auch. Und ja. Lisa: Und das hat besser funktioniert? Sisosig Podcast: Das hat in dieser Studie noch besser funktioniert. Lisa: Das wundert mich deswegen, weil ich dann schon wieder denken würde, boah, die tracken hier ja alles. Also haben die jetzt auch irgendwie gezählt, wie viel Kaffee ich hier getrunken habe und wie oft ich duschen war oder auf dem Klo. Also dann würde ich mich schon wieder beobachtet fühlen. Sisosig Podcast: Ja, habe noch einen anderen Gedanken. Also ich finde ja, man muss aufpassen, was für ein mentales Bild man die Leute bringt. Und wenn ich hören würde, andere Leute in diesem Zimmer und irgendwas mit Handtüchern. Lisa: Hahahaha Sisosig Podcast: Also da finde ich immer, da wird man schnell, also das weiß ja jeder, aber da wird man total erinnert daran, dass das hier nicht dein Zimmer ist, sondern dass hier ständig und pausenlos auch andere Leute sind. Ich weiß nicht, ob man sich da wohler fühlt. Also das wäre Lisa: Das stimmt, ja. Sisosig Podcast: eher so eine Marketing-Geschichte. Da wäre ich eher vorsichtig. Lisa: Ja, stimmt, das ist ein guter Gedanke. Ich würde ja bei solchen Experimenten einfach nur, weil ich es witzig finde, noch so ein völlig unmögliches Szenario einbauen. Irgendwie, weiß ich Sisosig Podcast: ist denn so? Lisa: wenn sie ihr Handtuch... nur einmal benutzen, dann klingelt morgen früh halb fünf automatisch der Weckhau. Irgendwie so eine Drohung. weiß auch nicht. Nein, das ist natürlich überhaupt nicht förderlich, aber... Sisosig Podcast: Die meisten Leute, die ihr Reintücher nicht aufgehängt haben, innerhalb von einer Woche danach gelbe Socken gekauft. Das ist absurd und will aber keiner. Lisa: Ja, genau. Was mich allerdings bei so etwas immer total motiviert, Hotels, es gibt ja auch oft, dass die Zimmer nicht mehr jeden Tag gereinigt werden oder dass das sozusagen vorgeschlagen wird, sehr freundlich. Und ich weiß, dass das eigentlich daran liegt, dass sie viel zu wenig Personal haben oder das Personal nicht so bezahlen, dass sie mehr bekommen. Aber das natürlich auch formulieren von wegen Umwelt und manchmal kriegt man dafür den Inhalt der Minibar umsonst. Manchmal gucke ich vorher in die Minibar und sehe, ob das lohnt, ob auch ein Schokoriegel da ist und ein paar Nüsschen. Aber Sisosig Podcast: Ja. Lisa: dann denke ich irgendwie so, komm, hier zwei Bier und eine Fanta, mache ich. Sisosig Podcast: Aber ja, ich finde ja auch, manchmal darf man Sachen durchschauen und dann trotzdem aber akzeptieren. natürlich, ich hatte den Gedanken natürlich auch schon, da werden wir nicht die Einzigen sein, denken ja, okay, also ihr macht jetzt nicht jeden Tag das Zimmer sauber. Das hat, glaube ich, mehr damit zu tun, dass ihr keinen Bock habt, die Leute zu bezahlen oder ihr kriegt sie nicht oder whatever. Lisa: Mh. Sisosig Podcast: Aber auf der anderen Seite finde ich ja dieses, wenn ich mich dann gut fühle, weil ich eine Nachricht gelesen habe, die sagt, wir machen ein Zimmer auch nicht ständig sauber. A, ich störe euch nicht ständig und B, ihr kriegt noch was Nettes aus der Minibar. Dann denke ich auch, ich fühle mich jetzt hier wohl und kriege sogar noch was umsonst. Da fühle ich mich auch gut, obwohl ich verstanden habe, dass da so eine Mechanik hinter ist. Aber wenn ich in ein Hotel komme und mich da wohlfühle, dann finde ich, auch solche Tricks erlaubt. Lisa: Was ich tatsächlich auch noch super spannend finde, also die Studien sind ja jetzt nicht so wahnsinnig... neu, aber auch nicht so wahnsinnig alt, dass man das doch schon seit Jahren so im Hotel findet. gerade dieses Sisosig Podcast: Mhm. Lisa: mit dem Umweltgedanken, so benutzen sie ihr Handtuch doch doch mehrfach. Und natürlich ist das auch ein Riesen Kostenfaktor fürs Hotel, wenn du jeden Tag wäscht und Sisosig Podcast: Ja, ich glaube. Lisa: ausräumst und so Und das finde ich spannend, weil das ja eigentlich bedeutet, na gut, vielleicht haben die es auch einfach erst später. untersucht, aber dass dann ja doch irgendwie so wissenschaftliche Erkenntnisse auch ganz schnell einfließen können ins alltägliche Leben oder ins alltägliche Business. Finde ich interessant. Sisosig Podcast: Also der Zeitaspekt, den finde ich spannend, dass du den erwähnst, weil es natürlich noch mehrere Studien gibt. Und hier haben ein Gerd Bohner und Lisa E. Schlüter 2014 nämlich in Deutschland versucht, das nachzubauen. Und da sind sie zu ganz anderem Ergebnis gekommen. gab Lisa: Nein! Sisosig Podcast: es nämlich keine... Also zum einen sind die Zahlen viel höher. Also hier steht im ersten Experiment lag die Handtuchwiederverwertung bei Umweltappell bei 83,7, also 84 Prozent knapp. Und bei der zusammengefassten Normbotschaft, nenne ich das hier, also bei dem andere Leute machen das auch, waren es weniger, also waren es 82. Das sind jetzt nur 2 Prozentpunkte. Lisa: Mmh. Sisosig Podcast: Aber die Zahl insgesamt ist viel höher als oben hatten wir irgendwie 35 und 44. Das ein anderes Land, also es war Deutschland und wahrscheinlich gab es diese Botschaft in den Hotels auch viel länger, dass die meisten Leute das vielleicht sowieso schon gemacht haben. Also das heißt, so dein Gesamteffekt war nicht mehr so groß, weil die Leute sich da schon dran gewöhnt haben. Und dann war auch der Unterschied zwischen welcher Botschaft du nicht mehr hast, war auch nicht mehr besonders groß. Lisa: Ja, vielleicht ist es auch irgendwie eine Zeit gewesen, wo man schon viel mehr über Umwelt nachgedacht hat oder das hat man in Deutschland ja generell schon immer. eher gemacht als in den USA, dass man nicht so viel Einweggeschirr benutzt und nicht so viel Müll produziert. Oder vielleicht ist es auch, dass die Deutschen einfach viel wichtiger finden, was die Nachbarn denken und deswegen dann lieber das machen, was die anderen machen. Aber es sind auch nur zwei wilde Thesen. Sisosig Podcast: Ja, also die obere These bei diesen Steuern im Minnesota war natürlich auch schon lange her. Und der Gedanke, als ich mir das hier angeguckt habe, der war mir gar nicht gekommen. Aber jetzt wo wir darüber reden, finde ich natürlich wichtig zu bedenken, es gibt eine Zeit für bestimmte Sachen. Es gibt auch sicherlich einen Neuheitseffekt. Also wenn Lisa: Mmh. Sisosig Podcast: das mit den den Handtüchern und wir schon jetzt mal die Umwelt, wenn das ganz neu ist, wird das mit Sicherheit andere Ergebnisse haben. Und vielleicht ist man dann aber auch noch eher. beeinflusst von dem, was alle anderen machen. Weil wenn sowieso schon alle machen, das ist gelernt, ja, mit irgendwie fast 90 Prozent, wenn das schon alle machen, naja gut, dann weißt du ja schon, dass es alle machen. Also dann fällt dieser Appell nicht mehr auf. Es gab noch einen Appell oder noch eine Studie, die ich gefunden In meiner Erinnerung war die ein bisschen anders, die habe ich aber nicht gefunden, aber es ging nämlich Schwarzfahren. Und gefunden habe ich aber eine Studie von Chaka Ayal und Jeremy Chels und Guy Hochmann, die 19, äh, stimmt gar nicht, 20, 21, also ziemlich, äh, ist noch ziemlich neu, die Studie, in französischen Bahnhöfen zwei Experimente gemacht haben. Und zwar haben sie Poster aufgehängt. Und das eine Poster hat halt so ein Augenmotiv. Also nach dem Motto, du wirst beobachtet. Also tiefenpsychologisch, Leute fühlten sich mehr beobachtet als vorher vielleicht. Das haben sie nicht unbedingt untersucht. Ja. Lisa: Fun fact Bei uns im Sisosig Podcast: Ja. Lisa: Büro hängen immer zwei große Wackelaugen über der Spülmaschine, weil eine Freundin meiner damaligen Geschäftspartnerin einmal eine Untersuchung gemacht hat, dass wenn Menschen sich und wenn es nur gefakte Augen sind, beobachtet fühlen, sich eher den Müll und die Küche und so weiter kümmern und uns behaupten Sisosig Podcast: Aha! Lisa: war, da hängen zwei Wackelaugen und zack, räumt jeder einfach immer ganz brav die Spülmaschine. Schiene ein und aus. Sisosig Podcast: So war es dann auch. Lisa: Wir haben es nicht strukturiert untersucht, aber wir haben sehr gehofft. Sisosig Podcast: Ja, ist auch gut. manchmal ist ja auch gut, man so was macht, weil man dann glaubt, man hätte was gemacht. Und Lisa: Richtig Sisosig Podcast: das reicht dann vielleicht schon. Genau, also die haben diese Augen einen gewissen Effekt zu erfüllen. wahrscheinlich ist das, also meine Interpretation wäre, das ist eher der drohende Charakter. Pass Lisa: Mhm. Sisosig Podcast: mal auf, nicht schwarz fahren. You're being watched. Und das zweite Poster war auch das Augenmotiv. Hat er aber eine positive Botschaft über korrektes Ticketverhalten, schreiben sie hier. Und das meine ich nämlich auch, aber die Studie habe ich nicht gefunden. Ich meine, das hat man in Berlin oder so auch schon mal gemacht. Also auf jeden Fall erinnere ich mich an so was. Ich erinnere mich daran, dass es ohne Augen war, aber das auf jeden Fall nicht war. Schwarzwaren kostet 60 Euro. Also so schwarz. Lisa: Mhm. Sisosig Podcast: Schwarzes Poster an der Scheibe. Schwarzwaren kostet Lisa: Mh. Sisosig Podcast: 60 Euro. Du Böser, sei nicht böse. Und die andere Botschaft war Ähnlich wie Minnesota. So eine hohe Zahl. Mit 75 Prozent der Leute fahren mit gültigem Fahrausweis und wir bedanken uns bei denen, dass sie sich so gut verhalten. Die meisten machen es schon richtig und das sind auch die guten Botschaften. Und so würde ich das jetzt... Lisa: Sag mal, wir kennen doch jemanden in der Presseabteilung von der BVG. Unsere, Sisosig Podcast: Maya! Lisa: eine der vielen tollen ehemaligen KollegInnen, die wir so haben. Die kann dir das bestimmt noch mal erzählen, wie das damals in Berlin war mit den Postern. Sisosig Podcast: Meier, hören dir zu, wenn du dich meldest. Aber vorher musst du uns hören. Ich schick dir mal diese Episode und dann bin ich sehr gespannt, ob du dazu was sagen kannst. Sehr gut, ja siehst du, wir sind so gut vernetzt. Lisa: Landen. Sisosig Podcast: Auf jeden Fall haben die das gemacht mit diesem, also eher so böse und du wirst beobachtet und das andere, Augen kann ja auch was Nettes sein. Wir gucken uns ja gegenseitig gerne in die Augen und eine positive Botschaft. Und da war es wohl auch so, die Leute, die die positive Botschaft gesehen haben, dass also die Anzahl der Schwarzfahren zurückging. Das halte ich auch für nachvollziehbar und würde ich auch so Das zweite, was auch spannend war, die haben nämlich ein zweites Experiment hinterhergepackt. Fahrgäste mussten nämlich vor und nach der kombinierten Kampagne eine Würfelaufgabe lösen, bei der Mogeln möglich war. Also die haben sich nochmal bestimmte Leute rausgenommen und haben gesagt, so jetzt mach mal, du darfst hier so ein Würfelding machen. es war aber klar, dass man mogeln konnte. Und hier steht laut Abstrakt der Studie verschwand das in der Aufgabe messbare Mogeln nach der Kampagne. Sprich, man müsste dann mal gucken, wie groß die Stichprobe war und so weiter. Aber es gab wohl zumindest in diesem Experiment auch die Folge, dass die Leute, eine positive Botschaft gesehen haben, dann tatsächlich auch sich gegen Mogel entschieden haben. Lisa: Aber vielleicht hätten sie das ja vorher auch gemacht. Also es sind insgesamt ehrlichere Häute. Haut. Haut. Häute. Sisosig Podcast: Eine ehrliche Haut, ach so, ja. Nicht gestern. Ehrlich gestern war gestern. Wir sind heute ehrlich. Ehrliche heute. Lisa: Ja, aber finde ich interessant. Also ich glaube, dass da schon auch viel so eine Grundeinstellung hinter steckt. Irgendwie will ich... Will ich schnorren von der Allgemeinheit? Will ich was beitragen? Hab ich einfach total Schiss erwischt zu werden, weil das so wahnsinnig peinlich ist? Da hab ich noch ne gute Idee. könnte so performative Kontrollen machen mit Schauspielern, wo man irgendwie regelmäßig auf den großen Linien dann Leute total zusammen scheißt und ganz schrecklich zu denen ist, wenn sie schwarz fahren. Und da spricht sich dann rum und dann traut sich das keiner mehr. Super Idee, ne? Sisosig Podcast: Ja, Lisa: Ich Sisosig Podcast: die, die, die, die total super Leute anschnautzen. Du warst zu viel in der Schanze, glaube ich. Ich habe auch noch eine Idee. Ich bin gespannt, was du davon hältst, spontan. Also, meine These wäre ja, viele, viele Leute wollen gar nicht schwarz fahren, sondern schneiden halt nicht, wie das mit den Automaten geht. Also, ich weiß noch, als ich irgendwann mal in München war, schon lange, ja, und da ging das nicht mit dem Handy. Dann stehst du vor so einen blöden Automaten und dann willst du eigentlich los oder musst los, weil du... Flieger kriegen willst und man versteht einfach nicht. Ich brauche jetzt so eine A bis D und wenn ich A bis D brauche ist das dann Bereich 1 bis 7 und Lisa: Mhm. Sisosig Podcast: geht meine Tageskarte, die ich schon habe eigentlich auch in Bereich 1 bis 7 oder nur in Bereich 7 und 12 und dann musst du irgendwo drücken und dann geht deine Karte nicht und dann denkst vielleicht so ganz ehrlich jetzt ich hab jetzt gerade keinen Bock. So und dann steigst du halt einfach rein. Lisa: Das ist noch deine Sprache da in München. Also zumindest geschrieben. Sisosig Podcast: ja. Lisa: Wenn du jetzt gefragt hättest am Schalter und jemand redet tiefstes bayerisch, dann vielleicht nicht. ich denke dann auch immer, wenn du so beschissene Beschreibungen hast, da kann ich auch noch mal ein schönes Foto in die Show notes packen. Wo niemand die Usability untersucht hat, bei uns vor der Haustür der Parkscheinautomat. Sisosig Podcast: ja. Lisa: Dramatische Userführung, selbst wenn man, also selbst wenn man selber sehr gerne Parkautomaten ziehen möchte, äh, Parkscheine. Nee, al- Tschö, ich hab dich unterbrochen, aber deine These ist, dass... Sisosig Podcast: Ja, nee. Ja, nee, genau. Meine These ist, dass die meisten Schwarzfahrer gar nicht hingehen und sagen, Edgy Badge, ich bin hier so, weiß nicht, ich gehe jetzt ganz bewusst schwarz fahren, sondern ich glaube ja an das gute Menschen und ich glaube, dass die meisten Leute auch durchaus ihr Ticket kaufen wollen, dass sie es aber einfach nicht schaffen. Also weil die Zeit nicht reicht und in der Kombination mit, es zu schwierig. Da muss ich mal an Stockholm denken. Ich bin irgendwann in Stockholm gewesen und geschäftlich durfte ich da hinfliegen und dann kam ich quasi aus dem Flugzeug und dann gieß es so Korridore entlang und alle 30 Meter oder so Riesenposter mit dem QR-Code. Hey, willst du mit dem Zug in die Stadt fahren? Hier. Also auf Englisch. Und dann scanst du diesen QR-Code und dann steht da drin, fährst du nur heute, willst du ein Rückfahrticket? Rückfahrticket ist übrigens gültig bis ewig, ist also legal. Und wenn du das machen willst, dann hier. Apple Pay oder deine Kreditkarte. Los geht's. Also in drei gefühlten Klicks oder Daumen drücken oder wie auch immer, hatte ich mein Ticket. Fertig. Dann konnte ich einsteigen und es war alles gut. dachte, guck mal, Leute am Flughafen wollen vom Flughafen in die Stadt. QR-Code geschenkt. Toll, die Schweden wieder. Lisa: die Leute sind auch durchaus bereit, dafür was zu bezahlen, wenn es ihnen halt leicht gemacht wird. Aber dennoch, ich finde die These ein bisschen gewagt. Also ich glaube, dass schon auch viele ausnutzen, dass halt selten Kontrollen sind oder sie wissen, wo die Kontrollen sind oder gerade am Monatsanfang. Und dass man da eben auch, man kann ja auch echt ganz schön was sparen, wenn man sich anguckt, dass irgendwie eine Fahrt durch Hamburg kostet irgendwie, ich weiß nicht, fast vier Euro eine Strecke. Wenn du jetzt nicht gerade Kurzstrecke fährst. Das ist natürlich auch ein ganz schöner Hubs. also ich würde fast vermuten, dass das auch schon viele absichtlich machen. ist denn das bei dir? Du Sisosig Podcast: Ich habe ein Deutschlandticket. Lisa: musst jetzt nichts offenlegen, aber vielleicht hast du ja persönliche Beispiele. Sisosig Podcast: Ja, also ich habe tatsächlich ein Deutschlandticket und eine Sache, die ich daran sehr genieße, ist, dass ich da nicht mehr drüber nachdenken muss. Weil ich habe mich irgendwann dabei ertappt, wie ich ich zu lange, aus meiner Sicht, lange über so ein blödes Ticket nachgedacht habe. Ja, also gehst du halt los und sagst so, ich brauche jetzt ein neues Paar Schuhe und dann gebe ich dafür 80 Euro aus und dann denke ich nicht lange drüber nach. Und dann stehe ich aber, fahre ich morgens los, also bevor ich ein deutscher Ticket hatte und da dann so, okay, warte mal. Also eine Fahrt kostet jetzt 2,51 und ein Tages-Ticket kostet 6 Euro, behaupte ich jetzt mal. Das heißt, fahre ich heute noch zweimal mit der Bahn, also hole ich mir jetzt ein Tagesticket oder und dann fange ich an zu rechnen, ich wahrscheinlich, wenn ich nicht, also wahrscheinlich mache ich nicht mehr als drei Fahrten und wenn ich drei Fahrten mache, dann spare ich halt 12 Cent oder so und da habe ich mich da sehr lange mit beschäftigt, ob ich jetzt diese 12 Cent spare, anstatt zu sagen, ich kassier so ein Tagesticket und gut und habe gemerkt, da bin ich schnell überfordert gewesen in dieser Entscheidung, obwohl die eigentlich relativ wenig Geld geht. Lisa: Es ist noch viel bekloppter mit dem, was man da dann spart oder mehr ausgibt. Ich habe erst tatsächlich seit zwei Wochen ein Deutschlandticket und davor bin ich auch immer Einzelfahren gefahren. Meistens einmal hin, einmal zurück. wären also zwei Einzeltickets und ein Tagesticket hätte exakt ein Cent mehr gekostet. Und trotzdem habe ich dann jedes Mal gedacht... Kaufe ich mir jetzt ein Tagesticket, kostet ein Cent mehr, dafür muss ich auf dem Rückweg nicht noch daran denken, mir eins zu kaufen. Oder kaufe ich mir zwei Mal ein Einzelticket und spare einen ganzen Cent. Also ich meine, weiß ich nicht irgendwie, es ist echt... Es ist echt hirnrissig, da Gedankenkapazität zu verschwenden. Erst recht, wenn man sich ja so ernsthaft mit dem Thema Entscheidungen beschäftigt, wie Sisosig Podcast: Mhm. Lisa: ich in diesem Podcast, und dann merke, okay, so einem Kack bleibe ich irgendwie hängen. Sisosig Podcast: da muss ich auch nochmal Herrn Kahnemann fragen. Also der lebt nicht mehr, aber sein Buch oder woanders gucken, also da muss ich ja auch einen guten Grund für geben. Und das ist wahrscheinlich auch so eine, ja wahrscheinlich kommt da so ganz viel zusammen. Es ist ja nie nur eine Sache, es ist ja nie nur eine Voreingenommenheit, aber vielleicht ist ein so ein Ding so, nein, nein und ich, also ich denke schon noch mit, ihr kriegt mich nicht so leicht, so ein Agi-Batch-Ding ist da bestimmt mit drin. Und das andere ist, man muss natürlich auch mit Geld haushalten, kann ja nicht leichtfertig einfach irgendwelche Tickets kaufen und dann gehst du natürlich auf den Weg zur U-Bahn, gehst und holst dir für vier Euro einen Kaffee, aber das nur so nebenbei. Aber ja, ich sehr gut und deswegen bin ich großer Deutschland-Fan-Ticket. Kauft alle ein Deutschland-Ticket, damit sich das irgendwie lohnt. Weil man kann dann auch, wenn man dann mal in einer anderen Stadt zu Besuch ist, muss man sich da keine Gedanken machen. Du steigst einfach in den Bus, in die Bahn. Lisa: Ja, das stimmt. Aber es ist, finde ich, interessant und ich glaube schon. Ich hatte den Eindruck, ich in Finnland studiert habe, dass wahnsinnig wenige Leute nur schwarz fahren. Da hatte ich oft den Eindruck, dass es eher eine Bereitschaft ist, die Gemeinschaft zu denken und man z.B. in der Mensa nicht das Brot für die ganze WG klaut, nur weil das nach der Kasse erst angeboten wird oder sich da mit Tassen ausstattet oder was auch immer. Und irgendwie hatte ich auch das Gefühl, dass die Leute nicht so viel schwarz fanden. Ich weiß gar nicht warum, aber für mich hat das immer so Sinn gemacht, dass die irgendwie mehr darüber nachdenken, was zahlt man in der Gemeinschaft oder in der Gesellschaft und was bekommt man auch dafür wieder. Und die ja schon irgendwie eine tolle Bildung und eigentlich auch eine gute, also zumindest unten im Süden, gute öffentliche Nahverkehrsinfrastruktur und so. Da waren es dann auch eher die ausländischen Studenten, die dann vielleicht mal irgendwie versucht haben, so hin und her zu kommen. das fanden die, ich hatte den Eindruck, das fanden die auch irgendwie so ganz ungehörig, dass die da gar nicht drüber nachdenken würden. Und ich habe dann auch immer gedacht, ey draußen sind es minus 25 Grad und ich darf hier Sisosig Podcast: Hmm. Lisa: in eine pünktliche, saubere, wohltemperierte Bahn steigen. Ja, da zahle ich doch mal zwei Euro für. Was ist denn los mit euch? Also wie kommt ihr auf die Idee, dass mir das geschenkt werden sollte? Sisosig Podcast: Ja, glaube, der kulturelle Aspekt ist da durchaus von Bedeutung. glaube Noch eine Studie, willst du noch eine Studie? Und zwar, Lisa: Ich will noch eine Studie, gib's mir! Sisosig Podcast: ist noch eine Studie, wo das auch nach hinten losgehen kann. Und zwar Wesley Schulz und Kolleginnen, darunter Chialdini und Goldstein, 2007 Haushalte untersucht. das wird auch in Amerika gewesen sein. Und haben halt Haushalten Informationen darüber gegeben, wie viel Energie ihre Nachbarn im Durchschnitt verbrauchen. So und der eine Effekt war, wer zuvor irgendwie also viel verbraucht hat, hat quasi dann auch wieder meine Interpretation, aber hat vielleicht gesehen, es geht auch anders und hat tendenziell den Verbrauch reduziert. Aber der Haken ist bei denen, die eher sparsam war vorher, konnten dann die gleichen Vergleichsinformationen auch dazu führen, dass sie gedacht haben, wir sind die einzigen, hier sparen Lisa: Ja! Sisosig Podcast: und die haben anschließend dann mehr verbraucht. Also da muss man natürlich irgendwie bisschen aufpassen, wenn man so sagt, guck mal, alle machen irgendwas, dann kann es natürlich durchaus sein, dass eventuell, wenn das normale quasi mich mehr einschränkt oder ich mir eingeschränkt bin als das normale, dass ich dann vielleicht auch so, ach, dann muss ich ja auch nicht mehr. Lisa: Das finde ich spannend. Kann ich mir aber auch gut vorstellen. Sisosig Podcast: Vielleicht zählen wir das nochmal so auf so einer Unternehmensebene, weil wir sind ja schließlich ein Bildungspodcast für Leute, die auch im Arbeitsleben stecken und was für die Arbeit lernen wollen. Na, ich wollte ja alle. Ja, guck mal, die nicken alle. Lisa: Hm? Sisosig Podcast: Ich finde so eine, wie reden wir miteinander, wie gehen wir miteinander Geschichte. Ich glaube, das hatten wir schon Also so vorgelebtes im Büro. Ja, also alle schicken am Wochenende auch noch Antworten auf E-Mails oder Slack-Nachrichten. Das nehme ich jetzt mal als Beispiel. Das ist ja auch so eine Geschichte, die nicht irgendwo steht und auch zumindest in Deutschland hat in keinen Arbeitsverträgen, dass man jetzt am Wochenende unbedingt arbeiten muss. Und das ist, ich, auch so eine Geschichte, wenn du neu in ein Unternehmen kommst und du kriegst mit, dass alle ständig und pausenlos irgendwie erreichbar sind und so, dann fühlst du dich, glaube ich, schon auch genötigt da irgendwie mitzuspielen, oder? Lisa: Ja total, also es sei denn du kannst dich total gut abgrenzen und andersrum auch wenn es etwas was eher positiv ist, wenn wir wieder bei der Bürospülmaschine sind, wenn da nie dreckige Tassen stehen und nie diese E-Mails rumgehen, wer hat schon wieder die Schübelmaschine und dann kommt man selber vielleicht auch weniger auf die Idee, das einfach dazu zu stellen und zu sagen, ey, ist nicht mein Ding. Sisosig Podcast: Ich finde, Deadlines ist auch noch so Ding, fällt mir spontan Lisa: Mhm. Sisosig Podcast: ein. Also wir haben das auch in unterschiedlichen Unternehmen, wo klar war, wenn du bestimmten Leuten eine Deadline gibst, dann halten die die nicht ein. Und das wurde aber auch so gedacht. Ja, wir haben denen jetzt wieder die Deadline gegeben. Aber wir wissen ja, wir haben da immer zwei Tage draufgebatscht. da habe ich damals nicht drüber nachgedacht. Aber jetzt, wo ich das hier so gelesen habe, denke ich, vielleicht war das auch nicht so richtig clever. das quasi zu etablieren und zu tun und dann aber auch drüber zu reden, weil es dann plötzlich die Norm wird, dass die, dass die ja, also die anderen, sind natürlich immer nur die anderen, natürlich halte ich immer alle, immer alle Lisa: Mh, mh, mh. Sisosig Podcast: Deadlines Aber wenn ich dann drüber rede und sage, die anderen, das bestimmte, das Schlönzie-Dönzie-Team, ich will ja nun kein Team daraus stellen, aber das Schlönzie-Dönzie-Team, das sind die, die immer die Deadline verreißen und die wissen das dann auch, dass ich das über die behaupte, da er dann Vielleicht ist das dann für die auch die Norm und dann gibt es keinen Ansporn mehr, das tatsächlich auch zu tun, also die Deadlines dann irgendwann einzuhalten. Lisa: Ja, das darf ich mir gut vorstellen. Wäre mal spannend zu wissen, ob es da irgendwie so ein Muster gibt, dass quasi gute Entscheidungen sich anders oder schneller verbreiten als schlechte Entscheidungen. Also ob sowas wie, wir kümmern uns jetzt nicht mehr die schneller sich durchsetzt, wir sind alle am Wochenende nicht mehr erreichbar oder so. Weiß nicht. Sisosig Podcast: Also das wäre vielleicht mal eine Hausaufgabe für alle die zuhören, zu sagen wo gibt es so Geschichten, also Aufmerksamkeit ist ja immer der erste Schritt wenn man irgendwas verändern will. Vielleicht will man es auch nicht verändern, aber Aufmerksamkeit ist sowieso immer eine gute Sache. Das macht sich so im, wir nehmen mal den Bürojob nächste Woche. Also ihr hört das jetzt und dann innerhalb der nächsten Woche versucht mal euch bewusst zu werden, wenn es so eine naja das machen halt alle Geschichte kommt und dann mal gucken ob das eigentlich so stimmt. Also ist das eine Aussage, die zutrifft und die dann Konsequenzen hat oder ist das eigentlich vielleicht stimmt das auch gar nicht. Ja, also vielleicht ist das eine Sache, die so im Flurfunk umher schwört. Aber ihr habt eigentlich eine andere Meinung dazu. Kann ja auch sein. Lisa: Ja. Und man könnte sich bei der Gelegenheit dann auch mal hinterfragen, wie komme ich eigentlich zu der Meinung? Meine ich das wirklich, weil ich das irgendwie richtig finde oder weil ich einfach per se gerne dagegen bin weil ich mache, was alle machen? Also was sind so die Motivationen dahinter? Finde ich auch spannend. Werde ich jetzt auch mal drauf achten. Mir fällt gerade noch was ein. Oder hast du noch was? Sisosig Podcast: Ja, apropos, ja mir auch. das dasselbe? Nee, mir fällt gerade ein, dass wir eine Sache auch nicht beachtet haben. Lisa: Ich sag dir was, ich glaub nämlich wir haben auch was nicht beachtet, nämlich ich weiß zufällig, Sisosig Podcast: Mhm. Lisa: dass 100 % der Podcast-Hosts regelmäßig einen Song der Woche noch ansagen und was macht das mit dir Andreas? Sisosig Podcast: Ja, ich habe da auch eine Studie gelesen, dass 100 Prozent der Podcast-Hosts das machen und die machen das auch immer alle am Anfang. Lisa: Mh, mh. Sisosig Podcast: Und das ist so ein bisschen jetzt wie Schwarzfarben, wo ich denke, jetzt fühle ich mich nicht besser, Lisa: Mh. Sisosig Podcast: sondern denke, da muss ich, da muss ich, möchte ich, der Anspruch an mich selber ist da auch besser zu werden. ich möchte gleich anfangen und sagen, der Song der Woche, diese Woche von mir kommt von den Beatles und ist Taxman. Hängt natürlich mit der Minnesota Studie zusammen, die ich gelesen habe. Lisa: Sehr schön. Dein Look, also das kostet jetzt auch keine 70 Euro für dich, dass du das jetzt erst gesagt hast. Gerne, Sisosig Podcast: danke. Das ist sehr großzügig. Lisa: Mein Song der Woche ist Small Town Boy von Bronski Beat. Das habe ich nämlich diese Woche mit großer Freude auf dem Weg zur Arbeit Und ich habe gerade festgestellt... festgestellt ist gut. Ich habe gegoogelt, dass das Lied 1984 auf dem Debütalbum von Bronzekibit war und das Debütalbum hieß The Age of Consent, wo ich dann gedacht habe, Mensch, das passt doch irgendwie auch zu dieser Folge. Irgendwie findet man einen Konsens, Sisosig Podcast: Ja, ja. Lisa: macht man das, was alle machen, macht es Sinn, wenn alle das machen, was alle machen. Und das fand ich schön, dass ich so im jetzt quasi die Ecke doch noch ein Lied hatte, das zur Folge passt und außerdem auch einfach sehr gut ist. Sisosig Podcast: Ja, ja, ja, das höre ich jetzt gleich. Das mache ich. Okay. Hörst du Taxman? Okay, Lisa: Ich höre Texte mal. Sisosig Podcast: gut, dann haben wir jetzt beide einen Job. Lisa, vielen Dank. Genieß deinen musikalischen Nachmittag und bis ganz bald. Lisa: Danke und wir hören uns nächste Woche. Sisosig Podcast: Wir sehen uns nächste Woche. Wie immer. Alles klar. Tschüss. Lisa: Sehr schön! Bis dann!