Latest / Hamburg-News – der aktuelle Nachrichten-Überblick um 17 h / Hamburg-News: Tragödie im UCE: Tod durch eine Tischkante
Transcript
- Music. Ich bin Lars Heider. Heute geht es noch einmal um das ICE-Unglück, bei dem ein Professor aus Hamburg ums Leben gekommen ist. Weitere Themen? Eine Frau versucht, Blutegel über den Flughafen nach Hamburg zu schmuggeln. Wolf Biermann wird für sein Lebenswerk geehrt. Und Kultursenator Carsten Proster tritt im Stadtpark auf. Dazu gleich mehr. Zunächst wie immer die drei meistgelesenen Themen und Texte auf abendblatt.de. Auf Platz 3 mit viel Liebe zur Wahl, Flashmob in der Europapassage. Auf Platz 2, wenn ein Konzert 40.000 Euro kostet, das Beispiel La Le Lu. Und auf Platz 1, feige, ekelhafter Drohbrief soll Schwulen Probst einschüchtern. Das waren, das sind die Top 3 auf abendblatt.de. Nach dem schweren ICE-Unglück fahren wieder Züge auf der Strecke von Hamburg nach Bremen. Der beschädigte Zug wurde in der Nacht von der Unglückstelle abgeschleppt, ein Gleis für den Zugverkehr wieder freigegeben. Die Reparaturarbeiten am zweiten Gleis dauern an. Bei dem Unglück am Dienstagnachmittag war ein Reisender ums Leben gekommen. Der 55 Jahre alte Professor der Universität Hamburg hatte nach Armin-Informationen in einem Viererabteil mit Tisch gesessen und an seinem Laptop gearbeitet, als der ICE den Sattelzug rammte. Dabei wurde der 55-Jährige so massiv mit dem Bauch gegen die Tischkante gedrückt, dass er starke innere Blutungen erlitt, an denen er unter Reanimation im Rettungswagen starb. Weitere 25 Menschen wurden bei dem Zusammenstoß verletzt. Sechs Insassen aus dem ICE wurden nach Angaben der Bundespolizei wegen mittelschwerer Verletzungen behandelt, 19 erlitten leichte Verletzungen. Der ICE war mit 291 Fahrgästen an Bord auf dem Weg nach Bremen und München gewesen, als er an einem Bahnübergang gegen den mit Bahnschienen beladenen Lastwagen stieß. Es erstand erheblicher Sachschaden am Zug, am Lastwagen und am Oberbau der Gleisanlagen. Jetzt wird gegen den Lastwagenfahrer einen 34 Jahre alten Rumän ermittelt, wegen gefährlicher Eingriffs in den Bahnverkehr und Verdachts der fahrlässigen Tötung. Atem-, Alkohol- und Drogentests seien negativ verlaufen, heißt es. Der 34-Jährige soll einem Haftrichter vorgeführt werden. Der Zoll hat am Flughafen im Reisegepäck einer Frau 21 lebende Blutegel in kleinen Plastikflaschen entdeckt. Zöllner hatten einen Koffer der 58-Jährigen, die gerade aus Istanbul kam, beim Terminalausgang für anmeldefreie Waren kontrolliert. Auf Nachfrage habe die Reisende erklärt, sie habe die Blutegel für gesundheitliche Zwecke in der Türkei gekauft, sagte eine Sprecherin des Hauptzollamtes Itzehoe. Aber eine Rechnung oder Einfuhrdokumente konnte sie nicht vorlegen. Der sogenannte ungarische Blutegel der Art Hirudo-Verbana ist laut Zoll im Washingtoner Atemschutzabkommen, Artenschutzübereinkommen, gar nicht so einfach, und in der EU-Artenschutzverordnung gelistet. Die Blutegel wurden beschlagnahmt und an den Tierschutzverein übergeben, um dort artgerecht untergebracht und tierärztlich untersucht zu werden. Und in der Zwischenzeit sind allerdings die Hälfte der Blutegel bereits gestorben. Die Kosten für die Unterbringung der Tiere und die Pflege sollen jetzt der Frau in Rechnung gestellt werden. Außerdem könne das zuständige Bundesamt für Naturschutz ein Bußgeld verhängen, heißt es. Bei Razzien gegen den Handel mit Kokain hat die Polizei mehrere Menschen in Hamburg und im Landkreis Stade festgenommen. Insgesamt wurden elf Objekte in Buxtehude, York und eben in Hamburg untersucht. Darunter waren Wohnungen, Häuser und ein Kulturverein. Die Beamten fanden bei den Durchsuchungen Bargeld und Goldmünzen im sechsstelligen Bereich. Waffen sowie größere Mengen Betäubungsmittel und verschreibungspflichtige Medikamente. Vier Verdächtige wurden nach Polizeieingaben vorläufig festgenommen, drei von ihnen allerdings schon wieder freigelassen. Der 46 Jahre alte mutmaßliche Haupttäter wurde dagegen einem Haftrichter vorgeführt. Der Liedermacher Wolf Biermann wird von der GEMA für sein Lebenswerk geehrt. Die Musikverwertungsgesellschaft zeichnete den 88-Jährigen mit dem deutschen MusikautorInnenpreis aus. Biermann verbinde, so heißt es, poetische Sprache, musikalische Tiefe und politischen Protest auf einzigartige Weise. Seine radikal-ehelichen Lieder waren eine zentrale Stimme des Widerstands gegen Unterdrückung und Zensur in der DDR. Das sagt die Jury und dass Biermann auch heute mit seinen aufrüttelnden und bewegenden Liedern den Nerv der Zeit treffe. Der Musiker und Lyriker selbst reagierte humorvoll auf die Auszeichnung. So kennt man ihn. Er sagt, ich zitiere, ich werde lieber gelobt als geschmät und freue mich, dass mir die GEMA diesen Preis überreicht. Und das wird dann am 27. Februar so sein und zwar in Berlin und nicht in Hamburg, wo er Wolf Biermann mit seiner Ehefrau lebt. Wir bleiben so ein bisschen in der Kultur am Ende dieser Hamburg News. In dieser Woche nämlich fand der Popmusikalische Kampf noch im St. Pauli Theater statt. Am Ende kündigte aber Rainer Moritz an, dass das Duell Broster gegen Moritz im Sommer auf die ganz große Bühne soll. Am 26. Juni ist das Country-Schlager-Duell zwischen dem Literaturhaus-Chef und dem Kultursenator Carsten Broster nun für den Stadtpark terminiert, vor dann möglicherweise 2000 Menschen. Das ist ein Coup für ein Format, das ganz klein im Literaturhaus anfing und offensichtlich viele Freundinnen und Freunde gefunden hat. So wie dieser Podcast. Das war's für heute. Wir hören uns morgen wieder mit den Hamburg News um 17 Uhr. Bis dahin. Tschüss.