Latest / Schlagabtausch – Das Schlagzeugmagazin im Podcast-Format / Warum ein deutscher Profi-Drummer nach Cabo Verde ging – Markus Leukel - Schlagabtausch #148
Transcript
- 0:03Hallo und herzlich Willkommen zum Schlagabtausch, eurem Schlagzeugmagazin im
- 0:07Podcast-Format. Heute mit einem der Auszug, um die Rhythmen zu erkunden. Los geht's!
- 0:18Hallo zusammen, ich begrüße euch sehr herzlich zur 148. Ausgabe des Schlagabtausch-Podcasts,
- 0:24Wodcasts, Spottcasts mit mir, Timmel
- 0:27Groth und meinem lieben Freund und Drama-Buddy Dirk Brandt. Hi Dirk.
- 0:33Schönen guten Morgen, Timo. Schönen guten Morgen, ihr da draußen.
- 0:35Ich hoffe, alles fit bei euch.
- 0:37Der Sommer geht langsam zu Neige. Die Temperaturen werden wieder wesentlich
- 0:41erträglicher als sonst.
- 0:42Jetzt muss man sogar schon abends eine Jacke anziehen.
- 0:45Das wird auch eher dunkel, finde ich.
- 0:48Das finde ich immer ein bisschen komisch. Das finde ich auch immer so ein bisschen
- 0:50schade, weil sonst war es ja so, dass es um halb elf zum Teil noch hell war.
- 0:54Und das ist jetzt schon lange vorbei und das finde ich einerseits gut und einerseits auch nicht.
- 0:59Und ansonsten bin ich guter Dinge und freue mich auf eine ganz,
- 1:03ganz tolle Folge heute, Timo, denn wir haben einen besonderen Gast.
- 1:07Und bevor wir weiter erzählen, wie sieht denn der heutige Rundown aus?
- 1:16Ihr merkt schon, der Dirk legt heute ein ordentliches Tempo vor.
- 1:19Also vielleicht aber noch ein bisschen Smalltalk für euch, vielleicht auch nicht.
- 1:22Auf jeden Fall im Anschluss daran gibt es ein tolles Interview mit unserem Kollegen Markus Leuckel,
- 1:30der nicht mehr in Deutschland wohnt, sondern ausgezogen ist,
- 1:34quasi ausgewandert ist auf die Kap werden.
- 1:38Und seine Story haben wir hier und heute exklusiv im Schlagabtausch-Podcast für euch.
- 1:45Der Dirk hat dann natürlich noch einen Geertschick und zwar hat er,
- 1:49und das muss ich nochmal nachlesen, weil ich einfach mir Sachen nicht merken
- 1:52kann, den Boom CRD von Sonic Revision am Start.
- 1:56Was das ist, keine Ahnung, das müsst ihr euch ja für Dirk nachher selbst sagen lassen.
- 2:03Dann gibt es natürlich das Feedback von euch aus der Community und die Empfehlungen der Woche.
- 2:21Eine Sache müssen wir einfach einmal klarstellen. Der Dirk sagt immer guten
- 2:24Morgen, weil es jetzt bei uns Morgen ist. Aber wir werden natürlich auch guten
- 2:27Mittag, guten Abend, hallo, grüß dich und hallo.
- 2:29Egal welcher Jahreszeit, Uhrzeit und sonst irgendwas. Ich sage immer guten Morgen.
- 2:34Der Dirk sagt immer guten Morgen. Das heißt, auch wenn ihr ihm abends begegnet,
- 2:37sagt er guten Morgen. Guten Morgen. Moin.
- 2:40Moin ist wieder was anderes. Genau. Aber seid bitte auch gegrüßt,
- 2:43egal zu welcher Tags- und Nachtzeit ihr uns natürlich hört. Und der Dirk ist
- 2:48schon wieder im Übergangsjäckchen. Das finde ich immer so ein schöner Begriff.
- 2:51Das Übergangsjäckchen. Das Übergangsjäckchen.
- 2:54Aber man könnte ja, wie früher immer, hallo ihr da draußen an den Radioempfängern
- 2:59oder an den digitalen Endgeräten, wenn man also Handy...
- 3:05Endgeräte passt immer. Aber das war doch früher so, dass man früher immer gesagt
- 3:08hat, hallo an den Fernsehgeräten und auch an den Radioempfängergeräten.
- 3:13Das hat man ja früher so zu Zeiten von Dieter Thomas Seck. Das ist deine Generation so.
- 3:16Ja, stimmt. Jetzt wolltest du wieder sagen, dass ich ein alter Sack bin.
- 3:19Klar, aber... Nein, ich kenne das auch noch.
- 3:22Ich kenne auch noch das Testbild. Also das kenne ich auch noch.
- 3:25Drei Programme und das man, und jetzt kommt was für die junge Generation,
- 3:28Achtung, man musste früher von der Couch aufstehen, zum Fernseher gehen und
- 3:34mit der Hand umschalten.
- 3:36Und man hat ja die Qual der Wahl
- 3:37der drei Programme, weil eigentlich das dritte immer keine Option war.
- 3:42Und dann musste man tatsächlich aufstehen. Und ich kenne sogar noch,
- 3:44also ich bin mit Farbfernsehen schon aufgewachsen, aber ich hatte meinen damaliger
- 3:49bester Freund, die hatten tatsächlich noch viele Jahre lang Schwarz-Weiß-Fernseher,
- 3:53haben sich geweigert, einen Farbfernseher zu kaufen.
- 3:56Ich bin tatsächlich auch erst mit dem Schwarz-Weiß.
- 4:02Die waren damals wahrscheinlich noch unendlich teuer, keine Ahnung.
- 4:04Aber als die dann gewechselt hatten, hatten die natürlich das modernste Gerät
- 4:07und das war dann mit Fernbedienung, wo ich dann wieder neidisch drauf war,
- 4:09weil ich keine Fernbedienung hatte.
- 4:11Also ganz ehrlich, wo ich mich jetzt echt dran erinnern muss,
- 4:14wirklich die Fernbedienung, wie selbstverständlich das heute ist.
- 4:18Früher musstest du wirklich aufstehen und die Fernsehprogramme durchschalten.
- 4:23Ich meine, es waren nicht so viele zum Durchschalten. Heute bei 300 wäre es
- 4:25ein bisschen blöd. Oder 3000.
- 4:29Geil. Stimmt. Krass. Ja. Aber bevor wir jetzt hier in Nostalgie schwelgen,
- 4:37kommen wir zu was Aktuellem.
- 4:38Der Dirk hat ja beim letzten Podcast ein tolles Gehrcheck-Video für euch gemacht
- 4:41mit dem Mike Johnstons Symbolpack von Meinl.
- 4:45Und das performt sehr, sehr gut.
- 4:48Und wir hatten aber auch gleichzeitig den Aufruf gestartet.
- 4:51Abonniert doch bitte mal unseren YouTube-Kanal. Und wir betteln jetzt einfach mal weiter.
- 4:57Denn, Dirk, du hast uns mit deinem
- 4:59Video schon ein paar neue Abonnenten gebracht. Super. Nämlich zwölf.
- 5:05Das ist angesichts des Videos nicht mal ein Prozent der Leute,
- 5:11die das Video gesehen haben.
- 5:13Also, da muss noch ein bisschen mehr gehen. Also, die Schritte sind von minimal
- 5:20zu etwas größer geworden, jetzt auf unser Ziel, die tausend zu erreichen.
- 5:24Aber da geht noch was. Das heißt, wenn ihr da draußen noch nicht abonniert habt,
- 5:29bitte einfach mal auf YouTube gehen und abonnieren. Drücken kostet euch nichts.
- 5:33Oder aber, wenn ihr abonniert habt, ruhig mal unser Video teilen oder mal bei
- 5:37WhatsApp auch rumschicken.
- 5:39Man kann ja einfach das mal in seinen WhatsApp-Status reinpacken und dann werden
- 5:43vielleicht Leute auf uns aufmerksam, von denen ja nicht mal mal wusste,
- 5:45dass sie in eurer WhatsApp drin sind. Das gibt's ja auch.
- 5:50Oder, keine Ahnung, verbreitet es und und und und und und macht einfach,
- 5:55macht einfach, macht einfach.
- 5:57Aber ich glaube, da ist noch Potenzial.
- 6:00Unbedingt. Es haben so viele Leute das Video geschaut, worüber wir beide sehr, sehr dankbar sind.
- 6:08Aber es wäre echt toll. Wir würden gerne die 1000 knacken. Das wäre für uns
- 6:12echt ein kleiner Meilenstein.
- 6:14Und ich glaube, 300 haben wir bestimmt noch offen, sage ich mal so.
- 6:18Ja, knapp. Also wir brauchen etwas mehr als 300. Aber wir brauchen sogar noch
- 6:22mehr, also noch schlimmer.
- 6:24Ihr würdet uns wirklich einen großen Gefallen damit tun. Und wir wollen auch
- 6:29ehrlich sein und nicht faken.
- 6:30Wir wollen jetzt nicht losgehen und irgendwelche Vietnamesen kaufen,
- 6:34sondern wir wollen ehrlich performen und deswegen sind wir auf euch angewiesen
- 6:40da draußen, auf die liebe Community.
- 6:42Bitte, bitte, bitte, wenn ihr es noch nicht habt, abonniert.
- 6:44Wenn ihr abonniert habt, sagt es einfach weiter.
- 6:47Wie gesagt, WhatsApp-Status könnte schon was bringen. Nehmt einfach euer Lieblingsvideo
- 6:51und postet es in den WhatsApp-Status. Und denkt, was für ein geiler Podcast.
- 6:55Spottcast, die da machen.
- 6:58So, das ist wieder gut Werbung, aber du willst noch einen raushauen.
- 7:02Ja, ich will noch einen raushauen. Ihr lieben Schlagzeuglehrer da draußen,
- 7:04weil ich sehe uns wirklich so ein bisschen als Weiterführung der Drums und Percussion,
- 7:09der Sticks, der Drumheads, da sehe ich uns wirklich so ein bisschen als Weiterführung da drin.
- 7:15Wenn ihr Schlagzeugschüler habt, YouTube, erst mal, es verbindet so ein bisschen,
- 7:19finde ich, wirklich mit den Themen, auch, dass die Jüngeren vielleicht auch
- 7:22mal Ältere kennenlernen, aber auch umgekehrt oder auch mal auf irgendetwas aufmerksam werden.
- 7:29So drumtechnisch.
- 7:31Sagt euren Schülern doch, es tut wirklich nicht weh. Eigentlich ist es eine
- 7:35schöne Sache, finde ich, ist eine tolle Community.
- 7:38Schlagzeug spielen so oder so. Vielleicht einfach euren Schülern mal sagen,
- 7:41Ferien sind jetzt vorbei und hört doch einfach mal da rein. Und lasst doch oder
- 7:47einfach mal sagen, abonniert das mal.
- 7:48Damit tut ihr wirklich eigentlich ein gutes Werk für dich.
- 7:52Aber Dirk, vielleicht müssen wir auch einfach strategisch umdenken,
- 7:55Denn unsere Statistik sagt, dass wir auch in Hongkong gehört werden.
- 7:59Vielleicht sollten wir einfach mal Content für Hongkong kreieren.
- 8:04Vielleicht fuchtet das.
- 8:05Hongkong, wie geil ist das denn?
- 8:09Ehrlich? Also, wer immer uns auch in Hongkong gehört hat oder hört,
- 8:15hello, hello Hongkong, ich würde bitte einfach mal kommentieren.
- 8:20Wir wollen wissen, wer du oder ihr seid.
- 8:25Seid. Das fände ich so geil, weil Hongkong ist auch schon echt,
- 8:28wir haben schon wirklich auch, wir sind weltweit zu hören, also wir werden auch
- 8:32in anderen Ländern gehört, außer den deutsch, typisch deutschsprachigen,
- 8:35sage ich mal, aber Hongkong ist irgendwie so ins Auge gefallen das letzte Mal. Mega.
- 8:39Kann natürlich auch ein deutscher Urlauber sein, der uns in Hongkong gehört
- 8:41hat, aber wenn du in Hongkong warst und uns gehört hast, einfach mal kommentieren,
- 8:45ich war's, fände ich mega. Mega. Bäm.
- 8:58Unser heutiger Gast hat einen außergewöhnlichen Weg hinter sich.
- 9:01Angefangen hat alles mit einem selbstgebauten Schlagzeug aus Waschmitteleimern,
- 9:05Alufolie und einer Mausefalle. Später wurde daraus eine professionelle Karriere
- 9:08als Schlagzeuger und Percussionist mit zahlreichen Tourneen und Produktionen.
- 9:12Nach vielen Jahren in der Rock- und Popmusik verlagerte sich sein musikalisches
- 9:15Interesse zunehmend auf westafrikanische, brasilianische und lateinamerikanische Rhythmen.
- 9:19Er übertrug Percussion-Rhythmen auf das Drumset und veröffentlichte mit Afro-Drums
- 9:24und Rhythmus no Brasil zwei Lehrbücher zu diesen Themen.
- 9:27Eine zufällige Begegnung mit der Musik der Kap Verden sollte sein Leben schließlich
- 9:31grundlegend verändern. 2008 reiste er zum ersten Mal nach Cabo Verde,
- 9:35beschäftigte sich intensiv mit den traditionellen Rhythmen der Insel und zog
- 9:382010 schließlich sogar auf eine der Inseln vor der Westküste Afrikas.
- 9:43Heute lebt und arbeitet er dort als Musiker, Produzent und Musiklehrer,
- 9:46ist tief in der kapverdischen Musikszene verankert und bringt mit seinen Projekten
- 9:49diese Musik regelmäßig auch auf europäische Bühnen.
- 9:53Wir sprechen mit ihm über seinen ungewöhnlichen Weg von Deutschland nach Kap
- 9:55Verde, über afrikanische und kapverdische Rhythmik, darüber,
- 9:58was wir als westlich ausgebildete Schlagzeuger von dieser Musiktradition lernen
- 10:01können und natürlich über sein Leben als Musiker auf den Kap Verden.
- 10:05Herzlich willkommen beim Schlagabtausch, Markus Leuckel.
- 10:10Es ist echt ein spannendes und sehr lehrreiches Interview. Video ab.
- 10:36Ja, hallo ihr Lieben da draußen alle zusammen. Heute haben wir einen ganz besonderen
- 10:41Kollegen bei uns zu Gast.
- 10:43Ich kenne den Markus schon seit vielen, vielen Jahren,
- 10:48schätze ihn als einen unfassbaren Trommler mit einem unheimlichen Wissen und
- 10:52der Timo hat es ja eben schon so ein bisschen in der Lobhudelei am Anfang gesagt,
- 10:56was der Markus so alles schon auf die Beine gestellt hat. Also das ist schon Wahnsinn.
- 11:01Und Timo und ich freuen uns jetzt so ein bisschen.
- 11:06Markus Leuckel, du bist im Moment, ich glaube in Österreich gerade,
- 11:09soweit ich das mitbekommen habe.
- 11:11Du wohnst aber gar nicht mehr im europäischen Gefilden, denn Markus und ich, das muss man wissen.
- 11:19Hat vorher mit mir zusammen an der Rock-Pop-Jazz-Akademie in Gießen zusammengearbeitet,
- 11:24wo ich ihn als unfassbaren Lehrer und Kollegen schätzen gelernt habe.
- 11:29Und dann bist du leider weggegangen und über diese Geschichte möchten wir eigentlich
- 11:34gleich was hören, denn da ist der Timo nämlich so ein bisschen nach dir gekommen
- 11:37und ich habe den Timo mit ins Boot geholt.
- 11:39Und Markus, erstmal danke, dass du bei uns beiden im Podcast bist.
- 11:44Du bist jemand, der ausgezogen ist, um die Welt zu entdecken.
- 11:47Ich sage das mal so, so ein bisschen philosophisch.
- 11:50Erzähl doch mal einfach deinen Hintergrund und warum es gekommen ist,
- 11:54dass du heute auf den Kapu-Werdischen Inseln lebst. Hallo Markus erstmal.
- 11:58Ja, erstmal hallo Markus. Hallo zusammen.
- 12:00Vielen Dank für eure Einladung.
- 12:04Sehr gerne. Ja, diese Geschichte mit den Kap-Werden, schon mal eins vorweg,
- 12:10das war niemals geplant.
- 12:12Also das begann damit, dass ich zu Beginn der 2000er mich verstärkt mit afrikanischer
- 12:18Musik beschäftigt habe.
- 12:20Ich bin da in eine Band eingestiegen in Gießen, die heißt Casa Trondo.
- 12:23Und da gab es ja noch so ein Nebenprojekt, Aphrodisia.
- 12:27Und gerade mit diesem Aphrodisia-Projekt, da haben wir...
- 12:31Westafrikanische Musik gemacht. Da war ein Tänzer dabei, der Al-Sini Bar,
- 12:38der war Mitglied beim Nationalballett in Dakar.
- 12:42Und wir haben so Shows gemacht, teilweise sehr authentisch, da habe ich dann
- 12:47auch die Dundons gespielt, also die Original-Bass-Trommel und dann aber auch,
- 12:53so Fusion-Projekte, im Sinne von, dass ich dann diese Bass-Trommel-Rhythmen
- 12:58auf ein modernes Step übertrage.
- 13:00Und aus der Zusammenarbeit da kam dann irgendwann die Idee,
- 13:06ich hatte so viel Material gesammelt, so viele verschiedene Rhythmen für mich
- 13:10verarbeitet dass ich diese Bass-Tropel-Stimmung dann gleichzeitig gespielt habe,
- 13:15da ist dieses erste Buch 8 Rhythmen ist daraus entstanden,
- 13:19und ja dieser ganze Prozess, dieses Buch zu schreiben.
- 13:25Hat mir einfach riesen Spaß gemacht weil es vor allen Dingen für mich am meisten gebracht hat.
- 13:31Ihr beide kennt das auch, wie das ist mit Bücher schreiben.
- 13:35Man macht es irgendwie in erster Linie für sich selbst. Und wenn dann noch was
- 13:40da rumspringt, ist es umso besser.
- 13:42Aber es ist eigentlich eine Sache, die man für sich selbst macht.
- 13:45Und das hat mich dann irgendwie angeschärft, weiterzumachen.
- 13:49Und dann hatte ich auf der Workshop-Tool, die ich für dieses Buch dann absolviert
- 13:55habe, 2005, habe ich dann in Augsburg, den Borel Vesosa kennengelernt.
- 14:02Ein brasilianischer Trommler, Salvador de Bahia.
- 14:07Und da entwickelte sich die Idee, hier, ich mache was über Brasilien.
- 14:11Mit dem zusammen, mit dem Borel zusammen.
- 14:14Und dann haben wir zwei Jahre an diesem Buch gearbeitet. Ich bin dann 2006 in
- 14:17Brasilien gewesen mit ihm. Da haben wir dieses Brasilien-Buch rausgebracht, 2007.
- 14:23Und ja, da war ich so irgendwie den Pfad.
- 14:29Und dann,
- 14:31bin ich mit der kapitalischen Musik,
- 14:35zugestoßen. Ich war damals mit der Marke Leske-Band auf Tour.
- 14:40Und wir haben in Bochum gespielt. Und es war noch Zeit zwischen Soundtrack und Show.
- 14:46Und ich bin da in unseren Saturnladen gegangen und habe da rumgestöpert in der
- 14:51World-Musiker-Teilung.
- 14:52Und dann hatte ich eine CD rausgenommen und Mayra Andrade.
- 14:56Das war damals ihr Debütalbum. Die ist mittlerweile eine Riesenstar auf den
- 15:01Kategorien. Nicht nur da, eigentlich weltweit.
- 15:05Und diese CD, die hat mich so richtig neugierig gemacht. Weil da.
- 15:12Stilistiken von den Kapverden gespielt werden, die ich sogar gar nicht kannte.
- 15:18Ich kannte diese Langsam-Morna-Musik von Cesare Ebera.
- 15:22Das ist aber jetzt für Drama nicht so faszinierend. Das ist schöne Musik,
- 15:27aber jetzt rhythmusmäßig jetzt nicht so interessant.
- 15:32Aber das, was die Meira Andrade braucht, das ist wirklich ganz große Kunst.
- 15:40Die hat damals aber auch, die hatten den brasilianischen einen Percussionisten
- 15:44dabei war. Also das war auch schon so eine Fusion.
- 15:49Aber nichtsdestotrotz einfach richtig klasse gemacht. Und das war letztendlich
- 15:53dann, das war 2007, im Herbst 2007.
- 15:57Und da habe ich gedacht, weißt du, das gucke ich mir mal.
- 16:02Und dann habe ich 2008 zum ersten Mal auf den Cap Verde, auf der Indie Santiago.
- 16:08Und auf der Indie Santiago sagt man mir schon hier, wenn du traditionelle Trommelrhythmen,
- 16:12wenn ich dafür interessierst, dann musst du unbedingt auf die Insel vorhauen.
- 16:17Das ist eine Nachbarinsel.
- 16:19Und da gibt es Trommelrhythmen, die in dieser Form auf den anderen Inseln quasi
- 16:28schon vergessen sind. Oder da gar nicht mehr so gestillt werden.
- 16:33Ganz kurz einmal mit die Dekablerden, was ist das Besondere?
- 16:37Das war bis 1975 eine portugiesische Kolonie und diese Inseln,
- 16:41die wurden schon 1460 entdeckt, also 30 Jahre bevor Kolumbus Amerika entdeckt hat, ja.
- 16:51Und dann waren die Kabinen, das ganze 16. Jahrhundert hindurch,
- 16:59die zentrale Drehscheibe im Sklavenhandel.
- 17:03Also diese Millionen, man geht ja davon aus, dass etwa 20 Millionen Afrikaner
- 17:08verschleppt wurden nach Amerika.
- 17:11Und im 16. Jahrhundert lief das alles über Santiago, über die Haupteben.
- 17:17Das heißt, da kam eine große Anzahl an Westafrikaner, Männer wie Frauen, auf diese Inseln.
- 17:24Die meisten wurden nach wenigen Monaten weiter verschifft, aber es blieben auch einige dort.
- 17:29Und aus dieser Situation heraus, einige wenige Portugiesen, also die Soldaten,
- 17:35Händler, Administratoren, und eine große Anzahl Afrikaner, die haben sich schon vermischt.
- 17:43Vor allem die portugiesischen Männer mit afrikanischen Frauen.
- 17:46Und daraus entstand diese kreolische Kultur. Die haben ihre eigene Sprache.
- 17:51Wir reden auf den Kapverden das kapverdische Kreol, das basiert auf Portugiesisch, hat aber.
- 18:02Eigene Regeln und auch teilweise anderes Vokabular. Und es ist ungefähr,
- 18:09muss ich das so vorstellen, der Abstand zum Portugiesisch, der Portugiesischen
- 18:15Hochsprache ist ungefähr so wie Schlitzeldeutsch zu Deutsch.
- 18:20Also man versteht es, wenn man jetzt Portugiesisch kann,
- 18:25Man versteht schon, um was es geht, aber man versteht nicht jedes Wort.
- 18:29So ähnlich wie wir im Schweizer zusammen. Wir verstehen auch ein bisschen was, aber nicht alles.
- 18:33So ist das ungefähr mit dem katholischen Kriol und dem Portugies.
- 18:38Die verstehen aber alle Portugiesisch. Das ist das Problem.
- 18:42Kann ich mal kurz Zwischenfragen stellen? Ja klar.
- 18:46Es war jetzt so viel Information. Lass uns das noch ein bisschen aufräumen.
- 18:52Für alle, die es vielleicht nicht wissen und vielleicht auch nicht die Fußball-Weltmeisterschaft
- 18:56dieses Jahr verfolgt haben, wo die Kap Verden ja zum ersten Mal Teil davon waren.
- 19:01Wo genau vor, ich meine, es ist eine Inselgruppe, wo genau liegt diese Inselgruppe?
- 19:06Also wir haben jetzt schon gehört, vor Afrika, aber was ist der nächste Staat,
- 19:11an dem Kap Verden angrenzt?
- 19:13Senegal. Das ist der Senegal.
- 19:15Weil dieses Kap Verde, Kap Verde heißt der grünes Kap.
- 19:21Und das grüne Kap ist die Landspitze von Dakar. Dakar ist die Hauptstadt vom
- 19:25Senegal und das liegt auf so einem Dreieck, das in den Erlande hinein war.
- 19:31Und das haben die portugiesischen Seefahrer damals das Grüne Kap genannt.
- 19:36Weil dort, wenn die an der marokkanischen, mauritanischen Füste entlang gesegelt
- 19:42sind, war alles in die Wüste Sahara und auf der Höhe des Grünen Kaps begann
- 19:48dann das tropische Akkupe.
- 19:51Und deswegen sind die kapverdischen Inseln die Inselgruppe, die dem grünen Kap vorgelagert sind.
- 19:58Okay. Da kommt der Name an. Und die ganzen Sklaven, die aus Afrika gekommen
- 20:05sind, die kamen aus komplett Westafrika.
- 20:07Kann man da auch heute noch Staaten nennen, wo die hauptsächlich hergekommen sind?
- 20:12Die Geschichte des Sklavenhandels, die beginnt eben mit den Kapverden.
- 20:17Und der erste Schwung im 16. Jahrhundert, ausgehend 15., 16.
- 20:21Jahrhundert, das kam aus dem heutigen Senegal.
- 20:24Senegal, Gambia, die Meer, Bissau.
- 20:28Und dann im Laufe der nächsten 400 Jahre ist das immer weiter Richtung Angola.
- 20:34Da hat sich das fortgearbeitet.
- 20:38Die ersten Sklaven kamen aus Westafrika und die Kapitaliener,
- 20:44vor allem auf der Insel Santiago, das ist heute noch, wie wir von heutigen Tag,
- 20:49kann ich sagen, die afrikanischste Insel von allem her, aber auch vom Aussehen der Menschen.
- 20:55Die Leute in Santiago, die sehen Senegalesen doch ziemlich ähnlich.
- 21:00Wohingegen die Insel, auf der ich lebe, Savicent, die hat einen ganz anderen Hintergrund.
- 21:08Das ist, Savicent ist ein unglaublicher Schmelztiel. Da hat quasi die ganze Welt irren.
- 21:15Ihren Genpool zu beigetragen. Weil das ist eine Haare-Staktion.
- 21:20Und generell,
- 21:22sind die Menschen auf den Nordinseln, man unterscheidet sich zwischen den Nordinseln
- 21:27und den Südinseln, die sind europäischer.
- 21:34Und wir haben eben schon über die musikalischen Einflüsse gesprochen.
- 21:38Wenn wir jetzt natürlich sagen, es kamen mehr wahrscheinlich als 20 Millionen
- 21:42Afrikaner auf die Insel und wurden dann weiter.
- 21:4520 Millionen insgesamt in die Neue Welt. Okay, aber es wurden sehr viele aus
- 21:51diesen Staaten, die du eben genannt hast, verschifft und wir reden ja jetzt,
- 21:54ich meine, es sind ja große Gebiete, über die wir sprechen.
- 21:56Ich gehe mal davon aus, dass es auch, ich glaube, man spricht ja auch von Stämmen,
- 22:01dass dort verschiedene Stämme dann eben aus verschiedenen Regionen verschifft
- 22:05wurden, die alle ihre eigene musikalische Sprache hatten.
- 22:07Das heißt, das war wirklich auch, was du eben sagst, ein Schmelztiegel von auch
- 22:11noch diesen Kulturen innerhalb des afrikanischen Kontinents,
- 22:15plus das, was von außen gekommen ist, von Europäern sozusagen.
- 22:19Da haben sich alle Sachen zusammen vermischt zu etwas total Eigenständigen.
- 22:24Das kann man dann so sagen. Und die Kreol ist aus dieser Notwendigkeit entstanden,
- 22:31dass die Menschen, die aus Afrika kamen, eben auch nicht einheitlich waren.
- 22:36Die haben verschiedene Sprachen gesprochen. Auch verschiedene Sprachen.
- 22:38Ja, und die mussten halt miteinander klarkommen.
- 22:41Und jetzt ist noch ein Aspekt super wichtig.
- 22:45Die Inseln, die waren bei der Ankunft der Portugiesen unbewohnt.
- 22:51Es gab keine Urbevölkerung.
- 22:55Das waren unbewohnte Indien. Das heißt, alles, was jetzt passiert nach der Entdeckung,
- 23:02du hast den afrikanischen Altus und den europäischen, aber keinen indianischen, wie in der Karibik.
- 23:11Und das macht es jetzt so aus Musikwissenschaftlicher Sicht sehr interessant,
- 23:16weil du hast ja nur diese beiden Einflüsse und du hast keinen indianischen Einfluss,
- 23:21wie in der Karibik oder nur Brasilien.
- 23:25So gesehen ist das ein Geschenk der Geschichte, was da passiert ist. Krass.
- 23:31Dass du da mal untersuchen kannst, was passiert denn, wenn ich jetzt nur Afrika, nur Europa habe.
- 23:40Sehr spannend. Im späteren Jahr, also so im Beginn des 20. Jahrhunderts,
- 23:47haben wir gerade auf der Insel, auf der ich lebe, Sao Vicente,
- 23:50einen sehr starken Einfluss von der brasilianischen Musik.
- 23:55Ja, da ist es genau umgekehrt.
- 23:59Jetzt wirkt rückwirkend die brasilianische Musikkultur, die auch ein Produkt
- 24:04von der sogenannten Friolisierung ist, rückwirkend auf unsere Kultur, auf die Kameraden.
- 24:11Was auch sehr, sehr spannend ist. Das ist super spannend. Sehr, sehr cool.
- 24:17Jetzt haben wir mal über die Region gesprochen.
- 24:22Jetzt kommen wir wieder auf dich aber zu sprechen. Da müssen wir auch noch ein
- 24:25bisschen aufräumen. Du bist ja eigentlich erstmal von dir aus Schlagzeuger.
- 24:32Du kamst dann in diese Bands, die afrikanische Sprungswahn waren.
- 24:38Hast du denn auch schon vor dieser Zeit Percussion-Instrumente gespielt oder
- 24:43hast du dich dann erst dann angefangen damit zu beschäftigen?
- 24:46Eigentlich erst dann, kann man schon so sagen.
- 24:49Was mich in den 90er Jahren fasziniert hat, war die Musik von Carlos Santana.
- 24:55Ich war in den 90er Jahren durchreichend Rockturner.
- 25:01Meine Bandprojekte in den 90er Jahren, das war alles Rockmusik.
- 25:04Durchaus progressiv, aber schon Rockmusik.
- 25:09Obwohl ich nie so, ich glaube, ich bin nie so der Testosteron-Drauma gewesen.
- 25:17Aber trotzdem, wenn es sein muss, kann ich auch Gas geben. Aber das war nie
- 25:21so mein Hauptaugenmerk.
- 25:26Aber trotzdem, ich war einfach, meine Lieblingsdänke, als ich angefangen habe,
- 25:30Stuttgart, Stuttgart, Stuttgart, Stuttgart, Stuart Copeland,
- 25:35klar, Rockmusik, aber schon mit einem anderen Swing.
- 25:39Das war immer mein Ding. Ein bisschen.
- 25:44Anderen Touch in der Musik. Und dann hast du angefangen, dich mit Percussion-Instrumenten
- 25:50auseinanderzusetzen, im Zuge dessen.
- 25:52Und heute spielst du wahnsinnig viele verschiedene Instrumente.
- 25:56Es ist der Wahnsinn. Und eben auch viele Instrumente, die wir hier in Westeuropa
- 26:02gar nicht kennen also an der Stelle kann ich schon mal wirklich ausdrücklich
- 26:06dem Markus seine Homepage empfehlen,
- 26:09wo er nämlich sich auch vor allem mit den Rhythmen von den Cup-Werden beschäftigt und mal aufzeigt,
- 26:15wie, ich meine das sind ja alles auch Übereinanderlagerungen,
- 26:18man kann ja Layer dazu sagen, die da passieren, möglicherweise weil du hast
- 26:21ja nicht nur einen Percussionisten, sondern wahrscheinlich wie wir es aus Kuba
- 26:24vielleicht kennen oder aus Brasilien, viele verschiedene, die verschiedene Funktionen haben.
- 26:28Und der Markus spielt das dann alles nacheinander und überlagert das dann.
- 26:32Das kann man wirklich mal sehen.
- 26:34Und da sind ja sehr viele interessante Instrumente dabei. Eins hat mich besonders
- 26:37beeindruckt, ich habe den Namen natürlich nicht mehr parat, aber im Prinzip
- 26:41sah es aus wie eine Metallstange.
- 26:45Die mit einem Metallschlägel geschlagen wurde. Mit einem Messer,
- 26:48Küchenmesser. Mit einem Küchenmesser.
- 26:50Aber dieses Instrument hat einen Namen, offiziell. Und ich denke mal,
- 26:54es ist wie auch, wie man es auch aus Kuba oder vielleicht auch aus Brasilien kennt,
- 26:58diese Instrumente wurden ja wahrscheinlich auch oft aus der Not heraus geboren,
- 27:01weil die Afrikaner, die dann Sklaven waren, erstmal nichts mitbringen konnten.
- 27:06Also ihr ursprünglich ist das Mentarium nicht.
- 27:08Aber vielleicht kannst du mal so ein paar Percussion-Instrumente nennen,
- 27:12die wir hier überhaupt nicht parat haben.
- 27:15Ja, also dieses Ferinio, so heißt dieses Instrument, was in der Musikrichtung,
- 27:22wir nennen diesen Stil Fugana.
- 27:25Das Musikstil ist entstanden auf der Inde Santiago.
- 27:30Und dieses Ferinio, Ferinio heißt übersetzt kleines Eisen.
- 27:36Und das ist im Prinzip ein Dreikant ein Winkeleisen würde man sagen und das
- 27:44schneidet man sich zurecht auf so 40-50 cm.
- 27:50Legt das auf die Schulter stützt das ab und mit der linken Hand und mit der
- 27:56rechten Hand mit dem stumpfen Messerrücken stoppt man über dieses Ding drüber.
- 29:07Es gibt interessante Parallelen. Diese Musik von danach,
- 29:14die Kernbesetzung ist die Sperinio und ein Akkordeon.
- 29:20Und wir haben zum Beispiel in der brasilianischen Musik, in der Musik der Baiau,
- 29:24da ist die Kernbesetzung einer Baiau-Gruppe ist ein Akkordeon, eine Triangel.
- 29:31Und in der.
- 29:36Südstaaten-Pasian-Music da hast du auch die Verbindung Akkorde mit dem metallischen
- 29:41Klang also diese Kombination zunächst mal, Akkorde mit irgendeinem metallischen Gezisse,
- 29:50ist mehrfach in der Welt entstanden und auf dem Kapverden ist es eben dieses,
- 29:56Ferino, was man es gehört in die Instrumentengruppe der Stokalius.
- 30:02Stokalius, nee, Moment, Rekko-Rekko.
- 30:06Stokalius ist ein Shaker, aber es ist so eine Art Rekko-Rekko,
- 30:11ja, aber eben aus Metall und nicht aus Holz.
- 30:17Und da spielst du so charakteristische Rhythmen auf diesem Ding.
- 30:21Und das ist auch ein typisches Instrument, was in vielen Rhythmen dann auch
- 30:25verwendet wird, oder ist es dann speziell nur in einem einzigen Rhythmus quasi?
- 30:28Das ist im Prinzip nur Rona.
- 30:31Man kann das, es gibt noch, manchmal wird es auch eingesetzt in Batuko,
- 30:35das ist ein anderer Musikspiel,
- 30:39Aber da ist es nicht zwingend notwendig.
- 30:43Aber für traditionelle Funeral ist es absolut zwingend notwendig.
- 30:48Also wir hören hier sehr viele Namen und das ist natürlich echt für Außenstehende,
- 30:53selbst ja für mich auch, schwer nachzuvollziehen oder zu verfolgen.
- 30:58Deswegen nochmal auslöschliche Empfehlung, schaut bei Markus auf die Homepage.
- 31:01Da könnt ihr das alles sehen, er hat schöne Videos dazu gemacht.
- 31:05Ihr seht sogar Notationen dazu, welche Rhythmen auf welchen Instrumenten gespielt werden.
- 31:10Also unbedingt anschauen, weil da findet ihr echt tolle Informationen über diese ganzen Rhythmen.
- 31:15Aber gehen wir mal jetzt zurück quasi zu, ja, wie du auf die Kap Werden gekommen bist.
- 31:21Denn du hast ja diese Platte gefunden, hast dich dann davon anstecken lassen,
- 31:28und dann bist du auf die Kap Werden. Aber ich meine.
- 31:32Wie kam dieser Gedanke dann? Das heißt, ich sage nicht, die Platte ist geil,
- 31:36jetzt fliege ich mal hin oder so. Sondern hattest du erst mal schon Kontakte dahin?
- 31:40Bist du mit einem Plan dahin? Bist du als normaler Tourist dahin?
- 31:43Weil einfach so, komm, kann ich mir mal angucken.
- 31:45Was hast du dann bei deinem ersten Besuch auf dem Kap Verden,
- 31:49was hast du da getan? Wie hast du deine Zeit verbracht? Hattest du einen Plan?
- 31:53Ja, doch, doch, doch. Ich hatte einen Plan. Ich hatte einen Plan.
- 31:57Ich habe, als ich dann, als ich diese CD dann rauf und runter gebracht habe,
- 32:02im Herbst 2007, da habe ich dann, Damals gab es ja schon Internet.
- 32:07Das war 20 Jahre her, aber es gab schon Internet.
- 32:10Und dann habe ich geguckt, ob vielleicht sogar katholische Musiker aktuell auf
- 32:14Tournee waren in Deutschland.
- 32:17Und tatsächlich war dann ein Musiker auf Tournee mit seinem Trio Mario Lucio.
- 32:25Und dann habe ich ein bisschen recherchiert über den und dann habe ich mehrere
- 32:27Konzerte von ihm gesucht. Und der Typ, der war cool.
- 32:33Da hatte ich schon wirklich, das war schon wie mein Kopf. Ich habe gedacht,
- 32:36ich mache was über die Karriere.
- 32:38Ich mache also so quasi der gleiche Ansatz wie bei dem Brasilbuch.
- 32:44Ich gucke, was die Tradition ist und.
- 32:50Schaue dann auch, was das für einen westlich geprägten Trauma,
- 32:54was man davon mitnehmen kann.
- 32:57Wie die Konzepte zu nutzen sind. Wie das als Inspirationsquelle,
- 33:04taucht. Der Kleideransatz. Und das habe ich dann den Mario Lucio,
- 33:09ich habe den dann mehrfach besucht bei Konzerten und auch irgendwie Backstage.
- 33:14Ich habe irgendwie über das Management, sein Berliner Management,
- 33:17habe ich Kontakt mit ihm aufgenommen.
- 33:20Aber der war informiert, dass da ein komischer Deutscher im Publikum ist,
- 33:24der da irgendwelche Pläne hat, diese Rhythmen aufschreiben zu wollen.
- 33:28Und der war da sehr angetan.
- 33:31Man muss halt wissen, die katholischen Musiker, es gibt kaum Musiker, der Noten lesen kann.
- 33:37Andererseits ist denen aber auch wichtig, dass ihre Tradition irgendwie mal
- 33:41dokumentiert wird, weil die ja nur oral weitergegeben wird.
- 33:46Und das habe ich sehr oft gemerkt auf den Karrieren, wenn ich dann irgendwie
- 33:50so gesagt habe, ja, ich will eure Rhythmen auch aufschreiben,
- 33:53das fanden die immer ganz toll und unter dem Aspekt, dass ihre Musik und ihre
- 34:00Rhythmen dann irgendwie konserviert werden.
- 34:04Ja, und das hat mir viele Türen geöffnet mit diesem Ansatz. Also die Kabinettjahre,
- 34:09die waren immer extrem geschmeichelt, wenn ich denen erzählt habe, was ich da vorhabe.
- 34:16Aber sie sind auch sehr offen dann, was man darüber sagt.
- 34:19Also es gibt ja schon Völker, die doch sehr in sich sind, aber die scheinen
- 34:23ja doch sehr freundlich und nach außen hin sehr offen und einfach sehr...
- 34:29Es gibt einen riesen Unterschied, wenn du jetzt zum Beispiel,
- 34:32wenn du heutzutage nach Kuba gehst oder Brasilien,
- 34:37die Pioniere, die sich um diese Musik gekümmert haben, das ist ja schon 70,
- 34:4180 Jahre her, die ersten Pioniere, die die kubanische Musik transkipiert haben, das war im 50er Jahr.
- 34:49Das heißt, und im Umkehrschluss für Brasilianer oder Kubaner,
- 34:53wenn da so ein Branko, ein Weißer zu denen kommt und sich für die Rhythmen interessiert,
- 34:59wenn du das heute machst, auch damals schon, als ich das Buch geschrieben habe,
- 35:02ja, okay, da waren schon zigtausende vor mir.
- 35:09Also, als ich in Brasilien dann die Trommler besucht habe, ah ja,
- 35:13ich war einer von tausend, der da hinkommt und sich für sie interessiert.
- 35:17Und ich habe gedacht, da werden war es komplett anders. Ich war der allererste.
- 35:20Wahnsinn. Ja, ich war der. Und das habe ich ziemlich schnell,
- 35:25da reichen gar nicht auf den Kandelen, aber ich habe dann angefangen zu recherchieren,
- 35:30was denn überhaupt schon geschrieben wurde über die kandelenischen Rhythmen.
- 35:35Es gab nichts. Es gab gar nichts.
- 35:38Es gab so ein bisschen mal so soziologische Sachen, die so den ganzen Kontext
- 35:44so beleuchtet haben. Aber konkrete Transkriptionen oder mal,
- 35:50Oder Analysen gab es, es gab einfach nichts, was uns dann nur umso mehr bestärkt
- 35:56hat, da mal genauer hinzugucken.
- 35:58Und vor Ort hat sich das dann bestätigt, dass.
- 36:04Die Leute, die waren geschmeichelt, die fühlten sich geschmeichelt,
- 36:09dass da jemand aus Deutschland, Deutschland hat auf den Karten,
- 36:12das muss man wissen, mit sehr gutem Ruf,
- 36:16weil die deutsche Entwicklungshilfe dort in den 80er Jahren sehr aktiv war.
- 36:21Ja, insofern auch der Insel Fogo, die ein ganz wichtiges Kapitel in meiner persönlichen
- 36:28Geschichte auch ist, die Insel Fogo, da wo diese besonderen Rhythmen geschrieben werden.
- 36:33Und da waren die Deutschen, die haben in den 80er Jahren, die haben den Flughafen
- 36:37gebaut, die haben den Hafen befestigt, die haben Bewässerungsprojekte dort gemacht,
- 36:42und wenn ich dann, als ich dann nach Fogo kam und sagte, ich bin aus Deutschland,
- 36:49und Deutschland.
- 36:52Die kannten dann so verschiedene Leute, die auf den Inseln gearbeitet hatten. Und ja, das war ein Tür.
- 37:01Ich kam aus Deutschland, genauso wie der Peter V.
- 37:06Mann, das war so ein berühmter Ingenieur, der da Verbesserungsprojekte und so
- 37:09gemacht hat. Ja, und da war gleich Vertrauen und so eine menschliche Wärme da.
- 37:19Das war sowieso etwas, was absolut faszinierend war.
- 37:24Diese menschliche Werbe, die auf Linker werden muss.
- 37:28Klasse, ich glaube, das ist eine tolle Erfahrung. Jetzt werden sich bestimmt aber viele Fragen...
- 37:33Die sprechen ja kein Deutsch da. Wieso? Wie hast du es? Oder fragt man sich ja doch.
- 37:41Englisch ist bei uns ja relativ normal, aber du sprichst Portugiesisch.
- 37:45Du konntest das durch Brasil, also durch deine...
- 37:47Ja klar. Entschuldigung, ich bin schon nicht Portugiesisch. Sorry dafür.
- 37:55Wie kam das dazu? Deine Affinität, also auch zur Sprache, nicht nur zu den Rhythmen,
- 37:59sondern das ist ja auch nochmal ein Türöffner, wenn man dann dich nicht mit
- 38:03Händen und Füßen unterhalten, sondern wenn man tatsächlich die Sprache auch
- 38:07ein wenig beherrscht. Das ist ja auch nochmal ein Türöffner.
- 38:10Also, das begann ja schon 2005, 2006, als ich mich mit dem Brasilien,
- 38:18wo ich mich beschäftigt war.
- 38:21Da habe ich schon angefangen, mir selbst das Georgianische Portugiesisch beizutragen.
- 38:26Du bist der Knaller. Ja.
- 38:30Ich habe, als ich bei der APGEM war, oder beziehungsweise vorher noch,
- 38:34als ich bei der Musikschule von Andi,
- 38:37da habe ich in den Pausen, wo ich keinen Schüler habe, da habe ich da gesessen
- 38:42im Aufenthaltsraum, habe mir einen Kaffee gemacht und habe mit so langen Scheiz-Übungsbüchern,
- 38:47habe ich Brasilianisch gelernt. Krass. In der Pause.
- 38:51Wahnsinn, ich ziehe da echt mal einen Einsatz. Ja, und dann ging das los mit den Kap Verden.
- 38:58Ich habe ja gesagt, ich habe sehr viel recherchiert und wenn es überhaupt Innovationen
- 39:04gab, dann war die auch Portugiesisch.
- 39:06Genau. Aber auch was für ein interessantes Gefühl gehalten, dass du vorher,
- 39:10dass du Brasilien beschäftigt hast und ausgerechnet Kap Verden dann dieses,
- 39:15andere Portugiesisch sprechen, was für ein witziger Zufall eigentlich auch dann,
- 39:21der zusammengekommen ist. Es war ja kein Zufall in dem Sinne. Es.
- 39:27Okay, es war Zufall, dass ich mit der Musik konfrontiert wurde.
- 39:31Das meine ich, ne? Die hätten auch eine andere Sprache sprechen können, oder?
- 39:35Ja, ja, gut, klar, klar. Aber dann dachte ich, wie genial ist denn das?
- 39:41Du hast ein Buch geschrieben über Westafrika, dann also über Brasilien und jetzt
- 39:45die Kapverden, die genau dazwischen liegen.
- 39:47Genau. Also das habe ich ganz schnell geschnallt, dass das so eigentlich eine geniale Idee ist.
- 39:53Und dann sprechen die auch noch Portugiesisch oder ansatzweise portugiesisch,
- 39:58was ich schon ansatzweise konnte.
- 40:02Ja, und dann habe ich unglaublich viel gelesen. Ich weiß noch,
- 40:05bei meinem ersten Augenthal in Santiago, da habe ich mir so eine zweibändige
- 40:12Geschichte der Cap Verden, so ein Geschichtswerk gekauft.
- 40:16Das waren irgendwie 4000 Seiten.
- 40:20Und das habe ich dann nicht im nächsten Monat durchgearbeitet.
- 40:24Und habe dann immer, anfangs musste ich noch viele Wörter nachschauen.
- 40:30Also Sprach-Lexikon. Ja, aber irgendwann stand das Vokabular.
- 40:36Wahnsinn. Ich habe unheimlich viel gelesen.
- 40:40Wie lange war denn dein erster Besuch auf den Kap werden? Das waren nur zwei
- 40:45Wochen. Das war ja quasi als Studienreise angelegt.
- 40:48Du hast damit mit Künstlerinnen und Künstlern getroffen.
- 40:53Wie lief das dann ab? Das heißt, die wussten ja, weshalb du kommst. Gehe ich mal von aus?
- 40:59Pass auf. Ja, ich hatte den Kontakt zu diesem Mario Lucio.
- 41:05Der hat mir dann in Santiago schon vor Ort geholfen. Aber teilweise, das war echt surreal.
- 41:11Es gab so eine Liste von Leuten, die ich gerne treffen wollte,
- 41:14die ich durch meine Recherche schon kannte.
- 41:18Zum Beispiel, weil wir eben über Funger nachgesprochen haben.
- 41:22Es gibt da einen Funger-Nah-Akkordeonspieler, der heißt Kudedi-Donner.
- 41:27Und sein Sohn, der spielt dieses Verringer. Die machen so ein Duo.
- 41:33Und ich hatte von ihm keine Adresse, ich wusste nicht, wo er wohnte.
- 41:37Ich hatte nur eine Ahnung, wo er wohnt, nämlich in der Nähe von der Hauptstadt.
- 41:42Und ich wollte ihn treffen. Da bin ich morgens raus, um neun,
- 41:48habe einen x-beliebigen Taxifahrer angehalten, in der Hauptstadt Brea.
- 41:53Ich habe gesagt, sag mal, weißt du, wo Kuteli-Dona wohnt? Jeder kennt Kuteli-Dona.
- 42:00Ich habe gesagt, weißt du, wo der wohnt? Ja, ich weiß, der wohnte hier.
- 42:03San Francisco heißt dieser Kleine, dieser Vorort von Brea.
- 42:06Ich habe gesagt, können wir da mal hinfahren?
- 42:10Ja, klar, ich bin nicht da hin. Dann sind wir dahin gefahren,
- 42:13nach ungefähr 20 Minuten, hat mich bei seinem Haus vor der Tür ausgelassen,
- 42:18hat gesagt, hier, da wohnt er.
- 42:20Ich habe da geklopft, Kurt in den Donau macht mir die Tür auf,
- 42:24sein Sohn ist auch da, ich erzähle ihm, was ich will. Dann dachte er,
- 42:28ja klar, Klima, komm mal.
- 42:30Und dann haben wir da drei Stunden nach, hat er mir Rede und Antwort bestanden.
- 42:33Ich hatte so einen Zoom-Rekorder dabei,
- 42:40Und mein Notizblock, dann haben wir da bis mittags um 12, haben wir über Fungana geredet.
- 42:47Unser Sohn hat mir alle Fungana-Rübungen gezeigt auf dem Querinho.
- 42:52Ja, da hatte ich mittags um 12, hatte ich meine Infos zu Fungana.
- 42:57Der Taxifahrer ist rausgeblieben. Gut, den habe ich nachher 40 Euro gegeben,
- 43:02was da ein Hauchen Geld ist, weil der so lange gewartet hat.
- 43:05Ja, innerhalb von drei Stunden hatte ich meine Infos.
- 43:10Irre. Und ich denke mal, das lief aber nicht jedes Mal so.
- 43:13Aber ich kann mir vorstellen, dass das Prozedere jemals so ablief.
- 43:15Das heißt, du hast dich mit Leuten getroffen, die haben die Rede Antwort geschaffen,
- 43:18du hast es aufgenommen, du hast Notizen gemacht, du hast quasi deine Recherchen
- 43:22vor Ort gemacht, bist dann wieder nach Hause und hast dann,
- 43:25das Ganze zusammengetragen und in ein Notenbild gesetzt sozusagen.
- 43:31Und dann mit Fogo, weil das halt
- 43:33so wichtig war. Ich bin schon bei meinem ersten Aufenthalt im Mai 2008.
- 43:38Da sagte man mir, du musst nach Fogo.
- 43:41Weil die Insel Fogo, die hat einen richtigen Chef von mir.
- 43:47Der hat einen offiziellen Titel, der heißt Plumero Tamborero da in der Fogo.
- 43:51Also der Chef von der Insel. Das ist der Valdomiro Diaz.
- 43:56Der war damals schon 70 Jahre alt.
- 43:59Und die Leute haben ja auch der Mario Lucio zum Beispiel, der hat gesagt du
- 44:01musst unbedingt den Waldomir treffen und der hat das dann klar gemacht und ich
- 44:07habe dann Flügel gebucht ich musste dahin fliegen,
- 44:11und dann war ich drei Tage auf der Insel und habe den Waldomir getroffen,
- 44:16aber weil die Zeit halt nicht gereicht hat drei Tage reicht aber hin und vorne
- 44:20nicht haben wir dann ausgemacht, dass ich im Oktober des selben Jahres zurückkomme,
- 44:25und dass er mir dann alles zeigt,
- 44:27Und dann war ich vier Wochen im Oktober 2008 auf der Insel Fogo.
- 44:32Und dann habe ich meinen Chef-Drommler beim Valdo Niro Unterricht genommen.
- 44:35Da bin ich jeden Tag zu ihm nach Hause.
- 44:39Und er hat mir alles gezahlt. Und ich habe dann Kamera dabei gehabt.
- 44:44Habe alles dokumentiert und abends mich dann hingesetzt und das transkribiert.
- 44:49Ich habe das noch auf Schogo, noch alles transkribiert. Damit es wahrscheinlich
- 44:53auch einfach frisch bleibt. Genau, genau.
- 44:57Er hat tagsüber bei ihm Unterricht genommen, dann nach Hause was gegessen und nachts geschrieben.
- 45:04Welche Instrumente hast du dann bei ihm gelernt? Von welchen Bekraschungsinstrumenten
- 45:07sprechen wir? Das sind diese, wir nennen die einfach Tambor.
- 45:11Bei meinen Videos spiele ich so eine, die ist so ein bisschen modifiziert.
- 45:17Das ist wie in meinen Videos spiele ich so ein 14 Zoll Stanton.
- 45:24Aber da ist so ein Bordau drüber geklebt. Also da ist so eine dicke Kordel und
- 45:31die macht so ein schnarrendes Geräusch.
- 45:33Und das ist ziemlich original von diesen traditionellen portugiesischen Trommeln,
- 45:40die Trommel des portugiesischen Ursprungs.
- 45:44Ist die dann aus der Militärmusik gekommen? Nee. Weil so Trommeln,
- 45:49konnte ich mir vorstellen, hatten die ja eigentlich gar nicht. Nicht Militär.
- 45:54Jetzt wird es richtig krass.
- 45:59Diese Trommeln, die werden gespielt bei Wallfahrten. Christlichen Wallfahrten.
- 46:06Das sind die, auf den Kaverden heißen die Fest aus der Bandera. Die Fahnenfeste.
- 46:15Durch die portugiesische Kolonialzeit die Kapelianer sind alle katholisch,
- 46:22und was da ganz wichtig ist das sind die Namestage von bestimmten Heiligen und
- 46:28an den Namestagen von bestimmten Heiligen gibt es diese Feste diese Fahnenfeste.
- 46:36Hochkomplexe Angelegenheiten das würde vollkommen im Rahmen streiten Aber bei
- 46:42diesen festen Spielen, Tornrücken eine zentrale Rolle.
- 46:46Und da gibt es halt ganz viele für alle möglichen Abfnitte von diesen Fests,
- 46:50verschiedene Rhythmen.
- 46:53Und die werden gespielt auf diesen Tambour.
- 46:58Das ist auch wieder so ein bisschen Analogie, was wir halt eben von den Anfängen
- 47:01des Jazz kennen fast schon.
- 47:03Wo die afrikanischen Trommeln Einzug finden in westeuropäische Kultureigenschaften.
- 47:10Weil wenn wir jetzt mal hier an eine Prozession denken,
- 47:15dann kommen wenig Trommeln vor. Und das haben die einfach dann da mitgenommen,
- 47:20weil sie es von sich aus kannten, oder?
- 47:22Nein, es ist anders. Auf der idearischen Handlinz in Portugal ist das durchaus,
- 47:29in der katholischen Tradition enthalten, die Betreuung.
- 47:33Liegt das vielleicht auch daran, dass dort auch schon nordafrikanische Einflüsse
- 47:36mit eine Rolle gespielt haben? Das mag sein.
- 47:41Portugal und Spanien waren ja zur Hälfte von den Maurern besetzt.
- 47:46Da gab es diesen nordafrikanischen Einfluss. das hat möglicherweise damit zu tun.
- 47:53Aber was da passiert ist, ist es eher umgekehrt.
- 48:00Oh wei. Das ist wirklich traurig. Ich versuche es mal so kurz zu machen.
- 48:07Leute, bleibt einfach dran.
- 48:10Ihr lernt heute wirklich was. Es ist super spannend.
- 48:14Also diese Fahnenfeste, Die waren in der Kolonialzeit,
- 48:21deutlich getrennte Sachen. Es gab diese Fahnenfeste der portugiesischen Oberschicht,
- 48:26wo die auf eine Art und Weise begangen wurden, wie es in Portugal auch der Fall war.
- 48:31Aber wenn diese Fahnenfeste waren, dann hat die ganze Dienerschaft,
- 48:35also die kreolische Dienerschaft, das war für die ein freier Tag.
- 48:40Und dann haben die an demselben Tag ihre Feste gefeiert. Die haben dann den
- 48:44Mais gestampft, haben dazu gesungen, haben Essen zubereitet für ihre Leute.
- 48:51Und die portugiesischen.
- 48:55Die Großgrundbesitzer, die haben ihrerseits das Fest gemacht. Und das waren,
- 49:02zwei getrennte Sachen, die zunächst mal nichts miteinander zu tun hatten.
- 49:05Also das afrikanische Fest und das europäische Fest.
- 49:11Und dann gab es aber eine Entwicklung,
- 49:16die diese Hierarchie quasi umgedreht hat.
- 49:21Ich kann es euch nicht ersparen, aber jetzt müssen wir nochmal einen Schlenker
- 49:24machen. Jetzt müssen wir über den Walfang sprechen.
- 49:29Die Kapverdischen Inseln war ein wichtiges Walfanggebiet für nordamerikanische
- 49:37Walfänger im 19. Jahrhundert.
- 49:41Und auch diese Walfahrerschiffe, die haben jedes Jahr die kapitänischen Inseln
- 49:45besucht und haben dort Wale bekommen.
- 49:48Oftmals war es so, dass die Kapitäner von diesen Schirren, die brauchten Landschatten,
- 49:54die brauchten Harponiere, Köschel, weil das war keine angenehme Arbeit,
- 50:00auf dem Walsender zu arbeiten.
- 50:01Die hatten teilweise Schwierigkeiten in Nordamerika, an der Ostküste,
- 50:05wir reden da von Massachusetts, Boston, Massachusetts, die hatten Schwierigkeiten, Mannschaft zu kühlen.
- 50:12Und die wussten aber, dass auf den Kapverden durchaus junge Männer zu finden
- 50:16sind, die auf so einem Wahlpunkt erarbeiten, weil die Inseln,
- 50:19die waren ja immer in einer prekären Situation. Die haben halt ein großes Problem
- 50:23mit Wasser. Es regnet nicht genug.
- 50:27So, und dann haben diese Kapverdianer auch diesen Schickern angeheuert und die
- 50:34waren sehr erfolgreich.
- 50:35Die waren erstens mal sehr, sehr beliebt, weil das einfach fleißige,
- 50:41einfache Leute waren, mit denen man gut klar kam.
- 50:44Und die haben so ein Stück mitgemischt in dem Wahlfahrtgeschäft.
- 50:48Und das ging so weit, dass es nach ein paar Jahrzehnten sogar schon die ersten
- 50:53Kapitäne gab, die ihre eigenen Schiffe hatten.
- 50:59Papveria, die im Walfang Fuß gefasst hatten und irgendwann sich hochgearbeitet
- 51:04haben, quasi den American Dream verwirklicht haben.
- 51:08Und dann entstand in Amerika eine immer größer werdende Kolonie von Papverianen.
- 51:18Und dann gab es auch nicht wenige, die nachdem sie 20, 43 Jahre lang in Amerika
- 51:23gearbeitet haben, ganz gerne für ihren Lebensabend zurück wieder auf die Insel wollten.
- 51:32Und diese Tradition der Farmenfest die ist dann irgendwann verschmolzen es ist
- 51:42nicht mehr aufrechterhalten.
- 51:46Weil zeitgleich die Portugiesischen Großkumpelsitzer die sind teilweise verarmt,
- 51:54weil die klimatischen Bedingungen sich ändern und es gab dann nicht mehr diese Einkommensdifferenz,
- 52:01die portugiesische Oberschicht und die kreolische Unterschicht,
- 52:05sondern das vermischt sich.
- 52:06Da kamen plötzlich Leute aus Amerika, die reicher waren als die portugiesischen
- 52:11Großkundesitzer. Und das waren aber Kreolen.
- 52:16Und man hat aber diese Fahnenfeste, die wurden weitergefeiert.
- 52:19Aber es vermischte sich dann die kreolische Tradition mit der portugiesischen Tradition.
- 52:26Und das muss man sich noch ein bisschen vorstellen wie mit der portugiesischen Sprache.
- 52:33Unser Kreol ist eine Afrikanisierung von der portugiesischen Sprache.
- 52:39Und so hat genauso eine Afrikanisierung der portugiesischen Bandera-Rücken stattgefunden.
- 52:48So.
- 52:51Wahnsinnig interessant. Aber kommen wir wieder mal zurück ins Hier und Jetzt,
- 52:55aber ich auch gar nicht, weil wir reden immer noch über deine Vergangenheit quasi.
- 53:00Du warst also ein zweites Mal auf der Insel, hast wahnsinnig viel Material mitgebracht.
- 53:03Nach vier Wochen denke ich mal, mein Gott, das ist unfassbar viel.
- 53:06Du bist wieder zurück nach Deutschland. Aber ich meine, du hast dich ja bestimmt
- 53:09schon damals in diese Inseln verliebt.
- 53:12Das kann ich mir gut vorstellen. Ja, klar.
- 53:15Du bist zurück in Deutschland. Wie ging jetzt erstmal dein Leben hier weiter?
- 53:18Du hast dann alles gesammelt, du hast es zusammengetragen.
- 53:20War damals auch schon der Gedanke da, ich gehe auf jeden Fall wieder zurück?
- 53:24Oder war sogar schon der Gedanke da, ich könnte mir vorstellen, da zu leben?
- 53:30Wie kam das, dass du jetzt dein Lebenszentrum auf die Cap Verde? verlagert hast. Ja.
- 53:39Durch.
- 53:42Den Unterricht, den ich da bei Wald und Miro genommen habe, das war im Oktober
- 53:462008, dann hat er mich eingeladen, er war sehr zufrieden mit mir.
- 53:54Und er hat mich dann eingeladen für das nächste Jahr, dass ich dann die Fahnenfeste mit ihm spiele.
- 54:01Ich sollte Teil seines Ensembles werden.
- 54:04Der hatte eine Trommelgruppe von fünf, sechs Trommeln, Und er sagte,
- 54:10nächstes Jahr kommst du und spielst das ganze Fest mit. Und dann bin ich Ende
- 54:15April 2009 wieder auf Spurgo.
- 54:20Das war dann die nächste Reise. Und war Teil seines Assange.
- 54:24Ich habe dann die Uniform von denen gekriegt. Und ich bin auch genauso bezahlt
- 54:29geworden wie die. Weil da ist noch ein bisschen Geld.
- 54:32Und ich habe den gleichen Lohn gekriegt wie alle anderen Trommeler auch.
- 54:36Aber ich muss mal kurz einhaken. weil das klingt ja erstmal nach einer unfassbaren Ehre. Ja.
- 54:42Als Nicht-Capo-Werder dort mitspielen zu dürfen, bei dem Chef-Obertrommler, sag ich mal.
- 54:50Warst du auch der, weißt du das, bist du der Erste gewesen, der als Nicht-Capo-Werder
- 54:55dort mitspielen durfte? Ja, ja. Das ist ein krasser Tag. Das ist ein dritter Schlag.
- 55:01Wahnsinn, das ist unfassbar, ja.
- 55:05Klasse.
- 55:07Und dann kannst du dich auch nicht da nicht so schlecht geschlagen haben,
- 55:11im wahrsten Sinne des Wortes.
- 55:13Ja, weißt du, Timo, du musst ja den Unterricht, darfst du dir nicht vorstellen,
- 55:18wie wir, wir sind alle erfahrene Lehrer, ja.
- 55:23Wir haben eine Didaktik, wir haben eine Pädagogik, wir wissen,
- 55:26wie wir den Schüler von A nach B bringen.
- 55:29All das gab es doch mal, du mir und ich.
- 55:32Es gab null Didaktik.
- 55:37Wie lief dann so ein Unterricht ab?
- 55:40Der hat gesagt, okay, heute machen wir den Top de Billion. Das ist so ein Rhythmus,
- 55:44ein wichtiger Rhythmus. Dann stellt er sich hin, spielt das.
- 55:48Dann sage ich, ah, warte mir, du spielst immer ein bisschen langsamer.
- 55:54Nö. Nö. Das ist der Tempo.
- 55:59Also es war einfach nur, der hat die Rhythmen immer so gespielt,
- 56:04wie sie gespielt werden müssen.
- 56:06Der hat teilweise, was echt ein Problem war, er hat nur nicht mal angezählt.
- 56:13Du wusstest gar nicht, ob es ein Auftakt ist? Genau. Ach du Scheiße.
- 56:19Und viele Sachen beginnen im Offbeat.
- 56:23Ja? Aber wenn du es nicht weißt, der Waldomir tippt noch nicht mal mit seinem Fuß. Krass.
- 56:34Viele Rücken habe ich erst später kapiert, als ich den Gesang dazu gehört habe.
- 56:41Oder als ich wenn ich die Leute da zu klatschen gehört habe.
- 56:46Da ist mir manchen Rhythmus, habe ich dann erst kapiert. Dass ich den vorher
- 56:50komplett anders notiert habe. Krass. Ganz kurz mal an der Stelle sagen,
- 56:58du bist ein studierter Schlagzeuger. Du hast in Arnheim Jays Schlagzeug studiert.
- 57:03Das heißt, du bist ja nicht dahin gekommen, so als, ja, ich kann ein bisschen
- 57:06Rock-Drumming machen, wie du eben so sagtest, sondern du bist als studierter,
- 57:10Musiker mit einem hochoffiziellen Abschluss dahin gegangen,
- 57:14da hört man sich diese Rhythmen an und ich weiß auch, natürlich,
- 57:17diese afrikanischen Rhythmen sind teilweise eine echte Herausforderung für uns Westeuropäer.
- 57:23Von Abläufen, vom Sound auch und wie sie strukturiert sind.
- 57:27Und deswegen auch noch die Frage, wie weit musstest du denn überhaupt,
- 57:32wie soll ich das ausdrücken, rhythmisch neu lernen? Das heißt,
- 57:36wie weit musstest du dich von deinem Gewohnten entfernen, um diese Rhythmen
- 57:40authentisch spielen zu können?
- 57:43Es geht ja schon damit los, dass die auf dem Cap Verde, genauso wie in Brasilien
- 57:48und sonst wo, gar nicht unser System kennen.
- 57:54Mit 16.8.
- 57:57Unser quantisiertes System. Das kennen die immer nicht.
- 58:03Damit geht es schon los. Man muss sich schon im Klaren sein,
- 58:06dass so eine Transkription nur eine Annäherung ist. Eine ziemlich gute Annäherung, aber,
- 58:16es ist nicht die Wahrheit. Es kommt der Sache ziemlich nahe.
- 58:23Aber wenn du das programmierst, dann ist es das nicht. Das funktioniert nicht.
- 58:30Wahnsinn. Aber ein großes Problem war wirklich die Sache.
- 58:37Wo beginnt das Petter? Und wenn du da erstmal gar nicht weißt,
- 58:43wo der Puls ist, dann ist es zunächst mal falsch.
- 58:51Mittlerweile hat sich dieser Nebel gelistet bei mir. Mittlerweile weiß ich, wie die das empfinden.
- 58:58Aber wenn du sagst, es ist auch so quasi man sagt ja in between,
- 59:01also wenn es nicht ganz terner ist, ist ganz binär,
- 59:06wie in Brasilien ja auch oder in vielen, sagen wir auch sowieso nicht europäischen
- 59:10Musikkulturen, wie hast du dich denn dazu entschieden es aufzuschreiben?
- 59:14Also wann hast du dich entschieden es eher nach Sechzehntel zu notieren?
- 59:17Wann hast du dich dazu entschieden es eher triodisch zu notieren?
- 59:20Ja, es ist nicht so krass wie in Brasilien ja, also das nicht es ist nicht so krass wie wie dieses,
- 59:30dieses was ist die andere Schwing im.
- 59:59Also es ist schon, man kommt schon der Sache recht nah.
- 1:00:06Und es ist dann eher so, in der künstlichen Charakteristikung der Kaverdischen Musik,
- 1:00:15da basiert es sehr viel auf der 3-2-Polyrhythmik. 3 über 2 ist ein Merkmal von
- 1:00:22ganz vielen, vor allem von diesem Bandera-Rhythm.
- 1:00:27Und du kannst die du kannst die.
- 1:00:34Kannst die als Dreiviertel-Takt mutieren oder als Sechs-Achtel,
- 1:00:38also wenn du jetzt Sechs-Achtel so auffasst, dass du,
- 1:00:45so einen plinären Polizist aber du kannst genauso gut in binärer Polizist und
- 1:00:53es ist beides richtig Da habe ich teilweise mit meinen kapitalerischen Kollegen,
- 1:01:01die so ein bisschen anordentlich notieren, manchmal Diskussionen geführt.
- 1:01:05Die sagen, wieso notierst du Saint-Jean in Dreiviertel und nicht in Sechsachtel?
- 1:01:12Und dann sage ich, für mein Gefühl, ich empfinde den eher als in Dreiviertel
- 1:01:17und nicht als in Sechsachtel.
- 1:01:18Und die sagen, nein, das sind Sechsachtel.
- 1:01:22Bla, bla, bla. Sie haben doch mal gehört, es gibt Sechs-Achtel-Rhythmen und
- 1:01:26das ist so afrikanisch und dann wollen die ihre Sanjom auch,
- 1:01:29das soll so ein afrikanischer Sechs-Achtel sein. Aber das ist ein,
- 1:01:35Was mich interessiert, du hast ja am Anfang gerade erzählt, als du bei dem Cheftrommler
- 1:01:40warst, der hat noch nicht mal eingezählt, sondern er hat einfach gespielt.
- 1:01:43Wie ist das denn, wenn ihr jetzt in einer Gruppe, also du hast gesagt,
- 1:01:47das sind Personen, die singen, das sind Personen, die klatschen, Percussionisten.
- 1:01:51Wie fängt man da denn an? Ich glaube, das traditionelle Einzelne wie bei uns,
- 1:01:54das gibt es gar nicht, oder? Gibt es nicht. Nee, nee, nee. Wie fangen die denn dann an?
- 1:01:59Die fangen einfach an. Nee, ehrlich? Dirk, die fangen einfach an.
- 1:02:04Das ist aber nicht nur in der traditionellen Musik so. Das ist auch,
- 1:02:08wenn du populäre Musik spielst.
- 1:02:11Wenn du in einer kapitalischen Band spielst, dann ist ganz oft zum Beispiel
- 1:02:16so eine Morna oder Coladera, die fangen an mit einer kurzen Melodie auf der Gitarre. Ja.
- 1:02:23Und natürlich, wenn du die Melodie kennst und weißt, wie es dann weitergeht, ist das ja kein Problem.
- 1:02:32Richtig, aber wenn du es aber nicht weißt, der fängt einfach an und du weißt
- 1:02:39nicht, hat er im Offbeat angefangen oder hat er auch im Beat angefangen?
- 1:02:44Und das ist etwas, wo ich immer noch.
- 1:02:49Erklären muss, wenn ich mit denen spiele. Dann sage ich Leuten,
- 1:02:53wenn wir jetzt nur mal spielen, wo ich das Intro nicht kenne,
- 1:02:58dann sage ich denen, ihr müsst, ich muss wissen, wo es losgeht. Das wäre nett.
- 1:03:04Das wäre nett. Weil sonst findest du die Einzelnen. Ey, Hammer.
- 1:03:09Ja, ich, also das habe ich mir, als du das eben erzählt hast,
- 1:03:13habe ich mir vor, ich dachte, wie fangen die denn dann an?
- 1:03:16Die wissen alle, wie es geht, ja? Scheiße. Die wissen es alle und wenn du jetzt
- 1:03:21so eine berühmte Rona spielst.
- 1:03:26Klar, dann bist du alle,
- 1:03:31ob der Gitarristen jetzt irgendwie fünf oder sechs oder sieben Töne steht.
- 1:03:35Und die wissen dann, wo es losgeht, wo der Akzent auf die A1 ist.
- 1:03:40Um noch was anderes zu verstehen von dieser Musik, die Rhythmen,
- 1:03:45sind die immer exakt festgelegt und werden auch nicht improvisiert?
- 1:03:50Oder gibt es Raum für Improvisationen? Und ändern sich quasi nur Melodie und Texte dazu?
- 1:03:56Das ist ein sehr interessantes Thema.
- 1:04:01Wir müssen immer ein bisschen unterscheiden zwischen diesen traditionellen Bandera-Rhythmen auf Fogo.
- 1:04:07Das ist sozusagen ein Sonderfall, weil diese Bandera-Rhythmen auch in der populären
- 1:04:13Musik noch gar nicht so weit verbreitet sind.
- 1:04:16Das ist ein Thema, was noch im Entstehen ist. Es ist also super spannend,
- 1:04:24zu sehen, wie diese Bandera-Rhythmen, die auf den anderen Inseln auch gar nicht
- 1:04:27so bekannt sind, wird die jetzt langsam Einzug halten in die Populäre aussehen.
- 1:04:34Und da ist ja das das,
- 1:04:38Abstruse ist ja, dass ich Workshops gehe für andere Kapelianer auf anderen Inseln
- 1:04:45in traditionellen Kapelianer Rücken.
- 1:04:49Du bist der Held, du bist der Knaller.
- 1:04:54Erzähl dir mal was. Mit meiner Zusammenarbeit jetzt mit den Bands,
- 1:04:57vor allem im Moment bin ich ja mit Claudia Sophia unterwegs.
- 1:05:00Und da machen wir oft solche Sachen.
- 1:05:05Dass wir diese Bandera-Rhythmen, dass das der Grupp für unsere Musik ist.
- 1:05:10Also wir sind da selbst sehr aktiv dabei, diese Rhythmen zu integrieren.
- 1:05:16Diese Bandera-Rhythmen ans Voro.
- 1:05:20Unheimlich spannend. Die werden jetzt, nochmal die Frage, oder ich habe es nicht
- 1:05:23bekommen, also sind die jetzt improvisiert teilweise, sind die wirklich stark?
- 1:05:27Und dann diese Bandera-Witmen, das ist ja reine Trommelmusik.
- 1:05:32Es ist nur getrommelt und gesagt.
- 1:05:35Und du kannst innerhalb gewisser Parameter, kannst du improvisieren.
- 1:05:41Aber du darfst nicht zu weit weggehen.
- 1:05:47Also du darfst, wenn Da ist dann schon eine Gesetzmäßigkeit,
- 1:05:51inwieweit du das Pattern verlassen darfst oder nicht. Ja, ja, ja.
- 1:05:55Also es ist, du umspielst das, aber du darfst dich nicht zu weit da weg wagen.
- 1:06:04Also wenn du zu weit weg gehst, dann kriegst du ein ganz böses Blitz von Waldomero.
- 1:06:11Darfst du denn wirklich, also darf jedes Percussion-Instrument innerhalb seiner
- 1:06:18Möglichkeiten improvisieren oder gibt es wirklich auch dann,
- 1:06:20wie man zunächst aus Kuba die Klave kennt, einfach straight sein muss?
- 1:06:25Das ist schon, also bei diesen Bandera-Rhythmen, das ist so ein kollektives,
- 1:06:32kollektives Improvisieren innerhalb enger Grenzen.
- 1:06:37Also.
- 1:06:41Jeder Drummer darf durchaus das Pettern mit seiner eigenen Note spielen.
- 1:06:49Es ist nicht so, dass das Schlag für Schlag wie ein Rudiment Hagenau gleich gespielt werden muss.
- 1:06:59Also das ist nicht der Fall.
- 1:07:03Die Essenz, die muss da sein. Du kannst nicht irgendwie was komplett anderes
- 1:07:07machen. Es gibt schon eine Essenz. Die Rhythmen sind charakteristisch.
- 1:07:12Die Akzentuierung und so, das ist schon ein Pattern.
- 1:07:17Aber trotzdem, innerhalb dessen kannst du durchaus ein bisschen synchronisieren.
- 1:07:23Das ist ja auch noch ein Reiz, aber das muss man auch verstehen.
- 1:07:28Aber ich rede jetzt immer über die traditionelle Bandera-Rhythmen aus Fogo.
- 1:07:33Ich rede jetzt nicht über die populäre Musik, über dieses spezielle Gebiet der
- 1:07:38Bandera-Rhythmen, was mich so fasziniert hat.
- 1:07:42Das ist ja funktionale Musik. Das ist ja keine Musik oder Rhythmen,
- 1:07:48wo die Leute in Konzertsaal gehen und sich das anhören.
- 1:07:51Das sind Rhythmen, die haben eine Funktion in der Gesellschaft.
- 1:07:56Zum Beispiel dieser Toctopilon, der wird gespielt, während der Mais gestampft wird.
- 1:08:04In dem Mais wird gestampft, da stehen drei Frauen um einen großen Mörser.
- 1:08:09Jeder von denen hat so einen Stampfer in der Hand.
- 1:08:12Aber unten in dem Mörser ist nur Platz für einen Stampfer.
- 1:08:17Und wenn der Mais gestampft wird, das muss ein hochkoordinierter Prozess sein.
- 1:08:23Dass da unten immer nur ein Stampfer drin ist. Das heißt, die müssen im Groove sein, die drei Frauen.
- 1:08:30Und damit die im Groove bleiben, spielen die Trommel den Rhythm in 6-8-G.
- 1:08:37Und dieses Maisstampfen, wenn du da so zwei Kilo Mais drin hast,
- 1:08:42das dauert ungefähr eine Viertelstunde, bis der Gestampfen ist.
- 1:08:46Und in dieser Viertelstunde trommeln wir und meistens sind es die Frauen wieder stampfen.
- 1:08:53Wir helfen denen, den Rhythmus zu bleiben.
- 1:08:56Beziehungsweise das Geräusch von dem, das macht ja Geräusch von dem Stampfer,
- 1:09:02vermischt sich mit unserem Trommelsound zu einem Klangerlebnis.
- 1:09:08Also dürfen die jetzt auch nicht was ändern, weil dann wird es ja auch wieder nicht passen, oder?
- 1:09:12Die Frauen, die Frauen, die Frauen, die müssen halt ziemlich schnell stampfen.
- 1:09:18Also das geht in dem Tempo. Wahnsinn.
- 1:09:23Ich kann mir vorstellen, das, was die Frauen machen, das ist ja quasi wie der
- 1:09:26Puls im Prinzip, oder? Genau.
- 1:09:29Weil die müssen ja ineinander greifen, das muss ja der Puls sein und ihr richtet
- 1:09:32euch dann, damit die alle im gleichen Puls bleiben und dann malt ihr das quasi.
- 1:09:36Es gibt dann noch einen Menschen,
- 1:09:41der spielt auf dem Rand von diesem Holzmörser mit zwei dicken Knüppeln,
- 1:09:49spielt er den sogenannten Kolescher-Rhythmus.
- 1:09:53Das ist so.
- 1:09:55Das können wir leider nicht hören, weil dein Zoom ist gut erregelt.
- 1:09:59Es ist auf meiner Website, wenn man da hingeht, Talk the Pylone.
- 1:10:05Das beginnt mit diesem Koldescher-Rhythmus. Das ist eine 3 über 2 Koldescher-Rhythmus.
- 1:11:24Und das ist sozusagen die Klabe. Das ist die Klabe für den Rhythmus.
- 1:11:31Und das verantwortet jetzt auch deine Frage. Du musst in dieser Klabe bleiben.
- 1:11:35Ja, genau. Und wie viele Trommler sind jetzt damit beschäftigt?
- 1:11:38Was sind jetzt immer diese fünf Trommler, die du eben gesagt hast? Fünf, sechs.
- 1:11:41Und jetzt auch nur meine Frage, weil du sagtest, wir machen das.
- 1:11:43Ist das immer noch, wird das aktuell so praktiziert? Ja, klar.
- 1:11:47Also auch wirklich im Alltag, jetzt nicht bei Festen, um das zu demonstrieren. Nein, nein, bei Festen.
- 1:11:52Bei Festen. Bei Festen. Das ist aber jetzt nicht mehr etwas Alltägliches,
- 1:11:54wie es früher der Fall gewesen ist, sozusagen. Es ist ja alles natürlich auch
- 1:11:57industrialisiert und so weiter und so fort. Nein, nein, nein.
- 1:12:00Das wurde diese Bandera drücken.
- 1:12:05Das ist in diesem Kontext bei den Festen. Aber diese Feste, die finden das ganze Jahr über statt.
- 1:12:10Das wichtigste Fest ist Ende April, Anfang Mai. Aber auch im Sommer sind viele Feste.
- 1:12:16Und ich bin dann 2009, ich bin dann im April, Mai da gewesen.
- 1:12:20Und im Juni bin ich auch wieder gekommen. Weil da auch noch wichtige Feste sind.
- 1:12:25Und dann habe ich die ganzen Leute mitgenommen nach Europa und habe eine Tour mit denen gemacht.
- 1:12:29Okay. Lass uns das nochmal wieder anschließen. Du warst ja da,
- 1:12:32hast mitgetrommelt, du wurdest immer wieder eingeladen, mitzutrommeln bei diesen Festen.
- 1:12:38Wie ging es weiter? Das heißt, du hast sie jetzt rübergeholt,
- 1:12:40hast hier in Europa Konzerte gegeben mit den Leuten. Das heißt,
- 1:12:42du hast immer eine engere Verbindung gehabt zu den Musikerinnen und Musikern dort vor Ort.
- 1:12:46Und wann kam der Punkt, wo du sagtest, ich kehre jetzt Deutschland den Rücken
- 1:12:50zu, ich will eigentlich nur noch auf die Cabo werden.
- 1:12:54Oder war das eher so ein schleichender Prozess? Nee, nee.
- 1:12:59Ich habe dann 2009 im Sommer eine Tournee gemacht. Da habe ich vier Musiker.
- 1:13:06Fünf Musiker von den Cabelleren rübergeholt und das war so eine Mischung.
- 1:13:09Also wir haben zum einen die traditionelle Musik gemacht, diese Trommelrhythmen,
- 1:13:14wo ich schon gesagt habe, das ist eigentlich keine konzertante Musik.
- 1:13:18Das ist eigentlich etwas, was in einem Kontext präsentiert werden muss.
- 1:13:23Und deswegen hatte ich da noch so einen Singer-Songwriter von der Insel Foro
- 1:13:29noch eingeladen, wo wir dann in der Show, die wir in dem Sommer gemacht haben, da waren.
- 1:13:38Eine Stunde etwa oder anderthalb Stunden haben wir Musik gemacht mit diesem
- 1:13:41Michel Montreau, wie hieß der? Gitarrist und Sänger und Komponist.
- 1:13:46Und so etwa eine halbe Stunde haben wir dann mal so die festeste Bandera auf die Bühne gebracht.
- 1:13:53Ich hätte kein, du kannst kein abendfühlendes Konzert machen nur mit diesen Trommelrhythmen.
- 1:13:58Ohne dass der Kontext, wenn der Kontext nicht da ist, das macht keinen Sinn.
- 1:14:03Deswegen haben wir das damals so gemacht. Es gab dann ein Part in der Show,
- 1:14:07halbe Stunde, mal Bandera-Rhythmen ausfuholen.
- 1:14:12Mit Gesang und Tanz.
- 1:14:16Mit den Original-Trommeln. Und ansonsten war vorher und hinterher war dann populäre
- 1:14:22Musik, also Monac oder Derac, Alayabashu, mit verschiedenen Stilistiken von
- 1:14:26den Kabären, mit der Michelle-Montraube.
- 1:14:31Dann ging das so weiter, dann bin ich,
- 1:14:35dann hatte ich auch damals die Idee, eine Musikschule zu eröffnen auf den Kampferen.
- 1:14:42Das war auch so ein Nebenprojekt von der Arbeit dort.
- 1:14:46Das ist letztendlich dann leider im Sample verlaufen, weil wir hatten 2009 eine
- 1:14:52heftige Denkelfieber-Epidemie.
- 1:14:56Und dass die finanziellen Mittel, die mir jetzt versprochen wurden,
- 1:15:02für ein altes Haus zu renovieren, wo wir diese Musikschule mit kapverdischen
- 1:15:07Kollegen hätten einrichten wollen,
- 1:15:11die finanziellen Mittel wurden aufgebraucht, um diese Denkfieber-Epidemie zu bekennen.
- 1:15:16Das kam dann leider zu einem schnellen Ende.
- 1:15:19Sonst hätte ich vielleicht jetzt eine Musikschule auf der Insel vorgelegt,
- 1:15:22aber das hat sich nicht realisiert.
- 1:15:26Und wieso ich dann auf die Kapverden letztendlich ausruhe, das hatte dann private Gründe.
- 1:15:33Ich habe nämlich auf dem Forum meine jetzige Frau kennengelernt, Katja.
- 1:15:39Katja Suppier.
- 1:15:42Und machen wir es kurz. Also 2010 habe ich dann,
- 1:15:49meine Ehe in Deutschland, die ging um Bachung. nicht nur deswegen,
- 1:15:54es gab verschiedene Gründe, das ist immer hochkomplex sowas,
- 1:15:58aber das war dann letztendlich der Aussage gegen der,
- 1:16:03Pull-Faktor.
- 1:16:07Dass plötzlich meine Existenz hier in Deutschland ganz neu geordnet werden musste.
- 1:16:13Und da konnte ich jetzt überlegen, was mache ich? Ziehe ich aus?
- 1:16:18Ziehe ich in Deutschland irgendwo auf Miete?
- 1:16:22Oder fange ich ganz neu an. Dann jetzt die Frage, wie das vonstatten ging.
- 1:16:27Weil du hattest ja ein Leben in Deutschland, ein musikalisches Leben,
- 1:16:30du hast unterrichtet, Musikschule, Apigem.
- 1:16:35Du hast natürlich deine Bands gehabt, zusätzlich noch, du warst mit Mark Gillespie
- 1:16:39ja viel unterwegs auch noch.
- 1:16:41Dann kam der Schritt, okay, ich wandere aus auf die Capo Verden.
- 1:16:46Wie sah dann da dein musikalisches Leben erstmal aus? Weil ich meine,
- 1:16:50du hattest natürlich sehr gute Kontakte. Ich denke, du konntest direkt auch,
- 1:16:53in der Künstlerszene Fuß fassen.
- 1:16:58Aber hätte es gereicht, um davon ein Leben zu finanzieren auf den Inseln?
- 1:17:07Ich hatte durch die zwei Jahre, die ich schon auch von Kapverden unterwegs war,
- 1:17:12ich hatte gute Kontakte zur Kapverden-Universität.
- 1:17:15Es gibt eine staatliche Uni.
- 1:17:18Und es war tatsächlich so, dass ich,
- 1:17:23Anfang April 2010 war klar,
- 1:17:29dass sich in meinem Leben etwas fundamental
- 1:17:31ändert. Dass meine langjährige Beziehung, die war leider zu Ende.
- 1:17:37Und in dieser Situation, in dieser Orientierungslosigkeit, in dieser Phase,
- 1:17:41wo ich nicht wusste, was mache ich jetzt mit meinem Leben,
- 1:17:45kam ein Anruf oder eine E-Mail von der Karinwürgerischen Uni und die fragte
- 1:17:50mich hier, Markus, kannst du im Mai, also in sechs Wochen, kannst du da einen
- 1:17:56Workshop leiten in Windelo,
- 1:17:59Wir wollen nämlich ein Musikstudium ins Leben geben.
- 1:18:04Da dachte ich, voila.
- 1:18:08Das soll wohl jetzt so sein. Ich hatte diese Pläne, ich dachte,
- 1:18:12hey, vielleicht gehe ich tatsächlich auf die Kapverde.
- 1:18:17Und dann kommt diese E-Mail von der Kapverdischen Uni, wo die mir anbieten,
- 1:18:21und sagen, hier, mach den Workshop.
- 1:18:23Wir wollen da in Mendelo den Leuten mal zeigen, den Interessierten,
- 1:18:30wie das so ablaufen könnte, Musik zu studieren.
- 1:18:34Und wir haben keinen Dozenten für den Schlagzeugperkage gemacht.
- 1:18:39So, bin ich im Mai 2010, zwei Wochen nach Mendelo, habe ich einen Workshop gegeben.
- 1:18:46Zusammen mit anderen Musikern.
- 1:18:48Da habe ich zum Beispiel schon den Lucio Villera kennengelernt,
- 1:18:52der jetzt der Bassist ist, im Claudia Sophia-Tool.
- 1:18:55Roland Kenntnis. Dann habe ich diesen Workshop gegeben.
- 1:18:59Ja, und weißt du, so mit unserer Denkweise,
- 1:19:05wenn du jetzt von der Uni angerufen wirst und sagst, wir machen einen Workshop
- 1:19:09mit dir, wir wollen jetzt Werbung machen für das Musikstudium,
- 1:19:13was es zwar noch nicht gibt, was wir aber ins Leben rufen wollen.
- 1:19:17Da würdest du denken, die brauchen vielleicht noch ein bisschen,
- 1:19:21aber das ist den Ernst. Würden wir so denken.
- 1:19:27Aber dieses Musikstudium gibt es immer noch nicht.
- 1:19:32Herrlich. Ach, krass. Aber du machst weiterhin für die Uni solche Workshops?
- 1:19:38Oder wie kann ich mir das dann vorstellen?
- 1:19:40Workshops mache ich meistens auf private Initiativen.
- 1:19:46Die Uni hat das nie hingekriegt. Der Workshop war klasse.
- 1:19:51Ich habe über 30 Studenten gehabt. Das war gut.
- 1:19:56Aber dass die jetzt mal ein Musikstudio mit Curriculum und allem an den Start
- 1:20:02gebracht hätten, ist nicht der Fall. Das hat die noch nicht geschafft.
- 1:20:05Vielleicht irgendwann. Aber ich habe dann, als ich dann in Vendelo war,
- 1:20:08ich habe dann die Leute von der Stadt kennengelernt, Bürgermeister und alles
- 1:20:12und Kulturbeauftragten.
- 1:20:14Und da hatte ich den zum Mitglied. Ich habe denen gesagt, hier,
- 1:20:17ich überlege tatsächlich mit Sao Park nach Vendelo zu kommen.
- 1:20:21Und die haben in Vendelo, da gibt es ein städtisches Gebäude,
- 1:20:24das heißt, das ist die Akademie Jotamont.
- 1:20:27Akademierte Musiker, Jotamont, ein ständiges Gebäude, Konzertsaal mit Proberäumen.
- 1:20:35Und da lief nichts. Die haben das Ding gebaut, aber da war irgendwie kaum,
- 1:20:41außer dass da ab und zu mal Konzerte stattfanden, war da nichts.
- 1:20:44Und zu dem Zeitpunkt bildete sich da so eine Initiative, die die Räume nutzen
- 1:20:49wollten als Musikschule.
- 1:20:52Und da kam ich genau rein, in dem Moment.
- 1:20:55Und die Leute sich zusammengesetzt haben Da waren alle möglichen Instrumente dabei.
- 1:20:59Von Gesang, Klavier, Violine, Gitarre, Bass, die wurden Klassen zum Ende.
- 1:21:04Das hat so ein Zirkel gebildet, wie dieses Gebäude beleben wollte.
- 1:21:10Und die hatten keinen Drummer, der so halbwegs, so ein bisschen akademisch die
- 1:21:16Sache auch, war angenommen.
- 1:21:17Und ich hatte halt die Referenz mit meinen Büchern und man kannte mich vom Fernsehen,
- 1:21:23weil bei diesen Fahnenfesten natürlich war da ständig das Fernsehen dabei.
- 1:21:27Wenn auch schon kam, wenn irgendwie ein bisschen was Besonderes passiert,
- 1:21:29kommst du ins Fernsehen. Dann passiert es uns nichts.
- 1:21:34Deswegen war ich halt sehr bekannt. Und dann habe ich halt da angefangen.
- 1:21:43Im städtischen Gebäude auf eigene Rechnung eine Musikschule zu eröffnen. Ah, okay.
- 1:21:50Super. Und ich habe aber dann schnell gemerkt, erstens mal, als ich dann mal
- 1:21:55so nachgefragt habe bei den Kollegen, was die an Schulgeld nehmen.
- 1:22:02Wir haben anfangs, der Monatsbeitrag für meine Schüler war also wöchentlich,
- 1:22:08eine Stunde Gruppenunterricht.
- 1:22:1212 Euro umgerechnet für einen Schüler. 12 Euro für den ganzen Monat Unterricht.
- 1:22:22Und selbst, ich habe mit 30 Schülern angefangen, aber mit 350 Euro kannst du
- 1:22:28auch auf den Kapu werden. Nicht übernehmen.
- 1:22:32Ich möchte mal kurz einhaken. Die Kapu werden sind ja kein reiches Land.
- 1:22:37Nee, nee. Ist ja eigentlich doch ein sehr armes Land. Es sind sehr einfache Menschen.
- 1:22:42Kannst du das mal so ein bisschen beschreiben? Du fängst ja gerade schon so
- 1:22:45ein bisschen an zu erklären, wie kann man sich das vorstellen?
- 1:22:48Unser Deutschland gegen die Kapu werden.
- 1:22:50Aber ich glaube, du musst dich ja auf ganz neue Sachen auch einstellen.
- 1:22:54Sei es jetzt die Häuser vielleicht, die Einrichtungen.
- 1:22:58Wie kann man sich das so vorstellen? Weil das ist ja doch ein Riesenschritt, glaube ich.
- 1:23:02Ob du jetzt als Urlauber da bist, zwei Wochen, oder ob du sagst, ich lebe da jetzt immer.
- 1:23:09Ich muss euch erzählen, ein paar Anekdoten. Als ich dann im Mai 2010 den Workshop
- 1:23:17gegeben habe, da habe ich ein Apartment gemietet und war zwei Wochen in Macker.
- 1:23:24Habe mich dann aber schon umgeguckt nach dem Apartment, was ich dann dauerhaft
- 1:23:28miete, wenn ich Ende Juli dann tatsächlich auswandere.
- 1:23:33Dann habe ich einen Typ getroffen ich habe mehrfach Kontakt mit dem gehabt und
- 1:23:39der hatte einen Partner zu vermieten und wir haben das so quasi per Handschlag abgemacht,
- 1:23:47für meine für mein Dafürhalten war das ein Deal ein Deal der jetzt nicht irgendwie schwarz auf weiß,
- 1:23:59fixiert wurde aber es war ein Deal für mich. Für mich war es ein Deal.
- 1:24:02Und dann habe ich, ich hatte die Telefonnummer und Kontakt von dem.
- 1:24:07Dann habe ich so zwei Wochen, bevor es dann losging, wo mein Flieger dann ging,
- 1:24:12habe ich nochmal bei ihm angerufen und habe gesagt, du weißt ja,
- 1:24:15in zwei Wochen komme ich. Ist ja alles klar, oder?
- 1:24:19Wegen dem Apartment, wo ich dann einziehen wollte. Dann sagte er so,
- 1:24:24nee, nee, da wohnt jetzt mein Cousin.
- 1:24:33Das heißt, ich kam dann und ich konnte jetzt von Deutschland aus nichts machen.
- 1:24:38Das heißt, ich bin auf die Kaverden geflogen, kam da und hatte keine Wohne.
- 1:24:45Das hat aber genau einen Tag gedauert, da hatte ich einen.
- 1:24:54Ja, und dann mit dem Unterricht,
- 1:25:00selbst diese zwölf Euro, das ist für viele Leute einfach dauerhaft gar nicht machen.
- 1:25:06Ja, und ich habe dann, ich habe mit fast 20 Schülern angefangen und nach einem
- 1:25:13Vierteljahr einfach vielleicht noch 10 oder noch wenige. Also ich habe ziemlich schnell gemerkt.
- 1:25:22Ich kann davon nicht leben. Unwirklich. Und auch mit den Konzerten und so, ja.
- 1:25:29Das ist wieder von heutigen Tag so, wenn wir auf den Kabieren,
- 1:25:31also in den normalen Musikclubs und Restaurants, wenn du jetzt nicht gerade
- 1:25:35auf ein Festival oder so spielst, da ist die Gage irgendwas zwischen 30 und 50 Euro am Rau.
- 1:25:42So, und was mich dann finanziell gerettet hat, war, dass 2010,
- 1:25:49da ging das in dem Tourismus gerade so los.
- 1:25:52Und es gab eine Reiseagentur aus Dortmund, Reisen mit Sinnen.
- 1:25:58Die suchten händeringend eigentlich Leute, die sich im Land auskennen,
- 1:26:02in den Kapferden auskennen,
- 1:26:05die Sprache sprechen und so eine Reisegruppe für 12, 14 Tage über die Inseln
- 1:26:11begleitet und so Wandertouren mit denen machen.
- 1:26:16Und da haben die mich gefragt, ob ich das nicht machen wollte. Hin und wieder.
- 1:26:21Das hat mich dann finanziell gerettet. Wie sind die denn auf dich gekommen?
- 1:26:27Ich hatte schon für diese Tournee 2009 und 2010 auch wieder eine Tournee gemacht
- 1:26:32mit kapitalischen Musikern in Europa.
- 1:26:35Die hatten mir immer den Kontakt für die portugiesische Airline hergestellt,
- 1:26:42die mir die Stüge sponsort. Ah, okay.
- 1:26:45Und die hatten auch ein Büro, was mit zwei Deutschen besetzt war.
- 1:26:52Und die kannte ich dann auch. Die kannten mich.
- 1:26:57Und die wussten, dass ich die Sprache spreche, dass ich mich in der Kultur auskenne.
- 1:27:05Für die war ich der ideale Reiseleiter.
- 1:27:10Weil ich war tatsächlich im Oktober 2010, da war ich, ich bin mit dem 3-Monats-Lisum
- 1:27:17eingereist auf die Kapverden.
- 1:27:19Und im Oktober 2010, ich war so gut gegleitet.
- 1:27:25Weil ich wusste dann mein Visum verlängern, dieses Touristen-Lisum verlängern.
- 1:27:31Und da gehst du dann zur Polizei und du musst dann eigentlich nachweisen,
- 1:27:36dass du irgendwie finanziell klarkommst.
- 1:27:38Und sprich, wenn du ein Konto hast mit 2.000 Euro drauf, umgerechnet, dann ist alles klar.
- 1:27:46Und ich hatte noch 20.000 das sind etwa 180 Euro.
- 1:27:53Das war mein Gesamtvermögen. Ja, ich war 43 Jahre alt und mein Gesamtvermögen
- 1:28:01war zusammengeschmolzen auf 180 Euro.
- 1:28:07Scheiße.
- 1:28:10Und dann hatte ich aber schon die Schrift dabei,
- 1:28:15von dieser Agentur, wo drin stand, dass ich jetzt anfange, bei denen als Reiseleiter zu arbeiten.
- 1:28:20Und aufgrund von diesen Schreiben habe ich dann mein Visum gekriegt,
- 1:28:26dass sie gesagt haben, okay, alles klar, der Typ, der fängt jetzt an,
- 1:28:29Reiseleitungen zu machen, dann verdient er sein Geld und ist ihm noch hin.
- 1:28:35War das denn,
- 1:28:38mittlerweile denke ich mal ist das kein Problem mehr, hast du ein Vollzeitvisum
- 1:28:42jetzt oder war das große Probleme die es beratlich gab oder es war nur lästig.
- 1:28:53Ich musste halt alle halbe Jahr immer wieder mein Visum verlängern da musst
- 1:28:58du immer wieder dieselben Dokumente da anschleppen.
- 1:29:04Kontoausweis, irgendwie im Nachweis von deinem Arbeitgeber, dass du da Jobhouse, Mietvertrag,
- 1:29:12Das war super nervig. Und dann habe ich 2014 haben Katja und ich geheiratet.
- 1:29:18Dann habe ich ganz schnell diese Residenz bekommen. Und die gilt dann für fünf Jahre.
- 1:29:25Jetzt muss ich alle fünf Jahre, muss ich zur Polizei auch wieder wissen,
- 1:29:30wie meine Lebenssituation dokumentieren.
- 1:29:35Das ist eine reine Formalität.
- 1:29:38Also das geht dann schnell mittlerweile, wenn du verheiratet bist.
- 1:29:42Ey, aber Wahnsinn, was du da alle erlebt hast. Ich denke, das ist echt Hammer.
- 1:29:48Was für ein Lebensweg tatsächlich. Ist schon definitiv natürlich ungewöhnlich.
- 1:29:55Ja. Also krass. Lass noch ein paar Sachen in die heutige Zeit holen. Ja, genau.
- 1:30:03Denn du hast ja jetzt, ich meine, ich kenne, ich habe zumindest dein Buch Afro
- 1:30:09Drums bei mir im Regal stehen, und habe damit tatsächlich gearbeitet.
- 1:30:12Das ist auch koordinativ schon eine Herausforderung.
- 1:30:14Ja. Muss man ehrlicherweise sagen.
- 1:30:17Aber absolute Empfehlung, didaktisch halt super aufgebaut. Du hast das brasilianische
- 1:30:20Rhythmenbuch. Wo bleibt das Kapverdische?
- 1:30:27Und 2010 war ich eigentlich mit der Materialsammlung soweit fertig.
- 1:30:33Also 2010 hatte ich genügend Material, um dann mich hinzusetzen und das Kuh zu schreien.
- 1:30:41Nur habe ich dann in dem Moment die Action-Taste gedrückt und gesagt, ich wandere jetzt aus.
- 1:30:50Und dann hatte das einfach keine Priorität. Ich musste erst mal überleben.
- 1:30:57Und das hat eine ganze Zeit lang gedauert,
- 1:31:02bis ich wieder da in einem Zustand gewesen wäre, wo ich mich mal hätte ausklinken
- 1:31:08können, wo ich nicht in ständiger Alarmbereitschaft war. Das glaube ich.
- 1:31:15Aber können wir damit rechnen.
- 1:31:20Was ich letztes Jahr gemacht habe. Ganz ehrlich, es ist ja eigentlich schade, dass es alles da ist.
- 1:31:26Aber es ist das Meisteste auf meiner Website. Ah, es ist also das Meister-Fernwerb.
- 1:31:30Es ist nicht zusammengefasst als Buch, sondern man findet es als einzelne Abschnitte.
- 1:31:36Als Buch hätte man das alles noch ein bisschen schöner machen.
- 1:31:39Aber ich finde eh Wahnsinn, für euch da draußen auf der Webseite ist es alles
- 1:31:45kostenlos erhältlich und davor ziehe ich echt meinen Hut.
- 1:31:48Nein, es ist einfach, die Rhythmen sind wunderschön, auch eigene,
- 1:31:52also wenn ich das so höre, aber es sind eigene Adaptionen, wo ich auch denke,
- 1:31:55boah, wie cool, man könnte dies und jenes bestimmt nicht im Sinne des Erfinders,
- 1:31:59aber man, also es ist wirklich Inspiration,
- 1:32:03ohne Ende, auch wenn ich immer mal Instagram-Videos von dir sehe,
- 1:32:06finde ich es immer unheimlich faszinierend.
- 1:32:08Ich fand die früher schon geil und da hat sich nichts dran geändert.
- 1:32:12Eher noch mehr, dass ich meinen Diener mache vor dir. Wie ist denn jetzt das Ganze?
- 1:32:16Timo hat ja gerade schon gesagt, in die heutige Zeit, du bist jetzt gerade mit
- 1:32:20deiner Frau, glaube ich, dann sogar unterwegs. Ist das richtig?
- 1:32:23Meine Frau, die ist jetzt mit auf Tour, aber das ist nicht die Sängerin.
- 1:32:27Das ist nicht die Sängerin von dem Projekt. Ach so, weil ich dachte mit der
- 1:32:30Sophia, da habe ich das wahrscheinlich was vermischt. Es gibt eine Claudia Sophia, das ist die Sängerin.
- 1:32:34Und Katja Sophia ist meine Frau. Okay, also jetzt war ich nicht ganz so weit
- 1:32:39davon entfernt. Das hätte man ja jetzt auch so sehen können.
- 1:32:43Aber wie kommt das, das heißt, beschreibt doch mal, besonders vielleicht für
- 1:32:47unsere österreichischen, ja, das passt dann nicht mehr, aber du bist ja demnächst
- 1:32:51häufiger hoffentlich wieder in Europa unterwegs. Was ist das für ein Projekt?
- 1:32:58Gibt es CD-Träger oder kann man euch auf YouTube sehen? Ja, nein.
- 1:33:02Ich kenne die Claudia, die habe ich in dieser Musikschule kennengelernt.
- 1:33:07Und der ist eben erzählt, wo ich dann 2010 angefangen habe zu unterrichten.
- 1:33:11Die hat, glaube ich, 2011, hat wieder Gitarrenunterricht genommen.
- 1:33:17Da war die 15.
- 1:33:20Da war die 15, hat Gitarrenunterricht genommen.
- 1:33:24Und dann,
- 1:33:26haben wir 2013 mit dem Lucio, mit dem Bassisten,
- 1:33:33das ist der Onkel von der Claudia. Das ist der Onkel. Und wir haben,
- 1:33:402013, 2014 Bandcoachings gemacht.
- 1:33:45Lucio und ich. Das heißt, wir haben mit jungen Musikern Stücke erarbeitet und
- 1:33:49den Tipps gegeben. Und da war die Claudia dabei.
- 1:33:53Und hat damals schon, ist es schon aufgefallen, eine sehr interessante Stimme,
- 1:33:57also gar nicht ein Stimmumfang, ja,
- 1:34:04intoniert sauber und.
- 1:34:09Dann haben wir uns ein bisschen aus den Augen verloren und dann 2018 da hatten
- 1:34:16wir dann schon unser Haus, wir haben ein Haus gebaut, Katja und ich haben ein
- 1:34:19Haus gebaut, hoch auf der Terrasse,
- 1:34:21machen wir so kadverdische Abende.
- 1:34:25Meine Frau ist eine super Köchin und dann machen wir kadverdisches Essen und
- 1:34:29anschließend mache ich Musik.
- 1:34:32Ich hole dann immer irgendwie, wir machen das schon ziemlich lange,
- 1:34:35wir haben das schon gemacht, als wir sogar noch auf Miete gewohnt haben,
- 1:34:38da hatten wir aber auch einen großen Raum.
- 1:34:40Das machen wir schon ganz lange. Und dann habe ich immer irgendwie gesehen,
- 1:34:43irgendein Mann oder Frau, die Gitarre spielt und singt und ich mache Kaffee.
- 1:34:50Das heißt, ich brauchte immer in idealer Weise jemanden, der singt und Gitarre
- 1:34:55spielt und ich begleite den.
- 1:34:57Dann ist mir die Claudia wieder irgendwie über den Weg gelaufen.
- 1:35:00Da habe ich die eingeladen und dann machen wir seit 2018 regelmäßig bei uns
- 1:35:04zu Hause diese Hausmusik mit einem leckeren Abendessen.
- 1:35:09Aber wir haben dann immer nur kapitalische Musik gemacht, also kapitalische Klassiker gespielt.
- 1:35:15Und dann vor vor drei Jahren habe ich festgestellt, dass sie auch ein Stück gekonnt,
- 1:35:22die hat ihn einfach nie gezeigt weil sie irgendwie gedacht hat,
- 1:35:25das taucht nichts oder wie auch immer und das Zufall habe ich festgestellt sie,
- 1:35:30hat dann mal beim Soundcheck,
- 1:35:33haben wir irgendwo einen Club gespielt und dann spielt sie da einen Song an
- 1:35:37kenn ich nicht und dann sagt ich, klar, wir haben uns geiler Song,
- 1:35:39was ist das, kenn ich gar nicht und von wem ist der und dann sagt sie, jetzt schon mir,
- 1:35:46mega wow und hast du noch mehr davon?
- 1:35:50Und dann sagt sie, ja, ich habe eine ganze Reihe von Songs und die waren alle gut,
- 1:35:55die mussten ein bisschen klar, die mussten ein bisschen organisiert werden ein
- 1:35:58bisschen umgestellt und so aber die war gut und dann haben wir angefangen,
- 1:36:02diese Songs aufzunehmen,
- 1:36:04haben wir auch Unterstützung gehabt von einem Freund von mir,
- 1:36:07der hat ein professionelles Tonstudio, der hat gesagt, okay Claudia,
- 1:36:10ich helfe dir du kannst sechs Songs bei mir aufnehmen und ich mache das für Lau.
- 1:36:17Sechs Songs professionell bei mir aufnehmen.
- 1:36:53Das hat sich ein ganzes Jahr hingezogen, weil wir haben uns immer nur dann angerufen,
- 1:36:58wenn er einfach Zeit hat. Das war jetzt kein,
- 1:37:03konzentriertes Arbeiten an einem Projekt, das zog sich über Monate hin.
- 1:37:08Aber egal, die Songs waren irgendwann da, dann haben wir noch vier Songs dazu
- 1:37:12aufgenommen, da kam noch ein anderer Geldgeber dazu, egal jetzt.
- 1:37:17Und dann war das Album her.
- 1:37:20Das Album, wir haben das letztes Jahr rausgeplant. Das heißt Maison Melodier,
- 1:37:25mit 10 Songs von der Claudio.
- 1:37:31Wir sind jetzt schon zum dritten Mal auf Tour in Europa. 2024.
- 1:37:35Da gab es noch gar kein Album.
- 1:37:37Das hat aber trotzdem irgendwie funktioniert. Es gab schon ein paar YouTube-Videos
- 1:37:42und sowas. Ich hatte ein bisschen Material, was ich vorzeigen konnte.
- 1:37:46Und das wird jetzt immer besser. Sie hat eine eigene Website,
- 1:37:49wir haben das Album, wir haben jede Menge Video-Clips.
- 1:37:54Und wir arbeiten jetzt am zweiten All. Das heißt, du bist jetzt so ein bisschen
- 1:37:58in die Rolle auch des Managements gekommen. Ja, immer. Und es ist auch dein Hauptprojekt hier, ne?
- 1:38:05Ja. Weil die Sophia ist jetzt absolut dein Hauptprojekt. Ja.
- 1:38:08In welcher Besetzung seid ihr? Wir spielen, ja, wenn wir auf Tour gehen, sind wir nur ein Trio.
- 1:38:15Nur ein Trio. Claudia spielt Gitarre.
- 1:38:20Claudia spielt Gitarre und,
- 1:38:24Du hast dich gerade auf...
- 1:38:28Du hast dich auf stumm gestellt. Okay, warte eben.
- 1:38:32Jetzt nochmal die Band bitte erklären. Die Claudia spielt Gitarre.
- 1:38:38Sie hat eine sehr interessante Gitarrentechnik.
- 1:38:40Nur mit Finger, kein Black drum. Fingertechnik.
- 1:38:44Der Lucio, ihr Onkel am Bass und ist am Schlagzeug.
- 1:38:48Lucio ist ein super guter Musiker für ein Trio, weil er spielt Bass,
- 1:38:55aber du kannst ihm jederzeit einen Solo geben. und die Leute klatschen.
- 1:39:01Also es ist nicht so, dass die Leute anfangen zu reden, sondern die hören zu und denken, wow.
- 1:39:07Es gibt jedes Mal Applaus, wenn ihr so spielt. Weil ihr so melodieus was spielt. Das ist der Hammer.
- 1:39:14Deswegen klappt das mit dieser Trio-Besetzung. Wie lange geht denn diese Tour
- 1:39:18noch jetzt in Europa? Wie lange seid ihr noch da? Wir haben heute den 25.
- 1:39:24August. Der Podcast kommt raus.
- 1:39:26Liebe Leute, ihr wisst das, wenn ihr das hört, aber ich sage es trotzdem einfach mal.
- 1:39:29Der Podcast sollte rauskommen am 4. September, 3. oder 4. September.
- 1:39:36Das heißt, seid ihr dann noch in Europa?
- 1:39:40Am 4. September haben wir noch ein Konzert in der Nähe von Gießen.
- 1:39:44Dann spielen wir noch am 7.
- 1:39:46September in Düsseldorf bei der TAPF, das ist aber privat, weil die unser Sponsor sind.
- 1:39:52Dann fliegen wir am 9. zurück und kommt aber Anfang Oktober schon wieder.
- 1:39:58Anfang Oktober haben wir nochmal nochmal drei Wochen eine Tour. Wow.
- 1:40:06Liebe Leute, wir verlinken natürlich auch die Band nochmal in den Shownotes,
- 1:40:12dass ihr euch, das heißt, wenn ihr euch für sowas interessiert und wirklich
- 1:40:15Musik in einer tollen, ruhigen Atmosphäre sehen wollt, ich denke mal.
- 1:40:22Ihr merkt schon selber, der Markus ist ein wandelndes Lexikon für mich. In dieser Hinsicht.
- 1:40:27Wahnsinn. Also unbedingt hingehen.
- 1:40:30Ja, und ihr seid ja regelmäßig in Europa, das heißt eigentlich jedes Jahr,
- 1:40:33bist du mit Musikerinnen und Musikern auf Tour.
- 1:40:37Das heißt, wer es dieses Jahr dann nicht schaffen sollte, unbedingt nächstes Jahr vormerken.
- 1:40:41Und alles Wichtige findet nämlich auf der Webseite von Markus.
- 1:40:45Genau. Die ganzen Tour-Daten. Das heißt, der Markus hält seine Seite auch aktuell,
- 1:40:48was ja auch nicht jeder macht. Das ist sehr wichtig. Mittlerweile, ja.
- 1:40:51Und da findet ihr auch, wer jetzt sagt, okay, was war denn nochmal die ganzen
- 1:40:55Rhythmen und die Instrumente? Das alles könnt ihr dort sehen. Ihr könnt es hören.
- 1:40:59Und wie gesagt, absolute Empfehlung. Die Webseite und natürlich auch eine gute
- 1:41:04Empfehlung, die Konzerte zu besuchen.
- 1:41:07Genauso denke ich aber auch mal, wenn jemand von euch wirklich die Liebe zu
- 1:41:11diesen Rhythmen gefunden hat oder näher eintauchen möchte, das heißt von Afro
- 1:41:16über Brasil zu den kapoverdischen Rhythmen,
- 1:41:18der kann glaube ich auch mit dem Markus bestimmt Kontakt aufnehmen.
- 1:41:22Du gibst auch Online-Lessons, aber auch, wenn eine Studienreise zu den kapoverdischen
- 1:41:26Inseln mit dir machen möchte, ich denke mal, das ließe sich auch alle einrichten.
- 1:41:32Ja, klar. es kommen immer mal wieder Leute vorbei, genau aus dem Grund.
- 1:41:37Also kann man schön mit dem Urlaub verbinden. Dann ein paar Schlagzeugstunden
- 1:41:42mal nehmen oder auch ein paar Kaschenstunden nehmen.
- 1:41:46Markus, ich bin geplättet von der Fülle an Informationen, die du uns hier zuteilwerden
- 1:41:51lassen hast. Du hast um die Ohren gehauen.
- 1:41:53Nein, ich finde es unglaublich. Ich finde, es ist eine sehr,
- 1:41:57sehr spannende Geschichte mit dem, was du alles erlebt und jetzt sind du wahrscheinlich
- 1:42:02immer noch weitererlebst.
- 1:42:03Und vielleicht als Abschluss noch, Wie ist denn jetzt die Verschmelzung von,
- 1:42:11traditioneller Musik auf den kapoverdischen Inseln und moderner Musik?
- 1:42:18Ja, da ist jetzt wirklich einiges im Entstehen begriffen. Es gibt eine sehr
- 1:42:25lebendige Hip-Hop-Szene, also kreolischer Rap.
- 1:42:30Das gibt es schon seit 20 Jahren, aber die hat in den letzten Jahren enorm Fahrt aufgewandt.
- 1:42:36Also Rap-Riol, kreolischer Rap.
- 1:42:40Die jungen Leute stehen da total drauf. Auch in Festivals und so bei uns.
- 1:42:46Da wird Rap-Musik gemixt mit Suk.
- 1:42:51Suk ist so auch von Antillen. Das ist ein ganz populärer Rhythmus,
- 1:42:56auch auf den Kabinern. Wir nennen das dann Cabo-Suk.
- 1:43:03Und das ist sehr, das ist das, was die jungen Leute,
- 1:43:09aber gleichzeitig, es gibt immer diese traditionelle Musik, die in hohen Stellenwert
- 1:43:14hat, auch bei den jungen Leuten, auch wenn die jungen Leute jetzt selbst was anderes machen,
- 1:43:19aber traditionelle Musik, Morla, Colladera, Sanjong, Unana, Platuku,
- 1:43:24es hat einen ganz hohen Stellenwert bei jungen Leuten.
- 1:43:28Das ist nicht so dass die jungen Leute sagen das ist altmutiger Kram,
- 1:43:34also die Tradition wird immer gewahrt auch noch und es gibt auch viele Musiker,
- 1:43:40also junge Musiker oder mittelalte Musiker die genau diese traditionelle Musik weiterführen,
- 1:43:49wir mit Claudius IV,
- 1:43:53wir sind wir sind keine traditionelle Musiker Und wir haben auch tatsächlich
- 1:43:58ein bisschen auf den Kapverden Akzeptanzprobleme mit dem, was wir machen.
- 1:44:02Wir haben mit unserem Sound haben wir es in Europa viel leichter als auf den
- 1:44:08Kapverden. Weil wir auf den Kapverden.
- 1:44:12Wir machen halt nicht genau Kollidera oder Morna im traditionellen Sinn.
- 1:44:21Wir mischen das auf. Super. Also es klingt unheimlich spannend. Wahnsinn.
- 1:44:29Also, ihr Lieben da draußen, wenn ihr Zeit habt, geht hin zu den Konzerten so oder so.
- 1:44:36Unterstützt Live-Musik, das ist eh immer das Beste. Kein YouTube-Video reicht
- 1:44:40ein Live-Musik heran, um das Feeling.
- 1:44:42Und die Atmosphäre zu erlangen. Markus, ich denke mal, wir beide möchten uns
- 1:44:47ganz herzlich für deine doch jetzt lange Zeit mal wieder, es wurde kein kurzes
- 1:44:51Interview, wir haben es jetzt umgedacht.
- 1:44:54Markus, vielen, vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast für uns.
- 1:44:58Und ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. Und ganz viel Erfolg auf eurer Tour.
- 1:45:02Vielen lieben Dank. War sehr schön, euch zu sehen.
- 1:45:06Tschüss. Macht's gut.
- 1:45:16Nach so vielen Infos und ja, auch ungewöhnlichen Namen, die man sich irgendwie
- 1:45:23mal alle mal sortieren soll.
- 1:45:24Also nochmal kurz der Aufruf an dieser Stelle, wirklich mal auf die Seite von
- 1:45:27Markus gehen und das, was ihr gerade gehört habt, nochmal bildlich und klanglich verarbeiten.
- 1:45:32Ganz wichtig, also ihr könnt eine Menge lernen. Aber kommen wir jetzt zu der
- 1:45:36eigentlichen Rubrik, in der wir sind, nämlich unser Feedback.
- 1:45:39Also euer Feedback, nicht unser Feedback, sondern ihr schreibt uns ja das Feedback.
- 1:45:43Und ich beginne mit einem Feedback, das uns erreicht hat via schlagabtauschpodcast at gmail.com.
- 1:45:51Dort schreibt uns der Peter. Hallo zusammen.
- 1:45:54Vielen Dank nochmal für die Rückmeldung zu meinem YouTube-Kommentar Podcast mit Udo Dahmen.
- 1:45:59Er bezieht sich jetzt an der gute Redaktion in seiner Mail auf,
- 1:46:04Offelder Trums, ein Hersteller aus Aachen und das war wohl auch Udo Dams erster
- 1:46:09Lehrer oder einer seiner ersten Lehrer und es gibt bis heute ein Offelder Musikgeschäft
- 1:46:13in Aachen und er vermutet,
- 1:46:14dass der Inhaber Dirk Offelder ein Nachfahler dieses Trommelbauers Offelder
- 1:46:19Trums ist und er selber besitzt auch noch Offelder Trums.
- 1:46:22Habe ich noch nie gehört. Ich auch nicht. Oh, wow. Auch mal eine interessante
- 1:46:25Story, vielleicht die wir uns mal merken sollten.
- 1:46:28Das war einerseits sein Anliegen, aber er schreibt auch noch weiter.
- 1:46:32Also der Peter schreibt jetzt weiter. Zum Anfängerwirbel Seitwärtsbewegung Podcast mit Klaus Hessler.
- 1:46:38Nach meinem Kenntnisstand ist die Technik keine Art Notlösung,
- 1:46:43sondern eine reguläre, vollwertige Spielweise.
- 1:46:45Nicht nur viele New Orleans-Drummer verwenden sie ganz selbstverständlich.
- 1:46:49Auch Bad Rich hatte sie fest im Repertoire auf vielen Videos zu sehen.
- 1:46:53Hier erklärt Drummer Ed Schonesi die Technik. Er hat dann ein YouTube-Video
- 1:46:56beigefügt, das ich in dem Shownotes verlinke.
- 1:47:00Und dort beschreibt Ed Schonesi, wie er diese Technik von Buddy Rich gelernt hat.
- 1:47:05Danke für eure inspirierende Arbeit. Herzliche Grüße aus Köln, Peter.
- 1:47:09Also vielen Dank für die Aufklärung an dieser Stelle.
- 1:47:12Er hat sich auch wirklich die Mühe gemacht, diese Stelle in diesem Video rauszupicken.
- 1:47:15Es geht nämlich eigentlich um, das Video ist.
- 1:47:19Ed Schonesi, wie er mit der Buddy Rich Big Band diese, wie heißt das,
- 1:47:25The Burning for Buddy Produktion aufnimmt.
- 1:47:29Wo viele Schlagzeuger eingeladen worden sind, wieder bei Rich Big Bear zu verformen.
- 1:47:32Und der hatte diese Stelle rausgesucht. Also interessant.
- 1:47:35Auf jeden Fall danke fürs sehr aufmerksame Zuhören und auch aufmerksam machen.
- 1:47:39Und das mit O'Felder-Trump ist natürlich auch eine spannende Geschichte.
- 1:47:42So oder so ist, finde ich total spannend. Das wäre vielleicht auch,
- 1:47:47ob der Ingo Winterberg vielleicht auch mal da drüber hat. Das ist ja auch so
- 1:47:50ein wandendes Lexikon in alten Drums. Vielleicht hat der da auch eine Ahnung von.
- 1:47:57Aber es gibt ja doch anscheinend einen Nachfolger, den Dirk O'Felder.
- 1:48:01Die immer noch gebaut werden.
- 1:48:03Gebaut werden sie nicht mehr, aber es gibt noch das Musikgeschäft.
- 1:48:06Krass, also finde ich wahnsinnig interessant.
- 1:48:08Vielleicht für euch da draußen, wer du hast Ed Schornessi, ich kenne unter Ed
- 1:48:12Schornessi. Ed Schornessi habe ich gesagt, Ed Schornessi.
- 1:48:16Ed Schornessi. Ist ja auch egal.
- 1:48:19Also ganz ehrlich, wir machen uns immer sauviele Gedanken darüber,
- 1:48:22wie wir die Namen richtig aussprechen. Die Amis machen sich keine Gedanken darüber,
- 1:48:26wie sie unsere Namen richtig aussprechen. Ich sage nur, Annika Niles. Ja.
- 1:48:32Dirk Brandt. Meinen Nachnamen will ich erst gar nichts vom Armee aussprechen lassen. Wahnsinn.
- 1:48:41Das ist ein ganz, ganz bekannter Big-Band-Trommler. Leider auch schon verstorben seit vielen Jahren.
- 1:48:48Und der hat auch wirklich die Big-Band-Landschaft, auch vom Drumming her,
- 1:48:52der hat auch sehr ausgedehnte Drum-Solos gespielt.
- 1:48:54War er nicht auch in der Fernsehshow der...
- 1:48:58War das Ed Sullivan? Ich weiß es aber nicht. Das weiß ich, aber ich weiß es
- 1:49:01ja auf jeden Fall im Fernsehen oft zu sehen war. Ja, ja, ja.
- 1:49:04Also mit einer festen Band, wie eben hier, was weiß ich, die Harald-Schmidt-Show
- 1:49:08oder die Heavy Tones oder sonst irgendwas. Auch so eine Late-Night-Show hat
- 1:49:12der auch ganz viel gespielt.
- 1:49:14Nein, nein, also Wahnsinns-Trommler. Aber der Typ kann auch,
- 1:49:16ja, der kann trommeln. Ja, also lohnt sich auch den einfach mal zu googeln oder mal bei YouTube.
- 1:49:22Wirklich, weil man denkt dann immer so die neuen Trommler, ey,
- 1:49:24guckt euch mal die alten an.
- 1:49:26Das ist, ja, da wird sich warm angezogen werden müssen. Ja, und zumindest war
- 1:49:31er ein bisschen enger mit Buddy Rich, was ja nicht viele von sich behaupten können.
- 1:49:35Definitiv, ja, ja, definitiv. Also unbedingt dieses Video angucken,
- 1:49:38Link ist in den Shownotes, man kann auf jeden Fall was lernen.
- 1:49:40Vielen lieben Dank, Peter. Dann schreibt uns der Manuel ebenfalls über schlagabtauschpodcast
- 1:49:46at gmail.com. Hallo allerseits.
- 1:49:49Vielen Dank für diesen wieder interessanten Ticker von Dirk.
- 1:49:53Ich habe das von Dirk vorgestellte Buch Rhythm and Counting erworben.
- 1:49:57Ich verwende es zur Auffrischung und Festigung der zusammengesetzten Taktarten und Synkopierung.
- 1:50:02Die mit dem Buch zur Verfügung gestellten Audiospuren können auch per Flashplayer
- 1:50:05namens Playback plus BSWP beispielsweise auf dem Handy abgespielt werden.
- 1:50:14Ein Download ist somit gar nicht erforderlich, auch nicht des Flashplayers.
- 1:50:18Sehr clever ist, dass mittels Displayers zum Beispiel die BPM jeder Übung verändert
- 1:50:22werden können. Es kann auch ein A-B-Loop in die Autospur nach Belieben platziert werden.
- 1:50:26Wirklich gut gefällt mir die systematische Darstellung des Stoffs.
- 1:50:29Im Heft 54 Seiten nur, finde ich, denk- und vermittlungsweise die Aha-Effekte auslösen.
- 1:50:34Aufgrund deiner Vorstellung hatte ich zunächst vermutet, dass der Inhalt heftiger
- 1:50:37ausfallen würde. Gewünscht hätte ich mir das.
- 1:50:40Daher hier die Frage, ob du möglicherweise ein Buch dieses Themenkreises empfehlen
- 1:50:44kannst, das tatsächlich herausfordernder ist.
- 1:50:47Mit Erhalt dieses Hefts hatte ich beim Verlag Herr Leonard nach solchen Titeln geschaut.
- 1:50:51Allerdings lässt sich aus den Inhaltsbeschreibungen zu den Büchern nicht immer
- 1:50:53wirklich Erhellendes herauslesen. Auch werden Inhaltsverzeichnisse seltener
- 1:50:57gezeigt. Nebenbei, interessant fand ich, Dramas Polymetric Mastery von Jason
- 1:51:01Gianni erschien 3.2026. Jedoch wollte ich eigentlich nicht in den Bereich der Polyrhythmen kommen.
- 1:51:06Bei dem Titel muss ich unweigerlich an eure Folge mit Wolfram Winkel denken,
- 1:51:10Folge 131. Könnte ja vielleicht sein, dass dieser Titel einen Einstieg in dieses
- 1:51:13Thema vermittelt. Leider weiß
- 1:51:15ich es nicht. Auf jeden Fall höre ich eure Buchempfehlung immer sehr gern.
- 1:51:18Natürlich kann ich mir nicht alle kaufen, was ja auch kaum Sinn machen würde.
- 1:51:23Dennoch helfen die Empfehlungen beim Stöbern und ersten Kennenlernen. Was einem passt.
- 1:51:29Muss man zum Schluss auch noch selber entscheiden. Nur noch zusätzlich zum oben
- 1:51:32wiedergegebenen Kommentar.
- 1:51:33Bei meiner Recherche war ich auf einen interessanten wirkten Titel gestoßen,
- 1:51:36den ich hier angebe. Vielleicht wäre das Buch eine Vorstellung wert,
- 1:51:39das kann ich nicht beurteilen. Ich habe auch keine Vorstellung, ob sowas gut ist.
- 1:51:42Das Buch lautet Trumpset Coordination, A Method for Developing Complete Independence
- 1:51:47von Blake Paulson, erschienen im Hell-Leonard Verlag 3 2013.
- 1:51:51Interessant ist, dass der Verfasser zu diesem Buch auch ein YouTube-Video veröffentlicht
- 1:51:54hat, in welchem er darstellt, wie die Übungen des Buches zu verstehen sind und
- 1:51:58mit dessen Hilfe man eigene Vorstellungen bekommt, was das Buch wie zu vermitteln
- 1:52:01beabsichtigt. Das Video ist hier aufrufbar, also Link in den Shownotes.
- 1:52:04Viele Grüße und gutes Gelingen, Manuel.
- 1:52:08So, Dirk, du bist gefordert, weil du bist ja direkt angesprochen.
- 1:52:11Ich halte mich jetzt da schön raus.
- 1:52:13Ja, hi, danke erstmal, dass du dir die Mühe gemacht hast, das Buch mal durchzuackern, durchzuarbeiten.
- 1:52:20Rhythmic und Counting, ich glaube, das war wirklich so ein bisschen gedacht
- 1:52:23für den Einstieg überhaupt mal, damit man, wie gesagt, überhaupt mal die Möglichkeit
- 1:52:29findet, wie zähle ich denn überhaupt?
- 1:52:31Ein Buch, was ich wirklich sehr feiere, da gibt es allerdings keine Audiobeispiele
- 1:52:34und nichts dazu, was wir beide auch in der Uni nehmen, an der Rock Pop Jazz Akademie.
- 1:52:40Das ist ein früherer Lehrer von mir, das ist Gary Hess, der kennt man gar nicht in Deutschland.
- 1:52:46Der hat früher unheimlich viele Disney-Shows live gespielt in L.A.,
- 1:52:50zu der Zeit, als ich da war. Und das Buch habe ich tatsächlich als Kopien.
- 1:52:55Das haben wir damals am Musicians-Institut wirklich noch als Kopien.
- 1:52:58Der hat das mit uns so ein bisschen erarbeitet.
- 1:53:00Und das heißt Encyclopedia of Reading Rhythms by Gary Hess.
- 1:53:07Und das kann ich total empfehlen. Es ist sehr umfangreich und man hat manchmal
- 1:53:12das Gefühl, das sind die gleichen Seiten, ist es auch.
- 1:53:15Weil er hat wirklich das ganz, ganz akribisch gemacht, dass du quasi einmal
- 1:53:21One-Part-Counting, das heißt, du zählst alles nur mit Vierteln,
- 1:53:23Two-Part-Counting, wo er dann sagt, okay, jetzt zählst du Eins und Zwei und
- 1:53:27Drei und Vieren, Four-Part-Counting, Three-Part-Counting, dann
- 1:53:30als Cut-Time und hat dann quasi immer so, dass man eigentlich die Seiten kennt,
- 1:53:34aber man das immer wieder auf die Seite angewendet hat.
- 1:53:38Das ist am Anfang, denkt man, boah, ein bisschen mühsam, aber so hast du natürlich
- 1:53:41eine Kontrolle darüber. Also hinter dem Buch stehe ich total,
- 1:53:45aber es gibt halt keine Audiobeispiele. Um zählen zu lernen, um wirklich...
- 1:53:52Einen guten Überblick, sich damit zu verschaffen, kann ich dieses Buch nur empfehlen.
- 1:53:56Dann mit der, du hast recht, das Buch, was du von dem, ich weiß gar nicht,
- 1:54:00ich komme jetzt gerade auf den Namen, mit dem Polyrhythmik, der James war das,
- 1:54:03glaube ich, ich weiß nicht, wie er weiter heißt. Gianni, glaube ich,
- 1:54:05oder Pop. Gianni, genau, den meinte ich.
- 1:54:08Ich glaube, das geht zu sehr in die Polyrhythmik-Tiefe. Jason Gianni heißt er.
- 1:54:12Jason Gianni, das war es.
- 1:54:14Ich glaube, das ist schon sehr abgefahren dann. Welches Buch ich aber tatsächlich
- 1:54:19auch sehr gut finde, ist es von dem Kollegen, der neben mir sitzt.
- 1:54:22Das ist der Timo, der hat ein Buch geschrieben, Modern Drumming beim AMA-Verlag,
- 1:54:27wo er eigentlich auch nochmal erklärt, wie zähle ich denn einzelne Übungen und
- 1:54:31dann auch Beispiele dafür gibt. Das finde ich eigentlich ganz interessant gelöst.
- 1:54:34Ist natürlich nicht ganz so umfangreich, weil sonst hätte das Buch,
- 1:54:37das Buch hat schon 300 Seiten, sonst hätte das nochmal den Rahmen gesprengt.
- 1:54:41Aber finde ich, um da reinzukommen, ganz interessant. Also das wären meine Empfehlungen unbedingt.
- 1:54:46Auch check mal, wer es noch nicht kennt von Timo, das Buch Modern Drumming.
- 1:54:50Ich muss kurz dich natürlich verbessern. Das heißt, das Modern Groove Drum Book.
- 1:54:56Oh, Entschuldigung. Okay.
- 1:54:57Stimmt. Modern Drum Book ist von Dieter Stein.
- 1:55:01Das übrigens auch tolle Bücher sind. Unbedingt. Das stimmt.
- 1:55:07Der Dieter hat natürlich mit seinen Büchern ein Standardgesetz in Deutschland.
- 1:55:10Absolut. Der Dieter hat einen Standard. Ein toller Trommler, toller Kollege.
- 1:55:16Stimmt. Und wie gesagt, das Buch, Was ich, wie gesagt, zum Zählen wirklich,
- 1:55:21dass man rhythmisch fit bleibt,
- 1:55:24oder überhaupt erstmal gut reinkommt, weil da sind hier ja noch Charts drin
- 1:55:28und alles mögliche, was wirklich ganz akribisch die einzelnen Sachen,
- 1:55:32Wiederholungszeichen, die ganzen Compound haben.
- 1:55:34Compound sind so Sachen wie sechs Achtel, neun Achtel zu lesen,
- 1:55:38kann ich halt super empfehlen. Das ist dieses Encyclopedia of Reading Rhythm.
- 1:55:41Da stehe ich total hinter.
- 1:55:44Ja, also ich kann das noch ergänzen. Also es ist ein super Buch.
- 1:55:47Definitiv, wir benutzen es ja beide, hast du ja gesagt, Dirk.
- 1:55:50Manchmal fehlt mir so ein bisschen dann Oddmeters. Absolut, die sind da nicht.
- 1:55:55Alles auf vier Viertel, beziehungsweise dann aller Bräder ausgerichtet.
- 1:56:01Es gibt natürlich auch, bei Herr Leonard gibt es bestimmt auch Sachen.
- 1:56:04Ich habe bei Hudson auch mal spontan geguckt. Bei Hudson Music gibt es auch
- 1:56:07ganz viele Bücher, die in Reading reingehen.
- 1:56:10Und die Frage ist ja auch, was wir jetzt nicht wissen, wie viel Reading darf
- 1:56:15es denn sein. Das heißt, es gibt natürlich auch gerade bei, sagen wir mal, klassischen.
- 1:56:22Schlagwerkern gibt es natürlich auch eine Menge Reading-Bücher,
- 1:56:25die aber dann auch Dynamik noch beinhalten, beispielsweise und so weiter und so fort.
- 1:56:29Also die Frage ist immer, wie tief darf es dann wirklich gehen?
- 1:56:32Aber ich würde auf jeden Fall noch bei Hudson auch gucken. Bei Hudson hast du
- 1:56:35nämlich den Vorteil, dass du ganz oft auch ein Inhaltsverzeichnis abgebildet
- 1:56:38hast und auch ein paar Beispielseiten dort gezeigt werden. Und da gibt es auch ein paar neuere Sachen.
- 1:56:45Da habe ich, glaube ich, auch schon mal einen Ticker vorgestellt teilweise.
- 1:56:48Also bei Hudson auch noch gerne nochmal gucken.
- 1:56:50Und sonst gibt es auch im AMA-Verlag auch noch ein Buch von dem Kollegen Dirk Rosenbaum.
- 1:56:56Das ist ähnlich.
- 1:57:00Wie Enzyklopädie of Reading Rhythms aufgebaut. Kann man auch nochmal schauen.
- 1:57:05Also es gibt noch ein paar Werke da draußen. Wir versuchen mal das,
- 1:57:07was wir jetzt genannt haben, einfach auch in den Shownotes zu verlinken.
- 1:57:10Und dann, Manuel, kannst du uns ja sagen, ob dir eins davon zugesagt hat oder
- 1:57:14ob du die auch doof fandest und wir nochmal weiter in unserem Hinterstübchen
- 1:57:19dann schauen müssen und suchen müssen danach.
- 1:57:22Super, vielen Dank für dein Feedback, Manuel.
- 1:57:25Genau, vielen Dank. Und das ist ja wieder eine interessante Diskussion.
- 1:57:30Aber Empfehlung kommt dabei raus. Aber Dirk, es kommt was Neues.
- 1:57:35Ich glaube, du hast auch noch ein Feedback. Okay, ja, ich verlese ein Feedback.
- 1:57:40Könnt ihr euch noch daran erinnern?
- 1:57:42Wir hatten über das Thema Mücken geredet in einem der letzten Podcaste.
- 1:57:48Podcast? Podcasti. Podcasting. Mein Gott.
- 1:57:53Und da haben tatsächlich, mich hat eine Nachricht vom Thorsten über WhatsApp
- 1:57:58erreicht und eine Nachricht, die möchte ich hier verlesen, von dem Jan H.
- 1:58:03Und, also H. quasi, man darf ja die Namen nicht komplett nennen. Jan H. aus K.
- 1:58:10Ich habe mich wahnsinnig darüber. Die beiden haben nämlich das Gleiche empfohlen.
- 1:58:13Also muss was da dran sein.
- 1:58:15Und auch wenn der Sommer jetzt schon vorbei ist, aber die haben so beide von diesen Geschwärm.
- 1:58:21Ich lese mal die E-Mail vor. Moin Dirk, ich habe vorhin den aktuellen Podcast
- 1:58:26gehört und musste etwas über dein Mückenproblem schmunzeln. Kenne das nur zu gut.
- 1:58:31Absolute Geheimwaffe sind für mich die Geräte von Thermazell.
- 1:58:37Da gibt es ein paar verschiedene. Wir hatten mal einen Sommergig an einem idyllischen Teich.
- 1:58:43Schöne Location, aber natürlich alles voll mit den süßen Tierchen.
- 1:58:48Wir hatten zwei MR300, das sind wohl die Thermazellgeräte, auf der Bühne.
- 1:58:52Und mein Gitarrist konnte angeblich beobachten, wie die Viecher auf die Bühne
- 1:58:58zukamen und direkt wieder abgehauen sind.
- 1:59:01Ich zumindest hatte nicht einen Stich und nutze die Teile überall.
- 1:59:06Werden somit, ich weiß, auch viel von Anglern verwendet.
- 1:59:11Ah, das ist auch eine gute Sache, stimmt. Vielleicht hilft es dir.
- 1:59:14Danke an die Stelle auch für euren tollen Einsatz und den super Postcard. Liebe Grüße, Jan.
- 1:59:20Jan und Thorsten, mega. Und ich werde, das Ding steht bei mir auf der Anschaffungsliste.
- 1:59:26Ich bin gespannt und werde berichten.
- 1:59:28Es gibt allerdings einen Geercheck davon.
- 1:59:36Sehr schön. Echt mega. Vielen lieben Dank. Wenn ihr was habt und ihr möchtet
- 1:59:41uns schreiben, also der Dirk ist noch über WhatsApp erreichbar.
- 1:59:45Der reguläre... Den Satz muss ich nochmal anfangen, Leute.
- 1:59:48Der reguläre Weg wäre eigentlich unser schlagabtauschpodcast.gmail-Konto.
- 1:59:54Also schlagabtauschpodcast. Alles in einem Wort.
- 1:59:58Da könnt ihr uns gerne eine E-Mail schreiben. Das erreicht uns.
- 2:00:00Oder, was natürlich auch noch
- 2:00:02wahrscheinlich sogar besser ist für uns, wir haben über YouTube schon gesprochen,
- 2:00:05kommentiert unter den Videos und da verlesen wir auch gerne euer Feedback und
- 2:00:10was wir jetzt auch gemacht hatten, wir hatten ja was sehr Positives jetzt auch
- 2:00:12mal als Instagram-Post, wir haben mal separiert rausgehauen,
- 2:00:15also wir freuen uns über alles, was ihr uns schreibt, ihr dürft auch gerne mal
- 2:00:18Kritiken schreiben und zum Beispiel sagen,
- 2:00:22die Frisur vom Timo hat nicht gut gelegen heute Morgen oder sowas.
- 2:00:26Also alles möglich, wir sind offen und wenn ihr Themenwünsche habt,
- 2:00:30das natürlich auch, aber einfach auch, schreibt uns gerne ein paar nette Worte.
- 2:00:33Wir freuen uns und freuen uns auch immer, wenn wir was Neues verlesen können.
- 2:00:44Der Dirk ist ja fleißig wie, keine Ahnung, ist the businessman in Drum-Business.
- 2:00:49Und neben Podcasts, Spielen, Unterrichten und keine Ahnung, was sonst noch alles,
- 2:00:55findet er immer wieder auch Zeit, einen kleinen Geertcheck für euch zu machen.
- 2:00:59Und diesmal ist es ein Gadget, so kann man es sagen, für die Bassdrum,
- 2:01:06die den Bassdrum-Sound, das den Bassdrum-Sound, möchte ich immer hier verwenden,
- 2:01:11das den Bassdrum-Sound fetter machen soll.
- 2:01:12Und zwar ist das von Sonic Revision, wie das ist die Firma, der BOO CRD.
- 2:01:21Und was das ist, kann ich euch nicht sagen. Und deswegen haben wir den Dirk
- 2:01:25hier als absoluten Fachmann am Start. Genau, weil es gibt keinen anderen.
- 2:01:29So, hier schaut mal, wenn ihr jetzt YouTube schaut, dann seht ihr es.
- 2:01:34Ich halte das gerade in die Kamera.
- 2:01:36Und das ist eine Empfehlung, die der liebe Kollege Mick, den wir auch jetzt
- 2:01:40schon öfters im Podcast hatten.
- 2:01:42Mit dem Mikrofon war das zum Beispiel letztens noch, wo er die,
- 2:01:46wie heißt es, die Internal Mic Mikrofonsystem, wo er ein Fan von ist.
- 2:01:51Und der hat in Friedrichshafen gesagt, Friedrichshafen, da war die Europe Drum
- 2:01:54Show, die jetzt demnächst in Frankfurt ist, solltet ihr schon mal merken.
- 2:01:58Und da hat er diese Firma aufgedeckt und kam ganz freudig erregt zu mir am Percussion
- 2:02:03Kreativ. Und sagte, ey, ich habe was total Cooles entdeckt.
- 2:02:06Und hat mich mit der Firma in Kontakt gebracht, hat mich bei denen gemeldet
- 2:02:11und die waren so nett und haben mir wirklich zum Testen.
- 2:02:17Das Exemplar hier geschickt. Und,
- 2:02:21ganz wichtig, das ist natürlich jetzt YouTube nachher und den kompletten Gear-Tech
- 2:02:25solltet ihr dann, wir machen hier nur einen ganz kleinen Ausschnitt,
- 2:02:28den solltet ihr natürlich den kompletten Gear-Tech auf YouTube dann einfach
- 2:02:31mal verfolgen, Weil das Ding,
- 2:02:34macht tatsächlich den Bassdrum-Sound fetter.
- 2:02:37Also, das hat gespannen. Ganz wichtig, dann ab jetzt auf jeden Fall mit Kopfhörern hören.
- 2:02:42Ja, oh ja, unbedingt. Los geht's.
- 2:03:05Ja, hallo, Dirk Brandt hier für den Podcast Schlagabtausch mit einem neuen Gearcheck.
- 2:03:10Und dieser Gearcheck ist für alle, die ihren Bassdrum-Sound fetter haben wollen.
- 2:03:15Und da hilft euch dieses Tool dranbleiben.
- 2:03:20Und, Spoiler vorweg, das hat er geschafft, mit dem Boom CRD.
- 2:03:25Was ist das Boom? Oder was ist der Boom CRD?
- 2:03:29Ihr seid live beim Unboxing mit dabei.
- 2:03:32Das heißt, ich sehe hier,
- 2:03:37das ist eine Scheibe, die ich befestige auf Karton.
- 2:03:43Und wenn ich eins davon wegnehme, dann sieht man, okay, das ist magnetisch.
- 2:03:51Und so wird es auch an der Bassdrum befestigt oder besser gesagt am Bassdrum-Fell.
- 2:03:55Und jetzt hören wir zunächst einmal die Bass-Drum komplett so, wie sie hier ist.
- 2:04:02Ich entspanne extra mal die Snare-Drum dafür. Und zwar hört ihr jetzt erst Schläge,
- 2:04:12mit dem Beater herausgespielt aus dem Fell. Das seht ihr aber auch in der Kamera. Okay.
- 2:04:25Jetzt demonstriere ich euch das Ganze auch noch mal mit einem Groove,
- 2:04:28Snare angespannt und einfach ein ganz normaler Piff-Paff-Groove.
- 2:04:34One, two, three.
- 2:04:51So, und jetzt mit dem CAD. Zunächst die Bassdrum herausgespielt.
- 2:05:06Jetzt spiele ich euch einen Groove mit Bassdrumschlägel aus dem Feld heraus.
- 2:05:35Hier der direkte A-B-Vergleich.
- 2:05:50Der direkte Vergleich im Groove.
- 2:06:34So langsam kommt auch diese Folge zum Ende, aber natürlich nicht ohne unsere
- 2:06:39Empfehlungen der Woche. Und ich habe diesmal was sehr Tramspezifisches.
- 2:06:44Oh, jetzt bin ich gespannt.
- 2:06:45Practice Pads hat ja hoffentlich jeder von uns und nicht nur eins,
- 2:06:49sondern in mehrfacher Ausfertigung.
- 2:06:53Aber das Problem ist ja immer, wo lege ich das denn drauf?
- 2:06:58Beziehungsweise, was mache ich denn jetzt damit? So, auf einen Snare-Ständer.
- 2:07:01Manche sind ja zu klein, die passen auf keinen Snare-Ständer.
- 2:07:04Manche rutschen von der Tommel runter.
- 2:07:07Auf dem Tisch ist der Tisch nicht die richtige Höhe. Der Stuhl ist zu tief und, und, und, und.
- 2:07:11Und ich brauchte für meine Musikschule ein Stativ dafür.
- 2:07:16Und habe mal so ein bisschen gestöbert. Und bin beim großen T fündig geworden.
- 2:07:20Allerdings nicht von der Eigenmarke, sondern von Meinl.
- 2:07:24Und Meinl hat einen extra Practice Pad Stand, also einen extra Stativ.
- 2:07:30Das sieht im Prinzip aus wie das Unterteil von einem Mikrofonständer.
- 2:07:35Also einfach nur schwarz mit drei Füßen, kann man auseinanderklappen.
- 2:07:38Und dann kann man es auf eine schöne Höhe machen. Das heißt,
- 2:07:41ich kann es auch im Stehen spielen. Ich könnte es auch im Sitzen spielen.
- 2:07:45Und das Interessante war nämlich auch der Preis. Das Ding gibt es für ungefähr 25 Euro.
- 2:07:51Und ich denke, das kann man mal machen. Aber wie wird das Practice Pad befestigt? Also das Practice.
- 2:07:59Pad muss... Die Practice-Pads müssen unten drunter ein Gewinde haben.
- 2:08:04Müssen schraubbar sein. Die müssen schraubbar sein. Sind die meisten ja,
- 2:08:07glaube ich. Nicht 14 Zoll, die sind meistens nicht dafür. Die sind dann wirklich
- 2:08:12auch für einen Snare-Ständer nur gedacht.
- 2:08:14Aber kleinere, ja. Aber guter Einwand, Dirk. Danke dafür.
- 2:08:17Ja, es muss ein schraubbares Practice-Pad sein.
- 2:08:20Und dann passt es einfach auf das Gewinde drauf.
- 2:08:23Wie gesagt, 25 Euro fand ich jetzt absolut okay. Ich habe die auch deutlich
- 2:08:26teurer schon gesehen. Also solche Stative...
- 2:08:30Ist easy, wiegt auch nichts und ich glaube, es ist wirklich einfach nur das
- 2:08:34Unterteil von dem Mikrofonständer.
- 2:08:37Also genial. Gibt es bei Meinl, aber es gibt es auch beim Musikhändler eures Vertrauens natürlich.
- 2:08:44Also wer ein Practice Pad Stativ sucht, sollte sich das mal anschauen.
- 2:08:47Das Schlechte, ein Nachteil hat es, ich kann nicht den Winkel verstellen des Practice Pads.
- 2:08:54Das heißt, es ist einfach dann gerade oben drauf. Also Winkel verstellen ist
- 2:08:58nicht möglich, aber gut, das
- 2:09:01ist so eine Kleinigkeit, die man vielleicht mal außer Acht lassen kann.
- 2:09:04Ich fand es super und habe es in der Musikschule stehen jetzt.
- 2:09:08Weil ich finde das nämlich bei kleinen Pads, wenn du die auf dem Snare-Ständer
- 2:09:11machst, dann nervt es mich immer total, wenn dann die Ränder oben drüber vom
- 2:09:15Snare-Ständer, also die Klauen, dann entweder die klauen vor dir oder daneben.
- 2:09:21Super cool. Ja, oder auf eine Snare legen, das nervt mich. Die rutschen dann drunter.
- 2:09:25Oder wenn die teilweise springen, die natürlich dann auch. Und dann hörst du
- 2:09:29trotzdem noch die Trommel unten drunter. Und, und, und, und.
- 2:09:33Also, easy Ding. Kann man machen, wenn man sowas sucht.
- 2:09:38Ich habe ganz was anderes. Und zwar was sehr Amüsantes. Nicht Amüsantes.
- 2:09:42Ja, es ist ein YouTube-Kanal, mal wieder.
- 2:09:46Und von keinem Schlagzeuger, sondern von dem amerikanischen Songwriter-Gitarrist,
- 2:09:53der sehr viel mit allen Legenden von Winnie und Jeff Pocaro.
- 2:10:01Als Studiomusiker tätig war.
- 2:10:03Also ist eigentlich ein amerikanischer Songwriter, war glaube ich nominiert
- 2:10:07für zwölf Grammys und fünfmal im Finals irgendwie drin.
- 2:10:11Das ist der Gitarrist Jay Graydon, wenn ich hoffentlich den Namen richtig ausgesprochen habe.
- 2:10:16Also ich kannte den Namen halt als Gitarrist, so in dieser Fusion- und Studios-Szene.
- 2:10:21Der Mann hat jetzt auch schon ein sehr betagtes Alter und ich bin durch Zufall,
- 2:10:27wie das so ist, abends beim YouTube-Scrollen im Bett über einen,
- 2:10:32ich sah nur diesen Typen und da stand Where's One, so groß im Buchstaben.
- 2:10:38Und der hat eine Episode erzählt, wo er sich so ein bisschen über Winnie und
- 2:10:43über alle möglichen, wo er sagte, hey, immer wenn ich mit dem Typen im Studio
- 2:10:47war, ey, du musstest so durchzählen, wenn du das nicht wirklich auch...
- 2:10:51Der hat irgendwo angefangen, wieder aufgehört. Und der hat immer die Scheiß
- 2:10:541 getroffen. Und ich musste da zählen, wie bescheuert, damit ich überhaupt im Beat geblieben bin.
- 2:10:58Also unheimlich amüsant, wie er das so erzählt als Studiomusiker.
- 2:11:03Er sagte, Alter, ich musste mich so konzentrieren. Und ich dachte,
- 2:11:05oh geil, das geht nicht nur dem so.
- 2:11:07Also, oder geht nicht besser gesagt. Mir geht es genauso und dem geht es auch so.
- 2:11:12Oder hat zum Beispiel eine Story erzählt von Jeff Bocaro, dass Jeff Bocaro sich
- 2:11:1725 Minuten im Studio wirklich gefetzt hat mit einem Produzenten.
- 2:11:22Und zwar ging es dann darum, welches Gaffer-Tape dann auf...
- 2:11:27Also das Stand-Tom muss wohl ein bisschen zu viel resoniert haben und der sollte es abkleben.
- 2:11:31Und der Techniker sagte, ja, du musst das blaue Gaffer-Band nehmen.
- 2:11:36Und Jeff Boccaro hat dann das Rot genommen. Er sagte, nee, nee,
- 2:11:38das hört man, das muss das Rot sein und Jeff Boccaro wird es mir jetzt verarschen.
- 2:11:42Also die Story, das muss wohl wirklich lange gegangen sein. Wie gesagt,
- 2:11:47YouTube-Kanal von Jay Graydon.
- 2:11:49Ihr müsst des Englischen mächtig sein. Der Herr ist auch schon,
- 2:11:52würde ich sagen, bestimmt über 70, glaube ich, wenn nicht sogar noch wesentlich
- 2:11:56älter. Das weiß ich jetzt gar nicht.
- 2:11:58Und so typisch amerikanisch, nur sollt auch so ein bisschen in sich rein.
- 2:12:02Aber die Episoden, das wird Jeff Boccaro mit Winnie, Ich fand das einfach herrlich
- 2:12:07so, wo ist die einen so mit dem Gaffer tapen. Da hat er so einige andere aus
- 2:12:11überhaupt das Studio erzählt, einfach so ein bisschen. Das sind so kleine, die gehen so,
- 2:12:16Acht bis zehn Minuten, also ist jetzt auch nichts langes, aber einfach so für
- 2:12:19zwischendurch so, was die Helden so im, also für mich die Helden,
- 2:12:24was die so im Studio erlebt haben, fand ich einfach unheimlich amüsant.
- 2:12:28Wir reden von Vinnie Coljuta, ganz wichtig. Entschuldigung, Entschuldigung, ja.
- 2:12:32Die meisten werden ihn kennen als ein Schlagzeuger von Sting,
- 2:12:37aber hat es auch viel im Studio gemacht oder hat ganz früher bei Frank Stepper
- 2:12:39ja seine Karriere eigentlich gestartet.
- 2:12:42Ja, crazy. Ich glaube, das Schöne an solchen Kanälen, an so einem Storys ist,
- 2:12:46dass man einfach ja, dass man wieder denkt, ich bin auch ein Mensch.
- 2:12:49Und das sind auch Menschen.
- 2:12:52Es gibt auch von Winnie seine Solo-Platte,
- 2:12:56Die Tag of the 20-Inch-Pizza, glaube ich, heißt die. Ja, genau.
- 2:13:00Wo es dieses Stück gibt, ich glaube, das ist auch das erste Stück auf der Platte,
- 2:13:05wo er so einen Verschieber einfach spielt. Es ist also ein Viervierteltakt,
- 2:13:08aber Winnie schiebt einfach den Groove immer um den Sechzehntel irgendwo hin.
- 2:13:13Und damals hat gespielt Michael Lando Gitarre.
- 2:13:18Und der hat nämlich auch eine Story erzählt, dass er das Schlagzeug nicht hören
- 2:13:23wollte bei der Aufnahme.
- 2:13:24Weil nämlich die anderen Musiker spielen einfach ganz stumpf durch ihren Viervierteltakt.
- 2:13:29Also da ändert sich gar nichts. Nur Winnie verschiebt halt.
- 2:13:31Und ich dachte, damit ich überhaupt auf der Eins bleibe, habe ich gesagt,
- 2:13:36ich will den gar nicht hören, so nach dem Motto.
- 2:13:37Aber das Krasse ist, die haben es auch live gespielt. Ich habe es ja live gesehen
- 2:13:40dann auch mit Charisma, so hieß dann die Band, die heraus irgendwie in diesem Umfeld entstanden ist.
- 2:13:45Schon crazy. Die können es dann schon, aber ich glaube, wenn das schon spontan
- 2:13:48im Studio gemacht wird, was ja dann oft der Fall ist, dann haben die auch zu kämpfen.
- 2:13:55Ich finde solche Storys unheimlich amüsant und man sieht wirklich vorher die
- 2:13:59Geschichte von Sinny, wie er sich da wirklich ja ich musste so zählen,
- 2:14:02dass ich überhaupt wusste wo ich bin, damit ich überhaupt im Takt bleibe
- 2:14:05und ich sage, ich hasse es, wenn ich mich so konzentrieren muss,
- 2:14:08dass ich echt mitzählen muss so ein Scheiß,
- 2:14:10sonst bin ich immer sonst war ich immer woanders als die da war ich total sehr,
- 2:14:15sympathisch ein Tweaked.
- 2:14:19Also sehr geil, muss ich auf jeden Fall reinschauen ich liebe auch so Anekdoten
- 2:14:24dann von den alten Heroes, was die alles erlebt haben es ist einfach,
- 2:14:28ja ich glaube die haben alles erlebt Ja, ich glaube es wirklich halt, ja Sau geil, also,
- 2:14:34wenn ihr ein Stativ braucht auf geht zum Musikhändler des Vertrauens und wenn
- 2:14:38ihr einfach ein paar lustige Anekdoten hören möchtet kostenlos auf YouTube.
- 2:14:48148 Folgen Schlagabtausch. Hört sich schon nicht so schlecht an.
- 2:14:56Es geht alles weiter. Für uns sind ja Zahlen nur Schall und Rauch.
- 2:15:03Vielen lieben Dank, dass ihr uns hier die Treue haltet, dass ihr bis hierhin
- 2:15:06wieder durchgehalten habt.
- 2:15:07Falls irgendwas sein sollte, ich habe es ja schon erwähnt, schreibt gerne an
- 2:15:10Schlagabtausch-Podcast.com oder kommentiert einfach fleißig unter den YouTube-Videos
- 2:15:15oder auf Spotify kann man es ja auch machen. oder, oder, oder.
- 2:15:18Ihr erreicht uns quasi auf allen Kanälen. Instagram dürft ihr auch mal gerne
- 2:15:21vorbeischauen natürlich.
- 2:15:22Das betreut der Dirk. Der Dirk freut sich auch über Nachrichten.
- 2:15:25Unbedingt. Und auch dort gerne mal, wenn ihr sowieso dabei seid,
- 2:15:28ruhig mal einen Post teilen beispielsweise oder eure Story setzen und so und so.
- 2:15:33Alles, was ihr auch macht, das heißt, wenn ihr auch nur mal teilt,
- 2:15:37auch das hilft uns schon weiter.
- 2:15:40Das sei an dieser Stelle noch mal gesagt. Ansonsten, ja, vielen lieben Dank.
- 2:15:44Mehr sage ich heute gar nicht mehr dazu. Und der Dirk schad schon mit den Hufen, dass er,
- 2:15:51seine Schlussworte prägenannte setzen darf.
- 2:15:56Recht hat er. Ihr Lieben da draußen, passt auf euch auf. Es sind stürmische
- 2:16:00Zeiten. Hier regnet es nämlich gerade ein bisschen.
- 2:16:03Also, habt eine tolle Zeit. Bleibt uns gewogen. Vergesst nicht zu abonnieren.
- 2:16:07Vergesst nicht, es weiter zu sagen. Wir freuen uns auf jeden von euch.
- 2:16:10Lasst mal ein Feedback da. Euer Podcast-Team Dirk und Timo. Tschüss, tschau.