Latest / Gin And Talk / Lars Amend über Kindheit, Heilung und Selbstverantwortung
Transcript
- 0:00Speaker 0: Ich glaube, dass die Menschen sterben wie sie gelebt haben und meine Mutter hat ihr ganzes Leben verdrängt.
- 0:08Speaker 0: Sie hat nur für die Arbeit gelebt weil da war sie wer?
- 0:14Speaker 0: Sie war auch sehr erfolgreich!
- 0:16Speaker 0: Wenn wir selbst irgendwann auf unserem Sterbebett liegen, können wir gut sterben wenn wir das Gefühl haben ich habe alles versucht, ich hab die Chancen genutzt, die ich hatte im Leben.
- 0:28Speaker 0: Es geht nicht darum alles erreicht zu haben was wir uns vornehmen.
- 0:31Speaker 0: Es geht auch nicht darum, irgendwie alle Antworten zu finden.
- 0:35Speaker 0: Die werden wir nie finden!
- 0:36Speaker 0: Es geht nur darum dass wir sagen können hey ich hab's probiert Ich habe mir nichts vorzuwerfen.
- 0:43Speaker 0: Ich glaube entscheidend ist das wir verstehen dass unsere Eltern es einfach nicht besser konnten.
- 0:49Speaker 0: Also sie haben aus ihrer Sicht des Beste gemacht.
- 0:52Speaker 1: Herzlich Willkommen Mein Name ist Daniel Fürg und ich freue mich sehr euch heute zu einer neuen Episode General Talk begrüßen zu dürfen.
- 1:00Speaker 1: Mein heutiger Gast ist der Autor Lars Armind.
- 1:04Speaker 1: Er hat mit Büchern wie dieses bescheuerte Herz oder It's All Good viele, viele Menschen berührt.
- 1:09Speaker 1: In seinem neuen Buch Coming Home geht er einen sehr persönlichen Weg – eine Reise zu sich selbst zurück in die eigene Kindheit durch Schmerz, Trauer und am Ende vielleicht sogar Heilung!
- 1:21Speaker 1: Wir haben über Prägungen gesprochen, über das Gefühl von Heimat, über Das Schweigen zwischen Eltern und Kindern.
- 1:27Speaker 1: Und darüber was es bedeutet Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.
- 1:31Speaker 1: Lars hat offen erzählt was der Tod seiner Mutter in ihm ausgelöst hat.
- 1:35Speaker 1: warum verstehen nicht dasselbe ist wie verzeihen und wieso milde manchmal mehr verändert als jede Anklage?
- 1:43Speaker 1: Wenn dir diese Episode von Jenna Talk gefällt, abonniere uns bei Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer du gerne Podcasts hörst und hinterlasse uns eine gute Bewertung.
- 1:52Speaker 1: Diese und viele weitere Episoden findest du auch als Video-Podcast auf unserem YouTube Kanal!
- 1:57Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören – schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:10Speaker 0: Herzlich willkommen an unseren Bartresen.
- 2:14Speaker 1: Herzlich Willkommen
- 2:15Speaker 0: zu einer neuen Folge Gin and Talk!
- 2:19Speaker 1: Mach es dir gemütlich,
- 2:21Speaker 0: lehne dich zurück und tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre
- 2:26Speaker 1: unserer Studio Bar.
- 2:36Speaker 1: Lieber Lars ich freue mich sehr dass wir uns heute hier in Frankfurt treffen können um über dein Buch Coming Home sprechen zu können unser Leben, unsere Prägungen Glück, Hoffnung, Optimismus und Bestimmung sprechen zu können.
- 2:51Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 2:52Speaker 0: Vielen Dank für die Einladung.
- 2:53Speaker 0: freue mich sehr.
- 2:55Speaker 0: Ich liebe ja Frankfurt.
- 2:56Speaker 0: am Main ist ja Die Stadt in der ich in großen Teilen aufgewachsen bin.
- 3:01Speaker 0: Also meine Mutter hat hier gewohnt gearbeitet.
- 3:05Speaker 0: Deswegen war ich an den Wochenenden oft Hier an der Hauptwache bin Skateboard gefahren Frankfurter Bahnhof angekommen und dann drei Stationen mit der S-Bahn.
- 3:16Speaker 0: Also ich kenne die ganzen Wege noch, ja und Frankfurt hat für mich eine ganz besondere Energie.
- 3:23Speaker 1: Du schreibst in deinem Buch sehr viel über dein ganz persönliches Leben deine Erfahrungen auch an der Kindheit wie du aufgewachsen bist was dich da geprägt hat und du beschreibst eben auch quasi dem Titel entsprechend dieses Gefühl von nach Hause kommen für sich selbst in sich.
- 3:41Speaker 1: sozusagen Wie fühlt sich denn dieses Zuhause eigentlich an?
- 3:45Speaker 0: Ja, das ist eine gute Frage.
- 3:46Speaker 0: Weil als meine Mutter gestorben ist vor zwei Jahren habe ich mich im Prinzip auf die Suche gemacht nach diesem Zuhaus.
- 3:57Speaker 0: Ich hab dann mein ganzes Leben in Frage gestellt, hab wirklich so auch ja meinen ganzen Lebensweg so auf dem Prüfstand gepackt weil mir irgendwie klar geworden ist dieses Gefühl von irgendwo ankommen, ein Zuhause zu haben.
- 4:21Speaker 0: Das hatte ich nie!
- 4:23Speaker 0: Ich hatte natürlich ein Zuhausen... ...ich bin ja bei meinem Vater aufgewachsen in einem schönen Haus im Dorf von außen betrachtet wohlbehütet keine Probleme von außend betrichtet.
- 4:35Speaker 0: aber das hat damals schon angefangen dass zum Beispiel wenn ich bei Freunden war und da gab es einen Abendessen also Abendbrot klassisch mit Brotkäse, Schinken und sowas.
- 4:51Speaker 0: Und alle saßen da so zusammen.
- 4:53Speaker 0: Da hab ich mich immer wohl gefühlt!
- 4:57Speaker 0: Das war irgendwie für mich immer so ein Indikator zu Hause der Ess-Tisch... ...und die ganze Familie sitzt zusammen und sind da und essen.
- 5:07Speaker 0: Bei uns zuhause gab's das halt nie.
- 5:09Speaker 0: Weil meine Mutter nicht da war.
- 5:12Speaker 0: Ich bin mit meinem Vater in einer Art WG, will ich das mal sagen, aufgewachsen.
- 5:17Speaker 0: Wir haben auch nie wirklich zusammen gegessen.
- 5:19Speaker 0: manchmal und das war eher so, okay wir müssen alle unsere Probleme irgendwie hinkriegen.
- 5:27Speaker 0: Du musst jetzt putzen du machst das Rasenmähen alles war so ok wir müssen es irgendwie hin kriegen.
- 5:33Speaker 0: aber es war nie ein Gefühl von Ankommen durchatmen so dieses geborgene Geborgenheit.
- 5:41Speaker 0: Und das ist mir aber nie so klar gewesen.
- 5:43Speaker 0: und dann auch später als ich nach London gegangen bin und da zwei Jahre gewohnt habe, nach dem Abitur hat sich das für mich angefühlt wie alles was hier passiert kriegt keiner bei mir zu Hause mit.
- 5:58Speaker 0: Das ist wie ein Abenteuer!
- 6:00Speaker 0: Und dann bin ich nach Frankfurt gezogen in meine erste Wohnung.
- 6:03Speaker 0: Das war auch so.
- 6:04Speaker 0: das Gefühl von Hier bleibe ich eh nicht lange.
- 6:08Speaker 0: Dann bin ich noch Berlin gezogen In meiner eigene Wohnung und es war so okay Ist schön aber auch nur eine Zwischenstation.
- 6:18Speaker 0: Das heißt, egal wo ich war alles hat sich immer so angefühlt wie das Leben beginnt später!
- 6:25Speaker 0: Ich bin immer nur auf der Durchreise und mit dem Tod meiner Mama habe ich dann das alles zum ersten Mal wirklich reflektiert und versucht zu verstehen und deswegen bin ich zu dem Entschluss gekommen.
- 6:41Speaker 0: Coming home kann nur in dir selbst sein.
- 6:45Speaker 0: also dieses Gefühl von ich bin in mir angekommen kannst du nicht im Außen finden, also auch nicht an einem Ort finden.
- 6:53Speaker 0: Es kann hilfreich sein.
- 6:55Speaker 0: es sind auch logischerweise immer die Menschen, die etwas nach die einem das Gefühl geben.
- 7:01Speaker 0: hier bin ich zu Hause aber im Kern muss dieses Gefühl in dir selbst sein und da bin ich immer noch so.
- 7:12Speaker 0: ja Ich bin schon auf einen guten Weg Aber Auf dieser Reise befinde ich mich gerade so in mir anzukommen und ich glaube Oder was heißt ich?
- 7:21Speaker 0: Ich glaube, ich habe die Ahnung dass das nie endet.
- 7:25Speaker 1: Das wäre nämlich genau meine Frage gewesen.
- 7:27Speaker 1: Denkst du denn, dass es überhaupt so einen dauerhaften Zielzustand sozusagen gibt?
- 7:31Speaker 1: also dass du irgendwann mal sagst ja jetzt bin ich angekommen weil am Ende ändert sich ja die Welt drum herum und seine ganz eigene individuelle Welt ändert sicher auch die ganze Zeit.
- 7:42Speaker 0: Ich glaube ist eine Bewusstseinsfrage, dass man erstens das so artikuliert für sich und versteht Und dann die Reise genießt, dass es um die Reis geht und nicht ums Ankommen.
- 7:57Speaker 0: Weil ich glaube wenn du irgendwann das Gefühl hast ok jetzt bin ich angekommen, jetzt bin Ich ganz da, könnte ich mir vorstellen ist das so eine Form von Erleuchtung?
- 8:09Speaker 0: Da ist die Frage will man überhaupt also was passiert denn Gedankenspiel Du bist jetzt erleuchtet!
- 8:19Speaker 0: Dann stehst du morgens auf und was machst Du dann?
- 8:27Speaker 0: Und ich glaube deswegen ist so dieser Zustand von Erleuchtung gar nicht so erstrebenswert, sondern Ich glaube zu wissen wohin die Reise geht.
- 8:37Speaker 0: Das ist wichtig.
- 8:38Speaker 0: also Nicht ankommen zu wollen aber die Richtung zu kennen und das habe ich für mich erkannt weil dadurch erklärt sich eine Menge und ganz viel Druck löst sich und du kannst befreit einfach das Leben leben.
- 8:53Speaker 1: Warum müssen wir eigentlich immer erst irgendwas verlieren oder eine Krise kommen, damit wir anfangen das ganze mal unser Leben an sich mal vernünftig zu reflektieren?
- 9:03Speaker 0: Ich glaube dass es total menschlich.
- 9:06Speaker 0: Also solange es keine Probleme gibt kann man ja ganz unbeschwert durchs Leben gehen.
- 9:12Speaker 0: Es gibt keinen Grund sich Gedanken zu machen wenn alles gut ist und in der Regel sind das ganz oft Schicksalsschläge Krankheiten irgendwie Katastrophen, die passieren.
- 9:25Speaker 0: Die einen dazu zwingen sich diese Gedanken zu machen, die man sich vorher gar nicht machen muss weil es einem ja gut geht.
- 9:33Speaker 0: Wenn du dich gesund fühlst Du hast ein paar Euro auf dem Konto Du hast eine Familie mit der du dich wohlfühlst Enjoy your life gibt ja keinen Grund dann sich künstlich Probleme zu erschaffen um dann über sie nachdenken zu müssen.
- 9:47Speaker 0: aber oftmals sind's eben diese Schicksalsschläge die uns zum Nachdenken bringen, ist das Leben was ich führe eigentlich meins.
- 9:57Speaker 0: Und diese Schicksalsschläge führen halt in der Regel dazu dass du aus dem Unbewussten ins Bewusstog gehst Dass du erstmal so reflektierst was man eigentlich so macht oder was man gemacht hat die letzten zehn zwanzig dreißig Jahre Was einem vorher nie aufgefallen ist Weil man halt so in seinen Routinen war das den Alltag gemacht hat Das gemacht hat was vielleicht auch die anderen machen und das gar nicht in Frage gestellt hat, wie gesagt weil es keinen Grund dafür gibt.
- 10:27Speaker 0: Und ja sagen aber ganz viele Menschen die zum Beispiel so ein zweites Leben bekommen haben ich bin dankbar für diese Diagnose denn die hatten mir die Augen geöffnet.
- 10:37Speaker 0: Ich bin dank bar dass ich diesen Schicksalsschlag So schwer er auch war überlebt habe Denn er hat mich jetzt zu dem menschen gemacht der ich heute bin und ich bin glücklich als vorher Hörst du ganz oft also wenn du diese Geschichte immer wieder hörst von ganz vielen unterschiedlichen Menschen, muss da ja was dran sein.
- 10:59Speaker 0: Und so geht es uns allen und das ist auch schön!
- 11:07Speaker 0: Es geht uns allen gleich egal wo wir herkommen, egal wie viel Geld wir auf dem Konto haben.
- 11:12Speaker 0: am Ende wollen wir alle das Gleiche in gutes Leben führen gute Beziehung führen erkennen wer wir sind glücklich sein und oftmals Haben wir alle Möglichkeiten.
- 11:26Speaker 0: und sehen sie nicht, weil es uns im Kern zu gut geht.
- 11:31Speaker 0: Hier in Deutschland leben so viele Wohlstandsdepressive.
- 11:37Speaker 0: Ich würde mich da durchaus dazu zählen.
- 11:39Speaker 0: zumindest damals vor zehn Jahren Saß ich an meinem Fenster in Berlin habe rausgeguckt.
- 11:46Speaker 0: Ich hatte alles, hatte eine schöne Wohnung tolle Freundin Hatte ein paar Euro auf dem Konto, konnte von meinen Bücherschreiben leben Und hab mein Glück nicht gesehen.
- 11:56Speaker 0: Und ich glaube so im Kern geht es ganz vielen.
- 12:00Speaker 0: Wir haben hier Millionen Menschen, die einen vollen Kühlschrank haben, die mit dem Auto irgendwo hinfahren, die ein Job haben und so weiter... ...und die glauben das ist normal!
- 12:14Speaker 0: Und die nicht erkennen dass es nicht normal, das ist einfach Luxus.
- 12:19Speaker 0: Und nur weil wir etwas Jahrzehnte ja schon haben in unserem Alltag heißt es nicht, dass es normal ist.
- 12:27Speaker 0: Jetzt erkennen wir so langsam Moment mal, vielleicht haben wir dreißigvierzig Jahre über unsere Verhältnisse gelebt und jetzt nähern wir uns der Normalität an.
- 12:40Speaker 0: Und Millionen Menschen kriegen die Krise momentmal!
- 12:43Speaker 0: Was?
- 12:44Speaker 1: Liegt es nicht auch daran dass wir so eine sehr kapitalistische Sicht auf Glück haben?
- 12:48Speaker 1: also das wir Glück mal mindestens zu fünfzig Prozent auf Basis von Geld und Wohlstand materiellen Wohlstand definieren, wenn nicht sogar mehr als fünfzig Prozent ehrlicherweise.
- 13:01Speaker 1: Ich glaube, wenn wir hier auf die Straße gehen dann sagen die meisten Leute Geld wäre Glück und Gesundheit kommt vielleicht noch.
- 13:08Speaker 1: aber was man da ja nicht einbezieht ist überhaupt auch mal sowas wie mentale Gesundheit also so eine innere Zufriedenheit, so ein inneres Ankommen, sich wohlfühlen da wo man isst das ein Zimmer-Appartment genauso sein wie die Luxus-Villa.
- 13:26Speaker 1: Also, das ist ja ... Glück hat ja jetzt erst mal nichts mit dem nicht direkt was mit dem Bankkonto zu tun.
- 13:33Speaker 0: Mir fällt sofort eine Frage ein, die ich glaube meine Generation ganz oft von ihren Eltern gehört hat.
- 13:45Speaker 0: Du bist mit der Schule fertig und dann die Frage Kind, was willst du jetzt machen?
- 13:52Speaker 0: Und wenn du gesagt hast Ja, ich möchte gerne mein Hobby zum Beruf machen
- 13:58Speaker 0: Z.B.,
- 13:59Speaker 0: dann haben fast alle Eltern Herzenfakt bekommen, weil Unsicherheit für Eltern das Schlimmste ist... ...für ihre Kinder!
- 14:09Speaker 0: Lieber wollen Eltern, dass die ganz viele zumindest, dass ihre Kinder Glück und Unglück, das kann man so nicht so entscheidend.
- 14:19Speaker 0: Ja da müssen wir alle durch.
- 14:20Speaker 0: Das waren solide Geschichten Aber Hauptsache abgesichert.
- 14:24Speaker 0: D.h.
- 14:25Speaker 0: lieber möchten sie ihre Kinder in einem Beruf stecken indem die Kinder erstens keinen Spaß haben, zweitens vielleicht auch gar nicht talentiert sind.
- 14:33Speaker 0: Aber sie kriegen es halt irgendwie hin, dafür sind Sie aber abgesichert bedeutet ich muss mir als Elternteil keine Sorgen mehr machen weil das Wichtigste ist Geld!
- 14:42Speaker 0: Die finanzielle Absicherung ist gewährleistet.
- 14:46Speaker 0: Das heißt wir sind aufgewachsen also mit Wir meine ich so meine Generation.
- 14:52Speaker 0: Das Allerwichtigste isst im Prinzip finanzieller Absicherung.
- 14:57Speaker 0: Alles andere kommt danach.
- 15:01Speaker 0: Persönliche Erfüllung, was ist das?
- 15:04Speaker 0: Gesundheit ja ok.
- 15:05Speaker 0: Mach halt Sport und ernehre dich vernünftig.
- 15:08Speaker 0: Aber im Kern ist die Nummer eins Priorität finanzielle Absicherung.
- 15:13Speaker 0: oder was man so sagt als Kind macht was Anständiges So lernen in sich einen anständigen Beruf dann hast du keine Probleme mehr im Leben.
- 15:23Speaker 0: nass du keine Sorgen mehr Ob es dir dabei gut oder schlecht geht.
- 15:26Speaker 0: naja Das wüscht man so weg.
- 15:30Speaker 0: Und das ist schon eine gesellschaftliche Debatte oder eine gestschaftliche Analyse einer ganzen Generation.
- 15:39Speaker 0: und es ändert sich halt jetzt mit den Heranwachsenden, der neuen Generationen die sagen Moment mal ich will gar nicht mehr so viel arbeiten.
- 15:47Speaker 0: Ich habe andere Prioritäten mein Wertesystem ist ein anderes usw.
- 15:52Speaker 0: Das ist ja auch gut und das bringt natürlich so ne Gesellschaft ins Wanken weil auf einmal zwei verschiedene Sichtweisen Auch das Arbeiten aufeinander prallt, die dann durchaus Konfliktpotenzial in sich birgt.
- 16:07Speaker 0: Vor allem noch eine Sache wenn Firmen nicht mehr locken können nur mit Geld!
- 16:11Speaker 1: Ich habe auch das Gefühl es liegt auch so ein Stück weit daran weil wir das natürlich auf die Spitze getrieben haben als Gesellschaft.
- 16:17Speaker 1: also ich hab Wochenende mit ein paar Familienvätern darüber philosophiert die alle ja ihre Kinder jetzt gerade kurz vor der Versetzung in die nächste Krasse oder sogar mit der schulischen fertig und so weiter, in der Situation sind.
- 16:32Speaker 1: Und ich habe dann gesagt... In meiner Schulzeit hatte ich zumindest noch das Gefühl, dass ich mich selber irgendwie ausprobieren konnte.
- 16:41Speaker 1: Da hatte ich nicht jeden Tag nachmittags bis spät noch Nachmittagsunterricht und danach musste ich dann auch noch Hausaufgaben machen oder so, sondern gut, Hausaufgang habe ich ohnehin selten gemacht aber es ist ein anderes Thema.
- 16:54Speaker 1: Aber ich hatte zumindest die meisten Nachmittage sozusagen zur freien Verfügung.
- 17:00Speaker 1: Gut man hätte mehr lernen müssen oder sollen anderes Thema Aber ich hatte zumindest die Möglichkeit, eigene Sachen auszuprobieren.
- 17:07Speaker 1: irgendwelche Projekte zu starten, Freunde zu treffen was auch immer.
- 17:13Speaker 1: und Ich hatte das Gefühl dass es in den Generation nach uns Immer weniger wurde.
- 17:19Speaker 1: also die Schule wurde immer länger der Druck wurde immer größer Es war immer mehr dieses diese sehr akademisierte Gesellschaft und dieser Anspruchshaltung Du musst deinen Abitur machen du musst studieren sonst kann ja aus dir gar nichts werden.
- 17:32Speaker 1: Und ich hab das Gefühl, gerade jetzt sind wir genau an diesem Kipppunkt.
- 17:35Speaker 1: Wo die Jugend ... Die nachkommenden Generationen selbst sagen, nee, es ist mir langsam alles ein bisschen zu wild.
- 17:42Speaker 1: Weil da komm' ich ja völlig zu kurz!
- 17:45Speaker 1: Es is ja nur noch dieses... Hier die Top Ten Berufe und einen davon wählst du dir bitte aus weil dann ist eben die Sicherheit da Dann geht nix schief und kannst du ja glücklich werden.
- 17:56Speaker 0: Ja, also Ich möchte nicht in der Haut eines heute-zwanzigjährigen oder einer zwanzigjährigen stecken, weil die Ansprüche heute sind so krass gestiegen.
- 18:08Speaker 0: Und wenn man sich mal überlegt wie sich unsere Welt in den letzten zehn Jahren verändert hat auch der technologische Fortschritt in den nächsten zehn Jahren im Verhältnis zu den letzten hundert Jahren ist enorm!
- 18:24Speaker 0: Auch viele Berufe, die vor fünfzehn Jahren noch als absolut krisenfest galten, sind das heute nicht mehr.
- 18:31Speaker 0: Der Beruf des Anwalts!
- 18:33Speaker 0: Ja?
- 18:34Speaker 0: Wo man sagen würde okay, als ich Abitur gemacht habe und jemand sagt er studiert Jura und wird jetzt Anwalt hätten alle gesagt wenn es dir Spaß macht mega wirst du nie mehr Probleme haben in deinem ganzen Leben.
- 18:48Speaker 0: Das Anwald mit Arzt ist ja so... ...das Aussingeschild eines seriösen Berufspilots vielleicht noch.
- 18:55Speaker 0: So lange sehr.
- 18:58Speaker 0: Und heute seht ihr da, der ganz normale Anwalt also was man so ein bisschen abschätzig als Wald- und Wiesenanwalt bezeichnet den wird sehr wahrscheinlich in zwanzig Jahren nicht mehr geben.
- 19:11Speaker 0: Weil da die KI einfach das ganz automatisiert übernehmen wird.
- 19:16Speaker 0: Es wird immer Anwälte geben, die sich hoch spezialisiert haben auf etwas.
- 19:22Speaker 0: aber so der ganze Mainstream also so die siebzig achtzig Prozent Das wird wegfallen.
- 19:28Speaker 0: Das heißt, Kinder die heute... meine Tochter zum Beispiel.
- 19:35Speaker 0: Die ist jetzt vier.
- 19:39Speaker 0: Die wird einen Beruf erlernen wahrscheinlich oder in einem Beruf arbeiten den es vielleicht heute noch gar nicht gibt.
- 19:47Speaker 0: Den es vielleicht auch in zehn Jahren noch nicht geben wird.
- 19:50Speaker 0: Das heißt die Ansprüche und die Voraussetzungen haben sich so krass geändert?
- 19:56Speaker 0: Dazu kommt dass die Kinder heute noch im Schulsystem sind.
- 19:59Speaker 0: das von vor hundert Jahren ist völlig veraltet dass mit der Realität in Kern nichts mehr zu tun hat.
- 20:08Speaker 0: Und auch hier klafft also so eine große Lücke, das heißt wer heute Abitur macht, hat echt enorme Herausforderungen vor sich.
- 20:19Speaker 0: von der Klimakrise möchte ich gar nicht reden.
- 20:21Speaker 0: Ja?
- 20:22Speaker 0: Also so und deswegen ja viel Glück!
- 20:29Speaker 0: Ja viel Glück.
- 20:30Speaker 0: und aber noch mal im Kern gilt für uns alle das gleiche Versuche einfach das Beste aus diesem Leben rauszuholen für dich.
- 20:40Speaker 0: Und höre nicht auf die Alten!
- 20:43Speaker 0: Es ist so, höre Nicht auf die alten weil die alten und es meine ich nicht abschätzig Ich bin ja auch mit siebenundvierzig für einen zwanzigjährigen alt Hörren nicht auf mich.
- 20:54Speaker 0: hör auf dass was dein Bauchgefühl dir sagt Was du ausprobieren möchtest in deinem Leben?
- 21:00Speaker 0: Ich habe's ja auch so gemacht als ich mit der Schule fertig war hab ich nicht das gemacht, was die anderen gemacht haben.
- 21:06Speaker 0: Ich habe nicht studiert und keinen Beruf gelernt.
- 21:09Speaker 0: Ich wollte ... das Leben erleben!
- 21:12Speaker 0: Ich bin raus in die Welt und hab Abenteuer erlebt.
- 21:15Speaker 0: Und... Das war mein Weg.
- 21:19Speaker 0: So bin ich zu dem gekommen, was ich heute mache.
- 21:22Speaker 0: Finde heraus, was dein Weg ist und höre nicht auf die, die unter Umständen gar nicht verstehen, in welcher Situation du bist.
- 21:29Speaker 0: Weil es ja klar, ein heute fünfzigjähriger kann sich vielleicht gar nicht vorstellen, wie das Leben eines Achzenjährigen ist.
- 21:38Speaker 0: Weil es so krass unterschiedlich ist zu dem eigenen Aufwachsen.
- 21:44Speaker 0: und deswegen mein Rat an wirklich junge Menschen hört es euch an was die anderen sagen aber versucht erstens nicht denen zu gefallen.
- 21:54Speaker 0: versucht auch nicht euren Eltern zu gefallen.
- 21:56Speaker 0: hört auf euer Bauchgefühl und hört auf eure Intuition.
- 22:01Speaker 0: ich weiß das stichwort intuitionen is schwer weil der Lärm von außen so laut ist und wir gar nicht mehr die Zeit haben, wirklich herauszufinden.
- 22:11Speaker 0: was ist mein eigener Gedanke zu einem Thema?
- 22:15Speaker 0: Weil wir machen das Handy an und haben sofort zwanzig Antworten zu jedem Thema.
- 22:21Speaker 0: Und dann picken wir irgendwas raus und machen eine Antwort zu unserer Antwort aber wissen gar nicht.
- 22:25Speaker 0: ist es wirklich meine Antwort!
- 22:27Speaker 0: Ist es wirklich das was ich will oder plappere ich nur das nach was ich den ganzen Tag in Social Media höre und lese?
- 22:35Speaker 0: Und das ist eben auch ein Riesenunterschied.
- 22:37Speaker 0: Früher, womit früher meine ich so als ich aufgewachsen bin mit zwanzig, fünfundzwanzig musste ich aktiv nach Nachrichten suchen.
- 22:47Speaker 0: Ich musste aktiv etwas tun um etwas herauszufinden.
- 22:52Speaker 0: Heute ist es genau umgekehrt.
- 22:55Speaker 0: heute bekommst du vier und zwanzi Stunden diese Information und Du musst dich aktiv dann zu entscheiden das Handy auszumachen keine Informationen aufzunehmen.
- 23:05Speaker 0: Das heißt Das, was vor zwanzig Jahren ein richtiger Weg war ist heute exakt das Gegenteil.
- 23:12Speaker 0: Ein Beispiel von so vielen Dingen die sich geändert haben in den letzten zwei Jahrzehnten.
- 23:17Speaker 0: Deswegen hör auf dein Bauchgefühl, hoff deine innere Stimme und erlaube dir Fehler zu machen!
- 23:23Speaker 0: Ich bin der Meinung, die zwanziger Jahre sind dafür da Fehler zumachen.
- 23:28Speaker 0: Nichts anderes du musst mit einzwanzig nicht wissen was du studierst und dann dabei bleiben und auch in dem Beruf immer bleiben.
- 23:37Speaker 0: Woher willst du denn wissen, was dir Spaß macht, worin du gut bist?
- 23:39Speaker 0: Wenn du es nie ausprobiert hast.
- 23:42Speaker 0: Ich wusste erst mit neunzwanzig, dass ich offensichtlich ein Talent habe, Geschichten zu erzählen.
- 23:48Speaker 0: Ich war in der Schule nie gut.
- 23:49Speaker 0: Ich hab mich nie für Literatur interessiert.
- 23:52Speaker 0: Ich habe nie viele Bücher gelesen.
- 23:54Speaker 0: Ich hat nie ... mich f-für das Thema interessiert, was heute mein Beruf ist.
- 24:01Speaker 0: Aber als ich dann die Chance bekommen hab... Mit all der Lebenserfahrung, die ich vorher gesammelt haben habe ich gedacht, okay.
- 24:08Speaker 0: Ich probiere es mal aus und dann hab' ich gemerkt Okay!
- 24:12Speaker 0: Erstens das macht mir Spaß und zweitens das kann nicht.
- 24:15Speaker 0: Ich hätte's aber nie gedacht mit einundzwanzig.
- 24:18Speaker 0: Deswegen also hört auf niemanden.
- 24:22Speaker 0: Macht euer Ding Und ja erlaubt euch zu scheitern.
- 24:28Speaker 0: Scheitern ist nicht das Gegenteil von Erfolg Es ist ein wichtiger Teil Von Erfolg.
- 24:34Speaker 1: Wie schaffe ich denn da die Balance zwischen globalen Krisen, Weltschmerz, Pessimismus, gesellschaftlichen Erwartungen und dieser... Ich meine es gar nicht negativ behaftet.
- 24:46Speaker 1: Aber diese egoistische Selbstwahrnehmung und zu sagen ich mache aber trotzdem also ich muss jetzt auch mal an mich selber denken und nicht immer nur mich davon leiten lassen was da draußen gerade passiert.
- 25:00Speaker 0: Also ich glaube schon dass es einen großen Unterschied gibt zwischen einem egoistischen Verhalten, so nach dem Motto Nach mir die Sinnflut.
- 25:12Speaker 0: Ist mir ganz egal was mit der Welt passiert das ganze Universum dreht sich nur mich und selbstliebe Riesenunterschied.
- 25:22Speaker 0: man könnte das verwechseln.
- 25:23Speaker 0: wenn jemand sagt nein ich entscheide mich für mich Ich mache das jetzt mal ich probiere es erstmal aus weil ich möchte herausfinden ob das gut für mich ist Kann man von außen betrachtet sagen naja ok Jetzt fliegt er nach Miami Und macht da Irgendwas.
- 25:42Speaker 0: Und postet es auf Instagram und das sieht sehr selbstverliebt alles aus, oh jetzt denkt er ist ja etwas besseres Verläts in Miami ist und da eine Ausbildung macht als was weiß ich irgendwas oder man betrachtet es hey der hat das Geschenk des Lebens erkannt für sich?
- 26:03Speaker 0: Er hat ne Chance bekommen jetzt nach Miami zu gehen um dort ein Jahr herauszufinden mit einen zwanzig wozu er in der Lage ist Und das ist eine Form von Selbstliebe herauszufinden, wer man in dieser Welt ist.
- 26:21Speaker 0: Ich glaube wir dürfen jungen Menschen nicht die kompletten Weltprobleme auf die Schultern packen.
- 26:29Speaker 0: Also zu sagen okay du darfst jetzt nicht mehr fliegen weil wir haben eine Klimakrise also diese ganzen Verbrote junger Menschen aufzubürden was die Erwachsenen ja gar nicht schaffen Das ist einfach ungerecht und auch nicht sinnstiftend.
- 26:47Speaker 0: Und auch nicht hilfreich.
- 26:48Speaker 0: so.
- 26:50Speaker 0: also Ich bin der Meinung Jeder und jede soll einfach das machen was er und sie machen kann und jeder kann mehr, also so Dein bestes ist erstens an jedem tag etwas anderes und es ist auch für jeden menschen was anderes.
- 27:09Speaker 0: ich habe gerade auf dem weg hierher ein podcast gehört mit luisa neubauer die sich sehr in junger mensch Ende zwanzig, die sich seit vielen Jahren für die Klimakrise einsetzt und auch selbst aufopfernd entteilen unterwegs ist.
- 27:25Speaker 0: Die mit Personenschutz reisen muss weil sie einfach so viele Morddrohungen bekommt usw.
- 27:31Speaker 0: Nicht jeder Mensch hat diese innere Sicherheit oder auch das Selbstbewusstsein so etwas zu tun.
- 27:42Speaker 0: Das heißt Wenn sich jeder jetzt mit ihr vergleichen würde, dann würden sehr wahrscheinlich ganz viele Menschen denken, oh mein Gott ich mache viel zu wenig um was Gutes für die Welt zu machen.
- 27:54Speaker 0: Aber brennt doch dein Müll und wenn das deinen Beitrag ist super!
- 28:02Speaker 0: Also sich nicht immer mit den Vergleichen, die im Rampenlicht stehen sondern der alte Kalenderspruch kehrt auch vor deiner eigenen Haustür.
- 28:12Speaker 0: Ich habe zum Beispiel in meiner Schwieger-Eltern oder in meiner Schwiegerfamilie Mein Schwiegervater ist im Iran geboren und sein großer Lebenstraum ist der, dass der Iran irgendwann frei wird.
- 28:28Speaker 0: Und er widmet sich in seinem ganzen Leben mit seinem ganzen leben wirklich so organisiert Demos und macht ganz viel in der Bewegung das der Iran irgendwas frei wird und leidet natürlich extrem darunter weil das eine fast ja aussichtslose Aufgabe ist.
- 28:53Speaker 0: Das ist das große Bild, ein Onkel meiner Frau auch Iran logisch ungefähr gleich alt sagt Ich möchte gar nicht das große bild haben ich möchte gar nichts den iran retten.
- 29:08Speaker 0: Ich möchte den menschen helfen in meiner unmittelbaren umgebung Den ich helfen kann.
- 29:16Speaker 0: also beide wollen etwas helfen Der eine will das große und scheitert daran sehr wahrscheinlich und der andere sagt Ich kann das große gar nicht beeinflussen, aber ich kann die Menschen beeinflussend in meinem Umkreis und den versuche ich irgendwie zu helfen.
- 29:32Speaker 0: Mit welchen Mitteln auch immer!
- 29:35Speaker 0: Es gibt nicht richtig oder falsch sondern Versuche herauszufinden was passt zu mir?
- 29:40Speaker 0: Was passt zu meinem Leben?
- 29:41Speaker 0: Was kann ich auch leisten?
- 29:43Speaker 1: Wenn wir mal zurück in deine Kindheit gehen es ist ja an der Regel so dass man als kind selber ganz lange gar nicht merkt dass man jetzt vielleicht nicht in der perfekten Normfamilie, die gibt es sowieso nicht aber.
- 29:59Speaker 1: In so einer perfekte Vorstellung einer Familie aufwächst sondern ist ja den Status quo erstmal gewohnt und man kennt's ja nicht anders selbst.
- 30:08Speaker 1: Und dann fängt man irgendwann an bei anderen Freunden Familien wo man vielleicht zu Gast ist zu merken da läuft das irgendwie anders.
- 30:17Speaker 1: Wann war denn bei dir?
- 30:18Speaker 1: Der Moment wo du gemerkt hast das ist bei uns vielleicht schon Anders mal wertfrei erstmal, aber anders als vielleicht bei Freunden die man hat und so weiter.
- 30:31Speaker 0: Also interessanterweise habe ich das als Kind gar nicht so wahrgenommen.
- 30:39Speaker 0: also ich hab mir jedenfalls kann ich mich nicht daran erinnern dass sich jemals zu Hause saß wenn wir Gedanken gemacht haben darüber dass es bei uns anders ist als beim Peter oder beim Thomas.
- 30:52Speaker 0: Das kam erst eigentlich viel, viel später als ich gar kein Kind mehr war.
- 30:57Speaker 0: Weil als Kind ist das was du hast jeden Tag noch mal und es läuft ganz viel im Unbewussten ab und ganz viel auch wenn dich als kind Dinge belasten Wenn du ein Trauma erleidest was ja so viele Kinder erleiden das ist ja eine unterschwellige Energie Und das nimmst du nicht bewusst wahr sondern auch dein Gehirn Versucht das zu verarbeiten, indem es es wegschließt.
- 31:28Speaker 0: Weil dein Gehirn will ja dass du weiterhin funktionierst als Kind und Mensch Und erzählt ihr wie bei mir auch einfach eine andere Geschichte.
- 31:39Speaker 0: Das ist halt das Krasse am Gehirnen.
- 31:42Speaker 0: Wie das funktioniert ist Will dich beschützen vor der Wahrheit.
- 31:45Speaker 0: Also er findet es eine alternative Wahrheit die Du aber als die Wahrheit abspeicherst.
- 31:53Speaker 0: Natürlich habe ich darunter gelitten, dass meine Mutter weggegangen ist.
- 31:58Speaker 0: Als Sohn oder als Junge Logisch Heute Damals und auch bis vor Kurzem habe ich die Geschichte erzählt.
- 32:08Speaker 0: Die Scheidung meiner Eltern hat mir überhaupt nichts ausgemacht.
- 32:12Speaker 0: Im Gegenteil das war super.
- 32:14Speaker 0: Am Wochenende war ich bei der Mama hatte alle Freiheiten durfte irgendwie Kabelfernsehen gucken was ganz neu war.
- 32:20Speaker 0: Also alle Serien aus Amerika kamen so in den neunziger jahren, achtzigerjahren nitrider und a team und die ganze karate filme und so.
- 32:30Speaker 0: das war alles ganz neu weil mein vater gab es kein kabel.
- 32:34Speaker 0: fernsehen bei meiner mutter schon mega ja war doch super für mich dann nach bisschen schule gewesen unter dem nächsten wochen ende wieder.
- 32:43Speaker 0: dass meine eltern sich überhaupt mal getroffen haben also die passen noch gar nicht zusammen ist doch klar.
- 32:50Speaker 0: dass sie sich haben scheiden lassen logisch war für mich gar kein problem.
- 32:55Speaker 0: Im Gegenteil, ich hatte das beste Leben.
- 32:58Speaker 0: Das war die Erzählung, die ich bis zum Tod meiner Mutter vor Gericht unterschrieben hätte.
- 33:05Speaker 0: und so stark ist unser Gehirn!
- 33:09Speaker 0: So viel Macht hat unser Gehirn!
- 33:11Speaker 0: Ich habe erst mit fünfundvierzig in der Retro-Spektive, als ich darüber nachgedacht hab festgestellt ... Moment mal... Ich habe doch an den Wochenenden immer Fußball gespielt im Verein Und als ich ein bisschen älter war, habe ich immer Basketball gespielt an den Wochenenden.
- 33:30Speaker 0: Ich kann gar nicht jedes Wochenende bei meiner Mutter gewesen sein, so wie meine Erzählung es immer mir vorgegaukelt hat.
- 33:37Speaker 0: warum dann bitte ich daran nichts zerbreche.
- 33:41Speaker 0: Damit ich nicht ständig das Gefühl habe ich vermisse meiner Mutter.
- 33:45Speaker 0: als Kind hab' ich die Erzählungen ja erzählt.
- 33:51Speaker 0: Die Scheidung meiner Eltern war super!
- 33:52Speaker 0: Ich konnte an den wochenenden immer Karate geht gucken.
- 33:56Speaker 1: Es gab eine Stelle in deinem Buch da musste ich echt ein bisschen nachdenken wo du geschrieben hast du hast gar nicht so viele bilder von deiner mutter im kopf.
- 34:05Speaker 1: dann habe ich so in meine eigene kindheit zurückgedacht und habe auch festgestellt ich hab wenig sehr wenig Und noch weniger ehrlicherweise positiv behaftete bilder Im kopf abgespeichert.
- 34:21Speaker 1: trägst uns da unser hin auch irgendwie ein bisschen aus dass es Die, die dann eben auch wie du gerade schon beschreibst, die negativ behafteten Dinge einfach quasi ausblendet.
- 34:31Speaker 1: Weil die poppen bei mir immer nur so episodenhaft dann tatsächlich auf.
- 34:36Speaker 1: Also wenn man dann tiefer reingeht und mal versucht das irgendwie für sich aufzuarbeiten... ...dann kommt man da schon ran aber.. Das sind dann so einzelne Schlaglichter sozusagen, die im wahrsten Sinne es wurde so ein Schlag-Licht irgendwo auftauchen.
- 34:50Speaker 0: Es ist ganz interessant!
- 34:52Speaker 0: Es gibt ja einen Grund warum vor Gericht Zeugenaussagen so ungern genommen werden, weil der Mensch sich einfach nicht erinnert.
- 35:01Speaker 0: Oder die Erinnerung einfach bruchstückhaft ist.
- 35:04Speaker 0: Manchmal glauben wir auch etwas zu sehen haben aber was ganz Falsches gesehen.
- 35:08Speaker 0: manchmal sind wir hundert Prozent sicher das Auto war grün es auto war braun und logischerweise ist unser Gehirn und auch Mainz einfach Die Erinnerungen ja oft auch falsch.
- 35:23Speaker 0: Also als ich mit meinem Bruder darüber gesprochen habe, mein Bruder ist vier Jahre älter.
- 35:28Speaker 0: Auch als er meinen Buch gelesen hat, der gesagt hat es so interessant deine Sichtweise auch so deine Perspektive auf unser Aufwachsen zu sehen ist so interessant weil er in Teilen eine andere Perspektivart war.
- 35:40Speaker 0: warum?
- 35:41Speaker 0: Er war vier Jahre Älter und wenn du ein Kind bist sind vier Jahre gigantisch Und er hat einfach viel mehr auch positive Erinnerungen an unser Aufwachsen als ich.
- 35:57Speaker 0: Und... Ich hab zum Beispiel ganz wenige Bilder so von mir unter zehn im Kopf, mein Bruder recht viele.
- 36:10Speaker 0: aber als ich acht war, war er auch schon zwölf und hat ganz andere Sachen gemacht und war viel weniger zu Hause weil er sich mit Kumpels getroffen hat und schon übernachten durfte und sowas.
- 36:26Speaker 0: Viel selbständiger war.
- 36:30Speaker 0: Ja, ist super interessant.
- 36:35Speaker 0: Die Psychologie sagt ja wenn Kinder traumatische Erlebnisse hatten in ihrer Kindheit dann ist das ein Indikator dafür, wenn du dich nicht erinnern kannst.
- 36:46Speaker 1: Es ist übrigens ganz spannend dass du es mit Christoph gerade sagst weil bei mir war's genau umgekehrt.
- 36:52Speaker 1: also mein Bruder ist jünger als ich und der sieht das alles ganz anders.
- 36:57Speaker 1: Also für ihn war das alles in Ordnung, so wie es war und verklärt das eher ins Positive.
- 37:05Speaker 1: Während ich da schon eine sehr deutliche negative Meinung habe...
- 37:11Speaker 0: Es ist ja auch klar, es gibt ja nicht die Wahrheit!
- 37:15Speaker 0: Also klar gibt es wenn wir so in die Wissenschaft gehen natürlich gibt es die Schwerkraft Das ist eine Wahrheit.
- 37:23Speaker 0: also alle physikalischen Wahrheiten sind natürlich so Facts Aber alles was die persönliche Wahrnehmung betrifft, also unser Miteinander hat jeder seine eigene Wahrheit.
- 37:38Speaker 0: Und alles ist auch in einer Form richtig und ich schreibe ja auch in den Buch das es meine Perspektive und deswegen war's auch so wichtig die Geschichte meiner Mutter auch nochmal nachzuerzählen um zu verstehen Was is ihre Perspektiv?
- 37:53Speaker 0: Und wo kommt sie eigentlich her und warum hat sie Dinge gemacht wie sie sie gemacht hat?
- 37:58Speaker 0: welche Trauma hat meine Mutter durchleben müssen?
- 38:01Speaker 0: und so weiter, also um zu verstehen.
- 38:03Speaker 0: Und ja das ist so entscheidend!
- 38:07Speaker 0: Also mein Bruder zum Beispiel hat mir Geschichten erzählt da sage ich habe null Erinnerungen daran was aber auch daran liegt.
- 38:16Speaker 0: Mein Bruder war immer gesund.
- 38:19Speaker 0: Mein Bruda war jetzt in der Schule immer gut.
- 38:23Speaker 0: Mein bruder war selbstständig.
- 38:25Speaker 0: Mein brother hat schon immer sein eigenes Ding gemacht.
- 38:28Speaker 0: Schon als kleiner Junge hatte er seinen eigenen Schlüssel, ist dann nach der Schule zu seinen Kumpels gegangen und erst am Nachmittag nach Hause gekommen.
- 38:36Speaker 0: Diese typischen Schlüsselkinder, die es damals gab!
- 38:41Speaker 0: Und bei mir war das halt anders weil ich als Kind eben so viel krank war.
- 38:45Speaker 0: Das heißt... Bei mir war's dann so, dadurch dass meine Mutter nicht da war hat dann die Frau Herbert, das ist schon so lange her und die Name fällt mir natürlich noch ein, das war unsere Haushaltshilfe.
- 38:59Speaker 0: Die hat dann an meinem Bett gesessen als ich krank war.
- 39:03Speaker 0: Mein Vater war Arbeiten, die hat mir den Milchreis mit heißen Kirschen gemacht und mir den ans Bett gebracht und nicht meine Mutter.
- 39:12Speaker 0: Dadurch dass mein Bruder nicht krank waren nie der war immer kerngesund hatte er dieses Erlebnis mit Frau Herbert nie das für mich aber so prägend war.
- 39:21Speaker 0: deswegen sind natürlich die Erinnerungen bei mir Die bestehen bleiben ganz andere als bei meinem Bruder Die Mama mal an einem Geburtstag, an meinem ist nicht sechsten Geburtstag oder siebten Geburtstage mal für alle Kinder irgendwie Pizza gebacken hat.
- 39:39Speaker 0: Da war ich halt drei keine Ahnung.
- 39:43Speaker 1: Du hast gerade schon über die Gründe und Prägungen auch deiner Mutter gesprochen?
- 39:49Speaker 1: Für mich ist es immer so ein ganz schmaler Grad zwischen.
- 39:53Speaker 1: man kann sehr tief da reingehen und sehr gut verstehen Woher gewisse Verhaltensmuster für Erhaltensweisen kamen oder kommen und oft lässt sich das auch alles erklären mit Trauma belasteten Großeltern sozusagen dann.
- 40:09Speaker 1: Und ähnlichen, und trotzdem finde ich gibt es so rote Linien.
- 40:16Speaker 1: wenn die überschritten werden ist es schwierig daraus abzuleiten.
- 40:21Speaker 1: ja hier ich gebe dir die Hand und Ich kann das irgendwie verzeihen was du da getan hast.
- 40:27Speaker 1: Wie ging es dir denn damit?
- 40:28Speaker 1: Weil irgendwann ist man ja an dem Punkt, man hat da so ein komplettes Bild und kann quasi fast schon wie so einen Rechtsanwalt irgendwie die Ursachen darlegen.
- 40:38Speaker 1: Und vor Gericht sozusagen verteidigen warum das Verhalten so war.
- 40:43Speaker 1: aber das heißt ja nicht dass man für sich selber dann sagt jetzt wo ich verstehe warum du so warst wie du warst oder bist wie du bist mache ich dann Haken drunter und sage ok.
- 40:56Speaker 0: Das stimmt Es gibt gewisse rote Linien und die hat auch meine Mutter überschritten.
- 41:05Speaker 0: Es ist ja immer die Frage, wo will man hin?
- 41:10Speaker 0: Also will ich jetzt für immer in der Opferrolle sein und meiner Mutter die Schuld geben – für was auch immer?
- 41:20Speaker 0: oder will ich sagen okay, ich möchte einfach verstehen über das Verstehen komme ich ins Verzeihen.
- 41:31Speaker 0: und dann geht es in die Heilung!
- 41:37Speaker 0: In der Frage Eltern, Kind und wenn ein Trauma da ist oder eine Differenz da ist.
- 41:43Speaker 0: Oder wenn etwas passiert ist und man müsste darüber reden Es geht ja immer um die eigene Heilung es geht nie um die andere Heilung.
- 41:53Speaker 0: Also es geht um das eigene Vergeben.
- 41:59Speaker 0: Man vergibt einem anderen Menschen nicht für ihn sondern man macht's ja für sich.
- 42:03Speaker 0: Und bei meiner Mutter war es halt so dass ich am Todesbett oder am Sterbebett saß und mit ihr reden wollte.
- 42:17Speaker 0: Tage lang, Wochenlang immer wieder habe ich versucht Mama es gibt gewisse Dinge.
- 42:22Speaker 0: Ich möchte sie gerne verstehen.
- 42:25Speaker 0: Können wir darüber reden Und meine Mutter hat quasi die Aussage verweigert Weil du gerade auch das Bild mit dem Gericht angespielt hast.
- 42:35Speaker 0: Meine Mutter hat die Aussagen verweiggelt.
- 42:37Speaker 0: Sie hat immer nur gesagt Es ist alles okay.
- 42:40Speaker 0: Bei allen Themen gab so viele unterschiedliche Themen Die wir besprechen mussten persönliche Themen, aber eben auch so ganz banale Themen.
- 42:50Speaker 0: Ja wie machen wir das denn jetzt wenn du stirbst?
- 42:53Speaker 0: Gibt es irgendwas dass wir wissen müssen?
- 42:56Speaker 0: also ja hilf uns!
- 43:02Speaker 0: Was so Mama?
- 43:03Speaker 0: was habe ich jetzt zu tun?
- 43:05Speaker 0: Du bist die einzige die mir da jetzt einen Rat geben kann oder dir die Antwort kennt.
- 43:09Speaker 0: Hilf mir Ich brauche dich und alles was sie sagt ist alles gut.
- 43:16Speaker 0: Und da war ich natürlich wütend und komplett frustriert und enttäuscht.
- 43:21Speaker 0: Ich bin auch Vater einer Tochter, und ich würde mit meiner Tochter niemals so reden oder eben nicht reden!
- 43:26Speaker 0: Ich würde alles tun um meine Tochter zu schützen, auch vor Gefahr... ...und meine Mutter hat es eben nicht gemacht.
- 43:35Speaker 0: Das heißt in ganz vielen Dingen hat sie eine rote Linie überschritten.
- 43:40Speaker 0: wo ich mich dann frage warum?
- 43:42Speaker 0: Also ich versteh's nicht.
- 43:45Speaker 0: Später habe ich dann begriffen In ihr muss so viel Schmerz gewesen sein und so viel Leid gewesen sein, dass sie selbst als es darum ging den Mutterinstinkt zu aktivieren.
- 43:59Speaker 0: Dass dieser innere Schmerzen größer war als der natürliche Drang dein Kind zu schützen.
- 44:08Speaker 0: Und da hatte ich Mitleid!
- 44:11Speaker 0: Ich habe dann so gedacht krass wie muss das Leben meiner Mutter ausgesehen haben all die Jahrzehnte nie über ihre Gefühle geredet zu haben, nie über diesen inneren Schmerz gerede zu haben.
- 44:29Speaker 0: Meine Mutter hat nie Therapie gemacht, hat nie sich anvertraut oder was heißt?
- 44:35Speaker 0: Anvertraute hat nie über Ihre Themen gesprochen.
- 44:40Speaker 0: Jedenfalls nicht mit mir und ich wüsste auch nicht mit wem!
- 44:46Speaker 0: Und es gibt einen Moment, das war krass.
- 44:49Speaker 0: erst vor Kurzem Da hab ich mit meinem Bruder telefoniert, lange.
- 44:54Speaker 0: Und da hat er gesagt ... Er hat sich an einer Situation erinnert, da war er schon Anfang Mitte zwanzig?
- 45:03Speaker 0: Da hat der noch in München gearbeitet und ist manchmal nach Frankfurt gefahren um was zu machen und hat eben bei meiner Mutter übernachtet.
- 45:12Speaker 0: Jedes Mal wenn er wieder weggefahren ist, hat meine Mutter geweint.
- 45:18Speaker 0: Dann hat mein Bruder gefragt, warum weinst du denn?
- 45:22Speaker 0: Dann sagt sie zu ihm Ich habe immer gedacht, ich hätte noch Zeit.
- 45:34Speaker 0: Und jetzt sehe ich, diese Zeit ist weg und kommt nie wieder.
- 45:42Speaker 0: Und dann hat sie versucht, einfach weil ich ein bisschen jünger war... ...dann – ich war dann zwar auch schon zwanzig oder ja ungefähr– Hat sie immer versucht bei mir sehr viel wieder gut zu machen!
- 46:01Speaker 0: Und hat das aber nie so richtig hinbekommen?
- 46:04Speaker 0: Also so….
- 46:05Speaker 0: Sie hat es immer versucht mit geschenken oder Gegenständen und konnte aber nie diese Tür öffnen in sich.
- 46:21Speaker 0: Und das muss so wehgetan haben, es muss man aber auch verstehen wo meine Mutter her kam und dass ist dann eben dann doch entscheidend.
- 46:34Speaker 0: Meine Mutter war die Tochter von Heimatvertriebenen ist in einem heute will man sagen Flüchtlingscamp auf die Welt gekommen ist ein bitterer Armut aufgewachsen.
- 46:46Speaker 0: sie wurden dann verteilt nach Baden-Württemberg wurden in eine Familie gesteckt, wo sie dann gewohnt haben.
- 46:53Speaker 0: Wo sie aber auch nicht willkommen waren.
- 46:55Speaker 0: Das heißt meine Mutter ist aufgewachsen in einem konstanten Klima des Nicht-Willkommensseins.
- 47:02Speaker 0: Das... Auch Nicht-An-Kommens?
- 47:05Speaker 0: Da sind wir wieder mit Heimat und Coming Home und das Gefühl von zu Hause.
- 47:10Speaker 0: Meine Mutter hat sich ihre ganze Kindheit nicht ... Willkommen gefühlt.
- 47:16Speaker 0: Und meine Mutter war immer die andere!
- 47:19Speaker 0: Die Meine Mutter wurde eben nicht zum Kindergeburtstag eingeladen in der ersten Klasse.
- 47:27Speaker 0: Meine Mutter ist, als sie Abitur gemacht hat immer noch von ihrem Lehrer gefragt worden, als er schwäbisch gesprochen hat, Carla verstehst du uns überhaupt?
- 47:36Speaker 0: Bist ja nicht von hier!
- 47:39Speaker 0: Meine Mutter war die erste, die Abituru gemacht hat in ihrer Familie.
- 47:43Speaker 0: Meine Mutter auch als ältestes Kind hatte schon früh die Verantwortung für die anderen Kinder.
- 47:51Speaker 0: Meine Mutter hat nie Liebe bekommen von ihren Eltern, so wie ich sie meiner Tochter gebe.
- 47:55Speaker 0: Mit Umarmungen, mit Küssen... Ich sag meine Tochter jeden Tag hundertmal ich liebe dich!
- 48:03Speaker 0: Das hat meine Mutter nie gehört.
- 48:04Speaker 0: Die Liebe die meine Mutter bekommen hat war es gab Essen auf dem Tisch und sonst hatte hatten Gefühle keinen Raum.
- 48:10Speaker 0: Es musste jeder musste seine Rolle erfüllen Und das ging ums überleben und es ging darum alle durchzukriegen.
- 48:18Speaker 0: Wenn du so aufwächst wenn das deine Glaubenssätze sind Wenn deine Glaubenssätze sind, das Leben ist schwer.
- 48:25Speaker 0: Für Liebe muss man etwas tun.
- 48:28Speaker 0: Wer Erfolg haben will, muss leiden!
- 48:32Speaker 0: Nichts ist umsonst – ich bin nicht willkommen.
- 48:34Speaker 0: Wenn das die Brille ist durch die du die Welt siehst, dann siehst Du die Welt anders als Ich und
- 48:40Speaker 0: Du.".
- 48:41Speaker 0: In der damaligen Zeit auch.
- 48:43Speaker 0: Siebziger Jahre.
- 48:44Speaker 0: Sechziger Jahr.
- 48:46Speaker 0: Dann ist meine Mutter ungewollt schwanger geworden mit meinem Bruder.
- 48:51Speaker 0: Meine Mutter war neunzehn.
- 48:53Speaker 0: Jetzt stelle immer vor, du bist neunzehn in der damaligen Zeit.
- 48:59Speaker 0: Hast keine finanziellen Rücklagen?
- 49:00Speaker 0: Hast eine Familie die sehr traditionell ist... ...die sagt moment mal eine Unverheirate, die dir jetzt schwanger isst?
- 49:08Speaker 0: Problem!
- 49:11Speaker 0: Meine Mutter wollte immer was reißen.
- 49:13Speaker 0: Das hab ich übrigens von meiner Mutter nicht vom meinem Vater.
- 49:17Speaker 0: So Dann bist du neunzen, was machst Du?
- 49:21Speaker 0: Hast ne Sommererfähre gehabt mit meinem Vater?
- 49:23Speaker 0: Du wirst schwanger.
- 49:25Speaker 0: Mein Vater übernimmt Verantwortung und sagt ok Wir heiraten, ich übernimm Verantwortung.
- 49:30Speaker 0: Wir bauen ein Haus und gründen eine
- 49:32Speaker 0: Familie.".
- 49:35Speaker 0: Aus der Sicht der Gesellschaft – super!
- 49:37Speaker 0: Applaus für meinen Vater.
- 49:40Speaker 0: Auf einmal steckt meine Mutter in einem Leben drin, dass sie nie wollte und wo sie sich nie wohlgefüllt hat.
- 49:47Speaker 0: Sie hatte es aber versucht irgendwie hinzukriegen.
- 49:49Speaker 0: Dann hat meine Mutter studiert.
- 49:53Speaker 0: Nebenbei bin ich dann gekommen.
- 49:55Speaker 0: Ich war auch kein Wunschkind.
- 49:57Speaker 0: Mein Vater wollte aber ein zweites Kind damit mein Bruder nicht alleine aufwächst.
- 50:02Speaker 0: Wie das halt damals so war?
- 50:03Speaker 0: Zwei Kinder, vier Jahre Abstand.
- 50:05Speaker 0: Der Klassiker!
- 50:08Speaker 0: Jetzt bist du irgendwann in fünfundzwanzig wie meine Mutter?
- 50:11Speaker 0: Sechsten zwanzig siebenzwanzzig hast zwei Kinder, bist in einer Rolle die du nie wolltest und siehst auf einmal dein Leben an dir vorbeiziehen.
- 50:22Speaker 0: Bist immer abhängig vom Mann auch finanziell.
- 50:29Speaker 0: was machst Du dann?
- 50:33Speaker 0: Und da hat meine Mutter die Entscheidung getroffen okay Sie verlässt die Familie und geht einen anderen Weg.
- 50:38Speaker 1: Auch ein mutiger Schritt eigentlich aus Ihrer... Supermutig!
- 50:42Speaker 0: Und meine Mutter hat natürlich auch darunter gelitten.
- 50:45Speaker 0: Sie hat uns ja geliebt, auf Ihre Art Was ihr bewiesen habt.
- 50:53Speaker 0: dann viele Jahre später als sie zu meinem Bruder gesagt hat Als er schon erwachsen war ich auch Ich dachte ich hätte noch Zeit und jetzt seid ihr erwachsen und ich hab alles nicht mitbekommen.
- 51:06Speaker 0: An jeder Entscheidung hängt ein Preisschild auch am Ende in das Buch geschrieben habe, was mir wichtig war.
- 51:18Speaker 0: Stellt euch mal vor meine Mutter wäre mein Vater gewesen.
- 51:25Speaker 0: also mein Vater hätte die Familie verlassen Meine Mutter wäre alleinerziehend gewesen.
- 51:31Speaker 0: und so hätten alle gesagt Ja rund ist doch ganz normal gibt es doch millionenfach Auch hier eine andere Perspektive.
- 51:42Speaker 0: Das entschuldigt nicht des Verhalten meiner Mutter dass sie uns im stich gelassen hat.
- 51:47Speaker 0: aber Wenn es mein Vater gemacht hätte, hätte die Gesellschaft gesagt ja ist kein Problem.
- 51:55Speaker 0: Auch das ist eine Wahrheit auf die gleiche Situation.
- 52:00Speaker 1: Das heißt wenn du rückblickend auch auf das sozusagen späte Verhalten deiner Mutter blickst würdest du sagen innerlich hat sie wahrscheinlich schon sehr auch gehadert mit vielleicht ihren Lebensentschaltungen aber auch der Art und Weise vor allem wie sie mit euch umgegangen ist, konnte aber bis zuletzt nie wirklich auch selbstkritisch darüber sprechen mit anderen.
- 52:25Speaker 0: Ich glaube dass die Menschen sterben wie sie gelebt haben und meine Mutter hat ihr ganzes Leben verdrängt!
- 52:33Speaker 0: Sie hat nur für die Arbeit gelebt weil da war sie wer?
- 52:39Speaker 0: Sie war auch sehr erfolgreich.
- 52:41Speaker 0: Da konnte sie was bewegen, da konnte sie etwas verändern.
- 52:45Speaker 0: In meinen Augen war meiner Mutter in ihrer Arbeit wie so ein Avatar ist sie in so eine Rolle geschlüpft und da konnte sie sich voll entfalten.
- 52:56Speaker 0: Meine Mutter hat sehr analytisch gedacht, konnte komplexe Vorgänge verstehen usw.
- 53:03Speaker 0: Und in ihrer Arbeit war sie zu Hause.
- 53:09Speaker 0: Dieses Gefühl von Coming Home hatte sie in ihre Arbeit.
- 53:13Speaker 0: Deswegen was für andere Bestrafungen gewesen ist.
- 53:15Speaker 0: an den Wochenenden zu arbeiten über Stunden war für meine Mutter immer Belohnung.
- 53:20Speaker 0: Natürlich hat sie immer geschimpft über ihre Arbeit Also, aber im Kern war die Arbeit meiner Mutter ihr ganzes Leben.
- 53:32Speaker 0: Und alles andere war eher belastend für sie und deswegen hat sie auch noch bis zum Schluss auf der Palliativstation mit dem Tablet da gesessen und hat an Seminaren und Meetings teilgenommen wo sie mich dann raus geschickt hat und gesagt hat ja ich habe jetzt keine Zeit Ich muss noch hier ein Meeting machen das ist wichtig Auf der Palleativstation zwei Wochen vor ihrem Tod.
- 54:01Speaker 0: Und natürlich dachte ich, okay Mama mit denen kannst du reden?
- 54:04Speaker 0: Mit mir nicht.
- 54:06Speaker 0: Ist das wichtiger?
- 54:08Speaker 0: Die Wahrheit war für meine Mutter ganz wertfrei!
- 54:14Speaker 0: War das
- 54:14Speaker 0: wichtiger?!
- 54:16Speaker 0: Weil dass in ihrem Leben der rote Faden war – ihre Arbeit.
- 54:21Speaker 0: da war sie wer und mit mir hätte sie eine Tür aufmachen müssen die sie ihr ganzes Leben lang aus Gründen wahrscheinlich zugelassen hat und das wollte sie nicht Und das muss man ertragen.
- 54:41Speaker 0: Jeder lebt sein eigenes Leben, jeder trifft eigene Entscheidungen für sein eigenendes Leben auch wenn mir das als Sohn nicht passt Es ist das Leben meiner Mutter gewesen und sie darf über ihr Leben selbst entscheiden.
- 54:56Speaker 0: Sie durfte über Ihr Leben selbst entscheiden.
- 55:02Speaker 0: Finde ich es gut?
- 55:03Speaker 0: Nein!
- 55:04Speaker 0: Hab' ich in gewissen Situationen darunter zu Leiden gehabt?
- 55:07Speaker 0: Ja Aber es ist das leben meiner Mutter geworden.
- 55:12Speaker 0: Sie hat es nicht gegen mich gemacht, das ist ganz wichtig.
- 55:16Speaker 0: Das habe ich auch dann in der Trauerarbeit verstanden.
- 55:21Speaker 0: Sie konnte es nicht besser!
- 55:23Speaker 0: Das war ihre Art mir zu zeigen... ...das ist mein Bestes und ich kann mich noch gut erinnern Ich hab ihr mal aus meinem Onlineshop ein T-Shirt mitgebracht auf dem dankbar Stand Und das hat sie auch denn angehabt immer wieder und irgendwann als klar war dass jetzt die Zeit bald kommt wo sie stirbt.
- 55:53Speaker 0: Und sie auch dann so Bettfein gemacht wurde von den Krakenschwestern, okay das ist jetzt dein letztes Outfit hat sie darauf bestanden dieses T-Shirt anzuziehen.
- 56:04Speaker 0: Sie wollte in meinem T-shirt sterben und das hat die Krakenschwester mir ganz klar gesagt dass das meiner Mutter ganz wichtig war.
- 56:14Speaker 0: Das war ihre Art zu sagen ich liebe dich.
- 56:18Speaker 1: Was wir daraus lernen können ist dass wir uns eigentlich viel früher eben mal diesen Halt einbauen sollten, um zu sagen wir behalten jetzt wirklich mal inne.
- 56:34Speaker 1: Hören wirklich in uns rein und reflektieren ob das was wir da gerade machen wie wir leben, wie wir mit anderen umgehen wirklich so richtig ist und ob wir damit glücklich sind vor allem.
- 56:47Speaker 1: Es kann ja sein dass man mit der Art und Weise wie man sein Leben lebt und am Ende kann ja auch rauskommen es alles super so und ich mach's so weiter aber dass man das zumindest regelmäßig macht und dann vielleicht auch den Mut hat, Dinge radikal anders zu machen.
- 57:02Speaker 1: Wenn man zu dem Schluss kommt das passt irgendwie nicht so ganz oder?
- 57:05Speaker 1: Weil am Ende ist es ja nie zu spät.
- 57:08Speaker 1: also ich kann ja auch theoretisch zwei Tage vor meinem Ableben noch sagen Ich gehe jetzt absolut radikal mit meinen Menschen in meinem Umfeld um.
- 57:30Speaker 0: oftmals scheitern, wenn du versuchst deinen alten Herrn auf den letzten Meter noch irgendwie ändern zu wollen oder irgendwie aus ihm was herauskriegen zu wollen.
- 57:42Speaker 0: Was er jahrzehntelang irgendwie nicht gesagt hat oder Gefühle nicht offenbart hat.
- 57:50Speaker 0: Darin wirst du scheittern sehr wahrscheinlich Wenn Du mit einer Erwartungshaltung in so ein Gespräch gehst.
- 57:58Speaker 0: Aber wenn du es versuchst, liebevoll ohne Vorwurf – das ist entscheidend.
- 58:02Speaker 0: Ohne hätte ich jetzt etwas hören zu müssen!
- 58:05Speaker 0: Man darf ja auch nicht vergessen... Diese Generation unserer Eltern sind ganz anders aufgewachsen.
- 58:10Speaker 0: Da wurde nie über Gefühle gesprochen.
- 58:13Speaker 0: Nie.
- 58:13Speaker 0: Es wurde nicht mal ein Thema.
- 58:17Speaker 0: Im Gegenteil wer über Gefülle spricht war schwach.
- 58:20Speaker 0: diese alte Generation Wenn Du so aufwächst und dass Deine Wahrheit ist dann bleibt es auch deine Wahrheit, wenn du siebzig-achtzig bist.
- 58:29Speaker 0: Ganz oft!
- 58:31Speaker 0: Das heißt auch hier milde zu sein... Zu verstehen.
- 58:36Speaker 0: okay meine Eltern sind einfach in einer anderen Welt auch groß geworden mit anderen Glaubenssätzen und so weiter.
- 58:44Speaker 0: Man darf auch das Leben unserer Eltern nie nur aus unserer Sicht sehen sondern versuchen mal ein paar Meter in den Schuhen unsere Eltern zu gehen.
- 58:53Speaker 0: Milde sein, dass ist ganz wichtig, das ist wirklich eines meiner Lieblings Wörter geworden in den letzten ein, zwei Jahren.
- 59:00Speaker 0: Milde und aber es probieren darauf kommt an.
- 59:07Speaker 0: wenn wir selbst irgendwann auf unserem Sterbebett liegen glaube ich Können wir gut sterben?
- 59:13Speaker 0: Wenn wir das Gefühl haben Ich habe alles versucht ich hab die Chancen genutzt die ich hatte im Leben.
- 59:19Speaker 0: Es geht nicht darum Alles erreicht zu haben was sie uns vornehmen.
- 59:23Speaker 0: es geht auch Nicht Darum irgendwie alle Antworten Zu finden.
- 59:26Speaker 0: Die werden wir nie finden.
- 59:28Speaker 0: Es geht nur darum, dass wir sagen können hey ich habe es probiert.
- 59:31Speaker 0: Ich hab mir nichts vorzuwerfen und das ist alles!
- 59:36Speaker 0: Und deswegen sage ich auch zum Beispiel ganz oft weil Menschen zu mir kommen und sagen ey lass ganz ehrlich.
- 59:42Speaker 0: also ich versuche seit Jahren irgendwie an meinen Vaterrand zu kommen an meine Mutterrand zu bekommen.
- 59:47Speaker 0: oft sind die Väter interessanterweise keine Chance.
- 59:51Speaker 0: so.
- 59:52Speaker 0: dann sag ich okay versuch doch mal leg doch mal das Buch dahin und sagt Papa liest es mal einfach nur lesen gar nichts sagen und warte mal ab, was passiert.
- 1:00:03Speaker 0: Und dann fragt mal nach drei Monaten und Papa hast du das Buch gelesen?
- 1:00:09Speaker 0: Dann warte einmal was passiert.
- 1:00:10Speaker 0: vielleicht ist es ja so ein Türöffner über die Hintertür ohne Vorwurf, ohne Erwartungshaltung liebevoll!
- 1:00:19Speaker 0: Du wirst nie etwas aus deinen Eltern rauskriegen wenn du sagst Papa wir müssen jetzt reden.
- 1:00:26Speaker 0: Ich bin heute so, weil du damals das gemacht hast.
- 1:00:28Speaker 0: Ich habe heute die Probleme, weil Du mich damals nicht in den Arm genommen hast... Also mit Vorwurf kommst Du nicht weit!
- 1:00:36Speaker 1: Vielleicht da noch ein Abschlussgedankenspiel dazu?
- 1:00:40Speaker 1: Wie gehst Du denn da mit diesem Spagat zwischen auf der einen Seite vielleicht Wut, Enttäuschung alles was an negativen Gefühlen zusammenkommt und auf der anderen Seite so einer diffusen Dankbarkeit?
- 1:00:53Speaker 1: Weil ja, du kannst dich natürlich beschweren dass alle negativen Dinge die man so fühlt wo man die die man irgendwie dem zuordnen kann Dadurch kommen?
- 1:01:02Speaker 1: aber wenn ich heute so zurück denke Bei all der wut die ich vielleicht meinen eltern gegenüber habe weiß Ich auch ganz genau.
- 1:01:12Speaker 1: Ich würde heute nicht ansatzweise machen was ich mache oder wer nicht Ansatzweise da wo ich bin Wenn die Dinge damals anders gelaufen werden.
- 1:01:23Speaker 1: Also wenn ich in so ner rosa-herohten, perfekten Familie aufgewachsen wäre dann wär' ich vielleicht heute Anwalt.
- 1:01:31Speaker 1: Das finde ich in der Grundschule immer fasziniert.
- 1:01:34Speaker 1: aber ja es ist ja schon so ein Spagat weil die Dinge, die einen prägen, die machen ja auch in positiven wie negativen die Personen, die man dann später wird.
- 1:01:46Speaker 0: Ich glaube entscheidend ist dass wir verstehen das Unsere Eltern ist einfach nicht besser konnten.
- 1:01:54Speaker 0: Also sie haben aus ihrer Sicht das Beste gemacht und auch meine Tochter wird sicherlich irgendwann mal sagen, Papa da hast du echt irgendwie was verbockt!
- 1:02:06Speaker 0: Wir sind halt auch nicht perfekt... Und was mir geholfen hat war dass ich mir überlegt habe okay was is die Botschaft jetzt?
- 1:02:17Speaker 0: also was darf ich jetzt lernen?
- 1:02:19Speaker 0: Aus dieser ganzen Situation?
- 1:02:22Speaker 0: Und ich hab mich gefragt, war das Leben meiner Mutter für mich ein Vorbild oder eine Warnung?
- 1:02:30Speaker 0: Dann habe ich für mich ganz klar die Antwort gefunden.
- 1:02:34Speaker 0: Das Leben der Mutter war für mich eine Wahnung.
- 1:02:39Speaker 0: Also kann ich es bei meiner Tochter besser machen.
- 1:02:43Speaker 0: und dadurch dass ich ja auch ganz viele Anteile meiner Mutter in mir trage also ich hab's vorhin gesagt dieses Gefühl von Ich will was reißen im Leben!
- 1:02:50Speaker 0: Ich will etwas auf die Beine stellen, ich will irgendwas was machen Das habe ich von meiner Mutter, nicht von meinem Vater.
- 1:03:00Speaker 0: Und aus dem Grund habe ich heute in achtzehn Jahren, siebzehn Bücher geschrieben.
- 1:03:06Speaker 0: Das sind die Anteile meiner Mutter und auch ich will manchmal von zu Hause weg und irgendwie auf das Seminar gehen, da einen Vortrag halten, drei Tage länger in Berlin bleiben weil ich dort die Menschen treffen kann, die mir wiederum helfen können usw.. in meinem beruflichen Kontext.
- 1:03:27Speaker 0: Das heißt aber immer, da bin ich nicht zu Hause und ein Bewusstsein dafür zu kriegen dass die einzigen, die sich an deine Überstunden erinnern werden, deine Kinder sind.
- 1:03:41Speaker 0: das hat mir geholfen einfach bessere Entscheidungen zu treffen auch für meine Tochter und für uns als Familie.
- 1:03:49Speaker 0: Das heisst nicht, dass ich jetzt nicht mehr verreise und nicht mehr auf Seminare gehe und auch nicht mehr in Berlin bin um da Menschen zu treffen, die ich interessant finde.
- 1:03:59Speaker 0: Ich habe durch den Tod meiner Mutter verstanden, dass es an mir liegt, welches Verhältnis meine Tochter zu mir hat.
- 1:04:07Speaker 0: Nur an mir!
- 1:04:09Speaker 0: Meine Tochter will vierundzwanzig Stunden mit mir spielen.
- 1:04:14Speaker 0: Wie viel Zeit ich ihr Gebe legt an mir?
- 1:04:17Speaker 0: Das entscheidend... Es liegt einzig und allein an mir, welches Verhältniss meine Tochte und ich haben werden für unser restliches Leben.
- 1:04:30Speaker 0: Und das hab' ich ...durch meine Mutter erkannt.
- 1:04:33Speaker 1: Klingt so simpler, weil es vielleicht zu der Kernbotschaft am Ende die Leute... ...die sich freiwillig oder unfreiwillig committed haben im Rest ihres Lebens mit dem man zu verbringen,... ...sollten nun mal auch diejenigen sein, die immer die oberste Priorität haben.
- 1:04:51Speaker 1: Ob das Partner sind oder Kinder.
- 1:04:54Speaker 1: Deshalb freiwillige und unfreiwillige.
- 1:04:56Speaker 1: Aber das vergessen wir oftmals!
- 1:04:58Speaker 1: Und dann haben wir wieder irgendeinen Job und sind der Meinung, der ist jetzt aber wichtiger.
- 1:05:02Speaker 1: Und
- 1:05:03Speaker 0: ja...
- 1:05:04Speaker 1: Deshalb auf sie selber achten und die achten, die im wirklich absolut direkten Umfeld sind.
- 1:05:11Speaker 0: Das ist natürlich überhaupt nicht einfach!
- 1:05:13Speaker 0: Vor allem als Selbständiger diesen Spagat hinzukriegen zwischen Family Time Aber eben auch Geld verdienen Für die Familie.
- 1:05:27Speaker 0: es ist ja nicht nur so dass man jetzt Geld verdient für seine eigenen Hobbys, sondern man macht das hier auch... ...für die Familie.
- 1:05:37Speaker 0: Mietheim!
- 1:05:38Speaker 0: Dann aber auch dem Partner oder der Partnerin den gleichen Raum einräumen.
- 1:05:44Speaker 0: Es ist eine Herkulesaufgabe und an der wir alle wachsen dürfen Und wir müssen halt nicht perfekt sein.
- 1:05:54Speaker 0: Wir müssen einfach nur das Beste machen Mit den Mitteln, die wir zur Verfügung haben.
- 1:05:58Speaker 0: UND Kommunikation IST DAS A&O in so einer Situation mit seinem Partner, mit seiner Partnerin.
- 1:06:09Speaker 0: Und ich war da auch mal an meinem Limit.
- 1:06:12Speaker 0: Deswegen gibt es das Bonuskapitel am Ende was mir ganz wichtig war reinzuschreiben dass man kann immer gute Absichten haben Man kann immer irgendwo hinfahren wie ich.
- 1:06:24Speaker 0: Ich war auf Kreta und habe dann da irgendwie Antworten gefunden auf mein Leben.
- 1:06:29Speaker 0: Das ist alles richtig und schön und gut aber dann kommst du wieder zurück und dann kickt der Alltag mit all seinen Herausforderungen und auf einmal sieht es dann doch wieder anders aus.
- 1:06:41Speaker 0: Und deswegen das letzte Kapitel sechs Monate später, was ist passiert?
- 1:06:46Speaker 0: Wir hatten eine krasse eigentlich unsere erste große Beziehungskrise und das haben wir dann ganz gut hinbekommen eben mit Kommunikationen, mit einem guten Coaching, einer guten professionellen Begleitung die so Themen einordnet.
- 1:07:02Speaker 0: und heute sagen wir hey!
- 1:07:05Speaker 0: hat sich rentiert und reden, reden, reden.
- 1:07:08Speaker 0: Deswegen war ich ja so enttäuscht dass meine Mutter nicht geredet hat.
- 1:07:13Speaker 0: Reden, reden ,reden ist der Schlüssel zu fast allen Problemen im Kleinen wie im Großen.
- 1:07:21Speaker 1: Redem und sich auch Hilfe holen wenn man alleine oder auch gemeinsam nicht weiter kommt.
- 1:07:28Speaker 0: Ja also reden, rede, reden und zuhören, zuhörn und zwar zuhören, um zu verstehen.
- 1:07:37Speaker 0: Und nicht zuhörn so wie in den Talkshows, um sofort seine eigene Agenda wieder auf dem Tisch zu packen!
- 1:07:45Speaker 0: Zuhör'n, um den anderen zu verstehen, nicht um ihn von mir überzeugend zu wollen.
- 1:07:51Speaker 0: Denn erst wenn ich verstehe warum du etwas machst kann ich darauf eingehen und kann man eine Lösung finden.
- 1:07:57Speaker 1: Absolut.
- 1:07:58Speaker 1: Ich dank dir sehr dass du dir die Zeit genommen hast Rittdurchprägung und Bestimmung machen können.
- 1:08:06Speaker 1: Vielen, vielen
- 1:08:07Speaker 0: Dank!
- 1:08:08Speaker 0: Das war es leider schon... Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 1:08:13Speaker 0: das Gespräch zu Ende.
- 1:08:15Speaker 0: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 1:08:17Speaker 1: Bitten
- 1:08:18Speaker 0: im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise
- 1:08:20Speaker 1: wenn du die
- 1:08:21Speaker 0: Bar verlässt aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken.
- 1:08:31Speaker 1: Gin & Talk ist ein Podcast von Forty-Eight Forward, produziert in den Forty Eight Forward Studios in München.