Latest / ntv Wirtschaft / "Desaströse Kommunikation" - harte Vorwürfe an VW-Chef Blume
Transcript
- 0:08Die eigene Belegschaft geht mit dem VW-Vorstand hart ins Gericht.
- 0:12Einen Tag, bevor der sich reihenweise erklären muss.
- 0:17Wackelt Deutschlands beste Bonitätsnote? Ökonomen warnen vor den Folgen der Rekordschulden.
- 0:25Und fast jeder Zweite könnte sich einen Roboter im eigenen Haushalt vorstellen.
- 0:30Eine neue Studie zeigt, wie smart unsere Wohnzimmer inzwischen wirklich sind.
- 0:35Hallo und herzlich willkommen.
- 0:40In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte,
- 0:44die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:50Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:54Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:59geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 1:10Bei Volkswagen brodelt es intern. In einer Betriebsratsumfrage übt die Belegschaft
- 1:15harte Kritik an der Kommunikation von Vorstandschef Oliver Blume.
- 1:20Viele fühlten sich verunsichert und verängstigt, heißt es in einem Papier,
- 1:24das der deutschen Presseagentur vorliegt.
- 1:27Ab morgen muss sich der Vorstand bei neun außerordentlichen Betriebsversammlungen
- 1:31erklären. Der Auftakt ist in Wolfsburg.
- 1:35Blume selbst spricht von einer mehr als kritischen Lage.
- 1:39Wie ernst es um VW wirklich steht, das hat Verena Fels mit dem Autoexperten
- 1:44Ferdinand Dudenhöfer besprochen. Was wäre Oliver Blume jetzt zu raten,
- 1:47wenn er dann ab morgen auf seine Mitarbeiter zugeht in ja immerhin neuen Betriebsversammlungen?
- 1:52Was würden Sie an seiner Stelle machen?
- 1:54Ich glaube, man muss eine Zukunft aufbauen.
- 1:56Schauen Sie, die Familie Porsche-Piersch ist sehr tief in VW drin.
- 2:00Man hat die Porsche SE, die hängt ja mit den Aktienpaketen von VW und von der
- 2:07Porsche AG sehr stark an dem VW-Konzern.
- 2:11Dann hat man eine große Beteiligung, 50 Prozent der Aktien.
- 2:14Also die Familie Porsche-Pierce ist im Prinzip mit VW sehr, sehr eng zusammen
- 2:19und das Schicksal von beiden ist miteinander verbunden.
- 2:23Wie wäre es denn, wenn man jetzt Folgendes macht?
- 2:26Wenn man sagt, wir wollen in die Zukunft gehen und wenn wir in der Zukunft erfolgreich
- 2:31sind, dann teilen wir einen Teil dieses Erfolgs mit den Mitarbeitern.
- 2:37Meinetwegen mit einer Gewinnbeteiligung oder Ähnlichem.
- 2:40Also die Zukunft nicht nur mit Jobabbau in die Zukunft gehen,
- 2:44sondern den Leuten Perspektiven geben.
- 2:47Perspektiven für eine schöne Zukunft. Wenn man das schafft, dann kann man VW
- 2:51auf den Weg bringen. Wenn man nur abbaut, wird man bei VW scheitern.
- 2:56Und Ihre Einschätzung abschließend, Herr Dudenhöfer, rechnen Sie damit,
- 2:59dass VW den Turnaround schafft? Wird der Autobauer langfristig in die Erfolgsspur zurückfinden?
- 3:05Nach meiner Einschätzung kann man das machen. Skoda zeigt, dass es möglich ist,
- 3:09ein sehr erfolgreiches Unternehmen.
- 3:11Man muss die Unternehmen jetzt so umbauen, dass sie passen. Und man muss versuchen,
- 3:15in der Zukunft stabil zu sein. Kein Carrier mehr.
- 3:19Nicht zu verpassen, dass man in Amerika nicht vertreten ist mit Produktionen.
- 3:25Ob Porsche in den Weg mit der kleiner werdenden Gesellschaft das richtige Ziel
- 3:30hat, das muss man auch wieder Hinterfragen stellen.
- 3:32Also man braucht eine stabile Strategie und nicht einfach zu sagen,
- 3:37die bösen Chinesen, der Markt ist schwer und die stürzen jetzt auf uns ein.
- 3:44Wackelt Deutschlands beste Bonitätsnote?
- 3:47Der Bund plant bis 2030 rund eine Billion Euro neue Schulden.
- 3:52Die Ratingagenturen S&P und Fitch bestätigen zwar noch die Topnote AAA,
- 3:58warnen aber, bleibt das Wachstum schwach, könnte die Bestnote kippen.
- 4:03Mit spürbaren Folgen für die Zinskosten des Bundes.
- 4:06Wie groß die Gefahr wirklich ist, darüber hat Frank Mayer mit Martin Lück gesprochen.
- 4:11Er ist Geschäftsführer bei Maclomankey.
- 4:13Das Thema war am 24. Juni, Martin Lück, wo S&P das Rating AAA bestätigt hat.
- 4:21In der Zwischenzeit sind aber die Renditen deutlich gestiegen.
- 4:24Muss man sich denn Sorgen machen?
- 4:26Bisher noch nicht, dass alle drei großen Ratingagenturen, also nicht nur S&P,
- 4:31sondern auch Moody's und Fitch
- 4:33haben ja Deutschland noch auf einem Dreifach-A mit stabilem Ausblick.
- 4:37Das ist immer wichtig, weil das ja so ein bisschen die Ankündigung ist,
- 4:41das was als nächstes kommen kann. Und deshalb ist es im Moment noch stabil,
- 4:45so wie das auch gesagt wird, nur stimmt natürlich die Gleichung nicht mehr.
- 4:49Wir reden ja hier normalerweise von einer Bruchrechnung, vom Schuldenstand geteilt
- 4:54durch das Bruttoinlandsprodukt.
- 4:55Und wir wissen, dass das Bruttoinlandsprodukt so gut wie gar nicht mehr wächst,
- 4:57die Schulden aber schon. Das heißt, diese Zahl wird immer schlechter,
- 5:00weil sie immer höher wird.
- 5:01Und da schauen natürlich die Ratingagenturen auch drauf. Das heißt,
- 5:04wenn es so bleibt, ist es eine Frage der Zeit, dass erst der Ausblick nicht
- 5:08mehr als stabil eingeschätzt wird und dann in der zweiten Konsequenz dann auch
- 5:11eventuell eine Herabstufung drohen könnte.
- 5:13Also das wird an einem Freitagabend nach Börsenschluss sein,
- 5:17wird vielleicht dann der Ausblick runtergenommen.
- 5:20Und dann hat man, glaube ich, sechs Monate Zeit, um das Rating auch runterzunehmen.
- 5:24Der Warnschuss wird dann schon sitzen, aber man nimmt jetzt schon den Warnschuss vorweg.
- 5:29Ja, das Problem ist aber auch, dass ja im Grunde die Situation bekannt ist.
- 5:32Wir müssen jetzt im Grunde diese Verschuldungssituation, die wir haben,
- 5:35vor allen Dingen auch mit den Sondervermögen nutzen, um daraus einen höheren
- 5:38Wachstumspfad zu generieren.
- 5:40Und wenn das nicht gelingt, und das gelingt zum Beispiel nicht,
- 5:43wenn ich das Geld aus den Sondervermögen mit Verschiebebahnhöfen zwischen dem.
- 5:47Normalen Haushalt und den Sondervermögen hin- und herschiebe und dieses Geld
- 5:50zweckentfremde, dann gewinne ich keinen höheren Wachstumspfad.
- 5:53Das ist das große Problem. Das heißt, mittelfristig müssen wir uns schon Sorgen machen.
- 5:56Also wenn die Schulden steigen, aber die Wirtschaft nicht mitzieht.
- 5:59Wobei, ich wehre mich darüber nachzudenken, dass das kein Sondervermögen,
- 6:03sondern Sonderschulden sind. Ich finde, man soll es auch so nennen.
- 6:06Ja, das ist letzten Endes eine Frage der Rhetorik und natürlich malt man immer
- 6:11schönere Begriffe, gerade in der Politik, auf Sachverhalte, die man nicht unbedingt
- 6:14so benennen möchte, wie sie wirklich sind.
- 6:16Wichtig ist, dass mit diesen aufgenommenen Schulden auch investiert wird und
- 6:20zwar investiert wird in eine Art, die tatsächlich das Wachstum der Zukunft ermöglicht und erhöht.
- 6:25Und nur wenn das erfolgt, wird auch der Ausblick stabil bleiben.
- 6:29Ich hatte letzte Woche ein Interview, da hieß es, naja, dann sind wir halt irgendwo
- 6:33in der Gemeinschaft von B-Ratings drin. Auch nicht so wild.
- 6:38Das würde ich ein bisschen anders sehen, weil Deutschland ist ja im Grunde die
- 6:42Benchmark, also im Grunde der Referenzmaßstab für Zinsen und für die Verschuldungskonditionen
- 6:48anderer europäischer Staaten.
- 6:50Und deshalb würde sich der ganze Anleihemarkt komplett verschieben,
- 6:55wenn Deutschland eine Herabstufung erfahren würde.
- 6:58Wir wissen auch zum Beispiel die Vereinigten Staaten als größter Anleiheschuldner
- 7:02der Welt, dass die auch kein Dreifach-A-Rating mehr haben.
- 7:05Und da hat sich auch zu der Zeit der Anleihemarkt erheblich verschoben mit einer
- 7:08Konsequenz. Die sehen wir nämlich jetzt, dass die amerikanischen Zinsen fast
- 7:12praktisch unaufhaltsam weiter steigen und der Finanzminister zu immer abstruseren
- 7:16Manövern greifen muss, um das irgendwie aufzuhalten.
- 7:20Bevor wir zum Thema Smart Home in
- 7:22Deutschland kommen, hier noch einige Wirtschaftsnachrichten im Überblick.
- 7:28Nach Berechnungen von Greenpeace kosten Hitze und Trockenheit die deutsche Wirtschaft
- 7:32mindestens 36 Milliarden Euro.
- 7:35Das größte Loch reißt schlicht die Produktivität. Wenn es zu heiß zum Arbeiten
- 7:40ist, summiert sich das laut der Organisation allein auf fast 11 Milliarden Euro.
- 7:46Dazu kommen gestoppte Frachtschiffe auf dem Rhein wegen Niedrigwassers und Schäden durch Waldbrände.
- 7:53Der Hamburger Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne ist tot.
- 7:57Das bestätigte das Unternehmen Kühne & Nagel.
- 8:00Kühne ist in der Nacht zum Montag im Alter von 89 Jahren gestorben.
- 8:05Der Mitbegründer von Kühne & Nagel war einer der größten Einzelaktionäre der
- 8:10Lufthansa und Unterstützer des Fußballvereins Hamburger SV.
- 8:15Der Milliardär unterstützte sein Lieblingsklub in den vergangenen Jahren immer
- 8:19wieder finanziell und stopfte damit Löcher in den leeren Kassen der Hanseaten.
- 8:26Ab heute zeigt ChatGPT auch in Deutschland Werbung an.
- 8:29Zumindest in der kostenlosen Version und im günstigen Go-Tarif für 8 Euro im Monat.
- 8:36Die Anzeigen tauchen unterhalb der Antworten auf, klar als gesponsert gekennzeichnet,
- 8:42und sollen laut OpenAI keinen Einfluss auf die Inhalte haben.
- 8:46Bei sensiblen Themen wie Gesundheit oder Politik bleibt der Chatbot werbefrei.
- 8:51Ebenso für zahlende Plus- und Pro-Kunden.
- 8:57Kommen wir jetzt wie angekündigt zum Thema Smart Home in Deutschland.
- 9:02Mehr als die Hälfte der Deutschen, 52 Prozent, nutzt inzwischen Smart Home Anwendungen.
- 9:08Vor vier Jahren waren es erst 43 Prozent.
- 9:11Das zeigt eine neue Bitkom-Umfrage. Die nächste Stufe?
- 9:15Fast jeder zweite kann sich einen humanoiden KI-Roboter im Haushalt vorstellen.
- 9:21Ein knappes Drittel würde sogar komplett in einem KI-Haus wohnen wollen.
- 9:26Die Kehrseite? Fast sechs von zehn Nichtnutzern haben Angst vor Hackerangriffen.
- 9:32Wie gefährlich ist ein KI-gesteuerter Haushalt? Das hat Verena Fels den IT-Sicherheitsexperten
- 9:39Manuel Atuk gefragt. Knapp ein Drittel der Deutschen würde gerne in einem Haus
- 9:43wohnen, das komplett KI-gesteuert ist.
- 9:46Das hat die Studie auch ergeben. Wie könnte das denn dann aussehen?
- 9:50Für mich sieht das sehr dystopisch aus, denn eine KI ist nichts anderes als
- 9:54Software mit Algorithmen und vielen Daten.
- 9:57Man nimmt Durchschnittsdaten von allen und versucht daraus zu ermitteln,
- 10:01ob man selber dem Durchschnitt zugehörig ist.
- 10:06Insofern drohen da sehr viele Sicherheitslösungen, sehr viele, ja sogar,
- 10:12Abgriffe von Daten in der Form, dass es auch Stalker geben kann oder dass Ex-Partner
- 10:20sich sehr leicht zu verschaffen können.
- 10:22Und das ist vielleicht bei den Leuten, die das nutzen wollen,
- 10:25gar nicht so präsent, dass die Gefahren herrschen.
- 10:28Ja, und dann gehen wir vielleicht sogar noch mal einen Schritt weiter.
- 10:30Fast die Hälfte der Deutschen könnte sich nämlich auch vorstellen,
- 10:34einen humanoiden Roboter in den eigenen vier Wänden zu nutzen.
- 10:38Wird das die Zukunft sein und welche
- 10:39Aufgaben könnte ein solcher Roboter übernehmen? Wie stehen Sie dazu?
- 10:44Naja, humanoide Roboter sind ja sozusagen dann die Verkörperung von Digitalisierung
- 10:51und physischer Umsetzung.
- 10:53Das sollte idealerweise dann in irgendeiner Form zugelassen sein, dass man,
- 10:58eben ein Vertrauen zum Hersteller aufbauen kann und weiß, welche Daten bekommt
- 11:03er, was tut er, was tut er nicht und wie sind eigentlich die Sicherheitsfunktionen,
- 11:07dass er beispielsweise nicht alles zerstört oder sogar jemanden,
- 11:11schädigt, was es ja auch schon mit Robotern gegeben hat, dass man den Nachweis erbracht hat.
- 11:16Die spulen halt ihr Programm ab und wenn das Programm verändert wird,
- 11:19dann spulen die eben dieses ab.
- 11:20Die haben ja kein Bewusstsein, auch mit KI nicht, was ja auch nur Software ist.
- 11:24Und insofern ist das schon durchaus riskant, aber die Entwicklung geht dahin.
- 11:29Und dann müssen wir natürlich auch schauen, dass die Zulassungszertifizierung
- 11:33und die Sicherheitsfunktionen,
- 11:35vorgegeben werden und dann eben nicht Billigware beispielsweise aus China eingeführt
- 11:41wird, die völlig unkontrolliert agieren kann. Dann haben wir wirklich ein Problem.
- 11:49Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 11:53Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, in TV oder hier im Podcast.