Latest / Die Zeitgenossen / Die Zeitgenossen 16: Die Stadt der Blinden, See, Grummelige Deutsche, Namibia, Apulische Küche
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- speaker-0: Hör speaker-1: Herzlich willkommen bei den Zeitgenossen, Folge 16. Es geht wie immer um coole Literatur und Weltliteratur, theory in the Norwegian Me, wo man als nächstes hinfahren sollte. Warum denn nur und geiler Scheiß? Und Christoph fängt sofort an mit einem hervorragenden Berg aus der Weltliteratur. speaker-0: Ja, sind eigentlich seit einigen Wochen, was mir sehr gefällt, voll auf dem Pfad der Weltliteratur, der richtig berühmten Werke, die auch richtig viel ausgelöst haben, nachdem ja Stephanie in den letzten Folgen auch auf den Geschmack sozusagen gekommen ist. Und zwar, ich fange mal so an, Portugal. Ich habe seit einigen Jahren, lange war ich nie in Portugal, seit einigen Jahren eigentlich ständig. Und wenn man sich mit einem Land beschäftigt, wenn man da viel unterwegs ist, für mich ist es dann immer ganz naheliegend, was sind die Bücher, was sind die Autoren. was muss man unbedingt, was will man gelesen haben. In Spanien ist das natürlich die eine Überwarnsensfigur, ist natürlich Miguel de Cervantes. man könnte fast sagen, also in Portugal ist zumindest der eine moderne Schriftsteller, der diese titanische Rolle in der portugiesischen Sprache einnimmt, ist José Saramago. Und José Saramago ist auch der einzige portugiesischsprachige Literaturnobelpreisträger, der hat den Preis im Jahr 1998 bekommen. Und zwar unter anderem für sein möglicherweise bekanntestes und vielleicht auch sein bestes Werk, nämlich Die Stadt der Blinden. Was übrigens auch nachgefolgt wurde 2004 von einem weiteren fantastischen Buch, das die gleiche Prämisse aber anders durchspielt, nämlich Die Stadt der Sehenden. Ich habe Die Stadt der Blinden erst vor relativ kurzer Zeit gelesen, also eben ich halt so richtig auf Portugal kam, vielleicht vor vier oder fünf Jahren. Und Die Stadt der Blinden ist ein fantastisches, unglaublich unterhaltsames, aber auch schreckliches Werk. Das heißt, man hat eigentlich wieder bestes aus zwei Welten, es ist ein Nobelpreis ausgezeichnetes Werk von einem fantastischen Künstler, ist aber nicht langweilig, sondern ist ein unglaublich fantastischer, man könnte fast sagen Horror-Roman. Denn es geht darum, dass aus Gründen, die nie geklärt werden, in einer Stadt, die vielleicht Lissabon ist, auf einmal alle Menschen erblinden. Alle Menschen bis auf eine Frau. Und auch nicht schlagartig, sondern es breitet sich aus wie eine Seuche zu Anfang. weiß man überhaupt gar nicht, was ihnen geschieht. Und mit jeder Stufe dieser Seuche, wiederum sehr ähnlich wie bei Corona, Anfang war es nur so ein paar, da wusste man nicht so richtig, wie heftig man darauf reagieren soll. Dann wurden es aber immer mehr und man hat versucht, die Leute irgendwie in Quarantäne zu schicken. Dann merkte man aber auch, dass die Quarantäne nicht hilft. So ist es bei der Stadt der Blinden, aber fast identisch auch, wie wir erinnern uns, wie Corona gelaufen hat. Und irgendwann hatten es dann alle auch in dieser Stadt der Blinden. Und wir sind dann auf einmal in einer Gesellschaft, in der man sich fragen kann, ob Menschlichkeit da überhaupt noch existieren kann. Weil in einer Welt, wo jeder blind ist und trotzdem irgendwie leben muss und essen muss und sich durchsetzen muss und schlafen muss, wie kann das überhaupt funktionieren, wenn der fundamentale Sinn, der einem überhaupt die Möglichkeit gibt zu erleben, indem man zum Beispiel was zu essen sich verschafft oder sich gegen andere durchsetzen kann, wenn der auf einmal ausfällt. Und erzählt wird die Geschichte aus dem Blickwinkel, so muss man es sagen, der Einzigen, überhaupt noch einen Blickwinkel haben kann, die einzige Person, überhaupt noch sieht. Und diese Frau, die die Frau eines der ersten Opfer dieser Blindheit ist, die führt in gewisser Weise, die wird mitgenommen durch diese gesamte Geschichte und durch den harten Zusammenbruch von Kultur und Menschlichkeit, die in dieser Stadt der Blinden mit der Blindheit auf einmal eintritt. Auf Dutzenden von Situationen wird erzählt, was das alles bedeutet. Was das bedeutet für das Zusammenleben, für Gruppenbildung, für Gewaltausübung, für Führung, vielleicht auch für Gefühle, für Hoffnung, für Bindungen zwischen Menschen. Was das bedeutet, wenn dieser fundamentale Überlebenssinn ausfällt und trotzdem die Menschen versuchen müssen zu überleben. Und zwar durchaus in einer realistischen Umgebung. große Geste oder kein Act of God, der auf einmal alles wieder gut macht. In diesem Buch geht es eigentlich die ganze Zeit bergab bis zu dem Tag, an dem von einem Moment auf den anderen alle wieder sehen können. Und was daran natürlich faszinierend ist, also es ist ein großes literarisches Werk, aber es geht einfach nie darum, warum das passiert. Es geht nur darum, dass man sich wieder die Frage stellt, wie auch bei Stefanie in der letzten Woche. Was passiert, wenn auf einmal das Unvorstellbare eintritt, wie es letztes Mal die Pest war? Ich war bei Camus, es ist hier diese Blindheit. Und die Frage dahinter natürlich ist, wie stabil ist menschliche Gesellschaft überhaupt? Wie viel muss funktionieren, damit wir überhaupt leben können? Und was passiert, wenn es nicht mehr funktioniert? Und ob es eine Blindheit ist oder ob es die Pest ist, könnte... Weißt in vielen amerikanischen Serien ist es die Landung der Aliens, die auf einmal... speaker-1: Wir haben intensiv über World War Z gesprochen, da ist es ja auch ein Scenario-Thinking, was passiert halt. speaker-0: Genau so ist es. Und das macht Jose de Faramago. Ganz richtig. das heißt also, Buch, also nicht nur ist das unglaublich faszinierend, also es verschlägt einem auch, was das Tempo angeht, weil diese Katastrophe natürlich wie ein Feuer ⁓ sich greift, fiel eigentlich das total mit. ist ein unglaublich spannendes Buch. Aber die ganze Zeit, und die ganze Zeit sucht man nach einem Hoffnungsschimmer. Im wahrsten Sinne Wortes Schimmer. Weil man möchte eigentlich was Gutes sehen. Und dieses Buch enttäuscht einen da weitgehend, aber auf eine Art und Weise, die die einem viel, viel mitgibt und dann auch fragt, wie kann denn sozusagen der Messias oder die eine Sehende in diesem Fall, das kann man ja übersetzen auch in, unter Millionen von Menschen gibt es halt eine Person, die mehr sieht und die die Wahrheit noch weiß. Das ist ja auch fast so bisschen so dieser Messias-Gedanke, das ist fast auch bisschen was religiöses. José Raza Amago, muss man sagen, war Hart links, der war Kommunist. Aber trotzdem sehen manche Interpretatoren darin, was passiert, wenn der Messiah auftritt. Der eine Mensch, der immer noch sieht in einer Welt, in der alle anderen schon längst blind geworden ist. Wie kann er Geschichte beeinflussen? Wie reagieren andere auf ihn? Und die anderen auf diese einen Sehenden reagieren, wenn sie auf einmal rausbekommen, es gibt noch einen unter uns, der nicht dieses Duos trägt. Diese Frage wird im zweiten Buch dann explizit beantwortet in der Stadt der Sehenden. Und das zweite Buch ist, glaube ich, viel weniger populär. Aber man sollte es, das ist wirklich mein Tipp, wenn man sich an Sarah Margot sitzt, wenn man überhaupt diese tolle Geschichte lesen will, dann sollte man es gleich mit beiden Büchern tun. Die beiden Bücher sind auch nicht so dick, die sind auch nicht dünn, aber man kann da wirklich so zwei Sichten derselben Problematik auf eine ganz faszinierende, aber auch philosophisch tiefe, sehr, überlegte, authentische, spannende, ja auch philosophische, aber auch, wenn du so willst, actionreiche, auch durchaus gewalttätige Art und Weise erzählt bekommen von wirklich demjenigen, von dem ich sagen würde, also wenn es einen Autoren gibt aus Portugal oder aus dem Süden, der das verdient hat, diese Auszeichnung dann José Saramago. Und Stephanie hat im Gegensatz zu mir auch noch den Film gesehen, der danach gedreht wurde. Und ich kann mir vorstellen, dass das auch ziemlich drastisch verfilmbar ist, denn es ist wirklich auch viel Gewalt, Schreckliches. speaker-1: Ja, also ich hätte jetzt nicht das Gefühl, dieses Messias-Thema da in einem Film überhaupt eine Rolle gespielt hat. Das ist eher die Verzweiflung, dass man fast eigentlich keinen Einfluss hat und dann auch die... Es gibt immer mehr Ernüchterung, Ernüchterung in der sehenden Frau und auch irgendwann so eine Gleichgültigkeit. Also man merkt irgendwann, dass sie in der totalen Überforderung und der Entmachtung auch, dass sie keinen Einfluss irgendwie auf die große Gruppe haben kann. dass sie da auch irgendwann eine Gleichgültigkeit überfällt. Und was natürlich so erschreckend ist, sind diese kleinen Momente, wo Menschen im Prinzip den kompletten letzten Halt in der Gruppe verlieren, indem sie einfach durch kleine Ungeschicke plötzlich, die laufen halt durch die Stadt immer Hand in Hand, ⁓ sich nichts zu verlieren. Und wenn es dann durch ein Ungeschick man plötzlich einen verliert und es dann auch ganz schwierig wird oder unmöglich wird, dann wieder zusammenzufinden. und wie fragil eigentlich dann dieser menschliche Zusammenhalt ist und die menschliche Gruppe. Also das ist glaube ich das, was das insgesamt, diese Illusion von Gesellschaft, die wir alle haben und vom Zusammenhalt, wie schnell die zerbrochen werden kann, wenn dann sowas von Namente und Halles passiert. Und ich finde das total spannend, weil da haben wir bei unserem nächsten Thema nämlich auch gleich was dazu zu sagen, ⁓ die Deutschen nicht so grummlig wirken. Da habe ich eine passende Geschichte dann gleich dazu, dem Thema. Also heute passt alles zusammen. speaker-0: Also es gibt ja so viele Momente in diesem Buch, wo man wirklich innehält und wo man, wie bei so vielen tollen Büchern, was mitnimmt. Und zwar die Rolle dieser Frau, die hat zwei interessante Aspekte. Nämlich die eine ist, dass sie vor allen anderen konsequent verheimlicht, dass sie sehen kann. Und sich darüber auch Gedanken macht, ob sie das jetzt zugeben soll, aber ob fürchtet sich vor der Reaktion, an anderem natürlich auch vor der Reaktion, dass sie als die einzige Sehende, müsste ja dann sofort auch die Führung der Welt oder dieser Welt annehmen. was sie aber gar nicht will. Das heißt, sie verheimlicht das. Und das Zweite ist, das besonders Schreckliche ist, dass ausgerechnet sie, die ja diesen Vorteil hat sehen zu können, dadurch diesen schrecklichen Nachteil hat, alles mit ansehen zu müssen. Denn die Blinden, hören die schrecklichen Dinge nur, die hören die Schreie nur, die können sich, die haben nur die Bilder vor ihrem inneren Auge, aber sie sieht wirklich, wie die Menschen übereinander herfallen, wie sie sterben, wie sie von, zu Anfang von der Polizei niedergemetzelt wird. Das heißt, dieser Vorteil. von ihr, dass sie sehen kann, ist zur gleichen Zeit ein schrecklicher Nachteil, weil sie auf diese Art Weise alles erkennt. Und da sind wir natürlich dann sowieso bei der Rolle des Intellektuellen generell, der halt sich umbraut und die Dinge in ihrer Tiefe und ihrer Schrecklichkeit wegen seiner intellektuellen Fähigkeiten wirklich erkennt. Und vielleicht sind das auch viele Künstler, Vincent van Gogh, alle Menschen, die eben empfindsamer sind, die mehr empfinden, die mehr an sich ranlassen, die sehen und empfinden Dinge, die die anderen vielleicht zu ihrem eigenen nicht empfinden und sehen können. Also es ist wirklich sehr viel Tiefe, sehr viel Reichtum in diesem Buch. Hinter dieser an und für sich ziemlich grausamen Geschichte von dieser Gesellschaft, in der auf einmal alles zusammenbricht, ist eigentlich jede einzelne Rolle bedenkenswert und erstaunlich und bietet viel Interpretation. Und diese Inspiration hat dann ja vielleicht auch zu der Serie oder zu dem Ansatz der Serie geführt, über die Stephanie jetzt eigentlich ganz spontan, als ich hab gerade erst vor einer halben Stunde gesagt, dass ich will über die Stadt der Blind. Da kam sie sofort mit einer Serie, die ich auch kenne, die aber pro Ding nur die erste Folge gesehen hab. Und die genau so heißt. Nämlich, wie heißt sie? speaker-1: Aber vorher übrigens noch eine Analogie. Es gibt ja den Film Perfect Sense, der 2011 rausgekommen ist mit Evan McGregor und Eva Green. Ich weiß nicht, ob du den kennst? der, ich glaube, ist auch sehr stark wahrscheinlich davon inspiriert worden. Also das kann ich mir gar nicht ganz anders vorstellen und auch sehr sehenswerter Film übrigens von einem dänischen Autor und einem schottischen Regisseur. Und da geht es darum, dass man stückchenweise seine Sinne verliert. Und das fängt halt da beim Geruchssinn an. Leute riechen nichts mehr, machen dann beim Geschmackssinn weiter, geht dann mit den Sehen und den Hörnen und dann zum Schluss auch nicht mehr, dass man auch den touchlich mehr fühlt. Und das ist auch komplett global ein Virus, der sich immer weiter ausbreitet. Und das das Ganze noch mal einen Schritt weiter, was passiert, wenn man dann gar nichts mehr wahrnimmt. Das ist natürlich super erschreckend und wir halten die Leute zusammen, die kompletten Systeme brechen zusammen ein bisschen langsamer als jetzt in unserem Seebeispiel, weil es erstmal mit grobem Geschmack ganz langsam losgeht. Die Leute aber schon in Panik ausbrechen und dann geht das weiter mit Sehen und Hören. dann sitzt man, da sitzt dann ein Liebespaar sich gegenüber, das sich noch gehört hat und dann sich nur noch festhalten kann, bis man dann auch den Touch nicht mehr spüren kann. Das ist halt ein sehr existentialistischer Film, der aber auf jeden Fall sehenswert ist, wenn man in die Richtung guckt. Sea ist auf der anderen Seite ein Fantasy-Berg auf Apple. Und das ist auch ganz interessant. Eigenschicht wollte ich heute über Friends and Neighbors sprechen, ganz kurz, weil ich das gerade geschaut habe. Erst und zweite Staffel auf Apple TV, genauso wie Sea übrigens. Und zwar von Jonathan Schrupper. Der hat Friends and Neighbors erfunden und der hat auch sie geschrieben, auch auf Apple TV läuft. Und was ich ganz interessant finde, da passieren zwei Mal die gleichen Sachen. Der schafft das, ein total cooles Konzept zu entwickeln, macht da eine hervorragende erste Staffel und schafft das dann aber nicht mehr, gut weiterzuerkennen. welches hat sie ihr recht? Beide. Friends and Neighbors und sie. Beides das gleiche. Sie, die erste Staffel, großartig. wirklich kreative Ideen in dem Szenario. Bei Sie geht es darum, alle sind erst mal blind. Wir sind in einer utopischen Zukunft. Also was wäre jetzt im Buch passiert? Und wir sind jetzt vielleicht ein hundert Jahre später. Wie hat die Gesellschaft sich entwickelt aus diesem blinden Trum? Also wie haben die überlebt? Und zu was hat das geführt? Und natürlich zu viel Brutalität. aber auch zu viel im Erfindergeist. Also das ist total spannend. haben, wie sie miteinander kommunizieren, sodass andere das nicht hören können, ist, die haben so eine Art Gebärdensprache auf der Hand und geben sich dann halt auf den Händen so kleine Zeichen und kommunizieren so miteinander, dass halt das Umfeld das nicht hören kann, weil die können natürlich wahnsinnig gut hören. Die entwickeln ganz interessante, also bis über den Ruhemann, ganz interessante Kampftechnologien, halt wie schafft man das Blinde gegen Blinde kämpfen. Wo weiß man, wer wer ist. Und dann wie wird kommuniziert? Wie wird Schrift weitergegeben? Und dann machen die das mit so Knotenschriftstücken, wo halt an so Seilenknotenheit kommuniziert wird. Und das fand ich halt so von einem Ingenieurperspektive und Szenariosinkerspektive, weil C wirklich ein großartiger, sehr unterhaltsame Serie, die dann aber gegen Ende mal soapiger wurde, immer mehr in Nebenrollen irgendwelche anderen Geschichten. Also es hat irgendwie seine epischen Erzählgrad leider verloren und diese kreativen Ideen, in der ersten Staffel dann so ganz dramatisch dann präsentiert worden sind, das hat sich nicht mehr wiederholt. Also er hat da irgendwie seinen Pulver verschossen und dann war es vorbei. Aber es ist da genauso übrigens, und das ist das Interessante, dass es halt diese Geschichte von dem Buch weitererzählt ist. Es gibt, und darum geht es in dem Buch, dass es Kinder gibt, ein Geschwisterpärchen, sehen kann. Und das wird im Prinzip von den Elternpaaren versteckt. Der Vater ist nicht der richtige Vater, sondern der Ziehvater. Aber er beschützt die Kinder, als ob das seine eigenen wären und muss dann auch mit der Frau zusammen und den Kindern das Dorf, in dem sie gelebt haben, verlassen, weil sie gejagt werden. Also die Sehenden werden eigentlich so wie auf dem Witzschand. verfolgt und auch getötet, weil sie halt diesen fundamentalen Vorteil haben. Und man muss sagen, das ist halt eine Welt, die komplett auf einem strategisch-kämpferischen Vorteil existiert. Das ist super gefährlich, diese Welt. Und natürlich, so einen Vorteil zu sehen, ist da ein absoluter Angriff und könnte natürlich sofort ausgenutzt werden. Und es gibt dann natürlich auch Strategien, wie damit umgegangen wird. Aber es ist hochgefährlich sehen zu können. Und es ist auch so, Spoiler alert, dass dann auch die Leute, die sehen, dann drüber nachdenken, sich die Seekraft wieder wegzunehmen, weil sie einfach ein friedliches Leben führen wollen. Also so weit ist das wirklich gedacht. Also See kann ich auf jeden Fall die erste Staffel empfehlen. So ganz kurz auch zu Friends and Neighbors ist dann so interessant, weil das eine ist ja halt Fantasy, Zukunft, ein wirklich utopische Scenario-Thinking, Ingenieurstum. Und dann haben wir Friends and Neighbors, das letztes Jahr in der ersten Staffel rausgekommen ist. Und es ist ein sehr krimi-lastiges TV-Drama, wo es darum geht, eigentlich der wundervolle, also es gibt halt diesen Hauptdarsteller und der kennt jeden John Hamm, der auch von Mad Men der Hauptdarsteller ist, ist da der Protagonist. es eigentlich Mad Men heute als Investmentbanker, der halt seinen Job verliert. und dann anfängt, seine Nachbarn zu beklauen. Weil er braucht drin Kohle und die haben so viel Geld und so viele Sachen, die merken nicht mal, wenn die was geklaut werden. Und das wird zusammen ein Konzept. Er stiehlt einfach nur so bisschen Robin Hood-mäßig von den Superreichen, von seinen Freunden und von seinen Nachbarn Sachen, wo er denkt, die merken das noch nicht mal, dass das weg ist. Das Ganze fängt auch mit einem klassischen Crime-Thema an. Er wacht auf neben einer Leiche und dann wird das stückchenweise aufgeklärt und es gibt super viele coole kleine Sachen. Wie auch bei C, die einfach sehr, würde ich mal sagen, neu und innovativ sind und es total Spaß gemacht hat, diese erste Staffel zu sehen. Und jetzt ist die zweite Staffel gerade am Laufen und die ist einfach richtig schlecht. Also kann ich jetzt auch hier noch mal sagen, irgendwie schafft das Jonathan, also schafft das ja das nicht, Jonathan Chopper zwei Staffeln hintereinander irgendwie richtig gut zu machen. Aber die ersten scheinen sich immer zu lohnen. Der hat auch Benji zum Beispiel gemacht, Warrior. Tim Star, The Adam Project, was auch kein guter Film war. Also er ist so bisschen 50-50 Kandidat. Ist das jetzt gut oder ist das schlecht? Aber es gibt halt auch die Kandidaten, das glaube ich, hatten wir noch nie, die einfach so alle ihre Gedanken, alle ihre Ideen da einfach raushauen und das dann nicht mehr schaffen, in die zweite, dritte oder vierte Schachtel weiter zu ersetzen halt, ja. speaker-0: Aber ich glaube, dieses gemeinsame Thema, also Vorteile, die sich in Nachteile verkehren, das könnte man sowieso nochmal separat nachverfolgen. Denn das haben wir sowohl bei der Frau aus der Stadt der Blinden, die etwas kann, was aber auf der anderen Seite auch eine schreckliche Konsequenz hat, dass sie nämlich alles sieht. Wie du es gerade erzählt hast in der Serie C in einer Welt, wo der Sehende so eine Art böser Übermensch wird und sich freiwillig entscheiden, deswegen sich das Augenblick zu nehmen. Da musste ich sofort denken an Turibus. an die Charaktere, die sich freiwillig eingliedern lassen, wie diese meint. Da kommt ja wirklich vieles zusammen. Und dann, wenn du dann auch noch den Bogen schlägst zu The Boys, wo halt das, was sich jeder wünscht, nämlich ein Supermann zu sein, auf einmal zur Auszeichnung des absolut Bösen wird, dann hast du ja wirklich so ein Unglomerat aus verschiedenen Richtungen, wo halt eben nicht mehr diese Heldengeschichte erzählt wird. Also Held kann etwas, was andere nicht können. macht ihn inherent gut und mächtig und positiv, sondern genau das, was ihn gut und positiv und mächtig macht, ist das Problem. Das ist halt das Faszinierende und Interessante an diesen Geschichten. speaker-1: So upside down, und man merkt ja auch, dass irgendwie diese Zeit von Marvel gerade so vorbei ist. Also man versucht ja diese Antihero-Geschichte, komplexere Charaktere immer mehr aufzuarbeiten, weil dieses klassische Held-Dasein irgendwie gerade nicht mehr funktioniert. Und was ich ja total spannend finde, ist, dass es gab ja in den 80ern oder ich war in 70ern so eine Phase, ja Marvel und Co. versucht haben, immer weiter zu wachsen und haben halt diese Multiversen erschaffen. Superman, Alt, Jung, Böse, was auch immer. Und dann gab es immer diese epischen Multiverse-Battles, ob die dann in irgendwelchen großen Stadien oder auch anderen Welten stattgefunden haben und dann alle gegeneinander gekämpft haben und dann erst mal diese Welten bereinigt haben. Sodass dann eigentlich Superman nur der eine übrig geblieben, hier, da, der andere. so jedes, ich würde mal sagen, besser performende Comic. hat dann irgendwie seinen Superhelden rübergebracht und der Rest wurde dann einmal kurz vernichtet. Und wir befinden uns wieder in einer ähnlichen Phase und interessanterweise ist ja auch Multiverse gerade das Thema bei Marvel und bei allen, würde ich so gefühlt sagen, wo es einfach nicht mehr so viel zu erzählen gibt. Deswegen gibt es halt noch mal die fünfte Dimension, der dritte Bösewicht und was passiert, wenn man die Zeit nochmal zurückdreht und von vorne nochmal anfängt. speaker-0: Man muss auch echt sagen, dass fast jede Superkraft mittlerweile auch erzählt wurde. Also wenn man sich bei The Boys anschaut, fast alles. Also manche können fliegen, manche sind stark, manche sind schwach, manche können sich... speaker-1: Aber dieser Wasserboy, was auch immer das ist, der mit den Delfinen da am Start. Also da waren sie mal kurz kreativ im Moment. speaker-0: Ja, ganz genau, diese... Da ist die Frage. Kommen wir zu einem sehr diesseitigen Thema, gewusst wo, unsere geheime Lieblingsabteilung da, wo man eigentlich seine Zeit verbringen muss und zwar namentlich dann vielleicht auch in ungewöhnlichen Jahreszeiten oder wo nicht jeder schon war oder wo es einen besonderen Aspekt gibt. Ich habe vor Jahren eine der schönsten Reisen meines ganzen Lebens, muss ich wirklich sagen, war ein vierwöchiger Roadtrip durch Namibia. Und Namibia ist würde ich sagen, offensichtliches Reiseziel. Also in unserer Welt, gut aussehenden jungen Leute, ist ja Südafrika nach wie vor sehr angesagt. Viele Leute überwintern, unter anderem auch unsere Freundin Miriam, die wir hatten, die nach Südafrika gezogen ist. Kapstadt ist da ja so ein Magnet. Und zwar deswegen, weil man dort ja eigentlich sehr vieles von einem guten Leben in Europa hat, bloß bei besserem Wetter und in einer spektakulären Stadt. Und Namibia ist ja das nächste Land von Südafrika Richtung Norden und hat es. Und deswegen möchte ich so sehr preisen nichts von all dem, denn Namibia ist eigentlich ein bisschen, das war für mich meine erste große Afrika-Reise und Namibia hat alles, was man sich eigentlich als Klischee immer von Afrika vorstellt und dann noch so ein paar Sachen, die man sich gar nicht vorstellen kann. Und das macht das so faszinierend. Namibia ist ja eines der am dünnsten bevölkerten Länder der ganzen Erde. Das ist riesengroß, hat aber nur zweieinhalb Millionen Einwohner. Und hat mehrere Vegetationszonen. Der gesamte Süden ist sehr wüstenartig. Die Namibwüste ist halt wirklich eine spektakuläre Kombination aus Gesteinsformationen. Jeder hat die Bilder schon gesehen von der Sossus Flay, also von dieser riesigen roten Düne, von dem versteinerten Baum, dann von der Walfischbucht und von Swakopmund, diese kalte Küste, wo eine kalte Meereströmung auf diesen völlig wüsten Strand trifft und dahinter direkt dann diese Es ist eigentlich wie ein anderer Planet. Ich glaube, da wird auch viel gedreht für Marsaufnahmen. Es ist wirklich eine total lebensfeindliche Welt, die man aber hervorragend sich erschließen kann, aus dem wir damals mit, aus dem Camper. Wir hatten halt irgendwie so ein Wohnmobil und sind damit durch das ganze Land gefahren. speaker-1: Hast du speaker-0: Also ich war sozusagen derjenige, der sich auskannte, obwohl ich mich auch überhaupt nicht auskannte. Aber ich hatte damals mit einem Kindheitsfreund, der den großen Vorteil hat, dass er mit seinen Händen umgehen kann. Also der hatte eine Tischlerlehre gerade gemacht. Und ich habe mir gedacht, auf so einer Reise, da will ich jemanden dabei haben, der auch nicht nur die Reifen schicken kann, sondern im Zweifelsfall auch vielleicht bisschen am Motor rumschrauben. Und wir waren zu zweit. Ich war sozusagen der Kapitän, der den Kurs vorgegeben hat. Mein Henning war derjenige, der auch dafür gesorgt hat, dass wir angekommen sind, der solche Sachen gemacht hat, wie die Luft aus den Reifen gelassen vor längeren Strecken durch die Wüste und dann an der nächsten Tankstelle auch dafür gesorgt, dass wir die Luft wieder aufgepumpt haben. Und Namibia hat halt sowohl diese fantastischen Wüstenlandschaften und auch Gesteinslandschaften, das heißt, es ist nicht nur so eine leere, endlose Wüste, sondern darin passiert auf einmal wieder. Dann hat der gesamte Norden ist dieses tropische Afrika mit ganz dichter Vegetation und so diesem kleinen afrikanischen Dörfern mit Hütten. Es hat tatsächlich noch den Blick in eine ganz vergangene Zeit, der Uhrzeit der Menschen. Es gibt dort noch die Pygmalen-Völker und es gibt die Himba, die auch wirklich immer noch so leben, wie man sich das vorstellt. Es gibt darüber ja viel auf YouTube, aber das sind Menschen, wirklich noch so leben, wie der Mensch vielleicht mal gelebt hat, als er vor zigtausend Jahren aus Afrika weggezogen ist. Und das kann man alles besuchen. Das heißt, es gibt halt mehrere Lagen von interessanten, sehr afrikanischen, sehr urtümlichen Dingen, die aber kein Disneyland sind, allein schon, weil sie halt eben nicht an einem Ort zusammengefasst sind. Man muss zwischen diesen einzelnen Orten Hunderte, Hunderte und Aberhunderte von Kilometern zurücklegen. Es gibt auch nur ganz wenige Städte und Dörfer. Das heißt, man muss sich seine Strecke sehr genau planen. Man kann nicht einfach irgendwo hinfahren und gucken, wo man unterkommt, sondern es ist wirklich ein so ein Campingplatz zu Campingplatz. Manche Leute machen das mit einem Auto, wo sie so ein Dachzelt drüber aufspannen. Andere Leute machen das mit solchen rollenden Hotels. Wir haben es mit einem ganz schönen schäbigen Diesel-Daihatsu hinter uns gebracht, der auch am Ende dieser Reise komplett für den Schrotthaufen nur noch zu gebrauchen. Bei uns ist alles abgefallen. Also irgendwie am dritten Tag schon die Kühlschranktür, boink, haben wir dann mit einem Stein drunter gelegt. Das Ding war nachher ein absoluter Schrotthaufen. Und das ist das eine. Das zweite sind natürlich die Tiere. Das hat man ja im südlichen Afrika häufiger. Es gibt in Namibia den Etosha-Nationalpark. Und der ist halt eine Salzpfanne und das macht es so besonders, die Tiere können sich nicht richtig verstecken. Wenn man halt durch viele andere Naturparks zum Beispiel in Südafrika fährt, da ist die Vegetation so dicht, dass man vieles wirklich erst sieht, wenn man unmittelbar davor steht. Natürlich nicht die großen Tiere, die Giraffen, die sieht man auch so von ferne, die können sich nicht verstecken. Aber Katzen zum Beispiel oder auch Bartzenschweine, die sieht man halt dort in der Etoschan Nationalpark viel, besser. Und man fährt da einfach mit seinem Gefährt rein. Man fährt bloß und hinter einer Kurve sind wir auch mal fast frontal in ein Renault Zuross gefahren. dann davon galoppiert. Das sind Begegnungen, die man auch nicht vergisst. speaker-1: Wie habt ihr euch denn darauf vorbereitet? Habt keine Angst gehabt? Habt ihr nicht auch welche tausend Bücher vorher gelesen? Ich werde ein Elefant mich angreifen. Was passiert wenn... speaker-0: Auch Hartkettebier speaker-1: ⁓ mein Gott, wenn da Effizite des Jugendzeits hat, dann habt ihr da überlebt. Aber das hätt ihr ja auch echt nicht sehen können. speaker-0: Da kann eigentlich, denn am Ende ist das alles schon auch, also von außen sieht das alles sehr wild aus, aber es leben schon auch überall Menschen. Und diese Straßen, die sind zwar unglaublich leer, aber einmal im Tag kommt da halt eben auch so ein Flug darüber. zwar sind es halt sehr, viele der Strecke, nicht asphaltierten Straßen, sondern so Schotterstraßen. Die werden aber nicht einfach der Natur überlassen, sondern einmal im Tag kommt so ein so ein Straßenhobel darüber und zieht diese Strecken wieder glatt. Und wenn man dann irgendwann am Straßenrand liegen geblieben ist, dann wird man von denen auch aufgesammelt. ich glaube, es gibt keine Daten darüber, dass tatsächlich Namibia in irgendeiner Form trotz dieser Riesengröße und der Einsamkeit besonders gefährlich ist. Weil es ist dann am Ende doch nicht so wie die Sahara. Es gibt halt auch in diesen Steinwüsten, gibt es Farmen, die dann riesengroß sind, wo Farmer dann halt auf großer Fläche ihre Tiere durchbringen. Und als ob das alles noch nicht genug wäre, also dieses ständige Staunen über eine andere Welt, die man so noch nie gesehen hat und das unterwegs sein, gibt es und die Tiere, gibt es dann ja noch dieses große Faszinosum der deutschen Kolonie. Denn Namibia war mal Deutsch Südafrika und hat zwischen, ich glaube, 1880 so ungefähr bis 1918, also fast 40 Jahre unter deutscher Regierung gelebt. Und ein Faszinosum ist natürlich, dass einem Deutsch tatsächlich damals zumindest noch oft im Alltag begegnete. Und so wirklich auch von Leuten, von denen man das gar nicht vermutete. Du hast dann wirklich in einem Laden zwei groß bewachsene, rabenschwarze Menschen, die dich mit einem freundlichen Tag und zwar völlig akzentfrei begrüßen. Beim ersten Mal ist das wirklich ein richtiger... Habe ich mich da richtig drüber gefreut. Irgendwann wird es normal. Aber dann hast du halt eben auch die vielen Städten. Und zu den Städten, die dann halt auch... berührend sind und wo man sich fragt, warum und woher. Einmal haben wir angehalten auf der Fahrt durch die Namibwüste, die halt wirklich so fern und fremd von Deutschland aussieht, wie man sich das nur vorstellen kann, und haben dort einen deutschen Soldatenfriedhof gefunden. Und der ist nicht umgeben von Bäumen und alles ist fruchtbar, sondern da liegen dann Menschen nebeneinander und du siehst die Grabsteine und das ist dann Heinz Hermann Schulze geboren 1897 in Stettin oder in Königsberg oder in Hamburg oder in Bremen oder in Frankfurt. Und diese jungen Männer, das sind alles so 18-, 19-, 20-jährige junge Männer, die sind dort während des Krieges, während des Hereroaufstandes 1905 gefallen und wurden so weit fern an einem Ort, an dem sie wirklich nichts zu suchen hatten, in einem deutschen Friedhof beerdigt. Und der eine Ort, wo diese deutsche Vergangenheit natürlich am deutlichsten wird, ist die Stadt Zwakopmund. die wirklich aussieht wie so eine klischeehafte, willhelminische Stadt von 1904, auch noch mit einer Bismarckstraße und einer Hamburger Straße direkt am Meer gelegen. Und in diese Stadt hinein wehen aus der Wüste diese Dünen. Also man muss sich vorstellen, als würde Lübeck sozusagen direkt am Rande der Sahara liegen. Das muss man sich geistig vorstellen. Das heißt, man kann dieses Land aus verschiedenen Gründen oder mit verschiedenen Ideen durchfahren. Man kann auf der Suche nach den Tieren sein, kann auf der Suche nach den Ursprüngen der Menschheit in diesen ursprünglichen Gesellschaften unterwegs sein. Man kann auf der Suche sein nach der Landschaft, nach diesen Formationen und überall anhalten und Fotos machen. Unglaublich viele Fotomotive. Aber man kann namentlich als Deutscher dort auch ganz praktisch auf der Suche nach seinen Vorfahren sein. nach der Art und Weise, wie Deutchtum mal ausgesehen hat an einem Ort, an dem es nichts zu suchen hatte. So muss man es ja wirklich sagen. Und dieser Reichtum an unterschiedlichen Narrativen, die alle sich übereinander überlagen an so einem faszinierenden Ort, macht Namibia für mich zu einem was ganz, ganz Besonderes. Ich wollte auch immer wieder zurückkommen, weil das möchte ich mir gerne noch mal ansehen. Und ich möchte sehen, wie dieses Land sich seitdem entwickelt hat und was noch genauso ist und was anders ist. Und also Roadtrip-Fans. ein absoluter Traum. Also da unterwegs sein und einfach Stunde ⁓ Stunde und alles, was man sieht, ist anders als, was man jemals zuvor gesehen hat. Ein wahnsinniges Ding. Also Namibia, fahrt dahin, wenn ihr euch mal einen richtigen Abenddreh erlauben wollt, was aber, und das der letzte Satz auch, also meiner Ansicht nach wirklich sicher ist. Also anders als jetzt zum Beispiel in den Wüstenstaaten des Nordens, überall Bürgerkriege und Gewalt und Jieten, auch aus Südafrika ist nicht immer sicher. Namibia ist oder war damals so ein komplett sicher und man staunt die ganze Zeit, ohne dass man vor irgendetwas Angst haben muss. speaker-1: Und da kommen wir zum Thema Sicherheit. ich ganz kurz mal sagen, ich gestern eine unheimliche Begegnung der fünften Art, würde ich jetzt sagen. Weil deswegen, wenn du das da alles erzählst, denke ich, wow, auf welchem Glückspferd ihr denn da geritten seid. Bei uns ist gestern nämlich ein Riemen gerissen im Auto und man konnte dann plötzlich nicht mehr bremsen und auch nicht mehr lenken. Und das war natürlich ein echter Schockmoment, wo ich denke, wir sind hier auf den spanischen Straßen in der Kleinstadt unterwegs und man hätte da wirklich noch 5 Minuten vorher an so einer Rondella mit 50-60 kmh wirklich jetzt einen riesen Unfallbau. speaker-0: Steilpiste bei euch in, weißt du Costa Blanca? speaker-1: Also ich will gar nicht, wir hatten eigentlich überlegt an dem Tag noch einen Ausflug nach oben zum Berg zu machen. Einmal diese kurvige Strecke nach oben. Das hätte in einen Richtung richtig böse ins Auge gehen können. Nur auf der Landstraße, sage ich schon mal, in die Kurve. Er hätte hier jetzt schon echt auch den Tod bedeuten können. Und ich muss echt sagen, wir waren so Glück gehabt, dass wir hier in der 30er-Zone am Strand anlang getuckelt sind. Sowieso mit den ganzen Bedienungen, die da immer über die Straße rennen hin und her, ⁓ da die den Cafés draußen halt zu bedienen. Und dann konnten wir nicht mehr lenken und nicht mehr bremsen. Aber das haben wir dann mit der Handbremse dann nochmal gelöst. Aber als uns dann der Abschiedsdienst abgeholt hat und da hatte dann den Riemen in Hand, der war wirklich an einer Stelle komplett durchgerissen, er gemeint, mein Gott, hatten sie Glück im Unglück. Das hat er noch nie gesehen. Und dass dann halt wirklich beides gleichzeitig nicht mehr geht, nicht mehr bremsen, nicht mehr lenken, das ist schon was wie bei Sie. Lost your senses. Also da habe ich echt gedacht, wow, und du bist dann in Afrika unterwegs und das ist gar nicht. Das ist natürlich echt krass. Da merkt man halt, wie man da, egal auf welcher Straße man unterwegs ist, man muss auch bisschen Glück dabei haben. Aber zu unserem anderen Thema heute, so warum denn nur? Und ich fand das ganz spannend. Da hatten wir einige Themen, die da heute schon so bisschen dran gerieben haben. ist nämlich die Frage, warum eigentlich viele Deutsche so grisgrämig wirken. Und besonders jetzt hier auch im Vergleich zu den Spaniern, die ja oft so sehr warmherzig, offen und auch liebevoll wahrgenommen werden und wir als Deutsche dann oft so effizient, ordnung, zuverlässig, direkt. Und das ist ja auch so in der Sprache auch sehr stark verankert, dass wir so eine objektorientierte Sprache auch haben, wo eigentlich oft der Adjektiv wird ja gerne im Deutschen auch vernachlässigt. Also wir, die jetzt hier über Dinge sprechen, die wir dann ja oft mal herausragen oder was anderes auch sagen, aber so im Umgangston ist ja das Adjektiv nicht das Wichtigste vom Satz und bei den Spaniern ist das ja umgekehrt. Also wenn das da gesprochen wird, dann geht es ja immer so Runa Kaiser Grande und dann geht es ⁓ Grande. Also Grande wird betont und kommt zum Schluss und wird nochmal nach vorne gehoben. Und wenn man im Deutschen sagt, ein großes Haus, da ist das Haus, was wichtig ist halt und unterstrichen. speaker-0: Er hat hier nichts mit mir. speaker-1: Ja, das ist total spannend. ⁓ Das freut mich natürlich. Ja, guck mal, ich steffanier mit ihrer Beobachtungsgabe. Aber das ist total interessant, weil das sind dann ja auch unterschiedliche Reizpunkte, die dadurch gesetzt werden. Was dadurch passiert ist, dass die Deutschen haben dann oftmals den Eindruck, dass die Spanier so übertrieben sind. groß und alles ist laut und immer zum Schluss und man hört das die ganze Zeit, wie die Adjektive einem ⁓ die Ohren fliegen. Und auf der anderen Seite sind dann die Deutschen, dann erst mal so bisschen, die sind ja sehr fleißig und da kommt ja irgendwie viel bei raus, was die machen, aber irgendwie sind die unfreundlich, sind die vielleicht auch egoistisch. Sie sind auf jeden Fall anders. Also wir werden, uns wird eine ganz große Wertschätzung entgegengebracht, das merkt man hier auch. Aber es gibt immer so einen Moment, wo man sich fragt, naja, Denken die nicht auch nur sehr stark an sich halt, sind die dann wirklich so im Sozialgefüge, funktionieren die so wie wir das gewünscht haben? Und es gibt interessanterweise da auch Umfragen, wo sowas herkommt. es gibt ein spanisches Studium vom Red Institute El Cano, die 2025 gemacht wurde. Und da wurde klar nochmal, dass die Spanier respektieren die Deutschen wirklich extrem für Effizienz, Ordnung und Wirtschaftskraft und Zuverlässigkeit. Aber gleichzeitig werden Deutsche oft beschrieben als streng. Gefühl und wir sind nicht emotional. Und das ist natürlich wirklich interessant, dass das dann so auch rüberkommt. Und die Spanier sind natürlich sehr stark beziehungsorientiert. Mehr Gästik, mehr Nähe, mehr emotionale Sprache, spontane Connections. Und was aber interessant ist, ist noch ein anderer Aspekt, auch sehr sprachlich. Also wenn du hier die Straße entlang gehst oder kaufst mal ein paar Tomaten, dann sagen die ja gleich so was wie wie Reyna meine Königin oder Guapa Schöne oder wie Corazon oder irgendwie also so nette Sachen fliegen einem die ganze Zeit lang so ⁓ die Ohren und das ist natürlich... speaker-0: Als Frau noch mal mehr als als Mann. speaker-1: Nee, das ist interessant. Das passiert Mann und Frau gleichermaßen. ⁓ ja. Also, und das ist konsistent. Das kann ich mir die letzten Jahre hier jetzt auch bestätigen. Dass so ein Gefühl einem so Nettigkeiten die ganze Zeit lang ⁓ die Ohren fliegen. Und Leute auch sehr, auch wie ich das in Uruguay, hatte ich das glaube ich, mal erzählt. Man kommt so die Tür hinein und das gegenseitig begrüßen. Und das verabschieden. Da wird super viel Wert draufgelegt halt. Also das Freundlichen begrüßen. Und es ist schon so, dass man an der Beziehungsebene ganz klar aufeinander abstimmen kann, wer kennt wen auf welcher Ebene und wie begrüßt man sich und so weiter. Aber es ist ganz klar, wir in Deutschland da nicht so viel drauflegen und dass das einem nicht so passiert. Was macht das mit einem? Und das ist nämlich total interessant. Es gibt ja diesen Broad and Build Effekt. Also es gibt diesen Effekt, je mehr man im Prinzip ja positive Sachen hört, je mehr manifestiert sich das auch. Das ist ja wie diese, was war, wenn man diese gibt doch diese Rituale, dass man sich positive Sachen sagen soll. Manifestieren, aber es gibt auch ein anderes Wort noch zu der Sache. Also ganz viele Schauspieler machen das ja auch oder berühmte Persönlichkeiten oder bei Mr. Robot, wenn die Blonde sich dann immer in den Spiegel guckt und sagt, ich werde das schaffen, ich werde das schaffen. Manifestieren. Ja, aber gibt es noch ein anderes Wort, für das fällt mir jetzt noch nicht ein. Aber egal, jedenfalls ist das wirklich so, dass das funktioniert. Also das ist in unterschiedlichen Studien wirklich ganz klar herausgestellt worden, wenn Studenten zum Beispiel. speaker-0: Manifestieren! speaker-1: positiv gelobt worden sind, dass dann ihre Ergebnisse in den nächsten Tests bis zu 30 Prozent besser waren und diese Wirkung hält bis zu einem Monat noch an. Also muss jemand nur eine halbe Stunde lang eigentlich erzählen, wie toll er ist und das hat bis zu 30 Prozent Performancewachstum in dem nächsten Monat als Resultat. Das ist natürlich wirklich gut für die Seele und ist etwas, was die Gesellschaft wahrscheinlich irgendwo gemerkt hat in der Interration und dann zur Kultur gut gemacht hat und das ist natürlich total spannend. Und dann ist es natürlich eine andere Sache. speaker-0: Du weißt ja, dass ich den Süden genauso liebe wie du. ich glaube, für mich führt sich dieser Unterschied vor allem, oder das Sprachliche ist auf alle Fälle da, aber ich glaube, der Ursprung davon ist das, was ich so gerne mag, nämlich die Marktplatzkultur. Es findet ja nicht nur in Spanien, sondern überhaupt im Süden so viel mehr Leben draußen statt. Und es gibt diese Rituale, die diese Kommunikation ja so befördern. Das Grabiges Anschreiben, das funktioniert da, wo halt eben Leute sowieso jeden Tag in die Kneipe gehen. Und in Spanien ... Es ist halt eben jeden Tag ⁓ fünf, macht man halt eben den riro. Also zwischen Ende des Arbeitstages und dem Beginn der Abendessen-Saison gehen alle nochmal raus. Alt und jung und Mädchen und Jungs und dick und dünn und arm und reich und trifft sich auf den Plätzen oder auf dem einen zentralen Platz, ⁓ den ja jede spanische Stadt herumgebaut wurde. Und da sind wir wieder mal mein Lieblingsthema, den Römern. Denn die Römer haben ja einfach alle Städte rund ⁓ den Marktplatz und ⁓ das Forum herum angelegt. und haben diese Kultur, dass man auf diesem Forum alles von Relevanz nicht nur kauft, sondern auch bespricht und Entscheidungen trifft und die Soldaten mustert. Also das war der eine Ort, alles passierte, Hochzeiten. Und bis zum heutigen Tag hat sich das bis in die kleinsten Dörfer reingehalten, dass dieser Marktplatz als Kommunikationszentrale auch immer noch existiert, obwohl man da nichts mehr einkaufen kann. Und wenn man so sehr daran gewöhnt ist... seine Nachbarn ständig zu treffen, jeden Tag, buchstäblich, und jeder auch die Kinder des anderen dadurch kennt und auch die alten Menschen nicht aus dem Blickwinkel verschwunden, sondern halt auch noch draußen sind, dann kommt es natürlich genau zu dieser Art von, sagen mal, Herzlichkeit, die vielleicht von vielen dann auch im Negativen als als Druck empfunden werden kann. Und lange war das vielleicht auch soziale Kontrolle, ja, also unter den Franco-Zeiten, da war das nicht nur gute Zeiten, schlechte Zeiten, sondern halt auch Lass uns mal auf den Nachbarn aufpassen, dass der halt auch immer regelmäßig zur Kirche geht. Aber heute, wo das nicht mehr der Fall ist, ist das natürlich vor allem das Positive. Und das ist auch das, weswegen ich in der Süden fahre. Ich liebe diese Marktplatzkultur. Und jedes Mal, wenn wir die im Sommer in Deutschland finden, dann freut uns das ja auch total sehr. Aber in den nördlichen Ländern kann es diese Marktplatzkultur einfach nicht geben, weil das wären ja nur drei oder vier Monate im Jahr und ansonsten ist es einfach zu kalt. speaker-1: Was aber interessant ist, was es nicht so gibt, wir in Deutschland eher machen, ja, wir laden ja die Leute dann mal nach Hause ein. Ich kann mich erinnern, dass meine Großmutter, die hat für die halbe Straße gekocht und dann sind dann mittags immer irgendwelche Nachbarn da gewesen, haben mit uns zusammen gegessen, bei uns zu Hause. Das war halt eher so, wir teilen und machen das bei uns zu Hause und wir versuchen da sehr irgendwie in unserem Limit irgendwie aber auch trotzdem alle eine gute Zeit zu haben. Und das Nachhause kommen ist in Spanien echt ein Ding. Also, dass sich jemand da nach Hause einlädt, das ist schon richtiges Commitment. Weil da werden auch unterschiedliche Ritualen gefolgt, da muss irgendwie viel Essen auf den Tisch gestellt werden, alle möglichen Kram und so. Und das ist sehr aufwendig, ne? Also, für den Gastgeber. Und deswegen, wenn du nämlich mal jemanden einlädst, muss der andere dich auch zurück einladen. speaker-0: Das bringt uns zum letzten Thema und da haben wir auch darüber gesprochen, ob das überhaupt ein geiler Scheiß sein darf, denn wir reden oder ich rede jetzt gleich über eins meiner Lieblingsthemen der letzten Jahre, nämlich über die apulische Küche. speaker-1: Ja, hab ich dreimal gesagt, ich nicht verstehe, warum das geiler Scheiß ist. speaker-0: Genau, und nämlich jeder ja denkt italienisch, ja italienisch kennt doch jeder, müssen wir wirklich nochmal über Pizza reden oder über Pasta und dass es da irgendwelche Spezialitäten gibt. Ja, aber weißt du, die italienische Küche ist ja die eine Globalküche. Wenn es eine gibt, die du überall findest und die überall auch so bisschen der kleinste gemeinsame Nenner ist, wenn du sonst gar niemanden zusammenkriegst über irgendwas, dann ist es doch immer noch eine Pizza oder du machst einfach Nudeln. Also muss man, was gibt es denn da überhaupt Neues drüber zu erzählen und Italien ist halt Italien und Italien. Weil eigentlich so bisschen dasselbe herrlich, wunderschön, aber auf eine konsistente Art und Weise wunderschön. So hab ich gedacht, ich zum ersten Mal vor, wann war das, vor drei oder vier Jahren, nach Apulien gefahren bin. Und um es kurz zu machen, Apulien ist eine Art von Italien, die es sonst nirgendwo gibt. Und das meine ich buchstäblich, ja, denn ich hab jetzt mal geguckt, es gibt in ganz Berlin zwar, ich glaub, 300 italienische Restaurants, aber nicht ein einziges davon. zeichnet sich explizit als apulisch aus. heißt, apulische Eigenheiten grundsätzlich sind noch nicht subsummiert unter dem großen Thema Italien. Und das macht sich nirgendwo anders deutlicher als bei der Küche. Denn die apulische Küche hat Dinge, die Italien sonst nicht hat und die man auch sonst nirgendwo auf der Welt bekommt. Und ich gebe da jetzt mal drei oder vier Beispiele, von denen ihr garantiert noch nie gehört habt, wenn ihr noch nicht in Apulien wart. Punkt eins, Wort eins, die Putscher. Und die Putscher ist... ist eine Art Sandwich und eigentlich ist italienische Küche ja keine Sandwich-Küche. Da unten allerdings gibt es die Puccia und das ist eigentlich ein Pizza-Brot, wenn man so will, was gefüllt wird mit allem Möglichen, was aber kalt ist. Also man kann es auch dann nachher noch frittieren, muss man aber nicht. Und da ist an diesem Sandwich, eigentlich wie so eine Teigtasche, wird unterschiedlich zugebracht. ist alles drin, was man sich von der italienischen Kirche wünscht. dann halt wohl der Schinken halt auch die Burrata, als auch der Tapesto, als auch die Pinienkerne, als auch die herrlichen Tomaten. Also die tun da einfach in dieses Sandwich alles rein, was geil schmeckt. Dann beißt du da rein und siehst die Sonne aufgehen. Und das ist nicht nur eine Kleinigkeit, denn nur da unten gibt es auch eine komplette Restaurantgattung, die sich Pucceria nennt. Das heißt also die Die Apulia haben nicht nur die Osteria und die Trattoria und die Pizzeria und das Disturante, die haben auch noch die Puccheria, wo nur dieses angeboten wird. Das macht das sehr schön, weil die Puccheria, kann man auch dann essen und wird einem angeboten, wenn die ganzen anderen Restaurants zu haben. Denn in Italien haben ja Restaurants ständig zu und machen nur zu bestimmten Momenten auf und die Puccheria gilt halt immer, kann man immer essen. Also erstes Beispiel die Puccheria. Zweites Beispiel, das habt ihr auch garantiert noch nie von gehört, hab ich auch noch nirgendwo jemals gefunden außerhalb von Napoleon, ist die Frizzella. oder auch Frisa genannt. Und das ist ein Brotsalat. Wo kommt der her? Das ist eigentlich altes Brot. Arme Menschen konnten es sich ja nicht leisten, Brot wegzuwerfen. Deswegen haben sie das altgewordene Brot mitgenommen, zum Beispiel als Fischer auf die See, und haben es eingeweicht in Salzwasser, ⁓ es wieder essbar zu machen und die Kalorien nicht zu verlieren. Und dann dazu alles geworfen, was sie sonst noch an leckeren, günstigen Sachen hatten. Das heißt also eine Frisella. Ich weiß nicht, ob man die in Berlin irgendwo überhaupt bekommt oder sonst irgendwo. Es ist Brot, was mittlerweile speziell gebacken wird, zweimal gebacken wird. Was dann überpüft wird mit Tomaten, wiederum Burrata, mit Öl, manchmal auch noch mit Oliven, dann halt mit gutem Öl getränkt wird, sodass das Ganze auch wieder so bisschen ... weicher wird. Und das ist eine Art von Salat, man sie sonst nirgendwo gegessen hat. Weil du hast die herzhafte Bissfestigkeit von diesem Brot und darüber dann eben diese intensiven Geschmacksnoten. Übrigens 100 Prozent vegetarisch, wenn ich das schon sage. Schmeckt halt eben ganz hervorragend. Ist halt eben ein kalter Salat, passt auch sehr gut in die Jahreszeit da unten. ja ziemlich warm. Nächstes Beispiel, und die wird gar nicht alle nennen, aber es gibt so viele. Nächstes Beispiel, das Panzerotto. Und die Kenner der italienischen Küche kennen das Panzerotto natürlich aus Norditalien als gefüllte Nudel. Die Panzerotti im Norden, das ist ja eigentlich Pasta Schuta, also wie Ravioli, bloß halbmondförmig. Unten ist das eine Empanada. Also wirklich wie eigentlich eine kleine Kalzone. Das heißt also Pizzateig mit allem Möglichen belegt, mit Käse, mit Tomaten, auch mit Schinken. Und dann zusammengerollt in eine Tasche und ins Frittieröl geworfen. Das heißt, das Ding ist eine richtige Bombe, unglaublich saftig, mit ganz vielen italienischen Zutaten. Die Geschichte geht aber auch noch weiter. Die Zutaten in ganz Italien, das weiß man ja, ist man den Parma-Schinken. Prosciutto di Parma, den man direkt vom Bein schneidet, ist ja wieder Serrano-Schinken in Spanien. Nicht in Puglien, in Capo Collo di Martinafranca. Von dem man nicht gehört. Und ein Capo Collo ist ein Nackenschinken, das heißt, der hat eben nicht so einen breiten Fettstreifen, sondern der ist marmoriert. Der kommt häufig so in runden Stücken und die sind weiß, die Fettmammierung da drinnen, und kommt aus einem Ort namens Martina Franca, deswegen Capocollo di Martina Franca. Und der wird alles reingetan, wo Schinken rein muss. Also auch in die Putscha, auch in das Panzerotto. Das heißt, da trennt sich Apulien komplett von der Schinken-Tradition des gesamten Südens und von solchen Zutaten, die es da nur dort unten gibt, aber auch mit großem Stolz da exklusiv gegessen werden. gibt es noch einige mehr. Es wird zum Beispiel relativ viel mit Sehigeln gekocht und das hört sich nicht besonders lecker an. diese Sehigeln sind in Nordfunk. Ich gebe dir aber auch noch was Vegetarisches. Nirgendwo, da bin ich mir aber nicht sicher, ob das nicht auch in Sizilien und Kalabrien noch gemacht wird, wird so viel mit Bohnen gekocht und zwar mit diesen großen gelben Bohnen. Die werden ganz häufig zu Pürees gearbeitet und ich war in einem Restaurant, die hatten eigentlich zwei Dinge, nämlich Orequiette, das ist ja die Nationalnudel da unten. Und eine komplette eigene Karte von Bohnenpastespzialitäten. Und die machen dann zu dieser Bohnenpaste, die ja erst mal per se nach nicht so viel schmeckt, hauen die halt alles leckere rein, was es sonst noch so gibt. Also gegrillte Auberginen, gegrillte getrocknete Tomaten, natürlich Oliven, ganz viele andere leckere Gemüsesachen. Das ist super vegetarisch, das hat mich ein bisschen abgeschreckt. Aber das überhaupt aus dieser armen Leuteküche, das ist nämlich die Apulisch Küche, eine totale arme Leuteküche mit ziemlich wenig Fleisch. mit ganz vielen Sachen, die man halt im 19. Jahrhundert vom Feld oder aus dem Meer einfach so rausziehen konnte, haben die Apulier eine Küche, wo man wirklich zwei Wochen essen kann, ohne jemals einen italienischen Klassiker anzufassen. Man muss da keine Pizza essen, man muss da auch keinen Spaghetti essen, man kann sich komplett in so einer separaten Welt der apulischen Küche mit Gerichten und mit Narben und Restaurantformen, die man vorher noch nie gehört hat und die man auch nicht mal in der Großstadt Berlin oder ich weiß nicht, in Spanien oder sonst wo irgendwo finden wird. kann man sich komplett in einem separaten Schlaraffenland, das sich nochmal innerhalb des Schlaraffenlandes Italien befindet, durchschlagen. Und wer einmal an der Nadel der apulischen Küche hängt, das kann ich wirklich mit Überzeugung sagen, kommt von dieser Nadel nicht mehr los. Ich hab jetzt wirklich angefangen, in Italien nachzusuchen, hab Google gefragt, hab Gemini gefragt, hab italienisch Restaurantbesitzer gefragt und händeringend, ja. Wie kann es sein, dass eine fantastische, so originelle und so andere Küche außerhalb Apoliens nicht existiert. Und ich habe bis heute keine Antwort bekommen auf diese Frage. Das heißt, wenn irgendjemand von euch da draußen, italienische Abstammung, sagen kann, warum die großartige, hochspezifische, polische Küche den Weg aus Apolien noch nicht raus geschafft hat, dann bitte, ich warte. speaker-1: Okay, also das war jetzt ein großes Lucheslied. Ich würde sagen, ich habe irgendwie viel Teig gehört, aber bei den Boden bin ich dann aufgewacht. Ich habe hier parallel mal im Internet Bilder mir angeguckt und da auch ein paar Sachen gefunden, wo ich gedacht habe, das würde ich jetzt auch mal gerne essen. Bilder Brokkolade, den gibt es hier ohne Ende. Ich muss mal nachher polieren und mal probieren und dann kann ich da auch mal meinen Senf dazu geben. Also ich bin ganz gespannt. Ich habe jetzt Hunger. speaker-0: Abholen! speaker-1: Und ich weiß jetzt gar nicht, ob ich jetzt erstmal raus aus dem Marktplatz gehe schwimmen oder mir noch was zu essen sorge. Aber du hast mich auf jeden Fall unterschiedlich in die Ähenden inspiriert. Und das übe ich mal weiter an meiner Freundlichkeit. speaker-0: Und vielleicht bringst halt eben etwas Nettes oder halt eben auch das Gespräch auf irgendwie ein angenehmes Thema bringen willst. Dann frag doch mal deine Nachbarn, ob sie heute schon an Ruhm gedacht haben. In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal und vielen Dank für die Aufmerksamkeit. speaker-1: Ja, und vergesst nicht ein kleines Like. ⁓ wir haben was vergessen. Christoph. Und zwar, ja, jetzt muss ich doch noch sagen, wir haben nämlich einen Partner, mit dem wir zusammenarbeiten, die heißen Shelfed und die geben genauso gute Recommendations ab wie wir zum Thema Streaming. Ja, jetzt haben wir ganz viel über Serien heute gesprochen, aber ganz viele nämlich auch. Und Shelfed, guckt euch das an, da kann man einen Newsletter abonnieren und da gibt es jede Woche kostenlose Tipps, was man nicht als nächstes sich noch anschauen kann. speaker-0: Aber auch bisschen für Jettor, warum man sich das alles anschauen sollt und wie das alles zusammenpasst. speaker-1: Bis dann, macht's gut, bye bye.