Latest / heute journal - der Podcast / Deutsche Bahn: Hoffnungslos kaputt? Mit Claus Weselsky
Transcript
- 0:08Herzlich willkommen. Das ist der Heute-Journal-Podcast mit einer Folge,
- 0:11die das Potenzial hätte, so eine richtige Wutfolge zu werden.
- 0:16Es geht nämlich um die Deutsche Bahn. Und ja, da gibt es sehr,
- 0:21sehr viel, über das man sich auch zu Recht aufregen kann.
- 0:24Aber wir haben uns gesagt, Bahn-Bashing, das kann auch irgendwie jeder.
- 0:29Wir wollen deswegen mal wirklich versuchen, die Probleme, die hinter Verspätungen,
- 0:33Zugausfällen und so weiter stecken, wirklich zu verstehen. Und wir wollen herausfinden,
- 0:38wie man sie lösen könnte.
- 0:40Vor dieser großen Aufgabe steht nämlich der neue Bundesverkehrsminister,
- 0:44den wir seit dieser Woche haben.
- 0:47Und da fragen wir uns, ist er dieser großen Aufgabe gewachsen?
- 0:50Ich freue mich sehr, darüber sprechen zu können mit Christian Sievers,
- 0:54Moderator des Heute-Journals, der mir gegenüber sitzt. Hallo, Christian.
- 0:57Und dann ist uns aus Berlin noch ein absoluter Bahn-Insider zugeschaltet.
- 1:03Nämlich Lokführer und einer der bekanntesten Gewerkschafter des Landes.
- 1:07Ex-Vorsitzender der Gewerkschaft, deutscher Lokomotivführer Klaus Weselski.
- 1:12Hallo Herr Weselski. Hallo.
- 1:14Schönen guten Tag. Ich grüße Sie. Und ich kann jetzt schon mal sagen,
- 1:17es lohnt sich diese Folge bis zum Ende zu hören. Wir haben nämlich einen Aufruf
- 1:20gestartet und euch nach euren schönsten Bahngeschichten gefragt.
- 1:25Und was da zurückkam, ist wirklich einfach nur rührend. Da freue ich mich jetzt schon drauf.
- 1:32Ja, ich hatte zwei Wochen Urlaub und dann komme ich zurück und habe mal wieder
- 1:35gemerkt, das Phänomen Sommerloch, das gibt es nicht mehr, weil in der Zwischenzeit Friedrich Merz einmal,
- 1:41die Regierung und auch Spitzenpositionen in seiner Partei komplett umgekrempelt hat.
- 1:48Kam das auch für dich überraschend, Christian?
- 1:51Naja, das kam glaube ich für alle überraschend, inklusive Friedrich Merz.
- 1:54Losgegangen ist es ja mit Jens Spahn.
- 1:56Ich würde das jetzt nicht wieder alles aufdröseln, aber es war jetzt glaube
- 2:00ich nichts, mit dem man gerechnet hat. Auf der anderen Seite muss man natürlich
- 2:03immer mit sowas rechnen. Ich bin ja so kein Freund von Sommerloch-Klassifikationen,
- 2:07sondern die Nachrichten gibt es immer und die halten sich auch nicht an die Jahreszeit.
- 2:12Ja, also dieses Personalroulette wurde ausgelöst durch den Rücktritt von Unionsfraktionschef
- 2:18Jens Spahn und dann hätte ja
- 2:19Merz auch einfach nur diese Personal hier austauschen können, aber nein.
- 2:23Ja, das ist aber nicht so einfach, ganz kurz, wenn ich da unterbreche,
- 2:25weil nämlich er hat ja als neuen Fraktionschef jetzt Thorsten Frey installiert,
- 2:30der vorher Kanzleramtsminister war, das heißt, da fehlt da wieder was,
- 2:33es ist halt wie immer bei solchen Geschichten.
- 2:34Da musste da was nachbesetzt werden. Exakt, da muss man achten auf tausenderlei,
- 2:38Präferenzen und dann gibt es landmannschaftliche Gründe, die einen fühlen sich
- 2:42über- und unterrepräsentiert und so.
- 2:44Also einfach ist es nicht, das hat Friedrich Merz ja jetzt auch gemerkt,
- 2:47denn es hat enorm gerumpelt.
- 2:50Aber er ist seit heute in Urlaub, glaube ich zumindest. Und kann das erstmal
- 2:55verdauen. Und jetzt kann er erstmal hoffen oder hofft er zumindest,
- 2:58dass das jetzt halbwegs hält.
- 3:01Wo es am meisten, würde ich sagen, gerumpelt hat und welche Personalie auch
- 3:05für politische Beobachter wirklich eine Überraschung war, dass die ausgetauscht
- 3:09wurde, ist der Job des Bundesverkehrsministers.
- 3:13Da lief einiges schief. Friedrich Merz hat den CDU-Politiker und jetzt ehemaligen
- 3:18Verkehrsminister Patrick Schnieder laut Medienberichten anscheinend im Island-Urlaub
- 3:22angeriefen und ihm dann gesagt.
- 3:25Du bist entlassen. Und dann ist auch noch sein Wunschnachfolger kurzfristig
- 3:29abgesprungen. Dann stand Merz ohne Verkehrsminister da.
- 3:32Herr Weselsky, Sie sind auch CDU-Mitglied. Wenn Friedrich Merz Ihnen hypothetisch
- 3:38diesen Job angeboten hätte, hätten Sie es gemacht?
- 3:42Nein, hätte ich nicht gemacht, weil das Wechseln eines Gewerkschafters auf die
- 3:47andere Seite an der Stelle eher kontraproduktiv ist.
- 3:51Die Frage ist aber nicht, ob man mir das anbietet, sondern ich halte es für
- 3:55einen schlechten Stil, wie es gelaufen ist.
- 3:57Und ich konnte auch bis einschließlich jetzt nicht herausfinden,
- 4:02was Herr Schnieder falsch gemacht hat.
- 4:04Und für meine Begriffe ist das Ganze nur dazu geeignet, alle Prozesse,
- 4:09die im Zusammenhang mit Verkehrsinfrastruktur stehen und hier als Schwergewicht
- 4:14Eisenbahn wieder zu verlangsamen.
- 4:16Denn ein Personalwechsel bringt auf jeden Fall über eine längere Zeit erst mal
- 4:21einen gewissen Stillstand.
- 4:23Dem Kanzler, wenn man so zwischen den Zeilen liest, ging es offenbar ums Tempo.
- 4:26Es war ihm schlicht nicht schnell genug, wenn ich ihn da versuche,
- 4:29so ein bisschen zu interpretieren.
- 4:31Jetzt sagen Sie, es wird noch langsamer. Kennen Sie denn den neuen?
- 4:33Kennen Sie Steffen Bilger, den neuen Verkehrsminister?
- 4:36Und Herr Bilger ist ja einer vom Fach, war lange Jahre Verkehrspolitiker.
- 4:40Das müsste Sie doch dann eigentlich freuen.
- 4:43Nun, freuen würde ich mich, werde ich mich erst, wenn Herr Bilger die Dinge,
- 4:48die zwingend erforderlich sind,
- 4:49auch in der entsprechenden Geschwindigkeit umgesetzt hat oder umsetzt.
- 4:53Wir müssen erst mal schauen, was er jetzt von dem, was angelaufen ist,
- 4:58tatsächlich fortsetzt, was er verändert.
- 5:01Das hat ja Gründe. Wenn es dem Kanzler zu langsam war, ja, auch mir war es zu langsam.
- 5:06Nur dadurch ist es jetzt nicht schneller geworden, sondern es kommt nochmal
- 5:09eine neue Verzögerung herein.
- 5:11Ich kenne Herrn Bilger persönlich. In seiner Eigenschaft als parlamentarischer
- 5:15Staatssekretär hatten wir Begegnungen.
- 5:17Und zu seinen Vorhaben als Verkehrsminister erlaube ich mir eine Bewertung erst,
- 5:24wenn sie erkennbar sind, wenn sie erkennbar werden.
- 5:27Wir dürfen an der Stelle nie vergessen, dass es maßgebliche Kräfte im Konzern
- 5:31gibt, die eher den Zustand so behalten wollen, wie er in der Vergangenheit war.
- 5:35Nämlich schlechte Eisenbahn in Deutschland, aber guter Finanzkreislauf innerhalb
- 5:41des Konzerns mit weltweiten Aktivitäten.
- 5:44Ich habe das immer unter dem Satz zusammengefasst. Diese Vorstände der Deutschen
- 5:48Bahn AG können alles außer Eisenbahn.
- 5:51Herr Weselski, wir sprechen gleich auch noch über die neue Bahn-Schirfin Evelin
- 5:55Paller und den Konzern an sich.
- 5:58Nochmal kurz bei Steffen Bilger geblieben, dem neuen Bundesverkehrsminister,
- 6:02stammt aus Baden-Württemberg, ist Jurist, viele Jahre, wie gesagt,
- 6:06Verkehrspolitiker. Christian, bei dir war er gestern im Heute-Journal im Interview.
- 6:10Ich habe ihn auch gefragt zwischendurch, weil du gerade sagst,
- 6:12er hat ja viel Erfahrung in Sachen Verkehrspolitik, das stimmt.
- 6:15Ich habe ihn aber gestern auch mal gefragt, ob das eigentlich gut oder schlecht
- 6:17ist, wenn jemand schon sehr, sehr viele Jahre Erfahrung in der deutschen Verkehrspolitik
- 6:22hat, weil die Ergebnisse von deutscher Verkehrspolitik, die sehen wir ja alle jeden Tag.
- 6:28Er meinte dann, ja, es ist schon gut, wenn man da reingearbeitet ist und wenn
- 6:30man sich nicht erst komplett einarbeiten muss und er glaubt schon,
- 6:33dass er da mit seiner Expertise viel leisten kann.
- 6:36Aber diese Problematik, die wir jetzt haben, ist ja auch, zumindest auch,
- 6:40auf Versagen der Politik zurückzuführen in den letzten Jahrzehnten.
- 6:43Ja, du hast ihn gefragt, ist die Bahn überhaupt noch zu retten?
- 6:48Das hören wir uns mal kurz an.
- 6:50Gleich morgen werde ich mich mit der Bahnchefin Palla treffen.
- 6:52Ich werde auch mit den Gewerkschaften im Bahnbereich telefonieren und wir werden
- 6:57in Zukunft sehr genau hinschauen.
- 6:59Wir haben insbesondere für die Bahn diese große Chance, mit den Infrastrukturmitteln
- 7:03auch viele Versäumnisse der Vergangenheit aufzuholen.
- 7:06Also die Chance ist da und natürlich muss es auch so sein, dass dann bei Pünktlichkeit
- 7:10und diesen wichtigen Themen die Verbesserung spürbar wird. Die Verbesserung
- 7:14muss spürbar werden, das wird jeder unterschreiben, jeder Bahnkunde in Deutschland.
- 7:18Die Frage ist jetzt nur, wie?
- 7:20Sie werden sich mit der Bahnchefin treffen morgen, haben Sie gerade gesagt.
- 7:22Was sagen Sie ihr denn? Was ist denn der neue Wind sozusagen,
- 7:26der aus dem Ministerium jetzt Richtung Bahn weht? Sie sind ja der Eigentümer.
- 7:30Es gibt viele gute Pläne, die das Verkehrsministerium bereits auf den Weg gebracht
- 7:34hat. Die müssen jetzt sehr schnell umgesetzt werden. Und ich werde schon auch
- 7:37deutlich machen, dass ich sehr genau drauf schauen werde, was die Deutsche Bahn
- 7:40macht, wie sie diese politischen Vorgaben auch umsetzt.
- 7:43Es muss gelingen, dass die Pünktlichkeit besser wird, dass man saubere Züge
- 7:48hat, dass man sich sicher fühlt in Zügen und am Bahnhof, dass auch die Kommunikation
- 7:52mit den Kunden besser wird.
- 7:53Ich glaube, da fallen uns allen viele Themen ein, die besser werden müssen.
- 7:57Das liegt auf der Hand und daran werden wir gemeinsam arbeiten müssen.
- 8:01Ja, er wollte oder er konnte nicht konkret werden. Er hat die Probleme aufgezeigt, die wir alle kennen.
- 8:08Bei den Lösungen, da ist er noch ein bisschen im Dunkeln geblieben.
- 8:12Jetzt kann man sagen, es ist auch erst sein allererster Tag gestern gewesen.
- 8:14Andererseits hast du ja schon gesagt, er hat lange Erfahrung in der Verkehrspolitik.
- 8:18Was er, glaube ich, schon weiß, ist, dass der Druck da ist.
- 8:22Also Verkehrsminister, das wissen wir jetzt ja seit der Entscheidung der Entlassung
- 8:25von Patrick Schnieder, ist ein Schleudersitz und Verkehrsminister hat natürlich
- 8:30auch aus Sicht des Ministers das Problem, dass Erfolg oder Misserfolge sich,
- 8:35bei den Menschen niederschlagen.
- 8:37Also dass wir das jeden Tag erleben, im Stau, an einer bröseligen Autobahnbrücke
- 8:41oder an der Bahnsteigkante, wenn der Zug wieder mal 140 Minuten Verspätung hat, laut Anzeigetafel.
- 8:48Und hinterher sind es dann immer mehr. Das ist etwas, was die Leute tatsächlich
- 8:53sofort merken. Und deswegen hat ja, und das ist für mich.
- 8:58Eigentlich der Satz, der von Patrick Schnieder, dem letzten Verkehrsminister,
- 9:02bleibt zumindest bei mir im Kopf.
- 9:04Er hat diesen Satz gesagt, der sagt, der Zustand der Deutschen Bahn geht in
- 9:07Richtung demokratiegefährdend.
- 9:10Und das ist ja schon mehr als einfach nur ein Ärgernis, das ist mehr als einfach
- 9:14nur, ich habe meinen Anschluss verpasst, ich komme irgendwie zu spät,
- 9:16sondern da geht es ja letztlich um unser Gemeinwesen, um den Zustand unserer Demokratie.
- 9:20Und ich glaube, da ist einiges dran. Das hat übrigens der Herr Bilger gestern
- 9:23im Interview auch so gesehen.
- 9:26Da ist einiges dran, dass wenn die Leute jeden Tag vorgeführt bekommen,
- 9:31wie dysfunktional die Bahn in diesem Land funktioniert, in einem Land,
- 9:33in dem wir eigentlich gewohnt sind, dass alles halbwegs gut funktionieren sollte,
- 9:38dann macht das was mit einem.
- 9:39Und das geht weit über den Zustand der Bahn und weit über die Frage,
- 9:42komme ich heute von A nach B hinaus.
- 9:45Das lässt Zweifel wachsen am Funktionieren des Staates selbst.
- 9:49Und auch deswegen glaube ich, ist es so wichtig, dass die Bahn ihre Probleme
- 9:53in den Griff bekommt. Ich würde gerne auf ein Problem jetzt mal genauer schauen.
- 9:57Das ist die Pünktlichkeit. Es gibt da eine Statistik von der Bahn selbst rausgegeben.
- 10:02Letztes Jahr sind im Fernverkehr ein bisschen über 60 Prozent der Züge pünktlich
- 10:09angekommen. Das ist der schlechteste Wert, den die Bahn jemals erreicht hat.
- 10:13Das heißt, dass fast jeder zweite IC oder ICE nicht pünktlich angekommen ist.
- 10:18Pünktlich heißt in dem Fall weniger als sechs Minuten Verspätung,
- 10:21was ja ein absoluter Traum wäre.
- 10:24Im Nahverkehr sieht es da etwas besser aus. Da sind so 85 bis 90 Prozent der
- 10:29Züge pünktlich angekommen.
- 10:31Das war bei uns im Team, als wir das gelesen haben, auch eine große Überraschung,
- 10:34hätte ich nicht gedacht.
- 10:36Herr Weselsky, wieso läuft das mit der Pünktlichkeit im Regionalverkehr so viel
- 10:40besser als im Fernverkehr?
- 10:42Das ist systemisch ein Stück weit bedingt. Sie haben im Nahverkehr kürzere Umläufe,
- 10:50wesentlich mehr Gelegenheit, einen defekten Zug auszutauschen oder bei Personalproblemen
- 10:57da jemanden einzusteuern.
- 10:58Im Fernverkehr sind das lange Umläufe. Die Züge fahren von München bis Hamburg
- 11:03und wenn dort einmal Verspätung drin ist, dann kriegst du die entweder gar nicht
- 11:07mehr oder nur ganz schwer wieder raus.
- 11:10Wobei Sie sprechen ja von Zahlen, die Durchschnittszahlen sind und Sie kennen
- 11:14ja das alte Sprichwort. Im Durchschnitt war die Pfütze nur 30 Zentimeter tief
- 11:18und trotzdem ist die Kuh ersoffen.
- 11:21Wir hatten Zeiten und Tage, da waren wir weit unter 50 Prozent Pünktlichkeit
- 11:26und was Herr Sievers zum Thema demokratiegefährdend gesagt hat,
- 11:31will ich unterstreichen.
- 11:33Weil wir haben auch als Deutscher Beamtenbund eine Umfrage gemacht.
- 11:37Das Vertrauen in den Staat, in die Handlungsfähigkeit des Staates nimmt immer mehr ab.
- 11:41Und natürlich verknüpft man die Deutsche Bahn, die Eisenbahn als Ganzes mit dem Eigentümerbund.
- 11:48Und wenn der in der Lage ist, sein Eigentum so zu steuern und sein Eigentum
- 11:52so zu verwalten, dass es am Ende funktioniert, dann ist die Schlussfolgerung
- 11:56der Menschen, die von solchen Ereignissen betroffen sind, schlussendlich nicht mehr.
- 12:01Aber das können sie, dass das viele Ursachen hat, dass das im Prinzip jetzt
- 12:05das Ergebnis eines jahrzehntelangen negativen Prozesses ist.
- 12:09Das will niemand mehr sehen und das wissen auch bloß die, die tatsächlich lang genug im Geschäft sind.
- 12:14Ich meine, ich habe das Glück, schon vor 1990 als Lokomotivführer in der Deutschen
- 12:20Reisbahn tätig gewesen zu sein.
- 12:21Und als wir zusammenkamen, stellten wir fest, wir unterscheiden uns gar nicht
- 12:25sehr in der inneren Struktur, in der Verfasstheit der beiden Bahnsysteme,
- 12:30Deutsche Bundesbahn und Deutsche Reichsbahn.
- 12:32Und wir stellten fest, wir sind beide noch pünktlich.
- 12:34Ich bin noch mit Zeigersprung abgefahren. Und das ist das Bestreben eines jeden Lokomotivführers.
- 12:40Mit was? Zeigersprung. Die Aktion hieß Zeigersprung. Das heißt,
- 12:43wenn die Uhr genau auf voll geht, dann geht es los.
- 12:46Wenn man 15 Uhr abzufahren hat, dann ging der Zeiger von 59 auf 0.
- 12:49Und das war der Zeigersprung. Und dann war die Abfahrt da.
- 12:53Großartig. Das merke ich mir. Mit Zeigersprung abgefahren. Ja, Aktion Zeigersprung.
- 13:00Fantastisch, das ist ja, ich meine, wir reden über sechs Minuten.
- 13:03Du hast gerade gesagt, sechs Minuten gibt die Bahn sich selbst,
- 13:05dann ist man noch pünktlich. Das wäre in Japan bereits unfassbar unpünktlich.
- 13:09Wenn der Zug da 20 Sekunden zu spät ankommt, ist es ja schon ein Riesendesaster für alle Beteiligten.
- 13:14Und in der Schweiz heißt es immer, wenn der Zug um 15.16 Uhr fahren sollte,
- 13:19es ist 15.17 Uhr und der Zug fährt nicht, dann ist es entweder kein Schweizer
- 13:23Zug oder keine Schweizer Uhr.
- 13:25Und das sind ja alles so Sprüche, das passt ganz gut zu Ihrem Zeigersprung, Herr Wieselski.
- 13:29Da sind wir natürlich in Deutschland mittlerweile meilenweit von entfernt.
- 13:34Und ich habe festgestellt, du hast vorhin gesagt, Helene, es geht viel um Wut.
- 13:38Ich glaube, wir sind über dieses Stadium Wut schon hinaus, ehrlich gesagt.
- 13:41Also ich erlebe in den Zügen und ich fahre echt viel Bahn.
- 13:44Genau, Resignation. Sie sagen, es ist ein bisschen wie in einer Beziehung.
- 13:47In einer Beziehung, die nicht mehr funktioniert. Solange man sich noch streitet
- 13:50und solange man noch versucht, daran zu arbeiten, ist ja noch möglich, dass es wieder gut wird.
- 13:56Wenn am Ende aber alle nur noch da sitzen und sagen, und so erlebe ich das in
- 14:01der Bahn, wenn es wieder mal unfassbarste Verspätungen gibt,
- 14:04da brüllt keiner rum, da wird keiner laut, da gibt es kein Gestöhne.
- 14:08Die Leute gucken einfach nur noch auf ihr Handy und füllen stillschweigend die.
- 14:11Entschädigungsanträge aus.
- 14:13Und das Zugpersonal macht Durchsagen, die nur so von Sarkasmus strotzen und
- 14:18einem gewissen Galgenhumor. Man hat resigniert.
- 14:21Dem ich aber auch viel abgewinnen kann, muss ich sagen. Ich finde das immer
- 14:23ganz witzig. Und gleichzeitig kann das aber natürlich nicht der Zustand sein.
- 14:26Aber das Zugpersonal macht das zum Teil auch zum Selbstschutz.
- 14:32Weil sie sind genauso betroffen wie die Fahrgäste. Das ist Zeitdiebstahl,
- 14:35was hier stattfindet. Die stehlen mir meine Freizeit.
- 14:39Sowohl dem Zugchef, dem Lokomotivführer als auch dem Fahrgast stehlt dieses
- 14:44Unternehmen Freizeit, indem es mir einfach zumutet, eine Stunde später irgendwo anzukommen.
- 14:50Und das nennt man ja Murphy's Gesetz, auf dem Weg zur Arbeit findet,
- 14:54weiß es nicht statt. Auf dem Weg von der Arbeit, wenn man nach Hause will,
- 14:58ist es viel häufiger anzutreffen.
- 15:01Und das führt natürlich zu Frustrationen.
- 15:04Das Thema ist komplex. Wir werden es auch noch genauer aufdröseln.
- 15:07Aber Herr Wiselski, was sagen Sie, was ist denn die Ursache Nummer eins für
- 15:11diese heftigen Verspätungen bei der Bahn?
- 15:15Der schlechte Zustand der Infrastruktur, der allerdings nie Gott gegeben ist,
- 15:19sondern der über Jahrzehnte eine vernachlässigte Infrastruktur fehlgeleitete Gelder,
- 15:26beinhaltet und der am Ende des Tages einen Konzern beschreibt,
- 15:30der im Ausland Aktivitäten entfaltet hat mit sonst was.
- 15:34Von Eisenbahnen bauen, bis wir sind beteiligt gewesen an Carsharing-Firmen,
- 15:40an Helikopter-Firmen. Wir konnten alles außer Eisenbahn.
- 15:44Und diese Fehlsteuerung, diese Fehlinvestition auch, sich mit Auslandsgeschäft zu befassen und.
- 15:52Tausende von Führungskräften zu haben, die alle irgendwie ein schönes kleines
- 15:56Projekt haben, nur die eigene Eisenbahn in der Steuerung entgleitet mir,
- 16:00das ist das Ergebnis, was wir heute sehen.
- 16:02Aber der Prozess ist betrieben von Betriebswirtschaftlern, die am Ende über
- 16:07ihre Erbsenzählerei, über Rationalisierungsmaßnahmen das System nachhaltig beschädigt haben.
- 16:12Wir haben zu wenig Überholungsgleise, wir haben veraltete Technikstellwerke von 1954.
- 16:19Das passt an der Stelle wirklich rein. Ich habe immer Angst,
- 16:21wenn wir von der Digitalisierung reden, dass der üble Spruch,
- 16:25den ich in der DDR kennengelernt habe, zum Drachen kommt, überholen ohne einzuholen.
- 16:29Ich wäre glücklich, wenn es uns gelingt, die Eisenbahn erstmal in die Gegenwart
- 16:33zu holen, bevor wir sie in die Zukunft transportieren. Denn die Digitalisierung
- 16:37löst nicht das Problem, das wir hier in der Frage von Pünktlichkeit und maroder Infrastruktur haben.
- 16:43Ja, die Deutsche Bahn ist ein riesengroßer Konzern. Es ist nicht irgendein Konzern,
- 16:47es ist ein Staatskonzern und unsere
- 16:49Gesellschaft ist essentiell darauf angewiesen, dass das funktioniert.
- 16:55Wir wollen uns mal genauer anschauen, wie die Deutsche Bahn eigentlich entstanden
- 16:59ist und wie dieser Konzern strukturiert ist. Gundula Gauser hat sich das mal genauer angeschaut.
- 17:12Entstanden ist die Deutsche Bahn nach der Wiedervereinigung in den 90er Jahren
- 17:16aus den west- und ostdeutschen Staatsbahnen.
- 17:20Heute ist die Deutsche Bahn eine Aktiengesellschaft, aber die Aktien sind nicht
- 17:24in Besitz von Privatpersonen oder Unternehmen, sondern sie gehören dem deutschen Staat.
- 17:30Niemand kann Aktien der Deutschen Bahn an der Börse kaufen.
- 17:34Die Deutsche Bahn gehört also dem Bund und wird vom Bundesverkehrsministerium
- 17:38vertreten. Das Ministerium gibt die strategische Richtung vor.
- 17:43Etwa, welche Ziele das Unternehmen verfolgen soll oder wie viel Geld in das Schienennetz fließt.
- 17:50Außerdem nimmt der Bund über den Aufsichtsrat Einfluss auf das Unternehmen.
- 17:54Der Aufsichtsrat kontrolliert den Vorstand, der das Tagesgeschäft der Bahn leitet.
- 18:00Das Unternehmen besteht aus mehreren Tochtergesellschaften. Vereinfacht lässt
- 18:04es sich in verschiedene Bereiche unterteilen.
- 18:07Eine Tochterfirma, die DB InfraGo, kümmert sich um Schienen und Bahnhöfe.
- 18:13Ihre Aufgabe ist vor allem, dass das Schienennetz funktioniert.
- 18:18Der DB Fernverkehr ist für ICE und IC-Züge zuständig.
- 18:23Die DB Regio für Regionalzüge und die DB Cargo transportiert Güter.
- 18:33Die Deutsche Bahn wurde also in den 90ern in eine Aktiengesellschaft umgewandelt,
- 18:37ist aber nie an der Börse notiert gewesen.
- 18:40Der Besitzer ist zu 100 Prozent die Bundesrepublik Deutschland.
- 18:43Und Herr Weselski, Sie haben schon gesprochen, das waren jahrzehntelange Fehlentwicklungen,
- 18:49denen wir jetzt diese schlechte Infrastruktur und den schlechten Zustand der
- 18:54Schienen zu verdanken haben.
- 18:55Es gab in den 2000ern, da hat die damalige GroKo, Große Koalition,
- 19:00das Ziel verfolgt, Teile der Bahn zu privatisieren und an die Börse zu bringen.
- 19:05Der Plan wurde nie umgesetzt, kam dann die Finanzkrise und Kritiker sagen aber,
- 19:11dass aufgrund dieses geplanten Börsengangs in dieser Zeit wichtige Investitionen nicht getätigt wurden.
- 19:17Es wurde Geld gespart, auch im Schienennetz, um Gewinne zu maximieren.
- 19:22Das würden wir heute immer noch ausbaden, so die Kritik und es am schlechten
- 19:27Zustand der Infrastruktur merken. Sehen Sie das auch noch oder ist das zu einfach?
- 19:32Es ist ein Teil des Gesamtgefüges, aber es ist zu wenig zu einfach.
- 19:36Die Privatisierung 93 im Bundestag beschlossen, zum 1.1.94 umgesetzt.
- 19:42Verschmelzung Deutsche Bundesbahn, Deutsche Reisbahn zur DBAG Aktiengesellschaft.
- 19:46Er ist der Vorsitzende, es wird alles besser, wir werden pünktlicher,
- 19:50wir werden mehr Verkehr auf die Schiene bringen, die Fahrpreise werden billiger,
- 19:55und die Eisenbahn ist endlich befreit von den behördlichen Zwängen und die ganzen Sprüche.
- 20:00Ich habe sie alle drauf, weil ich schon damals 1993 mit in der Bundestagsdebatte
- 20:06dort vor Ort gesessen habe und als Gewerkschaftsfunktionär dort mit zugegen war.
- 20:13Und mit der Privatisierung setzte erst mal eine Aufteilung ein.
- 20:18Die Sparten sind gerade dargelegt worden. Es ging noch viel kleinteiliger,
- 20:22aber es war erst mal dem Ziel untergeordnet, wir müssen profitabel werden.
- 20:26Da begannen Sparmaßnahmen. Dann begannen Verscherbeln von Silber,
- 20:31Tafelsilber, Immobilien und unter Metern.
- 20:34Haben wir den Gang zur Bahn unter dem damaligen Bahnchef Metern haben wir die
- 20:41Zielsetzung, wir wollen an die Börse.
- 20:44Zuerst mit dem Gesamtkonzern.
- 20:47Weil, da kommt ein Satz, der ist authentisch, von Metern, die melkende Kuh des
- 20:52Konzerns ist das Netz, also die Infrastruktur.
- 20:57Und er wollte mit dem Gesamtgefüge an die Börse. Da haben wirklich maßgebliche
- 21:02politische, gesellschaftspolitische Kräfte dagegen gearbeitet,
- 21:05damit das Netz, die Infrastruktur zu 100% beim Bund bleibt, wurden die drei,
- 21:10Transportgesellschaften, Fernverkehr, Cargo und Regio ausgegründet.
- 21:15In eine neue Aktiengesellschaft, Mobility & Logistics AG.
- 21:19Und dieser Teil sollte dann an die Börse gehen.
- 21:22Das war übrigens parlamentarisch beschlossen. Und dann überraschte uns alle
- 21:25gemeinsam die Finanzkrise. Die Eisenbahn war nichts mehr wert.
- 21:29Und damit war der Börsengang plötzlich vom Tisch. Ich bin glücklich darüber,
- 21:33dass er nicht stattgefunden hat.
- 21:35Denn wir wissen gar nicht, was uns dann alles noch geblüht hätte.
- 21:38Aber deswegen wurde der Zustand der Bahn im Inneren nicht besser.
- 21:42Denn nachdem wir dann durch Herrn Grube ausgetauscht, also Herr Grube als nächster
- 21:48Vorstandsvorsitzender tätig war, sind die Fehlentwicklungen im Konzern niemals
- 21:52bereinigt oder aufgehoben worden, sondern es dümpelte alles weiter vor sich hin.
- 21:56Und am meisten gelitten hat die Infrastruktur, das Herzstück der Eisenbahn.
- 22:00Ohne diese funktionierende Infrastruktur können wir eben nun mal keinen ordentlichen
- 22:05Zugverkehr in dem Land anbieten.
- 22:07Jetzt, Herr Weselsky, sehen Sie natürlich alles aus Gewerkschaftssicht.
- 22:09Das müssen wir auch immer dazu sagen. Nein, das sehe ich als Eisenbahner,
- 22:12Herr Sievers. Ich bin zwar Gewerkschaftsvorsitzender, aber ich bin auch mit
- 22:15dem Merzen und mit dem Kopf Eisenbahner.
- 22:18Und niemand leidet so sehr wie die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner im direkten
- 22:21Bereich. Als Eisenbahner eitigen wir uns auf Eisenbahner Gewerkschafter.
- 22:26Und ich wollte nur noch mal kurz eine andere Sache nach vorne bringen,
- 22:30die aus meiner Sicht ja eben auch vielleicht mal diskutiert werden sollte,
- 22:34nämlich Wettbewerb belebtes Geschäft.
- 22:36Wir sehen ja auch in anderen Ländern, warum machen wir es nicht so, dass wir sagen.
- 22:41Das Netz, also die Schiene muss tatsächlich komplett losgelöst werden von der
- 22:45Bahn, rein staatlich und auch sehr
- 22:48unabhängig sozusagen verwaltet, um dann auf diesem Netz eben diversen Bahngesellschaften
- 22:55einen Wettbewerb sich liefern zu lassen.
- 22:58Dass man eben sagen kann, ja, da gibt es eben mehrere und dann kann man gucken,
- 23:01Italien ist ja so ein Beispiel, wo man sagt, da konkurrieren jetzt plötzlich
- 23:05Bahnfirmen miteinander.
- 23:06Sie können auch Eisenbahngewerkschafter werden, Sie sprechen mir aus dem Herzen.
- 23:11Und ich bin auch niemand, der sich gegen Wettbewerb stellt, weil es ist bewiesen,
- 23:16dass der Wettbewerb im Regionalverkehr eine Vermehrung des Eisenbahnverkehrs
- 23:21gebracht hat. Aber die zwei Dinge sind voneinander zu trennen.
- 23:25Sie müssen das unter der Überschrift sehen. 93, 94 Privatisierung der DB AG, Aktiengesellschaft.
- 23:31Deren Entwicklung inklusive der Infrastruktur ist ein vollkommen anderer Weg
- 23:36als die auch in demselben Zeitpunkt beginnende Liberalisierung und Wettbewerb
- 23:41im Regionalverkehr, auch im Güterverkehr.
- 23:44Wir sehen heute einen Teil von ungefähr 50, 60 Prozent im Güterverkehr fährt
- 23:52nicht die DB Cargo, sondern fahren Wettbewerbsbahnen.
- 23:55Von Regionalverkehr fahren Wettbewerbsbahnen. Wenn Sie aus dem Fenster schauen,
- 23:59in Mainz, sehen Sie die hessische Landesbahn. Sie sehen Vias.
- 24:04Wenn ich hier aus dem Fenster schaue, sehe ich die ODEK.
- 24:06Alles Unternehmen, die nicht Deutsche Bahn AG sind und die auf der Infrastruktur fahren.
- 24:11Richtig, viele von denen schimpfen aber auf die Deutsche Bahn und sagen,
- 24:14wir werden benachteiligt von der Deutschen Bahn. Wir haben Probleme.
- 24:16Mal ganz konkret die Frage, werden Sie zum Beispiel, der italienische Schnellzugbetreiber
- 24:20Italo möchte ja in Deutschland einsteigen.
- 24:23Wichtige Routen übernehmen. Wer mal Italo in Italien gefahren ist,
- 24:26diese roten Blitze, dunkelroten Blitze, weinroten Blitze, sie sind wahnsinnig
- 24:31schön aus, die Züge übrigens, jetzt bin ich doch Eisenbahner,
- 24:33Herr Wieselski, so wie Sie.
- 24:35Sieht echt total toll aus, überall Espressomaschinen in den Waggons,
- 24:38weiß nicht, ob sie das in Deutschland auch machen werden.
- 24:40Ist das was, wo Sie sagen würden, das wäre zum Beispiel ein Punkt,
- 24:43dass man der Deutschen Bahn auch mal so richtig auch im Fernverkehr Konkurrenz
- 24:46macht und ausgerechnet die Italiener uns wieder aufs richtige Gleis bringen?
- 24:51Ich beantworte Ihre Frage, aber als zweites, als erstes will ich noch mal auf
- 24:55Ihr Thema abstellen, was Sie klar und deutlich gemacht haben.
- 24:57Die Infrastruktur, dazu gehört übrigens nicht bloß das Netz mit den Gleisen,
- 25:01die Stationen und Services, die Bahnhöfe.
- 25:03Dazu gehört auch die DB Energie, nämlich die Fahrleitung und das Tankstellensystem.
- 25:08Dazu gehört auch die Werkstätten, die in dem System verankert sind und eigentlich auch der Vertrieb.
- 25:15Das ist etwas, was dem Bund gehören muss zu 100 Prozent.
- 25:19Und das muss auch aus diesem Konzern so ausgeglittert werden,
- 25:22dass keine Geldströme mehr innerhalb des Konzerns fehlgeleitet werden können.
- 25:26Da bin ich absolut bei Ihnen. Sie haben das genau richtig analysiert.
- 25:29Es gibt doch schon die Gemeinwohlorientierung von Infrago. Das wurde von der
- 25:33Ampel angestoßen. Ich dachte, dass das bereits so laufen würde,
- 25:36dass man sagt, diese Sparte, die für die Infrastruktur verantwortlich ist,
- 25:40die muss nicht ihren Gewinn maximieren.
- 25:44Frau Reiner, Wortspiele, die hier stattfinden, dürfen Sie nie übernehmen,
- 25:49sondern Sie müssen Ursache und Wirkung betrachten.
- 25:52Das Wort allein ist eine irre Führung. Infrago soll heißen, Infrastrukturgemeinwohl orientiert.
- 25:58Es ist aber nicht, weil es immer noch eine Aktiengesellschaft ist,
- 26:01die Gewinne produzieren muss und zwar qua Gesetz.
- 26:05Gewinne in einem System, in dem nur Subventionen fließen, wo keine Gewinne gemacht werden können.
- 26:10Und deswegen bleiben wir dabei, fordern das schon viele Jahre,
- 26:12Aber so wie Herr Sievers das sehr schön ausgeführt hat, das muss rausgelöst werden.
- 26:16Das darf ein Gewinn abgeführt und beherrscht sein. Und das darf auch nicht in
- 26:20Form einer Aktiengesellschaft geführt werden, weil man in einem Betrieb,
- 26:23wo Subventionen fließen müssen, niemals Gewinne produzieren kann.
- 26:27Verstanden. Aber sagen Sie noch ein Wort zum knallharten Wettbewerb dann tatsächlich
- 26:31im täglichen Personenfernverkehr.
- 26:33Ja, das war der zweite Teil, den ich gerne beantworte.
- 26:37Wir haben Wettbewerb im Regionalverkehr, im Güterverkehr erlebt,
- 26:42über viele Jahre, über Jahrzehnte und haben dafür gekämpft, dass der Wettbewerb
- 26:46nicht über die Lohnkosten stattfindet, sondern über Qualität und, und, und.
- 26:50Jetzt kommen wir zu der Diskussion um Italo, die Sie ganz klar und deutlich aufmachen.
- 26:55Da wird Angst gemacht vom Konzern über die Politik, dass Wettbewerb uns alle
- 27:01wieder benachteiligt. Ich sage an der Stelle klar und deutlich,
- 27:04das ist nie bloß sachfalsch, sondern das ist eine Chimäre, die durchs Land getrieben wird.
- 27:09Wettbewerb hat bewiesenermaßen mehr Güterverkehr auf die Schiene gebracht,
- 27:13hat in den Jahrzehnten mehr Personen.
- 27:17Nahverkehr auf die Schiene gebracht und würde auch im Fernverkehr zu mehr Verkehr
- 27:21auf der Schiene zu mehr Personenkilometern führen.
- 27:24Und deswegen stehen wir dem Wettbewerb offen gegenüber. Wir meinen,
- 27:28dass der reguliert sein sollte, vergleichbar wie im Nahverkehr,
- 27:34dass man also Lose zusammenbündelt, dass man diese in die Ausschreibung gibt.
- 27:38Und dann können sich alle darauf bewerben. Und das befördert das Ganze.
- 27:42Das Ergebnis von Cargo und Und auch von Regio ist ganz glasklar,
- 27:47mehr Arbeitsplätze im Eisenbahnsystem, mehr Eisenbahn auf dem Verkehr insgesamt gesehen.
- 27:54Und deswegen kann es im Fernverkehr auch niemals falsch sein.
- 27:58Und ich muss immer lächeln, wenn ich die ganzen Wortmeldungen höre.
- 28:01Wir halten dann dort nicht mehr und wir halten dann dort nicht mehr.
- 28:04Und jeder Lokalpolitiker steht auf und sagt, das darf hier alles nicht sein.
- 28:08Völliger Quatsch. Eine Verzerrung der Realitäten, weil derjenige,
- 28:11der den Verkehr ausschreiben würde, bestimmt, wo gehalten wird,
- 28:16welche Trassen vergeben werden.
- 28:18Also wenn Sie sagen, da wird Angst gemacht, da spielen sehr oft die Argumentation
- 28:22der Bahn an, dass man sagt, wenn diese wichtigen Fernverkehrsstrecken quasi
- 28:27an die Konkurrenz gehen und wir dadurch weniger Einnahmen.
- 28:32Generieren, dann können wir uns eventuell weniger profitable Strecken,
- 28:36zum Beispiel bei kleineren Bahnhöfen, dann können wir uns die nicht mehr leisten
- 28:41und dann werden die vielleicht abgeschafft.
- 28:43Diese Gefahr sehen Sie nicht durch mehr Wettbewerb.
- 28:46Diese reflexartigen Reaktionen kennen wir aus allen beiden anderen Sparten.
- 28:52Das war bei Regio so, das war bei Cargo so.
- 28:54Bei Cargo ist der Verkehr durch DB Cargo mittlerweile so weit zurückgegangen,
- 28:59dass die Wettbewerber schon mehr als 60 Prozent fahren.
- 29:02Wieso? Erlauben wir uns oder lassen wir zu, dass der Konzern dem Eigentümer
- 29:07sagt, was hier in dem Lande zu passieren hat?
- 29:10Es muss umgekehrt sein. Der Eigentümer hat Festlegungen zu treffen.
- 29:14Der Eigentümer muss sich langfristig strategische Gedanken machen,
- 29:18wie will er seine Eisenbahn aufgestellt haben. Und wenn er sagt,
- 29:21wir geben Fernverkehr in den Wettbewerb, dann wünsche ich mir,
- 29:24dass er sich mit Fachleuten zusammensetzt und klar und deutlich macht,
- 29:28wir vergeben das Bündel.
- 29:29Da sind drei Strecken drin. Das wird ausgeschrieben. Da kann sich der DB Fernverkehr
- 29:34genauso bewerben wie Italo, wie Flixdrain, wie andere.
- 29:37Und dann schauen wir mal, wer es bekommt, für welchen Preis.
- 29:40Und da ist null Gefahrenmoment für Arbeitsplätze von Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern drin.
- 29:45Punkt eins. Aber die Chance, zu mehr Verkehr zu kommen. Es muss nur vernünftig gemacht sein.
- 29:51Und das ist das, was über die Jahrzehnte in der Vergangenheit immer gefehlt hat.
- 29:54Die Steuerung durch den Eigentümer. Sie sehen in allen anderen Bahnen um uns
- 29:59herum, Schweiz, Österreich,
- 30:00wo Sie hinschauen, auch Italien, sehen Sie die Steuerung des Eigentümers über
- 30:04das Netz in klare Botschaft setzen und dann ist Wettbewerb an der Stelle überhaupt kein Problem.
- 30:11Darf ich noch was als Eigentümer, als Miteigentümer sagen? Das sind wir ja letztlich alle.
- 30:16Und auch als Bahnkunde. Das ist eine Frage, die ich gestern auch dem Verkehrsminister
- 30:20gestellt habe. Wann sehen wir denn eigentlich Licht am Ende des Bahntunnels? Haben Sie eine Idee?
- 30:26Also ich habe jetzt gelesen, das war glaube ich der Chef von Infrago,
- 30:30ehrlich gesagt. Der hat gesagt, es wird nichts mehr in der nächsten Generation,
- 30:33es wird eher was für unsere Enkel werden.
- 30:37Herr Weselski, kann das sein? Also erleben wir eine wirklich ordentliche deutsche
- 30:42Bahn gar nicht mehr am Ende?
- 30:44Herr Sievers, das betrachte ich als eine Unverschämtheit eines Vorstandes,
- 30:47der in der Verantwortung ist, den Zustand der Infrastruktur zu verbessern.
- 30:51Das müssen Sie alles unter der Überschrift sehen.
- 30:53Wenn ich die Dinge von heute an so weit in die Zukunft verschiebe,
- 30:56dass sie für die bestehende Zuschauerschaft nicht mehr interessant ist,
- 30:59weil jeder sagt, erlebe ich sowieso nicht, dann sind sie aus der Pflicht,
- 31:03dann müssen sie nicht mehr liefern.
- 31:05Ich halte was davon, dass man den Vorständen Vorgaben macht,
- 31:08dieses Jahr, nächstes Jahr, übernächstes Jahr, abrechenbare.
- 31:11Und das ist Entführungsstil, eine Sache des Eigentümers.
- 31:15Ich halte das, was Herr Nagel von sich gibt, an der Stelle einfach für frech.
- 31:19Er macht sich nämlich einfach nur Luft nach vorn.
- 31:22Anstatt hier mitzuteilen, wir haben dieses Jahr das, das und das gemacht und
- 31:25das hat zu der und der Verbesserung geführt und wir sind von 61 Prozent als
- 31:29Beispiel auf 65 Prozent gekommen, macht es sich so einen Weg frei für weiterhin
- 31:34Nichtstun- oder Fehlansätze.
- 31:37Naja, aber es lässt sich ja jetzt auch nicht von heute auf morgen die Infrastruktur verbessern.
- 31:42Eine neue Schiene von mindestens 30 Kilometern Länge zu planen und zu genehmigen
- 31:47hat zwischen 2010 und 2019 im Schnitt über 14 Jahre gedauert.
- 31:52Und da ist dann tatsächlich der ein oder andere oder die ein oder andere vielleicht
- 31:56bereits im Ruhestand. Aber das darf eben nicht sein.
- 31:59Das ist ja in tausend Baustellen in diesem Land so, dass wir an allem uns dumm
- 32:02und dusselig planen und bürokratisieren.
- 32:06Und am Ende, ich kann es ja tausend Beispiele aufzählen, wir fangen beim Stuttgarter Bahnhof an,
- 32:13enden beim Berliner Flughafen und es ist ja wahnsinnig viel,
- 32:18egal was wir anfassen, das kann ja
- 32:19nicht wahr sein, dass das alles Generationenaufgaben plötzlich hier sind.
- 32:23Wir wollten aber nicht nur klagen, Herr Sievers, wir wollten versuchen,
- 32:26die Zukunft positiv zu gestalten.
- 32:30Herr Weselski, wenn Sie, können Sie sich aussuchen, Bundesverkehrsminister oder
- 32:34Bahnchef wären, welche drei Dinge würden Sie jetzt sofort entscheiden und ändern?
- 32:39Erstens, die DB Infrago mit den notwendigen Bestandteilen Anreichern,
- 32:44die ich vorhin aufgezählt habe, nämlich Vertrieb dazu und dazu auch mindestens
- 32:49die DB Energie, weil sie Infrastruktur ist.
- 32:51Zweitens, die Änderung der Rechtsform weg von der Aktiengesellschaft hin,
- 32:56entweder zu einer GmbH oder zu einer Anstalt öffentlichen Rechts, egal.
- 33:01Aber der Eigentümer muss Durchgriffsrechte haben und nicht, und das steht im
- 33:06Gesetz, ein Aktienvorstand ist ungebunden. Deswegen kann sich Herr Nagel auch
- 33:09solche Nettigkeiten erlauben und uns hier erzählen, das wird erst in 100 Jahren.
- 33:14Aber Sie sehen, dass die Wucht, die Macht, schrägstrich auch die Verantwortung
- 33:20liegt immer im Verkehrsministerium.
- 33:21Ich meine, wenn ein ehemaliger parlamentarischer Staatssekretär voriges Jahr
- 33:25noch von sich gibt, 2070 haben wir einen Deutschland-Takt, da können wir nach Hause gehen.
- 33:30Weil dann setzen wir uns selbst Ziele, die völlig unrealistisch sind.
- 33:33Die Schweiz hat von 2002 bis 2017 15 Jahre gebraucht, um einen Taktverkehr so
- 33:39zu gestalten, wie man ihn einfach nicht schöner erleben kann.
- 33:43Nämlich Umsteigebeziehungen funktionieren und, und, und.
- 33:46Wir geben uns selbst vor, dass wir das in 2070 haben. Das ist ja lächerlich.
- 33:51Und deswegen sage ich, Eigentümer, Verantwortung, Vorgaben. Und jetzt kommt es.
- 33:56Das muss in Etappen gehen. Sie müssen kurzfristige Maßnahmen,
- 34:00mittelfristige Maßnahmen, langfristige Maßnahmen.
- 34:02Die Strategie muss langfristig sein. In der Eisenbahn passieren Dinge,
- 34:06die manchmal sogar auf 20 Jahre gestreckt sind. Wenn Sie heute einen neuen Zug
- 34:11entwickeln wollen, dann ist das nichts, was übermorgen vor der Tür steht,
- 34:15sondern das muss langfristig entwickelt werden.
- 34:17Und so ist es auch mit dem Netz. Und die Baustellen, die momentan teilweise
- 34:21völlig unkoordiniert laufen
- 34:24und allen Eisenbahnverkehrsunternehmen Schaden zufügen, die müssen so in den
- 34:28Griff gekriegt werden, dass man vernünftig schaut über das gesamte Bundesgebiet, was bewirkt für was,
- 34:34dann eine langfristige Investitionslinie aufbauen mit einem Investitionsfonds.
- 34:40Ja, das soll es aber jetzt geben, Herr Wieselski, wenn ich das richtig verstanden
- 34:44habe. Wir reden da schon drei Jahre drüber.
- 34:45Das Verkehrsministerium will bis Ende 2029 genauso einen Fonds schaffen,
- 34:51damit man eben langfristiger investieren kann.
- 34:55Nach Vorbild Schweiz, da passiert das auch, auch in Österreich,
- 34:59weil bei uns ist es bisher so, dass die Erneuerung des Netzes unter Finanzierungsvorbehalt steht.
- 35:05Das heißt, es wird dann von Wahlperiode zu Wahlperiode oder Jahr zu Jahr entschieden,
- 35:10ob wieder das Geld da reinfließen kann.
- 35:13Und das kann man sich ja, jeder logisch denkende Mensch, sich ausmalen,
- 35:17dass es da mit der langfristigen Planung sehr schwierig wird.
- 35:20Frau Reiner, wir brauchen also drei Jahre von 26 bis 29, um eine langfristige
- 35:26Finanzierung sicherzustellen.
- 35:28Das ist doch das, was Herr Sievers vor uns gesagt hat. Das ist doch ein Witz.
- 35:32Wenn wir eine Investitionsgarantie haben wollen, wenn wir langfristig Gelder
- 35:36brauchen, dann müssen wir doch als Land in der Lage sein, innerhalb dieses Jahres
- 35:40die Voraussetzungen dafür zu schaffen,
- 35:42um dann bereits im nächsten Jahr von langfristig vorhandenen Geldern auch langfristige
- 35:47Baupläne machen zu können. Die Industrie kann sich daran ausrichten.
- 35:52Es fehlt uns ja an allem. Also der Fonds muss schneller her.
- 35:54Ja, das muss schneller her. Ich würde jetzt auch sagen, ich fände es interessant,
- 35:58die drei Punkte von Bahnchef Weselsky.
- 36:04Der Job übrigens, bei dem man keine Vornamen hat. Ganz wichtig.
- 36:06Man hat einen Vornamen Bahnchef, ja. Ich kenne das. Man hat als Vorname Bahnchef,
- 36:10genau. Ja, Bahnchef Meter und Bahnchef Grube. Richtig.
- 36:15Jetzt habe ich schon am Anfang dieser Folge ja angekündigt, dass wir einen kleinen
- 36:19Aufruf gestartet haben und Hörer und Hörerinnen via Instagram gefragt haben,
- 36:25ob es denn auch schöne Bahngeschichten gibt, weil diese Horrorgeschichten, die kennen wir alle.
- 36:29Und wir haben ja auch gesagt, wir wollen heute nicht nur Bahnbashing betreiben.
- 36:33Und ich fand das tatsächlich absolut rührend und ich habe mir die Antworten
- 36:38so gerne durchgelesen. Ein paar davon habe ich jetzt mal mitgebracht.
- 36:41Ich habe vor ziemlich genau 19 Jahren meinen Mann im Zug kennengelernt.
- 36:46Wir saßen nur knapp 30 Minuten in einem völlig überfüllten IC nebeneinander
- 36:50und haben heute unseren 10. Hochzeitstag.
- 36:53Dann hat jemand im Schienenersatzverkehr ihre beste Freundin kennengelernt.
- 36:58Dann habe ich eine Nachricht bekommen. Ich als Rollstuhlfahrerin muss sagen,
- 37:01dass der Service bei der Bahn beim Ein- und Aussteigen, wenn man da jemandem
- 37:06hilft, eben in der Regel bestens funktioniert.
- 37:10Eine weitere Nachricht, da geht es um eine Durchsage im ICE von Nürnberg nach München.
- 37:16Die lautete, verehrte Fahrgäste, Schwarzfahrer haben heute Glück.
- 37:20Wir kontrollieren nicht mehr. Alle sind fertig. Wer möchte, kann sich nach Erreichen
- 37:24des Münchner Hauptbahnhofs uns anschließen. Wir gehen in den Augustiner Biergarten.
- 37:29Dann fand ich auch noch süß, die Schaffnerin hat den JGA an ihre Station,
- 37:34an der sie aussteigen müssen, erinnert
- 37:36und dem Bräutigam ihre Glückwünsche mitgegeben, alles per Durchsage.
- 37:42Und noch ein, als ich mit meiner zweijährigen Tochter ausgestiegen bin,
- 37:46fiel die Mütze ihrer Puppe zwischen die Waggons ins Gleisbett.
- 37:49Der zufällig daneben stehende Lokführer sprang runter, holte die Mütze und gab
- 37:52sie meiner bitterlich weinenden Tochter. Ja, könnte noch zig andere solcher
- 37:59Nachrichten lesen. Zeigt Helene, es sind die Menschen. Am Ende sind es die Menschen.
- 38:03Selbst wenn das System kollabiert, wenn die Strukturen desaströs sind offensichtlich,
- 38:09die Lichtblicke kommen am Ende dann wieder von den Menschen.
- 38:12Zeigt eigentlich auch die Motivation. Richtig, absolut.
- 38:17Und solche Geschichten hat wahrscheinlich jemand, der mit 200 Sachen über die
- 38:20Autobahn berätert, nicht in petto.
- 38:24Auch nicht, dass man zwölf Weizen im Bordbistro getrunken hat.
- 38:28Da frage ich mich, wie lang wohl die Strecke war.
- 38:30Aber diese Nachricht, die kam auch rein. Wie der Zustand nach den zwölf Weizen war.
- 38:36Danach ist es auch völlig egal, wann man ankommt, ehrlich gesagt.
- 38:39Da spielt der Zustand der Bahn keine Rolle mehr.
- 38:41Noch eine andere Frage. Was ist die schönste Bahnstrecke? Wo fährt man am allerschönsten,
- 38:45auch aus Lokführersicht?
- 38:46Da kann ich nur mit einer Strecke drehen, die jetzt momentan nur touristisch
- 38:50betrieben wird. Meine schönste Bahnstrecke war von Sebnitz nach Bad Schandau
- 38:54ins Elbsandsteingebirge runter. Traumhafte Landschaften, wunderschöne Architektur
- 38:59von Brücken über Tunnel.
- 39:01Das war meine Lieblings- und meine schönste Strecke. Im Augenblick gibt es auch viele andere.
- 39:06Aber schöner wäre es, wenn wir nicht bloß schöne Bahnstrecken hätten,
- 39:09sondern eine hervorragende Pünktlichkeit.
- 39:11Dann würde ich an der Stelle sagen, herzlichen Dank, Herr Weselsky und Grüße
- 39:15nach Berlin. Vielen Dank. Ich danke Ihnen. Alles Gute.
- 39:19Und wir haben am Schluss noch drei See- bzw. Hörtipps für euch.
- 39:24Beim ersten Tipp, da gehen Grüße raus an unsere Kollegin Dunja Hayali,
- 39:28die hier auch immer wieder im Podcast dabei ist.
- 39:30Auch sie ist leidenschaftliche Bahnfahrerin und da bleiben wir beim Thema.
- 39:34Sie hat sich nämlich auf die Spurensuche begeben. Woran hakt es bei der Bahn?
- 39:38Hat auch die Bahnchefin Evelyn Paller interviewt und Lokführern über die Schulter geschaut.
- 39:43Das Ergebnis, das seht ihr in der Doku am Puls im ZDF Streaming.
- 39:48Der zweite Tipp, da geht es um unsere Podcast-Folge von letzter Woche.
- 39:53Ihr merkt es wahrscheinlich gerade selber auch draußen, es ist wieder eine absolute
- 39:56Hitzewelle, fast 40 Grad.
- 39:59Ich konnte letzte Woche mit Harald Lesch sprechen und habe mich gefragt,
- 40:03inwieweit man sich an solche Extreme überhaupt noch anpassen kann und warum
- 40:07man trotz der vielen entmutigenden Meldungen rund ums Klima den Kopf trotzdem
- 40:11nicht in den Sand stecken sollte.
- 40:14Hört da also auch gerne mal rein.
- 40:16Und dann gibt es noch eine neue Podcast-Reihe, nämlich vom Auslandsjournal,
- 40:21das heißt Trump und die Akte Afghanistan.
- 40:24Vor fünf Jahren wurde der NATO-Einsatz in Afghanistan beendet.
- 40:28Können sich vielleicht noch viele an die Bilder erinnern, in denen sich Menschen
- 40:31verzweifelt an Flugzeuge klammern.
- 40:34Und dazu gibt es eben jetzt einen Podcast, in dem unsere Kollegin Shakuntala
- 40:39Banerjee die Ursachen und Folgen dieses NATO-Abzugs rekonstruiert.
- 40:43Findet ihr auf zdf.de und überall, wo es Podcasts gibt.
- 40:48Christian, das war es schon wieder. Herzlichen Dank auch an dich.
- 40:52Danke dir. Und an euch da draußen fürs Zuhören. Bis nächste Woche.
- 40:56Wir freuen uns sehr, wenn euch das gefallen hat über Kommentare,
- 40:59über eine Bewertung, über Feedback, entweder auf der Plattform eurer Wahl oder
- 41:03per Mail an heute-podcast.zdm.
- 41:12Heute Journal, der Podcast, wird produziert von Pool Artists.