Latest / ntv Wirtschaft / Mehr Netto vom Brutto – was muss sich für Arbeitnehmer ändern?
Transcript
- 0:04Auf dem Arbeitgebertag in Berlin verteidigt Bundeskanzler Friedrich Merz seine
- 0:08Reformpläne. Die Arbeitgeber drängen aufs Tempo.
- 0:11Wir fragen, wie viel Netto vom Brutto bleibt. Und Trade Republic verschärft
- 0:17den Preiskampf um die Altersvorsorge.
- 0:19Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme
- 0:24journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat.
- 0:31Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt.
- 0:36Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards
- 0:40geprüft. Viel Spaß beim Zuhören.
- 0:46Renten-, Gesundheits- und Pflegesysteme will Merz reformieren und die Beitragssätze
- 0:51langfristig stabilisieren.
- 0:54Auf dem Arbeitgebertag in Berlin verteidigt er dabei auch das besonders umstrittene
- 0:59Vorhaben, die abschlagsfreie Frührente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen.
- 1:05Trotz der Meinungsverschiedenheiten in der Koalition wirbt der Kanzler für Vertrauen
- 1:10und gemeinsame Verantwortung.
- 1:11Wir brauchen ihr Vertrauen, dass wir den Erfolg unseres Landes gemeinsam wollen.
- 1:17Wir brauchen ihre Zuversicht.
- 1:20Und wir sind dann auch gemeinsam entschlossen, auch wenn wir nicht immer alles
- 1:24von vornherein in der Koalition mit einer Meinung hinbekommen.
- 1:28Aber wir wissen, wir tragen die Verantwortung für unser Land.
- 1:33Wir wollen Erfolg gemeinsam für unser Land.
- 1:36Und ich will in dieser Koalition Erfolg haben.
- 1:40Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert unterdessen schnelle Ergebnisse.
- 1:45Deutschland verliere an Wettbewerbsfähigkeit. Darüber hat Nadine Janz mit dem
- 1:49Arbeitgeberpräsident gesprochen.
- 1:51Eine positive Botschaft senden, das möchte der Arbeitgeberpräsident,
- 1:55hat er zumindest zu Beginn des Tages gesagt.
- 1:58Herr Dulger, mal kurz nachgefragt, positive Botschaft ist die denn jetzt nach
- 2:01dem Tag, nachdem Sie die ganzen Reden aus der Politik gehört haben, noch da?
- 2:05Ich glaube, die Aufgaben sind klar formuliert.
- 2:08Unsere Erwartungen an diese Bundesregierung sind klar formuliert.
- 2:11Ich appelliere an alle drei Führungsspitzen dieser drei Parteienkoalition.
- 2:16Sie haben eine Mehrheit im Bundestag.
- 2:18Nutzen Sie diese Mehrheit, um dieses Land zu reformieren.
- 2:20Welche Reformen notwendig sind, das ist alles formuliert. Das hat die Bundesregierung
- 2:24auch erkannt. Es geht jetzt um die schnelle Umsetzung.
- 2:26In allen anderen Ländern läuft es besser und schneller als bei uns.
- 2:30Und da müssen wir uns daran orientieren.
- 2:32Es müssen die Reformen jetzt kommen. Dieses Land braucht sie dringend.
- 2:36Es ist jetzt das zweite Jahr, dass Friedrich Merz hier ist, also das zweite
- 2:39Jahr als Bundeskanzler. Haben Sie das Gefühl, jetzt ändert sich was im Gegensatz zum letzten Jahr?
- 2:45Die Notwendigkeit der Veränderungen ist immer noch vorhanden,
- 2:49aber der Druck wird immer größer.
- 2:50Und das sollte jetzt auch wirklich die Motivation für alle drei Führungsspitzen
- 2:54in der Bundesregierung sein.
- 2:55Reformieren Sie endlich dieses Land. Sie haben eine Mehrheit im Bundestag. Nutzen Sie sie.
- 2:59Ich habe mir sonst gewarnt, dass es sonst zu einem Stillstand kommen könnte,
- 3:02wenn nichts passiert bis 2029. Was genau sehen Sie dafür im Szenario?
- 3:07Ein Stillstand wäre für dieses Land das Allerschlimmste, was uns passieren kann.
- 3:12Dann laufen uns die Sozialkassen leer, unsere Wirtschaft bricht zusammen.
- 3:16Das wollen wir alle nicht erleben und deswegen muss diese Bundesregierung jetzt schnell handeln.
- 3:20Nun geht es ja unter anderem auch um die Rentenreform. Da gab es ja ein Aufeinanderzugehen.
- 3:24Herr Merz hat ja nochmal bekräftigt, man möchte eben die abschlagsfreie Rente
- 3:27nach 45 Jahren abschaffen. Das ist ja auch eine Forderung von Ihnen.
- 3:31Nun gibt es ja einen Wechsel im Arbeitsministerium. Herr Schweitzer hat ja im
- 3:35Vorfeld gesagt, er möchte daran festhalten. Haben Sie da Angst,
- 3:38dass da jetzt einzelne Stellschrauben wieder aufgedreht werden?
- 3:42Es gibt einen vernünftigen Vorschlag von der Rentenkommission.
- 3:45Ich habe vom Kanzler Merz heute gelernt, dass das Kabinett jetzt auch einen
- 3:50Vorschlag verabschiedet hat. Der muss jetzt schnell in einen Gesetzestext gefasst
- 3:53werden und in den Bundestag zur Abstimmung.
- 3:55Denn da gehört er hin und das muss jetzt schnell gehen.
- 3:58Merz hatte ja letztes Jahr auch ein bisschen den Finger auf Sie gezeigt und
- 4:00gesagt, naja, es ist nicht nur die Politik, die was bringen muss,
- 4:03sondern eben auch die Wirtschaft.
- 4:05Unter anderem sollten auch Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer mehr beteiligen,
- 4:09wenn es um Gewinne geht und wenn Sie eben eine gute Zahlen schreiben,
- 4:13wurden denn da auf Ihrer Seite die Hausaufgaben gemacht?
- 4:16Die Bundesregierung hat einen klaren Auftrag, dieses Land zu reformieren und
- 4:19nicht die Sozialpartner.
- 4:20Es liegt jetzt an der Bundesregierung, dieses Land zu reformieren und wir unterstützen, wo wir können.
- 4:25Aber der Wirtschaft geht es ja mitunter auch so schlecht, zumindest manche Bereiche,
- 4:28wenn man sich die anschaut, weil da ja auch auf Teilen was verschlafen wurde.
- 4:31Würden Sie da nicht mitgehen?
- 4:32Ich glaube nicht, dass in der Wirtschaft überhaupt irgendetwas verschlafen wurde.
- 4:36Ich sehe eher, dass die Rahmenbedingungen, die diesen Wirtschaftsstandort Deutschland
- 4:40prägen, nicht mehr in die heutige Zeit passen.
- 4:43Das heißt, wir müssen die Rahmenbedingungen ändern und dazu gehört weniger Bürokratie,
- 4:47weniger Lohnnebenkosten und ein effektiverer Start. Deutschland muss einfach
- 4:52wieder schneller, besser und einfacher werden.
- 4:54Würden Sie widersprechen, dass zum Beispiel in der Automobilbranche da eventuell
- 4:58auch falsche Entscheidungen getroffen wurden?
- 5:01Ich kann zu Entscheidungen in einzelnen Unternehmen keine Stellung nehmen.
- 5:04Vielleicht in Branchen? Also da gab es ja vielleicht auch schon Entscheidungen,
- 5:06die da falsch getroffen wurden oder ausgehalten wurden.
- 5:09Ich kann zu Entscheidungen in Unternehmen und auch in Branchen keine Stellung
- 5:12nehmen, weil wir an den Entscheidungen als Verband für soziale Fragen,
- 5:16das heißt, wir sind zuständig für Entgelt, Arbeitszeiten, die fünf Grundversicherungsarten
- 5:20und nicht für unternehmerische Entscheidungen in Branchen oder Unternehmen.
- 5:23Wir können dazu keine Stellung nehmen.
- 5:25Große Motto heute ist ja Leistung für die Zukunft. Was ist denn quasi die Leistung,
- 5:29die von Seite der Unternehmerseite her gebracht werden müsste, Arbeitgeberseite?
- 5:33Ich glaube, dass die Unternehmen in diesem Land wirklich Großes leisten.
- 5:35Mit ihren Mitarbeitern, mit den Innovationen, die in diesem Land nach vorne getrieben werden.
- 5:40Und es ist jetzt an der Politik, dass die Rahmenbedingungen in diesem Land wieder
- 5:44in die sich ständig ändernde Zeit passen.
- 5:46Wir unterliegen im Moment einem schnellen Wandel. Die Unternehmen kommen damit ganz gut zurecht.
- 5:52Nur die Rahmenbedingungen in diesem Land müssen auch an diesen schnellen Wandel
- 5:55angepasst werden. Und da ist jetzt die Politik gefordert.
- 5:58Für Unternehmen geht es um Arbeitskosten. Für Beschäftigte um die eigene Gehaltsabrechnung.
- 6:04Wie viel Netto bleibt vom Brutto? Und wie sehr zahlen sich Gehaltserhöhungen überhaupt aus?
- 6:10Darüber spricht im Interview Thomas Hoppe, Vorsitzender des Wirtschaftsverbands Junge Unternehmer.
- 6:15Was alles wegfällt vom Brutto, wenn man dann quasi der Nettogehalt bekommt,
- 6:20Das ist ja als Arbeitnehmer eine ganze Menge, aber auch der Arbeitgeber muss
- 6:22eine Menge zahlen. Was genau fordern Sie da?
- 6:25Wir fordern, dass eine dringende Reform hier gemacht wird. Wir brauchen wieder
- 6:27mehr Netto von Brote. Die Arbeitnehmer brauchen mehr Geld in der Tasche,
- 6:30dass sie damit auch agieren können und eben investieren können.
- 6:33Und auch wir Arbeitgeber brauchen natürlich wieder mehr Spielraum.
- 6:35Denn momentan trifft die Sozialabgaben auf 50 Prozent. In den nächsten Jahren
- 6:39werden wir hier nichts machen.
- 6:40Und hier muss massiv gegengesteuert werden. Es gibt Reformvorschläge.
- 6:44Geredet wurde viel. Jetzt muss die Regierung diese Reformvorschläge endlich
- 6:47auch wirklich umsetzen.
- 6:48Die Frage ist ja auch, woher soll das Geld eben kommen? Weil aktuell ist ja
- 6:52der Staatshaushalt schon so verschuldet wie noch nie.
- 6:55Auf jeden Fall. Wir müssen hier dringend ran. Wir haben hohe Schulden aufgenommen.
- 6:58Die wurden jetzt investiert in Bundeswehrinfrastruktur.
- 7:01Und wenn die Konjunktur wieder in Gang kommt, haben wir auch mehr Steuernahmen,
- 7:04sowas gegenzufinanzieren. Und wir müssen die Konjunktur jetzt wieder in den Sprung bringen.
- 7:07Und nicht nur getragen von staatlichen Investitionen, sondern vor allem von Privaten.
- 7:11Und wenn die Privaten wieder kommen, die Konjunktur wieder aufwärts geht,
- 7:14haben wir doch mehr Geld, was wir auch wieder investieren können.
- 7:17Wir haben ja ganz verschiedene Reformen, die da vorangetrieben werden sollen.
- 7:19Was würden Sie denn sagen, welche Reform ist die Stellschraube?
- 7:22Wenn man die anzieht, dann läuft es auf jeden Fall deutlich besser.
- 7:25Wir haben zwei wichtige Stellschrauben. Zum einen Sozialbeiträge müssen dringend
- 7:28angegangen werden, wie gerade besprochen.
- 7:29Aber auch die Bürokratie muss massiv angegangen werden. Bürokratie ist der Hauptfaktor,
- 7:33warum die Unternehmen momentan nicht in Deutschland investieren.
- 7:35Und ich glaube, wenn wir hier rangehen, haben wir einen Riesenbooster,
- 7:38womit wir deutlich nach vorne springen können.
- 7:40Da ist der Carsten Wildberger dran. Aber es muss noch deutlich mehr gemacht
- 7:43werden. Aber es geht in die richtige Richtung.
- 7:45Ich habe den Digitalminister angesprochen, der wird ja auch später da sein.
- 7:48Aber jetzt nochmal zurück zu den Unternehmen.
- 7:50Ausländische Unternehmen haben ja nicht so ein Problem, in Deutschland zu investieren.
- 7:53Da steigen ja quasi das Geld, was gerade in Deutschland investiert wird.
- 7:57Bei unseren inländischen Unternehmen sieht es nicht so aus. Woran liegt das?
- 8:01Momentan viele inländische Unternehmen daran kämpfen. Momentan haben viele das
- 8:03Problem, überhaupt die Mitarbeiter zu halten.
- 8:05Schauen wir in Industrie, Automotive, in vielen Bereichen kämpfen dort Unternehmen
- 8:09und wollen ihre Mitarbeiter halten, haben aber nicht das Geld nochmal in die
- 8:12Zukunft zu investieren, weil momentan die Rahmenbedingungen zu schwierig sind.
- 8:15Wir reden über hohe Energiekosten, hohe Sozialabgaben, hohe Bürokratie. Das hindert eben viele.
- 8:19Aber wenn man mal im Detail reinguckt, die war ich hier in Berlin.
- 8:22War auch nicht unbedingt förderlich, dass viele Investoren sagen,
- 8:24super, Enteignungen sind schön, dann möchte ich investieren.
- 8:26Ich glaube, auch da gucken Investoren sehr gezielt drauf, ob die in Berlin weiter
- 8:30investieren und wie sich die politische Lage in Gänze in Deutschland verändert.
- 8:33Aber durchaus Branchen, denen geht es ja eben gut, wenn man sich unter anderem
- 8:36die Pharmabranche anschaut. Also man kann jetzt nicht sagen,
- 8:38dass es per se allen Unternehmen so schlecht geht und sie deshalb gar kein Geld
- 8:42hätten, es zu investieren. Sie tun es ja auch, aber eben halt nicht innerhalb von Deutschland.
- 8:46Das stimmt. Es gibt auch Branchen, die sehr gut laufen. Defense zum Beispiel,
- 8:49da wird ja auch viel gemacht. Es gibt Branchen, die immer noch sehr gut laufen.
- 8:51Es gibt aber auch sehr energieintensive Bereiche, die momentan nicht so optimal laufen in Deutschland.
- 8:55Und hier brauchen wir dringend die Rahmenbedingungen, dass die Unternehmen wieder
- 8:58investieren können. Auch aus eigenen Stücken und nicht nur getragen von staatlichen,
- 9:03Investitionen, Subventionen.
- 9:04Der Betgeberpräsident Herr Döger hatte ja letztes Jahr den großen Wurf gefordert.
- 9:08Friedrich Merz hat ihm gekontert und hat gesagt, naja, es sollten Arbeitgeber
- 9:11eben auch die Arbeitnehmer, wenn es Gewinne gibt, daran beteiligen und besser mit einbinden.
- 9:17Finden Sie, da ist genug passiert?
- 9:19Ich glaube, da ist noch viel Luft nach oben. Die Diskussion finde ich gut,
- 9:23dass man über solche Themen spricht.
- 9:24Aber ich glaube, die Unternehmen noch mehr zu ströpfen, noch mehr aus dem Unternehmen
- 9:28rauszuziehen, ist, glaube ich, der falsche Weg.
- 9:29Ich glaube, das Geld ist sinnvoller im Unternehmen angelegt,
- 9:32dass Unternehmen damit investieren können und auch in Deutschland investieren können.
- 9:35Aber eine Übergewinnsteuer und ähnliches, was da diskutiert wurde,
- 9:38ist, glaube ich, nicht der richtige Weg.
- 9:39Wer mehr Netto vom Brutto hat, kann auch einfacher etwas für das Alter zurücklegen.
- 9:45Apropos Altersvorsorge. Der Online-Broker Trade Republic wirbt jetzt mit einem
- 9:50Gratismodell für das staatlich geförderte Altersvorsorge-Depot.
- 9:55Damit fördert der Staat ab 2027 Investitionen fürs Alter in Indexfonds,
- 10:00andere Fonds und Anleihen.
- 10:03Trade Republic verzichtet auf Depot- und Ausführungsgebühren.
- 10:06Bei mehr als 50 Indexfonds, sogenannten ETFs, entfallen nach Anbieterangaben
- 10:12auch die laufenden Verwaltungsgebühren.
- 10:15Das Angebot soll sowohl für ein festes Standarddepot als auch für ein freigestaltbares Depot gelten.
- 10:21Vom privaten Vermögen zum Blick auf die Weltwirtschaft. Der Internationale Währungsfonds
- 10:26hebt seine Wachstumsprognose für dieses Jahr leicht auf 3,1 Prozent an.
- 10:32Im vergangenen Jahr waren es 3,5 Prozent.
- 10:35Hohe Energiepreise belasten die Wirtschaft, während Investitionen in künstliche
- 10:40Intelligenz sie stützen.
- 10:42Für 2027 erwartet der IWF unverändert 3,4 Prozent Wachstum.
- 10:48Vorausgesetzt, die Lage im Nahen Osten normalisiert sich wie erwartet.
- 10:53Auch Deutschland traut er mehr Wachstum zu, vor allem in diesem Jahr.
- 10:57Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment.
- 11:02Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.