Latest / Berlin Booth / Pauli Pocket über ihr Aufwachsen in der Clubszene, Role Models und das sich wandelnde Berlin
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- 0:08Hallo Hallo, herzlich Willkommen sitzt du bequem.
- 0:12Ja, das das Versuch ich gerade mal auszuprobieren.
- 0:15Aber die Couch an und für sich ist sehr bequem.
- 0:18OK, das freut mich ja. Ich bin sehr erfreut, dass es
- 0:23geklappt hat. Ja, peinige ich.
- 0:25Sehr langen Vorlaufzeit. Du hast jetzt im Januar am 8.1.
- 0:32Feiert dein feierst du einen Geburtstag, einen volljährigen
- 0:36Geburtstag. Genau.
- 0:37Nämlich deine DJ Karriere mit 18.
- 0:40Genau. Und sie wird von mir nicht weine
- 0:42nie. Was ist das, was was ist das für
- 0:43n. Gefühl?
- 0:45Ja ist ne sehr gute Frage. Tatsächlich ist es n komisches
- 0:49Gefühl, weil ich im Grunde genommen immer wenn ich darüber
- 0:52nachdenke fühlt sich das n bisschen an, als ob ich über ne
- 0:55andere Person rede. Also es ist irgendwie.
- 0:59Genau, also ich weiß es ist sorry, ich muss mich hier noch n
- 1:01bisschen einfinden. Genau, es ist irgendwie immer
- 1:03schwierig für mich, dass mit mir wirklich, dass es ein und
- 1:06dieselbe Person ist, weil es sich halt irgendwie gar nicht so
- 1:11lange anfühlt, aber wenn ich dann halt dran zurückdenke, wie
- 1:15ich halt war, als ich angefangen hab, nicht so 14, nicht so und
- 1:18ich denk mir halt auch immer n bisschen, als ob ich mir das
- 1:20ausdenken würde, aber das tu ich ja gar nicht, aber es ist
- 1:22irgendwie n bisschen ja, aber auf der anderen Seite irgendwie
- 1:26ist es auch natürlich auch. N bisschen stolz mit dabei, dass
- 1:29man es halt überhaupt so lange geschafft hat.
- 1:31Absolut. Und wie du es geschafft hast,
- 1:33das wollen wir auf jeden Fall hier auch n bisschen aufdröseln
- 1:35und beleuchten, aber ich find es auch krass, weil wir sind hab
- 1:39ich rausgefunden ja einen Jahrgang also 3 und. 90 genau,
- 1:43ja. Wenn man das hier sagen darf und
- 1:46unabhängig davon, dass ich mit 14, weiß ich nicht, nicht an.
- 1:51Also natürlich hatte ich auch Hobbys, aber ich hab mein Hobby
- 1:54nicht so in der Form zum Beruf gemacht wie du und ich find das
- 1:56schon ganz schön beeindruckend. Also gerade auch, wenn man dann
- 2:00durchgeht. Du bist sehr jung, dann auch
- 2:04nach Berlin gezogen. Genau, mit 17 bin ich nach
- 2:07Berlin gegangen und genau es hat.
- 2:10Was genau, was war da der, was war da der der Auslöser?
- 2:12Also der Impuls war, dass ich mich in Rostock einfach wirklich
- 2:17sehr unwohl gefühlt hab. Weil es halt damals einfach so
- 2:20war. Zum einen, dass ich halt so jung
- 2:22war, dann halt noch ne Frau beziehungsweise Mädchen
- 2:25Teenagerin und die elektronische Musik noch gar nicht so weit
- 2:30verbreitet war, also natürlich schon mehr als es das irgendwie
- 2:33noch in den Neunzigern war, aber es war noch nicht so im
- 2:35Mainstream angekommen wie jetzt und das hat halt einfach dazu
- 2:37geführt, dass sich die Leute einfach sehr doll das das Maul
- 2:42zerrissen haben, sag ich mal auf gut Deutsch gesagt.
- 2:45Über das, was ich mache. Es war ging von Unterstellung
- 2:48mit Drogensucht, magersüchtig, whatever, was halt alles nicht
- 2:52gestimmt hat, selbst wenn es gestimmt hätte.
- 2:54Ne, ist ja jetzt mal so ein anderer Punkt.
- 2:55Wäre es nicht dann. Wäre es nicht.
- 2:57In der Form, das zu diskutieren. Genau.
- 2:59Und dann halt ja jemand. Also das war einfach schon sehr
- 3:02intensiv und das dadurch, dass ich zu der Zeit schon immer wenn
- 3:06ich mal konnte nach Berlin zum Feiern gefahren bin oder auch
- 3:09zum Spielen war das für mich irgendwie so.
- 3:13Weiß nicht, das frag ich mich auch rückblickend so, weil ich
- 3:15das irgendwie, das weiß ich gar nicht, mir es heute noch so
- 3:17trauen würde, einfach sozusagen auf wirklich so fickt euch an,
- 3:21ich hau jetzt ab, so ne, aber ja das genau das war so der
- 3:26Auslöser dafür. Was hat dein Umfeld da gesagt?
- 3:28Weil deine Eltern haben dich ja auch anfangs auch oder bis heute
- 3:31unterstützt. Ja, also meine Mama war erstmals
- 3:34hab ich tatsächlich auch n bisschen verdrängt, das hat sie
- 3:36mir letztens noch mal erzählt. Wir waren auch bei einer
- 3:38Schulpsychologin. Da konnte ich mich erst mal gar
- 3:40nicht dran erinnern, weil sie mich im ersten Moment überhaupt
- 3:43nicht gehen lassen wollte. Mein Freund damals war auch 10
- 3:47Jahre älter als ich, der ist nach wie vor noch einer meiner
- 3:50engsten Freunde, aber das ist halt natürlich alles so
- 3:53irgendwie, ja einfach damit, also das sind die Eltern, haben
- 3:57natürlich dann erst mal n bisschen Angst und n ungutes
- 3:59Gefühl und genau da waren wir bei der Schulpsychologin und da
- 4:03hat meine Mama gesagt, das war sie für sie der Punkt, warum sie
- 4:06mich gehen lassen hat. Weil sie hat gesagt, also die
- 4:09Schulpsychologin meinte ja, wenn sie ihre Tochter jetzt hier
- 4:12behalten, das ist noch n halbes Jahr bis sie 18 ist, dann werden
- 4:16sie ihre Tochter mit ziemlicher Sicherheit verlieren und das
- 4:18fand ich krass, weil das hab ich total vergessen und das hat
- 4:20meine Mama mir erzählt und dann meinte sie dann so, na ja gut,
- 4:22und sie hat ja recht und da bin ich total dankbar, dass meine
- 4:26Mama da so ja einfach schon irgendwie ist.
- 4:30Ja auch noch mal ne andere Generation, ne und sich dafür so
- 4:32öffnet und einfach vor allem. Auch die bedingungslose Liebe
- 4:36und halt so ist so hey, sie meint Halt auch so, wenn ich
- 4:40dir, wenn ich dich da hingehen lasse, ich traue dir das halt
- 4:42zu, dass du es hinbekommst, weil ich dich für schlau genug
- 4:45erachte, dass du dich da nicht aufgibst.
- 4:47Und das war für mich auch immer n ganz großer Antrieb, dass ich
- 4:49so war, da nicht irgendwie die Erwartung enttäuschen möchte.
- 4:54OK, krass. Du warst damals aber auch noch
- 4:56in der Schule eigentlich oder hast hast das dann in Berlin
- 4:59fertig gemacht. Ja, ich hab ich hab in Rostock
- 5:01die Schule abgebrochen gehabt, nämlich zu dem Zeitpunkt.
- 5:04Und das war also ich hab war erst auf einer Privatschule auf
- 5:07einer christlichen Privatschule in Rostock und die war natürlich
- 5:11teuer und da war das Halt, wo ich das so sehr wahrgenommen
- 5:16hab, dass die Leute so viel über mich reden und so, und dann
- 5:19haben die halt gesagt, wenn du da so unglücklich bist, warum
- 5:22zahlen wir denn Geld, hab ich gesagt, ja, fair, und dann bin
- 5:25ich auf ne staatliche Schule gegangen und da hab ich dann
- 5:27nach n paar Monaten abgebrochen, weil ich einfach gesagt hab, ey
- 5:30das geht so nicht irgendwie hab die macht die Schule auch gar
- 5:33nicht. Und hab dann gesagt, man muss
- 5:35sich halt n Schülersatzleistung erbringen, was ja entweder ne
- 5:38Ausbildung ist oder sowas wie Zivildienst.
- 5:43Weiß gar nicht ob kann man das schon ab 16 machen?
- 5:45Ja, ich ja. Weiß nicht.
- 5:47Falls es falsch ist, korrigieren, korrigieren wir.
- 5:50Das schon, ja, klar, genau, und dann halt.
- 5:52Wenn du, vor allem wenn du, wenn du Hauptschule gemacht hast,
- 5:54dann. Kannst du das?
- 5:55Ja, stimmt ja, stimmt ja, und genau weil es ist ja einfach
- 5:58illegal, dann einfach nichts zu machen und deswegen musste ich
- 6:01dann ein FSJ machen und dadurch, dass es mit einem Schuljahr war,
- 6:05war halt nur noch im Altersheim Platz frei und dann bin ich
- 6:08gleich auf der Dimension gelandet.
- 6:10Das war auch ein sehr intensives Erlebnis, da war ich dann ein
- 6:13halbes dreiviertel Jahr und hab dann.
- 6:16Weil ich das nicht auf mir sitzen lassen wollte.
- 6:18Ich war halt schon immer so. Ich, ich mach mein Abi schon
- 6:20noch, weil es halt auch jeder in meiner Familien gemacht hat, so
- 6:22n bisschen familiärer Druck, der mir zwar nicht von anderen
- 6:25gemacht wurde, aber den man einfach grundsätzlich hat glaub
- 6:28ich auch mit Geschwistern noch und so und dann hab ich in
- 6:31Berlin auf einer Gesamtschule noch die 12.13., nicht sogar das
- 6:37Jahrgangsbeste. Ich frage ich hab ich hab in.
- 6:39Ich bin damals. Extra nach Berlin schon mal für
- 6:43also vor 10 Jahren, weil ich auch mein Abi nachgeholt hab.
- 6:46Wie hieß das, wo du das gemacht? Ich war dadurch, dass ich ja
- 6:49noch so jung war, muss, konnte ich es an der Gemeinschule
- 6:52machen. Das war in der ANK Oberschule,
- 6:56die war ist ja oder ist nach wie vor noch am Ostbahnhof, oder ja,
- 6:59doch, genau, wo kommst du hin? Ich komm aus Leipzig.
- 7:02Ah ja. Hab das an der an der Freud im
- 7:04OSZ gemacht dann. Mit drin, das dauert ja noch n
- 7:05bisschen länger, ne. Nee, das war nur ein Jahr vorher
- 7:07Fachabitur gemacht und dann? Ah, das ist cool.
- 7:09War damals so n Pilotprojekt aber egal.
- 7:11Darum soll nicht um mich gehen, aber ich fand den Grad die
- 7:14Parallele irgendwie interessant, dass auf der einen Seite das
- 7:18auch die intrinsische Motivation, das fertigstellen zu
- 7:20wollen natürlich auch, aber vielleicht auch um n bisschen es
- 7:23zu müssen, weil du ja an der Grenze damals warst, dann zur
- 7:25Volljährigkeit und gewisse Verpflichtungen damit dann
- 7:29einhergegangen sind. Aber wie kam dann diese
- 7:31Verbindung, wie waren deine ersten Verbindungen zu Berlin,
- 7:34also wie hast hast, wer hat dich da?
- 7:38Hätte dich ja ins Boot geholt oder hast du dich da einfach
- 7:41komplett alleine durchgebissen? Also dass also die Connection
- 7:47generell zu Berlin kam. Halt dadurch, dass mein
- 7:52damaliger Freund, also ich sage ne, also alai Hallo alai, wenn
- 7:56du zuguckst und der hat damals Partys veranstaltet in Rostock
- 8:02und dann kam da Halt, hat er immer ganz immer DJS aus allen
- 8:06möglichen. Städten aber halt ganz viele
- 8:08kamen natürlich aus Berlin eingeladen und ich hab mich dann
- 8:10im Laufe der Zeit auch oft so n bisschen um die DJS dann
- 8:13gekümmert auf den Partys und so ist alles total absurd, aber na
- 8:16ja, auf jeden Fall hab ich dann dadurch dann einfach das alles
- 8:19irgendwie schon so von von aus der Entfernung sozusagen
- 8:23kennengelernt. Die Kontakte zu den DJS gehabt
- 8:24und dann ist irgendwie auch naheliegend, dass die haben
- 8:27einen dann auch halt mal eingeladen irgendwie n
- 8:29Geburtstag gefeiert, whatever und dann sind wir immer öfter
- 8:32nach Berlin gefahren, auch unter anderem lieber 25 und.
- 8:37Durch diese Partys kam das dann aber auf jeden Fall.
- 8:39Auch, dass ich einen meiner ersten Gigs in Berlin gespielt
- 8:41hatte, weil dann halt turmspringer waren, das damals
- 8:45meine Freundin und mich, mit der ich damals immer aufgelegt
- 8:48hatte, dann kennengelernt haben, meinten die dann so, ey geil,
- 8:52wenn ihr Bock habt, könnt ihr gerne mal bei uns auf der
- 8:54tonkind Nacht im Golden Gate spielen und dann war ich total
- 8:57selbstlos, hab gesagt ja klar und dann war ich kurz und dann
- 8:59war ich irgendwann so ach du scheiße, dann war ich auch so
- 9:02Gott ich bin geil, ich volljährig, das vergisst man
- 9:03dann irgendwie auch immer n bisschen.
- 9:05Wenn man immer von Älteren umgeben ist, ja, ich.
- 9:06Hab mir das sogar, da muss ich mal kurz auf meinen Zettel
- 9:08gucken. Ich hab mir die Daten und die
- 9:10die dazugehörigen Alterszahlen von dir notiert.
- 9:13Mit 15 hast du in der Waffe 25 gespielt mit 16 golden gate
- 9:16Renate so mit 17 und mit 21 bist du dann resident geworden, schon
- 9:19im Kater, ja. Also ich hab nicht in der Waffe
- 9:2225 gespielt, aber ich war in der Waffe. 15 war es also.
- 9:25Genau, genau. Ich war mit nee mit 5 genau 15
- 9:30in Rostock das erste Mal aufgelegt mit 16 das erste Mal
- 9:33golden Gate und. In der Renate genau und dann mit
- 9:3721 Residentin. Katar ist korrekt, ja.
- 9:39Was waren das für für erste Eindrücke, die du in Berlin
- 9:41gesammelt hast. Dann quasi auch 25 Rest and
- 9:44Peace auch andere Clubs drauf, die in der Form also oder bald
- 9:47nicht mehr existieren. Was war das für ein Gefühl, das
- 9:49erste Mal in Berlin dann feiern zu gehen und dann auch noch das
- 9:51Gefühl aufzulegen später. Also in es ist alles schon so
- 9:55ein bisschen in in in meinem Kopf, so ein bisschen in.
- 9:59Verschwommen sag ich mal die erinnerung, aber wenn ich mich
- 10:01mal ganz doll drauf konzentriere, wie das für mich
- 10:03war. Ich weiß noch, dass es halt die
- 10:06ich mich einfach extremst angekommen gefühlt hab in der
- 10:10also es klingt immer so klischeemäßig irgendwie, aber es
- 10:13ist halt wirklich so ne, weil ich auch wie ich ja aus Gründen
- 10:17auch aus Rostock weggegangen bin und sowas ne und ich hab mich
- 10:19dann schon in der Rostocker feierszene halt irgendwie.
- 10:22Mehr richtig am Platz gefühlt als in der richtigen Welt
- 10:26sozusagen. Und das war in Berlin noch mal
- 10:28krasser, weil in Berlin waren auch zum Beispiel die Reaktionen
- 10:31auf mich und aufs Auflegen ganz andere als in Rostock.
- 10:34So, also, das war wirklich, das fand ich krass, was zum einen
- 10:36natürlich glaub ich damit daran zusammen lag, dass viele gar
- 10:38nicht wussten, wie alt ich war, aber man konnte sich es ja
- 10:41irgendwie denken, weil ich sah ja mit 17 jetzt nicht aus wie 30
- 10:43so und genau, und da war das Gefühl dann halt einfach
- 10:47richtig, ja, es war einfach. Irgendwie das es war schön,
- 10:51nicht mal so viel darüber nachzudenken, ob man so richtig
- 10:54ist, wie man ist, oder ob man ja dieses irgendwie faul ist oder
- 10:58was weiß ich, sondern es war einem dann irgendwie so.
- 11:00Die Leute, die Reaktionen waren dann halt eher ach krass und du
- 11:03machst Mucke und dann auch schon so lange so irgendwie ne, weil
- 11:06auch schon mit 8 also 18 oder so waren es dann ja auch schon 4
- 11:08Jahre und genau das war schön und das hat sich sehr heilsam
- 11:12angefühlt. Wie war denn die Reaktion?
- 11:14Also du hast sie gerade beschrieben als sehr.
- 11:17Sehr wohlwollend. Aber was kannst du dich noch an
- 11:19einzelne Reaktion erinnern oder wo du dich wo du gesagt hast,
- 11:22OK, das ist irgendwie der richtige Weg.
- 11:23Ja, also es war eher. Also tatsächlich war es oft
- 11:26direkt schon so, dass die Leute, glaube ich, überrascht waren
- 11:30über die Abgeklärtheit, die ich teilweise schon hatte, ne, aber
- 11:34nicht in diesem so nicht, also eher immer wohlwollend.
- 11:37Also es war eher so, ach OK. Also ich hatte das Gefühl, dass
- 11:40die Leute die Person irgendwie sehen, auch die ich bin.
- 11:43Also halt nicht, weil abgeklärt halt klingt ja auch so n
- 11:46bisschen abgehoben manchmal finde ich, ist es aber gar
- 11:48nicht, aber eher so, ich hatte auch immer, also die Leute haben
- 11:50eher immer das Gefühl so gesagt, dass sie irgendwie auch das
- 11:52Gefühl haben, man wär ne ältere Seele und ja, und das war
- 11:56irgendwie einfach, also es war einfach schön als junges Mädchen
- 12:00da irgendwie das Gefühl zu haben.
- 12:02Gesehen zu werden und halt auch, dass die Leute halt auch einfach
- 12:05gemerkt haben, dass die Mucke das ist, was man halt, was auch
- 12:08aus einem innen herauskommt und nicht wegen aus irgendwelchen
- 12:11anderen Gründen ist. Ich wollt Grad sagen, auch in
- 12:13dem Zusammenhang eigentlich abgeklärt, empfinde ich gar
- 12:15nicht als so abgehoben, also konnotiert, weil das sagt mir
- 12:19ja, dass du ne Sicherheit ausgestrahlt hast damals schon,
- 12:22das wiederum dadurch, dass du dich sehr wohlgefühlt hast und
- 12:26dann sehr früh sicher geworden bist in dem was du tust.
- 12:30Wie ist denn deine heutige? Bevor wir jetzt auf diesen ist
- 12:34Zustand heute schauen und die Zukunft und dein Leben, wie ist
- 12:39denn deine Verbindung zu Rostock mittlerweile?
- 12:43Auch ne sehr gute Frage. Ich würd sagen der also das ist
- 12:48schon n ganz schöner Schmerz den das hinterlassen hat.
- 12:50So also einfach ja weil am Ende geht man ja für das Weg was man
- 12:55ist. Gefühlt also sozusagen ne.
- 12:58Und das Merk ich schon, dass das immer noch auf jeden Fall im
- 13:02Herzen schmerzt. Und es ist halt auch so.
- 13:05Ich spiel auch tatsächlich nicht so gerne in Rostock, weil ich
- 13:09dann einfach irgendwie immer n bisschen das Gefühl habe, was
- 13:13total absurd ist, dass die Leute also dass ich beobachtet werde,
- 13:16von wie ich mich entwickelt hab, ob ich noch klarkommen würde.
- 13:20Und so irgendwie. Aber da weiß ich, dass das
- 13:23eigentlich totaler Quatsch ist, weil das hab ich schon selber
- 13:25öfter mitbekommen, dass die Leute darüber gar nicht
- 13:27nachdenken oder viele gar nicht mehr da wohnen oder im Gegenteil
- 13:30eher beeindruckt sind vom Weg oder sowas, was ja, aber ich
- 13:34merk halt einfach, dass da in mir drin immer noch das 14
- 13:38fünfzehnjährige Mädels steckt, was halt da mal, also wo halt
- 13:42die größten Verletzungen sozusagen glaub ich zu also für
- 13:45mich. Entstanden sind, dass die noch
- 13:47da sind. Aber trotz allem ist Rostock für
- 13:50mich auch auf der anderen Seite auch n Ort.
- 13:52Also wenn ich jetzt einfach so mit der Natur, mit dem Meer, es
- 13:55gibt ganz viele Orte, die ich einfach auch mit richtig schönen
- 13:58Momenten verbinde, aber es wäre jetzt so aktuell, also wenn ich
- 14:03mir vorstellen müsste, jetzt in Rostock zu leben, das würde ich
- 14:05ganz schön, da kriege ich wissen wir klemmung so auf jeden Fall,
- 14:09also sag mal gemischt schwieriges es ist es ist es ist
- 14:13kompliziert. Wir schauen ja auch dann später
- 14:17noch auf ne andere Stadt, die im nächsten Jahr vermutlich
- 14:20relevant sehr relevant werden wird für dich.
- 14:22Wie guckst du denn aber jetzt auf auf Berlin mit?
- 14:25Ja, das als du hast hier mehr als die Hälfte deines Lebens
- 14:29verbracht, du hast die vielen Clubs verbracht, du hast einige
- 14:34Clubs schon gehen sehen, was hast du gerade für n Gefühl,
- 14:39wenn du an an Berlin, an Berlin denkst?
- 14:43Jetzt vor allem aus der DJ Perspektive.
- 14:44Vielleicht aus natürlich auch mit gemischten Gefühlen, wieder.
- 14:51In erster Linie ist also ich bin Berlin natürlich allem, was das
- 14:55gemacht hat, was was man, was ich hier auch für
- 14:57Entfaltungsmöglichkeiten hab und vor allem auch hatte, sehr
- 15:01dankbar. Jetzt kommt das große, aber am
- 15:05Ende muss ich sagen, bin ich n bisschen Berlin überdrüssig
- 15:10geworden, was halt. Aus CJ Sicht.
- 15:15Boah, ich finde halt einfach. Also zum einen ist der Markt
- 15:17extrem überlaufen, was halt irgendwie nicht damit
- 15:20zusammenpasst, dass halt gerade immer mehr Clubs verschwinden,
- 15:23deswegen finde ich halt also Berlin so als dieser Dreh und
- 15:26Angelpunkt von der elektronischen Musikszene sehe
- 15:30ich aktuell nicht so mehr so ganz, weil ich finde, da gibt es
- 15:33auch ganz andere Städte, die halt einfach echt mega coole
- 15:35Projekte machen und ja und ich einfach finde man kann.
- 15:42Berlin. Da auch mal Berlin sein lassen
- 15:44und ich glaube halt, dass viele DJS dazu neigen, halt nach
- 15:47Berlin zu gehen, was ja an einem bestimmten Punkt auch Sinn
- 15:49macht. Ne, wenn du halt woanders da gar
- 15:51keine, gar keine Clubkultur hast, wo du herkommst.
- 15:55Ich glaube aber auch, dass viele Leute auch Angst haben, Berlin
- 15:58zu verlassen, auch wenn sie eigentlich gar keine Lust mehr
- 15:59haben, weil es halt ein, weil weil sie halt Angst haben, was
- 16:02aufzugeben, also dass sie dann nicht mehr so gefragt sind, dass
- 16:05man nicht mehr die Gigs hat, dass man irgendwie nicht mehr so
- 16:07relevant ist, weil du ja auch n bisschen aus der weiß, nicht so
- 16:11wie im Finanzbereich. Halt Leute irgendwie da leben,
- 16:13wo viele Finanz, Mhm Typen leben.
- 16:15Die DJS leben halt da, wo irgendwie viele DJ oder kreative
- 16:18Menschen ne, es ist ja irgendwie auch, aber ich denk mir halt so,
- 16:21Berlin ist da nicht der einzige Punkt und Berlin ist halt auch
- 16:24schon n ganz schön n ganz schönes Loch muss man auch mal
- 16:27sagen also ich finde das muss man halt echt man muss Berlin
- 16:30können sag ich mal. Es ist das auch ne Meinung, die
- 16:35du im Gespräch mit anderen Künstlerinnen, Künstlern aber
- 16:38auch. Menschen aus anderen Bereichen,
- 16:41egal was, egal woher die du da die da zurückkommt, wo du n
- 16:46Resonanzraum findest. Oder hast du das Gefühl, dass du
- 16:48in deinem Umfeld damit allein da bist?
- 16:50Doch ich glaub also ja, ich krieg das schon recht viel mit
- 16:55auch so. Ich hab das jetzt vor allem auch
- 16:56mitbekommen. Als ich in der Stadt war, wo wir
- 16:59gleich mal drüber reden, dass da auch viele sind, die Halt auch
- 17:02aus Berlin gekommen sind, die das selber, die so waren, ey
- 17:04ich, sorry, ich bin, also ich, ich liebe Berlin, ich bin da
- 17:07gerne mal. Ich bin auch froh, wieder weg zu
- 17:09sein und das kann ich irgendwie ganz gut verstehen, ist n
- 17:13bisschen so ne Hassliebe und ich glaub so geht es vielen.
- 17:16Also ich glaube diese Hassliebe und ich mein gerade ich finde
- 17:19halt so dieser der Hass, das ist halt auch mal n bisschen find
- 17:21ich n starkes Wort. Aber ist halt gerade im Winter
- 17:25und so wird das halt einfach extrem und ich finde halt auch
- 17:28die Berliner Szene nimmt sich selbst n bisschen zu wichtig
- 17:34oder die Leute denken sie wäre zu wichtig, weil die Berliner
- 17:36Szene ist ja keine Person, aber ich glaub ihr will ja war.
- 17:40Eigentlich auch interessant, dass Leute immer schon nach
- 17:42Berlin gekommen sind und irgendwann weiterziehen.
- 17:43Und vielleicht wird die Stadt, über die wir gleich reden.
- 17:47Der nächste, das nächste EP Zentrum, die mag ich auch, da
- 17:50war ich auch vor kurzem. Ja.
- 17:53Auch nah an deiner Heimatstadt, genau, aber was, du hast gerade
- 17:59gesagt, du findest auch ganz andere Städte interessant hast
- 18:02du im letzten dieses Jahr im letzten Jahr Szenen beobachtet,
- 18:07Bewegungen in anderen Städten beobachtet, die du spannend
- 18:10findest, die unterrepräsentiert sind?
- 18:14Ja, ich habe jetzt gerade eine Sache, freut mich sehr.
- 18:17Also ich war da noch nicht was in Hildesheim und das nennt sich
- 18:21Woodland Collective, Woodland Collective, Woodland Collective,
- 18:23sorry, ich vergesse es immer, ob es mit dem S ist oder ohne auf
- 18:26jeden Fall, die haben glaube ich in diesem Jahr, also zumindest
- 18:30ist es mir in diesem Jahr erst so richtig aufgefallen, haben
- 18:33die dann übelst fette Location hochgezimmert, die aktuell
- 18:38einfach ne Open Air location ist und ich spiel da jetzt aber
- 18:41nächstes Wochenende. Weil die n Winter Open Air
- 18:43machen, bin ich mal gespannt und das ist halt vom soweit ich das
- 18:48über das Internet ausmachen konnte vom Sound und vom Ganzen
- 18:52von den Partys was da für Stimmung irgendwie kreiert
- 18:54wurden und halt auch einfach mal zu zeigen weil es ist halt
- 18:57relativ groß. Ich glaub schon, dass da also
- 19:00ich weiß nicht hab vor n paar Wochen hab ich mit einem von
- 19:02denen auch getroffen. Kurz rüber gequatscht.
- 19:04Ich kann die genauen Zahlen jetzt nicht sagen, aber es war
- 19:06also ziemlich groß und es ist einfach auch voll schön zu
- 19:09sehen, weil halt oftmals die Leute sagen, ja, in Berlin gehen
- 19:11die krassesten Partys so, weil ja die Partys gehen lange so ne,
- 19:15das ist halt oft was in den anderen Städten dann nicht
- 19:17unbedingt so ist. Und da bin ich übelst gespannt
- 19:20drauf und ich bin mir sicher, dass ich da jetzt, wenn ich
- 19:23jetzt noch mal kurz n bisschen drüber nachdenken würde, also
- 19:26auch in in München bin ich zum Beispiel auch gerne in München,
- 19:28finde ich, auch, da passieren auch gerade noch mal.
- 19:31Entstehen einige neue Clubs? Ich hab halt gerade n bisschen
- 19:33das Gefühl, in Berlin ist dieses extreme Clubsterben, was
- 19:36natürlich woanders auch ist. Aber in Berlin entstehen ganz
- 19:40wenig neue Sachen, was aber woanders der Fall ist und das
- 19:43finde ich mal wieder schön. Leipzig hat jetzt auch wieder
- 19:45die Destillerie, die Tille wieder neu aufgemacht und so.
- 19:48Und warst du schon da? Ne?
- 19:49Genau. Ja, war ich jetzt vor n paar
- 19:51Wochen und. Alten Messe ist das jetzt das?
- 19:54Sie waren ja der neue. Umgezogene ja genau die meint.
- 19:58Ach ja genau kommst du aus Leipzig und der meint die
- 20:00meinten irgendwie, das war mein altes Möbelhaus oder sowas.
- 20:02Ja ja und das find ich halt cool und das find ich schön und das
- 20:04find ich irgendwie auch und vor allem merk ich halt einfach
- 20:07auch, dass es mittlerweile möglich ist.
- 20:08Das war früher nämlich tatsächlich find ich so, dass
- 20:11die meisten Kollektive in Berlin war, es gab ja nicht so viele
- 20:14DJS und das hat sich halt so schon sehr auf Berlin zentriert.
- 20:17Und das ist gerade nicht mehr der Fall.
- 20:19Also ob es jetzt Hamburg ist, wo ganz, ganz viele super coole
- 20:22jüngere Kollektive irgendwie am Start sind, ob es halt München
- 20:26oder in Hildesheim ist oder auch in Leipzig, wo sich die Leute
- 20:29irgendwie dann teilweise halt auch einmal, das ist ja auch
- 20:31mega viel Aufwand und ganz, ganz viel Energie, die man da
- 20:34reinstecken muss, und das finde ich schön, dass die da das alle
- 20:37irgendwie auch in die Hand nehmen, teilweise, soweit man es
- 20:40halt kann. Ja, du hast ja auch.
- 20:47Hab ich gelesen und gehört Corona als so ein eine war für
- 20:52alle, für viele, für die ganze Szene, für die ganze
- 20:55Gesellschaft, nicht nur Club und Künstlerinnen ne Zäsur.
- 21:00Du hast den Punkt vor allem rausgestellt, das hatten wir
- 21:03auch im Vorgespräch, dass sich Dinge auch zum Guten verändert
- 21:06haben, durch Corona beispielsweise mehr Sichtbarkeit
- 21:10von Flinterpersonen und Leiden aufs Ändern sich, du bist ja
- 21:16aber auch schon. Bisschen länger dabei als andere
- 21:19Künstler in deinem Alter, würd ich mal sagen.
- 21:22Wenn du diese Meinung teilst, was kommt da zurück?
- 21:26Also dass Corona sich die Szene zum Guten verändert hat und die
- 21:29guten Sachen vielleicht so n bisschen katalysiert hat.
- 21:32Wenn ich das also wenn ich das wem gegenüber äußer.
- 21:34Anderen Künstlern. Was die denn sagen?
- 21:37Weil ich, nee, sag mal. Weil ich das Gefühl hab, würd
- 21:43ich eigentlich erst mal widersprechen.
- 21:45Also. Also von meinem vom Gefühl her.
- 21:48Bevor ich das durchdenke, weil ich sage andere Dinge natürlich
- 21:54ne ganze Generation konnte nicht feiern gehen, hat in ihrem
- 21:56Wohnzimmer gefeiert. Dieses Thema wurde auch hier
- 21:58schon oft diskutiert, viele Kollektive sind entstanden, die
- 22:00Musik ist schneller geworden, ich hab aber das Gefühl, dass
- 22:02viele sich eher dadurch auch mehr voneinander abgrenzen als
- 22:06vorher. Und das auch die Sichtbarkeit
- 22:08ist natürlich jetzt, dass ich das Sage als Typ toller Quatsch,
- 22:11deswegen das mal vorhergeschoben die Sichtbarkeit von von Frauen,
- 22:15von von Flinterpersonen auf Line UPS auch oft nur so n bisschen
- 22:19alibimäßig ist mein Gefühl so und deswegen bitte kräftet das
- 22:23jetzt, weil dass ich das natürlich sage, ist natürlich.
- 22:25Toller Bullshit, nee, aber es ist etwas, nee, ist aber
- 22:27interessant, also weil ich hab das auch schon, also weil.
- 22:31Direkt nach Corona war tatsächlich die Reaktion von den
- 22:35Leuten immer eigentlich. Also ich hab das irgendwann,
- 22:39dieser also als ich so, ich hab da drüber viel drüber
- 22:40nachgedacht, weil sich die Leute so oft beschwert haben nach
- 22:44Corona, das halt alles so scheiße wäre ne sorry wenn man.
- 22:48Vergessen hat, wenn man vergessen hat, wie es vorher
- 22:50war. Genau.
- 22:51Genau die waren dann die waren dann halt so, ja.
- 22:55Jetzt so also es wurde ganz also von älteren DJS, war dann halt
- 22:58ganz viel so dieses, dass es halt so viele neue DJS gibt als
- 23:01n ganz großes Problem erachtet. So was ich irgendwo natürlich
- 23:04verstehen kann, weil es ja um den eigenen Lebensunterhalt
- 23:06geht, wenn die Person da vorher von gelebt hat.
- 23:10Also viele Leute sagen, es hat sich, es sind viele, viel zu
- 23:15viele neue DJS auf dem Markt, die eigentlich kein DJS sind.
- 23:18Also ich sag jetzt das was jetzt, was ich was von anderen
- 23:21gehört hab, weil sie halt sagen, dass sich die Leute halt im
- 23:24Wohnzimmer über diese Streams und so dann zu so einem
- 23:27Publikum, was halt gar nicht im Club groß geworden ist und dass
- 23:31man das dann halt merkt an ne Art und Weise wie halt die
- 23:34Social Media Auftritte sind, dass es so viel Social Media
- 23:37gibt. Und auch an der Qualität des
- 23:40Mixens und der Musik. So wo ich so bin.
- 23:43Na ja, das kann man so sehen. Ich bin jetzt auch kein großer
- 23:46Fan von Tik tok Techno so, weil sonst würde ich das ja auch
- 23:48spielen, kann man das ja irgendwie denken und ich hatte
- 23:52es auch als kritisch, als als schwierige, also kurz als
- 23:55schwierige Entwicklung gesehen, auch mit den ganzen Lack und
- 23:58Leder, wo ich halt so bin, das ist ja total in Ordnung, dass
- 24:01die Leute es machen, aber es sind ja da auch in, es ist ja
- 24:03aus einer Szene übernommen, die ja nicht unsere Szene ist,
- 24:06sozusagen also nicht die Techno Szene ist.
- 24:07Und wo du ja auch Leuten wie dein Self Space Wegnimmst, wo
- 24:09Codewörter nicht eingehalten werden, weil du sie gar nicht
- 24:12kennst. Und das fand ich irgendwie auch
- 24:13komisch. Und dieses Uniformierte, weil
- 24:15ich find, das geht genau gegen das, was elektronische Musik
- 24:18eigentlich sein sollte, nämlich dass du dich selbst ausdrücken
- 24:21kannst und ist halt eben nicht dieses, du musst so rumrennen,
- 24:23du musst so rumrennen. Das aber ich hab halt schon
- 24:27immer gesagt, dass ich halt finde, dass das einfach ne ganz
- 24:30andere Szene ist. Zum einen so und ich auch der
- 24:33festen Überzeugung bin, dass das wieder weggeht und das in dem
- 24:36Punkt sind wir gerade meiner. Meines Erachtens nach ist
- 24:40musikalisch gerade ist dieses richtig, diese, ja dieser Tik
- 24:44tok Techno, den Krieg ich auf den Partys, wo ich mich bewege,
- 24:47gar nicht mehr mit und es ist wieder, es wird gerade alles
- 24:50tatsächlich eher wieder n bisschen.
- 24:53Hab ich das Gefühl bouncer es kommen wieder ganz viel Vocal?
- 24:57Das wird eigentlich ist das so n bisschen wie früher auch diese
- 24:59Deep House Zeit war so 2015 16 auf Neujahr gemacht und n
- 25:04bisschen schneller das kommt gerade wieder so und ich muss
- 25:06halt sagen ich finde halt dass einfach dass dass diese Pause
- 25:11natürlich ist es für viele auch unfair gelaufen und doof
- 25:14gelaufen und so ne, aber dass die halt jetzt nicht mehr
- 25:16spielen, das haben wir ganz wenige überlebt, das muss man ja
- 25:18auch sagen, die vorher schon viel gespielt haben.
- 25:20Danach noch viel gespielt haben, aber ich finde es ist eigentlich
- 25:23ne ne. Es klingt so fies, aber es ist
- 25:25halt der Lauf der Dinge. Es ist ne Selektion die da auch
- 25:28stattfindet und weil sich die Zeit hat sich dann halt hat,
- 25:31also es wurde Raum geschaffen für andere Menschen und entweder
- 25:36hat man es halt geschafft irgendwie selber auch diesen
- 25:39Raum zu füllen, also mit sich als Person und als DJ wie man es
- 25:42also, dass man sich irgendwie an die Zeiten anpasst.
- 25:46Oder halt nicht. Und genau mit Sichtbarkeit find
- 25:48ich halt einfach, das ist schon. Also vor Corona war das auf
- 25:51jeden Fall übelst Alibimäßig mit Frauen auf Slinup schreiben und
- 25:54so, dass und dann wenn dann eine Frau zwischen 10 Typen war, dann
- 25:58haben man sich schon auf die Schulter geklopft, wie oft das
- 26:01hatte, dass mich immer dieselben Leute gefragt haben, Pauli kann
- 26:03zu spielen, wo ich irgendwann so bin, ey wir brauchen noch ne
- 26:05Frau, ja und wo ich bin, also entweder buchst du mich wegen
- 26:09der Mucke oder du buchst mal ne andere Frau weil es gibt nämlich
- 26:12auch noch andere die gut auflegen ne also das find ich
- 26:14dann so n bisschen. Und das hat sich jetzt schon
- 26:16verändert, weil ich find es einfach nicht mehr so.
- 26:17N großes Thema und es ist sorry ich bin bisschen lang, fasse
- 26:22aber das. Ist sehr gut.
- 26:23Ich find halt auch so, dass das ist auch natürlich ne
- 26:26Perspektive, die nur von mir kommt mit dem wie ich das
- 26:29wahrnehme, dass ich es sich für mich zum positiven verändert
- 26:32hat, sag ich jetzt halt auch, ich spiel ja auch noch viel und
- 26:34so ne, das ist ja natürlich ne Position aus der ich rede, aber
- 26:40ich finde halt einfach, dass also ja, dass ich mich also
- 26:43vorher konnte ich mich. Konnte ich nicht so offen auch
- 26:46über Sachen reden, weil es einfach für mich persönlich
- 26:48wenig Ansprechpartner gab, weil halt einfach viele 15 Jahre
- 26:51älter waren als ich. Ich war mal vor corona, ich war
- 26:5326, dann kam Corona, ich Corona war durch, ich war 30 so ne und
- 26:57dann waren ja halt genau die waren alle um die 40 vorher so
- 27:02weiß ich und das war halt einfach und in der Generation
- 27:05ist das Thema, die lernen das ja jetzt gerade auch erst ne sich
- 27:08damit auseinanderzusetzen mit Halt mentaler Gesundheit.
- 27:13Mit toxischen Verhalten, mit irgendwie halt einfach auch oder
- 27:17halt Sachen nicht gleich als Angriff zu sehen, sondern
- 27:19einfach mal, wenn man nicht betroffen ist, einfach
- 27:20zuzuhören. Und das ist ja bei mir auch so,
- 27:22das geht ja um, wenn POC Thema zum Beispiel auch ne, also wo
- 27:28ich ja gar nicht ich bin, ich bin ne weiße Frau, ich hab mit
- 27:30Rassismus, davon bin ich nicht betroffen, dann hör ich halt
- 27:33betroffenen Menschen versuche ich so gut es geht zuzuhören, da
- 27:37bin ich natürlich auch immer im Lernprozess, aber halt.
- 27:40Ja, und das also Sachen nicht so als Angriff zu nehmen.
- 27:42Und ich finde einfach die Kommunikationskultur unter den
- 27:46djs ist einfach auch besser geworden und es ist wieder ein
- 27:49bisschen mehr nicht nur Einzelkämpfer, sondern auch mal
- 27:51wieder mehr auch die Leute ein bisschen mehr zusammenarbeiten
- 27:54und weil du es halt auch musst finde ich also schön doof, wenn
- 27:57man es gar nicht macht, muss ich ganz ehrlich sagen, weil durch
- 28:01Community und durch Rückhalt und so entstehen ja wieder coole
- 28:04Sachen und wenn man sich gegenseitig unterstützt, dann
- 28:07haben im besten Fall alle was davon und.
- 28:09Und das find ich gerade richtig schön und das ist halt auch so n
- 28:11bisschen städteübergreifend clubübergreifend und nicht mehr
- 28:14ganz so diese festen Bubbles. Du bist da Resident, deswegen
- 28:18kannst du jetzt mit den Leuten abhängen und du bist da, also
- 28:20weißt du ist so n bisschen, ich finde es einfach n bisschen
- 28:23freundlicher. Ja, ich finde es sehr.
- 28:27Nein, ich find das super, ich hab genau das provoziert, was
- 28:30ich mir, als ich irgendwie dachte, was so was was du was
- 28:36was deine Meinung ist. Und auch hab dann währenddessen
- 28:40auch diese Argumentation, hinter der ich natürlich jetzt auch
- 28:42nicht komplett stehe, weil ich diesen Gegenpunkt einnehmen
- 28:45wollte und das gesagt habe, dass ich jetzt das Gefühl habe, dass
- 28:50viel auch alibimäßig passiert. Und du hast gesagt, von vorher
- 28:53genauso. Im Endeffekt ist es auch erstmal
- 28:56n bisschen egal, wieviel Alibi dahinter steckt, solange sich
- 28:59die Relation ändert und die Sichtbarkeit größer wird.
- 29:03Das wiederum erzeugt er hoffentlich ne Resonanz für das
- 29:06Publikum. Die dann auch ja mächtig sind,
- 29:09weil die können entweder das Ticket kaufen oder nicht kaufen,
- 29:12total eingehen oder nicht. Kaufen?
- 29:13Ja, das ist halt auch, das Macht halt so viel, mehr noch auch
- 29:15sogar aus, das hab ich auch immer schon ganz oft drüber,
- 29:17gerade als das früher anfing mit den Quoten auf n Line und das
- 29:22dann immer so, welche Leute waren ja, aber dann leidet ja
- 29:24die Qualität da drunter und wo ich immer so bin hä wieso leidet
- 29:27dann die Qualität da drunter? Ja weil wenn ich jetzt aus zwang
- 29:30ne Frau raufschreibe wo ich eigentlich auch n Typen
- 29:32raufschreiben könnte der meiner Meinung nach besser spielt wo
- 29:34ich dann so bin aber das heißt ja wo ich es bin gesteide these.
- 29:37Dass jeder Mann besser spielt als die als ne Frau.
- 29:40Und ich hab halt schon immer gesagt, ich so ey ich hätte ich
- 29:44glaub eigentlich ich weiß gar nicht, ich glaube hätte ich
- 29:46gewusst wie schwierig das ist aufzulegen als Frau und jung zu
- 29:50sein, hätte ich es nicht gemacht, weiß ich nicht, also
- 29:52hätte ich glaub ich weiß ich nicht, also hätte ich vorher
- 29:53gewusst was für n emotionalen Stress das auch macht und das
- 29:57Ding dabei ist halt einfach das, da geht es ja um Sichtbarkeit
- 30:00und da ist ja auch wieder dieses das ist so krass was das Halt
- 30:03macht wenn. Man sich halt repräsentiert
- 30:06fühlt. Ne und das ist ja wenn ich dann
- 30:09halt, also wie viele Frauen oder Junge ja oder auch Mädchen mir
- 30:12gesagt haben, ah ey Pauli, durch dich hab ich erst mal
- 30:17geschnallt, das könnte ja auch ich sein ne also das find ich
- 30:20halt total krass wo man so ist. Ja, dieses du musst halt
- 30:23erstmal, weil es wurde mir so oft auch gesagt, ach Gott, so
- 30:26willst du dich nicht lieber schmink, also war wirklich so,
- 30:28wenn so Frauen und Technik wurde mir ganz oft gesagt, wenn man so
- 30:31komm, willst du dir nicht lieber irgendwelche Schminktutorials
- 30:33angucken und so und ich war so hä und wenn du halt immer wieder
- 30:37nur vorgelebt bekommst. Ja, das ist ja was, was also so,
- 30:41auch wenn es nicht immer explizit gesagt wird, aber wenn
- 30:43du immer nur weiße Männer da stehen siehst dann fühlen sich
- 30:46ja einfach mal mehr als die Hälfte der Menschheit komplett
- 30:51nicht. Also dann denkst du halt, ich
- 30:53kann das auch nicht, wenn weil umso öfter du das irgendwie in
- 30:56deinem Leben gesagt bekommst. Umso mehr glaubst du es
- 30:58irgendwann ne, dann wird es ja zum Glaubenssatz und denkt man
- 31:01so, ja ich und Technik oder das und auch so im Mittelpunkt
- 31:03stehen dann so aus oder auch überhaupt dabei zuzugucken, wenn
- 31:06das die ganzen Männer mit ihrem Ellbogen Ding und hier so öh wer
- 31:09ist der geilste, wie es da früher irgendwie war, da haben
- 31:12ja auch viele gar keinen Bock drauf viele Frauen bist du
- 31:14Bonnie. Oh nee, danke, da gibt es echt
- 31:17bessere Orte, in denen ich sein könnte, als mich jetzt mit
- 31:19irgendwelchen Typen um Gig zu kloppen.
- 31:20So ne also vom Ding her so und das ist halt find ich das ist n
- 31:24der große Effekt irgendwann im besten Fall haben wir sowas halt
- 31:29nicht mehr, dass man das ganz dass man da ganz bewusst drauf
- 31:33guckt. Was ja auch, glaube ich, schon
- 31:35wieder viele Leute aus der neueren Generation gar nicht
- 31:37mehr machen. Das ist für den Automatismus,
- 31:39also nicht für alle natürlich, aber es ist für einige n
- 31:41Automatismus geworden, auch für mich.
- 31:43Also ich muss tatsächlich sagen, ich hab manchmal tatsächlich
- 31:46fast mehr Probleme, dann jetzt richtig gute Männer, also wo ich
- 31:50sage das Outstanding das ist was ist, was nicht was was so nicht
- 31:54von jemandem nicht ersetzbar ist, da fallen mir tatsächlich,
- 31:57also von Leuten, finde ich richtig Respekt, hab
- 31:59musikalische Frauen ein. Sorry, was ist so und das ist
- 32:05halt einfach find ich ne schöne Entwicklung, weil es einfach und
- 32:07da denk ich mir irgendwie, dass das halt über die letzten 10
- 32:10Jahre irgendwie so passiert ist. Natürlich, irgendwie hätte auch
- 32:13noch mal mehr passieren können, aber es ist immerhin was
- 32:15passiert und das ist schön. Was würdest du eine Person in
- 32:21deinem Alter von damals sagen, die jetzt DJ werden möchte?
- 32:26Also. Ah ja, in einer Person von
- 32:27meinem Alter, damit sie jetzt, würde ich sagen.
- 32:30Oder dir selbst sagen. Wenn du ja, ich würde, ich würde
- 32:33oft. Es ist hatte mich letztens auch
- 32:37jemand gefragt, was für einen Tipp ich geben würde mit dem
- 32:39Auflegen, wenn man jetzt auflegen kann, gerade in der
- 32:41jungen Person würde ich sagen, ganz wichtig, lass dir dein,
- 32:46also lass lass dir dein dein kleines Luftschloss im Kopf
- 32:49nicht zerstören, so ich würde sagen brauchst natürlich n
- 32:52dickes Fell. Ich glaub ich würd einfach sagen
- 32:55nimm es dir nicht zu sehr zu Herzen und Versuch am Ende
- 32:59einfach ja versuch wenn es dir so viel Freude bringt und dich
- 33:02wirklich glücklich macht, dann mach das und vor allem halt ohne
- 33:07ohne den ohne sich selbst diesen Stress auch zu machen, dass es
- 33:11irgendwo. Hingehen muss also.
- 33:13Ich würd einfach sagen, ey, wenn es dir Freude bringt, mach erst
- 33:16mal, mach, mach mach und es wird bestimmt viele Rückschläge
- 33:20geben, aber vor allem nicht von Leuten irgendwie, die gar keine
- 33:24Ahnung haben, das Gefühl geben zu lassen, sie hätten voll
- 33:26Ahnung, weil davon gibt es ja ganz viele heute.
- 33:28Würdest nicht davon abraten, in der heutigen Zeit mit allen
- 33:31Umständen zu sagen, ich geh voll auf meine DJ Karriere.
- 33:34Würdest du sagen, OK dann. Ja, ich würd sagen, also ich
- 33:37glaub wenn ich jetzt angenommen ich hätte jetzt n Kind und das
- 33:40Kind würde mit. 14 sagen mama, ich hab jetzt Bock, die zählt zu
- 33:45werden, glaub ich. Natürlich müsste ich auch
- 33:47erstmal schlucken. Werden nach Rostock jetzt.
- 33:51Nicht? Ja, das wär schon, das wär auf
- 33:54jeden Fall schon krass so, aber ich glaub einfach weil ich ich
- 33:59denk mal einfach wenn du am Ende wenn jemand das macht was ihm
- 34:03oder ihr Freude macht ist das schon mal so cool und ich glaube
- 34:08halt wenn. Das auch passiert, dann hat man
- 34:11schon mal ganz viel richtig gemacht, weil es dann auch
- 34:12einfach aus dir herauskommt. Authentizität halt auch einfach
- 34:15n wichtiger Punkt immer und ich glaub ich würd mal.
- 34:18Also ich würd einfach sagen, Hey das ist wichtig wenn es dir
- 34:22Freude bringt und wenn es dich glücklich macht, dann go for it.
- 34:25Und es heißt ja nicht du musst ja man muss ja nicht, wenn man
- 34:27immer merkt ey ich kann davon doch nicht leben, dann mach halt
- 34:30noch was anderes nebenbei aber ich weiß nicht, ich würd halt
- 34:33auch niemals die Mucke, ich würd niemals sagen ich leg jetzt
- 34:36nicht mehr auf, weil selbst wenn ich nicht mal auflege und keine
- 34:39Kohle mehr dafür kriege, leg ich immer noch auf, würd ich immer.
- 34:42Also das ist ja so wie man DJ also keine Ahnung Ausbildung
- 34:46gemacht hat, Tischler bist ja auch dein Leben lang Tischler
- 34:48und nicht also vom Ding ne auch wenn du sagst ich bau jetzt kein
- 34:51Möbel mehr. Ja, du hast ja so Apropos
- 34:56zweites Standbein. Du hast ja während Corona n
- 34:58Studium fertig gemacht oder sag warum musst du da lachen?
- 35:05Weil du nicht glauben kannst, dass du es geschafft hast.
- 35:06Ja, das fand ich echt. Das ist auch schon wieder so,
- 35:08als ob ich mir, als ob ich mir das Ausdenke, das ist immer ganz
- 35:11cool, also da hab ich auch immer so das sagen, haben mir schon
- 35:13mal Leute gesagt, das wär im Postal, da sag ich so, nee, das
- 35:15ist nicht so, dass ich denke, ich kann das nicht, sondern es
- 35:17ist immer nur irgendwie so, hey crazy, wann ist denn das denn
- 35:19noch passiert? Ich lache auch, weil ich nämlich
- 35:23schon mal n Studium angefangen hatte, Sonderpädagogik hier in
- 35:25Berlin an der Humboldt Uni, das hab ich halt relativ, also da
- 35:30hab ich hab ich gar keine einzige Prüfung geschrieben und
- 35:33dann hab ich. Das war 216 und dann habe ich
- 35:352021 genau mit dem Studium angefangen.
- 35:39Nachhaltiges Unternehmensmanagement und ich
- 35:42lache auch, weil ich damit halt gerade absolut gar nichts mache.
- 35:46Aber es ist n spannendes Thema, auf jeden Fall finde ich also
- 35:52Nachhaltigkeit finde ich finde ich einfach, hat mich schon
- 35:55immer sehr interessiert, vor allem weil es ja auch eigentlich
- 35:57n bisschen konträr mit dem geht, was ich mache, weil es jetzt vom
- 35:59Reiseaspekt her ja absolut überhaupt nicht nachhaltig ist.
- 36:02Also zumindest. Also wenn ich mal überlege, die
- 36:04Anzahl an den Flügen, die ich pro Jahr mache, das ist ja schon
- 36:08sehr mehr, als viele Leute im ganzen Leben machen, und da leb
- 36:11ich ja schon auf die Kosten von dem, was halt, also vom ne Ding
- 36:14her, was halt ärmere Menschen nicht machen, und das ist
- 36:18irgendwie schon n bisschen n unangenehmes Gefühl, wenn man da
- 36:21weiter drüber nachdenkt. Du denkst viel drüber nach, aber
- 36:26zumindest. Und ich glaube als Bewusstsein
- 36:29schon mal zu haben. So gerade mit den Flügen und der
- 36:32der Quantität an Flügen. Ich glaub nicht, dass es ohne
- 36:34jetzt Leuten das zu unterstellen, das war einfach
- 36:36mein Gefühl macht jetzt nicht jeder, jede Person, muss ich mal
- 36:39sagen, ja. Ja, und vor allem damit sind wir
- 36:41auch schon wieder dabei. Da ist es halt eigentlich immer,
- 36:42wenn ich drüber nachdenke, das hat ja auch viel mit dem im
- 36:44Studium, so ist mir bewusst geworden, das ist ja eigentlich
- 36:47genau der Fehler im System ist, das sind ich jetzt zum Beispiel,
- 36:51also dass ich jetzt denke, ich bin das Problem, aber ich also
- 36:54das Problem sind wirklich ja einfach, das ist ja einfach nur
- 36:57mal ne Tatsache, das sind halt Milliardäre, das sind.
- 37:00Große Firmen und Konzerne, und da können, das ist halt das
- 37:04schlimme, klar, wenn alle Menschen sich einzeln ändern,
- 37:06ja, aber den das selbst, das hat nicht den Effekt, den es hätte,
- 37:10wenn es halt die das höhere Prozent halt macht, ne oder da
- 37:14wo halt wirklich das Geld sitzt, da kommt es und das ist halt
- 37:16dann wieder da, hat man schlechtes Gewissen am Ende als
- 37:19so n kleiner Mini Puzzlestein und dann bin ich so n da bin ich
- 37:22jetzt auch n bisschen realistischer und sag so ey nee.
- 37:25Ich hab schon oft genug Geschlechtes Gewissen wegen was
- 37:27ich. Wollte gerade das.
- 37:28Das führt mich perfekt zum nächsten Thema, das hast du
- 37:29vorhin auch schon mal. Du hast das mentale Gesundheit
- 37:31fallen lassen, sowohl als wie schafft man das mit der Work
- 37:36Life Balance Balance einer einer Künstlerin, aber auch wenn man
- 37:40sich über viele andere Gedanken und Probleme der Welt Gedanken
- 37:45macht, wie schaffst du das jetzt schon?
- 37:47Und du hast ja in deinem Fall, du hast vorhin schon ging es um
- 37:50ne Schülerpsychologin die einen wichtigen Part gespielt hat in
- 37:53in deinem Leben in eurem Leben. Wie hast du deinen Umgang
- 37:58gefunden, dass du das diesen Lifestyle durchziehen kannst und
- 38:04in punkto mentale Gesundheit Reflektierst und den auf dem
- 38:10Schirm hast? Und du hast ja noch dazu gesagt.
- 38:15Dass viele damit relativ spät erst anfangen, jetzt in deinem,
- 38:17was du beobachtest mit in den Vierzigern oder so gerade auch
- 38:20wenn die Karriere vielleicht nicht mehr so läuft und sich
- 38:22dann mit sich selbst oder mit mentaler Gesundheit
- 38:23auseinandersetzen, aber ja, genau wie ich vorher sagte, du
- 38:26hast es ja schon, denk ich mal lange auf dem Schirm.
- 38:30Ja, also bei mir ist so, das denk ich glaube ich bin n
- 38:33bisschen kleiner Sonderfall da irgendwie auch weil ich ja
- 38:36gezwungen, also irgendwie ist das schon bei mir immer so, dass
- 38:39ich ziemlich viel über mich nachdenke, also das weiß ich
- 38:41auch schon und da kann ich mich, da kann ich mich zu weit auch
- 38:43noch dran erinnern, das ist eigentlich schon.
- 38:45Ganz, ganz klar. Also wirklich so mit 1011 12
- 38:48vielleicht noch früher hab ich einfach schon viel so über den
- 38:51Sinn des Lebens nachgedacht und einfach sehr, ja und einmal auch
- 38:56sehr in mich reingehorcht und auch so dieses das ich hab ja
- 39:00immer so schon so Sprüche aufgeschrieben, das ist so
- 39:03wichtig für mich war immer wichtig, dass ich Leute auch
- 39:05versuche so zu behandeln, wie ich selbst behandelt werden
- 39:06möchte und das führt ja dann irgendwie zwangsläufig dazu,
- 39:09dass man da drüber nachdenkt. Na ja, wie will ich denn
- 39:11eigentlich behandelt werden und wie behandle ich denn eigentlich
- 39:12andere Leute? Und ich glaube, dass ich schon
- 39:15relativ reflektiert unterwegs bin.
- 39:17Natürlich mache ich, bin ich nicht, absolut nicht perfekt so
- 39:20ne und mach fahr auch mal Leuten über den Mund oder halt mich
- 39:24nicht korrekt, aber das versuch ich immer zu reflektieren auf
- 39:27jeden Fall und was auch ganz wichtig für mich immer war ist
- 39:30halt dadurch, dass ich ja so oft in der also dass mir irgendwie
- 39:36unterstellt wurde schon früh, dass ich halt Abstürze und also
- 39:40es war ja auch schon. Es haben ja auch Leute sowas
- 39:42gesagt wie ja Pauli, da kann man kannst du halt auch Freunde ne,
- 39:47also kannst du halt auch sagen was du willst, weil früher oder
- 39:49später wirst du sowieso abgehoben werden, weil das ja
- 39:53jedem Menschen passieren würde mit Erfolg und sowas ne und oder
- 39:57halt du irgendwann wirst du Drogenprobleme haben oder keine
- 40:00Ahnung ne das wurde halt schon ganz oft wurd mir irgendwas was
- 40:03noch gar nicht passiert ist schon gesagt, dass das ja aber
- 40:06unabwendbar ist. Und wenn ich mal so hä, wieso
- 40:09sollte das denn so sein? Ich hab ja selber irgendwie n
- 40:11Verstand dessen, also n Verstand, von dem ich mich
- 40:14bedienen kann. Also ich hab ja die Macht über
- 40:16Sachen nachzudenken und vor allem auch selber Entscheidung
- 40:19zu treffen, das fand ich auch immer komisch so, dass einem so
- 40:21jegliche Entscheidungsmacht irgendwie abgesprochen wurde,
- 40:25als ob ich nur so n Spielball von allen Menschen um mich rum
- 40:27bin. Ne und das ist man ja nun mal
- 40:29nicht. Also klar ist das n Teil würd
- 40:31ich sagen, also mit weil es ganz ganz wichtig mit was für
- 40:33Menschen du dich umgibst so riesenteil.
- 40:36Aber am Ende ja auch dein eigene, dein der eigene Drive
- 40:39irgendwie und da genau hab ich halt dann und ich muss sagen ich
- 40:44glaub ich funktionier extremst über diese.
- 40:48Über meine Motivation ist ganz oft ich zeig es euch jetzt, weil
- 40:52halt ich einfach dann, das ist ja auch, hat ja auch was mit der
- 40:55Kindheit zu tun, oft unterschätzt werden ne oder halt
- 40:57so und zum Glück also zum Glück reagier ich da so drauf und sag
- 41:02nicht OK jetzt bin ich eingeschüchtert also lieber dann
- 41:04zu sagen Attacke. Genau deswegen ist mir das halt
- 41:07und weil ich dann auch den Anspruch an mich selber hab,
- 41:09weil ich auf mich auch als schlau und schlau genug und
- 41:13reflektiert genug erachte und gefestigt genug, dass ich es
- 41:17halt gebacken bekomme, irgendwie immer wieder einzuchecken.
- 41:21Wo bin ich gerade, wie geht es mir eigentlich, brauch ich mal
- 41:25wieder mehr Zeit für Milch, muss ich mal irgendwie wieder n
- 41:28bisschen mehr zurücktreten beim Spielen nüchterner spielen
- 41:30whatever ne, also es sind ja so viele Punkte.
- 41:33Und was ich halt während Corona ganz doll gemerkt habe, was ich
- 41:37davor ein bisschen schleifen lassen habe, war auf jeden Fall
- 41:40die sozialen Kontakte. Das ist so so wichtig, dass man
- 41:44ja, dass du halt einmal irgendwie, und ich glaube, das
- 41:46ist halt wirklich eine der Herausforderndsten Sachen als
- 41:49DJ, dieses soziale Umfeld nicht nur zu haben, sondern auch
- 41:53stabil zu halten beziehungsweise immer wieder ja da irgendwie
- 41:56dran zu bleiben. Hab ich die Frage beantwortet,
- 41:59kannst du n bisschen ja frag wie ich das mache weißt ich hab.
- 42:02Genau wie mentale Gesundheit in deinem Leben ne Rolle ne Rolle
- 42:07spielt. Wie du damit umgehst.
- 42:08Aber du hast die Frage doch denk ich mal.
- 42:10Also ja, um es kurz zu machen, es spielt ne große Rolle für
- 42:12mich und ich versuch da immer ja ich versuch einfach nein zu
- 42:16checken, aber auch das große Glück, dass ich ja noch n
- 42:18Partner habe, der. Der nicht, der auch, der auch
- 42:22die JS genau. Genau.
- 42:25Ja, genau lässt. Sich da gut auffangen?
- 42:26Oder ist das eher behindert sich das?
- 42:27Eher also mittlerweile. Wir können jetzt also
- 42:29mittlerweile können wir jetzt recht gut auffangen, wir sind ja
- 42:31jetzt aber auch seit fast 12 Jahren zusammen, und das war
- 42:34auch ein, wir waren Anfang, Mitte, 20, als wir uns
- 42:37kennengelernt haben, also auch noch kleine Babys gefüllt,
- 42:39irgendwie, und da sind viele, sind wir durch viele
- 42:42verschiedene Phasen gegangen, aber dafür bin ich extremst
- 42:46dankbar, weil das ist halt wirklich eine Sache, ihm kann
- 42:49ich halt auch alles, was so mit dem Auflegen, die Gedanken, der
- 42:53was man. Für also lebt ja eigentlich
- 42:57unter einer ständigen Unsicherheit, wie, das ist ja
- 43:00als Selbstständiger generell so, aber gerade als kunstschaft
- 43:03Kunstschaffende Person, aber du bist ja total, dein Marktwert
- 43:07wird ja daran ausgemacht, wie gut ich die Leute finden, und
- 43:09das kann ich ja nur nur bedingt beeinflussen, so gut ich kann,
- 43:13und das ist halt mit ihm so schön, dass halt halt diese auch
- 43:17die Gedanken, wo man manchmal weiß, die irrational sind, ne,
- 43:19die einfach nur im Kopf sind vielleicht.
- 43:23Dass man die halt auch 1 zu 1 erzählen kann und er sich nicht
- 43:27nur versuchen kann da rein zu versetzen, sondern die es
- 43:30wirklich vielleicht auch selber schon erlebt hat, wie das ist,
- 43:32wie sich das anfühlt und gerade wenn einem Musik so wichtig ist.
- 43:35Und er ist halt auch einer der wenigen Menschen, die zum einen
- 43:38Mal n ähnliches Alter haben wie ich, der ist er ist jetzt 36 und
- 43:41das aber auch schon vergleichbar lange machen und das ist halt
- 43:45auch n ganz, weil wenn das ist einfach was anderes mit jemandem
- 43:48drüber zu reden. Der, der die mit Mitte Ende 20
- 43:51angefangen hat, ist es einfach, weil es sind einfach ganz ist es
- 43:54ne ganz andere Entwicklungszeit im Leben, was die Mucke auch für
- 43:58einen Einfluss auf einen hat und so ich hab euch schon wieder ein
- 44:00bisschen ausgeschreibt. Spielt Konkurrenz manchmal ne
- 44:06Rolle? Ja, also unter uns beiden hat es
- 44:09ganz lange, also ziemlich lange sogar.
- 44:12Und dann hatte ich auch irgendwann mal gesagt, es hat
- 44:15war nämlich ein bisschen so, dass als ich.
- 44:17Zu uns kennengelernt hatten 2014, da hat er n bisschen mehr,
- 44:23also hat er mehr gespielt als ich und dann und ich, das war
- 44:26halt gerade auch der Zeitpunkt, wo ich mich kurz vorher mit
- 44:29meiner langjährigen DJ Kollegin da getrennt hatte und muss
- 44:33wieder komplett von vorne anfangen und genau da hat er
- 44:36mehr gespielt und dann hat sich es halt alles n bisschen
- 44:38gewandelt über die Zeit und das ist natürlich so, gerade wenn du
- 44:42halt. Ja, wenn du irgendwie, ich
- 44:44glaube einfach auch wenn man merkt, es wär bei mir andersrum
- 44:47auch so, wenn ich jetzt merken würde, wahrscheinlich bei mir
- 44:49wird es weniger und ne Person die mir sehr nahe steht, weil
- 44:51der wird es ja viel mehr. Es ist halt einfach schwierig du
- 44:54auch wenn du es der Person total gönnst aber es komplett Abzug
- 44:58von deinem Selbstwertgefühl abzukoppeln ne weil es ja immer
- 45:01die Frage ist wieso. Du und nicht ich.
- 45:04Und das konnte ich jetzt zum Beispiel bei bei Fulek und mir
- 45:07dann in dem Fall gar nicht. Das da kann ich es gar nicht
- 45:09sagen, weil da ist nicht da kann man jetzt nicht sagen, ja, OK,
- 45:13ich kann halt besser auflegen, oder also weißt du, es ist so,
- 45:15das sind einfach weil das ist wirklich auf einem ähnlichen
- 45:18Niveau und da geht es dann halt um so Sachen, die du ja gar
- 45:20nicht greifen kannst. So richtig und die du auch nicht
- 45:22einfach so ändern kannst. Vielleicht ist der Funke da mal
- 45:25mehr übergesprungen als da und so ne.
- 45:27Und da gab es ganz, ganz viel Konkurrenz und da hab ich dann
- 45:30auch, war es dann irgendwann so, dass ich auch mal gemerkt hab,
- 45:32manchmal so hm irgendwie das Gefühl hab, es wird sich dann
- 45:35für irgendwas, wo ich mich dann gefreut hab, dass sich
- 45:37vielleicht nicht so gefreut wird und dann haben wir aber auch
- 45:39drüber geredet und das war natürlich auch n längerer
- 45:41Prozess so, aber da hab ich halt gesagt, ey, wir müssen das
- 45:44irgendwie auf die Reihe kriegen, hab ich gesagt, weil das kann
- 45:46ja, weil das ist uns beiden so n wichtiges Thema und das wär ja
- 45:50irgendwie ganz ganz schlimm, wenn es irgendwann dazu führt,
- 45:52dass wir nicht mehr drüber reden, also dass man einem nicht
- 45:54mehr gegenseitig sagt. Was für n Gig man bekommen hat
- 45:57oder irgendwie. Also weißt du das mal so.
- 45:59Ja, es war also zumindest, dass sie dann dass dann schlechtes
- 46:01Gewissen aufkam, erst so ne Freude und dann ist so Oh Gott
- 46:04und dadurch, dass man ja auch zusammen gespielt hat, immer mal
- 46:07wieder. Ist halt auch so, dann nur
- 46:08nicht, also warum dann noch nicht mal die Option zusammen
- 46:11oder manchmal war es halt auch so, dass wir zusammen gespielt
- 46:13haben, dann wurd ich danach alleine gebucht.
- 46:15Und das ist halt Scheiße, weil das kannst du ja wirklich nicht
- 46:18ganz ehrlich sagen. Ja, ich fand Paulis Part die
- 46:20ganze Zeit besser, weil die Leute checken auch nicht mehr
- 46:22welchen wer welchen Track spielt, also weißt du, das ist
- 46:24dann und da bin ich halt auch so, OK, das hat dann
- 46:26wahrscheinlich damit zu tun, ist ne Frau drin und oder halt also
- 46:29weil oder halt ja, aber das sind halt einfach Sachen, die kannst
- 46:33du nicht nicht persönlich nehmen, weißt du also als die
- 46:36Person die da nicht. Und darüber hinaus brauchst du
- 46:38den Gig auch, um deine Miete zu bezahlen.
- 46:39Genau da würd ich einfach mal sagen Solidarität, ich sag es
- 46:41ab. Weil.
- 46:42Genau meine meine Partner Partnerin.
- 46:44Ja Gebot. Wurde genau vorhin, das ist ja
- 46:46auch so, das macht ja auch im normalen Leben, macht das ja
- 46:48auch keiner, jetzt irgendwie zu sagen, ey, ich nehm jetzt die
- 46:51die Beförderung nicht an, weil mein Partner wär traurig, also
- 46:54weißt du, das ist so, das ist ja dann, dann ist es, das wär dann
- 46:57ja wieder richtig toxisch, auf jeden Fall, wenn man jetzt mal
- 47:00bei dem Wort ist, und da bin ich aber richtig froh drüber, weil
- 47:03wir haben das auch. Für uns geklärt und das Ding ist
- 47:06halt auch das genau er hat auch für also möchte auch gar nicht
- 47:12mehr davon leben, das ist halt auch ganz schöner Stress, ganz
- 47:15schöner Druck und das hat er jetzt so und das hat sich das
- 47:19ist wirklich hat sich übelst geändert noch mal durch die
- 47:21Ausbildung hat er noch mal ne tischlerausbildung gemacht, ne
- 47:23das ist eigentlich dann immer wieder.
- 47:25Deswegen hast du das vorhin gesagt.
- 47:29Und ja, das ist halt so schön, weil am Ende ist es ja auch ne
- 47:32Sache, die liegt ja nicht, hat ja nichts, er war ja nicht auf
- 47:34dann in dem Fall nicht auf mich böse oder so was, sondern es ist
- 47:37ja hat ja eigentlich, ist ja n verletztes Ego, was ja dann aber
- 47:41am Ende, wo man ja aber auch selber was dran ändern kann,
- 47:43wenn man halt einfach auch mal die Erkenntnis hat, ich muss
- 47:45mich in meinem Leben, das find ich eigentlich total
- 47:48erleichternde Sache, auch wenn man sagt, Hey es muss nicht
- 47:51immer das eine bleiben, ne also es kann ist für mich wär es auch
- 47:54Teil wichtig, dass immer n Teil von mir bleibt.
- 47:57Aber geht auch gar nicht rauszukriegen glaub ich.
- 48:00Aber es ist auch gar auch so schön, wenn man merkt, hey, ich
- 48:02kann auch andere Sachen gut, dafür war zum Beispiel auch das
- 48:05Studium gut, dass man halt mal so ist.
- 48:06Haha, es geht ja noch so ne, ich kann noch Sachen lernen, ich
- 48:10kann es mit zwanzigjährigen auch aufnehmen und Loose nicht, also
- 48:14bleib nicht total auf der Strecke und dass man einfach ja
- 48:17und da ist glaub ich hat auch für ihn ganz viel gemacht, immer
- 48:19wieder auch diese so stolz auf sich zu sein, weil denkt, dass
- 48:23es wieder so mal hoch geht beim Auflegen.
- 48:25Hast du immer die ganze Zeit Angst, dass du was verlierst?
- 48:28Das ist das Ding, find ich n bisschen.
- 48:29Beim Auflegen hast du immer Angst.
- 48:31Oh Gott, hoffentlich geht es jetzt nicht nächste Woche backup
- 48:34so und die Aussicht auf die Zukunft ist immer n bisschen mit
- 48:37Angst verbunden und wenn du aber n anderen Job machst, so und
- 48:40dann freust du dich voll auf alles was noch kommt und weil es
- 48:42ja eher mit der Zeit du mehr kannst besseres Gehalt kriegst,
- 48:47mehr wissen hast und so weißt du und das find ich ist mit dem
- 48:50Auflegen immer ganz komisch und. Dann ist es halt irgendwie auch
- 48:53schön zu merken, ach cool, es gibt auch noch andere Sachen,
- 48:56die ich gut kann und wo irgendwie auch noch mal mehr
- 48:59passiert. So ne, also gerade wenn du halt
- 49:02so dazwischen stehst von gerade so vielleicht davon leben
- 49:05können, aber nur mit Achim Krach, das nagt ja dann auch am
- 49:09am Selbstwertgefühl irgendwie also.
- 49:12Das Studium hast du eigentlich auch auch für mentale Gesundheit
- 49:15gemacht. Sehr gut hab ich es draus
- 49:19gelernt, nicht zwischen den Zeilen gelesen.
- 49:22Hast jetzt. Kommen wir zu dem Punkt, dass du
- 49:26aber auch wo wir gerade bei euch waren, dass ihr gemeinsam
- 49:29erstmal n bisschen Abstand von Berlin nehmt. 2. 1026, und zwar
- 49:36es ist nicht halbe Strecke zwischen Rostock und Na ja, OK,
- 49:41aber genau, und zwar nach Hamburg.
- 49:43Genau. Warum?
- 49:43Warum gehst du aus Berlin weg? Ja genau.
- 49:48Zum einen, weil das Gefühl jetzt irgendwie in den letzten Jahren
- 49:52immer n bisschen stärker geworden ist, dass ich mich so
- 49:56Meckernd erwischt hab, irgendwie über Berlin und manchmal so bin.
- 49:59Boah, und dann ja und ich kann mich dann ich ehrlich sag, wenn
- 50:03ich viel mecker über n längeren Zeitraum kann ich mich dann
- 50:06selbst irgendwann nicht mehr hören und ich hab dann mir auch
- 50:09mal so gesagt, das hab ich auch mir auch schon ganz früher
- 50:11gesagt, dass wenn sich irgendwas nicht gut für mich anfühlt.
- 50:14Ich das dann auch nicht auf Zwang machen muss.
- 50:16Ne und gerade für Yoshi hatte sich jetzt irgendwie über die
- 50:22Zeit, also als Türschler in Berlin ist auch einfach richtig
- 50:24doof und so, weil du hast hier so übelst, also das war der
- 50:29Grundauslöser erst weil Yoshi gerne aus Berlin weg wollte und
- 50:32Teilzeit in Leipzig gearbeitet hat, dann waren wir so, oh nee,
- 50:35wir sehen uns nur noch 2 Wochen im Monat, am Wochenende bin ich
- 50:38weg, dann war im Sommer, also haben wir teilweise noch auf den
- 50:41Festivals gesehen, also das war total weird.
- 50:43Und ich sag, du kannst nicht weitergehen.
- 50:45Und dann war ich immer so. Na ja, aber dann probier doch
- 50:48mal Leipzig aus und ich hab gesagt sorry, aber ich hab in
- 50:51Leipzig so keine Verbindungspunkte und ich bin
- 50:54einfach so, da geh ich dann nur für dich hin und dann das ist
- 50:58immer falsch ne weil es muss ja irgendwie, dann mach ich das
- 51:01nachher noch zum Vorwurf oder so und dann hatten also wir haben
- 51:06aber sowieso schon so n Plan, dass wir uns halt n Segelboot
- 51:08kaufen möchten und. Weil ich eigentlich auch mal ne
- 51:13Zeit lang woanders leben möchte und mit so einem Segelboot, da
- 51:17gibt es ja, eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten.
- 51:20Na ja, und dann waren wir halt so.
- 51:21Ah Hamburg sind wir ja schon mal näher im Wasser und näher an
- 51:26Rostock, Warnemünde, wo man das das Boot irgendwie auch n
- 51:30Liegeplatz haben könnte oder so und Hamburg ist halt sowieso da,
- 51:36haben wir einfach so viele Freunde, es ist schon immer n
- 51:39Riesen. Hat schon n Riesenteil in meinem
- 51:42Leben eingenommen. Eigentlich, weil ich sag auch
- 51:45mein Onkel wohnt in Hamburg, meine Cousine von Yoshi, die die
- 51:50Nichte, seine Schwester, mein Bruder wohnt in Hamburg und so
- 51:53und ist halt auch seh ich also die sind vom vom von der
- 51:58Mentalität extrem ähnlich wie ich auch irgendwie weil da merkt
- 52:02man halt schon das nordische irgendwie ne also so vom Schnack
- 52:04irgendwie und ich find es einfach Mhm.
- 52:11Echter als Berlin würd ich sagen, also auch die Szene so.
- 52:14Es ist halt n bisschen, es ist alles n bisschen unaufgeregter,
- 52:17die Leute sind vielleicht auch nicht sofort halt die, die dich
- 52:20dir dir komplett n Ohr abhauen so, aber das ist halt dann wenn
- 52:24sie sich öffnen ist es find ich auf mehr beruht es mehr auf
- 52:28Ehrlichkeit, es ist mehr Substanz da irgendwie und ja und
- 52:34ich meine Berlin hat halt auch viele Ablenkungen so also Berlin
- 52:37ist ist dahingehend irgendwie crazy.
- 52:39Aber Hamburg gibt mir einfach n schönes Gefühl und so.
- 52:43Ja, ist dann wieder dieses so. Es hat auch n bisschen was
- 52:46nostalgisches, weil es mich n bisschen an meine, an an meine
- 52:48Heimat erinnert, aber halt nicht, aber halt nur dann eher
- 52:52mit diesen schöneren, nicht mit den gleichen Menschen und
- 52:55Erinnerungen sozusagen. Weil es einfach noch gar nicht
- 52:58so aufgeladen ist mit irgendwie Emotionen.
- 53:00Und wenn, dann mit positiven oder Verbindungen n bisschen
- 53:02unverbrauchter. Einfach genau und ich meine am
- 53:04Ende ist es natürlich sowieso. Also.
- 53:06Überall wird es Probleme geben, also in jeder Stadt hat man ja
- 53:09irgendwelche Probleme und da ist es jetzt auch nicht so, dass ich
- 53:11jetzt sage, irgendwie ja OK, na dann wird mein Leben tausendmal
- 53:15besser, ich hab auch gar nicht mein Leben, ist überhaupt nicht,
- 53:18überhaupt nicht doof oder so, aber einfach ich hab vor allem
- 53:21auch mal Bock wieder mit offenen und wachen Augen durch die
- 53:24Gegend zu laufen und nicht so abgestumpft, weil ich find halt
- 53:27auch und das wär ja in jeder anderen Stadt auch so, wenn ich
- 53:30da halt irgendwie seit. Ja, seit 16 Jahren lebe.
- 53:34Man sieht halt, also es ist. Ich finde halt auch so, wenn du
- 53:37irgendwo mal hingehst ist so n bisschen wie wenn du zum ersten
- 53:40Mal an einem Ort bist. Dann guckt man sich ja auch ganz
- 53:42genau an. Ah, hier ist das café, hier ist
- 53:44das, du siehst einfach, du nimmst dein bist mehr hier und
- 53:46jetzt und nimmst Sachen wieder mehr wahr und da hab ich halt
- 53:49auch Bock drauf ich hab mal wieder Bock auf neue Impulse von
- 53:53Menschen, irgendwie auch neue Sichtweisen neue ja ich hab
- 53:58einfach Bock auf frischen Wind. Und den kriegt man in Hamburg
- 54:02glaub ich genug. Und jetzt zum einer der letzten.
- 54:06Oder du spielst in der Renate noch mal dieses Jahr, oder?
- 54:14Ich hab in der Renate. Gespielt hast du jetzt schon.
- 54:16Gespielt haben in der Renate gespielt, aber ist jetzt nicht
- 54:21noch mal geplant. Und was wär die Frage dazu
- 54:23gewesen? Wie war es?
- 54:24So. Zum Abschied.
- 54:27Ja, ja, Renate Ey, das sind auch gemischte Gefühle.
- 54:31Ich merke das zieht sich irgendwie durch mein Leben.
- 54:33Aber nee, mit Renate Mhm, ja, muss ich überlegen, wieviel was
- 54:42ich da jetzt davon sage. Also Renate ist sag ich mal für
- 54:45mich nicht mehr der Laden, der früher mal war, also ich hab mit
- 54:49diesen da eher extreme, extrem enge emotionale Bindung zu dem
- 54:54Laden gehabt, weil das Halt als ich alleine nach Berlin gegangen
- 54:57bin, niemanden kannte hier. Und bin dann da.
- 55:01Wirklich bin ich manchmal so, oh ja, da ist ja ne Party, geh ich
- 55:03da mal hin, ich wusste halt von, ich kenne am im ersten Fall
- 55:07jemanden vom Personal aus der Renate Ne oder auf den DJS bin
- 55:10ich da mal irgendwie hingefahren und dann hab ich da auch mal
- 55:14gearbeitet an der Garderobe, an der Kasse oder auch inoffiziell,
- 55:19also durfte auch Renate Salon zu bilden, Renate ne Zeit lang
- 55:22hinter meinen Namen schreiben, inoffiziell so als als in weil,
- 55:25weil ich da noch nichts hatte, wo was ich irgendwie in die
- 55:27Klammern schreiben konnte. So, dann hat sich ja aber
- 55:31einfach, da haben sich so n bisschen die Chefsituation
- 55:33verändert, wer so hohe Position auch im.
- 55:39Von von Personalleitung und so weiter und es wurden einfach
- 55:42viele interne Personaländerungen auch vorgenommen und das hat
- 55:46sich fand ich meiner Meinung nach schon ziemlich doll auf die
- 55:50Mitarbeitenden auch ausgewirkt. Also es war einfach da war sehr
- 55:53viel Unzufriedenheit auch da, es war hat sich aufgehört zu
- 55:56arbeiten, das war glaub ich 2014 auch 15 ungefähr und ja und
- 56:01dadurch hat sich es halt für mich so n bisschen.
- 56:04War es jetzt nicht so n emotionaler Abschied, weil es
- 56:06für mich einfach nicht der Club ist, der es früher mal war?
- 56:09Gar nicht. Falls das jetzt irgendjemand
- 56:11davon auch hört, das ist ja nicht böse gemeint so ne,
- 56:14sondern es ist einfach halt, es wurde ja auch komplett umgebaut
- 56:17alles und sowas ne von ja einfach also der Flow unten
- 56:20sieht gar nicht mehr so aus wie er halt damals, außer als er mir
- 56:22halt so ans Herz gewachsen ist läuft auch ganz andere Mucke,
- 56:24ganz andere Menschen, es ist einfach es ist ist natürlich
- 56:28super schade für die gesamte Berliner Club Szene und weil es
- 56:32halt auch noch einer der wenigen Läden ist.
- 56:34Die auch noch nach wie vor auch durch, auch obwohl sie so n
- 56:37Umbau hatten und so noch so n ganz speziellen Charme haben,
- 56:40finde ich dadurch, dass es halt einfach so n altes Wohnhaus ist.
- 56:43Ne und mittlerweile sind ja die Clubs eher was haben wir denn
- 56:47eigentlich noch Kater? Na ja guck mal muss man jetzt
- 56:50echt mal überlegen es gibt n Kater noch das Berghain Sissy
- 56:53Force Golden Gate. So so.
- 56:55Oben Tresor oben. Mhm.
- 57:00Ja. Und dann?
- 57:01Spandau hat n neuer Club aufgemacht.
- 57:02Ich hab gerade den Namen vergessen, aber da ist das
- 57:04Opening am Wochenende. Ah echt, guck mal, siehst du,
- 57:06das geht gar nicht mit zu sowas. Warum wär ich zu sowas wenn ich
- 57:08eingeladen wär? Das versteh ich gar nicht.
- 57:11Wir, ich krieg das ja nicht drüber berichten.
- 57:12Ja geil, mega, da bin ich gespannt.
- 57:14Dann kannst du auch mal mir mal schreiben wie der heißt, weil
- 57:16das würd ich spannend finden. Genau, es ist halt auf jeden
- 57:19Fall jetzt sind die Clubs ja einfach nicht mal ich find die
- 57:21sind einfach nicht mal ganz so verspielt irgendwie wie es
- 57:23früher mal war, es war aber sehr schön, ich hab dann nämlich zum
- 57:27allerersten Mal auch unten auf dem.
- 57:30Neuen schwarzen Flor gespielt und das hat, das hat jetzt auch
- 57:33richtig, das war n schöner Kick, da hat die auch mit Yoshi
- 57:35zusammen, also das war n richtig tolles Back to back aber ja es
- 57:40war trotzdem nicht so, es war eben nicht nichts sentimentales.
- 57:43Jetzt OK. Also ich glaub in dem Fall
- 57:44wichtig zu trennen wie du es auch schon gesagt hast.
- 57:46Auf der einen Seite eine Institution die wegbricht für
- 57:49viele Menschen, für die da arbeiten, die da gerne hingehen,
- 57:51die da ne Heimat gefunden haben und als Symbol, als Club
- 57:56einfach. Schlimm.
- 57:58Auf der anderen Seite. Für dich persönlich war es nicht
- 58:00so der emotionale Abschied, wie Moment noch mal zum zum
- 58:07Abschluss, wie glaubst du wirst du Berlin verbunden bleiben in
- 58:10Zukunft? Sehr doll werd ich für Berlin
- 58:16verbunden sein, aber ich bin ja auch Berlin, hat mich ja echt
- 58:19extremst geprägt, muss man ja sagen irgendwie, weil es glaub
- 58:22ich auch noch zu der oder doch, also ich weiß zu der Zeit halt
- 58:25passiert ist, wo du jetzt im. Erwachsenenalter oder
- 58:29Teenageralter, wo du halt einfach ja noch mal deinen
- 58:32Charakter und irgendwie noch mal ganz, also zumindest nicht ganz
- 58:35neu geformt wird, aber noch mal neue Form bekommt auf jeden
- 58:38Fall. Berlin hat mich mit groß
- 58:41gezogen, würde ich sagen, ich fühl mich halt auch am Ende echt
- 58:45fast eher als Berlin, also nicht also.
- 58:49Ja, also es ist ne sehr sehr enge Verbundenheit und ich werde
- 58:52Berlin halt auch, selbst wenn das jetzt mit Hamburg alles so
- 58:56klappt, wie wir uns das vorstellen, ist meine
- 58:58Idealvorstellung, dass ich auch immer noch n Zimmer hier in
- 59:00meiner Wohnung behalte, weil einfach ich.
- 59:05Der den also den Umständen bedingt ja sowieso oft hier sein
- 59:09werde, weil ich jetzt auch mittlerweile wieder im Studio
- 59:13bin mit Daniel Neuland aktuell, um jetzt endlich mal wieder was
- 59:16zu releasen, das ist ja auch 7 Jahre her oder so das letzte Mal
- 59:20und genau und mach gerade auch noch meinen Führerschein
- 59:24irgendwie und so, also es sind so weißt du, ich möchte das gar
- 59:26nicht, ich würde, ich möchte nicht komplett die.
- 59:31Verbindung zu Berlin abreisen und es ist ja auch einfach nur
- 59:33ganz viele Freunde von mir hier und ich glaube halt auch, es
- 59:36wird mir mal gut tun, Berlin einfach dann mit mehr Kontrolle
- 59:41besuchen zu können, um mal wieder die schöneren Seiten zu
- 59:43sehen, weil ich find es ja auch so, irgendwann neigt man ja auch
- 59:46dazu dann sich so Reinzufrusten in so Sachen und so und dann
- 59:51kotzt man irgendwie über irgendwas ab und dabei ist man
- 59:53eigentlich so hä vielleicht hab ich es, hat man es ja n bisschen
- 59:56übertrieben also oder nur das Negative gesehen.
- 1:00:00Ist auch gar nicht so, dass ich jetzt Berlin irgendwie total
- 1:00:02schrecklich finde, aber. Ist in der Zeit ist.
- 1:00:06In der Zeit was Neues. Auszuprobieren, das ist doch
- 1:00:08schön. Und dabei wünsche ich dir euch
- 1:00:12alles gute Dankeschön, bin sehr gespannt, ich auch und
- 1:00:16witzigerweise jetzt ganz am Ende des Interviews, wenn das alles
- 1:00:19so klappt, wie wir es uns vorgestellt haben, ist heute der
- 1:00:218. Januar.
- 1:00:22Also genau. Ach.
- 1:00:24Das ist ja mega. Also zum Abschluss noch mal.
- 1:00:26Man gratuliert nicht vorab, weil natürlich ist nicht der 1.
- 1:00:29Januar aufgezeichnet, aber es kommt heute raus.
- 1:00:33Alles Gute zum zum 18. Jetzt hab ich doch gratuliert
- 1:00:39und ja ich bin super gespannt wie es bei dir weitergeht und
- 1:00:42danke für deine Offenheit und deine ehrlichen Worte hier und
- 1:00:45ja du bist gerne herzlich wieder eingeladen.
- 1:00:49Kannst dann erzählen, wie es in Hamburg.
- 1:00:51Ich kann es dann so zurückgeben. Das war auch immer wie.
- 1:00:53Wir hatten ja jetzt schon länger n bisschen Kontakt zu heilo
- 1:00:57Pauli, aber vielen Dank auch, es war sehr angenehm und ich hab
- 1:01:00mich vor allem auch da gut gesehen gefühlt.
- 1:01:03Ich finde du hast das auch, ich hab das Gefühl du hast die
- 1:01:05Sachen immer ganz gut, die Zusammenhänge ganz gut
- 1:01:07geschnallt und auch bist auch gut in der Lage dich da
- 1:01:09irgendwie in ne andere Person reinzuversetzen.
- 1:01:12Dankeschön, das freut mich. Ich hab dann immer bedenken,
- 1:01:14dass gerade bei den Punkten, wo es jetzt um Jenner Fragen geht,
- 1:01:16dass man dann. Ja, weil ich mir auch selbst
- 1:01:19denke, ist es OK, diesen Gedanken zu äußern.
- 1:01:22Aber. Nee, ich find, das ist ja am
- 1:01:24Ende find ich ist es immer OK Sachen zu äußern.
- 1:01:26Man muss halt nur aufpassen, dass man dann halt nicht die,
- 1:01:28dass man da trotzdem nur, also dass man das einfach mal äußert
- 1:01:31und dann aber trotzdem gewillt ist zuzuhören und ich find du
- 1:01:34hast auch vor allen Dingen auch beim Telefonat hab ich das schon
- 1:01:36gemerkt, dass du dich da oft in Situation reinversetzt hast.
- 1:01:39Das hat mir das find ich sehr angenehm.
- 1:01:42Dankeschön, das freut mich, mach es gut, mach es.
- 1:01:46Gut.