Latest / Berlin Booth / Line über Wahlfamilien, Gäste mit Attitüde und den Abschied vom Schwuz
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- 0:08Lina ja hi. Herzlich Willkommen.
- 0:12Wir haben uns so n so n wir haben uns so n relativen
- 0:14Standard zugelegt, dass wir die Person, mit denen wir uns
- 0:18unterhalten, nicht so klassisch einführen, wie man das sonst in
- 0:22irgendwelchen Interviewformaten hat mit Mach.
- 0:24Dies ist daher bekannt et cetera Po Pei, ich hab mir bei dir
- 0:28notiert. Kassenmaus und Backstage Queen.
- 0:32Ja, das passt. Wenn du dich entscheiden
- 0:36müsstest, was wäre dir lieber? Dann definitiv die Kassenmaus,
- 0:41weil man da einfach noch mehr mit den Gästinnen zu tun hat
- 0:43und. Ja, auch mitbekommt, wie sehr
- 0:46sich Leute freuen auf die Party zu kommen und man halt nicht so
- 0:49in so einem Abgeschützten getrennten Bereich den ganzen
- 0:52Abend rumhängt und sich im Prinzip nur um die Stars oder
- 0:54die DJS des Abends kümmert. Ja deswegen lieber Kassenmaus.
- 0:58Ja, das heißt also, du hast wirklich gerne Kontakt zu denen,
- 1:03die die. Feierkultur im Wesentlichen
- 1:05ausmachen. Ja, auf jeden Fall.
- 1:06Also ich glaube, das Schöne am Feierngehen sind ja die
- 1:09Menschen, natürlich auch die Musik und ne die Clubs und das
- 1:13Setting, aber definitiv auch die Begegnungen, die man da hat und
- 1:17ja deswegen immer lieber Kasse oder Gäste das als Backstage.
- 1:23War das so? N.
- 1:24So n Wunsch. Oder war das Zufall?
- 1:26Also ich hab neben der Uni bereits ja im Rewe gearbeitet,
- 1:30das heißt kassieren konnte ich und dann hat der Schwutz nach
- 1:34der Pandemie neue Leute besucht und da mein ganzer Freundeskreis
- 1:38irgendwie mit diesem Laden verbündelt ist, dachte ich mir
- 1:41dann so alles klar, dann arbeite ich da auch mehr Geld ist mehr
- 1:44Geld, ja und dann wurde ich genommen.
- 1:47Und dann ging es los, vor 4 Jahren.
- 1:49War das dein erster Job im im im Club Kontext?
- 1:52Auf jeden Fall. Das war mein allererster Job im
- 1:54Club Kontext und ich bereue es aber gar nicht.
- 1:58Also es war wirklich der beste Job, den ich bis jetzt hatte, wo
- 2:01ich irgendwie die lustigsten Kontakte geknüpft hab, die
- 2:04meisten Leute kennengelernt hab, auch gute Beziehungen so die mir
- 2:07in meinem Hauptjob zum Beispiel helfen.
- 2:09Ja, also ich. Club ist alles.
- 2:12Ich kann mir, ich kann mir das mal gar nicht vorstellen, kriegt
- 2:15man, wenn man Kasse macht, kriegt man so viel Kontakt zu
- 2:18Leuten. Ja, schon.
- 2:19Also es kommt natürlich n bisschen auf den Club an.
- 2:21Ne, es gibt halt Clubs, da bist du relativ schnell am
- 2:24abarbeiten, sag ich mal und am reinlassen.
- 2:26Es gibt aber auch Clubs oder Veranstaltungen wo du einfach
- 2:29mit Leuten gut ins Gespräch kommst.
- 2:31Die irgendwie dir erzählen, dass sie das erste Mal da sind oder
- 2:33super aufgeregt oder super dankbar, weil sie meine
- 2:35Gästeliste bekommen haben, je nachdem genau.
- 2:38Und ich würd sagen schon und man hat ja irgendwann auch
- 2:40Feierabend und meistens geht man ja dann noch mal ne Runde rein,
- 2:43irgendwie noch n Getränk trinken, kurz runterkommen und
- 2:46dann kannst du eh noch nicht nach Hause, weil du so noch so
- 2:48energiegeladen bist. Und ja, spätestens da kommen
- 2:51dann auch mal Gäste zu allem und sagen, Hey, du hast mich super
- 2:55süß reingelassen, oder? Danke, dass du so nett warst.
- 2:58Oder kann man dich auf n Drink einladen?
- 2:59Danke für die tolle Party, genau, ja.
- 3:03Und meistens wahrscheinlich sind die Leute, wenn sie zu dir
- 3:06kommen, schon n bisschen entspannter.
- 3:08Auf jeden Fall Sie die erste Hürde genommen haben würde ne.
- 3:11Definitiv. Also man ist ja so als
- 3:13Einlassmaus sozusagen die Person nach der Tür und auch nach der
- 3:16Selektion in den meisten Fällen und dann ist man sozusagen ja
- 3:20das erste First Face, was nichts mehr entscheiden muss, sondern
- 3:22wirklich nur noch dafür da ist, dass Leute sich wohlfühlen, und
- 3:25das war auch immer so n bisschen.
- 3:26Meine Philosophie, wenn ich irgendwie kassenarbeit gemacht
- 3:29hab oder auch Gästeliste, dass ja der Gast jetzt sozusagen drin
- 3:33ist, sich nur noch wohlfühlen soll, für den alles super smooth
- 3:36und schön laufen soll, dass er n möglichst geilen Abend hat und
- 3:39sagt, da geh ich wieder hin, ja. Gästeliste ist es.
- 3:46N ist Gästeliste n guter guter Jobbereich.
- 3:49Ja, also Gästeliste. Es kommt natürlich auch auf den
- 3:51Club drauf an. Es gibt Clubs der Macht so Kasse
- 3:53und Gästeliste zusammen. Da ist es auch manchmal n
- 3:56bisschen anstrengend, weil natürlich ne wenn sie anstehen
- 3:58und ne Person steht nicht drauf und du musst ewig suchen oder
- 4:02hat irgendeinen Fantasy Fantasy Namen den du einfach nicht
- 4:04findest, weil die Person dann auch nicht weiß bei wem sie
- 4:07drauf steht, dann ist es schon n bisschen anstrengend, aber es
- 4:10gibt auch Clubs da läuft das super smooth einfach mit einem
- 4:13QR Code muss nur noch Hallo sagen und einfach freundlich
- 4:16sein ja. Gibt es Personen, die aus der
- 4:19Gästeliste sind, die so mit Attitude kommen?
- 4:20Ja, auf jeden Fall. Ja, definitiv aber.
- 4:24Ich denk mir so hab deine attitude im Gegensatz zu dir bin
- 4:28ich hier angestellt und kann hier raus und rein wie du
- 4:30willst. Du brauchst ne Liste und am Ende
- 4:33ist es auch die Person. Wir wissen nicht was hat sie
- 4:36vorher gemacht bevor sie in n Club gegangen ist?
- 4:38Ne was hatte die für n Tag und am Ende ist mir wirklich
- 4:41wichtig, dass der Gast sich wohlfühlt oder die Gäste.
- 4:44Und dann sollen es doch ne Edditude haben.
- 4:46Aber ich bin ehrlich, ich lieb es, wenn die dann doch nicht
- 4:49drauf stehen, die Menschen mit edditude OK, da denk ich mir mal
- 4:51so. OK, da kommt ja der kleine
- 4:53Teufel. Ja verstehe ich, ich hab es
- 4:56gefragt, weil dieses bin immer wieder überrascht wie dieses
- 4:59Thema Gästeliste doch wirklich echt immer so n Thema ist.
- 5:02Für Leute ne also es ist so ne also ich mein es macht natürlich
- 5:06total vieles einfacher und es entspannt auch ganz viel so ne
- 5:10aber es ist irgendwie auch immer so n.
- 5:13So n extra Bondesthema. Toll also es ne es gibt für mich
- 5:17gibt es so 2 Arten von Menschen mit Gästeliste.
- 5:20Es gibt die einen die gehören wirklich zum Club dazu, die
- 5:23haben wirklich das Privileg jetzt einfach weiß nicht weil
- 5:26sie 5 Jahre Stammgast waren und jetzt mega viele Leute kennen
- 5:30die verhalten sich aber auch meistens super lieb also es sind
- 5:33die nettesten und cutesten Menschen die bringen dir mal was
- 5:36zu Snacken mit, die stellen dir n Piccolo hin, die sind super
- 5:40sympathisch und dann gibt es aber so n bisschen die.
- 5:42Wo jetzt mal der Freund von einer Freundin irgendwie gerade
- 5:45der DJ ist oder irgendwie so in die Richtung.
- 5:48Also so Leute die nicht so richtig dazu gehören und das
- 5:51sind meistens auch die mit der Editute und das sind auch die,
- 5:53wo es oft dann nicht klappt, wo es dann so n bisschen wo es n
- 5:57bisschen Freude gibt. Gehabt gibt, gibt es
- 5:59Situationen, wo dann sozusagen jemand fester Überzeugung war,
- 6:02es er ist auf der Gästeliste und wird aber nicht gefunden auf der
- 6:07Gästeliste und landet da trotzdem drin, weil das gelöst
- 6:09wird oder ist sozusagen Gästeliste wirklich eine?
- 6:12Harte Liste. Wer ist?
- 6:13Das kommt wirklich stark auf den Club drauf an.
- 6:16Also ganz oft, gerade wenn die Person irgendwie freundlich ist
- 6:20und dann funktioniert irgendwas nicht mit dem Link, dann guckt
- 6:23man die Selektion rüber und sagt passt schon, dann sagen wir, hey
- 6:26du kannst trotzdem gerne rein, musst aber bezahlen wenn ne
- 6:30Person dann natürlich super ausfällt und unfreundlich wird,
- 6:32dann ist n ganz klares Nein, dann kann sich die Person gerne
- 6:35auf der Selektionsseite anstehen und dadurch den normalen Prozess
- 6:39durchgehen. Aber ich sag mal so, wenn man
- 6:41schon mega unfreundlich und zickig ist, dann kann man sich
- 6:44das eigentlich auch. Sparen.
- 6:46Ja. Ist bei dem also Gäste das da
- 6:49heißt ja meistens auch, dass man nichts bei dem Eintritt zahlt
- 6:52oder häufig so. Es variiert von Club zu Club
- 6:55genau ne ich glaube. Ich also bei mir war das so,
- 6:59dass ich das erste Mal Gästeliste hatte, wusste ich
- 7:02nicht, dass Gästeliste in dem jeweiligen Club auch bedeutet,
- 7:04dass man nicht zahlen braucht. Ich hab immer gezahlt,
- 7:07vielleicht so Happy Fun, als ich auf der Gästeliste war.
- 7:10Also ja genau, es kommt ganz stark auf den Club drauf an.
- 7:13Es gibt manchmal auch verschiedene Stufen, manche
- 7:16Personen haben unterschiedliche Stufen an Gästelisten, die sie
- 7:19sozusagen rausgeben können. Ne, es gibt so skipliste, da
- 7:23musst du dann halt trotzdem bezahlen, da musst du halt nur
- 7:25nicht anstehen, es gibt Hals price, da kriegst du n bisschen
- 7:27Rabatt. Und dann gibt es halt Full Price
- 7:29guestlist. Also so einfach umsonst.
- 7:31Reinkommst Free. Genau das sind unterschiedlich
- 7:34und für mich war Guestlist immer so n Ding.
- 7:38Ich hab es total geliebt weil ich muss mich halt um nicht
- 7:40sorgen, so hab ich n tolles Outfit hab ich heute seh ich
- 7:44heut perfekt aus es war alles egal man durfte einfach rein und
- 7:46ne gute Zeit haben ich hab es aber ehrlich gesagt auch immer
- 7:49so gemacht, dass ich trotzdem was gespendet hab also dann
- 7:52keine Ahnung n Zehner ins Trinkgeldglas oder so es gibt ja
- 7:55auch Clubs da musst du was spenden oder abgeben wenn du
- 7:58auch wenn du Liste hast. Genau.
- 8:00Und irgendwie finde ich es auch vernünftig, weil von irgendwas
- 8:02muss der Club leben und natürlich lebt er auf einer
- 8:05Atmosphäre und von seinen Stammis und von den Leuten die
- 8:08immer da sind, aber trotzdem auch die müssen ein bisschen
- 8:10Geld da lassen und wenn man dann noch überlegt, OK dann kannst du
- 8:13Leute an einer Bar, bist da auf den Drink eingeladen oder
- 8:15kriegst noch ne Getränkemarke hin und her deswegen also ich
- 8:19finde es schon fair wenn man ein bisschen was abgibt, gerade auch
- 8:21für die Leute die in der Nacht arbeiten ne also der Fünfer an
- 8:24der Kasse tut nicht weh wenn du den Reinwirfst wenn du schon
- 8:27bereit bist irgendwie. Wie für n Abend 3025€ auszugeben
- 8:30und ja deswegen ja immer gerne was abgeben.
- 8:36Hast du, dann hast du ja wahrscheinlich ja auch den Weg
- 8:41von Anna Loga. Zu digitaler zur Digitalisierung
- 8:45war denn in der Club in der Clubwelt der
- 8:48Digitalisierungsprozess ein schwieriger Weg, so wie im
- 8:51bürokratischen Bereich unserem Land?
- 8:52Eigentlich. Also ich hatte das Gefühl, es
- 8:54ging super smooth, ich muss sagen, als Gast fand ich
- 8:58handliste besser, weil irgendein Name hat immer funktioniert, ich
- 9:03war es noch früher und dann krieg ich es mir da auf jeden
- 9:05Fall das war. Konnte man ein bisschen tricksen
- 9:08mit einer Handliste? Das war ganz lustig, nee, aber
- 9:10seitdem es digital ist, läuft es eigentlich viel besser, zumal du
- 9:14auch ne schneller suchen kannst, schneller Leute findest ne und
- 9:17weil er dir auch ähnliche Namen anzeigt so keine Ahnung.
- 9:21Ne Person heißt Marie und der DJ Freund hat sie als Maria
- 9:25Raufgeschrieben, dann findest du das aber zum Beispiel trotzdem
- 9:28und das ist zum Beispiel ganz angenehm, weil du da nicht alle
- 9:30Eventualitäten dir sozusagen überlegen musst.
- 9:33Wie könnte jetzt die Person noch drauf stehen?
- 9:36Wenn du vorher schon noch, also ich mein, du bist ja
- 9:37wahrscheinlich, wenn du sagst, du hast doch auch schon vorher
- 9:40so Kassenjobs gemacht, du hast ja dann wahrscheinlich auch
- 9:42schon ziemlich leid geprägt. Ja ne, ja, auf jeden Fall.
- 9:45Ja, also alles, was sozusagen mit dem Eingang in den Club ohne
- 9:49jetzt andere Berufsbereiche damit kleiner zu reden.
- 9:53Aber alles was so mit in den Club oder im im Eintritt mit dem
- 9:58Club zu tun hat, ist ja auch. Man muss schon einiges
- 10:01aushalten. Glaub ich.
- 10:02Man braucht ne wahnsinnige Geduld.
- 10:05Mein Highlight ist wirklich immer das Bekleben der Handys,
- 10:07wenn die Leute das mal selber machen müssen, dass sie das
- 10:10wirklich die können das einfach nicht, ich weiß nicht was da los
- 10:12ist, aber du betrittst den Club und Gehirn es auf aber ja, aber
- 10:17ich muss auch sagen im Verhältnis zu meinem vorherigen
- 10:19Kassenjob im Einzelhandel ist Club eigentlich das
- 10:22Entspannteste auf der Welt. Also klar du hast attitude, du
- 10:26sagst sehr oft immer das gleiche.
- 10:28Aber es macht trotzdem Spaß, weil du halt diese fröhlichen
- 10:31Gesichter hast. So dieses.
- 10:32Jetzt geht es los, ins Wochenende, ins Ja, ins Alice,
- 10:35ins Wunderland im Prinzip, und das ist so das warum es sich
- 10:39dann ganz gut aushalten lässt eigentlich.
- 10:42Bist du auch schon mal außerhalb des Clubkontextes erkannt
- 10:44worden, in irgendeiner Form? Es muss ja wirklich jeder, der
- 10:47in den Club geht, muss an dir vorbei oder geht dann an dir
- 10:49vorbei. Ja, also früher teilweise auch
- 10:52so auf Bumble oder Kinder. Dann haben wir so Nachrichten
- 10:54kommen. Hey, du bist doch die, die in
- 10:55dem und dem Club arbeitet. Und auch teilweise auf der
- 10:59Straße. Ja, aber teilweise auch, weil
- 11:01ich im im Supermarkt gearbeitet hab, an einer sehr prominenten
- 11:04Stelle, und da kommt es auch ganz oft.
- 11:06Du bist doch die von da und dann so ja hihi, ja.
- 11:11Ah, verstehe. War das für dich n Leichtes in
- 11:15den in den Club Kontext zu gehen?
- 11:16Also meine man ändert ja auch n bisschen seinen Tagesrhythmus
- 11:19dann. Also ich war wirklich vor der
- 11:21Pandemie n Single Mädchen, was wirklich von Donnerstag bis
- 11:24Montag in Clubs Rumhing, gerne auch irgendwie vom Club in die
- 11:28Ausbildung, von der Ausbildung in den Job und vom Job wieder in
- 11:31den Club, also gar kein Thema hab ich alles gemacht fand ich
- 11:33super, deswegen ging es eigentlich, es war eher so ne
- 11:36Herausforderung dann in der Beziehung irgendwie so das zu
- 11:40sagen, Hey. Eigentlich jeder Samstag und
- 11:42meistens auch freitags oder sonntags gehört jetzt noch der
- 11:45Arbeit und viel Spaß. Tschüss, ich geh jetzt, das war
- 11:50eigentlich etwas anstrengend, also mir macht das gar nichts,
- 11:52ich bin auch eher ein Nachtmensch.
- 11:54So einige meiner besten Tage waren Nächte, auf jeden Fall.
- 11:57Aber ja in der Beziehung halt mit anderen Menschen zusammen
- 12:00wohnen, dann ist es bisschen schwieriger.
- 12:02Ja, verstehe, in welchen Clubs warst du jetzt schon aktiv, also
- 12:06in welchen, in welchen hast du gearbeitet?
- 12:08Also ich hab im Schwutz gearbeitet und im Sisyphus
- 12:11arbeite ich gerade noch genau. Ja und ansonsten weggegangen.
- 12:16Eigentlich glaub ich alles was Berlin zu bieten hat also.
- 12:19Hat mir alles glaub ich einmal angetan.
- 12:21Auch mal Matrix. Ja, Matrix war ich früher auch
- 12:25mal. Ich glaube sogar Matrix bist du
- 12:27eine der ersten Clubs. Ja, bei mir auch.
- 12:30Da gab es so Schülerpartys ja, Mutti Zettel ja.
- 12:33Ja. Genau, ja, und dann kein
- 12:35Alkohol, aber durch den älteren Boyfriend ging das dann.
- 12:37Der hat mir dann Bierchen geholt.
- 12:39Fällt immer mal hinten runter finde ich.
- 12:41Wenn man so überlegt wer ist was ist der älteste oder einer der
- 12:44ältesten Clubs, fällt das Matrix hinten runter, das ist einfach.
- 12:46Ich glaub falls nicht so in der. Ich sag mal in der richtigen
- 12:49Clubszene so ernst genommen wird.
- 12:51Ne also ich glaub die sind so Nähe ist n Tori Schuppen, der
- 12:54hat uns nichts zu tun ja und ich glaub deswegen wird es immer so
- 12:58n bisschen weg ignoriert. Du denkst ne war auch an den
- 13:02Neunzehnern war auch wichtig ne also backstage Queen ja wie wie
- 13:07kommt es dazu? Also im im Schwurz war es so,
- 13:10dass die Position, die ich betreut hab, Service war und da
- 13:13wurde man sowohl für Kasse als auch für Backstage eingetragen
- 13:17oder eingeteilt und dadurch ne, dass ich wirklich gute Kontakte
- 13:20hatte im Prinzip mein ganzer Freundeskreis bearbeitet.
- 13:24Auch mit einigen Dragqueens. Ich viel privat rumgehangen hab,
- 13:26war es dann sozusagen so. Ja 1 + 1.
- 13:29Du kennst die Leute, du weißt was sie möchten, Hermann, du
- 13:32weißt ob jetzt der Backstage voll sein darf mit Gästen von
- 13:34Gästen sozusagen oder ob das ne Person ist, die lieber ihre Ruhe
- 13:37hat von einer Show oder vor ihrem Set und dann haben sie
- 13:40mich da halt reingesteckt ja OK, hab ja auch davor schon viele
- 13:44backstages rumgehangen. Ja, welche Qualität muss man da
- 13:48mitbringen, wenn du sozusagen so ne.
- 13:49Organisatorische, ordnende Funktion dort.
- 13:52Hast also ich glaub man muss wissen wann ist OK Spaß zu haben
- 13:55und wann muss man jetzt hier wirklich arbeiten und ne jetzt
- 13:58geht es halt nicht darum selber irgendwie den Sekt aufzumachen
- 14:01und sich in die Ecke zu chillen, sondern jetzt geht es irgendwie
- 14:03darum, dass der Künstler alles hat, dass die Show gut läuft
- 14:06genau, ich glaub das muss man einfach gut im Blick haben und
- 14:09man braucht glaub ich auch n gutes Gefühl für Menschen.
- 14:11Also dass du so n bisschen Empathie gegenüber dem Künstler
- 14:15hast, ne was braucht der jetzt, was will der jetzt vielleicht
- 14:17auch mal n mahnendes Wort oder nen.
- 14:19Blick Richtung Uhr und dann so ne sicher, dass wir das jetzt
- 14:23noch machen wollen. So nach dem Motto Genau, aber
- 14:26halt immer so natürlich auch, dass die Person sich nicht
- 14:28irgendwie erzieherisch belehrt fühlt, ne und du hast halt auch
- 14:31von Vorteil, wenn du n bisschen weißt wo im Club was zu holen
- 14:34ist. Deins irgendwelche Ladekabel für
- 14:36Telefone oder irgendjemand hat seinen Eyeliner vergessen und
- 14:40wir haben irgendwo ne grabelkiste wo was rumsteht, ne.
- 14:43Wenn du das weißt, ist auch ganz gut, dass du Probleme einfach
- 14:46auch lösen. Kannst hast du da ne ne
- 14:47Anwärmphase gehabt? Also weil das ist ja dann.
- 14:51Also ich glaub dadurch, dass ich halt schon so viel im Backstage
- 14:53rumgehangen hab, nicht für mich war es relativ leicht, ich wurd
- 14:56da irgendwie so eine Schicht hab hab ich so Begleitung bekommen
- 14:59und ich so jetzt fickst du da die Bühne achtest darauf, dass
- 15:02das ist redest mit der Technik um die und die Uhrzeit und
- 15:05danach hab ich da eigentlich alleine rumgesessen, die Tür
- 15:08aufgemacht und die DJS betüttelt.
- 15:10Ist Backstage der der Klischee beladene Raum?
- 15:13Von dem man denkt, dass er das ist.
- 15:15Oder ist es auch? Kann es auch n ganz einfacher,
- 15:20unaufgeregter. Also ich glaube, das kommt stark
- 15:24auf die Veranstaltung. Ich würd sagen im Nachtbetrieb
- 15:27und bei den gängigen Partys, da ist es so, wie man sich es
- 15:30vorstellt. Ich glaube manchmal sogar noch n
- 15:32bisschen krasser, als man sich das vorstellen kann.
- 15:36Aber wenn zum Beispiel ne Theaterproduktion ist, dann ist
- 15:38es total entspannt und dann hast du da irgendwie 4 Personen, die
- 15:41sich schminken und noch mal ihre Tonleitern üben.
- 15:43Ne, also es kommt schon auf die Veranstaltung an.
- 15:46In der Nacht würde ich aber sagen es ist der Ort den man
- 15:49sich vorstellt, ja. Klar, wie lange arbeitest du
- 15:54wie, wie lange hast du es bei dir backstage gemacht?
- 15:564 Jahre 4. Jahre, ne, aber man lernt ja
- 15:58auch wirklich wahrscheinlich sehr viele unterschiedliche
- 16:01Persönlichkeiten kennen. So ne ja, auf jeden Fall also.
- 16:04Von so echten also ich sag mal echten Promis so, die irgendwie
- 16:08ihre Cola nur mit einer Zitronenscheibe und 2 Eiswürfeln
- 16:12trinken wollen und dann waren da 3 drin, weil der Barmensch mich
- 16:15nicht gehört hat und das war dann n Problem.
- 16:18Bist aber auch zu super entspannten Leuten wie du und
- 16:20ich und die stehen dann da auf der Bühne und du denkst dir so
- 16:23OK wow krass, du warst so süß zu mir im Backstage, du warst
- 16:26einfach so n herziger Mensch und jetzt stehst du da.
- 16:29Du bist eigentlich so ne kleine Berühmtheit und ja.
- 16:32Mhm. Auf jeden Fall.
- 16:34Man sieht auch sehr viel Abfuhr, natürlich ne, also gerade am
- 16:38Ende der Party, da denkst du dir dann auch manchmal so ich Gott
- 16:41sei Dank mach ich den hier gleich zu und dann dürft ihr da
- 16:43rausgehen und da darf ich dich die Tür mit euch rumärgern ne,
- 16:47das ist auch. Kannst du gut abschalten?
- 16:49Im Club. Nö.
- 16:51Also wenn man jetzt so sozusagen ich sage mal, ne lebendige
- 16:54Schicht hat oder ne lebhafte Schicht, man nimmt ja immer
- 16:58irgendwas mit, ja, also so wo als als die Person die feiern
- 17:02geht. Als Künstler oder als die
- 17:07Person, die dafür verantwortlich war, den Raum in irgendeiner
- 17:09Form zu gestalten und auch strukturiert zu halten.
- 17:13Also es kommt wirklich stark drauf an, auch manchmal, wie
- 17:16lange die Schicht geht. Ich habe so das Gefühl, wenn man
- 17:18es eine kurze Schicht hat, die vielleicht mal nur bis um 2
- 17:20geht, dann ist irgendwie kein Problem.
- 17:22Aber sobald die Schicht nach 02:00 Uhr endet, nee, dann muss
- 17:25ich erstmal nach Hause, dann trink ich erstmal Kaffee, muss
- 17:28erstmal mit mir selber klarkommen.
- 17:29Manchmal schreib ich noch mit Freunden, die auch Grad
- 17:32Feierabend hatten oder so und gerade wenn noch was wildes
- 17:35passiert, dann wird auch mal der Partner wach gemacht und muss
- 17:38kurz zuhören was da wildes passiert ist.
- 17:41Und hui, aber dann geht es auch wieder, also ist vielleicht mal
- 17:44so ne Stunde nach der Arbeit auf jeden Fall aber ist jetzt nichts
- 17:47was mich noch am Montag oder Dienstag beschäftigt.
- 17:49So das nicht. Du hast ja mit dem Schwutz jetzt
- 17:52auch ne sehr lebendige Zeit hinter dir.
- 17:54Das ist jetzt Anfang November war jetzt ja die
- 17:58Endveranstaltung, das ist die die Verabschiedung 50 Jahre war
- 18:02das jetzt glaub ich. 48 8. Und 40, also fast 50, was ja
- 18:06auch wirklich institutionellen Charakter mittlerweile in der
- 18:09Stadt hat. Und du hast dann in den letzten
- 18:114 Jahren, die wahrscheinlich die Ganzen auf und ab auch
- 18:14mitgemacht. Vielleicht auf dieser einen
- 18:18Ebene, so n bisschen von vom Insight her.
- 18:20Was macht denn das mit einem Team, wenn man einerseits merkt,
- 18:25OK, es gibt Schwierigkeiten und beim beim Schwutz war das jetzt
- 18:30ja auch so, dass viel von innen kam, so ne, also dass es so
- 18:32einige Wegmarken gab, die sozusagen in die ich weiß gar
- 18:36nicht, wie man das sagt, also von einer von den Clubgängern
- 18:40das Interesse am Schwutz war n bisschen schwutzbedingt, muss
- 18:44ich mal sagen, ne. Was macht denn das mit so einem
- 18:48Team, wenn man sozusagen in so einem Aufwand abarbeitet?
- 18:51Also wir waren also grundsätzlich sind wir sehr
- 18:53positiv und wir sind auch alle eng befreundet gewesen, oder es
- 18:57war auf jeden Fall nicht nur so Kollegen, wie man es in einem
- 18:59Bürojob hat, und wir haben sehr viel darüber geredet, also es
- 19:03ging auch stark ins Private ne, da musst du auch mal auf den
- 19:06Tisch gehauen werden auf einer Geburtstagsparty von mir, dass
- 19:08ne Person gesagt hat und jetzt hört ihr auf über Schwutt zu
- 19:11reden, es reicht. Weil da irgendwie keine Ahnung
- 19:1315 Leute saßen, die natürlich alle da arbeiten und alle ne
- 19:16Meinung hatten und dann 3 Leute da waren, die da nicht arbeiten
- 19:20und dann natürlich gesagt haben es reicht, ihr habt jetzt
- 19:22Feierabend, was aber glaub ich wirklich so richtig was mit dem
- 19:26Team gemacht hat war als einige Leute entlassen wurden.
- 19:30Also da hat zum Beispiel bei mir auch die Motivation aufgehört.
- 19:32Ich war also ich bin jemand, für mich ist klar, ich arbeite, wenn
- 19:35andere feiern, ich arbeite freitags, ich arbeite samstags
- 19:38und gerne auch noch am Sonntag, ich hab mir eigentlich nie was
- 19:41weggeixt wollt immer da sein, teilt mich ein wie ihr braucht
- 19:44so ne Wochenende ist ja frei und das hab ich dann zum Beispiel
- 19:48auf einmal gemacht, weil ich das nicht ausgehalten hab da zu
- 19:50arbeiten und zu wissen, dass Kollege X seine letzte Schicht
- 19:54hat, dass Kollege Y die letzte Schicht hat.
- 19:58Ja, und du hast halt auch manchmal zugeguckt und dachtest,
- 20:00so was macht ihr hier eigentlich so?
- 20:03Ihr Fahrt den Wagen gerade noch mehr an die Wand und das war
- 20:07halt so. N bisschen hat sich hilflos
- 20:08gefühlt, ne und das das hat auf jeden Fall die Motivation dann n
- 20:11bisschen weggenommen. War bei dem war beim Schwutz das
- 20:15n wesentlicher Faktor, dass sozusagen clubstrukturierung und
- 20:18Clubausrichtung nicht mehr so kohärent war zu dem was
- 20:24clubgängerinnen. Sich wünschen und brauchen.
- 20:27Weiß ich gar nicht so genau. Ich weiß auf jeden Fall, dass es
- 20:29ne Umfrage gab, wo die Gästinnen befragt wurden.
- 20:33Was wollen sie, wie stellen Sie sich es vor, leider erst jetzt
- 20:36vor kurzem nicht, irgendwie schon vor einem Jahr oder vor 2
- 20:38Jahren, ich glaub aber, dass auf jeden Fall die Preisentwicklung
- 20:42ne sehr große Rolle spielt, natürlich auch die ja sozial
- 20:46ökonomischen Standards, die wir gerade alle haben, was man sich
- 20:48leisten kann oder will und was ich glaub ich auch.
- 20:53Sehe es, es war sich schon alles relativ ähnlich.
- 20:56Ne, also jeder Samstag war relativ ähnlich.
- 20:59Es wurde zwar gesagt ja, aber da gibt es n Fokus auf Nineties
- 21:02oder so müssen sich halt auch alle dran halten, ich glaub
- 21:06einfach, dass manche Chancen verpasst wurden und ich glaube
- 21:10auch, dass manches Feedback selbst intern einfach nicht
- 21:13ernst genommen wurde. Es war so ja ja red mal du
- 21:15kleine 450€ kraft, du hast ja keine Ahnung vom Club und.
- 21:20Ja, das ist halt glaub ich das was sie verpasst.
- 21:22Haben was ein Gedanke der der mir immer mal aufkam, so dieses
- 21:29also Schwule oder queere Klubkultur, muss ja nicht immer
- 21:32zwangsläufig etwas mit mit Sexualität zu tun haben.
- 21:36So aber in Berlin ist es n dickes Thema und Schwutz war bei
- 21:41mir immer überhaupt nicht im Fokus so drinne, so, da hab ich
- 21:44immer so gedacht, OK, alle machen sozusagen diese
- 21:46Körperkontaktpartys. Wo es wirklich darum geht, sich
- 21:49n bisschen auszuleben über die Musik in irgendeinem irgendeiner
- 21:52anderen. Und Schwutz war da bei bei mir
- 21:55nie auf der, auf der auf der Agenda, in irgendeiner Form.
- 22:02Hat man da vielleicht auch n bisschen so n Zug verpasst?
- 22:04Also die sich öffnen? Also wir hatten ja Sex.
- 22:07Positivere Partys wie die Butcocks zum Beispiel oder auch
- 22:11die Schlager nackt. Also das ist, wie der Name schon
- 22:14sagt, da laufen die Menschen alle nackt rum, die ganze Zeit,
- 22:18und wir hatten auch n Darkroom, ich glaub aber es wurde nicht so
- 22:22prominent beworben, nicht so in den Fokus gerückt, auch um
- 22:27sozusagen. Weiterhin für alle ne Safe zu
- 22:30sein. Wenn ich mich jetzt irgendwie
- 22:32kann mir vorstellen, dass es Personen gibt, die es nicht so
- 22:34toll finden, wenn sie dann irgendwie Menschen miteinander
- 22:37schlafen oder Sex haben sehen und die das dann vielleicht auch
- 22:42so n bisschen zurück auf den Club führen und was auch auf
- 22:44jeden Fall immer super wichtig war war Awareness oder n
- 22:47Awareness Team, dass sich wirklich alle Gäste wohlfühlen.
- 22:50Und das war halt ne schmale Gratwanderung glaub ich und ich
- 22:53glaub der Fokus wurde vielleicht n bisschen zu sehr auf.
- 22:56Wir machen es allen Recht gelegt und n bisschen zu wenig auf das
- 23:00ist das sind wir, das ist unser unser Markenzeichen, unser
- 23:04Programm weil ich glaub du musst als Club mittlerweile ne Marke
- 23:06sein um überleben zu können, du musst n gewissen Status haben,
- 23:10dass Leute wirklich Bock haben diese Preise zu bezahlen sich da
- 23:13anzustellen da reinzugehen. Ja, aber das funktioniert ja.
- 23:18Meistens über den klaren Charakter der Partys, die man
- 23:21hat. So ne also einerseits sozusagen
- 23:23der Club als das das das Dach ne der sozusagen gewisses Renommee
- 23:29und ne gewisse Strukturierung mit sich bringt und auf der
- 23:31anderen Seite so über die Spezialisierung und Ausformung
- 23:35der einzelnen Abende oder Partys, die man in irgendeiner
- 23:38Form gibt. Ne, ja, definitiv.
- 23:40Also ich finde unsere künstlerische Leitung hatte gute
- 23:42Ideen. Und ich glaub aber, dass da
- 23:45insgesamt einfach zu viel Unruhe war, zu viele Köche irgendwie am
- 23:49an dem Brei rumgefuckelt haben und es dadurch einfach nicht
- 23:52dazu kam. Und das ist ja auch klar, ne, du
- 23:55machst irgendwie 10 Jahre was 10 Jahre läuft es gut, dann hast du
- 23:58ne Pandemie und danach geht es neu los und ich find da wurden
- 24:01haben wir uns einfach nicht neu erfunden, wir haben einfach
- 24:04alles weitergemacht, was ja auch teilweise gut lief, aber so neue
- 24:08Highlights ist auch so ich sag mal die nächste Generation.
- 24:12Queerer Menschen, den den Ort findet oder allgemein von
- 24:15Partygängerinnen ne das wurde glaub ich so n ganz kleines
- 24:19bisschen verpasst beziehungsweise als es dann
- 24:21gemacht wurde war es wahrscheinlich schon zu spät.
- 24:24Ja, ich glaube da, da sind tatsächlich dann die die äußeren
- 24:27Faktoren auch noch mit entscheidend.
- 24:29So ne. Also wir sind einfach in der
- 24:30Stadt keine, keine Clubkultur mehr, in der man dreimal am
- 24:35Abend die Location Switch, weil es einfach so easy ist, in der
- 24:38Plattform ne. Also ich weiß noch früher, da
- 24:40bin ich vom vom Ich glaub war das der?
- 24:42Nee, es war nicht der Fritz Club, es war der Magnet, bin ich
- 24:45vom Magneten ins Water geht und das war alles gar kein Thema, es
- 24:47war alles super toll, hatte den Spaß meines Lebens machst du
- 24:51jetzt nicht mehr ne da hat der Eintritt aber auch n Zehner
- 24:53gekostet vielleicht mal 15 das war kein kein Schmerz wenn du
- 24:58jetzt überlegst 30€ 35€ 25,00€. Und da hast du ja nichts.
- 25:04Kein Getränk, kein kein Spaß, keine, keine Garderobe, da kommt
- 25:08das kommt ja alles nach oben drauf und das muss man sich als
- 25:12Student zum Beispiel erst mal leisten können.
- 25:13Und jetzt, wo man älter ist, wo man sich es dann vielleicht
- 25:16leisten kann, hat man aber gar nicht mehr die Kappa oder auch
- 25:18den Bock, jetzt noch in Club zu gehen, ne?
- 25:20Genau, oder die Zeit, weil du, weil du beschäftigt bist mit
- 25:23arbeiten, ja. Aber.
- 25:24Das ist glaub ich so ne Sache. Die Berlin war ja früher.
- 25:27Einfach auch keine Stadt Wohlleistungen.
- 25:30Nee, gar nicht. Prinzipien in einer Form also,
- 25:32die waren schon immer wichtig, je nach Berufsgruppe, aber dafür
- 25:35war Berlin nicht halt, nicht das Aushängeschäft, dafür waren
- 25:37andere Städte wie Frankfurt oder so.
- 25:39Ja, also ich hab auch viele Ältere.
- 25:41Was heißt ältere Freunde, aber die sind schon so über 40,
- 25:43teilweise auch schon über 50 und wenn die so von den Neunzigern
- 25:46in Berlin erzählen oder auch von den frühen 2 Tausendern.
- 25:49Dann weißt du einfach, das war ne ganz andere Stadt.
- 25:51Hier wollte jeder Spaß haben, hier wollten alle Künstler,
- 25:55Models und irgendwie Schauspieler werden und jetzt
- 25:58hast du halt hier Leute, nee wir hasseln die Mieten sind
- 26:01unbezahlbar geworden und ne überlegst du dir schon wenn du
- 26:05Montag keine Ahnung wichtigen Kundentermin hast, gehst du da
- 26:07Sonntag noch ins Bergheim so ne das wär früher wär es mir egal
- 26:11gewesen als ich n krassen Job hatte.
- 26:13Da geh ich halt dann unausgeschlafen hin.
- 26:15Dann mach ich einfach piep, piep, das wird schon
- 26:17funktionieren, aber jetzt geht es halt nicht mehr, wenn du
- 26:19Montag morgens um 8 n kundentermin hast, wo du
- 26:21präsentieren musst, wo du sagen musst, hey, so läuft es.
- 26:26War das schon immer so bei dir, dass du denn, dass sich n
- 26:28relevanter Freundeskreis von dir aus sozusagen Clubkultur
- 26:32erschlossen hat? Ich hatte vorher gar keine
- 26:34Freunde. Ich bin zwar hier in Berlin groß
- 26:37geworden, aber. Ich weiß nicht, in der Schulzeit
- 26:40hat es nicht geklappt, ich war n komischer Mensch, meine
- 26:42Mitschüler waren wahrscheinlich auch komisch, ich war eher so ne
- 26:45Einzelgängerin und dann hab ich in der Schule aber ja nen
- 26:50Austurschüler kennengelernt und der war auch homosexuell und hat
- 26:55dann seinen damals 17. Geburtstag darf man
- 26:58wahrscheinlich gar nicht so laut Sagen im Schwurz gefeiert.
- 27:00Ist ja Vergangenheit. Und mich mitgenommen.
- 27:03Ja, es war auch ne andere Zeit, also war wirklich ne andere
- 27:05Zeit. Genau und da haben wir seinen
- 27:0717. Gefeiert, es war der dritte
- 27:0811.2. 2011 12. 3.12.2011 genau, und da hab ich mich da rein
- 27:14verliebt, weil das war auf einmal der erste Ort, wo es
- 27:18keine Rolle gespielt hat, bin ich dick, groß, klein, dünn,
- 27:21schwarz, blau, grün, das war alles gar kein Thema, wurde nur
- 27:25geguckt, dass man irgendwie funny.
- 27:26Ich hab Komplimente für mein Kleid bekommen, ich hab mich
- 27:29einfach wohlgefühlt so und es war auch komplett das Gegenteil
- 27:32ne von einem relativ geordneten Zuhause, es war einfach
- 27:35wirklich. Freiheit, und da hab ich mich
- 27:38rein verliebt und bin ich oft alleine gegangen und hab dann
- 27:42einfach so Stück für Stück Leute kennengelernt und irgendwann
- 27:45hatt ich dann so n Freundeskreis der dann da war und ja da hängen
- 27:49eigentlich alle haben irgendwas mit Club oder Kultur zu tun.
- 27:52OK, das heißt ja dann auch. Also bei dir geht ja dann mit
- 27:56dem Schwutz auch n Stück. Heimat?
- 27:59Ja, kann man das so sagen? Definitiv ja.
- 28:02Also in den, in den, ich sag mal so zwischen 2013 und 2019 haben
- 28:06wir immer gerne gesagt, das Schwurz ist unser Wohnzimmer,
- 28:09ne, weil du hast ja alle so viele Leute aus Neukölln
- 28:11getroffen, die auch irgendwie Nachbarn waren, die sich
- 28:14kannten, man ist da aufeinander getroffen, man hat ist da noch
- 28:17zu einer Afterhour bei irgendjemandem gegangen oder hat
- 28:20sich noch an Kanal gesetzt und ja, also ich würd auch sagen.
- 28:24So Schwutz oder auch die Menschen in der Clubkultur haben
- 28:27meinen Charakter super doll geprägt.
- 28:28Ne also ich hab jetzt kein Problem anzuziehen worauf ich
- 28:31Bock hab ich hab kann reden irgendwie ich weiß auch
- 28:34mittlerweile ah wann war ich vielleicht n bisschen auf auf
- 28:37den Arm genommen so ne mir hat das sehr sehr geholfen diese
- 28:40Menschen kennenzulernen und ja schwutz ist auf jeden Fall mein
- 28:44Zuhause gewesen ja. Gab es bei dir jemals, also
- 28:48würdest du sagen, dass du ein ein ein Nachtmensch bist?
- 28:50Ja, ja, ja, definitiv ja. Die Nacht ist, ich hab das
- 28:56Gefühl, mein Leben geht los, wenn die Sonne untergeht.
- 28:59Würd auch am liebsten im Büro so von 13 bis 22:00 Uhr arbeiten,
- 29:03nicht gar kein Thema Misch. Gibt es gibt es, hat sich das
- 29:09meine oder nicht, ist nicht meine Theorie, aber ich denke
- 29:11häufig man hat immer nur ne begrenzte Anzahl an an
- 29:16Möglichkeiten Freunde zu haben, sozusagen.
- 29:18Das begrenzt sich ja immer im gewissen Rahmen und so ist es.
- 29:22Bei mir zumindest auch so mit dem Club.
- 29:24Ich hab ne begrenzte Anzahl an denen die ich gehe.
- 29:26Einerseits glaub ich ich werde älter, man muss sich zum neuen
- 29:31überreden. Ja, definitiv.
- 29:32So, so n bisschen so dann auf der anderen Seite weiß man was
- 29:35man hat, gibt es gibt es bei dir so Clubs wo du sagst das ist so,
- 29:40da hast du n ähnliches, da gibt es so n ähnlichen Schwank wie
- 29:43bei einem Schwurz n ähnliches Verhältnis dazu.
- 29:45Also ich mochte auch immer schon mississy.
- 29:49Aber das war wirklich für mich nur so n Tanzort irgendwie.
- 29:53Und ja, jetzt ist auch Arbeitgeberin und ich fühl mich
- 29:56da auch sehr sehr wohl ist alles entspannt, aber so dieses
- 30:00Ankommen, so dieses. Hier kann ich irgendwie sein.
- 30:04Ne im Schutz war es auch so, wenn man irgendwie n super
- 30:06schlechten Tag im Hauptjob hatte oder Probleme in der Familie
- 30:09oder in einer Beziehung, dann bin ich da rein, dann war da
- 30:11mindestens 2 Personen die wirklich enge Freunde von einem
- 30:14sind, die man erst mal damit volltexten konnte, wie schlimm
- 30:17denn bitte der Tag war, da hat man irgendwie n Schnaps
- 30:19getrunken und an seine Position gegangen, das Leben war wieder
- 30:22gut und das hab ich noch nirgendswo anders aber
- 30:24vielleicht kommt das ja noch. Hast du irgendwann bei dir auch
- 30:27mal auf die Stopptaste drücken, muss man sagen können, da ist
- 30:29jetzt zu viel Überschwang was Clubkultur und Nachtleben
- 30:32betrifft. Nee, weil ich es ganz, also was
- 30:34heißt, ganz gut im Griff hab. Ich glaube, gerade wenn ich
- 30:37arbeite, dann bin ich auch wirklich nur zum Arbeiten im
- 30:39Club, also ich trinke da nicht während der Schicht halt, außer
- 30:42vielleicht immer so n kleinen Schnapsfeuer, aber da reden wir
- 30:44von einem Pfeffi, es findet auch kein Konsum statt in meiner
- 30:48Schicht, das kommt für mich nicht in Frage, weil das eine
- 30:50ist Arbeit und das andere ist Freizeit und ich glaube, dadurch
- 30:53dass ich das so doll irgendwie trenne, geht es eigentlich, es
- 30:56ist dann eher so, dass ich mir manchmal denke, muss man n
- 30:58bisschen weniger arbeiten. Aber wo ist dann in dem Fall
- 31:01egal? Also es könnte auch das Büro
- 31:03sein, wo ich weniger arbeite. Das ist dann einfach eher zu
- 31:05viel Arbeit, so viel Verpflichtungen, aber ja, auf
- 31:09jeden Fall. Ja, dieses dieses Tänzeln.
- 31:14Also wenn du sagst du hast ne sehr klare Linie diesbezüglich,
- 31:17was was sozusagen Privatheit und Arbeit betrifft, ist.
- 31:24Ist das NN Standard in der Clubwelt oder merkt man, dass
- 31:28es, dass sozusagen das auch immer immer bei vielen Menschen
- 31:32n Thema ist, wo sich so Grenzen miteinander verwischen in
- 31:35irgendeiner Form? Ich glaube, dass es nicht so
- 31:37Standard ist, ne und also es soll bitte der der erste Stein
- 31:40geworfen werden, wenn jemand hier frei von Sünde ist.
- 31:43Ne ich hab bestimmt auch schon mal irgendwie in der Schicht
- 31:45mich daneben benommen, wenn irgendwas ganz schlimm war.
- 31:48Oder war auch einfach. Hab dann doch irgendwie 2
- 31:50Schnaps so viel getrunken und es war dann auch gut so, dass es
- 31:52Feierabend war. Ne, ich glaub aber, dass es
- 31:54grundsätzlich schon eher so ist, dass Leute auch ne gute Stimmung
- 31:59haben und das nicht ganz so ganz klar trennen genau, aber für
- 32:02mich ist es halt einfach wichtig um klarzukommen, sozusagen weil
- 32:07ja feiern von Freitag bis bis Sonntag geht halt nicht mehr.
- 32:10Hast du mal erlebt, dass sich Gruppen auch gegenseitig so n
- 32:12bisschen ausschließen? Ja, also es ist ja.
- 32:15Dieser die eine Seite ist ja dieses wertschätzende.
- 32:18Wir haben sozusagen Club ist n Raum für alle, an dem sich alle
- 32:20treffen, aber alle treffen heißt ja auch, dass unterschiedliche
- 32:23Profile unterschiedliche Ansprüche aufeinandertreffen und
- 32:28da Reibungspunkte entstehen. Also ich merk es bei den Club
- 32:31Mitarbeitern so gefühlt da gab es auf jeden Fall
- 32:35gruppchenbildung und nicht jeder ist sich mit jedem Grün, auch
- 32:37wenn man sich irgendwie während der Schicht ins Gesicht lacht.
- 32:40Da hab ich es auf jeden Fall gemerkt.
- 32:42Bei den Gästen ist es halt so, es kommt immer drauf an ne wenn
- 32:45du ne krass durchmischte Gruppe hast wo du eh aus verschiedenen
- 32:48ich sag mal irgendwie bezugspunkten mit Freunden da
- 32:51bist, dann ist es ja relativ groß, dann läuft es auch, aber
- 32:55natürlich gibt es auch Freund oder Gruppen die sind als Gruppe
- 32:58gekommen, die bleiben auch nur als Gruppe und die wollen auch
- 33:00mit links und rechts gar nichts zu tun haben und das
- 33:03interessiert die am Ende nicht. Genau, aber ich hab jetzt noch
- 33:06nie mitbekommen, dass man so irgendwie verfeindet war oder so
- 33:09Intrigen gesponnen wurden. Das hab ich noch nicht
- 33:11mitbekommen, aber soll es sicherlich auch geben.
- 33:13Ja, seit ist ja noch nicht so super lange, dass sich in Clubs
- 33:20auch Betriebsräte ausgeprägt und ausgebildet haben.
- 33:24Betriebsräte sind ja dann auf die Rechte der Mitarbeiter sehr
- 33:27bedacht, was mitunter ja auch in.
- 33:31Im Gegensatz zu dem steht, wie nach dem manchmal so, so ein
- 33:33bisschen ist, ist ist Betriebsrat eine für den
- 33:38Clubbetrieb eine gute Sache. Also ich war selber ja
- 33:41Betriebsratsmitglied im Schwurz und bin auch jetzt kurz vor der
- 33:45Schließung sozusagen Nachrückerin gewesen.
- 33:47Ich denke Club muss auch funktionieren, wenn Rechte
- 33:52eingehalten werden. Weil nur dann sind wir mal
- 33:55ehrlich, wenn man so aufs Papier guckt, nur dann läuft es ja
- 33:58wirklich gut. Ne wenn du keine Ahnung, deine
- 34:00Mitarbeiter schwarz bezahlen musst, läuft ja irgendwas nicht
- 34:03oder wenn du Pausenzeiten nicht einhalten kannst oder keine
- 34:07Ahnung die 11 Stunden zwischenschicht A und b, dann
- 34:10ist da halt prinzipiell n Problem und ich bin der Meinung,
- 34:13dass der Wohlstand der Clubsitzenden nicht auf dem
- 34:17Nacken der Club Mitarbeiter passieren kann.
- 34:20Und ich glaube, es hilft auf jeden Fall.
- 34:23Es ist auch gut, dass man sozusagen so ne, ja so ne
- 34:26zwischeninstanz hat, die halt so kommuniziert zwischen Kollegis
- 34:30und Vorgesetzten. Ich weiß aber nicht, ob es immer
- 34:34n Betriebsrat sein muss, ne, also ich kann mir vorstellen,
- 34:37dass es auch vielleicht kollektive oder Clubs gibt, wo
- 34:40du diese Instanz gar nicht brauchst, weil eh viel mehr auf
- 34:43Augenhöhe passiert, weil viel mehr eh mit den Mitarbeitenden
- 34:46gesprochen wird. Und ja, dann geht es vielleicht
- 34:50auch anders. Ich halt es grundsätzlich schon
- 34:51für sehr, sehr sinnvoll. Ja, ich ich, ich hab es deshalb
- 34:55auch n bisschen gefragt, weil Clubkultur ja auch eben sehr
- 34:58stark davon abhängig ist, so von saisonaler Bestückung des des
- 35:02Teams in irgendeiner Form. Du hast einfach auch sehr viele,
- 35:05die auf Minijob Basis in irgendeiner Form da sind, das
- 35:08sind ja in den meisten Fällen glaub ich auch dann, wenn ich es
- 35:11jetzt mal negativ ausdrücke Bereiche.
- 35:14In denen, wenn nicht konkret aufgepasst wird, auch echt viel
- 35:17durchgeschleust wird, so ohne dass sozusagen auf
- 35:20Mitarbeiterrecht und Bedürftigkeit geguckt wird.
- 35:23So hat sich Berlin, weißt du, das hat sich Berlin da schwer
- 35:28getan mit mit dem Einführen von von.
- 35:31Also ich weiß, mittlerweile gibt es noch 2 andere Clubs die nen
- 35:34Betriebsrat haben und da gab es natürlich Widerstände von weiter
- 35:39oben. Jetzt endlich schlägt aber das.
- 35:42Ne, das Gesetz natürlich die persönlichen Empfindungen von
- 35:45irgendwelchen Besitzerinnen. Man muss halt nur aufpassen,
- 35:47dass man da zwischendurch nicht aus Versehen gekündigt wird,
- 35:50aber auch da gibt es ja Gesetze für, wie gesagt, ich glaube aber
- 35:55nicht, dass du unbedingt einen Betriebsrat brauchst damit.
- 35:58Die Clubbesitzenden oder die, die da das Geld rausholen, auf
- 36:02dich achten. Ne, also arbeite ja auch noch in
- 36:04einem anderen Club, da haben wir keinen Betriebsrat und es läuft
- 36:07alles trotzdem ich geb meinen Lohn pünktlich, werd ordentlich
- 36:10bezahlt, die Schichten passen, die Pausen passen also geht ja
- 36:14auch ohne. Hättest du dir.
- 36:21Vor den vor den Insights, also vor bevor du im Club angefangen
- 36:25hast zu arbeiten, vorstellen können, wie sozusagen die
- 36:27Betrieblichkeit aussieht in so einem, nee, gar.
- 36:29Nicht, überhaupt nicht. Ich dachte immer, das sind so n
- 36:32paar Verrückte die sich ne Woche vorher zusammensetzen und sich
- 36:35dann am überlegen ja wen wer legt denn nächsten Samstag auf
- 36:37wen können wir denn mal anrufen und die Menschen teilen sich
- 36:41ihre Schichten selber ein, so irgendwie hatte ich diese Utopie
- 36:43in meinem Kopf. Aber natürlich ne.
- 36:45Mit einem Wirtschaftsstudium kannst du dir schon denken, da
- 36:47hängt n bisschen mehr dran, aber so grundsätzlich hatte ich es
- 36:50mir doch freier vorgestellt und entspannter auch, also war da
- 36:54eher so der Meinung ne hatte gehofft ja es geht schon, wirst
- 36:59du da mal zweimal im Monat eingeteilt für 45 Stunden?
- 37:03Ja, war dann nicht so. Ja, das ist ja auch ne Sache
- 37:06gewesen nach Corona. Die, die die Clubkultur noch
- 37:08zusätzlich belastet hat, dass sich viele Personen, die so im
- 37:11Servicebereich tätig waren, Umorientiert haben, so ne, und
- 37:15am Ende des Tages hat man ja trotzdem, wenn man mit Personen
- 37:18lange zusammenarbeitet, die Wissen um das Profil, die wissen
- 37:21um die Qualitäten, die wissen um die Highs and Lows, die man in
- 37:24irgendeiner Form mitmacht, da sind ja auch viele gegangen, ne,
- 37:26ja. So ne, ich glaub auch das war
- 37:29wirklich n Einschnitt für die Clubszene, weil sich ne ich hab
- 37:32zum Schluss. Und da kommen viele von den
- 37:34Leuten, die ich da kannte oder die ich, die ich auch mochte,
- 37:38haben danach nicht mehr da gearbeitet.
- 37:40Ne, die sind dann irgendwie erst mal ins Impfzentrum gegangen und
- 37:43von dort aus haben sie sich woanders hin beworben, haben
- 37:45irgendwie auch tolle Jobs bekommen, also auch Jobs, wo du
- 37:47dir denkst, ja, OK, klar, bevor ich mir irgendwie die Nächte für
- 37:50Mindestlohn in den Bauch stehe, würde ich auch lieber im Büro
- 37:53sitzen von Montag bis Freitag ums Doppelte verdienen, klar
- 37:55macht Sinn. Aber ja, es hat natürlich noch
- 37:58mal was gemacht. Nur das das Gesicht des Clubs
- 38:01hat sich dadurch stark verändert und irgendwie die, die auch die
- 38:05Verbundenheit von vielen, weil dann fragen dich doch
- 38:07irgendwelche Stammgäste, wo ist dein XY und ne grundsätzlich
- 38:11geben wir eigentlich keine Auskunft wenn aber so ne Person
- 38:14die irgendwie nicht mehr da arbeitet, dann hat man schon mal
- 38:16vielleicht gesagt Na ja die arbeitet hier nicht mehr ne
- 38:18musst du privat gucken wie du so kontaktierst und das ist schon
- 38:21schade. Ja.
- 38:25Wenn du sagen würdest, wenn wenn wenn wenn du dir was wünschen
- 38:28würdest, würdest was würdest du sagen?
- 38:31Wo könnte Berlin noch n bisschen sich entwickeln hm?
- 38:38Ich würd sagen, bei den Mieten und dem Schutz der Clubs, also
- 38:42dass die da auch bleiben dürfen und dass sich die Nachbarn nicht
- 38:45beschweren können, wenn es laut wird, weil sie sind ja zum Club
- 38:47gezogen, ne, dass es da irgendwie mehr mehr Schutz und
- 38:50mehr recht gibt und vielleicht auch.
- 38:53Ich kann mir vorstellen, dass es sinnvoll wäre, wenn die Clubs
- 38:55untereinander noch mehr miteinander sprechen würden.
- 38:57Ne, es gibt ja mittlerweile die Clubkommission, was ich ne sehr
- 39:00gute ja für eine gute Institution halte, aber auch so,
- 39:05dass es da mehr Vernetzung gibt, dass auch Club Mitarbeitende
- 39:08untereinander sprechen. Hey, wo wird denn was gesucht?
- 39:11Ne, vielleicht hast du gar nicht immer Lust im Club XY zu
- 39:13arbeiten und willst auch mal im Club ABC rumhängen und ja, dass
- 39:18es einfach vielleicht mehr so n so n Ort gibt wo sich Leute
- 39:21austauschen können. Wo es ne, wieso ne Gewerkschaft
- 39:24sozusagen? Ja das find ich ganz cool.
- 39:29Wenn du also wenn für dich Club sozusagen Arbeitsort und Heimat
- 39:34ist, da steckt ja auch so n kleiner Zwiespalt drinne.
- 39:39Also zumindest für mich so dieses, also das gibt ja also
- 39:42oder die Regel feiern nicht da wo du arbeitest oder so, das
- 39:45fällt bei dir jetzt auf eine sehr konkrete Art und Weise
- 39:48zusammen. Wie, wie, wie geht das?
- 39:50Wie gehst du damit um? Also ich dachte am Anfang ist
- 39:52gar kein Thema, ich kann das, ich sag gut, kann ich nicht, im
- 39:57Schutz war es dann so, dass ich privat nicht mehr hingegangen
- 39:59bin, wenn ich keine Schicht hatte, bin ich nicht mehr
- 40:00hingegangen, nicht weil mich irgendwas gestört hat, nein,
- 40:03nein, im Gegenteil, aber ich konnte nicht mehr ne, weil wenn
- 40:06ich, wenn ich privat mit irgendjemand bin, dann will ich
- 40:08ja auch abschalten, dann hab ich ja loslassen.
- 40:10Kann ich aber nicht, weil dann sitzt da irgendjemand in der
- 40:12Ecke, der nur n bisschen betreuungsbedürftig aussieht.
- 40:14Natürlich lauf ich dann zur Tür und sag Bescheid, wenn ich n
- 40:17Gast irgendwo anders bin, kann ich dann vielleicht auch erst
- 40:20mal weggucken und noch mal n zweites Mal gucken, ist denn da
- 40:22wirklich was oder ist jetzt hier nur Alarmglocken?
- 40:25Ja und das hat sich halt so verändert, dass ich wirklich in
- 40:28Schwutz nicht mehr privat gehen konnte.
- 40:31Mitarbeiterin gewonnen. Ja.
- 40:34Gast verloren ja, aber ne das das ich glaube das ist.
- 40:39Das, das muss man sich auch mit mit so n bisschen auf die Fahnen
- 40:43nehmen, wenn man in so n in in den Clubbereich reingeht.
- 40:45Ja du hast dann n anderen Blick. Ja, ich hab es jetzt auch beim
- 40:49Sissi gemerkt, da war ja nicht Geburtstag.
- 40:51Es war n sehr schönes fest. Haben Sie wirklich, also wow, es
- 40:55war einfach nur wow, ich glaub die die da waren werden wissen
- 40:58wovon ich spreche, es war wirklich krass und dann bin ich
- 41:00Montag hatte ich Urlaub und dachte ich geh mal privat noch
- 41:03mal vorbei für so 23 Stunden mit einem guten Freund und wir waren
- 41:06da und er hatte auch die Zeit seines Lebens.
- 41:09Ich war die ganze Zeit nur am gucken, wo ist was los.
- 41:11Dann wurde ich auch angesprochen von Gästinnen so, Hey heute
- 41:15privat, konntest nicht abschalten, war vorbei, hab mich
- 41:19dann kurz ins Backstage verzogen, hab dann aber auch
- 41:21gemerkt ah nee, das wird hier heute nichts und bin dann
- 41:23einfach auch irgendwie nach 4 Stunden wieder gegangen.
- 41:26Das heißt, wo, wo, wo kriegst du denn da jetzt deine Kicks?
- 41:29Also wenn dann mal Sonntag, Bergheim oder wenn n Freitag
- 41:32frei ist oder nur halber Tag zu arbeiten ist, dann auch gerne
- 41:35donnerstags golden Gate. OK, ja.
- 41:39Lina, danke gerne, dass du da warst.
- 41:44Golden Gate ist ne gute Sache, kann ich ja immer nur sagen.
- 41:48Dankeschön tschau tschau.