Latest / Augstein & Blome / Ist der AfD-Sieg historisch unausweichlich?
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- 0:02Lieber Kollege Augstein, hier spricht Blome. Grüße gehen raus in den Süden Europas.
- 0:07Ich hoffe, Sie verbrennen da unten nicht in diesen Waldbränden.
- 0:11Und wenn wir ein ordentlicher, solider Berliner Hauptstadt-Podcast wären,
- 0:17dann müssten wir jetzt über Thorsten Frey reden.
- 0:19Dann müssten wir der Frage nachgehen, ob Thorsten Frey, bislang Kanzleramtsminister,
- 0:26Minister für besondere Aufgaben im Kabinettsrang,
- 0:29der richtige Fraktionschef für die CDU-CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag ist
- 0:34und was das alles bedeutet für Friedrich Merz und den Fortgang der Reformereignisse.
- 0:39Das müssten wir machen, wenn wir ein richtiger...
- 0:43Stopp! Stopp! Ja, genau.
- 0:45Ich bin schon eingeschlafen und glücklicherweise sind wir kein richtiger Berliner
- 0:49Hauptstadtpolit-Podcast und deshalb können wir jetzt das Intro abspielen und
- 0:53danach uns mit interessanten Themen beschäftigen. Ivy, würdest du das mal für
- 0:56uns machen? Das mache ich sehr gerne.
- 1:17Okay, Augstein, okay, Blume. Wir sprechen also nicht über Thorsten Frey,
- 1:21weil langweilig. Über was wollt ihr denn dann sprechen?
- 1:24Dann trete ich jetzt in den Sprechsteig. Nein, ich will dann,
- 1:27dann will ich, lieber Kollege Augstein, lieber Eivind, dann möchte ich über,
- 1:34eine künstliche Intelligenz sprechen.
- 1:36Das ist auch Thorsten Frey auf eine Art, Herr Kanzleramtsminister.
- 1:39Egal. Also über eine künstliche Intelligenz und eine echte Havarie bei OpenAI,
- 1:43einem der größten Anbieter von diesen Programmen, reden.
- 1:47Und vor allem über die Art und Weise habe ich mich amüsiert und dann läuft einem
- 1:50aber auch kalt den Rücken runter, wie darüber geschrieben wurde.
- 1:53Also da ist eine KI-Anführung ausgebrochen, Abführung, wie ein wildes Tier aus
- 1:59einem sicheren Gehege, sicheren Umfeld, großen, totalen Isolation,
- 2:03war dann wohl doch nicht so isoliert und hat eine andere KI-Firma.
- 2:08Attackiert.
- 2:09Richtig wie ein Tier attackiert und dann auch erlegt, wenn man so will.
- 2:16Und damit werden die krassesten Fantasien und Science-Fiction-Filme irgendwie
- 2:22jetzt in einer Geschwindigkeit Realität, wo ich dachte, nee,
- 2:24das erlebe ich nicht mehr.
- 2:26Ja, hallo Blume, herzlich willkommen jetzt nochmal ganz offiziell zu einer neuen
- 2:30Ausgabe unseres Podcasts, die künstliche Intelligenz. Also Sie haben jetzt auch
- 2:34mitbekommen, dass das ein Thema ist. Freut mich für Sie.
- 2:37Ich als alter, möchte ich mal sagen, Science-Fiction- und Arnold Schwarzenegger-Fan
- 2:43weiß natürlich seit Terminator 2 Judgment Day, pass auf, jetzt kommt nämlich
- 2:48das entsprechende Zitat.
- 2:49The system goes online, August 4th, 1997.
- 2:53Human decisions are removed from strategic defense.
- 2:57Skynet begins to learn at a geometric rate. It becomes self-aware at 2.14 a.m.
- 3:05Eastern Time, August 29th. In a panic, they try to pull the plug.
- 3:11Ja, das Zitat sozusagen kommt einem unweigerlich in den Sinn.
- 3:16They try to pull the plug und dann stellen sie fest, es gibt gar keinen Stecker
- 3:20mehr, weil die künstliche Intelligenz bereits überall ist.
- 3:24Ich habe das auch gelesen, diese Meldung von OpenAI.
- 3:28Ich fürchte aber, dass Sie da einem Marketing-Gag aufsitzen,
- 3:34denn Sie glauben doch nicht wirklich, dass bei OpenAI ein KI-Modell ausgebrochen ist.
- 3:41Sie glauben doch nicht wirklich, dass die nicht in der Lage waren,
- 3:43das vom Internet abzuschirmen, um es zu testen.
- 3:48Das ist doch Quatsch. Das hier ist Marketing, lieber Kollege Blome.
- 3:52Weil OpenAI unter Druck steht, weil Anthropic, der Rivale, ein viel mächtigeres
- 3:58System offenbar entwickelt hat.
- 4:00Mythos, die Namen dieser Produkte und Firmen sind ja auch schon Teil der ganzen Geschichte.
- 4:07Der Mythos, was so mächtig ist und so gefährlich, dass die amerikanische Regierung
- 4:13den Zugang zeitweilig hat sperren lassen und nur bestimmte Firmen oder ausgewählte
- 4:17Personen dürfen das nutzen, gar keine Ausländer und so weiter.
- 4:21Und ich fürchte, der Marketing-Gag liegt jetzt darin, dass OpenAI sagt,
- 4:26wir können auch richtig gefährliche Kreaturen schaffen, wenn die ausbrechen,
- 4:31können die auch wahnsinnig viel Ärger machen.
- 4:33Wir wollen auch verboten werden. Unser Börsenwert muss auch steigen.
- 4:35Wir sind auch systemrelevant, auf uns kann man nicht verzichten und so weiter.
- 4:38Ich glaube, Sie irren sich. Ich glaube, was wir hier miterleben.
- 4:40Das ist widersprüchlich, was Sie sagen.
- 4:42Wenn es, also nun mal logisch betrachtet, wenn es Marketing wäre,
- 4:48würde es sich ja an eine Kundschaft richten,
- 4:52die man von den Vorzügen oder Stärken dieses Modells überzeugen müsste,
- 4:58mithilfe dieses Marketing-Gags. Die Leute, die...
- 5:02Die das wirklich kommerziell interessieren sollte, als Käufer meinetwegen,
- 5:07als Produzenten, die wissen das aber schon.
- 5:11Erstens. Zweitens, die anderen, das große breite Publikum, hat jetzt richtig
- 5:15einen Schrecken gekriegt. Also das ist das Gegenteil von Marketing.
- 5:18Darum glaube ich, so doof kann dann auch keiner sein, es auf diese Art und Weise
- 5:23zu versuchen, das Ding in den Markt zu bringen und damit Geld zu verdienen.
- 5:26Das ist jetzt nach hinten losgegangen, wenn es Marketing wäre.
- 5:28Und darum glaube ich, es war gar kein Marketing. es war ein absichtsvoll oder
- 5:34nicht absichtsvoll herbeigeführter Unfall.
- 5:37Und das ist mindestens so erschreckend.
- 5:41Aber Sie und ich, wir sind doch nicht die Adressaten für solche Konzerne und
- 5:49solche Konzernchefe. Das ist, glaube ich, ein echtes Missverständnis.
- 5:52Der Adressat ist Pete Hexeth und ist Donald Trump und der Adressat sind die
- 5:57Leute an der Wall Street. Denen muss man das nicht zeigen, wie stark es ist.
- 6:01Das ist mein Punkt. Hatte ich ja am Anfang gesagt, die Leute,
- 6:04die nachher das Geld auf den Tisch legen für so ein Programm,
- 6:07die müssen sie mit so einem Moment Schanz, wenn es denn einer wäre,
- 6:11nicht nochmal beeindrucken.
- 6:13Nee, offenkundig, ich referiere jetzt ein bisschen einen Text aus der Zeit,
- 6:17den mir mein mittlerer Sohn empfohlen hat.
- 6:20Grüße gehen raus an Titus Blome in weit auch in Südeuropa, wo er sitzt und vor
- 6:26sich hin schreibt und darum heute nicht zugeschaltet werden kann.
- 6:29Der hat mir einen Text aus der Zeit empfohlen, in dem steht,
- 6:32nee, das ist so, als würde man aus einem Auto, das sehr schnell fährt,
- 6:39die Bremsen quasi ausbauen und sich hinterher wundern, dass man in die Wand geknallt ist.
- 6:45Gut, ich empfehle Ihnen einen Text aus der New York Times von der Informatikprofessorin
- 6:50in Berkeley, Deirdre Mulligan, die der Meinung ist, Open AI wäre durchaus in
- 6:55der Lage gewesen, ein sicheres Testumfeld zu schaffen.
- 6:58Und wenn sie das nicht getan haben, haben sie es mit Absicht gemacht.
- 7:01Das Ding ist, wir beide verstehen nicht so fürchterlich viel sozusagen davon.
- 7:05Ehrlich gesagt, das ist das Interessante jetzt übrigens.
- 7:08In Wahrheit versteht davon im Moment niemand so richtig was,
- 7:10denn keiner weiß, wohin das geht und welche Auswirkungen es haben wird.
- 7:15Und deshalb ist der Umgang damit ja auch so wahnsinnig schwierig,
- 7:18sowohl politisch als auch ökonomisch.
- 7:22Ich meine, es ist doch spannend, dass ganz viele Firmen, nein,
- 7:25andersrum, es ist doch spannend, dass Menschen denken, die KI werde ganz viele
- 7:30Arbeitsplätze kosten und ganz viele Jobs werden sich auflösen.
- 7:33Sie können immer sehen, welche Berufe sind dann dran und welche nicht und wie
- 7:36lange dauert das und so weiter.
- 7:38Tatsache ist, bisher ist das aber noch gar nicht passiert.
- 7:41Also bis jetzt hat die KI noch keine Arbeitsplätze vernichtet.
- 7:44Alle glauben, aber sie werde das tun.
- 7:47Und jetzt kommt das Interessante und deshalb halten sie sich jetzt schon bei
- 7:49Neueinstellungen zurück. Das bedeutet, diese Auswirkungen, die man nicht abschätzen
- 7:55kann, haben heute schon reale Effekte.
- 7:59In so einer unübersichtlichen Welt bewegen wir uns, Globen, Sie und ich zusammen Hand in Hand.
- 8:05Ja, aber ich glaube, da traue ich den Firmen zumindest in bestimmten Branchen
- 8:09schon sehr genau zu, zu sehen, was die KI bereits jetzt kann.
- 8:14Welche Typologie von Arbeit sie ersetzen kann und da müssen sie nur die Berater
- 8:19oder die Anwaltskanzleien nehmen die genau sehen, dass ihre Kundschaft,
- 8:24die Firmen die normalerweise kamen und sagten ich habe ein Problem, könnt ihr mir das lösen?
- 8:28In Form von Beratung oder eben in Form von Juristerei, Anwaltstätigkeit die
- 8:34kamen früher mit dem Problem heute kommen die mit einer KI generierten Lösung
- 8:37die sie bei sich selbst gemacht haben und sagen, könnt ihr mir da mal drauf schauen?
- 8:42Das heißt, eine untere Einsteigerschicht in diesen Beratungsboden,
- 8:48in den Kanzleien, wird überflüssig gemacht, die nämlich früher die ersten waren,
- 8:53die den ersten Entwurf für die Lösung geschrieben haben.
- 8:55Das macht jetzt die KI und zwar auf Seiten des Kunden.
- 8:58Und da tut sich eine Menge und das sind absolute White-Collar-Jobs,
- 9:01das sind gut bezahlte Junganwälte, Jungberater, Beraterinnen und deren Jobs
- 9:08sind wirklich in Gefahr bzw.
- 9:10Werden gerade schon aussortiert oder eben nicht mehr neu besetzt,
- 9:12weil man sie einfach nicht mehr braucht.
- 9:14Da tut sich schon was. Das ist in weiten Teilen unvermessenes Terrain,
- 9:19das stimmt schon, aber ganz viele Dinge können Sie jetzt schon sehen.
- 9:22Ich glaube, es wird am Ende wie jede industrielle Revolution mehr Jobs geben,
- 9:27als es vorher gegeben hat. Also diese Revolution wird weniger Jobs vernichten,
- 9:31als sie neu schaffen wird, aber es wird sich massiv was verändern.
- 9:34Okay Blum, ich glaube, bevor wir beiden uns das zumuten sollten,
- 9:38hier noch länger über KI zu reden, machen wir mal einen Fortbildungskurs bei
- 9:41Ihrem Sohn, der wahrscheinlich intellektuell und auch generationenmäßig dafür besser geeignet ist.
- 9:46Aber ein Thema, darüber können wir beiden alten Männer schon reden,
- 9:49das ist nämlich die AfD und der scheinbar unaufhaltsame Aufstieg,
- 9:55möchte ich mal sagen, der AfD zur interplanetarischen Weltmacht.
- 10:00Das ist ja eigentlich schon irre, wenn man sich anguckt, wie die Öffentlichkeit,
- 10:06den Sieg, also ich möchte vor allem den Durchmarsch der AfD in Sachsen-Anhalt
- 10:10und vielleicht auch dann darüber hinaus bereits komplett eingepreist hat.
- 10:13So als sei das völlig unaufhaltsam. Ist Ihnen das auch aufgefallen?
- 10:17Ja, als wäre es quasi eine Gesetzmäßigkeit.
- 10:22Und so keschern die sich auch auf. Ich beziehe mich noch einmal.
- 10:27Auf den Wahlkampfauftrag der AfD in Magdeburg. Da habe ich mir hinterher noch
- 10:31Bilder aus der Halle angeschaut, da konnte ich nicht mehr dabei sein.
- 10:35Und dann haben die da Reden gehalten. Und das war sowas von homogener Masse
- 10:43dann, von Menschen, die draußen vor der Halle total nett gewesen waren und irgendwie
- 10:46lustig und so ein bisschen schräg, aber auch ganz normal.
- 10:49Und dann waren da auch bestimmt ein paar sehr, sehr schrille und sehr,
- 10:52sehr böse Menschen drunter.
- 10:53Aber in der Halle war es ein mehr ausgeteilten Deutschlandfähnchen und vorne,
- 10:59sprach als erstes der Landesschef der AfD in Sachsen-Anhalt in einem Ton,
- 11:06Entschuldigung, wie eine Sportpalastrede, soundmäßig.
- 11:10Nicht wörtlich, aber so vom Duktus her, wir, das ist jetzt der Aufbruch,
- 11:16wir sind die Hoffnung des ganzen Landes, auf uns schauen sie alle,
- 11:19wir werden siegen, wir kommen jetzt zum Siege, sagte der da.
- 11:24Und kein Zweifel daran, auch gar keine Idee, möglicherweise brauchen wir dann
- 11:27einen Koalitionspartner und schauen, was wir in Koalitionsverhandlungen mit
- 11:30dem rauskriegen, sondern das war einfach so, das fährt jetzt,
- 11:33das ist ein Gleis und wir werden ankommen und dann sind wir ganz alleine auf dem Planeten bzw.
- 11:38Regieren diesen Planeten ganz alleine. Ja, das ist wie eine Welle.
- 11:44Die nicht aufzuhalten scheint. Aber, jetzt können Sie noch was sagen,
- 11:48ich sage aber gleich auch nochmal, warum ich glaube, dass dieser Pessimismus
- 11:51schon Teil des Problems ist.
- 11:52Sie, Augstein, und Ihr Pessimismus sind Teil des Problems. Ich weiß nicht,
- 11:55ob das Pessimismus ist, Blume.
- 11:57Ich versuche das ja irgendwie nüchtern zu betrachten, so als gehörte ich nicht
- 12:02dazu. Das ist vielleicht eine komische Haltung, die man sich da so zudeckt,
- 12:05aber irgendwie hilft mir das ganz oft. Also ich tue so, als würde ich das von
- 12:09außen betrachten und ich gehöre nicht dazu.
- 12:11Und dann muss ich sagen, egal wie ich das finde, ob ich das gut oder schlecht finde, mir scheint
- 12:17tatsächlich, dass eine historische Entwicklung im Gang ist, die in Richtung
- 12:22auf diese Partei und auch auf diese Parteien ja weltweit sozusagen im Westen,
- 12:27schon längst zugelaufen ist.
- 12:29Ich glaube, das lässt sich sozusagen jetzt gar nicht mehr ändern.
- 12:32Tatsächlich ist auch meine Meinung, weil die Ursachen dafür in der Vergangenheit liegen.
- 12:37Und sie können heute nicht Weichen stellen, die sozusagen vor 10,
- 12:4220, 30 Jahren bereits festgesetzt wurden.
- 12:45Ich glaube, das geht so nicht. Ich glaube, man kann schon irgendwas am Lauf
- 12:48der Geschichte ändern. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin jetzt kein ewiger
- 12:51Defettist oder Determinist oder so.
- 12:54Aber sicherlich nicht von jetzt bis zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
- 12:58Das ist jetzt aber eine seltsame Mischung aus so Kulturpessimismus und totalem Pragmatismus.
- 13:06Also jetzt müssen sie sich schon entscheiden, ob sie grundsätzlich glauben,
- 13:09dass wir im Niedergang sind und es unausweichlich ist oder ob es nur nicht mehr
- 13:14in den nächsten sechs Wochen zu retten ist.
- 13:16Das ist ja schon ein kardinaler Unterschied, den sie da machen und ich glaube...
- 13:21Eine viel konsistentere Position kriegen sie hin, wenn man wie ich davon ausgeht,
- 13:27dass diese Wahl in Sachsen-Anhalt noch nicht,
- 13:31für die AfD und eine absolute Mehrheit der Mandate dort gelaufen ist,
- 13:35sondern man sich andererseits bei den anderen Parteien vielmehr schon darüber
- 13:39Gedanken machen müsste, wie man eigentlich mit der dann hochkomplizierten Situation umgeht,
- 13:44wenn die AfD eben nicht die absolute Mehrheit der Mandate macht.
- 13:48Ist es dann klug, sie rauszuhalten? Und eine,
- 13:52Koalition, Minderheitsregierung plus Tolerierung, wie auch immer.
- 13:55Also eine Mehrheit, Regierungsmehrheit bildet alle anderen Parteien gegen die
- 14:01AfD. Oder sollte man die Brandmauern niederlegen, was auch immer.
- 14:05Aber ich finde, es ist zu früh. Und auch grundfalsch.
- 14:10Und auch die eigenen Aussichten beschädigen, jetzt schon davon auszugehen,
- 14:13dass die das gewinnen werden.
- 14:15Aber sind sie nicht gerade in Sachsen-Anhalt bei rund 40 Prozent in Umfragewerten?
- 14:21Also was müsste denn passieren, dass sie nicht gewinnen werden?
- 14:24Naja, danke Ivy, vollkommen richtig. Blume, nein, das ist ganz kurz,
- 14:27ich muss, eine Sache ist echt wichtig, weil ich finde bei diesem Thema,
- 14:30ich habe das jetzt gerade in der FAZ gelesen, so eine Rezension von einem amerikanischen Buch
- 14:35oder englischen Buch, was gerade erschienen ist, zu dieser weltweiten Rechtsbewegung.
- 14:40Und der Typ sagt, das Hauptproblem sei, er setzt diese fünf Stufen der Trauerbewältigung
- 14:45nach Kübler-Ross, diese berühmten.
- 14:50Legt er sozusagen zugrunde, um zu verstehen, wie wir mit dem Phänomen dieser
- 14:53rechten Anbrandung da umgehen. Und er sagt, wir sind immer noch in Stufe 1 verleugnen.
- 15:00Und deshalb kommen wir auch so schlecht damit klar. Und deshalb waren wir auch
- 15:04politisch so schwach gegen diese rechte Revolution, die da gekommen ist,
- 15:09weil wir einfach bis zu allerletzt verleugnen, dass sie überhaupt stattfindet.
- 15:13Und das ist bei ihnen eben auch der Punkt. Da hat doch Ivy völlig recht.
- 15:16Was wollen sie denn eigentlich noch?
- 15:19Die haben jetzt 40 Prozent in den Umfragen. Ich meine Umfragen hin oder her,
- 15:23aber die Vorstellung, dass die nicht die Wahl gewinnen, ist eine reine Verleugnung.
- 15:26Das heißt, sie schließen die Augen vor der Realität. Und genauso ist man mit
- 15:30der AfD in den letzten zehn Jahren umgegangen.
- 15:33Auch gerade die Linken, auch gerade die Woken-Linken sind so damit umgegangen,
- 15:37weil sie immer gesagt haben, das sind alles Nazis, mit denen wir nichts zu tun haben.
- 15:40Und deshalb reden wir auch nicht über sie. Warten Sie mal, über die Woken Linken,
- 15:43wenn Sie das schon so nennen, reden wir gleich bestimmt nochmal,
- 15:46denn auf die Schuldfrage kommen wir ja auch nochmal. Einmal noch einen Schritt zurück, verleugnen.
- 15:51Das ist schon ein harter Vorwurf.
- 15:54Ich glaube, Sie haben recht, dass es immer noch keine richtige Antwort darauf gibt,
- 16:03Was die AfD eigentlich jetzt so groß gemacht hat in den letzten zwölf Monaten.
- 16:10Es gibt schon ziemlich gute Überlegungen und Hinweise darauf,
- 16:13was sie davor größer gemacht hat und übrigens zwischenzeitlich auch wieder kleiner gemacht hatte.
- 16:18Und von Verleugnen im Sinne von, wir gucken da gar nicht hin,
- 16:20die existieren gar nicht, ich sehe sie nicht, ich halte mir nämlich die Augen zu.
- 16:24Das stimmt einfach nicht. Und natürlich werden die als stärkste Partei da aller
- 16:32Voraussicht nach abschließen in Sachsen-Anhalt.
- 16:37Das war ja mein Punkt. Wenn sie nicht eine absolute Mehrheit machen,
- 16:40dann wird niemand mit ihnen koalieren. Und dann sind leider,
- 16:44das heißt leider, dann sind die anderen Parteien gefragt, was sie aus diesem
- 16:48komplizierten Wahlergebnis machen.
- 16:50Und niemand ist gezwungen, mit der AfD zu koalieren.
- 16:54Niemand muss dieses Programm auch nur in Teilen übernehmen, in eine Regierungskoalition.
- 17:00Das können sie von keiner anderen Partei verlangen.
- 17:03Und das ist nicht verleugnen, sondern das ist einfach...
- 17:06Beharren auf der Idee, dass diese Partei Dinge möchte und tun würde,
- 17:12die andere Parteien um keinen Preis mitmachen wollen. Vollkommen okay.
- 17:16Übrigens werden die anderen Parteien inzwischen wahrscheinlich auch genau deswegen
- 17:20gewählt, weil sie eben nicht die AfD sind.
- 17:24Also wenn wir von Gewinnen reden, dann reden wir von Gewinnen erst,
- 17:27wenn die AfD eine Mehrheit der Mandate hat. Die kann man mit 40,
- 17:3141, 42 Prozent der Stimmen unter bestimmten Umständen durchaus haben.
- 17:37Aber erst dann hat sie wirklich gewonnen und das ist offen.
- 17:40Verleugnen würde für mich auch bedeuten, wenn man sagt, da haben wir 30,
- 17:4540 Prozent der WählerInnen, die für diese Partei stimmen und wir haben aber
- 17:51mehrheitsmäßig noch die Möglichkeit, das ohne die Partei zu machen.
- 17:54Und also bilden wir eine Regierung aus Grünen, Tierschutzpartei,
- 17:57Linken, FDP, SPD, CSU und ich weiß nicht was, alles nur um die AfD zu verhindern,
- 18:04um auch dem AfD-Wähler ein Signal zu geben, deine Stimme ist verloren.
- 18:08Du wählst zwar die AfD, aber politisch wirst du damit nichts bewirken,
- 18:12denn wir werden mit dieser Partei nicht zusammenarbeiten.
- 18:15Und dann macht man das einmal und zweimal und dreimal und hofft dann,
- 18:18dass irgendwie die AfD-Wählerinnen irgendwann sagen, na gut,
- 18:21das bringt ja gar nichts, AfD zu wählen, dann wähle ich doch wieder CDU oder Tierschutzparteien.
- 18:25Das ist ja im Grunde das Kalkül, was dahinter steht.
- 18:28Das nenne ich aber verleugnen, lieber Blume, weil es ist das Ende der Demokratie,
- 18:32es ist das Ende der Repräsentation, es ist ehrlich gesagt auch das Ende der
- 18:36Vernunft und auch das Ende von Gesellschaft, weil sie im Grunde sagen,
- 18:39da sind 40 Prozent von den Leuten, mit denen wollen wir nichts zu tun haben.
- 18:43Das heißt, die anderen 60 Prozent sagen, uns verbindet mehr miteinander.
- 18:48Als uns gemeinsam von denen trennt.
- 18:51Das ist irgendwie ein merkwürdiges Gesellschaftsbild, was dann entsteht bei
- 18:57diesen Quantitäten. Das finde ich wirklich, lieber Kollege, ich sage es nicht
- 19:01gern, aber Sie haben jetzt...
- 19:04Sich derartig auf die Denkschablone der AfD eingelassen, das ist mich wirklich erschreckt.
- 19:09Jede Regierung der letzten Jahre in Deutschland hat auf Basis einer knappen
- 19:17Stimmenmehrheit regiert und 45 oder mehr Prozent.
- 19:22Der abgegebenen Stimmen dann links und rechts liegen lassen.
- 19:25Das heißt, wenn sie argumentieren, Moment, die haben aber 30 Prozent,
- 19:28die müssen jetzt mitregieren, Dann könnte jede einzelne Gruppe,
- 19:32insbesondere die Opposition, jedes Mal verlangen, Moment mal,
- 19:36wir sind hier fast 50 Prozent aller abgegebenen Stimmen, wir wollen auch mitregieren,
- 19:40nicht nur die anderen 50 Prozent, das
- 19:42nennt man Mehrheit, das nennt man Mehrheitsregierung, Koalitionsregierung.
- 19:47Ernsthaft jetzt, nein, eben nicht ernsthaft.
- 19:50Es gibt ja mehrere Wege raus aus diesem Dilemma. Jetzt können Sie sagen,
- 19:54dann muss jetzt einer sein Herz über die Hürde werfen und eben Juniorpartner
- 19:57bei Herrn Sigmund werden in Sachsen-Anhalt.
- 19:59Die CDU, die SPD, irgendeiner, der noch drin ist im Parlament,
- 20:02soll halt ihm dann in den Sattel helfen.
- 20:04Noch einmal, das können Sie von niemandem verlangen. Man könnte aber auch argumentieren,
- 20:08vielleicht verändert sich ein bisschen die AfD.
- 20:10Vielleicht denkt sie darüber nach, ihre Nazis rauszuschmeißen,
- 20:13die sie eindeutig in ihren Reihen hat.
- 20:15Und dann wäre sie eine CSU der 80er Jahre vielleicht und mit der könnte man dann sofort koalieren.
- 20:21Das heißt, der Weg raus aus dem Dilemma ist einer, den die AfD viel schneller
- 20:28herstellen kann und zu viel lockereren Bedingungen erreichen könnte,
- 20:34wenn sie sich von ihrem Hardcore rechtsaußen rechtsextremen Flügel trennen würde,
- 20:39als man das den anderen Parteien zumuten könnte, mit dieser AfD,
- 20:46die diesen Flügel noch dabei hat, zu koalieren.
- 20:50Noch dazu als Juniorpartner, jetzt stellen Sie sich das doch mal vor,
- 20:52es ist doch vollkommen unausdenkbar, dass irgendjemand als Juniorpartner außer
- 20:57dem BSW bei Herrn Siegmund von der AfD in Sachsen-Anhalt einsteigt.
- 21:02Das ist irreal. Sie reden irreal. Ich habe gar nicht gesagt, dass sie irreal reden.
- 21:05Ich habe gesagt, dass sie und die Leute, die so denken und reden wie sie,
- 21:10einen Realitätswechsel verleugnen.
- 21:12Ich glaube, sie wollen nicht wahrhaben oder können nicht wahrhaben,
- 21:15dass diese politische Nachkriegswelt, die wir kannten, Vergangenheit ist und
- 21:20dass dann neue Mechanismen am Wirken sind.
- 21:24Und ich glaube, dass umso mehr als sozusagen der Blick ins europäische oder
- 21:27westliche Ausland das ja auch zeigt und Deutschland war relativ spät dabei.
- 21:31Ich glaube, dass bestimmte Begriffe und Vorstellungen von Liberalismus,
- 21:35von Demokratie, von Inklusivität der Gesellschaft,
- 21:40auch vom Verhältnis Individuum, Gesellschaft, glaube, dass ganz,
- 21:43ganz viele von diesen Vorstellungen, die unausgesprochen,
- 21:47alle Parteien, die wir kennen und die wir für politikfähig halten,
- 21:52teilten oder immer noch teilen, dass das alles sozusagen ins Schwimmen und Rutschen geraten ist.
- 21:57Und deshalb funktioniert diese Arithmetik und diese Mechanik nicht.
- 22:00Ich sage auch gar nicht, mir ist es ganz egal, von mir können Sie auch gerne
- 22:04Recht haben, nur Sie werden merken, dass die Begriffe, das Wort Begriff bedeutet
- 22:08ja, Sie begreifen etwas, Sie fassen es an, dann können Sie es besser halten.
- 22:12Es ist wie so ein Werkzeug.
- 22:13Die Begriffe, mit denen Sie operieren, passen für unsere Gegenwart halt nicht
- 22:16mehr. Deshalb greifen Sie, lieber Kollege Blome, buchstäblich ins Leere.
- 22:20Naja, also es hat sich was verändert. Es gibt eine Partei, die möchte auch ganz
- 22:25viele Regeln ändern. Ja und das ist jetzt die Auseinandersetzung.
- 22:29Nur weil jetzt eine Gegenstimme auf dem Markt ist, heißt das ja nicht,
- 22:35dass mit der automatisch die neue Zeit geht.
- 22:38Das ist ja genau die Auseinandersetzung. Welche Republik hätten wir denn gerne?
- 22:42Welche Form des Umgangs hätten wir denn gerne im politischen Raum?
- 22:47Ist das, was da jetzt neu hinzugetreten ist und echten Zuspruch hat,
- 22:52leugne ich überhaupt nicht, auch im Westen übrigens mittlerweile massiv,
- 22:57ist das jetzt das, worauf es hinausläuft, setzen die sich durch,
- 23:00okay, das will ich sehen.
- 23:02Das will ich sehen und werde mir bestimmt nicht nur durch die schiere Existenz,
- 23:07und das zwischenzeitliche Hoch dieser Partei verbieten lassen,
- 23:12nochmal dagegen zu halten als andere CDU, SPD, Grüne oder ich weiß nicht welche Parteien.
- 23:17Sie sagen doch in Wahrheit, ey Leute, ihr seht doch wohin die Reise geht.
- 23:21Das ist doch eine historische Unausweichlichkeit. Nun macht doch mal Frieden und sperrt zu.
- 23:26Das können Sie doch von den anderen Parteien nicht verhalten.
- 23:28Nein, das tue ich nicht. Sie haben schon recht. Das, was ich sage,
- 23:32ist sozusagen ohne Handlungsanleitung.
- 23:35Das muss ich aber auch nicht. Ich bin kein Politiker und ich muss auch keine
- 23:38Lösungen anbieten und ich muss auch niemandem sagen, was er morgen machen oder
- 23:41wählen soll. Das ist überhaupt nicht mein Ding.
- 23:43Ich versuche erstmal zu beschreiben, was sich mir bietet an Umwelt und was sozusagen
- 23:49die Phänomene sind, die man sieht. Und ich finde, es hat sich einfach kolossal verändert.
- 23:56Und die Hilflosigkeit, nochmal, ich nenne es Verleugnen, das war aus diesem
- 24:02amerikanischen Buch, da wird eben Kübler-Ross Verleugnung.
- 24:06Mir kommt das auch vor wie Hilflosigkeit. Die Hilflosigkeit im Umgang mit diesem
- 24:09Phänomen ist doch gigantisch. Das schon eher, lieber Kollege Augstein.
- 24:14Es gibt im Moment keine Partei, die von sich behaupten könnte,
- 24:18sie hätte einen Schlüssel im Kampf, in der Konkurrenz, sage ich jetzt einfach mal.
- 24:25Um das nicht so martialisch aufzuladen, gegen die AfD. Eine Zeit lang durfte
- 24:31man, wie ich finde, zurecht annehmen, kriegst du das Migrationsthema in den
- 24:35Griff, im Sinne von Zahlen runter,
- 24:38ob das eine SPD-Regierung ist oder eine CDU-Regierung, ganz egal,
- 24:41kriegt eine Regierung, in Anführungsstrichen, das politische System,
- 24:44das in den Griff, dann geht es auch mit der AfD runter, denn so war es in der Vergangenheit.
- 24:49In der Gegenwart ist das im Moment nicht mehr der Fall und das hat eine massive
- 24:53Ratlosigkeit oder nennen sie es Hilflosigkeit.
- 24:56In den anderen Parteien ausgelöst. Überhaupt keine Frage. Aber das ist ja nicht verleugnen.
- 25:00Das ist einfach nur, wir sehen das Problem, wir haben keine Antwort im Moment
- 25:03darauf, aber das heißt ja nicht, wir sehen das Problem nicht.
- 25:06Blume, was mich so wundert beim Umgang mit der AfD ist, dass es bisher ja überhaupt
- 25:10nicht gelungen ist, die Partei inhaltlich zu stellen, denn die inhaltlichen,
- 25:15Wahlpunkte sind ja total gaga und sind gegen das Interesse der Wähler.
- 25:20Aber das gelingt nicht. Wir schaffen es nicht, in der Öffentlichkeit diese Partei
- 25:25als inhaltliche Kraft zu stellen und ihr zu begegnen, so wie die Öffentlichkeit
- 25:33das mit den anderen Parteien macht.
- 25:35Warum? Weil wir sie sozusagen im Ganzen ablehnen. Weil wir immer sagen,
- 25:38das sind Nazis und da gucken wir gar nicht dahinter, was wollen die eigentlich.
- 25:41Und ich glaube, dass das ein ganz großes Versäumnis war.
- 25:45Das sehe ich nicht so. Das trifft für einzelne Medien oder einzelne Gruppen
- 25:48in der Bevölkerung zu, in der Gesellschaft, die von Anfang an versucht haben,
- 25:52es über die Nazi-Keule zu lösen.
- 25:55Und das hat sich als untauglich erwiesen. Ich glaube, das konnte man sehr früh
- 25:57sehen, dass es so nicht funktioniert, weil die Wähler eben nicht und schon gar nicht alle Nazis sind.
- 26:04Inhaltlich stellen stimmt meines Erachtens auch nicht.
- 26:09Es wird permanent, wird die AfD inhaltlich gestellt. Permanent sagt man,
- 26:13das funktioniert nicht, was jeder vorschlägt.
- 26:15Das ist Quatsch. Wollt ihr aus dem Euro wirklich austreten? Spinnt ihr mit den
- 26:18Russen? Das sind ja alles inhaltliche Punkte.
- 26:21Was sie haben und was sie in Wahrheit, Entschuldigung auch schon,
- 26:24ich kenne sie inzwischen besser, als sie sich selber kennen.
- 26:27Was sie sagen möchten, ist doch, alles inhaltliche stellen, verfängt nicht.
- 26:33Weder bei der Partei, die sind so im Ausweichen und wegducken Profis,
- 26:37da kommen sie fast nicht mehr hinterher, aber vor allen Dingen nicht beim Wähler.
- 26:41Es ist den Wählern offenkundig, in größeren Teilen zumindest bei der AfD, egal,
- 26:46ob ihnen jemand nachweist, dass sie sich in den eigenen Fuß schießen,
- 26:50wenn sie diese Partei wählen, weil sie wirtschaftlich dann das Nachsehen haben,
- 26:53weil bestimmte Dinge dann nicht mehr funktionieren würden, weil, weil, weil.
- 26:57Also ein rationales Herangehen.
- 27:01Du hast erheblichen eigenen Schaden, wenn du das machst und diese Partei regiert, funktioniert nicht.
- 27:07Und jetzt ist die große Frage, warum nicht? Ich bin da nicht Ihrer Meinung.
- 27:10Sie erinnern sich, dass man seit Jahren immer gesagt hat, man muss die canceln,
- 27:14man darf die nicht einladen, man darf ihnen kein Forum geben,
- 27:17mit Rechten reden bringt sowieso nichts, weil sie eh immer lügen und so.
- 27:21Man hätte natürlich viel früher, viel offensiver diese Leute systematisch in
- 27:25die Torchhows einladen müssen und dann einfach systematisch ihnen immer sagen
- 27:28müssen, welchen Blödsinn sie reden und sich dann der Situation halt aussetzen,
- 27:32dass man es mit dem Gegenüber zu tun hat, das nicht nach den gleichen diskursiven Regeln spielt.
- 27:36Ich glaube, viele Leute hatten davor zu viel Angst, ehrlich gesagt.
- 27:39Das will ich nicht ausschließen. Und wie gesagt, Sie haben ja völlig recht.
- 27:42Es ist, zu viele Gruppen haben gedacht, sie können es mit dem reinen Ausgrenzen,
- 27:48und dem Argument, ihr seid Nazis und darum gehört ihr ausgegrenzt, versucht haben, ja.
- 27:53Ja, aber noch einmal, das inhaltliche Stellen, das ja mindestens seit einer
- 27:57geraumen Zeit jetzt schon läuft, verfängt nicht, weil offenkundig,
- 28:02so eine kluge These, die ich kurz nicht mal gelesen habe, offenkundig die AfD-Wähler.
- 28:08Es den AfD-Wählern wichtiger ist, andere Gruppen für vermeintliche,
- 28:12tatsächliche Vergehen bestraft zu sehen.
- 28:16Auch dafür, dass sie die Ordnung, die diese AfD-Wählergruppen so sehr lieben,
- 28:21die aber irgendwie ins Wanken geraten ist durch tausenderlei Gründe,
- 28:24weil sie diese Ordnung offen angeblich kaputt gemacht hätten.
- 28:28Also, dass das Bestrafungsinteresse.
- 28:32Größer ist als das Eigeninteresse, nämlich Eigeninteresse im Sinne von Wohlstand, Wachstum und so weiter.
- 28:39Und das fand ich zuletzt jetzt eine der wirklich wenigen, aber sehr überzeugenden
- 28:44Erklärungen, weshalb die AfD quasi immun ist gegen inhaltliche Kritik,
- 28:48gegen ihre eigenen Widersprüche, auch gegen ihre eigenen Skandale.
- 28:53Eben weil in einem größeren Teil ihrer Wählerschaft der Wunsch nach Bestrafung
- 28:58der anderen, anderer Gruppen so groß ist.
- 29:01Genau, eins der Hauptziele der AfD ist ja der öffentlich-rechtliche Rundfunk.
- 29:05Herr Sigmund hat schon gesagt, wenn er gewählt wird, wird er in Sachsen-Anhalt
- 29:09den Rundfunk-Staatsvertrag kündigen.
- 29:12Das kann er einerseits machen, andererseits so ganz so leicht ist es nicht und so weiter.
- 29:17Aber man sieht ja bei Donald Trump, dass man auch erstmal Fakten schaffen kann
- 29:21und dann die Gerichte hinterherhängen in der Nacharbeit.
- 29:25Also auch so kann man ein System lahmlegen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk,
- 29:29weil der denen zu, ja, keine Ahnung, zu Rogue ist, zu Linksversicht und so weiter.
- 29:34Das ist irgendwie echt kurios, nicht? Weil gerade hat das ZDF ja,
- 29:38hat vielleicht der eine oder die andere mitbekommen, einen Auftritt des Sängers Danger Dan,
- 29:44ganz toller Name, Danger Dan, ich glaube, der heißt irgendwie so Daniel Pongartz
- 29:47oder so, aber Danger Dan, und des wirklich hervorragenden Pianisten Ego Leavitt,
- 29:52abgesagt, gecancelt, weil die beiden zusammen ein Lied vortragen wollten.
- 29:59In dem, ehrlich gesagt, ganz klar zu Gewalt aufgerufen wird.
- 30:02Und das ZDF hat dann festgestellt, man sollte im Fernsehen nicht zu Gewalt aufrufen.
- 30:06Und dann haben die beiden, also Gewalt gegen Rechte, gegen Faschos,
- 30:10und dann haben die beiden ihre Show gerade jetzt gemacht in Berlin im Kolumbia-Theater.
- 30:15500 Leute waren ganz begeistert, haben praktisch die Feuerzeuge in die Luft
- 30:19gehoben und so Marius Müller-Westernhagen.
- 30:21Freiheit, Freiheit. Also alle zusammen gegen die Faschos. Und dann hat das ZDF
- 30:27das gecancelt, aber es reicht der AfD immer noch nicht. Blume,
- 30:30unsere Gegenwart wird immer komplizierter.
- 30:32Ich verstehe es langsam nicht mehr.
- 30:35Deshalb ziehe ich mich hier auch in meinen Rosé zurück. Augstein,
- 30:39ich glaube, nicht jeder kennt dieses Lied. Nicht jeder kennt Danger, Dan und Igor Levit.
- 30:46Vielleicht sagen Sie mal und lesen Sie mal die drei Zeilen vor,
- 30:49die das ZDF tatsächlich bewogen hat, einen Auftritt abzusagen.
- 30:53Hier geht es nicht um Canceln, so wie man in der DDR gecancelt wurde,
- 30:56indem man als physische und soziale Existenz einfach vernichtet wurde.
- 31:02Auch eine kleine Verwechslung, die die AfD sehr, sehr gerne immer mitmacht,
- 31:06um Deutschland und die DDR gleichzusetzen. Also, die haben einen Auftritt nicht bekommen.
- 31:12Okay, aber warum genau? Lesen Sie doch mal vor.
- 31:15Ja, aber ich muss das jetzt aber nicht so machen, wie Danger, Dan, das singt.
- 31:19Das ganze Lied ist eine Anleitung zum Antifa-Kampf, wie man praktisch mit halb-Klandestinen,
- 31:25halb-Untergrundmitteln gegen Faschos vorgeht. Und es endet dann mit,
- 31:28plant immer mit der Konfrontation, Habt Überraschungen dabei, wenn sie kommen.
- 31:33Juristisch ist mal wieder die Grauzone geschrammt. Ich lasse ihn jetzt einfach
- 31:36mal im Raum. Den Elefant ist eh klar, was zu tun ist. Ich sage nichts mehr dazu.
- 31:42Liebe Grüße an Lina, Gucci, Maya und Nanook.
- 31:46Diese Leute sind alle Mitglieder der Hammerbande, die in Ungarn, wo war das?
- 31:532023 in Budapest mit Hammern auf Hämmern auf mutmaßliche Neonazis eingeschlagen
- 32:02haben und ihn dabei die Schädeldecke und sonstige Sachen zertrümmert haben.
- 32:05Also wenn das kein Aufruf zur Gewalt ist, dann weiß ich auch nicht was.
- 32:08Und ich finde es deshalb auch so bizarr, dass Danger Dan und Igor Levick jetzt
- 32:12in den Medien sagen, sie seien es
- 32:14gecancelt worden und der Kampf gegen den Faschismus wird unterdrückt, weil,
- 32:17man kann das ja machen, dass man sagt, ich bin voll für Gewalt.
- 32:20Aber ich finde nicht, dass man das verlangen sollte, im öffentlich-rechtlichen
- 32:24Rundfunk damit gesendet zu werden.
- 32:25Das ist schon irgendwie schräg, oder? Ja natürlich ist das Schreck.
- 32:33Ich finde die Aufregung, da sind wir mal beieinander, lieber Kollege, auch schon.
- 32:36Ich finde die Aufregung auch echt überblasen, als wäre damit jetzt das ZDF aus
- 32:42dem Lager der Antifaschisten ins Lager der Faschisten, aber direkt gewechselt
- 32:47und würde nunmehr alles canceln, was,
- 32:51links von Herrn Höcke ist.
- 32:54So ein Quatsch kann ich nur sagen. Es ist schon beinahe lustig zu sehen.
- 33:00Wie man sich in diesem Dilemma eben auch verlieren kann, Das ZDF,
- 33:04das sicherlich von sich behaupten würde, ganz vielen Kollegen,
- 33:07denke ich mir, kann man das unterstellen, dass sie nicht AfD sind, müssen jetzt aber,
- 33:13etwas durchziehen und exekutieren,
- 33:17das sich selber als den Kampf gegen die AfD und diese anschwellende Welle,
- 33:22von der wir ja anfangs gesprochen haben, definiert.
- 33:25Also Danger Dan und Igor Leavitt sehen sich, und das tun sie subjektiv wahrscheinlich
- 33:30wirklich ganz ehrlich auch, als die Kämpfer, aufrechten Kämpfer gegen die AfD.
- 33:38Und wenn man ihnen sagt, ja, könnte schon sein, aber nicht so oder zumindest
- 33:41nicht so bei uns, dann hat man sich natürlich aus deren Sicht ins Lager der AfD gestellt.
- 33:49Und das ist das Problem der Linken. Die können eben nur ihr eigenes Lager sehen
- 33:54und alles andere ist dann automatisch das andere und das böse.
- 33:58In dieses Loch ist gerade das ZDF gefallen. Und darum ist dieser Aufruhr auch
- 34:01so groß. Und jetzt müssen die noch eine Sendung machen, wo sie das erklären
- 34:04und dann noch eine andere, wo sie diskutieren.
- 34:06Rubbish. Sie können im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht die Damen und
- 34:11Herren von der Hammerbande grüßen und sagen, habt ihr in Wahrheit ganz schön
- 34:14gut gemacht mit dem Hammer.
- 34:15Blum, ich bin mir nicht ganz sicher, in welche Richtung Sie mich da gerade führen wollen.
- 34:21Aber ich habe ein bisschen das Gefühl, das geht so dahin, so in Wahrheit sind
- 34:24ja doch die Linken schuld am Aufstieg der AfD. Ich würde das gerne sauber trennen,
- 34:28denn ich betrachte mich als konservativen, altmodischen Lenken.
- 34:33Und ich finde, ich habe tatsächlich mit dem Burkenquatsch nichts am Hut,
- 34:36weil ich glaube, dass es ein großer Irrweg und ein Abweg war.
- 34:39Und weil die städtischen Eliten gedacht haben, sie können mit dem
- 34:43Neoliberalismus ihren Deal machen und dann sozusagen die arbeitenden Massen
- 34:47in der Peripherie einfach aus den Augen lassen, um es jetzt mal ganz,
- 34:50ganz kurz und platt zusammenzufassen und auch zu erklären, warum ich mich als
- 34:53Anti-Woke bezeichnen würde.
- 34:55So, die Linken sind sicherlich nicht schuld am Aufstieg der AfD.
- 35:00Vielleicht, wie gesagt, diese urbanen Eliten, zu denen ich auch Igor Levit oder
- 35:06mich selber oder sie oder der hinterden zählen würde, die eben gedacht haben,
- 35:10man kann irgendwie so die Früchte des Kapitalismus genießen,
- 35:13Alle haben gutes Gewissen.
- 35:15Wir trinken nur noch Bier, was irgendwie mit dem Hintern gemacht ist und so weiter und so weiter.
- 35:19Aber Augstein, das ist doch echt nur eine definitorische Lösung des Problems.
- 35:25Das ist jetzt wirklich witzig.
- 35:26Sie sagen, nein, nein, die Linke war nicht schuld.
- 35:28Okay, ja, die, die sich links genannt haben und linke Politik gemacht haben,
- 35:32die haben zwar den Aufstieg der AfD befördert, ja stimmt schon,
- 35:34aber das waren ja gar nicht echte Linke, das waren ja falsche Linke.
- 35:37So kann man es sich jetzt auch erklären.
- 35:40Nicht die Linken, ich meine. Die richtigen Linken. Ja, nein,
- 35:44bedeutet schon was, weil ich glaube eben, dass dieses Wort links natürlich auch als Kampfbegriff,
- 35:48ganz anderes Thema, natürlich komplett sinnentfremdet wurde mit einem gewissen
- 35:54Bedacht und mit Absicht und so weiter.
- 35:56Deshalb ist natürlich auch das Angriffsziel der AfD, sind ja nicht die Linken,
- 36:01sondern ist sozusagen dieses woke, grün versiffte bürgerliche Milieu.
- 36:06So vorsichtig müssen wir dann schon auch sein, finde ich, mit den Begriffen.
- 36:09Ne, so einfach auch schon ist es nicht. Jetzt unterstellen sie,
- 36:12wenn man nur ein bisschen weniger Postcolonial Studies machen würde an der Uni
- 36:16und ein bisschen weniger gendergerechte Toiletten oder Amtsansprache,
- 36:20dann wird das schon wieder was gegen die AfD. Das ist nicht der Punkt.
- 36:24Die AfD bzw. die Linke hat die falsche Politik für Arbeiter gemacht.
- 36:29Sie hat dem Gerechtigkeitsempfinden der Arbeiter ins Gesicht geschlagen und
- 36:34darum hat sie sie auch alle verloren. Und das ist die klassische alte Linke
- 36:37gewesen, zumindest in ihrer aktuellen Gegenwartskleidung.
- 36:42Darüber hinaus haben die Grünen einen Klimaschutz betrieben, der die Leute,
- 36:47in manchen Übertreibungen und manchen Ausgestaltungen, zum Beispiel dem Heizungsgesetz,
- 36:53so verstört hat, dass sie sich geflüchtet haben,
- 36:57in die Erzählung von der AfD, müsst ihr alles nicht machen, ist alles viel zu
- 37:01teuer, können wir alles bleiben lassen, weil diesen Klimawandel gibt es ja eh nicht.
- 37:06Und das glaube ich wirklich, man sollte niemals irgendeiner Seite alleinige
- 37:09Schuld geben, das hat immer tausend Gründe.
- 37:11Aber ganz überwiegend müssen wir über diese beiden Phänomene reden.
- 37:14Warum sind die Arbeiter weggelaufen und warum sind all jene Leute weggelaufen,
- 37:19die sich irgendwann überfordert fühlten von einem moralisch sehr massiv überladenen,
- 37:24aufgeladenen, extrem teuren Klimaschutz?
- 37:26Ich glaube, dass Klimaschutz… Und das sind zwei linke Projekte,
- 37:29tut mir leid. Nein, nein, nein, das ist ein echtes Mittel. Gut,
- 37:31ist mir jetzt auch egal, also keine Ahnung, aber ich empfinde das anders.
- 37:34Nach meiner Begrifflichkeit ist das nicht so.
- 37:36Klimaschutz, der den Klimaschutz absolut stellt und sich um die sozialen Konsequenzen
- 37:41nicht oder zu wenig kümmert, ist nicht links.
- 37:43Das ist einfach Quatsch, weil das ist dann ein Klimaschutz für wohlhabende Grüne
- 37:47aus den Städten, die sich das leisten können und die mit gutem Gewissen irgendwie
- 37:51mit dem Lastenfahrrad zum Biomarkt fahren und Homeoffice machen.
- 37:55Das ist aber nicht der Klimaschutz, den sozusagen Leute, die in der Fläche normale
- 37:59Jobs haben und das Auto brauchen, nachvollziehen können.
- 38:03Deshalb ist dieser Klimaschutz nicht links und das war er auch nie.
- 38:06Und wenn das gelungen ist, das in den Medien so zu verkaufen,
- 38:08dann ist das eine mediale Strategie, keine Ahnung, aber sorry,
- 38:12so war links nie gedacht.
- 38:14Links ist natürlich dann schon so gedacht, dass man guckt irgendwie so,
- 38:16wie geht es den Menschen am unteren Ende der Gesellschaft tatsächlich in ihrem realen Leben.
- 38:21Und was bedeutet es tatsächlich für sie, diese Transformation in eine irgendwie
- 38:25ökologisch neutralere Gesellschaft zu vollziehen.
- 38:29Und da sind natürlich dann die großen Versäumnisse gemacht worden.
- 38:31Da können sie ja dann trotzdem sagen, es waren aber Grüne und SPD, die das gemacht haben.
- 38:35Das ist ja meine Hauptkritik an den Grünen und an der SPD, dass sie eben keine
- 38:40linke Politik gemacht haben. Und ich finde, sie haben dafür zumindest die SPD
- 38:44auch zu Recht die Quittung bekommen.
- 38:49Okay, dann fasse ich jetzt mal zusammen am Ende dieses ereignisreichenden Podcasts.
- 38:54Es waren linke Parteien, die keine linke Politik gemacht haben,
- 38:59weswegen die Rechten jetzt gewinnen.
- 39:04Ungefähr so? Warum vergetten Sie das jetzt? Ganz kurz, mir ist das total wichtig
- 39:08und wir sind noch nicht am Ende unseres Podcasts.
- 39:10Ich lasse Sie hier noch nicht, so schnell kommen Sie hier nicht vom Hof.
- 39:13Es ist ein total zentrales Thema, was wir hier am Wickel haben,
- 39:16weil wir uns sozusagen, inzwischen gibt es so eine Art allgemeine Einigung darauf,
- 39:21warum die Rechten gewonnen haben. Da wird dann immer gesagt,
- 39:24das ist ein bisschen Migration und das ist ein bisschen.
- 39:29Das kulturelle Thema mit der Identität und bla bla bla bla bla.
- 39:33Es geht aber komplett unter, dass für ganz viele Leute am Ursprung ihrer Entscheidung
- 39:39für rechte Parteien oder von der Wegwendung von den Mitte-Parteien,
- 39:43ökonomische, reale Probleme sind, die mit gesamtgesellschaftlichen und wirtschaftlichen
- 39:48Entwicklungen zu tun haben.
- 39:49Wie gesagt, der Bus fährt nicht mehr, es gibt keinen Supermarkt mehr im Ort,
- 39:53die Poststation hat zugemacht, ich mache eine Arbeit, bei der ich total entfremdet
- 39:57bin, wo es keinen Respekt mehr gibt und wo der Computer meinen Tagesablauf bestimmt.
- 40:02Ich habe das Gefühl, ich verliere die Kontrolle über mein Leben und so weiter und so weiter.
- 40:06Und ich finde es echt spannend, wie es schon wieder gelingt,
- 40:11auch medial, auch im Gespräch mit Ihnen, man merkt es ja immer,
- 40:15sozusagen Verantwortungen wegzuschieben.
- 40:18Der Aufstieg der AfD ist eins zu eins das Produkt einer neoliberalen Ideologie,
- 40:25deren Früchte wir jetzt hier sehen, lieber Kollege Blume.
- 40:29Aukstein, wir stellen fest, das hat auch viel mit Definitionen zu tun.
- 40:33Was ist jetzt hier eigentlich links und jetzt mal im Ernst, was ist neoliberal?
- 40:37Aber eins ist doch auch richtig und das widerspricht eben dann doch sehr stark
- 40:41dem, was sie gerade entwickelt haben und sehr sauber jetzt hier in den Diskussionsraum,
- 40:46in den Diskursraum gestellt haben.
- 40:49Die Politik der letzten 20 Jahre, beginnend bei Angela Merkel,
- 40:54würde man doch nicht als neoliberal bezeichnen.
- 40:57Es sind aber eben diese letzten 20 Jahre, in denen die AfD langsam,
- 41:00aber sicher, mit Rückschlägen, aber dann eben doch alles in allem in die Position
- 41:06gekommen ist, in der sie jetzt ist.
- 41:09Also wie kann eine Politik verschiedenster Regierungen auf verschiedensten Ebenen,
- 41:15die nicht neoliberal war, darauf können wir uns glaube ich einigen, dazu geführt haben.
- 41:23Über den Neoliberalismus die AfD groß zu machen. Das ist ein Widerspruch in sich.
- 41:28Ich glaube darum, dass wir nach anderen Dingen suchen müssen.
- 41:31Sie haben recht, die Vereinzelung der Menschen in einer sich fragmentierenden
- 41:35Gesellschaft, die den Zusammenhalt verloren hat und vielleicht auch in Teilen
- 41:38die Kontrolle verloren hat.
- 41:39Ja, aber das glaube ich dem Neoliberalismus, also der Wettbewerbswirtschaft,
- 41:44der Betonung des Individuums vor dem Großen und Ganzen zuzuschieben ist zu einfach.
- 41:51Das passt einfach nicht.
- 41:52Wir haben diese Politik nicht gemacht, darum kann sie auch nicht diesem Aufstieg zugrunde liegen.
- 41:57Aber habt ihr nicht in eurer letzten, also in der Sonderfolge,
- 42:01seid ihr nicht zu dem Schluss gekommen, zum Thema Spanien jetzt aber, dass die Union,
- 42:06in ihrer Spitze zu liberal war und deswegen die Basis nicht mehr da war oder
- 42:12nicht mehr die Verknüpfung zur Basis für sie da war?
- 42:15Und ist das nicht eigentlich der Gegenpunkt zu dem, was du jetzt gerade gesagt hast?
- 42:20Also dass eben die schon rechten Parteien und Beispiel Union zu liberale Politik
- 42:26gemacht haben und deswegen potenziell auch Raum für die AfD gegeben haben.
- 42:30Ivy, ich weiß, was du meinst.
- 42:34Und ich glaube, es ist ein bisschen so, wie der Kollege Blome gesagt hat.
- 42:37Über dieses Thema könnten wir noch einen extra Podcast machen und das machen
- 42:41wir auch. Aber ich glaube, wir binden jetzt mal ab an die Stelle und entlassen
- 42:45alle Leute in den Rest ihres Lebens. Bis nächste Woche. Danke und tschüss, oder?
- 42:49Ja, und vor allem könnten alle Hörerinnen und Hörer auf Campfire weiter diskutieren.
- 42:54Ah, vollkommen richtig. Ich habe da auch schon einen Kommentar meinerseits kommentiert,
- 43:00Blume. Sie auch? Ich stehe kurz davor.
- 43:02Ich will was besonders Kluges schreiben. Das dauert bei mir immer ein bisschen.
- 43:05Okay, alles klar. Bis nächste Woche. Tschüss. Tschüss. Tschüss.