Latest / Gin And Talk / Gregor Gysi über Geschichte, Werte und Gerechtigkeit
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- 0:00Speaker 0: Das war im Frühjahr ganz klar.
- 0:02Speaker 0: Also jeder Bergmann hat eben SPD gewählt, natürlich gab es Ausnahmen und jeder Beamte hat im CDU gewählt.
- 0:09Speaker 0: Und das konnte man sich alles auserstimmen?
- 0:10Speaker 0: Alles nicht mehr!
- 0:11Speaker 0: Es ist völlig durcheinander.
- 0:13Speaker 0: Vom Euro lebt am meisten Deutschland.
- 0:15Speaker 0: Das steht fast nicht etwa Griechenland oder die anderen.
- 0:19Speaker 0: Jetzt sind die großen Konzernen und Banken noch mächtiger geworden als früher.
- 0:23Speaker 0: Die haben ja auch nicht gelitten unter Corona.
- 0:26Speaker 0: Und was die Bevölkerung nicht mehr versteht, ist dass so ein Konzert Milliarden an Kurzarbeiter Geld kassiert und dann riesige Gewinner in die Aktionäre aushalten.
- 0:34Speaker 0: Nicht mal verpflichtet ist das zurück zu zahlen wenn solche Gewinne machen.
- 0:38Speaker 0: Natürlich war die Bundesrepublik der DDR überlegen infrage der Freiheit unter Demokratie aber auch der Produktivität und finde es andere desbaren Angebots heise recht usw.
- 0:50Speaker 0: Aber in der DDR gab es eben auch Dinge die funktioniert haben.
- 0:54Speaker 1: Herzlich willkommen zu dieser ganz besonderen Episode von Gen & Talk.
- 0:58Speaker 1: Mein Name ist Daniel Vög und ich freue mich wirklich sehr, dass wir heute den ersten Geburtstag dieser Show feiern dürfen!
- 1:06Speaker 1: Für diese – die nun mehr vierzigste Episode von gen&talk haben wir unseren Badresen eingepackt, sind nach Berlin gefahren und haben Gregor Gisi in seinem Büro im Deutschen Bundestag besucht.
- 1:17Speaker 1: Gregor Giszi ist Politiker und Rechtsanwalt.
- 1:20Speaker 1: Er zählt Zweifelsohne zu den bekanntesten politischen Akteuren des Landes, und nahm insbesondere in den Jahren der Wiedervereinigung eine prägende Rolle für die heute vereinte Bundesrepublik ein.
- 1:31Speaker 1: Er transformierte die DDR-Staatspartei SED hin zur PDS, die heute schließlich als Die Linken bekannt und aktiv ist.
- 1:39Speaker 1: Gisji ist nach wie vor Mitglied des Deutschen Bundestages – und tritt auch bei der kommenden Wahl noch einmal an!
- 1:46Speaker 1: Ich freue mich auf ein Gespräch über die deutsche Nachkriegsgeschichte, Werte und Gerechtigkeit.
- 1:52Speaker 1: Bevor wir aber gleich in das Gespräch starten noch ein besonderer Geburtstagswunsch von mir!
- 1:58Speaker 1: Wenn dir die Show gefällt, klicke bitte auf den Abonnieren-Button bei Spotify, Apple Podcasts oder wo auch immer du uns gerade zuhörst – gerne auch bei Instagram, das hilft uns wirklich sehr.
- 2:10Speaker 1: Nun aber viel Spaß beim Zuhören Und schön, dass ihr auch bei dieser vierzigsten Episode alle wieder mit dabei seid.
- 2:35Speaker 0: Die düstere Atmosphäre
- 2:42Speaker 1: unserer Studiobahn.
- 2:51Speaker 1: Gregorise, ich freue mich sehr das es heute klappt dass wir uns hier in Berlin treffen können auch unter diesen ja quasi erschwerten Pandemie-Bedingungen.
- 3:01Speaker 1: Es ist ganz toll weil tatsächlich sind sie unsere Jubiläumsfolge wenn man das so sagen darf.
- 3:08Speaker 1: es ist nämlich unsere vierzigste Folge inzwischen.
- 3:11Speaker 1: seit ziemlich genau einem Jahr gibt es das Format Und sie sind tatsächlich der erste Politiker, mit dem wir uns in dieser Pandemie endlich mal auch live treffen können.
- 3:22Speaker 1: Also wir hatten jetzt die letzten Wochen Kevin Kühnert im Gespräch, wir hatten Wolfgang Kubicki im Gesprächen aber Sie sind tatsächlich den ersten, mit denen wir uns mal wieder live treffen könnten ohne eine Kamera zwischen uns also ohne virtuell quasi zu sprechen?
- 3:37Speaker 0: Ja das finde ich auch sehr angenehm.
- 3:39Speaker 0: Gerne mache ich das zu Ihrem Jubiläum.
- 3:41Speaker 0: mein vierzigstes Juläum.
- 3:43Speaker 0: Jubiläum, also als ich vierzig Jahre alt wurde ist schon lange her.
- 3:47Speaker 0: Insofern haben sie noch sehr lange Zeit vor sich und die Pandemie geht mehr natürlich auch auf den Nerven und diese Zoom-Konferenzen geben mir auch auf die Nerven.
- 3:55Speaker 0: Und die gestalten sich natürlich ganz anders als ein persönliches Gespräch.
- 4:00Speaker 0: Na denn Matau!
- 4:01Speaker 1: Richtig ja.
- 4:03Speaker 1: Genau wie geht es Ihnen dann mit dieser besonderen Situation?
- 4:06Speaker 1: Die wir jetzt seit über einem Jahr haben...
- 4:09Speaker 0: Also mir geht das im Kern gut.
- 4:12Speaker 0: Ich war nie infiziert und gehe auch davon aus, dass ich nicht infiziert werde.
- 4:17Speaker 0: Ich glaube, ich treibe auf Holz damit es auch so bleibt.
- 4:20Speaker 0: Und ich hatte plötzlich oft abendefrei weil die Veranstaltung abgesagt werden mussten... ...und wusste nicht wie ich damit leben kann oder habe festgestellt das sich damit ganz gut leben kann.
- 4:33Speaker 0: Also insofern war's für mich auch lehrreich.
- 4:36Speaker 0: Das zweite was ich gemerkt habe ist dass eine bestimmte Bedürfnisse, die so selbstverständlich sind.
- 4:43Speaker 0: Wenn sie einem plötzlich die Befriedigung entzogen wird wie sehr man darunter leidet also keine Gaststätten kein Kino, kein Theater, keine Oper, keine Konzerte nichts dergleichen.
- 4:55Speaker 0: selbst Privatbesuche privat feiern alles eingeschränkt etc.
- 5:00Speaker 0: das war schon enorm und ich hatte richtig jetzt eine große Sehnsucht nach einer Gaststätte.
- 5:07Speaker 0: öffnen sie ja wenigstens außen, also das ist ja schon wieder ein Stück Hoffnung.
- 5:12Speaker 0: Und das letzte was mich erschreckt hat, ist etwas anderes.
- 5:16Speaker 0: Zwanzig Prozent der Bevölkerung waren immer strikt dagegen, glauben die Regierung kein Wort und den anderen etablierten Parteien glauben sie auch keinen Wort und die denken in der Politik zu wenig darüber nach weshalb das so ist.
- 5:30Speaker 0: nicht dass ich deren Auffassung teile aber man muss das hier ernst nehmen.
- 5:34Speaker 0: Ein Fünftel der Bevölkerungen ist eine Menge.
- 5:38Speaker 0: Andererseits gibt es natürlich auch Politikerinnen und Politiker, die gemerkt haben.
- 5:43Speaker 0: Wenn man eine plausible Begründung hat – vielleicht auch eine, die nicht stimmt – sind achtzig Prozent bereit auf ihre Grundrechte zu verzichten.
- 5:52Speaker 0: Meine Sorge ist, dass das irgendwann und irgendwie missbraucht
- 5:57Speaker 1: wird.".
- 5:59Speaker 1: Ja, das ist richtig!
- 6:00Speaker 1: Wir haben ja in diesem Jahr quasi alles gesehen.
- 6:02Speaker 1: Wir hatten Rechts-Demonstrationen, wir hatten linke Demonstration und grüne Demonstationen.
- 6:10Speaker 1: Wir haben wirklich das komplette Spektrum teilweise auch wild vermischt gerade hier in Berlin.
- 6:19Speaker 1: Eigentlich muss man ja auch sagen wenn man jetzt die Umfragewerte im Hinblick auf die Bundestagswahl anschaut sehen wir ja auch eine vollkommen veränderte Situation.
- 6:28Speaker 1: Also die lange gewohnten Muster, das langen gewohnte Wahlverhalten natürlich mit Veränderungen aber so die große Aufteilung war eigentlich immer klar und jetzt gibt es irgendwie auch eine grüne Kanzlerkandidatin, die auf einmal eine berechtigte Chance hat auf eine Kanzlerkandidatur und dass sie diese auch gewinnen könnte.
- 6:53Speaker 1: Glauben Sie, ein Stück weit durch die Pandemie bedingt oder ist es dadurch bedingt, dass vielleicht durch die Pandemie auch viele Missstände sichtbarer wurden.
- 7:04Speaker 1: Die gerade auch in unserer Gesellschaft sichtbaren wurden durch soziale Ungerechtigkeiten und so weiter?
- 7:12Speaker 0: Nein, die AfD war ja schon stark bevor es überhaupt die Pandemie gab.
- 7:17Speaker 0: Das heißt, die Veränderungen der Gesellschaft zeichnen sich seit längerer Zeit ab.
- 7:22Speaker 0: Man hat die deutsche Einheit falsch herbeigeführt und dadurch erreicht, dass die Unterschiede zwischen Ost- und Westhäute noch existieren als ob wir nicht schon seit dreißig Jahren in einer Einheit leben.
- 7:34Speaker 0: Das liegt daran das die westdeutsche Bundesregierung eben gar kein Interesse an der DDR hatte sich nichts angeschaut hat damit aber auch das Leben der Menschen diskreditiert wird allen Folgen die das hatte.
- 7:50Speaker 0: Das zweite ist, dass wir überhaupt Verschiebungen haben.
- 7:52Speaker 0: Es gibt ja das Ende des Staatssozialismus.
- 7:56Speaker 0: damit... gibt es diese grundsätzliche Auseinandersetzung gar nicht mehr.
- 8:01Speaker 0: Und alle dachten, das ist alles vorüber und man lässt den Westen wie er ist.
- 8:04Speaker 0: Man löst natürlich die NATO nicht auf sondern nur dem Warschauvertrag.
- 8:07Speaker 0: Alles muss bleiben, du brauchst die NATO.
- 8:09Speaker 0: ein Feindbild hat aber keins.
- 8:11Speaker 0: nun haben sie Russland als Feind Bild erfunden um sich wieder zurechtfertigen eine ständige Aufrüstung zu rechtfertigen dass das alles nicht besonders klug.
- 8:20Speaker 0: ehrlich gesagt Wie das gelaufen ist, dann ist die Politik wird für viele immer unglaubwürdiger.
- 8:26Speaker 0: Erstens wird eine falsche Sprache gesprochen.
- 8:29Speaker 0: Zweitens gibt es nachdem man eine politische Entscheidung getroffen hat immer den Tagesordnungspunkt wie verkaufen wir es an die Bevölkerung?
- 8:36Speaker 0: Das heißt nicht was waren wirklich unsere Beweggründe sondern welche benennen wir in der Hoffnung dass die am meisten Zustimmung finden.
- 8:44Speaker 0: das merken die Leute instinktiv.
- 8:47Speaker 0: Das alles führt das Misstrauen.
- 8:49Speaker 0: Dann sind die Bindungen der Bürgerinnen und Bürger an Parteien überachtlich geschwunden.
- 8:56Speaker 0: Das war im Frühjahr ganz klar, also jeder Bergmann hat eben SPD gewählt.
- 9:01Speaker 0: natürlich gab es Ausnahmen und jeder Beamte hat im CDU gewählt.
- 9:04Speaker 0: das konnte man sich alles auserstimmen.
- 9:06Speaker 0: stimmt alles nicht?
- 9:07Speaker 0: mehr ist es völlig durcheinander.
- 9:08Speaker 0: und ich sage nur die siebzig jährige und älteren haben noch so eine feste Bindung die lassen sich schwer davon trennt.
- 9:14Speaker 0: aber die anderen können mal grün als CDU wählen.
- 9:17Speaker 0: das geht alles hin und her Und dann hängt das auch immer von den Themen ab.
- 9:21Speaker 0: Und dieses Friday for Future sagt ja, dass eine junge Generation bei uns Alten an die Türen klopft und sagt macht auf Politik für euch zu machen, macht Politik für uns – und das heißt Politik für die Zukunft!
- 9:35Speaker 0: Denn wissen Sie?
- 9:36Speaker 0: Die Klimaveränderungen bis zu meinem Lebensende stieg ich schon noch durch aber die heute, vierzehn, fünfzehnt, sechzehn Jahren, für die wird es eine blanke Katastrophe.
- 9:44Speaker 0: Und das alles hat Konsequenzen und Folgen.
- 9:46Speaker 0: Deshalb sind die Grünen natürlich im Augenblick beliebter, weil sie mit der Klimafrage so verbunden werden aber Sie werden wieder wenig mit der sozialen Frage verbunden was mich sehr stört.
- 9:58Speaker 0: dann sind sie natürlich sehr etabliert was die ganze Rüstungspolitik betrifft was die Außenpolitik betrifgt etc.
- 10:05Speaker 0: Die SPD hat sich annageln lassen an die Union.
- 10:08Speaker 0: seit vielen Jahren hat sie auch ihren Wert verloren, weil sie plötzlich den neoliberalen Kapitalismus eingeführt hat.
- 10:18Speaker 0: Ich sag mal die Rentenreform aber auch Hartz IV und vieles andere.
- 10:23Speaker 0: Die Union ist nicht mehr so konservativ wie sie einmal war.
- 10:27Speaker 0: das zeigt sich eben auch daran dass nicht März gewählt wird auf dem Parteitag sondern Laschet der im Kern den Kurs von Merkel fortsetzen will.
- 10:35Speaker 0: Das hat sich alles verändert und verschoben Und es sind die Social-Medien hinzugekommen, die auf eine ganz andere Art und Weise kommunizieren.
- 10:47Speaker 0: Und das Denken und Fühlen auch deutlich mitbestimmen.
- 10:50Speaker 0: So all diese Veränderungen zusammengenommen dann kommt noch hinzu es gibt noch zwei Veränderung also die ökologische Nachhaltigkeit ist eine Frage an die Menschheit nicht an einer Nation.
- 11:01Speaker 0: Die soziale Frage hat sich verändert weil das Handy erfunden wurde.
- 11:06Speaker 0: seitdem gibt es den weltweiten Lebensstandardvergleich, das heißt ein Ingenieur in Uganda weiß genau wie er lebte wenn der Ingenieur in Deutschland oder in einem anderen Land wäre.
- 11:17Speaker 0: Abgesehen von Kriegen, von Hunger und Elend, von ökologischen Katastrophen ist dieser weltweite Lebensstandards Vergleich natürlich etwas was dazu führt dass ja muss man einfach so sagen dass wir wenn wir die soziale Frage nicht für die Menschheit lösen immer mehr Fluchtbewegungen erleben werden.
- 11:40Speaker 0: Und da hat ja die EU bisher keine Antwort gefunden, alle Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen scheint mir keine Lösung zu sein.
- 11:49Speaker 0: ganz im Gegenteil.
- 11:51Speaker 0: Sie werden auch nicht gerecht verteilt weil es Länder gibt die sich eben dagegen wären wie Ungarn und Polen und Tschechien und das wird dem wieder einfach so durchgehen gelassen.
- 12:00Speaker 0: also man sagt naja gut dann nehmen sie ihm keine.
- 12:04Speaker 0: Also geht es natürlich nicht.
- 12:07Speaker 0: Jeder hat Rechte in einer Gemeinschaft für die EU, aber eben auch Pflichten und man muss sich eben auch Pflichten teilen.
- 12:13Speaker 0: Also ich will das nur sagen dass alles führt dazu, dass so eine Wahl ganz anders ausgehen kann als früher.
- 12:20Speaker 0: Früher war in der alten Bundesrepublik ein Abweichen um drei Prozent ja ne Sensation egal ob nach oben oder nach unten heute ist es gar kein Wert mehr.
- 12:31Speaker 0: Aber das muss ich Ihnen aussagen Ende Mai lässt sich überhaupt noch nicht ein Wahlergebnis von Ende September bestimmen.
- 12:38Speaker 0: Dazu verändert sich der Zeitgeist viel zu
- 12:41Speaker 0: schnell.".
- 12:42Speaker 1: Sie sind ja jemand, der schon sehr lange im politischen Geschäft ist und ganz viele Politiker auch kommen und gehen gesehen hat.
- 12:49Speaker 1: Es gibt immer diese Kritik, dass es keinen politischen Nachwuchs gäbe, der wirklich Profil hat und der sich durchsetzen kann.
- 12:57Speaker 1: Wie sehen sie diese Diskussion rund um die Köpfe der Politik.
- 13:02Speaker 1: Also scheitert es vielleicht daran, dass viele der heute in politischen Ämtern tätigen oder potenziellen Kandidaten das die kein echtes Profil mehr haben und nicht mehr wirklich auch für ihre eigenen Meinungen und Überzeugungen einstehen?
- 13:19Speaker 0: Nein!
- 13:20Speaker 0: Der Bundestag verwarmt es.
- 13:21Speaker 0: Das ist so... Es liegt nicht an Bösartigkeit, es liegt auch nicht daran, dass es solche Leute nicht gibt.
- 13:28Speaker 0: Das hängt mit den Strukturen zusammen.
- 13:31Speaker 0: Du hattest nach Fünfundvierzig in der alten Bundesrepublik im Höchst unterschiedliche Biografien die aufeinander stießen also Ardenauer, Kiesinger eher hart aber eben auch Willi Brandt, Herbert Wehner Helmut Schmidt und so weiter.
- 13:46Speaker 0: das war schon spannend.
- 13:48Speaker 0: Das waren natürlich auch spannende Persönlichkeiten.
- 13:53Speaker 0: Wenn in der DDR war es auch interessant, du brauchst ja Eliten.
- 13:57Speaker 0: Aber die Eliten wurden ja nur alle angeklagt oder zumindest moralisch verurteilt.
- 14:01Speaker 0: jetzt blieben wir nur zwei Gruppen über Pfarrer und Rechtsanwälter.
- 14:05Speaker 0: Auch interessant.
- 14:06Speaker 0: Egal ob ich Luther demisieren nehme oder ob ich auch Angela Merkel nehme in gewisser Hinsicht aber natürlich auch Joachim Gauck oder mich oder sonst was.
- 14:16Speaker 0: Und dann immer wenn so ein Umbruch ist kommen so bestimmte Persönlichkeiten hoch Und dann, wenn der Umbruch vorbei ist, verbeamtet der Bundestag und zwar schon als Freundin im Grunde.
- 14:26Speaker 0: Weil die Beamtinnen und die Einzigen sind, die einen gesetzlichen Anspruch haben, wenn sie nicht mehr gewählt werden auf die gleich bezahlte Tätigkeit wieder in Beamtenstatus – das haben alle anderen nicht!
- 14:38Speaker 0: Wenn du als Anwalt deine Praxis einmal kaputt gemacht hast, musst du sehen wie du die wieder aufbaut.
- 14:43Speaker 0: Das gilt für viele andere.
- 14:44Speaker 0: Deshalb finden Sie eben also... Sagen wir mal, gut verdiente Rechtsanwälte kaum im Bundestag.
- 14:51Speaker 0: Gut verdiende Ärztinnen und Ärzten auch nicht.
- 14:53Speaker 0: Deshalb ist die Zusammensetzung des Bundestages entspricht nicht der Zusammensetzung der Bevölkerung.
- 14:59Speaker 0: Auch Arbeitnehmer oder Arbeitnehmer sind selten hart, vier Empfänger gibt es gar nicht.
- 15:03Speaker 0: Also das ist wirklich ganz interessant sich das anzuschauen.
- 15:07Speaker 0: Und das hängt aber mit diesen Strukturen zusammen.
- 15:10Speaker 0: immer in bestimmten Zeiten kriegst du andere Persönlichkeiten und den anderen Seiten eben nicht.
- 15:15Speaker 1: Sie haben gerade vorhin schon die, auch internationale Verantwortung Europas angesprochen mit den Flüchtlingen im Mittelmeer usw.
- 15:23Speaker 1: Jetzt ist es ja so dass unsere Wirtschaft durchaus sich in den letzten Jahrzehnten auf Kosten anderer Nationen sehr gut entwickelt hat.
- 15:30Speaker 1: also wir leben ein bisschen auf Kosten anderen Nationen die uns ermöglichen günstig zu produzieren Rohstoffe zu bekommen und so weiter.
- 15:39Speaker 1: Wir akzeptieren gleichzeitig auch in vielen dieser Länder gewisse soziale Missstände politischen Missstände und machen da einfach so weiter, weil es – weil jede Einschränkung oder jede rote Linie die wir da ziehen würden, so ein Stück weit auch unsere eigene Wirtschaft schädigen würde.
- 15:55Speaker 1: Werden wir dieser internationalen Verantwortung dann nicht ausreichend gerecht?
- 16:00Speaker 0: Natürlich werden wir ja nicht gerecht!
- 16:03Speaker 0: Es gibt zwei Instrumente für Deutschland.
- 16:05Speaker 0: Unsere Rohstoffvorkommen sind ja begrenzt.
- 16:07Speaker 0: deshalb waren wir immer eine Industrienation, die aber immer die Rohstoffe aus anderen Ländern benötigte Und entweder drücken wir diesen Ländern Freihandelsabkommen auf.
- 16:18Speaker 0: Das bedeutet, dass wir alles solch frei hinliefern können und Sie alle solchfrei an uns liefern müssen mit dem kleinen Nachteil das wir viel mehr hinlieferen können als sie zu uns lievern können wenn ich jetzt mal ein afrikanische Staaten denke.
- 16:32Speaker 0: Das zweite Instrument ist natürlich auch der Euro weil alle Länder die den Euro haben können uns gegenüber ihre Währung ja nicht abwerten.
- 16:43Speaker 0: weil sie die nicht abwerten können, können sie unsere Produkte nicht verteuern.
- 16:47Speaker 0: Also vom Euro lebt am meisten Deutschland das steht fest nicht etwa Griechenland oder die anderen Länder.
- 16:54Speaker 0: Es gibt natürlich einen großen Unterschied zu Trump der sagt dass er egoistisch sein will für den USA.
- 17:00Speaker 0: wir tun immer so als ob was nichts sind.
- 17:02Speaker 0: ein Wirklichkeit sind wir es.
- 17:03Speaker 0: aber Das ist zum Teil auch schade Weil zum teil verhindert deutschland Dinge die wichtig wären.
- 17:12Speaker 0: Aber Es gibt eine neue Entwicklung, die auch spannend ist.
- 17:16Speaker 0: Bei der gesamten Digitalisierung sind wir überhaupt nicht mehr vorne.
- 17:20Speaker 0: Also Maschinenbau und so das war unsere Stärke.
- 17:23Speaker 0: aber jetzt es gibt nicht ein digitales Unternehmen dass sein Sitz in Deutschland hat und wo wir irgendwie wirklich mitspielen sodass über noch etwas Zeit hinaus wir auch wirtschaftlich nicht mehr die Basis haben wie wir sie gegenwärtig noch vorfinden.
- 17:40Speaker 1: Sehen Sie da überhaupt noch eine Möglichkeit aus dieser Nummer positiv rauszukommen?
- 17:44Speaker 1: Oder ist es ne Einbahnstraße, die wir mal eingebogen sind und eigentlich nicht mehr rauskommen.
- 17:49Speaker 0: Also, da ich ein Zweckoptimist bin, sonst hätte ich das ja auch gar nicht durchgehalten seit deiner Zeit.
- 17:55Speaker 0: Sag' ich doch!
- 17:56Speaker 0: Ich mache mir Hoffnung aus folgenden Gründen dass einer ist... dass die soziale Frage eben tatsächlich von einer nationalen Frage plötzlich zu der Menschheitsfrage geworden ist.
- 18:06Speaker 0: Und sich ja alle überlegen müssen, wie man verhindern kann, dass so viele Menschen nach Europa und auch nach Deutschland strömen?
- 18:13Speaker 0: Wenn man das aber verhindert will muss man die Gründe weshalb sie fliehen abbauen.
- 18:17Speaker 0: also keine Kriege mehr kein Elend, kein
- 18:20Speaker 1: Hunger,
- 18:21Speaker 0: keinen ökologischen Katastrophen und die sozialer Frage muss eben auch in anderen Ländern gelöst werden Und die ökologische Nachhaltigkeit trinkt ja auch dazu.
- 18:31Speaker 0: Ich versuche mal den Grünen zu erklären, ihr könnt gerne einen braunkohlen Revier schließen aber ihr müsst den Kumpel sagen welchen gleich bezahlten Job sie am nächsten Tag haben.
- 18:39Speaker 0: und wenn ihr das nicht macht und sagt ach die sollen sehen wo sie bleiben werdet ihr immer mehr Gegner der ökologistischen Nachhaltlichkeit erzeugen und die darf man in ihrer Stärke nicht unterschätzen.
- 18:49Speaker 0: also mit anderen Worten dass alles spielt schon eine eine gravierende Rolle und deshalb denke ich, es passiert etwas.
- 18:59Speaker 0: Sie haben es jetzt übertrieben.
- 19:02Speaker 0: Diplomatie und Politik spielt ja eine viel zu geringere Rolle.
- 19:07Speaker 0: Es geht immer um militärische Attacken was ich furchtbar finde Und jetzt auch gerade zwischen Hamas und Israel.
- 19:15Speaker 0: Und nun gab es aber das erste Mal in Israel Auseinandersetzung zwischen den jüdischen und den arabischen Israelis.
- 19:22Speaker 0: Das kann der Regierung auch nicht recht sein,
- 19:24Speaker 0: d.h.,
- 19:24Speaker 0: vielleicht wächst sogar der Druck endlich den Auskonflikt zu lösen.
- 19:29Speaker 0: Es wird ja auch höchste Zeit.
- 19:31Speaker 0: Also insofern sage ich immer es gibt beides.
- 19:34Speaker 0: zum Beispiel fing ihr beiden an mit einem klaren Konfrontationskurs Zu Russland hat glaube ich Putin sogar mehr oder gar alles mögliche Und dann hat er den ukrainischen Präsidenten dazu gebracht, wieder erneut die NATO-Mitgliedschaft der Ukraine zu fordern.
- 19:53Speaker 0: Und daraufhin machte Russland sehr absichtsvoll mit vielen Soldaten manöver an der Grenze und sie haben sich erschreckt was daraus passieren kann.
- 20:02Speaker 0: Deshalb plötzlich eine Kursänderung, plötzlich das Treffen der beiden Außenminister, dass ja auch ein Treffen dieser beiden Präsidenten nachsichtziehen soll.
- 20:10Speaker 0: Also bei beiden ist offensichtlich die Erkenntnis gewachsen, dass ein reiner Konfrontationskurs falsch ist.
- 20:16Speaker 0: Übrigens der ist auch gegenüber China falsch und wenn wir einen reinen Konfrontationskurs sowohl gegenüber Russland als auch gegenüber Schina fahren dann verbünden sie sich immer mehr.
- 20:25Speaker 0: Wenn Sie sich immer wieder verbinden das wird es vielleicht Machtfaktor denn China ist russlandwirtschaftlich überlegen aber Russland ist China nach wie vor noch militärisch überlegen.
- 20:35Speaker 0: also da könnte schon ein Bündnis entstehen Was der Westen gar nicht will, insofern rate ich immer ab von der Konfrontationspolitik und sage zurück zur alten sozialdemokratischen Politik Wandel durch Ernährung.
- 20:48Speaker 0: Das hat gewirkt – das funktioniert auch!
- 20:51Speaker 1: Sie haben vorhin schon die Wiedervereinigung angesprochen.
- 20:53Speaker 1: Jetzt bin ich Jahrgang achtundachtzig,
- 20:56Speaker 1: d.h.,
- 20:56Speaker 1: ich habe diese ganze Sache nicht wirklich bewusst damals zumindest miterlebt ... Ja,
- 21:02Speaker 0: so!
- 21:02Speaker 0: Die waren schon ein Jahr oder zwei Jahre alt, da werden sie doch alles wesentliche zumindest mitbekommen.
- 21:07Speaker 1: Vermutlich ja aber... Ich komme damit quasi aus einer Generation, die das so bewusst nicht miterlebte und die Generation nach mir ohnehin nicht.
- 21:17Speaker 1: Was glauben Sie denn wäre?
- 21:19Speaker 1: Somit das Wichtigste, was sie meiner und den Generation nach mir gerne mitgeben würden als quasi Learning aus dieser Zeit.
- 21:29Speaker 1: Was wir unbedingt wissen sollten oder daraus lernen sollten?
- 21:33Speaker 0: Also immer wenn du siehst darfst du den Verlierer nicht missachten Und Du musst bei dem Verlierern nachschauen was er genau gemacht hat weil der mindestens fünf bis zehn Sachen besser gemacht hat als du.
- 21:45Speaker 0: Die musst du übernehmen.
- 21:46Speaker 0: erst dann bist du ein kluger Sieger.
- 21:48Speaker 0: Wenn du nicht aufhören kannst zu sieben, dann bist du dumm.
- 21:52Speaker 0: Und dann gehen dir Dinger verloren und du wirst sie nicht
- 21:55Speaker 0: los.".
- 21:56Speaker 0: Wissen Sie?
- 21:57Speaker 0: Natürlich war die Bundesrepublik der DDR überlegen in Frage der Freiheit und der Demokratie aber auch der Produktivität und vieles andere des baren Angebots Heisericht
- 22:08Speaker 0: usw.,
- 22:10Speaker 0: In der DDR gab es eben auch Dinge, die funktioniert haben.
- 22:13Speaker 0: Die Gleichstellung der Geschlechter war noch lange nicht am Ziel aber deutlich weiter als in der Bundesrepublik.
- 22:18Speaker 0: Es gab ein Flächen... Denken das Netz an Kinderkrippen und Kindergärten und nachmittagsbetreuung in Schulen.
- 22:24Speaker 0: Es gab Polikliniken, wo ein Hausarzt saß und rumherum lauter Fachärzte die eine Buchhaltung hat.
- 22:31Speaker 0: Das war auch mal ausnahmsweise effizient etc.
- 22:34Speaker 0: Also es gab viele Sachen, die man sich hätte anschauen können und wo man gesagt hätte, dass übernehmen wir, das übernehmen werden.
- 22:42Speaker 0: Wenn man das gemacht hätte, dass es zwei Folgen gab.
- 22:44Speaker 0: Das Selbstbewusstsein der Ostdeutschen wäre gestiegen weil sie gesagt hätten wir hatten es war das falsche System.
- 22:49Speaker 0: aber in meinen zehn Sachen sind so gut, dass sie jetzt für ganz Deutschland gelten.
- 22:53Speaker 0: und da hilft ihr grüner abbiege Pfeil und das Ampelmännchen überhaupt nicht.
- 22:58Speaker 0: Und die West-Deutschen hätten erlebt, dass die Einheit nicht nur Geld kostet sondern dass sie etwas davon haben, weil ihre Lebensqualität steigt.
- 23:05Speaker 0: Wenn man bestimmte Dinge aus dem Osten übernommen hätte.
- 23:08Speaker 0: ein solches Erlebnis ist keiner Westdeutschen und keinem Westdeutchen gegönnt worden.
- 23:12Speaker 0: Darauf muss man lernen bis hin zur persönlichen Sphäre.
- 23:16Speaker 0: ich sage immer auf Veranstaltung wenn du als Ehemann deine Frau dreimal besiegt hast nicht noch ein viertes Mal dann kannst Du schon zum Scheidungsanwalt gehen.
- 23:30Speaker 0: das heißt Es ist ganz wichtig, man muss aufhören können zu Siegen.
- 23:35Speaker 1: Zum Siegen gehört ja auch das dass man überhaupt erstmal in ernste Konfliktsituationen kommt was ja quasi meine Generation oder die Generation nach mir sehr wenig hatten.
- 23:48Speaker 1: also wir haben ja eigentlich immer nur einen Aufwärztrend miterlebt.
- 23:54Speaker 1: Halten Sie das für ein Risiko, wenn wir mal in Situationen kommen, wo es in welcher Art und Weise auch immer kracht, ob es jetzt wirtschaftlich ist diplomatisch oder der Klimawandel.
- 24:07Speaker 1: Dass wir mit solchen Konflikten vielleicht gar nicht so gut umgehen können?
- 24:11Speaker 0: Also erstens haben sie gerade einen Abbau ihrer Rechte erlebt durch die Pandemie.
- 24:15Speaker 0: Sie sehen das zwar ein aber man muss ja auch um seine Grundrechte kämpfen, wenn sie gefährdet sind vor allem wenn jetzt andere das nutzen für andere Fälle.
- 24:25Speaker 0: Das zweite ist, dass im Leben es immer aufwärts aber auch abwärzt geht und immer wer nicht daran glaubt, dass es bei ihm auch abwerz gehen kann, bei dem geht's dann abwahrts.
- 24:36Speaker 0: Man muss nicht über vorsichtig sein man darf auch für ich zweck optimistisch sein.
- 24:40Speaker 0: trotzdem muss man immer darauf vorbereitet sein, dass auch eine andere Situation eintreten kann.
- 24:47Speaker 0: also ich hoffe auch, dass ihre Generation nie erleben wird, Ein Krieg der Art verwickelt ist.
- 24:53Speaker 0: Wir schicken ja schon so Soldaten weltweit, aber dass hier wirklich Kriege führt wird in Deutschland.
- 24:59Speaker 0: Ich hoffe das wir mit der ökologischen Nachhaltigkeit nicht zu spät kommen Und ich hoffe dass wir die soziale Frage für die Menschheit wenigstens so lösen Dass Menschen nicht mehr an hoher und ein Elend sterben.
- 25:14Speaker 0: Dann gibt es übrigens auch eine interessante Theorie.
- 25:16Speaker 0: da wird immer gesagt dass die menschheit viel zu schnell wächst und dann ist kein Platz mehr auf der Erde Noch haben wir gar keinen Wohnungsamt auf dem Mars etc.
- 25:25Speaker 0: Also die anderen Lösungen scheinen noch nicht da zu sein.
- 25:28Speaker 0: und dann sage ich immer, ja wenn man das will dass das Wachstum der Menschheit aufhört oder begrenzt wird, dann gibt es zwei wesentliche Schritte.
- 25:38Speaker 0: erstens muss nur die Armut überwinden.
- 25:40Speaker 0: Armut erzeugt immer viele Kinder weil du sagst da wird schon ein Kind dabei sein.
- 25:45Speaker 0: das reißt alles raus.
- 25:47Speaker 0: Und in dem Moment, wo die Menschen etwas besitzen, denken sie darüber nach wie oft sie teilen.
- 25:52Speaker 0: Das begrenzt die Zahl der Kinder.
- 25:54Speaker 0: und das Zweite ist du musst die Gleichstellung der Geschlechter herstellen.
- 25:57Speaker 0: wenn die Frauen das gleiche Recht auf Bildung, Auf Ausbildung, auf berufliche Tätigkeit und auf beruftliche Karriere haben für die Männer.
- 26:07Speaker 0: Dann sagen sie mir, als zwei oder drei Kinder schaffe ich nicht.
- 26:10Speaker 0: Aber in vielen Gesellschaften wird ja nach wie vor den Frauen gesagt, dein Platz ist Küche und Kinder... ...und wenn die das akzeptieren, dann sagen wir, ob nur vier oder fünf Kinder es ihnen auch wurscht?
- 26:19Speaker 0: Die hat sich eh untereinander.
- 26:21Speaker 0: Das ist für mich immer interessant.
- 26:23Speaker 0: Da wird eine Frage gestellt und die Lösung liegt wieder... ...in gesellschaftspolitischen und auch sozialen Antworten für die
- 26:30Speaker 0: Menschheit.".
- 26:34Speaker 1: Wir haben ja auch gesehen gerade durch die Pandemie, dass diese gesellschaftliche Schere einfach wahnsinnig weit offen schon ist bei uns.
- 26:41Speaker 1: Auf der einen Seite nennen sie mal die Privilegierten, die in ihrer großen Wohnung mit den Kindern sitzen, Homeoffice machen können und vielleicht sogar noch einen Garten oder einen schönen Balkon haben.
- 26:52Speaker 1: Und auf der anderen Seite haben wir mit zwei Kindern auf knapp sechzehn Quadratmetern leben müssen, eigentlich nicht Homeoffice machen können und sich trotzdem um die Kinder kümmern müssen im Homeschooling.
- 27:06Speaker 1: Ja ja
- 27:06Speaker 0: und wir haben die Tatsache dass in Armvierteln es viel mehr Corona gibt als in den anderen.
- 27:11Speaker 1: Ist das auch eine Situation die jetzt noch viel sichtbarer wird?
- 27:16Speaker 0: Die ganze Wohnungssituation wird sichtbar, auch dadurch dass die Vermieter wieder nicht aufhören konnten zu siegen.
- 27:22Speaker 0: Die Mieten so gesteigert haben bis es unerträglich wurde.
- 27:25Speaker 0: dann gab es eine Entscheidung das Berliner Abgeordnetenhauses die vom Bundesverfassungsgericht mit der Begründung gekippt wurden dafür ist Berlin gar nicht zuständig.
- 27:33Speaker 0: das darf nur der Bund entscheiden.
- 27:35Speaker 0: nun gibt es eben die Forderung ja jetzt muss es der Bund entscheiden was heißt und das nützt dir denn nichts wenn du sagst Ja die Vermeter werden schon nie die werden eben.
- 27:44Speaker 0: Also natürlich sind das nicht alle, das weiß ich ja.
- 27:46Speaker 0: Bestimmte große Vermieter gehen da eben sehr voran und da herrscht der kein wirklicher Markt.
- 27:52Speaker 0: Ich kann auch nichts zaubern und sagen, ich baue jetzt einfach achtzig Tausend Wohnungen mehr in Berlin in vier Wochen.
- 27:58Speaker 0: Und dann habe ich aber Druck auf euch.
- 28:00Speaker 0: Das kriege ich nicht zustande, das kriegt keiner zustande.
- 28:04Speaker 0: Übrigens, der Markt herrsht auch nicht beim Wasser.
- 28:06Speaker 0: Wir haben einen Wasserberg in Berlin.
- 28:07Speaker 0: also wenn es mir gehört... ...ich hab gar keinen Konkurrenten!
- 28:11Speaker 0: könnte ich ja damit theoretisch machen, was ich will.
- 28:14Speaker 0: Das geht alles nicht.
- 28:15Speaker 0: die öffentliche Daseinsvorsorge müssen öffentliche Verantwortung also Bildung Wasser Energie aber eben auch Wohnen gehört dazu und dazu gehört natürlich auch Teile der Kunst und die Mobilität usw.
- 28:31Speaker 0: Für das andere wieder da macht der Markt Sinn weil in der ganzen Mittelschicht und beim Mittelstand macht es Sinn weil hier die Konkurrenz zu einer Qualitätssteigerung und auch zu einer Kostensenkung führt.
- 28:44Speaker 0: So, dann gibt es wieder die weltumspannenden riesigen Konzerne und Banken, die sind viel zu mächtig.
- 28:50Speaker 0: Die früchten ja auch kein Markt.
- 28:51Speaker 0: Also das ist ganz interessant wie differenziert man da herangehen muss.
- 28:55Speaker 0: Und immer wenn das alles so sein Lauf geht, geht es eben seinen Lauf jetzt großen Konzernen und Banken noch mächtiger geworden als früher.
- 29:03Speaker 0: Die haben wir auch nicht gelitten unter Corona, was die Bevölkerung nicht mehr versteht ist dass so ein Konzert Milliarden an Kurzarbeiter Geld kassiert und dann riesige Gewinner in die Aktionäre außer nicht mal verpflichtet ist das zurück zu zahlen wenn solche Gewinne machen.
- 29:18Speaker 0: Das liegt natürlich auch im Gesetzgeber.
- 29:20Speaker 0: und ja und das merken die Leute.
- 29:23Speaker 0: Sie merken auch die Ungerechtigkeit und sie haben völlig recht.
- 29:26Speaker 0: jetzt mit der Wohnungsgröße etc.
- 29:28Speaker 0: hat man auch viel gemerkt.
- 29:30Speaker 0: und noch was hat mal gemerkt, man war ja immer so leicht verächtlich gegenüber Lehrerinnen und Lehrern und jetzt wissen alle Eltern wie schwer dieser Beruf ist.
- 29:38Speaker 1: Jetzt steht Ihre Partei gerade auch im Hinblick auf die Wahl für Themen wie eine einmalige Vermögensabgabe, eine Vermögensteuer und diese Themen.
- 29:49Speaker 1: Ich muss ehrlich sagen ich habe damit ein gewisses Störgefühl sind sie ja auch Rechtsanwalt.
- 29:55Speaker 1: Für mich fühlt sich das an wie etwas, also angenommen ich hätte jetzt so viel Geld dass ich in so eine Vermögensabgabe hineinfallen würde.
- 30:05Speaker 1: Ich habe dieses Geld ja irgendwann mal verdient.
- 30:08Speaker 1: Ich hab es im Normalfall auch versteuert und jetzt würde mit so einem Modell der Staat kommen und sagen, nee du musst jetzt mal den und den Anteil von dem Vermögen abgeben.
- 30:20Speaker 1: Aber
- 30:20Speaker 0: wenn Sie einkaufen gehen zahlen sie Mehrweltsteuer an den Staat.
- 30:25Speaker 0: Das bei vielen Vorgängen die Sie machen, wenn Sie erben zahlen Sie Erbschaftssteuer in den Staat.
- 30:30Speaker 0: das heißt es gibt ganz viele Vorgänge wo Sie vor dem was Sie bekommen oder auch sich arbeitete haben Steuern bezahlen müssen.
- 30:38Speaker 0: das ist ja nichts Neues.
- 30:40Speaker 0: Wenn Sie Benzin Kaufen müssen sie auch bezahlen.
- 30:43Speaker 0: Hier geht es um eine andere Frage, erstens gab es in der alten Bundesrepublik, müssen Sie mal belesen nach fünfundvierzig den Lastenausgleich.
- 30:51Speaker 0: das war sowas ähnliches wie die Vermögensabgabe, das was anders als die Vermöncherscheu.
- 30:56Speaker 0: Das heißt dass ist so ne einmalige Kiste wo du sagst der Reichtum hat enorm zugenommen aber auch die Armut wächst und dann machen wir eben einen Lastenaausgleich So würde ich es lieber nennen statt Vermögensabgabe, weil das auch einen guten Ruf hatte in der Geschichte der Bundesrepublik.
- 31:12Speaker 0: Und da alle Statistiken besagen dass das Vermögen der Milliardäre enorm zugenommen hat, auch während der Krise, während aller anderen in Existenznot sind ist das der Zeitpunkt wo du sagst ein gewisser Lastenausgleich muss jetzt gezahlt werden.
- 31:28Speaker 0: Das zweit ist die Vermögenssteuer.
- 31:30Speaker 0: Also da muss man immer sehen, die Eigentumswohnung ist frei auch ein Eigentumgrundstück.
- 31:35Speaker 0: also wenn es jetzt nicht schloss ist, also nicht überdimensioniert ist dann sind natürlich sowieso eine Million frei für jeden.
- 31:42Speaker 0: also wenn sie in der Millionen an Spargut haben interessiert das noch gar kein.
- 31:46Speaker 0: nur der mehr Betrag der soll ja besteuert werden.
- 31:49Speaker 0: und bei Unternehmen wollen wir einen Freibetrag von drei Millionen, da kann man auch gerne über fünf Millionen sprechen etc.
- 31:57Speaker 0: um den Mittelstand noch besser zu schuhen und dann geht es ja immer nur um ein Prozentsatz vom Mehrbetrachten.
- 32:02Speaker 0: wenn sie das zumindest über längere Zeit mit dem Zinsanspruch vergleichen wird die Vermögensteuer immer geringer sein als der Zins-Anspruch.
- 32:13Speaker 0: dadurch wächst ihr Vermögens noch weiter.
- 32:16Speaker 0: aber ein bisschen Umverteilung soll natürlich auch sein weil man eben Armut nur überwinden kann, wenn man Reichtum begrenzt.
- 32:23Speaker 0: Nicht Abschaft nicht überwindet, Reichtums begrenzen.
- 32:26Speaker 0: Mein frechstes Plakat war Reichtun für alle und das führt jetzt zur Auseinandersetzung.
- 32:32Speaker 0: und da habe ich immer gesagt sie sind für Armut für alle nein!
- 32:36Speaker 0: Also nur für Armut, für viele und die anderen soll es reich sein.
- 32:40Speaker 0: Oder ich habe gesagt wie kommen Sie denn darauf dass sich die Materie in Reichtum meint?
- 32:43Speaker 0: Ich meinte den an Gesundheit, Kunst und Bildung.
- 32:45Speaker 0: Also ich konnte das immer drehen und wenden wie ich wollte was mir auch Vergnügen bereitet hat.
- 32:50Speaker 0: aber da wird diese soziale Frage deutlich Und dafür steht normal eine linke Partei natürlich nicht die FDP oder auch nicht die Union.
- 32:59Speaker 1: Aber können sie verstehen?
- 33:02Speaker 1: Können Sie verstehen gerechter finde, wenn man sagen würde jeder Bundesbürger müsste einen gewissen Prozentsatz seines liquiden Vermögens abgeben und man nicht sagt naja nur weil derjenige viel hat muss er was abgeben.
- 33:16Speaker 1: Und der andere, der weniger hat.
- 33:18Speaker 1: Nein
- 33:18Speaker 0: sie können eine Hartz IV Empfängerin nicht noch etwas wegnehmen.
- 33:21Speaker 1: die
- 33:21Speaker 0: kommt ja nur das Existenzmedium um so.
- 33:24Speaker 0: Und das geht auch nicht bei einer Facharbeiterin und Facharbeiter.
- 33:28Speaker 0: Im Gegenteil, dass ist ja Ausdruck der Gerechtigkeit, dass du einen Freibetrag hast.
- 33:32Speaker 0: Den hast du übrigens bei der Erbschaft auch.
- 33:34Speaker 0: Wenn sie wenig erben müssen, ja auch ein Speziale.
- 33:37Speaker 0: Wenn Sie viel erben sind, eine Erbschaftreuer bezahlen, hat sich noch nie jemand darüber aufgerichtet.
- 33:41Speaker 0: Das ist eben einfach so!
- 33:44Speaker 0: Dann ist es ja auch vom Verwandtschaftsgrad abhängig.
- 33:47Speaker 0: also wenn ein Ehepartner stirbt... oder die Eltern sterben ab, da muss man ja erst sehr spät Abschaftsteuer bezahlen.
- 33:57Speaker 0: Wenn es deine Schwester ist dann hast du nur einen Freibetrag von zwanzigtausend Euro und wenn du mehr abst, musst du den ganzen Rest versteuern.
- 34:04Speaker 0: also das kann man noch viele Dinge verändern.
- 34:07Speaker 0: aber das ist eigentlich üblich.
- 34:09Speaker 0: Du machst immer einen freibetracht und sagst ne bis zu diesem Betrag muss keiner bezahlen.
- 34:13Speaker 0: aber wer mehr hat und da sind wieder alle gleich die mehr haben müssen ein gewissen Prozentsatz abführen um eben Schritt für Schritt doch die Armut überwinden zu können.
- 34:24Speaker 0: Und ich sage mal den, zum Beispiel bei meinem Spitzensteuersatz bei der Einkommenssteuer müsste man bei mir erst bezahlen wenn wir mehr als hunderttausend Euro verdienen aber auch nur für das was man mehr als Hunderttaussend verdient.
- 34:36Speaker 0: und da hat jetzt einmal eine Zeitung errechnet bei unseren Steuervorschlägen Das sind die einzelnen Bus denen bis zu achtzig tausend euro Jahresverdienst besser gilt.
- 34:46Speaker 0: Bis hunderttausend geht es Ihnen gleich.
- 34:48Speaker 0: Und erst wenn Sie mehr als HunderttaUSen haben, müssten sie etwas mehr bezahlen.
- 34:53Speaker 0: Da will ich immer den Steuersatz von Helmut Kohl, dreifünfzig Prozent und Helmut Koel war vieles aber kein Ding.
- 35:00Speaker 0: sechs zum Rest.
- 35:01Speaker 1: Punkt Jetzt haben wir ja gesehen, dass die Sparquote zum Beispiel in der Pandemie deutlich nach oben gegangen ist.
- 35:07Speaker 1: Die Menschen also mehr Geld zur Seite gelegt haben.
- 35:10Speaker 1: Glauben Sie das sich unser Konsumverhalten durch die Pandemie auch ein Stück weit nachhaltig verändern wird?
- 35:16Speaker 1: Dass wir nicht mehr so viel konsumieren und da vielleicht ein bisschen reflektierter werden.
- 35:21Speaker 0: Also erstens hat sich das aus zwei Gründen geändert.
- 35:25Speaker 0: Es entstand eine gewisse Panik, alle haben gemerkt man braucht Rücklagen für solche Krisen.
- 35:30Speaker 0: Der zweite Grund ist du kannst ja auch nicht so viel einkaufen.
- 35:33Speaker 0: Du kannst ja nicht deine Karte für ein Fußballspiel ausgeben oder für ne Opernvorstellung und so weiter und auch das bestellen und die Läden waren ja überwiegend zu.
- 35:43Speaker 0: Alle wollen ja nicht auf Amazon umsteigen.
- 35:45Speaker 0: also mit anderen Worten objektiv war es nicht möglich?
- 35:49Speaker 0: Und gleichzeitig eben doch ein anderes Denken.
- 35:52Speaker 0: Aber wenn Sie glauben, dass das unser Konsumverhalten langfristig ändert habe ich meine Zweifel.
- 35:58Speaker 0: sobald die Bedingungen weg sind fallen auch wieder diese Beschränkungen weg.
- 36:02Speaker 0: aber Ich glaube dass viele sagen werden eine Reserve brauche ich.
- 36:06Speaker 1: Eine letzte Frage Sie haben vorhin schon gesagt sie freuen sich heute ja in Berlin.
- 36:11Speaker 1: Die Außengastronomie macht wieder auf ihren.
- 36:13Speaker 1: München waren schon eine Woche früher glaube ich ungefähr Abgesehen von der Gastronomie, worauf freuen Sie sich am allermeisten, wenn jetzt langsam hoffentlich mal wieder einigermaßen viel aufmacht?
- 36:23Speaker 0: Also ich freue mich auf das Reisen.
- 36:25Speaker 0: Das mir sehr wichtig war, wo mich die Beschränkungen nerven und dann würde ich gerne mal wieder ins Kino und in eine Oper gehen – und zwar richtig mit Publikum!
- 36:35Speaker 0: Und ich hätte auch gerne wieder persönliche Treffen statt Zoom-Konferenzen.
- 36:40Speaker 1: Da haben wir ja heute immerhin den Anfang.
- 36:41Speaker 1: Aber
- 36:42Speaker 0: eins wird sich verändern, ich glaube dass viele Konferenzen wo wir teure Reisekosten bezahlen mussten und die auch nicht besonders ökologisch waren das sich doch reduziert weil vieles kann man eben auch telefonisch oder per Zoom klären.
- 36:57Speaker 1: Richtig auch Vielen Dank für Ihre Zeit.
- 37:01Speaker 0: Das war es leider schon.
- 37:03Speaker 0: Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 37:05Speaker 0: das Gespräch zu Ende.
- 37:07Speaker 0: vielen dank fürs Zuhören.
- 37:09Speaker 0: Bitten
- 37:10Speaker 1: im Rücksicht auf die Nachbarn
- 37:11Speaker 0: und sei leise, wenn du die Bar verlässt.
- 37:14Speaker 0: Aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken!