Latest / heute journal - der Podcast / Wohnen unbezahlbar: Muss der Staat mehr eingreifen? Mit Christine Hanneman und Maxim Winkler
Transcript
- 0:09Steigende Mieten, zu wenig Wohnungen und unfassbar viel Frust.
- 0:14Für viele Menschen ist Wohnen zu einem echten Problem geworden,
- 0:17wenn nicht sogar zum Luxusgut.
- 0:19Die Linke möchte deshalb große Wohnungskonzerne vergesellschaften und hat mit
- 0:23diesem Plan gerade sehr deutlich eine Wahl gewonnen.
- 0:27Wir wollen wissen, kann das die Mieten senken und ist der Staat wirklich der bessere Vermieter?
- 0:33Außerdem blicken wir auf die Wohnsituation auf dem Land und fragen,
- 0:36warum Bauen auch dort so teuer ist und was andere Länder eigentlich besser machen,
- 0:40in denen Menschen sehr viel weniger fürs Wohnen ausgeben müssen.
- 0:44Damit sage ich herzlich willkommen zum Heute-Journal-Podcast.
- 0:47Und wir können heute in einer interessanten Runde über dieses Thema sprechen.
- 0:51Mit dabei, uns zugeschaltet aus Berlin, ist Professor Christine Hannemann.
- 0:56Sie ist Soziologin und Wohnforscherin, leitet an der Uni Stuttgart das Fachgebiet
- 1:00Architektur und Wohnsoziologie.
- 1:02Sie beschäftigt sich unter anderem mit dem Wandel des Wohnens und sagt,
- 1:06es gäbe eigentlich nicht zu wenig Wohnraum, er sei nur nicht gerecht verteilt.
- 1:12Herzlich willkommen, Professor Hannemann.
- 1:15Ja, guten Tag. Außerdem hat uns hier im Studio besucht, das ist auch immer was
- 1:19Besonderes, Maxim Winkler.
- 1:22Er ist Architekt, gibt auf Social Media unter dem Namen Bauherr werden Tipps
- 1:26an Leute, die selbst ein Haus bauen wollen.
- 1:28Und er sagt, dafür, dass Menschen heute weniger Eigentum besitzen,
- 1:32seien nicht nur Politik, Banken oder der Immobilienmarkt verantwortlich.
- 1:38Hallo Herr Winkler, schön, dass das geklappt hat und herzlich willkommen.
- 1:41Danke, dass ich das so erinnere. Und natürlich mir gegenüber sitzt auch wieder
- 1:44Marietta Slomka, Moderatorin des Heute-Journals. Hi Marietta. Hallo.
- 1:49Heute ist der 24. September, 14 Uhr.
- 1:53Wir schreiben sozusagen die Woche nach dem Wahlsonntag.
- 1:57Es war ja Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch die Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin.
- 2:03Und dort ist die Linke mit Abstand stärkste Kraft geworden. Und zwar mit einem
- 2:07Schlagwort im Wahlkampf, das auch über Berlin hinaus ja für viel Aufregung gesorgt hat.
- 2:13Und zwar Vergesellschaftungen von großen Wohnkonzernen.
- 2:18Marietta, warum klingeln dabei eigentlich so viele Alarmglocken?
- 2:21Weil es gibt ja im Grundgesetz einen Artikel, der das eigentlich erlaubt,
- 2:25Grund und Boden zu vergesellschaften, also in Gemeinwohl zu überführen.
- 2:30Ja, der steht da, aber der ist noch nie gezogen worden, seitdem er da steht.
- 2:33Also was es gibt und auch häufig gibt, sind diese klassischen Enteignungen,
- 2:37dass jemand ein Stück Land verkaufen muss an den Staat, damit dann zum Beispiel
- 2:39Gleise gebaut werden oder eine Autobahn gebaut werden können.
- 2:42Und dann gibt es aber auch einen Marktentschädigung. Man muss es aber halt dann
- 2:46in dem Moment an den Staat verkaufen.
- 2:49Aber Vergesellschaftung, dass also eine ganze Branche, ganze Unternehmen ins
- 2:54Kollektiv überführt werden, das haben wir jetzt so in den letzten Jahrzehnten nicht gehabt.
- 3:00Wie sich konkret das Die Linke vorstellt, ist, dass Unternehmen mit mehr als
- 3:053000 Wohnungen in eine Anstalt öffentlichen Rechts überführt werden sollen.
- 3:11Die diese Wohnung dann verwalten und vermieten könnte.
- 3:14Das heißt, die wandeln aus der privaten Hand in die staatliche Hand und das
- 3:19beträfe in Berlin ganz schön viele Wohnungen, fast eine Viertelmillion wären das.
- 3:24Wichtig dabei ist und das ist auch in diesem Artikel im Grundgesetz ja vorgesehen,
- 3:28dass die Konzerne entschädigt werden müssen. Ja, aber nicht unbedingt zum Marktpreis.
- 3:32Sondern die Linke stellt sich das so vor, dass das deutlich weniger ist,
- 3:36weil eben im Grundgesetz nicht steht, wie hoch der Preis zu sein hat.
- 3:40Und dass sie das dann über 100 Jahre mit Krediten finanzieren kann durch die Mieteinnahmen.
- 3:46Ob die Rechnung aufgeht, darüber reden wir gleich bestimmt noch etwas intensiver.
- 3:50Aber das ist so die Vorstellung und dass die Konzerne im Grunde genommen nur
- 3:54einen Bruchteil dessen bekommen, was,
- 3:57Sie bekämen, wenn sie die Wohnungen auf dem Markt ganz normal verkaufen würden.
- 4:01Professor Hannemann, wie sehen Sie das für Gesellschaftung? Ist das eine Maßnahme,
- 4:07die Mietern und Mieterinnen helfen könnten, die hohe Mieten senken könnte?
- 4:12Ja, das ist natürlich die Kernfrage und meine Antwort darauf ist leider ein
- 4:17klares soziologisches Ja hin, weil ich bin natürlich da sehr begeistert.
- 4:21Ich finde es sehr spannend, dass sich jetzt endlich auch in dieser Dimension
- 4:24um das Wohnen gekümmert wird.
- 4:26Aber ob diese geplante Strategie, wo wir ja alle noch nicht wissen,
- 4:30wie es ganz konkret aussehen wird, ob die dann wirklich zu einer veränderten
- 4:34Marktsituation führen wird, das ist ja ein Experiment.
- 4:37Und insofern, wie gesagt, eine sehr spannende Sache.
- 4:41Und dass das jetzt auf der Ebene der Vergesellschaftung diskutiert werden muss,
- 4:46ist für mich natürlich auch ein Preis der Tatsache, dass dieses Thema,
- 4:50nur einer Partei überlassen wird und nicht als Thema behandelt wird,
- 4:54was eigentlich alle Parteien sehr interessieren müsste, weil Wohnen ist unsere Existenzdaseinsform.
- 5:01Und das nur den Marktkräften zu überlassen, halte ich dann doch für sehr problematisch.
- 5:05Das ist übrigens auch nichts Neues als Thema, sondern wie gut gewohnt werden
- 5:10kann, das wird ja schon immer diskutiert, seitdem darüber verhandelt wird.
- 5:14Wie Wohnen gestaltet wird. Und das ist mit der Industrialisierung in Deutschland
- 5:18ist das zum Thema geworden.
- 5:20Und über die Geschichte gibt es ja da auch viele Beispiele, wie damit umgegangen werden kann.
- 5:25Also ich finde, dass die Vergesellschaftung jetzt diskutiert wird,
- 5:28finde ich hervorragend in der Form, dass sie zum einen eine Aufmerksamkeit bekommt
- 5:34und damit eben auch wirklich an Lösungsansätzen gearbeitet wird.
- 5:37Also ein Argument ist ja auch, dass man sagt, Wohnen ist jetzt nicht irgendein
- 5:40Gut wie Fahrrad, sich ein Fahrrad oder ein Auto kaufen, sondern das macht ganz
- 5:44viel mit deinem Leben und das ist auch städtebaulich und in der Prägung von
- 5:47Stadtvierteln ganz wichtig.
- 5:49Und da haben Politik und Staat auch eine Verantwortung, das zu steuern.
- 5:52Man hat ja zum Beispiel auch öffentliche Schwimmbäder, die sind dann sehr einfach.
- 5:56Das ist dann nicht der Wellness-Tempel, für den muss man dann private Investoren
- 5:59haben und auch sehr viel mehr Eintritt zahlen. Aber auch da sagt der Staat,
- 6:02sowas stellen wir zur Verfügung.
- 6:04Und wenn man nach Berlin schaut, was sind denn, also das ist ja auch hier für
- 6:07unsere Architekten hier in unserer Runde auch ein Thema, wenn man nach Berlin
- 6:10schaut, was dann in den 20er Jahren für ein toller sozialer Wohnungsbau gemacht
- 6:13wurde. Bruno Taut und andere, die Hufeisensiedlung, Siemensstadt.
- 6:17Total coole Architektur, neues Bauen und kommunale Bauherren,
- 6:22die dann eben auch Mietpreisbindungen gemacht haben.
- 6:24Nur das, was jetzt die Linke in Berlin will, ist ja nicht neue Wohnungen schaffen,
- 6:27sondern Wohnungen, die es schon gibt, kaufen und hoffen, dass man dann irgendwie
- 6:30das finanziert kriegt. Und da bin ich ehrlich gesagt sehr skeptisch.
- 6:34Naja, das Problem ist ja, dass wie zum Beispiel die, es geht ja immer um die ortsüblichen Mieten.
- 6:39Und da hat die Linke ja ein Argument, Wenn ich die Mieten reguliere,
- 6:43dann kann ich die Neuvermietung nicht mit den hohen Preisen ansetzen,
- 6:48weil dann die ortsüblichen Mieten nicht so weit steigen, so wie es aktuell der
- 6:51Fall ist. Und das ist ja eben auch das Ziel.
- 6:54Wie gesagt, ich bin da auch skeptisch, aber ich finde es gut,
- 6:57dass es diskutiert wird und dass diese Vergesellschaftungsmöglichkeit im Grundgesetz steht.
- 7:03Im Paragraf 15 ist ja auch eine Sache, wie Sie auch gesagt haben,
- 7:09das wurde noch nie gezogen, aber es ist eine Möglichkeit, die die...
- 7:14Väter und die eine Mutter des Grundgesetzes vorgesehen haben und insofern finde
- 7:18ich das gut, dass man das diskutiert.
- 7:21Man muss ja dazu sagen, fairerweise, bei den Wohnungen, die durchschnittlichen
- 7:24Quadratmeter Mietpreise von der deutschen Wohnung oder so, die sind jetzt nicht
- 7:28irgendwie exorbitant hoch. Das sind ja auch keine, sage ich mal,
- 7:31jetzt hochwertigen Luxusgebäude.
- 7:34Nein, das sind ganz normale Standardwohnungen, die teilweise auch nicht mehr
- 7:39den neuen Anforderungen an Hitzeschutz und so weiter entsprechen.
- 7:43Aber überhaupt dieses Thema der Wohnkosten, der Mieten.
- 7:47Und es ist ja so, dass eben die Hälfte der Menschen in Deutschland eben auch in Miete wohnt.
- 7:53Und dass es ein Problem ist, das überhaupt anzuerkennen und zu diskutieren.
- 7:56Das finde ich natürlich hervorragend. Ich denke auch, dass man darüber diskutieren
- 8:00sollte. Aber ich finde, diese Diskussion geht in eine falsche Richtung.
- 8:04Also wir diskutieren da über Enteignungen.
- 8:06Und das Signal, was an Investoren dann rausgeht, das ist das, was gefährlich macht.
- 8:12Weil wenn wir dann die Signale rausschicken, in Berlin kann nicht mehr investiert werden.
- 8:15Also die Großen werden dann nicht mehr bauen wollen, weil die sagen,
- 8:18das ist uns zu unsicher. Aber die Großen bauen doch seit Jahren nicht.
- 8:21Es werden nur Luxuswohnungen gebaut oder Wohnungen mit über 20 Euro der Quadratmeter.
- 8:27Also wenn was gebaut wird, dann ist es ja so, dass es nicht für die Menschen
- 8:31vor Ort ist. In Berlin wird schon auch anderes gebaut. Da gibt es ja auch Baugemeinschaften,
- 8:34Private. Ja, in den letzten Jahren hat sich was...
- 8:37Das Problem ist halt, dass die Grundstückspreise so hoch sind und der Staat
- 8:40ja auch am Verkauf von staatlichen Grundstücken sich finanziert hat.
- 8:43Und wenn ein Grundstückspreis irrsinnig hoch ist, dann kann man eben auch nicht
- 8:46für 5 Euro den Quadratmeter bauen.
- 8:48Das kriegt man nicht hin. Oder dass in Berlin eben Genossenschaften zum Beispiel
- 8:52keine oder zu wenig Fläche bekommen, um zu bauen, die ja per se günstige Mieten anbieten wollen.
- 8:59Aber die ganzen Neubauten oder die vielen, vielen Neubauten,
- 9:03die in den letzten Jahren entstanden sind, ist ja alles hochpreisiger Wohnungsbau
- 9:08überwiegend. Und erst in der letzten Zeit...
- 9:11Seit fünf Jahren wird eben auch stärker darauf geachtet, aber da hat sich natürlich
- 9:16was aufgestaut in den letzten Jahrzehnten. Ja, das ist wahrscheinlich auch das Problem.
- 9:20Wenn wir jetzt in unsere Nachbarländer reinschauen, wie zum Beispiel nach Wien.
- 9:25Die haben eine ganz lange Tradition vom sozialen Wohnungsbau und haben da in
- 9:30den letzten Jahren schon reihenweise investiert und auch gefördert.
- 9:34Und diese Förderung hat man halt die letzten vielleicht 20 Jahre eben nicht
- 9:38gehabt oder 25 Jahre und fängt jetzt vielleicht damit an. Aber die Auswirkungen,
- 9:43die spürt man halt immer später. Das heißt, das ist ein Langzeitplan,
- 9:46den man natürlich angehen muss.
- 9:48Aber nicht der einzige Weg, den man halt einsteigen kann. Und damit kann man
- 9:52ja auch die nicht nur private Investoren, die auch für viel Wohnraum sorgen,
- 9:56also die ganzen Sechsfamilienhäuser, Zehnfamilienhäuser, die von Privatinvestoren
- 10:00gebaut werden, die sind auch viel wert.
- 10:02Aber auch die großen, die halt die großen Siedlungen bauen dann,
- 10:05für die kann es auch natürlich schöne Anreize geben, wenn man hier den sozialen
- 10:08Wohnungsbau auch stärkt. Man hätte ja auch noch Flächen. Also Berlin hat durchaus Flächen.
- 10:13Dazu muss man noch nicht mal das ganze Tempelhofer Feld bedauen.
- 10:16Aber ich wollte jetzt nicht über das Tempelfurhof auf Feld reden.
- 10:18Es gibt sehr viele andere Flächen. Also ich versuche bis hierhin noch mal ganz
- 10:22kurz zusammenfassen. Herr Winkler, Sie hatten auch angesprochen das Signal,
- 10:25was da rausgeht an Investoren.
- 10:27Das ist auch ein Punkt, den Friedrich Merz bei dieser Debatte genannt hat.
- 10:32Er hat sozusagen versichern wollen, in Deutschland besteht nicht die Gefahr,
- 10:38dass privates Eigentum vergesellschaftet wird.
- 10:41Hat deswegen auch vorgeschlagen. Es gibt den Vorstoß, eventuell mit einem Bundesgesetz
- 10:46gegen diese Pläne vorzugehen. Da ist auch noch nicht so ganz sicher,
- 10:49wie das oder ob das umgesetzt werden kann.
- 10:51Wenn man sich die Stimmen von Ökonomen, Ökonominnen anschaut,
- 10:55dann gibt es da auch viele, die nicht viel, wie man sich vielleicht vorstellen
- 11:00kann, von dieser Idee halten.
- 11:02Marcel Fratscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung sagt zum Beispiel,
- 11:07die Mieten könnten weiter steigen, weil eben die Kosten für die Entschädigung zu hoch seien.
- 11:11Es gibt aber auch Gegenstimmen, zum Beispiel von Tom Krebs, einem Ökonom von
- 11:16der Uni Mannheim, der sagt, dass Neubau und Instrumente wie die Mietpreisbremse
- 11:21eben nicht ausreichen würden, um die Wohnungskrise schnell in den Griff zu kriegen.
- 11:25Es geht ihm da vor allem darum, dass eben Menschen mit kleinem Einkommen nicht verdrängt werden.
- 11:30Bei den Signalen kommt ja hinzu, dass Berlin schon zum zweiten Mal jetzt so
- 11:33ein Signal schickt. Weil es gab ja auch diesen Mietpreistreckel 2020,
- 11:36der zum Teil zu ganz absurden Ergebnissen führte. Also dass in Luxuswohnungen
- 11:40die Mieter sich kaputt lachten, weil sie nur noch einen Bruchteil zahlten.
- 11:43Und an anderer Stelle Vermieter, private Vermieter, die immer noch die größte
- 11:47Anzahl an Vermietern in Deutschland sind, auch in Berlin,
- 11:51die vielleicht ein oder zwei Wohnungen haben oder von mir aus auch drei Wohnungen
- 11:54als private Altersvorsorge, dass die dann plötzlich ihren Rechnungen mit den
- 11:57Krediten, die sie jetzt gleichzeitig laufen hatten, nicht mehr aufgingen.
- 12:00Und ich kann mich insinnen, dass da damals einige sagten, also in Berlin brauchen
- 12:03wir keine Wohnungen mehr kaufen.
- 12:05Das ist nicht ganz unheikel, wenn man so ein Signal setzt. Ja,
- 12:08ich kann mich aber auch erinnern an eine große Schwarmrecherche erinnern vom
- 12:15Recherchezentrum Korrektiv.
- 12:17Da konnte man auch als Bürger selber mitmachen und Daten schicken,
- 12:20wem gehört die Wohnung, in der man lebt, zur Miete.
- 12:23Und bei der Recherche kam raus, dass viele Städte gar nicht wissen,
- 12:26wem diese vielen Immobilien eigentlich gehören.
- 12:29Und in Berlin, da gehören laut Korrektiv über 3000 Wohnungen einer britischen
- 12:35Milliardärsfamilie, die dann so ein Geflecht an Briefkastenfirmen gegründet
- 12:39hat, um ihre Identität zu verschleiern, nebenbei noch Steuern zu sparen.
- 12:45Also das ist dann das Signal an die Investoren oder möchte man solche Investoren
- 12:51überhaupt haben? Berlin hat Wohnungen verkauft, noch und nöcher.
- 12:53Auch Wohnungen, die in kommunalem Eigentum waren. Das hätte man natürlich eigentlich nicht tun dürfen.
- 12:57Und das war dieselbe Partei. Es war übrigens auch die Linkspartei dabei.
- 13:01Das war auch die Zeit von Wovereit, Sparen bis es quietscht und von Sarrazin.
- 13:06Und die haben wirklich das Tafelsilber verscherbelt, muss man sagen.
- 13:09Und da haben natürlich Konzerne zugegriffen und sich eine goldene Nase mitverdient. Ja, haben die.
- 13:14Zu Spottpreisen. Aber das Angebot lag ja auf dem Tisch. Aber jetzt geht es ja
- 13:17darum, das Verhältnis der Wohnkosten, und es sind ja nicht nur die Mieten.
- 13:21Also ich weiß nicht, ob Sie das auch in Ihrer Recherche dabei haben,
- 13:25Jetzt als Beispiel, Berlin ist die Hauptstadt der Nebenkosten beim Wohnen.
- 13:31Es geht ja generell darum, wie viel Geld im Verhältnis zu meinem Einkommen ich
- 13:35für das Wohnen ausgeben muss.
- 13:38Und diese Proportion ist in Berlin ungewöhnlich disproportional.
- 13:42Das heißt, einfache Sache, umso kleiner die Einkommen, umso höher die Mietbelastung.
- 13:48Und da gibt es eben auch die Studien, die davon bis zu 70 Prozent sprechen,
- 13:53dass die Menschen dafür praktisch ihre finanziellen Aufwendungen haben.
- 13:59Und das finde ich schon problematisch. Und das kumuliert jetzt alles in dieser
- 14:02Vergesellschaftungsdiskussion.
- 14:05Die natürlich, das nehme ich ja auch wahr, ich arbeite ja an der Uni Stuttgart,
- 14:09gerade in Süddeutschland, huch, da wird jetzt enteignet und so weiter.
- 14:13Ich sehe das noch nicht in der Form. Ich bin da auch gespannt.
- 14:17Und jetzt ist ja auch erstmal relevant, wie sich die Regierungsbildung in Berlin
- 14:22vollziehen wird, welche Konstellation dann letztendlich zum Tragen kommt und dann die Umsetzung.
- 14:29Und wie gesagt, der zentrale Punkt für mich ist, dass jetzt endlich darüber
- 14:33diskutiert wird, dass den Anteil meines Einkommens, das ich fürs Wohnen ausgeben
- 14:38muss, und der steigt ja seit Jahren.
- 14:40Also das zeigen ja alle Statistiken, dass das eine bestimmte Grenze braucht.
- 14:45Professor Hannemann, Sie haben gerade ein gutes Stichwort genannt.
- 14:47Wir wollen nämlich nicht nur die Kosten für Miete, die gestiegenen Kosten für
- 14:51Miete uns anschauen und auch nicht nur die Situation in der Stadt,
- 14:54sondern auch auf dem Land.
- 14:56Und da haben deswegen unsere Kollegin ZDF-Nachrichtenlegende Gundula Gause gebeten,
- 15:02sich das nochmal genauer für uns anzuschauen.
- 15:11Mehr als jeder zweite Deutsche wohnt zur Miete. Und die Mieten sind in den letzten
- 15:16Jahren vielerorts gestiegen.
- 15:18Vor allem in Städten haben sie stark angezogen. Immer mehr deutsche Mieterhaushalte,
- 15:24inzwischen ein Sechstel, gelten
- 15:26laut einer Studie im Auftrag des Deutschen Mieterbundes als überlastet.
- 15:30Das bedeutet, sie geben 40 Prozent oder mehr ihres Einkommens im Monat fürs Wohnen aus.
- 15:37Vor gut zehn Jahren kostete der Quadratmeter in Deutschland im Schnitt ungefähr 5 Euro Miete.
- 15:44Heute liegt er bei über 7 Euro.
- 15:47Besonders teuer die großen Städte. In München zum Beispiel liegen die Mieten
- 15:51schon bei mehr als 16 Euro für neue Mieter einer Bestandsimmobilie.
- 15:58Ganz anders sieht es auf dem Land aus. In manchen Kreisen in Ostdeutschland
- 16:02kostet der Quadratmeter noch immer circa 6 Euro.
- 16:05Die Lücke zwischen Stadt und Land klafft also ziemlich auseinander.
- 16:11Aber nicht nur Mieten werden teurer, sondern auch Eigenheime.
- 16:15Seit 2004 haben sich die Preise für Bauland mehr als verdoppelt.
- 16:21Extrem ist die Entwicklung in Ballungsräumen. Am teuersten wieder München.
- 16:26Hier zahlt man das bis zu 14-fache für den Quadratmeter im Vergleich zum Rest Deutschlands.
- 16:33Auch die Baukosten haben kräftig zugelegt.
- 16:37Die Preise für Wohnhäuser sind seit 2010 um fast 90% gestiegen.
- 16:43Ein eigenes Haus ist also an allen Ecken teurer geworden. Genau wie die Mieten in Großstädten.
- 16:52Die Preise sind für Wohnhäuser seit 2010 um fast 90 Prozent gestiegen.
- 16:59Können Sie uns da als Architekt aus der Praxis berichten? Was ist dabei der
- 17:04Hauptkostentreiber? Woran liegt das?
- 17:06Es sind mehrere Faktoren, die da zusammenkommen.
- 17:09Zum einen haben wir Regularien, die uns immer mehr aufgelegt werden.
- 17:13Also energetische Standards. Wir müssen Brandschutzstandards einhalten,
- 17:18die vor 15, 20 Jahren noch anders waren.
- 17:23Wir haben natürlich auch die Sachen, die dann seit Corona und dem Ukraine-Krieg
- 17:27natürlich da im Raum stehen, auch nochmal Faktoren, die da mit reinspielen.
- 17:32Und auch natürlich die Situation bei den Handwerkern, dass da keine Nachwuchskräfte
- 17:39kommen, dass Stellen unbesetzt bleiben, dass die Stundenlöhne dadurch steigen.
- 17:45Und man kann es schwer, meiner Meinung nach, immer nur auf ein Problem hinaus,
- 17:52kristallisieren und sagen, das ist dieses eine Problem. Wenn wir das gelöst
- 17:55bekommen, dann haben wir wieder die Preise vor 20 Jahren.
- 17:58Nein, das sind einfach mehrere Sachen, die von vielen verschiedenen Seiten kommen.
- 18:02Und da muss man einfach gucken, wie man damit umgeht. Und das sind einfach Sachen,
- 18:05die man vielleicht auch in der Hand hat, auch die Regierung vielleicht in der
- 18:07Hand hat, auf der einen Seite.
- 18:09Aber es ist nicht die eierlegende Wollmilchsau, dass wenn die mit einem Schritt
- 18:13was machen, dass damit alles gelöst ist. Und Bestandsimmobilien,
- 18:15da sind die Preise natürlich auch ein Stück weit auch deshalb gestiegen,
- 18:18weil wir fast zehn Jahre so eine komplette Niedrigzinszeit hatten.
- 18:22Wo dann eben auch viele Menschen gekauft haben, die bei einem 4-5% Bauzins das nicht getan hätten.
- 18:29Meistens steigen die Preise von Immobilien, wenn die Zinsen sinken.
- 18:32Also das ist ja so eine Schaukel. Auch das darf man nicht unterschätzen.
- 18:37Die Nachfrage wurde halt eben höher und der Zuzug nach Berlin ist natürlich stark angestiegen.
- 18:43Also die Menschen sind mehr geworden, als man dachte. Und wo viel Nachfrage, da wird es auch teuer.
- 18:48Aber das betrifft natürlich nicht die Baukosten. Durch Enteignungen und durch
- 18:51Hin- und Herverschieben der Wohnungen oder der Wohnungseigentümer entsteht ja
- 18:55kein neuer Wohnraum. Nee, das ist das Problem.
- 18:56Der neue Wohnraum entsteht ja dann, wenn halt neu gebaut wird.
- 18:59Und natürlich kommt dann immer wieder das Argument, aber wenn neu gebaut wird,
- 19:02dann sind das halt eben Hochpreiswohnungen, die dann entstehen.
- 19:06Ja, aber die müssen vielleicht auch entstehen, damit die Leute,
- 19:09die da einziehen, einfach eine Wohnung freimachen, beispielsweise.
- 19:11Das stimmt doch nicht. Das ist die alte Sicker-Theorie. Das höre ich seit 40 Jahren.
- 19:17Immer wieder wird damit argumentiert, Entschuldigung, aber das ist einfach nicht
- 19:21wissenschaftlich nachgewiesen und es widerlegt, dass eben hochpreisiger Wohnraum
- 19:26keinen Wohnraum frei macht, der dann bezahlbar ist.
- 19:30Diese Zusammenhänge gibt es einfach nicht, aber es wird immer wieder auch natürlich
- 19:34in die Argumentation eingebracht.
- 19:36Aber ich finde wichtig auch, dass wir nicht nur über Berlin sprechen,
- 19:39wenn es um die Wohnungsproblematik geht, sondern eben auch über die Baupreise.
- 19:44Und da hat mich jetzt gewundert, Herr Winkler, dass Sie gar nicht auf die...
- 19:48Grundstückspreise eingegangen sind. Das ist da auch ein enormer Kostenfaktor,
- 19:53der treibt. Das ist ein Kostenfaktor, der ist natürlich in den Städten enorm.
- 19:57Der ist auf dem Land natürlich deutlich einfacher oder nicht so stark.
- 20:03Und da spielt eigentlich das Thema wieder in die Karten, in denen wir uns jetzt
- 20:07wiederfinden in Zeiten von Homeoffice.
- 20:10Und das erlebe ich auch immer wieder, dass immer mehr Leute sich hingehen und
- 20:13sagen, arbeite ich von meinem Standort, von meinem Wohnort einfach ein bisschen weiter weg.
- 20:18Also ich kann es mir leisten, da ich zwei oder dreimal in der Woche nur noch,
- 20:23vor Ort sein muss, nehme ich auch mal eineinhalb oder zwei Stunden Fahrtweg in Anspruch.
- 20:28Aber dafür habe ich mein Haus in einer Umgebung, in der ich mich wohlfühle.
- 20:32Ich kann mir mehr Grundstück leisten. Ich kann mir ein Haus leisten,
- 20:35das dann vielleicht auch größer ist.
- 20:38Ich fühle mich da wohl und das ist auch etwas, was dann sozusagen weg von der
- 20:42Stadt, sondern mehr aufs Land bringt.
- 20:43Aber dennoch haben wir starke Zuwächse in den Städten.
- 20:47Also das ist ja nicht so, dass durch Homeoffice dann man gemerkt hat,
- 20:50dass die Städte jetzt entspannter werden.
- 20:52Was wir ja auch schon seit langem hören ist, dass insgesamt ja mehr gebaut werden
- 20:58muss, dass es eine höhere, dass es ein größeres Angebot gibt,
- 21:03um eben die Nachfrage auch zu decken. Also bauen, bauen, bauen.
- 21:07Jetzt wurde unter der Ampel-Koalition ja ein eigenes Bauministerium gegründet.
- 21:13Und da wurden 400.000 Wohnungen pro Jahr versprochen.
- 21:17Marietta, was ist aus diesem Versprechen eigentlich geworden?
- 21:20Nicht viel, soviel ich weiß.
- 21:21Also in Berlin bräuchte man 20.000 neue Wohnungen pro Jahr. Bundesweit hatte
- 21:25man gesagt 400.000. Aber ich kann jetzt nicht die genaue Zahl nennen.
- 21:28Aber 400.000 Wohnungen wurden definitiv nicht pro Jahr gebaut.
- 21:33Woran liegt es? Das liegt auch eben an den hohen Kosten.
- 21:38Krieg kam auch hinzu. Und jetzt Straße von Hormuz und ähnliche Scherze.
- 21:42Aber es lag auch daran, dass Genehmigungen fehlten zum Teil.
- 21:45Das dauert, das ist alles aufwendig.
- 21:48Es muss Leute geben, die dann auch Grundstücke erwerben können.
- 21:53Es ist nicht so banal zu sagen, jetzt bauen wir mal. Und der Staat hat,
- 21:57glaube ich, nicht so wahnsinnig viel gebaut.
- 21:59Ich fand ja interessant, dass man 2025, 200.000 Wohnungen fertiggestellt hat
- 22:05oder gebaut hat, aber über 700.000 Wohnungen jetzt nicht fertiggestellt sind.
- 22:13Also die genehmigt sind, aber nicht fertiggestellt sind. Natürlich sind die
- 22:16einen, also viele sind sicherlich im Bauprozess, deswegen sind die nicht fertiggestellt,
- 22:20aber einige davon sicherlich auch aus Gründen der Finanzierung,
- 22:23aus Gründen der Umgebung, dass man dann halt einfach sich dann doch dagegen
- 22:27entscheidet, obwohl die Baugenehmigung vorliegt.
- 22:29Also das sind auch einfach Faktoren, die zeigen, dass da vielleicht der Wille
- 22:32da war, die Baugenehmigung einzuholen, aber in die Umsetzung zu gehen,
- 22:36dann vielleicht doch nicht. Und vor allem jetzt kommen wir in eine Hochzinsphase,
- 22:39sieht ganz danach aus und das wird noch lustig, weil dann wird nämlich erst recht das Bauen teuer.
- 22:44Darf ich gerne auch noch was dazu sagen? Gerade wenn es da um das Neubauen geht,
- 22:49das ist ja auch ein wichtiges Argument und Sie haben ja auch zum Anfang mich so vorgestellt,
- 22:55dass ich sage, es ist auch eine Verteilungsfrage des Wohnraums,
- 22:58weil der Wohnflächenverbrauch in Deutschland, der steigt ja seit Jahren und
- 23:02wir sind ja inzwischen bei ca. 50 Quadratmeter pro Person.
- 23:07Aber das ist natürlich eine statistische Größe, wo Babys und ältere Menschen
- 23:12alle mit einberechnet werden.
- 23:14Der Hauptpunkt ist doch, dass immer mehr Menschen immer mehr Fläche haben und
- 23:21immer mehr Menschen auf immer weniger Fläche leben.
- 23:23Also wir haben da so eine Schere, die immer weiter auseinander geht und das
- 23:27ist eben auch mit diesem Wohnflächenverbrauch verbunden und ich gehöre zu denen,
- 23:33die natürlich sagen, zum Wandel des Wohnens gehört eben auch...
- 23:37Dass eben der Verbrauch pro Person an Wohnfläche auch eine bestimmte Grenze
- 23:43haben muss aus sozialen und ökologischen Gründen.
- 23:46Weil wir wissen ja alle, die ökologischen Aspekte des Wohnens werden immer wichtiger.
- 23:51Das ist die Hitze, Starkregen und so weiter. Das ist, glaube ich,
- 23:55alles auch gut bekannt. Wollen Sie denn jetzt Vorschriften machen,
- 23:58wie auf wie viel Quadratmeter man
- 23:59leben darf? Und auch weniger Einfamilienhäuser? Ist das die Konsequenz?
- 24:03Da sind wir aber wieder im Sozialismus, Wohnungszuteilung. Um Gottes Willen,
- 24:07wir sind aber bei der Frage, was für eine Art von Wohnen wir fördern wollen
- 24:10oder beziehungsweise was ist gut.
- 24:14Für die soziale Situation, für den Zusammenhalt in der Gesellschaft und was
- 24:18ist auch gut für die ökologischen Bedingungen.
- 24:21Und da ist eben die Frage, ob die Förderung von Einfamilienhäusern der richtige
- 24:25Weg ist oder ob nicht eher
- 24:27Wohnformen unterstützt werden sollten, die auf Gemeinschaftlichkeit ausgerichtet
- 24:31sind und die zum Beispiel das enorm wachsende Einsamkeitsproblem mit in den Fokus nehmen.
- 24:37Das wird ja wahrscheinlich auch nochmal ein Podcast zu lesen.
- 24:40Es gab mal einen Brünenpolitiker, der genau darüber sprach, über die Sinnhaftigkeit
- 24:44von Versiegelung und Einfamilienhäusern. Und von dem Shitstorm hat er sich,
- 24:47glaube ich, bis heute nicht. war das für Anton Hofreiter.
- 24:50Und das war auch wunderbar, weil seitdem wird er immer genannt.
- 24:53Aber das Richtige ist ja richtig, dass in der Stadt Berlin natürlich gibt es
- 24:56Menschen, die in viel zu großen Wohnungen wohnen und das eigentlich auch gar nicht wollen.
- 25:00Nur wenn sie sich eine kleinere, neue Wohnung angibt, dann bezahlen sie mehr
- 25:04als für die, ich sag mal, 150 Quadratmeter in Schöneberg, wo man früher mit Mann und Kindern wohnt.
- 25:08Jetzt bist du Witwe und 75, aber eine kleine Zwei-Zimmer-Wohnung,
- 25:13das kannst du vergessen, die zu finden.
- 25:14Und das ist auch beim Einfamilienhaus Das ist das Thema. Ich kann ja bestimmte
- 25:18Wohnsituationen vielleicht mit 86 nicht mehr so gut realisieren
- 25:22und dass dann von vornherein das mitgedacht wird, dass es da auch eine Veränderung
- 25:27geben muss und dass das unterstützt wird und nicht als, also Sie kennen vielleicht
- 25:31den Fachbegriff dafür, Locked In.
- 25:33Dass ich mich gar nicht bewegen kann in der Wohnsituation, weil das mit steigenden Kosten verbunden ist.
- 25:40Und darauf will ich eigentlich hinaus. Frau Hannemann, also Sie sagen,
- 25:42man muss jetzt nicht den Leuten verbieten, Einfamilienhäuser zu bauen oder Senioren,
- 25:46Seniorinnen aus ihren großen Häusern, die ja auch ein Lebenswerk sind,
- 25:50das sie sich aufgebaut haben, vertreiben.
- 25:52Aber zum Beispiel über Möglichkeiten nachdenken, dass dann beispielsweise die
- 25:56Vermietung von diesem Haus, wenn da dann dafür eine Familie mit Kindern oder
- 26:00so reinkommt, dass das zum Beispiel dann steuerfrei gemacht wird oder man da.
- 26:04Sonst in irgendeiner Art und Weise profitieren kann.
- 26:06Dankeschön. Das ist genau der Punkt, dass eben dieser, der vorhandene Wohnungsbestand,
- 26:11der ja da ist und wir haben ja sehr viel Wohnfläche in Deutschland,
- 26:14dass das anders verteilt wird und dass das mehr unterstützt wird und dass es vielleicht auch eine,
- 26:19Tauschpauschale gibt und nicht nur eine Pendlerpauschale und ein Liedswagenprivileg und so weiter.
- 26:24Es geht doch einfach darum, was wird unterstützt Und was wird für die Gesellschaft,
- 26:29für den Zusammenhalt als förderungswürdig eingeschätzt?
- 26:33Herr Winkler, Sie haben vorher schon so ein Buzzword, da habe ich ganz genau
- 26:37hingehört, genannt. Und zwar sind das die Vorschriften, die beim Bauen gelten.
- 26:42Ich habe da nochmal nachgeschaut. Es gibt in Deutschland fast 4000 DIN-Normen
- 26:46für den Bau und bis zu 20.000 gesetzliche Bauvorschriften.
- 26:51Jedes Bundesland hat da nochmal eine eigene Landesbauordnung.
- 26:55Das heißt, dass man so ein standardisiertes, günstiges Gebäude,
- 26:58spricht man ja auch vom seriellen Bauen, mit dem man vermutlich Kosten sparen
- 27:02würde, das kann man nicht einfach so von einem Bundesland auf den anderen übertragen.
- 27:06Und eigentlich sollte man ja meinen, dass zum Beispiel die Ansprüche für einen
- 27:09Rettungsweg überall gleich sind. Aber auch das ist nicht so.
- 27:13Das ist teilweise von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt.
- 27:16Und in den Kommunen auch nochmal verschieden.
- 27:19Ja, aber wir lachen jetzt so darüber. Aber das ist doch ein Problem,
- 27:24das muss man doch angehen, dieses Problem. Aber wir leben nun mal in einem föderalen System.
- 27:28Das ist eben, wie in den Schulen ist es eben Landessache und die kümmern sich darum.
- 27:34Es gibt ja auch die sogenannten Musterbauordnungen, die das sozusagen vereinheitlichen wollen.
- 27:40Die Landesbauordnungen sind schon sehr ähnlich, die unterscheiden sich im Detail.
- 27:44Deswegen muss man, bevor man halt ein Bauprojekt jetzt im anderen Bundesland
- 27:47hat, muss man da immer reinschauen und sich immer vergewissern,
- 27:50passt das denn mit dem, was ich sonst so baue.
- 27:55Diese 20.000 Vorschriften, Normen, die da sind, ist das eine,
- 27:59dann gibt es noch die Regeln der Technik, also die nochmal den Standard auf
- 28:03der Baustelle nochmal definieren, da sind dann nochmal mehr und so weiter.
- 28:07Und das sind ja einfach Sachen, die jetzt in den letzten 20 Jahren dazugekommen
- 28:10sind. Also ich meine, vor 20 oder 25 Jahren gab es 5.000, und jetzt sind es 20.000.
- 28:15Das heißt, wir haben immer mehr Lösungen gefunden, indem wir was regulieren.
- 28:21Und meiner Meinung nach sollten wir jetzt endlich aufhören zu regulieren,
- 28:25sondern einfach hingehen und es ermöglichen, dass man einfacher baut.
- 28:31Also Gebäudetyp E ist beispielsweise so ein Thema.
- 28:34Wir diskutieren seit vier Jahren, dass der Gebäudetyp E kommt.
- 28:36Was heißt dann einfaches Haus?
- 28:38Dass man einfach bauen kann. Aber die Handwerker sind gar nicht mehr darauf
- 28:41eingestellt, an vielen Stellen so einfach zu bauen, weil die sind voll darauf
- 28:45getrimmt, auf diese Hochstandards.
- 28:48Ja, aber ich glaube, das kriegt man in den Griff. Also die wissen ja auch noch,
- 28:53wie man früher gebaut hat, also zumindest die Älteren.
- 28:56Für den Dachdecken brauchst du heute schon Hochschulstudien.
- 28:58Und etwas weglassen, die Kreativität der Handwerker, die ist auch schon da.
- 29:02Also das haben wir schon immer so gemacht, das ist so der Standardspruch auf
- 29:04der Baustelle. Ob das richtig war oder nicht, das sei mal dahingestellt,
- 29:07aber das haben wir schon immer so gemacht.
- 29:09Und ich glaube, anstatt jetzt vier Jahre über den Gebäudetyp E zu diskutieren,
- 29:14der Vereinfachungen bringt auf die Baustelle. Und wir müssen nicht immer.
- 29:19Ein Haus, überlegen Sie sich mal ein Haus, das 20 Jahre alt ist.
- 29:23Das hört sich auf den ersten Blick irgendwie alt an.
- 29:26Aber wenn wir uns überlegen und wir eine Anzeige sehen und da steht Baujahr
- 29:292026, dann sagen wir, oh, das ist ja relativ neu.
- 29:33Also ein Haus, das 20 Jahre alt ist. 2016 meinen Sie jetzt Baujahr?
- 29:37Nee, 20 Jahre alt ist. 20 Jahre, dann ist es 2006. 2006, genau.
- 29:41Dann ist es ja relativ neu. Also vom Gefühl ist es ja relativ neu.
- 29:44Aber ja, es ist auch so, dass man 2006 relativ gut gebaut hat,
- 29:47auch energetisch gut gebaut hat. Die Häuser waren auf einem sehr guten Stand.
- 29:50Nein, nein, nein. Na doch. Entschuldigung, ich bin in ein Haus von 2018 eingezogen.
- 29:56Ich habe jetzt eben auch schon an mein Alter denken mit Fahrstühlen und so weiter.
- 30:00Und in diesem Haus ist der...
- 30:03Ist Hitzeschutz noch weggespart worden. Ja, Hitze ist was ganz Neues.
- 30:07Das konnten wir vor 20 Jahren noch nicht wissen. Zum Beispiel auch was zu senken.
- 30:11Und jetzt leiden wir darunter, dass bei den Temperaturen in Berlin da 40 Grad
- 30:16sind. Es gibt da natürlich immer wieder Ausnahmen. Und auch 2026 baut man immer
- 30:21noch mit Pfusch teilweise und hat immer noch Probleme. Natürlich gar keine Frage.
- 30:25Aber allgemein betrachtet waren wir 2006, 2009. Mit der NF 2009 waren wir auf
- 30:30einem sehr, sehr guten Niveau.
- 30:34Was die Energiebilanz von unseren Häusern ausgeschaut hat. Wir haben es immer
- 30:38verschärft. Es ist immer stärker geworden.
- 30:40Es ist nach dem Pareto-Prinzip, 80-20. Das heißt, mit dem 20% Einsatz kriege
- 30:44ich die 80%. Um die letzten 10%, 5% rauszuquetschen, muss ich viel,
- 30:49viel mehr Energie reinstecken.
- 30:50Und genau da sind wir jetzt die letzten Jahre hingegangen.
- 30:54Und deswegen müssten wir jetzt eigentlich wieder, deswegen finde ich den Baustand
- 30:58oder Gebäudetyp E eigentlich sinnvoll.
- 31:01Aber seit vier Jahren wird darüber diskutiert, aber es kommt halt nicht in Pötte.
- 31:05Aber zur Wahrheit gehört auch, gerade auch wenn man nach Berlin guckt,
- 31:09also wir hätten ja Stellschraubengebäude, Typ E, also ein einfacheres Bauen
- 31:12und so weiter und so fort.
- 31:14Aber wo wird gebaut? Und da kommen dann natürlich auch wir alle,
- 31:17Bürgerinnen und Bürger, ins Spiel, die das gar nicht gerne haben,
- 31:21wenn verdichtet wird und wenn irgendwo gebaut wird, wo bisher aber nichts stand.
- 31:24Also ich erlebe das gerade jetzt hier in Mainz, neben unserem Haus in der Wohnanlage,
- 31:28wird jetzt auch neu gebaut. Und das ist nicht schön.
- 31:33Das sorgt auch für sehr viel Unmut, aber es ist eigentlich vollkommen richtig.
- 31:36Da waren vorher so Grünanlage und Parkplätze und es ist absolut richtig,
- 31:41dass verdichtet und gebaut wird.
- 31:43Aber ich weiß auch, die gucken mir dann künftig in meinen Balkon und in mein
- 31:46Schlafzimmer und keiner von uns findet das toll.
- 31:50Und dieses Widerwillen, dass gebaut
- 31:53wird in Städten, die schon recht dicht besiedelt sind, der ist gewaltig.
- 31:57Also ich wohne ja selbst auch auf dem Land und genau die Situation auch erlebt.
- 32:02Vor ein paar Jahren hat man dann angefangen, da in zweiter Reihe zu bauen.
- 32:06Und das ist ja auch etwas, was eigentlich auf dem Land üblich war.
- 32:09Man hat ganz große Grundstücke gehabt, da hat man angebaut, da hat man Schuppen
- 32:12drauf gehabt, da hat man die Flächen gebraucht. Mittlerweile braucht man die Flächen nicht.
- 32:18Und diese Nachverdichtung einfacher zu ermöglichen, ist auch eine Stellschraube,
- 32:22die natürlich auch was bezwingt.
- 32:23Aber da muss man dabei auch nochmal bedenken, dass diese Konstellation ist meistens
- 32:28so, dass vorne jemand wohnt, der aus der Familie ist. Also Oma,
- 32:32Tante, Opa. Auf dem Land jetzt. Ja, auf dem Land, genau, auf dem Land.
- 32:36Und hinten reinkommen dann die Verwandten. Es gibt ganz selten die Situation,
- 32:40dass vorne jemand Fremdes wohnt und dann hinten was abgezwackt wird und dann baut ein Fremder rein.
- 32:46Deswegen, also da hat man immer diese Nachverdichtungsoption.
- 32:50Die sollte einfacher gemacht werden, vor allem, wenn Bebauungspläne da sind,
- 32:53die das nicht erlauben, dass man dann sozusagen die Möglichkeit hat,
- 32:56hier nochmal nachzuverdichten.
- 32:59Aber in der Praxis muss man dann auch natürlich schauen, wer lässt denn jemand
- 33:02Fremdes auf sein eigenes Grundstück nochmal drauf?
- 33:05Das ist natürlich eine echte Landthematik, wo ja auch zum Teil auch noch Grundstücke sind.
- 33:08Aber in der Stadt bedeutet das, dass der begrünte Innenhof, dass da dann nochmal
- 33:12ein Wohngebäude, das, was man früher Remise nannte, aber eben sehr viel höher reingebaut wird.
- 33:17Und da hört der Spaß dann bei ganz vielen auf. Und das Tempelhofer Feld in Berlin,
- 33:20darüber fragen wir jetzt gar nicht an zu reden, weil dann explodieren,
- 33:23glühen uns hier die Leitungen weg.
- 33:25Ganz zu Beginn hatte ich die Frage gestellt, was man eigentlich von anderen
- 33:29Ländern lernen kann, in denen Menschen sehr viel weniger für Miete und fürs Wohnen ausgeben.
- 33:34Und die Stadt Wien wird ja immer wieder als Vorzeigestadt genannt.
- 33:39Das Wiener Modell, weil dort sehr viele Wohnungen im Besitz der Stadt sind,
- 33:43also nicht im Markt überlassen sind. Das heißt, die Stadt kann das Mietniveau
- 33:46insgesamt dämpfen und auch Menschen mit mittlerem Einkommen können von geförderten
- 33:51Wohnungen profitieren.
- 33:53Jetzt haben wir die Frage gestellt, auch ist eigentlich die Stadt oder ist der
- 33:57Staat der bessere Vermieter?
- 34:00In Wien scheint das so zu sein, dass eine Stadt als Wohnraummanagerin auftritt
- 34:05und das scheint zu funktionieren.
- 34:07Ist das nicht dann eigentlich das, was die Linke auch in Berlin erreichen möchte?
- 34:11Also in Wien sind nicht viele Genossenschaften, das ist in Zürich,
- 34:14in der Schweiz gibt es ja sehr viele Wohngenossenschaften, sondern in Wien ist
- 34:18es wirklich kommunaler Wohnungsbau, Gemeindewohnungsbau.
- 34:22Aber am Stadtrand von Wien entstehen gerade ganz viele so genossenschaftlich Gebaute.
- 34:26Aber gut, ich glaube, das führt uns jetzt auch in Details. Ja genau,
- 34:29aber es geht ja darum, um dieses Modell und das ist natürlich ein Modell,
- 34:33was 60 Prozent des Wohnungsbestandes in irgendeiner Form, ich würde das nicht
- 34:38als staatlich bezeichnen, sondern als,
- 34:40Gemeindehoheit behält und es gibt ja trotzdem noch einen freien Wohnungsmarkt,
- 34:45der auch sehr exorbitant ist und wo eben auch Renditen erzielt werden können.
- 34:51Aber es geht in Wien darum, aus meiner Sicht, dass die Proportion einfach viel besser ist.
- 34:56Also das, was an Wohnraum für die Menschen in Wien angeboten wird,
- 35:01also als bezahlbarer Wohnraum oder leistbar wird es ja dort genannt,
- 35:05das betrifft dann 60 Prozent, aber trotzdem sind noch 40 Prozent eben dann eben.
- 35:11Über den Markt erreichbar.
- 35:13Und ich finde, das ist eine gute Proportion und das sollte eben auch bei der
- 35:17Vergesellschaftung diskutiert werden.
- 35:19In welchem Verhältnis soll denn das Wohneigentum oder überhaupt die Zuständigkeit
- 35:25fürs Wohnen geregelt sein?
- 35:27Und da finde ich eben auch, das ist nicht nur eine staatliche Frage und deshalb
- 35:31ist auch das Stichwort der Genossenschaften gerade so gut.
- 35:34Es geht ja eben auch um Wohnformen, wo eher Menschen damit befasst sind,
- 35:41die eben auch vor Ort sind und nicht.
- 35:43Sie hatten da vorhin das Beispiel einer Immobilienfirma, die irgendwie international
- 35:49agiert und die gar nicht mehr diese ortskonkrete Bindung hat.
- 35:54Die Milliardärsfamilie aus Großbritannien war das. Dankeschön,
- 35:57genau. Und es gibt es ja auch in Luxemburg und so weiter diese Investmentfonds,
- 36:03wo man sich einkaufen kann, wenn man denn kann.
- 36:05Und da ist eben auch die Frage, wem gehört der Wohnungsbestand und wer kümmert
- 36:09sich darum und dass das Ortskonkret da wird. Aber auch ein Staat muss dann ja
- 36:13irgendwie mit Preisen und so umgehen können und das finanzieren können.
- 36:17Und wenn jetzt von der Deutschen Wohnen oder so die Wohnungen übernommen werden,
- 36:20man weiß nicht, in welchem Zustand die sind, welche Instandhaltungskosten da kommen.
- 36:25Und das muss nicht unbedingt besser laufen, als das, wie es im Moment läuft.
- 36:31Ich glaube, man kann weder sagen, der Staat kann kein Vermieter sein,
- 36:34das stimmt ja nun auch historisch und faktisch nicht, noch kann man sagen,
- 36:36der Staat macht das dann per se besser, weil auch der Staat muss Handwerker
- 36:39bezahlen und Baukosten bezahlen und Dächer sanieren und so weiter.
- 36:43Und wenn man jetzt mal an die DDR zurückdenkt, hatte ich, als ich in den 90er
- 36:47Jahren nach Berlin kam, nicht den Eindruck, dass in der DDR mit Häusern super
- 36:49umgegangen wäre und die alle in einem Top-Zustand waren. Da konntest du noch
- 36:52die Einschusslöcher von der Roten Armee sehen.
- 36:55Und die Kohlelöfen. Oder die neue Heimat, ist ja ein anderes Beispiel.
- 36:57Ein Riesenskandal, da hieß es dann, der Staat sollte besser mal nicht.
- 37:00Ich glaube, man kann es nicht so sagen, dass es so oder so nicht sein kann.
- 37:04Ja, so würde ich es auch einschätzen.
- 37:06Ich habe noch eine Abschlussfrage für Sie und für euch. Wie sähe denn euer perfektes
- 37:11Traumhaus oder die Traumwohnung aus und wo stünde sie?
- 37:16Herr Winkler, wollen Sie anfangen? Boah, schwierig. Ich glaube,
- 37:19ich lebe schon sehr in meinem Traum.
- 37:22Das ist schön. Wenn Sie noch zusätzlich einen Traum hätten irgendwo auf der
- 37:25Welt. Ich verstehe deswegen gar nicht so diese Leute, die alle in die Stadt
- 37:29wollen und alle nach Berlin wollen.
- 37:30Ich will da gar nicht in die Großstadt. Ich bin da auf dem Land sehr wohl.
- 37:33Und wir leben in einem schönen Haus gegenüber.
- 37:36Es ist ein See, Waldrand. Und wir können da spazieren gehen.
- 37:40Wir haben ein schönes Haus mit viel Technik auch.
- 37:44Also ein Haus aus den 90ern, das aber sowohl eine Wärmepumpe hat als auch eine
- 37:48Pelletanlage, also auch eine PV-Anlage mit Speicher, eine Bitcoin-Heizung und
- 37:55ein Kamin. Also ich bin voll ausgestattet.
- 37:58Frau Hannemann? Ja, wunderbar. Ich bin das Gegenbeispiel. Also ich habe so gewohnt
- 38:03auf dem Land in einem sehr, sehr großen, schönen alten Fahrhaus.
- 38:07Und ich wusste aber von vornherein, dass das nicht mein Traumhaus ist.
- 38:11Ich habe das sehr genossen, gerade auch in der Corona-Zeit.
- 38:15Wenn ich aus dem Hausbrust gegangen bin, war ich im Wald, im Landschaftsschutzgebiet und so weiter.
- 38:19Aber ich wohne in einem Haus, in dem es eine bestimmte Art von Gemeinschaftlichkeit
- 38:25gibt. Und es gibt ein Konzept des Wohnens, dass man sich im Alter unterstützt
- 38:30oder generell beim Wohnen.
- 38:32Weil Wohnen ist aus meiner Sicht auch sehr viel Arbeit und kostet nicht nur
- 38:37Kosten, sondern eben auch Lebenszeit.
- 38:39Und ich gehöre zu den Menschen, die halt einfach anrufen möchten,
- 38:42wenn der Wasserhahn tropft und dann kommt der Herr sauer und bringt das in Ordnung,
- 38:48weil ich habe einfach andere Schwerpunkte in meinem Leben und ich finde es gut.
- 38:53So kann ich auch wohnen, dass eben die Energie, die ich beim Wohnen verbrauche,
- 38:58dass die möglichst nachhaltig erzeugt wird und dass ich kurze Wege habe.
- 39:02Also ich bin ein sehr aktiver Mensch. Mir ist eine kurze Wegstrecke zu den Tätigkeiten,
- 39:08die ich so habe. Sport und Uni und weiß ich was. Ich reise auch sehr gerne.
- 39:13Also dass meine Wohnung pflegeleicht ist, weil ich komme gerade aus dem Urlaub
- 39:20und wir sind in einem Verein Mitglied, wo man die Wohnungen tauschen kann.
- 39:24Und das geht natürlich sehr gut, wenn ich eine kleine pflegeleichte Wohnung
- 39:27habe, wo ich dann den Saugroboter losschicke schicke und erwischt mir das auch
- 39:31noch. Also solidarisch, ökologisch und noch pflegeleicht dazu.
- 39:38Das ist mein Grund. Ich habe natürlich auch einen Fahrstuhl,
- 39:41falls ich nicht mehr gut laufen kann. Marietta, dein Traumhaus?
- 39:45Ich denke im Moment viel darüber nach, mit dem Freundeskreis,
- 39:48wie wollen wir in 10 oder 15 Jahren wohnen, wenn es so über die Rente hinausgeht,
- 39:53die dann irgendwann mal bei vielen von uns ansteht. Das sind jetzt so die Mit-50er.
- 39:57Und kann man nicht irgendwie zusammen in ein Haus ziehen und so eine Art Alters-WG
- 40:02gründen? Und wie könnte man das finanzieren und bauen? Und dann ist auch irgendwo
- 40:06noch Platz für eine Gemeinschaftsküche. Und das sind so Träume,
- 40:08über die wir im Moment im Freundeskreis viel nachdenken.
- 40:11Bei mir wäre es entweder das Penthouse über den Dächern Londons.
- 40:15Das wird nie passieren. Oder irgendwo auf dem britischen Land so ein Cottage
- 40:21wie bei, kennt ihr, Liebe braucht keine Ferien.
- 40:23The Holiday, diesen Film, diesen wunderschönen Film und da so ein ganz kleines,
- 40:27gemütliches Cottage auf dem Land.
- 40:29Also das könnte ich mir beides vorstellen. Also ich könnte mir auch als Ferienhaus,
- 40:32könnte ich mir auch noch so ein Lehmhaus in der afrikanischen Savanne mit Blick
- 40:35auf so ein Elefantenwasserloch vorstellen. Lehm bauen ist toll. Auch toll. Ja, absolut.
- 40:40Also Fantasien können wir jetzt noch ganz viele entwickeln. Nein,
- 40:44und wir zeigen eben auch die Vielfalt dessen, was an Wohnen möglich ist.
- 40:47Und auch als Wandel des Wohnens ist ja mein Thema. Und das zeigt es eben auch,
- 40:51die Wohnvorstellungen sind sehr verschieden.
- 40:54Und es geht nicht nur um Mieten in Berlin. An der Stelle sage ich herzlichen
- 40:57Dank für diese lebhafte Runde an Professor Christine Hannemann,
- 41:01Wohnforscherin, die uns heute aus Berlin zugeschaltet war. Herzlichen Dank.
- 41:06Dann an Maxim Winkler, Architekt, der ein schönes Häuschen auf dem Land hat
- 41:10und uns heute hier in Mainz besucht hat. Und natürlich auch an dich,
- 41:13Marietta, Marietta Slomka, Moderatorin des Heute-Journals. Vielen Dank.
- 41:17Gerne. Dankeschön. Ich wünsche allen frohes Wohnen natürlich.
- 41:20Frohes Wohnen, das wünschen wir euch, wünschen wir auch allen,
- 41:22die heute zugehört haben.
- 41:23Ihr könnt gerne in die Kommentare schreiben, welche Erfahrungen ihr schon hattet
- 41:27mit Vermietern oder wenn ihr selbst Wohnungen vermietet habt.
- 41:30Vielleicht baut ihr auch gerade selber ein Haus oder renoviert eins.
- 41:33Erzählt uns gerne davon, entweder als Kommentar oder als Mail an heutejournal-podcast.zdf.de.
- 41:40Da auch gerne Feedback, Anregungen, da freuen wir uns sehr drüber.
- 41:43Vielen Dank und bis nächste Woche.
- 41:50Heute Journal, der Podcast, wird produziert von Pool Artists.