Latest / Ausgeglaubt: ein RefLab-Podcast / Trump, Putin und die Sehnsucht nach Stärke
Transcript
- 0:00Ein Podcast für Menschen, die glauben, neu denken und manchmal alles anzweifeln.
- 0:10Hier sind wir wieder, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von "Ausgeglaubt".
- 0:22Und wir nehmen diesen Anfang, der so wunderbar charismatisch klingt jetzt zum vierten Mal auf,
- 0:28man, dieses Mal schaffen wir es.
- 0:30Ja, ich habe mich regelmäßig verhasst, ich weiß nicht, unser Vorgespräch war so anstrengend,
- 0:37dass keine Konzentration für die Aufnahme mehr übrig bleibt.
- 0:41Ja, aber wir sitzen im Studio in Bern beim wunderbaren Stefan im Büro und ja, ich stelle dich,
- 0:51wir haben gesagt, wir machen ein paar Dinge anders, aufgrund auch einer sehr hilfreichen
- 0:56Feedback-Runde, die wir im Reflap-Team gemacht haben und sie war hilfreich und direkt und
- 1:02wir haben erfahren, unsere Selbstvorstellungen sind nicht nur zu lang, sondern auch viel zu
- 1:07langweilig und deswegen stellt Maru mich vor und ich ihn und zwar jede Woche ein bisschen anders.
- 1:12Ja, gut, also ich versuche es mal.
- 1:14Aus dem Bauch heraus Stefan ist ein Kaffee-Liebhaber, er liebt seinen Hund Molo und er hat auch
- 1:22seine Familie ganz gern, er ist reformierter Theologe und ein scharfzinniger und frecher
- 1:33Denker, der große Freude an provokativen Thesen hat und ich freue mich jede Woche mit ihm
- 1:41zu diskutieren in unserem Podcast ausgeglaubt.
- 1:44Schön, Maru, aber das war jetzt etwa so, wie wenn ein großer Künstler, ein Gemälde,
- 1:49bezeichnet von einer Person, dann war das jetzt ein bisschen wie eine Kinderzeichnung.
- 1:54Er mag Molo und er hat auch seine Familie lieb, geil, so wunderbar.
- 1:59Ich versuche das Niveau zu halten.
- 2:01Ja, Maru kenne ich seit etwa sieben Jahren, vorher hat er 15 Jahre beim ICF gearbeitet
- 2:09und ist mittlerweile in Evangelikalen Kreisen das größere Ärgernis, als das ganze Reflap
- 2:15zusammen.
- 2:16Und zwar, weil er ja einmal zu ihrer Mitte gehört hat, bevor er uns kennengelernt hat.
- 2:23Manu ist ein unglaublich integriere, guter Mensch, der wirklich an den lieben Gott glaubt
- 2:32und das in einer Kombination lebt, die mich immer wieder erstaunt.
- 2:37Nämlich man kann ganz fest an Gott und an Jesus und das Evangelium glauben und trotzdem
- 2:44ein unverbesserlicher Pessimist bleiben.
- 2:47Ach, das hat so schön angefangen und ich hab gedacht, ich muss mir auf nächstes Mal
- 2:51auch was Lieberes ausdenken und ja, mit den Pessimisten hast du natürlich die Sache wieder
- 2:58ein bisschen runtergerissen, aber ganz falsch ist es nicht.
- 3:02Genau.
- 3:03Heute werden wir ja auch über Dinge sprechen, die für Pessimisten ganz viel Gesprächsstoff
- 3:08geben. Wir werden uns über die Sehnsucht in unserer Gesellschaft und Kultur unterhalten
- 3:15nach starken Führungsfiguren, einerseits diese Abscheu gegenüber Trump und Putin und
- 3:21andererseits dann auch dieser Wunsch, selbst doch eine starke Führungsfigur zu haben,
- 3:26die dies aushandeln kann, die die Weltgeschichte lenken kann, die uns Sicherheit gibt.
- 3:31Aber bevor wir damit einsteigen, Manu, lass uns zu unseren Highlights und Tiefpunkten kommen.
- 3:37Du weißt, dass du ein Halleluja der Woche mitgebracht hast.
- 3:40Ja, irgendwie ein unaufgeregtes, aber schönes, es ist ein Halleluja auf unverhoffte Alltagsbegegnungen.
- 3:54Ich hab das, glaube ich, vor längerer Zeit sogar einmal erzählt, möglicherweise sogar
- 3:59in einer Folge unseres inzwischen eingestellten Lavor-Podcasts "Schall und Rauch".
- 4:06Das war eine Begegnung mit einer Mitreisenden im Zug, die ist immer mit mir von Liestal
- 4:15nach Basel gefahren, im Achturzug morgens. Und wir haben uns da so kennengelernt und
- 4:21nicht begrüßt. Es war eine ganz edle gepflegte Dame kurz vor dem Ruhestand und die ist immer
- 4:30zur Arbeit gefahren nach Basel und dann haben wir uns immer nett unterhalten auf sie und
- 4:38so mit einer gewissen professionellen Distanz und so. Und dann ist etwas eigentlich ganz
- 4:43tragisches vorgefallen. Dann gab es einen Suizid am Bahnhof in Liestal. Jemand hat sich
- 4:50vor den Zug geworfen, und zwar vor den Augen dieser Frau. Und die ist dann auf mich zugegangen
- 4:56und wir haben uns dann an diesem Morgen auch gesehen. Und dann ist irgendwie aufgrund
- 5:01dieser, ich war auch, ich habe das nicht beobachtet, aber ich war auch quasi am Bahnhof, als das
- 5:06passiert ist. Und das hat natürlich alle tief erschüttert. Und sie ist dann auf mich zugegangen.
- 5:12Und dann haben wir auf einer ganz anderen, auf einem ganz anderen Level, haben wir uns
- 5:15irgendwie begegnet. Wir haben dieses Ereignis geteilt, waren gemeinsam erschüttert und irgendwie
- 5:21hat das von diesem Zeitpunkt an, haben wir uns gedutzt und haben sehr viel auch irgendwie
- 5:28uns persönlich erkennen gelernt. Und das habe ich wahnsinnig geschätzt. Das war ganz witzig.
- 5:32Wir haben uns dann auch immer mal wieder geschrieben, bist du wieder auf dem Zug und so am Morgen,
- 5:36früh und so. Und letzte Woche, um eine lange Geschichte kurz zu machen, inzwischen ist sie
- 5:42jetzt im wohl verdienten Ruhestand und dann hat sie mich eingeladen bei ihr im Haus in
- 5:49Bubendorf, wo auch ihre Mutter wohnt, zum Essen zu kommen und hat einen Seedfleischsalat
- 5:55zubereitet. Der erste Seedfleischsalat meines Lebens. Ich habe das noch nie gegessen. Und
- 6:02das war einfach dieser Abend bei ihr und die Mutter ist 93. Das war einfach ein großartiges
- 6:10Erlebnis, eine großartige Begegnung. Und das ist jetzt ein Kontakt, der wirklich so völlig
- 6:17zufällig und random zustande gekommen ist. Und das auch mal zu erleben ab und zu ist
- 6:24für mich ein Halleluja-Wert. Ja, das freut mich jetzt. Hab ich dich als Pessimisten eingeführt
- 6:29und muss auch über eine Zufallsbegegnung sprechen, aber leider nicht als Halleluja,
- 6:34sondern als Stoßgebet. Ich war heute Morgen mit Molo, meinem Hund spazieren. Ich mach
- 6:42das meistens ohne Leine, weil Molo ist wirklich ein sehr lieber Hund. Und da kommt uns eine
- 6:48Frau entgegen, die von ihrem Hund Gassi geführt wird. Also es war wirklich so, der Hund hat
- 6:54sie einfach die Straße runtergezogen. Und zwar nicht mal ein sehr großer Hund. Und der war
- 6:59total aggro und hat getobt und gebellt und gemacht. Und dann ruft sie die ganze Zeit,
- 7:05"Nein, Kevin, nein, Kevin, Kevin!" Und dann hab ich zuerst gedacht, das ist echt witzig.
- 7:13Und dann steht die neben mir und faucht mich an und sagt, dass ich gefälligst meinen
- 7:17Hund an die Leine nehmen soll. Aber der sitzt ganz ruhig neben mir, der macht überhaupt
- 7:21nichts, während ihr blöder Külter, der auch noch Kevin heißt, im Zeug rumtopft. Da hab
- 7:29ich schon gedacht, gibt's schon Leute, die haben einfach gar keine Selbstvernehmung,
- 7:33aber vielleicht ist das ja auch nur morgens so. Und vielleicht hab ich ja auch mal jemanden,
- 7:38ganz netten.
- 7:39Ah, krass, krass. Das ist zu geil, wenn man sein Hund Kevin nennt, da hätte ich jetzt
- 7:44tausend Ideen für irgendwie so. Diese Namen, die sich irgendwie als Prototyp bestimmter
- 7:50unangenehmer Persönlichkeiten vor Selbstständen nicht haben.
- 7:53Also das machen wir noch kurz, bevor wir in dieses ernste Thema einsteigen. Ganz spontan
- 7:58nicht nachdenken, welche Namen kommenden sind.
- 8:00Ja, in Deutschland ist doch die Chackeline so bekannt. Ich hätte gerne eine Hündin namens
- 8:05Chackeline.
- 8:06Oder Mandy. Mandy, finde ich auch.
- 8:09Ja, genau. Oder im amerikanischen wär das dann die Karen, wenn du einen Hund hast,
- 8:13den du Karen nennst.
- 8:14Ja, ja.
- 8:15Oder alle Verbindungsnamen mit Jason.
- 8:18Ja, das ist schon geil. Aber Kevin irgendwie, da schlägt ihm fast den Boden raus.
- 8:27Ja, aber heute wollen wir ja beim Thema der Woche nicht über Jason und nicht über Kevin
- 8:38sprechen, sondern über Donald und über Vladimir, aber eigentlich gar nicht so sehr, sondern
- 8:45viel mehr über diese Sehnsucht, die sich in unserer Kultur breit gemacht hat nach diesen
- 8:52starken Führungsfiguren, nach diesen Game Changers quasi, die sich an den Tisch setzen
- 8:58und die Spielregeln diktieren, die mit einem Wisch und einem A4 Blatt Geschichte schreiben
- 9:05können, die mächtige andere Nationen in die Knie zwingen und zu Deals bewegen können.
- 9:13Und einerseits gibt es ja eine große Abscheu gegen all dies und andererseits aber auch so
- 9:17etwas wie eine Lust, eine Faszination daran. Und mir ist das ganz fest bewusst geworden,
- 9:25also es um diesen Zoll die ging, also Schweiz hat ja dann 39% gekriegt und man sich dann
- 9:31wirklich gefragt hat, ja, war unsere Bundesrätin, war die stark genug, kann die verhandeln,
- 9:37kann die zocken?
- 9:38Und ich habe mich plötzlich gefragt, wo sind wir da eigentlich hingekommen, dass wir uns
- 9:43fragen ob sie diese Qualitäten mitbringt, weil bis jetzt wollten wir das eigentlich
- 9:48nicht von unseren Bundesräten und Bundesrätinnen, sondern wir wollten, dass das integere, verlässliche,
- 9:56informierte Menschen sind, die vernünftige Dinge tun und plötzlich kommt sowas durch
- 10:02und ich glaube es ist nicht ganz neu, ich glaube das lässt sich jetzt alle Talben beobachten.
- 10:07Zuletzt bei diesem wirklich sehr strangeen Gipfel in Washington, als die europäischen
- 10:13Staatschefs und Chefinnen bei Trump angetanzt sind mit Zelenski und Trump jeden vorgestellt
- 10:21hat und bei allen betonen musste, wie stark die sind, wie gut sie aussehen, wie gebräunt
- 10:26sie sind. Also diese ganze Macho Kultur ist jetzt wieder salonfähig geworden, hätten
- 10:32wir uns wahrscheinlich vor ein paar Jahren noch nicht vorstellen können.
- 10:35Ja und gleichzeitig hat er sie quasi vor sich hingestellt, wie Schüler in einem Schulhaus,
- 10:40der Lehrer sitzt am Pult ausgebreitet und vor ihm dann aufgereiht die ganzen anderen
- 10:48Leiter der westlichen Welt und ich will nochmal kurz einfach auf diese Szene zurückkommen
- 10:53zwischen Putin und Trump, das hat uns ja den Anlass zu diesem Gespräch gegeben, weil
- 10:58das dann auch so symbolträchtige Bilderschaft irgendwie wie der Trump, Putin auf dem roten
- 11:05Teppich ihn empfangen nimmt und die verziehen sich dann und dann quasi hält der Rest der
- 11:11Welt, hält den Atem an, weil jetzt die beiden großen, starken Männer unter sich eigentlich
- 11:21die Landkarte neu einteilen oder irgendwie verfügen über das, über dem Schicksal von
- 11:28Menschen, die sie noch nicht einmal repräsentieren, also die Ukraine war ja nicht am Tisch und
- 11:33Europa war nicht am Tisch, aber da wird dann vermeintlich, es kam ja nicht viel dabei
- 11:38raus eigentlich, aber da wird dann vermeintlich ausgehandelt, wie die Zukunft der Menschheit
- 11:43aussieht und das sind so Bilder, wir können vielleicht kommen wir noch auf, darauf zu
- 11:48sprechen, wie stark sich das auch an der Mänglichkeit festmacht, ob es wirklich ein exklusives Problem
- 11:55starker Männer ist, aber auf jeden Fall, finde ich, lässt sich das die letzten Jahre
- 12:01schon beobachten, natürlich auch im Zuge des grasierenden Populismus an vielen Orten in
- 12:07vielen Ländern, dass so die Zeit dieser Anti-Helden, es gab ja schon so eine Zeit, wo man das Gefühl
- 12:15gehabt hat, so die Vektoren der Geschichte zeigen in Richtung, in Richtung Demokratie,
- 12:20in Richtung Diskurs und Diskussionsbereitschaft und Diplomatie und so und in den Filmen wurden
- 12:28Anti-Helden beschworen, in der Literatur wurden Geschichten erzählt von gebrochenen Figuren
- 12:34und so weiter und man hat das Gefühl, mit dem Krisenhorizont unserer Zeit kommt auch
- 12:41bei vielen diese Sehnsucht wieder auf, nach diesen ganz, ganz starken Führungspersonen,
- 12:49die mit ihrer Rhetorik überzeugen, die ein Charisma mitbringen, dass Menschen in ihren
- 12:56Band zieht, die entscheidungsfreudig sind, die einen Dominanzgebaren zeigen und so weiter
- 13:02und auch wenn man, wie du gesagt hast, dann bei Trump und Putin, viele Leute, ich inklusive
- 13:08nehmen diese Personen ja nicht wirklich ernst, also man muss sie ernst nehmen im Blick auf
- 13:13ihren Einfluss, aber nicht ernst als tatsächlich starke Führungspersonen oder so oder als
- 13:19Menschen, die jetzt bewundernswert wären, aber es kommt dann mindestens pragmatisch
- 13:25kommt die Sehnsucht auf, ja wir sind jetzt halt nun mal in einer Welt, in der solche
- 13:29Leute mit am Spieltisch sitzen und dann muss man ihre Regeln spielen, sonst geht man gnadenlos
- 13:36unter und wenn dann eine Schweizer Bundesrätin mit diesem typischen Schweizer ein bisschen
- 13:41anders statement, diese auch oft auch dieses fehlende vielleicht Charisma oder fehlende
- 13:49Durchsetzungswille und fehlender, manchmal auch fehlendes Selbstbewusstsein, für das
- 13:55die Schweizer Politiker doch ein bisschen bekannt sind mit Ausnahmen, wenn die das dann
- 14:00an den Tag legen, dann denkt man, ja gut, die werden jetzt gnadenlos über den Tisch
- 14:05gezogen, da muss quasi, muss man anderes Geschütz auffahren, um solchen Männern oder Machtmenschen
- 14:13die Stirn zu bieten.
- 14:14Ja, ich finde das interessant was du sagst, weil gerade über Karin Keller Sutter, um die
- 14:20es jetzt konkret geht und wir müssen jetzt keinen Politiktalk draus machen, aber ich finde
- 14:24einfach bei ihr ganz spannend, dass alles es um die Credit Suisse ging, also die Rettung
- 14:30der schweizerischen Großbank Credit Suisse, die dann an die UBS verkauft worden ist, hat
- 14:35man gesagt, ja, war das nicht etwas impulsiv was sie da gemacht hat, hätte sie nicht abwarten
- 14:40müssen, hat sie das wirklich alles konsolidiert und sie galt so als extrem schnell und entscheidungsfreudig
- 14:46und durchsetzungsstark, oder?
- 14:48Und jetzt in diesem Fall, wo es um die Zölle ging, ist dann plötzlich alles anders, alles
- 14:53wird anders geframed, sie wirkt steif, bürokratisch höllt sein etc.
- 14:58Und ich glaube, das ist ein ganz, ganz fieses Spiel was da gemacht wird, weil es einfach
- 15:03so ist, dass die ganze Macht liegt auf einer Seite und das ist ja dann keine Verhandlung.
- 15:10Also wenn du bei einem Vorstellungsgespräch sitzt, dann bist du auch in einer ganz anderen
- 15:16Rolle als wenn du eine Sitzung leitest und ich glaube diese Idee, dass wir hier große Deal-Maker
- 15:24am Start haben, die wahnsinnig stark sind, die funktioniert so gar nicht, weil es einfach
- 15:29Ausgangspositionen sind, das ist die Boxen einer Wachsener gegen einen Dreijährigen, oder?
- 15:35Da braucht es keine echte Stärke, das sind einfach Ausgangslagen, die genau das nicht
- 15:41hinkriegen.
- 15:42Ich bin dann eher fasziniert von dieser alten Idee europäischer Diplomatie, die es auch
- 15:48schafft mit diesem Dreijährigen auf Speed noch irgendwie was hinzukriegen, was nicht gerade
- 15:54zu einem Fiasco führt.
- 15:55Ja, jetzt hast du zwar das Verhältnis umgekehrt, ich habe dich zuerst eher so verstanden, dass
- 16:03jetzt im Zusammenhang mit Trump eigentlich ein kleines Bild war schief.
- 16:08Ich meine natürlich, dass er der mächtige Erwachsene ist, quasi der jetzt mit einem
- 16:12Kind boxen muss, das habe ich auf die Zollverhandlungen gemeint, aber ich meine das so von der Art, wie
- 16:16er argumentiert, wie er irgendeine Persistenz hat von einer politischen Gesinnung, einer
- 16:23Ansicht, die er auch durchsetzt, die er verfolgt, langfristig auf etwas ansprechbar ist, so
- 16:29meine ich, da ist er wie ein Dreijähriger.
- 16:31Das stimmt, und das ist aber auch witzig, weil hier die Dinge ein bisschen überkreuz
- 16:36sind im Blick auf die tatsächlichen Machtverhältnisse und die Einflusspositionen, müsste man sagen,
- 16:43ist ein kleines Land wie die Schweiz in Zollverhandlungen natürlich der Dreijährige und Trump ist quasi
- 16:49der ausgewachsene Mann im Blick auf die Diskursstrategien oder auf, ich würde auch sagen, auf die Persönlichkeit
- 16:57und Charaktereigenschaften, ist eigentlich Trump das kleine Kind, es kommt mir ein bisschen
- 17:02vor wie in mittelalterlichen Setting, in dem irgendwie ein Kind als Nachfolger mit sechs
- 17:11Jahren zum König gemacht wird und dann müssten ausgewachsene Männer und erwiesene Chefdiplomaten
- 17:18von Nationen, müssten quasi bei diesem Kind am Thron antanzen und jetzt versuchen, dieses
- 17:23Kind dazu zu bringen, den eigenen Wünschen entgegenzukommen oder so, das sind dann völlig
- 17:29andere Strategien, die man anwenden muss und so kommt es mir jetzt bei Trump auch vor,
- 17:35er hat einen wahnsinnigen Einfluss, aber an ganz vielen Stellen in seiner ersten und
- 17:41seiner zweiten Präsidentschaft hat er ja gezeigt, dass er eigentlich Intuitionen und Reflexe
- 17:47eines Kindes hat, dass er enorm beleidigt reagiert, dass er auf Eherverletzungen anspricht, negativ
- 17:55und dass er auf Komplimente enorm positiv anspricht, dass er eine völlig einfache Logik pflegt,
- 18:04die nicht um drei Ecken herum zu denken, willig und bereit und fähig ist, also das ist eine
- 18:09witzige Überkreuzung.
- 18:10Jetzt muss mir nur ein bisschen aufpassen, dass das nicht eine Trump-Folge wird, weil
- 18:14davon gibt es für mich im Moment mehr als genug und ich drück nur noch weiter, wenn
- 18:17das kommt.
- 18:18Mir geht es eigentlich viel stärker um die Beobachtung, dass das eine Faszination auslöstet
- 18:24und dass man mittelsucht, damit umzugehen, die quasi diese Spielregeln übernehmen, die
- 18:30sagen, ja, wir müssen jetzt auch alle Dealmakers werden, wir müssen auch schnell entscheiden,
- 18:35scheiß auf Verfahren einfach durchsetzen oder und ich glaube, das ist etwas, was viel
- 18:40nachhaltiger ist als Trump selbst, dass sich das in einem kulturellen Bewusstsein festsetzen
- 18:46kann, dass das eine Art von gutem Leadership ist.
- 18:49Also dieses chaotische, dieses unberechenbare, dieses willkürliche im Umgang mit Macht, das
- 18:57dann faszinierend wirken kann auf viele Menschen und wir sehen das ja nicht nur in den USA,
- 19:02es gibt auch in europäischen, in südamerikanischen Staaten diesen Wunsch nach diesen starken
- 19:08Führungsfiguren, müssen nicht immer Männer sein, in Italien hält sich Frau Meloni schon
- 19:14ganz lange stabil, die ganz viel von dem auch nach außen trägt, was wir jetzt gerade diskutiert
- 19:21haben.
- 19:22Was ich gerne mit dir besprechen möchte ist, wie sieht das eigentlich so aus einer theologischen,
- 19:27vielleicht auch zunächst mal aus einer biblischen Perspektive aus, welche Idee von Führung,
- 19:32von gutem Leadership haben wir da eigentlich vor uns und ich weiß, dass du dich ein bisschen
- 19:38vorbereitet hast und auch auseinandergesetzt hast mit verschiedenen Führungsfiguren in
- 19:44der Bibel.
- 19:45Ja, also ich finde das halt faszinierend im Blick auf die Art und Weise, wie die Bibel
- 19:51von den großen Männern, vor allem Männer, es kommen auch markante Frauenfiguren vor,
- 19:59aber wie die Bibel von ihren Helden spricht und ich finde es eigentlich ganz bezeichnend
- 20:05und auch faszinierend, dass die Bibel eigentlich, ich sage jetzt mal, starke Glaubenshelden kennt,
- 20:13aber sie eigentlich immer zugleich auch dekonstruiert, also dass die Stärke dieser Persönlichkeiten
- 20:20immer auch gebrochen dargestellt wird, immer ambivalent auch dargestellt wird und dass
- 20:26man sagen könnte, jetzt natürlich gerade auch im Blick auf die Figur von Jesus Christus
- 20:31dann, dass die Pointe biblischer Helden Erzählungen in Anführungs- und Schlussstrichen eigentlich
- 20:39immer darin liegt, dass Gottes Geschichte mit den Menschen gerade nicht auf unfehlbare
- 20:45Helden baut.
- 20:46Also man hat das bei Moses schon, der große Befreier Israels, der das Volk aus der Sklaverei
- 20:53in Ägypten durch das Meer hindurch ins verheißene Land führt und dann schlussendlich eben ein
- 21:00Mann ist erstens mit tiefen Charakter schwächen, es wird gezeigt, wie er da einen Ägipter
- 21:05erschlägt, wie er ein impulsiver Typ ist, der mit Gott hadert, der das Volk anklagt.
- 21:11Der sich auch den ganzen Auftrag des Volk aus Ägypten herauszuführen gar nicht zutraut.
- 21:15Ja genau, also es ist ein eigenartiges Oszillieren zwischen Verzagtheit, Schwäche und dann auch
- 21:24aber wieder Impulsivität und Aggression und Selbstüberschätzung, schlussendlich leistet
- 21:32er sich ja einen markanten Ungehorsam gegen Gott gegenüber in der Wüste und Gott verbietet
- 21:41ihm dann den Zutritt zum verheißenen Land, was ja wirklich krass ist, wenn der große
- 21:49Befreier Israels noch nicht einmal das Land betreten darf, zudem er Israel aus Ägypten
- 21:55geführt hat.
- 21:56Also das ist eine ganz, es ist, die Bibel zeigt kein Bedürfnis diesen Mann zu verklären
- 22:04und eine heiligen Legende, um ihn zu erzählen, genauso wenig bei David, der als große Führungsfigur
- 22:12im Königshaus quasi geachtet und dargestellt wird, aber der von Anfang an in seinen ganzen
- 22:20Charakterschwächen mit dem Ehebruch, mit Paceba, seine Familie ist von Intrigen und Machtkämpfen
- 22:27geprägt.
- 22:28Er selbst verzagt immer wieder, er wird auch spielt ganz üble Spielchen, um quasi seine
- 22:36die geliebte Paceba frei zu spielen von ihrem Ehemann und so und das wird alles völlig unverblümt,
- 22:43dargestellt, nicht entschuldigt und es wird damit eigentlich auch immer gezeigt, die Stärke
- 22:49dieser Menschen ist gebrochen, ist ambivalent und man sollte sich nicht kompromisslos auf
- 22:56diese Menschen verraten.
- 22:58Das ist doch jetzt eigentlich ein ganz gefährlicher Punkt, weil wir sagen können, ja, also auch
- 23:04David, der ideale König, ja, ich meine, die große Kampfszene, David gegen Goliath, oder,
- 23:11ist legendär, ist wirklich eine Heldengeschichte, ist auch so aufgebaut als Heldenerzählung.
- 23:15Also auch diese Figur ist ambivalent und nicht nur gut, sondern hat ihre Schattenseiten
- 23:23und genau das wird mir ja ganz viele, aber auch über solche Typen wie Trump, wenn man
- 23:28jetzt Evangelicaler Christen nur sei, sagt man das über Trump, wenn man Orthodoxer Christ
- 23:33ist in Russland, sagt man das über Putin, würde man ja auch sagen, ja, das sind keine
- 23:38Heiligen, aber die vollziehen eigentlich Gottes Plan.
- 23:42Also das ist ja genau das Narrativ, das solche Typen über sich selbst dann auch in die Welt
- 23:48bringen.
- 23:49Also Trump, nachdem der Schuss ihn knapp verfehlt hat oder nur gestreift hat, hat er dann auch
- 23:54gesagt, ja, er wisse jetzt, Gott habe ihn gerettet, damit er Amerika wieder großmache.
- 23:59Und da merkt man schon, oder, es ist jetzt nicht so einfach zu sagen, ja, also Trump und
- 24:06David, das sind per se ganz unterschiedliche Typen.
- 24:09Ja, genau, aber das wäre natürlich perfide, wenn man jetzt die biblische Eigenart ihre
- 24:20Helden nicht zu verklären und nicht zu überhöhen, sondern sie in ihrer Gebrochenheit und in
- 24:27ihrer Charakterschwäche auch darzustellen, teilweise richtiggehend bloßzustellen, um auch
- 24:34zu zeigen, folgt diesen Männern und Frauen, folgt diesen Menschen nicht kompromisslos,
- 24:42vertraut euch ihnen nicht kompromisslos an.
- 24:45Letzten Endes sind das Menschen, die auch unter einer höheren Autorität noch zu stehen
- 24:53haben.
- 24:54Und jetzt gerade bei einem David kann man sagen, der hat ja dann auch Propheten zur Seite
- 24:58gehabt oder gegen sich gehabt, die ihn auch teilweise wieder eingemittet haben, die ihm
- 25:07massiv widerstanden sind und die auch seine Selbstüberschätzung, seine Charakterschwächen,
- 25:14seine Vergehen an anderen Menschen, seine Ungerechtigkeiten schonungslos angebrangert haben.
- 25:20Und ich finde, es wäre ganz perfide, wenn man dieses Bild jetzt so auf einen Trump überträgt,
- 25:27dass man sagt, ja auch er darf seine Eigenwilligkeiten und seine Fehler haben, genauso wie der König
- 25:32David.
- 25:33Ja, dann sollte er aber auch seine Propheten haben, die ihm entgegentreten könnten und
- 25:40müsste diese Bereitschaft zeigen, die bei David ja dann doch immer wieder aufscheint,
- 25:46dass er sich eben von Gott, von einer höheren Instanz etwas sagen lässt und sich dann beugt
- 25:54auch unter seine Fehler und diese eingesteht.
- 25:57Das ist ja auch das Beeindruckende bei David, auch wenn man dann Psalmen, die auf ihn zumindest
- 26:02zurückgeführt werden, hinzunimmt, die von einer Zerknier steigen, einer Buße und einer
- 26:08Fähigkeit zur Selbstreflexion und zur Umkehr und auch zur Selbstdemütigung zeugen, das
- 26:15sind ja dann eben alles Eigenschaften, die jetzt einen Trump oder einen Putin oder viele
- 26:21dieser selbsterlichen Populisten gerade nicht auszeichen.
- 26:24Gleich könnte man das als erstes Kriterium für guten Leadership festhalten, dass man
- 26:30sagt, gute Lieder und Liederinnen lassen sich beraten, die lassen sich auch kritisieren.
- 26:37Das war wahrscheinlich jetzt auch nicht so, dass David Freude gehabt hätte, wenn überall
- 26:43im Land Spottlieder über ihn gesungen worden wären, nicht mal nicht dieser Art von Kritik,
- 26:47die umgeben sich mit Menschen, die ihnen dreienreden dürfen, die sie kritisieren dürfen, die sie
- 26:53auch so redestellen können und die für sie eine Autorität haben, ein Korrektiv darstellen.
- 27:00Nichtsdestotrotz reicht das einigen Strömungen biblischer Erzählungen nicht.
- 27:07Die sagen sich, ja darfst nicht dort halt machen, wo du sagst, ja wir müssen den König
- 27:14auch immer ein bisschen kritisch sehen, sondern die kritisieren das Königstum, die Idee
- 27:19von Herrschaft überhaupt, eine ganz wunderbare Erzählung findet sich dazu in der Bibel,
- 27:26dass die Erzählung, die als die Jotarm-Fabel in die Geschichte eingegangen ist und dort
- 27:31geht es um eine anscheinend harmlose kleine Geschichte über Bäume.
- 27:37Bäume wollen sich einen König suchen und als Erster wird natürlich der Ölbaum gefragt,
- 27:43also dieser schöne, teure Baum, ob er doch vielleicht der König der Bäume sein könnte
- 27:50und der will aber nicht, weil der hat etwas Besseres zu tun, der hat ja sein Fett, mit
- 27:54dem man die Menschen erfreut und die Götter errt, also der hat keine Zeit um sowas zu
- 28:00machen wie zu regieren und König zu sein und dann gehen sie zum Feigenbaum und auch
- 28:05der Feigenbaum sagt, ja das geht nicht, ich bin viel zu süß, ich kann doch nicht meine
- 28:10guten Früchte da einfach hingeben, um dazwischen euch als König zu regieren, das wäre doch
- 28:16nur Schade um mich und nicht mal der Weinstock lässt sich überreden, König zu sein, weil
- 28:22der hat die süßen Trauben der ein Moss, die Götter und Menschen erfreut und auch der
- 28:27hat nichts dafür übrig und am Schluss wird es der Dornstrauch, der Dornstrauch wird
- 28:31dann König und das ist eine Geschichte, die zeigt, dass nicht nur der jeweilige König
- 28:37kritisiert werden muss, sondern überhaupt die Idee dieser königlichen Herrschaft schon
- 28:42kritisiert wird und lass uns da vielleicht mal einen Sprung machen, es gibt ja ganz viele
- 28:47biblische Figuren, die jetzt besonders auch im ersten Testament als Herrscher, als Lieder
- 28:54aufgeführt werden, also Elia, Nehemiah, andere Propheten, die da genannt werden, aber man
- 29:01könnte sagen, es besteht so diese Dialektik im ganzen alten Testament zwischen der Hoffnung
- 29:08auf eine messianische Figur, die aus dem Haus David kommt, also diese Idealisierung auch
- 29:15dieses davidischen Königtums, die sicher eine Projektionsfläche war, als das reich zerbrochen
- 29:22war, klein war und Israel unbedeutend war und auf der anderen Seite aber auch diese Idee,
- 29:29dass eigentlich dieses Volk kein König haben darf, sondern eher ein Priester braucht, der
- 29:34auf dieses Volk schaut und das ist vielleicht jetzt ein interessanter Hintergrund, um dann
- 29:38über die biblische Figur Jesus von Nazareth zu sprechen, also wie kommt das bei ihm zusammen,
- 29:44was ist er, wie wird er eingeführt in diese ganze Geschichte?
- 29:49Ja, darf ich noch einen Folgegedanken anschließen, bevor wir auf Jesus selber zu sprechen kommen,
- 29:56du hast jetzt diese Jotam-Fabel genannt, es ist ja auch interessant und faszinierend
- 30:02nachzulesen, im ersten Samuel-Buch, glaube ich, als das Volk Israel zum ersten Mal den Wunsch
- 30:09äußert, selber einen König zu haben, im Blick auf die Nachbarsvölker, die sagen dann quasi
- 30:15zu dem Propheten Samuel, alle um uns herum, die haben einen König und irgendwie macht
- 30:20das doch was her und wir haben keinen König und so und haben nur irgendwie einen unsichtbaren
- 30:25Gott und einen Propheten, der uns mitteilt, was der jetzt will und so und es wird deutlich,
- 30:30die wollen einen König und Gott sagt durch den Propheten zu ihnen dann, dass er das für
- 30:36keine gute Idee hält und dann gibt es dieses berühmte Kapitel, in dem beschrieben wird,
- 30:41in dem dann Samuel der Prophet im Namen Gottes dem Volk mitteilt, Leute ihr könnt einen
- 30:47König haben, aber ein unglaublich, man muss sagen, ein ganz erstaunlich nüchternes, unverblümtes
- 30:53Bild zeichnet davon, was es bedeutet, als Volk einen König zu haben, der sagt dann,
- 30:59der wird euch Steuern, saftige Steuern einziehen, auf all euren Ernte erträgen, der wird die
- 31:06ältesten, die erstgeborenen eurer Familien einziehen und in den Krieg schicken, der wird
- 31:12dies und das von euch verlangen und abfordern und macht ihnen völlig klar, Leute, ein König,
- 31:19das hat seinen Preis und es ist eigentlich ein bewundernswert entmythologisiertes Königsbild,
- 31:27das da gezeichnet wird und jetzt fragst du und es kam ja dann dazu, dass sie darauf
- 31:33bestanden haben und dann kam die ganze Kaskade, Saul und der versagt dann und dann kommt David
- 31:39und David hält sich länger, zieht aber den Zorn Gottes auch auf sich und dann kommt die ganze
- 31:45Geschichte mit dem Königtum Israels und Nordreich und Südreich und es wird hinreichend deutlich,
- 31:51dass Israel mit diesem Königswunsch natürlich auch allen möglichen Machtmissbräuchen und
- 31:59Fehlentwicklungen von Monarchien Tür und Tor geöffnet hat. Also und du fragst jetzt nach diesen
- 32:06messianischen Hoffnungen, die dann in Jesus von Nazareth auf eine ganz eigenartige Art und Weise
- 32:13erfüllt und unterlaufen werden. Ja genau, weil einerseits besteht ja dieser Wunsch, dass da ein
- 32:21Messias kommt, der ist wie ein König, der aus dem Hause Davids kommt und das Reich wieder groß
- 32:28macht und sicher macht und gerecht macht und auf der anderen Seite gibt es aber auch diese Idee,
- 32:34dass eigentlich nur Gott herrschen darf und dass eigentlich nur die Priester wirklich notwendig
- 32:40sind mit dem Tempeldienst und dass dieses Tempelopfer richtig gebracht werden muss und dass das das
- 32:47Volk zusammen hält und da finden sich ja immer beide Strömungen aber bis zur Zeit Jesu und der
- 32:55kommt jetzt und ist ja erst mal aus dem Hause Davids, also mindestens wird er so eingeführt.
- 33:00Genau und eine mega spannende super konstruierte Genealogie, warum Jesus aus dem Hause Davids
- 33:07ist, zählt dann auch plötzlich mal die mütterliche Linie und dann wieder die väterliche, das ist
- 33:13alles egal, Hauptsache der kommt aus dem Haus Davids. Ja und gleichzeitig wird in der Jesus-Geschichte ja
- 33:20von Anfang an mit diesem Motiv gespielt, hier kommt einer, der wird als König der Juden angekündigt
- 33:28beziehungsweise den weisenden Magier aus dem Morgenland in dieser Weise vor Augen gemalt und die
- 33:35suchen den dann im Tempel und so und von Anfang an wird gespielt mit dieser Denkfigur. Hier ist
- 33:43einer, der eigentlich die Machtsysteme und das Dominanz gebaren und die Hierarchien der Menschen
- 33:51auf den Kopf stellt. Der ist dann wird dann nicht im Königshaus des Herodes geboren, sondern im Stahl
- 33:58und so weiter. Ja genau und ich glaube das ist wirklich Ironie, das ist wirklich Ironie und ich
- 34:04glaube auch das ist ironisch gemeint, schon in diesen Texten, dass man quasi sagt ja hier habt
- 34:09ihr euren Mann aus dem Hause Davids und er ist in Bethlehem geboren, wie ihr alle immer gedacht
- 34:14habt, dass es kommen muss, aber in einer Futterkrippe, in einem Stahl oder dass es so und wer kommt um
- 34:20ihn zu begrüßen, nicht irgendwie die Gesandschaft aus der ganzen Welt, die jetzt den neuen König
- 34:27hier in Empfang nimmt, sondern die Herden auf dem Feld. Das ist so die eine Spur, die verfolgt wird,
- 34:33die andere gegenüber den Priestern und den Schriftgelehrten ist ja eigentlich genau gleich,
- 34:38weil Jesus als Kind dann im Tempel den man Red und Antwort steht und alles in verblüfft, wo man
- 34:45dann auch sagen könnte, na ja vielleicht ist das gar nicht so Rocket Science, was ihr da macht in
- 34:51euren Gesprächen, wenn der 10-Jährige euch da mal die Welt erklärt hat. Ja und es ist ein Zug, der sich
- 35:01eigentlich durch die ganzen Jesus-Geschichten hindurchzieht, dass er sich dieser Erhöhung als
- 35:10starker, großer Mann konsequent verweigert, dass er dort, wo ich
- 35:40ihm die Massen zum Revolutionsführer oder zum Anführer ihrer Bewegung machen will,
- 35:24sich dann auch einmal einfach still und klammheimlich verzieht, er ihnen entgegen steht und sagt,
- 35:31nur einer ist gut, das ist Gott im Himmel und also es gibt unzählige Stellen, in denen
- 35:37Jesus diesem Anspruch ihn jetzt zu einer im klassischen oder im römisch imperialen Sinne
- 35:45oder auch im klassisch religiösen Sinne zu einem Führer, Anführer, zu einer Zentralfigur und so zu
- 35:52machen, widersetzt und es kommt dann immer wieder auch das, was du jetzt ironisch genannt hast,
- 35:57kommt immer wieder ins Spiel an einer Stelle, eben erweigert sich zum großen starken Mann
- 36:04erhöht zu werden. Die einzige Erhöhung, für die er dann bekannt wird, ist die Erhöhung am Kreuz
- 36:10und mit diesem Wortspiel wird in der Bibel sogar gearbeitet quasi, er wird erhöht und es wird
- 36:17angespielt auf Könige, die zum Thron erhöht werden, aber sein Thron ist quasi das Kreuz, da wird er
- 36:25über der einzigen Moment, an dem er quasi bodenhaft und verliert, ist der Moment seiner tiefsten
- 36:32Demütigung seiner Kreuzigung, der einzigen Moment, wo er gekrönt wird, ist die Krönung mit der
- 36:38Dornenkrone, also diese Symbolik zieht sich ja wirklich durch. Das Kreuz, wir hatten ja mal eine
- 36:45ganze Folge dazu aufgenommen, ist ja wirklich das Spotsymbol, also da bist du wirklich gescheitert,
- 36:49wenn du am Holz hängst, dann hat es nicht geklappt mit deiner Vision und deiner Idee, dann bist
- 36:56du halt nicht der Messias, der sich durchgesetzt hat. Das Ganze hat natürlich auch eine Vorgeschichte,
- 37:02die völlig darauf hinweist und anspielt, wenn man es dann vom Ende her liest, dieses ständig
- 37:08Oszillieren zwischen mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden, was er ja am Schluss noch
- 37:14mal sagt und sich ja auch immer als Wundertäter, als einer der wirklich Situationen mit kurzen,
- 37:23markanten Sätzen, mit Zeichen, die er tut und so total umdrehen kann. Es muss ein unheimliches
- 37:29Charisma gewesen sein auf der einen Seite und auf der anderen Seite dann aber auch dieses
- 37:34Belehrbare. Das ist vielleicht eine Seite, die auch in der Jesus-Rezeption viel zu wenig vorkommt,
- 37:42aber wo lehrt Jesus wirklich, was sein Auftrag, was seine Mission ist, vielleicht wo er sich taufen
- 37:49lässt durch Johannes und dann wird die Geschichte ja so erzählt, dass die Stimme aus dem Himmel kommt
- 37:54und sagt, das ist mein geliebter Sohn und ihm sollte er Freude haben. Er lässt dich taufen und
- 37:59die Taufe ist eigentlich zur Abwaschung der Sünde. Das heißt, er stellt sich als Sünder dieser
- 38:07ganzen Welt und wird dafür seinen Auftrag dann herausgehoben von Gott. Also im Moment, wo er sich
- 38:13quasi demütigt, wenn man so will, so die eine Situation, eine andere Situation, wo Jesus etwas
- 38:20lernen muss, was er nicht gewusst hat, ist diese Begegnung mit der Samaritanerin, wo er sagt,
- 38:27also für euch bin ich nicht gekommen. Und sie erklärt ihm dann auf unheimlich charmante Weise,
- 38:35dass das nicht so ist. Und ich glaube tatsächlich, dass das eine total unterschätzte Geschichte ist,
- 38:41nicht weil es jetzt irgendwie darum geht, auch zu sagen, dass Frauen ganz wichtig sind in der Bibel,
- 38:46sondern weil es darum geht, dass man dort verstehen kann, Jesus hat wirklich gemeint,
- 38:50er sei einfach für dieses Volk da, also quasi dann die Petrus-Deutung auch nach seinem Tod. Und da
- 38:56kommt dieses Paulinische, aber schon rein, nein, nein, nicht nur für dieses Volk, für die ganze
- 39:01Welt. Also ausgehend von diesem Volk für die ganze Welt. Und da ist ein zweiter Moment, wo er etwas
- 39:09zu lernen hat und zu verstehen hat. Und das hängt direkt zusammen mit der Antwort, die er dann
- 39:14Pontius Pilatus gibt, also er gefragt wird, sie sagen, du bist der König der Juden und dann sagt er,
- 39:20du sagst es und erklärt aber, mein Reich ist nicht von dieser Welt. Also das ist dieses ständige
- 39:27Schwanken zwischen einer unheimlichen Machtvorstellung, zwischen einer Bereitschaft aber auch demütig,
- 39:34sich Gott unterzuordnen und gerade darin dann zu beanspruchen, Kind Gottes zu seinen Willen zu
- 39:41tun. Also das ist, ja, ich finde das jetzt spannend, gerade auch die Spur, die du auftust, wenn du dieses
- 39:49Jesus-Zitat bringst, mir ist gegeben, alle Macht im Himmel und auf Erden. Das ist ja ein Zitat quasi
- 39:55des Auferstandenen. Es ist aber insgesamt, würde ich sagen, auch um das nochmal ein bisschen
- 40:02schärfer zu stellen, Jesus verweigert sich dieser Überhöhung als starker Mann. Aber es ist keines
- 40:12wegs so, dass Jesus sich jeder Form von Macht quasi verweigert oder seine Macht seinen Einfluss
- 40:18verleugnet. Das ist auch nicht der Fall. Also es gibt ja die ganzen Jesus-Geschichten, leben ja auch
- 40:25davon, dass hier auch jemand auftritt, wie du sagst, der ein unglaublich offensichtlich,
- 40:31ein unglaubliches Charisma, eine Anziehungskraft, eine Faszination. Ein Sendungsbewusstsein. Ja,
- 40:36genau und ein Sendungsbewusstsein, wenn die Leute gesagt haben, ja erzähl uns mal was in
- 40:42den meisten Fällen hat er sich nicht verweigert oder kleinlaut zurückgezogen und gesagt, ja ich
- 40:47habe euch nichts zu sagen, sondern im Bild wird ja da dann die Bergpredig. Natürlich ist das ein
- 40:52konstruierte Setting, aber das wird mit Jesus dann verbunden, dass da zahllose Nachfolgerinnen und
- 40:58Jünger und Interessierte um ihn herum sitzen und er leert sie. Dem hat er sich nicht verweigert. Das
- 41:05ist ja auch eine Form der Macht oder der Ausübung von Einfluss und das finde ich jetzt ein faszinierender
- 41:14Punkt, dass man sagen kann, Jesus unterläuft diese Logik des starken Mannes quasi strategisch in
- 41:22seinem Leben, aber er ist dann auch nicht einfach in der Weise ein Underdog, dass er jede Form von
- 41:31Macht ablehnt und er ist auch nicht naiv genug, um sich einzureden, dass er überhaupt keine Macht
- 41:37hätte, sondern im Gegenteil er nimmt natürlich die Macht Gottes dann als Auferstandener für sich
- 41:43in Anspruch, aber schon vorher auch er führt ja Heilungen, Exerzismen durch und so weiter und
- 41:49er hat ja ein Machtbewusstsein und das wäre ja jetzt interessant herauszuschälen, welche Form
- 41:58gesunder Machtausübung, gesunden Machtbewusstsein könnte man bei Jesus noch ablesen. Du hast
- 42:06jetzt mit der Lernbereitschaft schon einen guten Punkt eingebracht. Die Lernbereitschaft ist
- 42:10tatsächlich etwas, hat auch viel damit zu tun, wie bei David, was wir gesagt haben, dass man sich
- 42:15reinreden lässt, dass man sich auch kritisieren lässt und dem stellt. Ich glaube, es gibt eine
- 42:20unheimliche Nähe zu den Autokraten, den autokratischen Herrschern auf den ersten Blick und das ist
- 42:26ja auch dieses Sendungsbewusstsein. Der Putin, der vom Großlawischen Reich träumt, der den
- 42:34Untergang der UDSSR als geschichtlichen Megaunfall, als Katastrophe sieht und das korrigieren will,
- 42:41Trump, der Amerika Great again machen will, das sind ja eigentlich auch alles Visionen,
- 42:46auch mit Sendungsbewusstsein, wird ja auch so verkauft und da will ich auf den ersten Blick mal
- 42:52sagen, kann der Unterschied ja nicht liegen. Das ist ja genau das, was diese charismatische
- 42:56Autorität irgendwo auch ausmacht. Du meinst jetzt nur zum Zurückfragen, du meinst, dass jemand ein
- 43:03Sendungsbewusstsein und eine Vision hat, die über ihn hinausgeht. Genau, genau. Aber das, was jetzt
- 43:11das Faszinierende ist, ist, dass Jesus in seiner Verkündigung sich selbst nicht als derjenige
- 43:17sieht, der diese Regeln festlegt, der sagt, wie es sein soll, sondern eigentlich nur als einer,
- 43:26der kommt und sagt, was Gott tun wird. Und deswegen kann er auch auf Gewalt verzichten. Natürlich gibt
- 43:32es sowas wie die Tempelwut etc., aber er ist nicht einer, der sich gesagt hat, ja jetzt muss ich mir
- 43:39da mal eine gut bewaffnete Armee aufbauen oder mindestens so eine kleine Horte, die mich als
- 43:45Bodyguards beschützt, sondern gerade darauf verzichtet er, weil er nicht davon ausgeht,
- 43:51dass er gesichert sein muss, dass er in einer Lage sein muss, um zu herrschen, sondern er versteht
- 43:58sich als einer, der nur das in die Welt bringt, was Gott schon längst entschieden hat, was passieren
- 44:04wird. Nämlich, dass sein Reich kommen wird. Und deswegen braucht er diesen Schutz, diese
- 44:09Sicherheit nicht. Also man könnte ja ein kleines Mindgame machen, nehmen wir mal die Geschichte so
- 44:14als Erzählung und stellen uns jetzt vor, im Garten Gezema, ne, kommen die Soldaten und wollen
- 44:21Jesus verhaften und Petrus, das ist ja passiert, schlägt dem einen Soldaten das Ohr ab und jetzt
- 44:27wäre Jesus anders gestrickt gewesen und hätte gesagt, töte sie alle und hätte die Jünger
- 44:33aufgefordert, töte diese Soldaten. Vielleicht hätten sie es sogar geschafft, aber Wahrscheinlichkeit
- 44:39ist groß, dass dieser ganze Haufen dann ziemlich rasch massakriert worden wäre und wir nichts
- 44:46mehr wüssten von dieser Figur, Jesus von Nazareth, dass wir nichts wüssten über diese Bewegung. Es
- 44:51hat ja solche Dinge zickfach gegeben von Aufständischen, die dann niedergeschlagen wurden,
- 44:56keiner erinnert sich an sie, sie sind alle vergessen. Aber er geht diesen anderen Weg und will nicht
- 45:03gewalttätig das durchsetzen, weil er auf etwas vertraut, was größer ist als er. Also nicht nur
- 45:10eine Vision, die über ihn hinausgeht, sondern auch eine Macht anerkennt, der er selbst unterstellt
- 45:17ist und die in dieser Geschichte wirkt und die ihn auch dazu verpflichtet, das was er tut,
- 45:23nicht mit Gewalt, nicht mit Macht und Stärke durchzusetzen, sondern indem er ständig und am
- 45:31Kreuz selbst noch auf Gott und das was Gott mit dieser Welt tun wird verweist. Ja, ja, also das
- 45:39finde ich einen wichtigen Punkt. Ich habe tausend Folge Gedanken im Kopf, aber ein wichtiger
- 45:44oder eine Präzisierung vielleicht oder Differenzierung noch, wenn du sagst, Leute, das sind
- 45:50Leute, sowohl ich sage mal toxische Macht, geile, dominante Führungspersönlichkeiten als auch ein
- 45:58Jesus von Nazareth, haben ein Sendungsbewusstsein gehabt, haben eine Vision gehabt, die sie antreibt,
- 46:04die über sie hinausgeht, aber jetzt ein Unterschied, den du angesprochen hast, ist dann schon, dass bei
- 46:11diesen selbsterlichen Autokraten und so weiter ja dann doch der eigene Macht erhält und die
- 46:17eigene Person, die selbst verwirkt jung und selbst inszenierung der eigenen Person dann doch über
- 46:24alles gestellt wird und ein Jesus von Nazareth eben deutlich gemacht hat, es geht nicht darum,
- 46:31dass ich, dass ich alt werde, es geht nicht darum, dass ich mächtig werde, es geht um ein Reich Gottes,
- 46:38das mich und meinen Willen und meine Selbstverwirklichung noch einmal übersteigt. Also wir kommen
- 46:46jetzt in den Sinn, um realpolitische Parallelen zu ziehen, kursieren diese Videos von auch
- 46:53republikanischer und demokratischer Seite in den USA, von friedlichen und auch, würde ich sagen,
- 46:59würdevollen Macht wechseln. Also einerseits bei in Präsidentschaftswahlkämpfen ein John McCain,
- 47:07der dann vor die Leute tritt und in einer, finde ich, unglaublich charakterstarken Weise seinen
- 47:14Anhängern deutlich macht, dass er hätte sich mit Obama und getroffen, sie hätten zusammengesprochen
- 47:21und er hätte ihm alles Gute für seine Präsidentschaft gewünschen. Da wird eine Größe deutlich,
- 47:27das war auch einer mit Zendungsbewusstsein, aber dem war klar, der Staat und das Land und die
- 47:35demokratischen Werte für die ich stehe, die stehen noch über meiner gelungenen Präsidentschaft oder
- 47:41so. Oder George Bush, der dann auch den Stab weitergibt und der auch sagt, er hätte sich mit dem
- 47:50Folgepräsidenten, wer hat auf Bush, ist Obama gefolgt oder, er hätte sich mit Obama getroffen
- 47:58und so und in einer guten Weise deutlich macht, ja klar, ich habe gekämpft und ich habe eine
- 48:04Vision und ich habe einen Auftrag und alles. Aber die Vision ist für ein Land und das Schicksal
- 48:10und die Werte dieses Landes stehen über meiner Karriere als Präsident. Vielleicht ist es schon
- 48:16fast ein zivielreligiöses Moment, dass man sagt, mir sind die Integrität unserer Verfahren,
- 48:24unserer demokratischen Verfahren am Schluss wichtiger, als dass ich das durchsetzen kann,
- 48:30was ich selbst für wahr oder für richtig halte. Das ist, glaube ich, eine Mentalität,
- 48:35die man in Demokratien unbedingt braucht. Das ist ganz sicher so. Und vielleicht müssen wir auch mal
- 48:42noch drüber sprechen, ob Jesus überhaupt ein gutes Beispiel wäre, weißt du, für einen Lieder,
- 48:48für einen Herrscher. Weil als er dann gefragt hat, sagt er, mein Reich ist nicht von dieser Welt,
- 48:54wäre es von dieser Welt, dann würden jetzt die Engel kommen und mich beschützen. Oder dann
- 48:59könntet ihr mich da gar nicht kriegen. Vielleicht ist das genau das Faszinierende an dieser
- 49:05Jesusfigur, das wirklich sagen kann, the world is not enough. Also in diesem Sinn. Aber vielleicht
- 49:13wäre er nicht ein wahnsinnig guter Präsident gewesen. Ja, das ist jetzt auch natürlich eine
- 49:20sehr spannende Folgefrage. Und da bin ich eigentlich, da bin ich ihn nun hergerissen, weil einerseits
- 49:27würde ich tatsächlich sagen, sehr wahrscheinlich hätte sich Jesus einem politischen Amt auch
- 49:33verwehrt und hätte sich gar nicht erst, also um dieses Mind-Gain jetzt zu machen, übertragen in
- 49:40unsere Zeit, hätte sich gar nicht erst als Präsident aufstellen lassen. Und gleichzeitig muss man dann
- 49:46schauen, dass man nicht zynisch wird und sagt quasi, um politisch tätig zu sein, muss man die
- 49:54dreckigen Spiele, die Schwanzvergleiche und die Machtspiele und das Dominanzgebahren dieser
- 50:01Welt notwendigerweise mitmachen. Deshalb hätte sich Jesus rausgezogen und deshalb gebührt sich das
- 50:09eines aufrichtigen Christen auch irgendwie nicht. Also ich kenne, aber das gibt es ja zum Beispiel,
- 50:15also der Urtyp dieser Erzählung betrifft ja Kaiser Konstantin. Also so konstantinische Wände,
- 50:21der Christentum wird Staatseliger und Babi-Pabu. Und dann gibt es ja immer diese schon was hakiografische
- 50:27Erzählung, dass er mit der Taufe gewartet habe bis im Sterbebett, weil ihm klar war, dass er als
- 50:32Kaiser sowieso wieder sündigen werde und erst quasi im Ruhestand, wo er nichts mehr verfügen
- 50:40und nichts mehr tun kann, in einem Zustand ist, wo er sich taufen lassen kann, ohne danach Gefahr
- 50:45zu laufen, gleich wieder zum Sünder zu werden. Ja, ja, aber eben da bin ich, ich finde das dann
- 50:52auch bei allem Pessimismus, den du mir ja an Anfangs der Folge angelastet hast, finde ich das dann
- 50:57doch eine, fände ich das, eine zudüstere Vision der Gesellschaft und auch eine zudüstere
- 51:04Anthropologie, wenn man sagen würde, letztlich lässt sich Macht, politische Macht gar nicht
- 51:11integer, gar nicht gesund, gar nicht christlich in Anführungs- und Schusszeichen leben. Ein guter
- 51:18Freund von mir aus den USA, der natürlich auch sehr ernüchtert ist durch das politische System in
- 51:24Amerika, der vertritt das mehr oder weniger bis heute. Er ist so ein christlicher Anarchist,
- 51:31der überzeugt ist, er eigentlich als überzeugter Nachfolger von Jesus. Kann man nicht mit gutem
- 51:37Gewissen ein politisches Amt übernehmen und wir bauen auch an einem ganz anderen Reich,
- 51:43wir bauen am Reich Gottes, das lässt sich mit den Mitteln politischer Macht gar nicht aufrichten,
- 51:50das sind zwei völlig getrennte Bereiche, deshalb hat er sich bis, jetzt hat er sich, glaube ich,
- 51:56ein bisschen seine Meinung geändert, aber bis vor kurzem hat er zum Beispiel auch an Abstimmungen
- 52:01oder Wahlen gar nicht teilgenommen, weil er gesagt hat, das ist ein korruptes, krankes System. Die
- 52:08Kirche ist berufen in einem parallelen System, in einem Reich Gottes zu agieren und sich dort um.
- 52:16Also das hat für ihn schon sehr konkrete gesellschaftliche Implikationen, die haben
- 52:22unglaublichen Einsatz für Arme, für Obdachlose, für Kinder und so weiter in der Gemeinde,
- 52:29aber das läuft für ihn völlig an der Politik vorbei, weil er sagt, das ist kontaminierte Zone
- 52:34und das wäre mir dann doch auch irgendwie zu pessimistisch. Ja, da rennt zu offene Türen ein bei
- 52:39mir, ich verachte diese Haltung und ich halte sie wirklich für spirituellen Missbrauch und ich
- 52:46möchte kurz erklären, warum. Das Problem ist, wenn ich davon ausgehe, also für mich übrigens der
- 52:52antiprotestantische Gedanke per se, sowas zu denken, weil wenn ich davon ausgehe, dass quasi es gibt
- 53:01irgendwie das Reich der Welt in ihrer Eigenlogik, in ihrer sündigen Struktur und es gibt daneben
- 53:07die Kirche und das Reich Gottes und die ganzen Ideale von Nächsten, liebe und Gottes, liebe und
- 53:12die sind nicht miteinander vermittelbar, dann glaube ich, dass das eine Pervertierung ist, der
- 53:19ganzen Botschaft, die im Evangelium rauskommt. Also wir können Jesus wirklich nicht nur auf Kreuz
- 53:27und auf Erstehung reduzieren. Wir müssen wirklich sehen, dass ganz vieles von dem, was der gepredigt
- 53:33hat, hat nichts damit zu tun, wie wir erlöst werden, wie wir heilig werden, wie wir rein werden,
- 53:37sondern wie wir gerecht gegenüber unserer Nachbarin oder unserem Nachbar leben können. Dass wir zwar
- 53:45dem Kaiser etwas schulden, aber wir nicht in dieser Schuld aufgehen, dass uns Gott befreit hat und dass
- 53:52wir uns untereinander befreit zueinander verhalten können und diese furchtbare Idee und deswegen
- 53:58bin ich so allergisch drauf, dass es quasi ein Reich zur Rechten, ein Reich zur Linken gibt,
- 54:03also diese zwei reiche Lehre letztendlich, die quasi sagt, es gibt diese Welt und die ist in ihrer
- 54:10Eigenlogik und da herrscht Macht und Gewalt und möglich so, dass nicht allzu viele Menschen
- 54:16unnötigerweise umkommen, aber darum geht es eigentlich gar nicht, sondern es geht um dieses
- 54:21Reich Gottes. Das hat natürlich gerade in einer gewissen luterischen Strömung zu einer unheimlich
- 54:29schrecklichen Theologie geführt, die das dritte Reich, ich mache Anführungs- und Schlusszeichen
- 54:36in der Luft, theologisch begleitet und legitimiert hat. Wenn ich davon ausgehe, dass es eine
- 54:42politische Struktur gibt, die nicht vor Gott verantwortet werden muss, dass es Handeln gibt
- 54:50im Raum des politischen, der politischen Macht, die nicht letztendlich vor Gott gerade stehen muss,
- 54:58dann ist Gott eine beruhigende Idee für Sterbebett, aber nichts, was im Leben von
- 55:05Menschen und in einer Gesellschaft etwas verloren hat. Und ich glaube, dass sie, deswegen habe ich
- 55:10gesagt, spiritueller Missbrauch, dass sie dazu führt, dass wir schreckliche Machtstrukturen
- 55:15aufrecht erhalten und sie hinnehmen. Das ist dann die Folge davon, statt dass wir sie beenden und
- 55:22bekämpfen. Ja, also ich sehe das, mein amerikanischer Freund würde das nicht in der Weise ausziehen,
- 55:29wie du es jetzt getan hast, aber ich sehe das völlig, dass die Haltung mindestens potentiell zu
- 55:33einem Rückzug aus der Welt führt und dazu, dass man eigentlich auch in einer dann schon zynischen
- 55:40Weise quasi die politischen Systeme einfach sich selbst überlässt. Und da müsste man jetzt sagen,
- 55:47wenn man das aber so nicht durchziehen will, dann müsste man ja, du hast gefragt nach Jesus,
- 55:52nach den Qualitäten Jesus als politischer Führer, dann müsste man sagen, es müssten sich ja dann
- 55:58doch auch gerade an der Art und Weise, wie Jesus mit Leitung, mit Macht, mit Einfluss umgegangen ist,
- 56:08müssten sich ja Prinzipien oder Kennzeichen ablesen lassen, die auch verheißungsvoll wären im
- 56:16politischen Diskurs oder die von denen man etwas lernen könnte im politischen Ränkespiel, im Umgang
- 56:26mit Macht, die einen nicht dazu bringen, so sind wir ja auch eingestiegen, die einem nicht dazu bringen,
- 56:32auf das dominanzgebahren mächtiger Menschen und starker Männer einfach auf gleicher Ebene zu
- 56:40reagieren und schlussendlich zu dem zu werden, was man eigentlich vor Abscheid oder bekämpft.
- 56:46Oder preiszugeben im Zuge der politischen Auseinandersetzung, wenn man sagt, ja, da muss
- 56:52man halt auch Stärke beweisen, da muss man halt auch eins auf Silber rücken machen und so weiter.
- 56:57Und dann im Prozess verändert man sich und seine Haltung selber und gibt eigentlich das
- 57:04Preis, wofür man am Anfang angetreten ist, nämlich die Vision einer Gesellschaft, in der eben nicht
- 57:11das Recht des Stärkeren dominiert, sondern in der Menschenwürde großgehalten wird, Gleichheit,
- 57:17Gerechtigkeit, Begegnung auf Augenhöhe, Diskurs, Mitspracherecht, Selbstbestimmung, all das.
- 57:24Wenn man sich von Trump, Putin, Erdogan und Co. dazu zwingen lässt, das Spiel auf dieser Ebene zu
- 57:33spielen, hat man eigentlich schon aufgegeben, wofür man ursprünglich kämpfen wollte.
- 57:38Ja, genau. Und das, was heute vielleicht am besten auf den Punkt bringt, wie diese Logik
- 57:45funktioniert ist, so diese Rede von Alternativlosigkeit oder von Pragmatismus. Und ich glaube,
- 57:53dass das eigentlich kaschiert, dass wir bereit sind zu sagen, es gibt einen Wohlstand, es gibt
- 58:00eine politische Sicherheit, die uns mehr wert ist als unsere Ethik und Moral. Ja. Und das ist,
- 58:08glaube ich, tatsächlich so. Aber das ist genau das alte Spiel, dass wir dort, wo wir Angst haben,
- 58:15Angst haben, Wohlstand zu verlieren, Angst haben, in einen kriegerischen Konflikt verwickelt zu
- 58:20werden, Angst haben, auf der Seite der Machtlosen zu stehen, etc., dass wir dort besonders anfällig
- 58:28dafür sind, uns selbst wehren zu wollen und selbst recht verschaffen zu wollen. Und das kann
- 58:35man tun. Man kann es aber, glaube ich, nicht letztendlich christlich rechtfertigen. Also man
- 58:41kann sagen, ja, das tue ich als Mensch, weil ich Angst habe. Aber die christliche Antwort auf die
- 58:47Angst ist nicht die Sicherheit, die die Welt gibt, sondern die Erkenntnis, dass es in dieser Welt
- 58:54diese Sicherheit nicht geben wird und daraus einen Frieden zu finden mit Gott und zu sagen,
- 59:00darauf richte ich meine Augen und darauf hoffe ich. Ich weiß, dass ich dieses Beispiel immer
- 59:06wiederbringe, aber es ist für mich wirklich ein super zeitgenössisches Beispiel mit Navalny,
- 59:11der vor dem Richter steht und sagt, weißt du, ihr könnt das machen, wie ihr wollt. Ich glaube nun
- 59:18mal an diese Verheißung, dass Gottes Reich kommt und das bedeutet, Russland wird frei und Russland
- 59:23wird glücklich sein. Und eure Logik ist letztendlich so gestrickt, dass sie ein Ende haben wird und es
- 59:31wird sich nicht durchsetzen, egal wie viele Typen wie mich ihr einsperren könnt und foltern
- 59:38könnt und transalieren könnt. Ihr werdet damit nicht zum Ziel kommen, weil das die falsche
- 59:45Logik ist. Und das, was ich mir jetzt davon übernehmen würde für die Politik und daran glaube
- 59:51ich tatsächlich, dass es so etwas immer wieder auch gegeben hat, also können auch gerne noch
- 59:56über Beispiele sprechen, ist, dass es einen Rückgrat gibt, dass man nicht einfach aufgibt,
- 1:00:04dass man nicht einfach sagt, ja, wir machen jetzt das, was vorläufig weniger schlimm ist und können
- 1:00:11nicht immer dieses Ideal des Richtigen haben und nennen das dann Kompromiss. Nein, ich glaube es
- 1:00:16gibt eine Stärke aus dem heraus, dass man sagt, du kannst nicht ein Land, das überfallen ist,
- 1:00:24verantwortlich machen, dafür das Krieg ist in diesem Land. Du darfst nicht politische Gegner Mund
- 1:00:33totmachen. Du darfst nicht die Medien kontrollieren. Du darfst nicht Einfluss darauf nehmen, was an
- 1:00:41Universitäten gelehrt und geforscht wird, etc. Und das sind Dinge, auf die müssen wir behandeln.
- 1:00:49Und ich glaube auch, dass das eine Kraft hat, weil wenn wir in den letzten Monaten immer wieder
- 1:00:56hören, dass Trump sich fast nicht zähnlicher wünscht als diesen Friedensnobelpreis, dann ist
- 1:01:02doch auch bei ihm letztendlich ein Wunsch, da in die Geschichte einzugehen. Etwas zu schaffen,
- 1:01:09was über ihn hinausgeht. Etwas, worauf er sich beziehen kann und sagen kann, das ist größer
- 1:01:17als ein Menschenleben oder sowas. Und ich glaube, dass wir diesen Fehler machen, wenn wir uns hier in
- 1:01:24so einer zweckrationalen, kurzfristig gedachten Logik davon übermann lassen und dem immer wieder
- 1:01:32recht geben und immer wieder stark geben. Ich glaube, da braucht es wirklich Widerstand und ich
- 1:01:37würde mir natürlich wahnsinnig wünschen, dass dieser Widerstand auch aus religiösen Bewegungen
- 1:01:43kommen könnte. Und das gab es immer wieder, oder? Also, ich meine, das sind alles alte Beispiele,
- 1:01:49aber Martin Luther King, finde ich, ist wirklich so ein Beispiel, der nicht gesagt hat, hey Leute,
- 1:01:55ich habe ein Philosophiebuch gelesen und es ist gar nicht so, dass es Rassen gibt, sondern er hat
- 1:02:00gesagt, ich habe eine Vision, dass Gott uns alle meint, dass wir alle Gottes Kinder sind und
- 1:02:07davon lasse ich mich bedingungslos leiten. Und wenn ich wieder eingesperrt werde und wenn Sie mich
- 1:02:11wieder verklagen und wenn der Geheimdienst mich wieder verfolgt, ich gebe das nicht auf. Und das
- 1:02:17schreibt Geschichte. Und das finde ich aber wirklich etwas, was man von dieser Leadership-Idee dann
- 1:02:23trotzdem übernehmen kann. Auch wenn Jesus wahrscheinlich ein lausiger Präsident gewesen wäre,
- 1:02:27kann man trotzdem davon übernehmen, dass das, was am Schluss Geschichte schreibt, nicht die Logik
- 1:02:34dieser Machtpolitik ist, sondern die Logik eines Vertrauens auf das, was wir noch nicht sehen,
- 1:02:40aber was wir herbeiglauben. Eine Vision, der wir uns verschreiben. Zumindest ist das eine,
- 1:02:47finde ich, eine Alternative und ein anderer Weg, den es sich auch in Namen des Christinglaubens
- 1:02:57zu verfolgen lohnt. Es ist, ich glaube, es, natürlich sagt man, die Geschichte wird von
- 1:03:02den Starken, von den Siegern geschrieben. Aber sie wird, sie wird nicht nur von den Starken in
- 1:03:09einem dominanten, kontrollmächtigen Sinne, nicht nur von den Bullis geschrieben, die Geschichte,
- 1:03:15sondern auch von Leuten wie Martin Luther King, die auf einer ganz anderen Ebene, in einer ganz
- 1:03:22anderen Weise Einfluss gewonnen haben, Massenbewegungen, Volksbewegungen ausgelöst haben und echte
- 1:03:29nachhaltige politische Veränderung angestoßen haben. Also das ist ein zweiter Weg. Wir sind
- 1:03:36über der Zeit schon, wir müssen zum Schluss kommen, aber es würde mich schon reizen lassen,
- 1:03:41dass mindestens mal in den Themenspeicher nehmen, reizen, das jetzt spezifisch auch nochmal für die
- 1:03:47Kirche durchzudenken. Was bedeutet es, einen gesundes Bild von Macht zu entwickeln, auch in der
- 1:03:57Kirche, gerade in der reformierten Kirche, die sich ihrer demokratischen Strukturen manchmal auf
- 1:04:03Kosten der hierarchischen, katholischen Kirche so sehr rühmt, dass es ihr enorm schwer fällt,
- 1:04:10überhaupt irgendeinen positiven Begriff von Macht zu artikulieren. Das fände ich schon auch noch
- 1:04:15spannend. Also das machen wir unbedingt, aber lass uns jetzt als Abschluss dieser Folge vielleicht
- 1:04:20noch so zwei, drei Punkte festhalten, wo wir sagen würden, dass so der Lackmustest für gute Führung,
- 1:04:25für guten Leadership. Ich habe ja schon Vorschlag gemacht, dass es, dass man sich reinreden lässt,
- 1:04:31dass man sich kritisieren lässt von Leuten, auf die man hört und die offen sagen dürfen, was sie
- 1:04:38glauben, was nicht stimmt mit dem, was man tut oder denkt. Also das kritische Korrektiv wäre das.
- 1:04:43Ja, ich würde das auf jeden Fall strukturell auch ausziehen, dass es dann wirklich, aber
- 1:04:49wahrscheinlich meinst du das mit dem auch schon, dass es Mächte gibt, die einem auf Augenhöhe
- 1:04:55gegenüber treten oder sogar über einem stehen, also und dass man die auch nicht strategisch zu
- 1:05:01unterlaufen versucht, also von den Medien, die ausdrücklich das Recht und die Aufforderung haben,
- 1:05:07ihre, die Führer ihres Landes auch zu kritisieren, bis zu einem Staatssystem mit checks and balances,
- 1:05:14wo es wirklich, wo es Instanzen gibt, die einem Präsidenten oder einem, einem Führungs,
- 1:05:22einer politischen Führungspersonen gegentreten können. Und ich glaube etwas Drittes, was es
- 1:05:28braucht ist Demut, nämlich im Sinne einer geistigen Offenheit, dass ich in der Begegnung
- 1:05:35mit anderen Menschen, egal ob die mächtiger oder weniger mächtig sind, etwas lernen kann,
- 1:05:41etwas verstehen kann, was ich noch nicht wusste. Was ich jetzt im Blick auf politische Führung
- 1:05:48auch ganz entscheidend finde, ist diese Bereitschaft und diese Leidenschaft eine
- 1:05:55Integrationskraft zu entwickeln für ein ganzes Volk, also eben bewusst nicht den Kulturkampf
- 1:06:03anzuheizen, bewusst nicht diese Parteien-Trennung zu befördern, bewusst nicht einfach nur präsentieren,
- 1:06:11Präsident oder Bundesrat oder oder Kanzler einer Partei zu sein oder eines bestimmten
- 1:06:18Bevölkerungsteils, der von einem besonders eingenommen ist und so, sondern erkennen zu lassen,
- 1:06:24dass man fürs ganze denkt und wirklich seine ganzen Kräfte und seine diplomatischen Fähigkeiten,
- 1:06:31sein Charisma von mir aus und seine Überzeugungskraft einsetzt, um nicht um noch mehr loyale
- 1:06:39Jünger zu gewinnen, sondern um die Brüche zu heilen in einem Volk und Brücken zu bauen
- 1:06:49zwischen verschiedenen Fraktionen. Das finde ich wunderbar und ich glaube, das ganze hängt
- 1:06:55irgendwie mit einem Bild, einer Hoffnung, einer Vorstellung, einer Vision, egal ob
- 1:06:59die ihr religiös ist oder ob sie einem philosophischen Ideal oder von mir aus auch wirklich einer
- 1:07:05Kindergeschichte folgt, die man wichtiger findet als das eigene begrenzte Leben und
- 1:07:11als das eigene begrenzte Volk. Manu, wir müssen hier einen Schlusspunkt machen, du kriegst
- 1:07:19das Armen. Weißt du was, ich führe als Armen ein letztes Kennzeichen gesunder Führungspersönlichkeiten
- 1:07:31an, das sich für ganz entscheidend halte und das ist Humor. Ich glaube, ein Kennzeichen
- 1:07:37von autokratischen Führen ist, dass sie sich selber so ernst nehmen, dass sie Humor satire
- 1:07:44nicht mehr ertragen und ein guter politischer Leiter, eine gute Politikerin, kann über
- 1:07:53sich selbst lachen. Das bin ich wunderbar, dazu sage ich gerne
- 1:07:56den Armen. Manu, was steht die Woche noch an? Oh, ja, gute Frage. Festivalvorbereitungen
- 1:08:04in letzter, quasi in auf dem Höhepunkt der Betriebssamkeit, dann haben wir Abteilungsausflug
- 1:08:12mit unserer ... Wo geht's hin? Oh, ja, frag nicht. Ich habe nur gesagt, ich hätte gerne
- 1:08:19ein Sandwich mit doppeltem Fleischbelag, aber ich weiß nicht, ich laufe einfach den Leuten
- 1:08:23nach. Okay, okay, ich habe keine Zeit gehabt, das zu studieren, aber es wird eigentlich
- 1:08:28immer gut ... Nein, ich habe es noch nicht mehr im Dageil.
- 1:08:32Cool, ja. Okay, bei mir steht noch an, ich habe einen ganzen Tag Vicariatkurs mit den
- 1:08:40Berner Vicarin und Vicarin zum Thema Digitalität und wie das unsere Lebenswelt, das Fahrbild
- 1:08:48und unsere Aufgaben beeinflusst und ich freue mich sehr darauf, weil es auch immer wirklich
- 1:08:52interessant ist, zu hören, was die sich am Anfang von so einem Fahrberuf überlegen,
- 1:08:57was sie sich für Gedanken machen und die haben ja jetzt auch schon ein ganzes Jahr das
- 1:09:01kennengelernt und da erhält man ganz viele unterschiedliche Einblicke, darauf freue
- 1:09:05ich mich. Sehr schön, sehr schön. Yo, hey, toll, wenn
- 1:09:08ihr bis jetzt dran geblieben seid, denkt dann, es gibt noch Plätze für das RefLab Festival.
- 1:09:14Manu wird das verlinken in der Episodenbeschreibung, findet ihr das und sonst könnt ihr einfach
- 1:09:19auf reflab.ch gehen. Dort hat es oben einen großen, schön gestalteten Button, sieht
- 1:09:26aus wie ein Sticker. Da müsst ihr nur drauf klicken, dann seht ihr die freien Slots und
- 1:09:30könnt das buchen und manu und ich freuen uns schon sehr darauf, wenn wir die eine oder
- 1:09:35den anderen von euch dort treffen. Gute Zeit euch, tschüss, tschüss.
- 1:09:49Zwei Tagen live Aufnahmen von Podcasts wie Unterfahrerstöchtern, Kaffeefreitag, Hossa
- 1:09:58Talk, die sogenannte Gegenwart und vielen anderen. Mit dabei sind auch Olivia Röllin,
- 1:10:07Niklaus Branschen, Torsten Dietz und natürlich das RefLab. Am 6. und 7. September. Kauf jetzt
- 1:10:17ein Ticket auf reflabfestival.ch. Alles wird gut.