Latest / Felix Tierwelt / #29 Warum so viele Hunde still leiden: Die Wahrheit über Hundezähne!
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- Felix Tierwelt: Jetzt geht es mal ⁓ ein richtig spannendes Thema, nämlich es geht ⁓ die Zähne, nicht ⁓ meine, sondern ⁓ die Zähne von unseren Vierbeinern, weil dieses Thema es wirklich sehr, unterschätzt und viele Leute machen da echt viele Fehler. ⁓ und wissen einfach nicht, worauf es ankommt. Und dabei haben wir genau dich in dem Falle Claudia mit dabei. Du bist ja, muss man schon sagen, Profi in diesem Gebiet. Du bist Zahn-Tierärztin, bist ja lange schon in dem Feld unterwegs. Und wir werden da ein bisschen in die Tiefe gehen, auch mal gucken, was gibt es für Fehler, woher kommt überhaupt das Problem mit Zahnstein und Co.? Wir werden auch das ein bisschen beleuchten, was Tipps und Co. angeht, damit jeder wirklich alles mitnehmen kann. was das Thema Zahngesundheit für die eigene Fellrakete angeht. Und in der Hinsicht, viele Hundebesitzer denken ja bei der Zahnpflege nur an schlechten Atem, also an Mundgeruch. Aber das Problem sitzt ja eigentlich deutlich tiefer, was das Ganze angeht. Und da direkt eine Frage an dich, wie viele Hunde da draußen, in Prozent bitte, haben Schmerzen, ohne dass ihre Besitzer das eigentlich wissen? Gibt es da vielleicht eine Studie oder was ist deine Meinung als Zahntierärztin? Claudia: Ja, hallo erstmal und schön, dass ich hier sein darf. Es ist so, dass es existiert diese Prozentsahl, dass 80 Prozent aller Hunde über drei Jahre an behandlungswürdigen Erkrankungen des Zahnapparates leiden. Das bedeutet jetzt nicht unbedingt, dass es schmerzhaft sein muss, aber die allermeisten Fälle können wir von ausgehen, dass die schmerzhaft sind. Also es gibt zum Beispiel auch die Zähne, wo der Wurzelanteil im Prinzip noch intakt ist und nur ein Stück von der Krone abgebrochen ist oder so. Und sobald oder solange das Innenleben vom Zahn nicht beteiligt ist, kann man eventuell davon ausgehen, dass es nicht schmerzhaft ist. Ich will gar nicht zu genau sagen, aber jeder weiß, dass Zahnschmerzen individuell sind. Und die sind wirklich eines der schlimmsten Schmerzen, die man haben kann. Da gibt es auch Vergleichsstudien. meine, natürlich ist eine Geburt schlimmer. glaube, Nierensteine sind auch schlimmer. nah dran die Zahnschmerzen, weil da so krass viele Nerven einfach in diesem Zahn drin sind und weil es halt auch so kopfnah ist. Und dadurch sind halt diese Schmerzen so stechend. Und auch ein Schmerzmittel, was früher oft verschrieben wurde dann bei Zahnschmerzen, hilft nur ganz bedingt. Auch das kennen wir von uns selber, wenn wir Zahnschmerzen haben und wir nehmen eine Ibuprofen. Ja, nimmt so den den stechendsten Schmerz, aber gut ist damit halt gar nichts. Also es ist halt wirklich trotzdem noch schmerzhaft und bei den Tieren ist es halt so, die sind ja nicht blöd und wenn die halt Zahnschmerzen haben, dann vermeiden die einfach das Kauen auf dieser Seite und nehmen dann die andere. Also man sieht es von außen gar nicht unbedingt, dass da Schmerzen sind, weil ja, die vermeiden es dann einfach oder auch gerne schlucken einfach runter das Futter, das wird auch sehr gerne gemacht. Felix Tierwelt: Ich finde es echt erschreckend, wir hatten es ja vorher schon, bevor wir die Aufnahmen hier gestartet haben, wie viele Hunde wirklich unter Zahnbeschwerden leiden. Und wenn man selbst mal Zahnprobleme hatte, dann kann man das glaube ich gut nachvollziehen, weil diese Schmerzen sind echt unangenehm, es geht schnell mal ins Gehirn oder sonst wo hin. Und das ist schon ziemlich heftig. Und in dem Falle jeder der gerade hier zuschaut oder zuhört, schreibt gerne mal einen Kommentar, ob eure Fellrakete irgendwie Zahnprobleme hat oder ob ihr da Erfahrungen gemacht habt. In der Vergangenheit ist natürlich keine schöne Sache. Wie gesagt, wir versuchen hier bisschen Mehrwert zu stiften. Lass uns jetzt erstmal in deine Geschichte so bisschen eingehen, dass wir ein bisschen so einen Einblick bekommen, wer du überhaupt bist, was du überhaupt machst oder im Endeffekt gleich mal eine direkte Frage an dich. Warum hast du dich überhaupt auf die Zahnmedizin spezialisiert als Tierärztin? Ich glaube, das ist ja nochmal on top zum normalen Tiermedizin Studium nochmal eine Zusatzspezialisierung, oder? Claudia: Also bei uns Tierärzten ist es ja im Prinzip so, wenn wir das Studium fertig haben, dann dürfen wir uns sofort niederlassen und alle Tiere behandeln. Also ob ich jetzt Schweinetierärztin bin oder Rindertierärztin, sagt erstmal, kann man von außen gar nicht erkennen, wie spezialisiert ich da bin. Und deswegen gibt es so eine Initiative von der DGT, das ist die Deutsche Gesellschaft für Tierzahnheilkunde. Und die hat sich auch die Fahne geschrieben, dass die wirklich so ein Qualitätssiegel für Tierärzte erschaffen, die sich wirklich mit Tierzahnheilkunde auskennen. Sodass es halt eben nicht der Kollege ist, der vielleicht gar nicht so versiert ist, sondern da muss man wirklich sehr viele Fortbildungsstunden nachweisen. Man muss die entsprechenden Ausstattungen in der Praxis auch nachweisen und man muss auch eine adäquate Narkose, ein richtiges Narkoseregime vorweisen. Da Zahnpatienten oft lange Narkose liegen und wir da nichts riskieren wollen. Und natürlich sind auch die Zahnpatienten oft alt. Und die brauchen einfach ein gutes Narkose-Regime. Und dann ist das auch alles sehr, sehr, sehr, sicher. Aber es muss halt richtig gemacht werden. Und dafür gibt es halt dieses Siegel. Und da bin ich halt Mitglied. Ich bin Tierzahnärztin geworden, weil ... Ja, das war eher ein Zufall. Man muss sich vorstellen, jeder Tierarzt wird früher oder später, wenn er in der Kleintiermedizin arbeitet, mit Zähnen konfrontiert, weil das einfach so häufig ist. Viele machen dann halt diese Zahnsanierungen. es ist halt uraanstrengend. Also es ist wirklich, wenn du so, sag ich mal, 10, 20 Zähne ziehen musst bei einem Hund oder bei einem Schäferhund, sagen wir jetzt mal, das ist wirklich Knochenarbeit. Und die Lernkurve da ist sehr flach, weil es ein Handwerk ist. Man muss im Prinzip lernen, wie man diese Zähne richtig rausbekommt, welche Zähne überhaupt raus müssen, welche erhalten bleiben dürfen, wie man die Zähne röntgt. Und das ist sehr unbefriedigend am Anfang, weil es lange dauert und weil man wirklich so dann die Zähne abbricht und dann muss man nachsuchen. Und das ist wirklich so ein Feld, wo viele Tierärzte sehr viel Durchhaltevermögen haben müssen, ⁓ da eine gewisse Exzellenz zu erreichen. Und das war mir am Anfang komplett zuwider. Also, ich hab's wirklich am Anfang gehasst. ich hab wirklich gedacht, jedes Mal, ich eine Zahnsanierung gemacht hab, ich bin ja so eine Perfektionistin. Und ich wollt's dann halt auch richtig machen, und das hat dann lange gedauert. Und das war wirklich am Anfang sehr frustrant manchmal. Aber das Ergebnis, das war herzerweichend sozusagen. Also, wenn die Tiere dann wirklich wiedergekommen sind und die Besitzer waren so dankbar und haben gesagt ... Mein Hund oder meine Katze, wieder wie fünf Jahre jünger, die spielen wieder, die haben wieder Lust am Leben, die kuscheln wieder, die kommen wieder zu mir, die schlafen gar nicht mehr so viel. Und das ist der Grund gewesen für mich, dass ich gesagt habe, okay, hier will ich reingehen. Weil da einfach viel zu viel Unwissenheit herrscht und ich das gerne vermitteln wollen würde, sowohl den Hunden und Katzen als auch den Besitzern. weil das so ein tolles Gefühl ist, wenn man wirklich so gut helfen kann und so schnell helfen kann. diese Patienten sind einmal wirklich super dankbar. Und dann habe ich mich irgendwann da wirklich zu entschlossen, okay, jetzt volles All-In. Jetzt gehe ich hauptsächlich auf die Zähne. Und hat sich immer weiter gelohnt, weil wenn man dann irgendwann über diesen Punkt hinaus ist ... Dann macht es auch Spaß. Dann fluppt das auch. Dann weiß man auch, die Wurzel muss ich so anfassen. Es ist ganz viel mit Physik und Mechanik, wie man welche Wurzel dann anfasst. Dann kommt die Füllung dazu, dann kommt die Kieferorthopädie dazu. Was auch Spaß macht eigentlich, weil das bisschen handwerkliche Fummelarbeit ist. Das macht mir einfach super Spaß. Da bin ich dann jetzt beigeblieben. Und es geht immer weiter. Felix Tierwelt: Ist schon spannend, vor allem weil du es ja gesagt hast, man sieht halt in kürzester Zeit eine krasse Veränderung und vor allem was Positives. Und das ist ja auch der Punkt, wo wir es gerade schon vorhin hatten. Zahnschmerzens sind ja echt übel oder können wirklich übel sein. Und unsere Vierbeiner, die können ja leider nicht reden oder können nicht sagen, ey, ich hab da ein Problem. Und wenn du dann hilfst in dem Falle, natürlich sieht man das anhand den Blicken, anhand dann dementsprechend vom Wesen her und an vielen Sachen. Und das ist glaube ich schon eine geile Sache einfach wirklich zu helfen und direkt vor allem die Auswirkungen zu sehen, die positiven. Und das ist denke ich schon mal sehr, sehr besonderes. Dann eine doofe Frage an dich wiederum. Wie reagieren dann eigentlich die Besitzer, wenn du denen dann sagen musst, euer Vierbeiner hat Zahnbeschwerden oder Zahnprobleme. Checken das manche überhaupt oder wissen die das überhaupt oder sind die total unwissend, erstmal schrocken oder wie ist das normalerweise bei dir? Claudia: und Also bei mir, bin jetzt in der luxuriösen Lage, dass ich wirklich schon so einen Ruf habe und dass viele Leute sowieso herkommen, ⁓ gezielt meine Expertise dazu wissen und dann hat man einfach schon einen gewissen Vorteil. Ich weiß aber, wie es am Anfang war und natürlich haben wir immer wieder Leute dabei, die komplett aus allen Wolken fallen. Ich versuche, die im Vorhinein mitzunehmen und wirklich zu zeigen. Guckt mal hier. Wenn man da richtig mal reinguckt ins Maul und nicht nur so ein Blick von vorne, sondern wirklich die Lefze komplett hochnehmen und wirklich bis zum letzten Backenzahn einmal hinguckt, dann von innen einmal guckt, den meisten Menschen ist es dann auch bewusst, dass das nicht gut ist und dass das nicht normal ist. Genauso bei Katzen. Katzen kriegen ja diese fiesen Löcher, die wirklich richtig, richtig krass schmerzhaft sind, weil der Nerv direkt frei liegt. Ich hab mir halt angewöhnt, dass wenn ich das sehe bei der Katze, wenn man dann so eine kleine Sonde nimmt und da reinpikst, das finden die so kacke und selbst die liebste Katze rastet dann aus. Und dann hat man immer noch mal so so ein Zeigemoment. Gucken Sie wie lieb ihre Katze normalerweise ist. Und das fand die so schmerzhaft und das ist halt deren normalen Zustand. Und jedes Mal, wenn halt ein Futterteil ... auf dieses schmerzhafte Loch kommt oder auf den schmerzhaften Zahn, dann tut das superdoll weh oder wenn kaltes Wasser da dran kommt oder es ist halt einfach super, super unangenehm. Und das hilft mir oft. Aber ich weiß natürlich auch, dass es bei anderen Kollegen schwieriger ist oder bei mir auch in der Anfangsphase war es schwieriger, den Leuten das bewusst zu machen. Aber dafür sind wir jetzt hier, dass wir halt das Wort in die Welt bringen. dass es wirklich viele Tiere betrifft und dass man auch frühzeitig handeln muss. Und nicht erst, wenn im Prinzip gar nichts mehr machbar ist. Das ist ja das Traurigste überhaupt, ist für mich, wenn ich einen Hund kriege, der im Prinzip alle Zähne verlieren muss, weil wir nichts mehr machen können, weil es einfach 2, 3, 4 Jahre zu spät ist. Und man sieht das auch immer anhand des Zahnröntgens dann, dass wenn ein Zahn schlecht ist im Gebiss und der gammelt da vor sich hin, dann zieht der mit der Zeit jeden weiteren Zahn mit. weil diese Bakterien und die Entzündungen in der Tiefe einfach immer weiter die Wurzeln überspringen. Und das ist so schade, weil wenn man den früher gekriegt hätte, wäre es vielleicht nur ein Zahn gewesen. Und so sind es dann 10, 20. Das ist sehr, sehr schade. Felix Tierwelt: Das glaube ich. allem fehlt dieses Bewusstsein, dass man... Wir Menschen wissen, wir müssen unsere Zähne putzen, sonst wird es irgendwann mal sehr, übel. Oder man riecht das natürlich auch. Und das Thema ist halt auch so, es hat halt so viele Auswirkungen auch. Und da gehen wir auch jetzt mal Stück für Stück in die Tiefe, damit man wirklich viel mitnimmt, weil mir ist diese Aufklärung sehr wichtig, weil es wird halt da außen so viel Bullshit erzählt oder viele wissen es halt auch einfach gar nicht. Und das ist schon... schon ziemlich erschreckend, weil wir es jetzt gerade schon darüber hatten, dass viele Hundebesitzer das ja eigentlich gar nicht wissen oder das gar nicht bemerken. Woran liegt das denn eigentlich? Liegt es am Bewusstsein? Denkt man, dass so Zähneputzen ist so bisschen lächerlich oder was ist so deine Erfahrung, warum viele Hundebesitzer das gar nicht mitbekommen, dass der Vierbeiner Zahnbeschwerden hat? Claudia: weil nicht hingeguckt wird. Also das meiste, gerade bei Hunden, aber auch bei Katzen, es ist natürlich so ein Griff, den jetzt vielleicht nicht jeder in der Welpen-Schule lernt. da muss man auch unsere Kollegenschaft ein bisschen mehr in die Rechenschaft nehmen, dass wir einfach nicht bei jeder Untersuchung alle Zähne wirklich genau angucken, sondern oft wird halt nur so bisschen die Lefze hochgehoben. Und dann sieht der Fangzahn, der sieht noch ganz schön aus, aber wenn man dann mal bisschen weiter nach hinten guckt, dann sieht man das wahre Ausmaß. Und ich glaube, das ist das Hauptproblem. Und viele Leute kommen ja auch mit Maulgeruch zu mir. wenn man da diesen Gammel im Maul sieht, dann ist es klar, wo das herkommt. Da muss man keine Raketenwissenschaften machen. Das ist dann irgendwo klar, aber es wird halt irgendwo nicht geguckt. Entweder mag der Hund das nicht oder es ist halt einfach kein Bewusstsein da. Ich glaube, wenn so ein Hund lahmt und einfach auf drei Beinen geht, ist es offensichtlicher, als wenn wir die Zähne, weil die sind auch so schön verborgen, die sind ja im Prinzip nicht jeden Tag ersichtlich, das ist jetzt nicht wie eine Ohrantzündung, wo der Hund die ganze Zeit schüttelt oder eine Blutung, die wir dann nicht ignorieren können. Also es ist viel so, nicht gucken und der typische Satz, frisst ja noch. Er frisst ja noch, ganz, ganz weit oben auf der Liste. Und ich sag den Leuten immer zu, ja, natürlich frisst er noch, weil er hat keine andere Wahl. Also wir Menschen, würden vielleicht dann, wir würden ja, wir können ja kommunizieren. Wir können ja sagen, ⁓ ich hab Schmerzen. Und wir wissen, wir sterben ja nicht da dran, sondern wir lassen es dann behandeln. Aber der Hund weiß das nicht. Der sagt sich, scheiße, ich muss fressen, weil sonst sterbe ich. Und deswegen ist dieser Überlebenstrieb fürs Essen immer größer als der Zahnschmerz. Und dann versuchen die halt einfach, das zu ignorieren. Und man merkt das auch, dass die so zurückgezogen werden einfach, weil die einfach ständig diesen fiesen Schmerz haben. Und eine ganz schöne Geschichte, die ich gerne immer erzähle, sind die bissigen Hunde. Die bissigen Hunde, die ich dann behandle und ich hatte das wirklich schon ein paar Mal, die waren danach nicht mehr bissig. Einfach weil die die ganze Zeit Schmerzen haben. Und dann wäre ich auch bissig. Felix Tierwelt: Ich kann dich da verstehen. Es löst halt wirklich Probleme aus. Jeder, der so was mal hatte, hatte auch mal, gefühlt hat jeder mal irgendwo kleine Zahn-WWchen, vielleicht manche größer, manche kleiner und so was. So was haut schon rein und nicht gerade wenig. wenn dann man als Hundebesitzer das gar nicht bemerkt oder gar nicht das Bewusstsein dafür hat, aus meiner Sicht ist es wirklich so, ich habe mich jetzt auch mehr dem Thema gewidmet, es wird ja gar nicht wirklich angesprochen, Thema. Egal ob beim Züchter, egal beim ... Hundetrainer oder weiß Gott wo überall oder beim Tierarzt selbst das Thema wird gar nicht wirklich so kontraher mal angesprochen mal gezeigt guck mal dahin kann es gehen so scheiße kann es werden und dein Vierbeiner leider darunter mach was das wird gar nicht gemacht und das finde ich ziemlich traurig aber man muss auch dazu sagen es sind so viele Mythen da außen auch unterwegs da gehen wir nachher auch mal drauf ein aber was sind denn aus deiner sicht ein bisschen die häufigsten Denkfehler wenn es ⁓ die Hundezähne geht Claudia: Der hat keine Schmerzen. Das höre ich ganz oft. hat keine Schmerzen. Der läuft ja rum, der frisst ja noch, der hat keine Schmerzen. Und dann sag, mach ich immer den Vergleich. Also ich bin ja auch in meinem privaten Umfeld, kann ich ja sagen, oh Gott, ich hab Schmerzen, hab so Kopfschmerzen, oh, aber wenn ich arbeite und mir Leute gegenüber sind, dann merken die ja auch nicht, dass ich Kopfschmerzen habe. Weil dann bin ich ja in meinem Modus drin. Und genauso ist es bei Hunden auch, die haben keine Möglichkeit, das zu kommunizieren. Und deswegen machen die das auch nicht und deswegen sieht man es auch nicht von außen. ich finde Kopfschmerz ist da ein guter Vergleich. Also jeder Mensch kann Kopfschmerz haben, ohne dass man es von außen sieht. Und das heißt aber nicht, dass der Schmerz nicht da ist. Und wir wissen einfach aus Studien und aus Menschen natürlich auch, dass dieser Schmerz definitiv da ist. Gibt es keinen Drumrum. Felix Tierwelt: ist schon echt nicht ohne und vor allem dieser Denkfehler ist also wirklich schon krass. Was ich auch letztens gesehen habe, da will ich mal deine Meinung dazu wissen. glaube, vorhin hatte ich es dir schon mal bisschen angesprochen, aber ich habe letztens gehört, ja, früher haben ja die Wölfe auch nie ihre Zähne geputzt oder ihre Zähne gepflegt. Was sagst du zu dem Mythos oder sagen wir mal zu dem Gedanken in dem Falle? Claudia: haben auch keine Zähne geputzt und guckt, wo sie hingekommen sind. Nein, wie viele, da stelle ich immer eine Gegenfrage ganz gerne, naja, wie viele Wölfe sind denn jetzt ihrer Meinung gestorben an Zahnproblemen, an Parodontose, an Herzerkrankungen, rausfallen. Da gibt es ja gar kein Datenmaterial zu, weil auch wir Menschen Leben, seitdem wir eine professionelle Zahnbehandlung haben oder eine flächendeckende zahnärztliche Versorgung haben, leben wir länger. Und das ist einfach auch eine eine Langlebigkeitsgeschichte. Natürlich stirbt er nicht direkt am Zahnstein. Das stimmt. Aber er stirbt an den Folgen vom Zahnstein. Und das sind halt Herzerkrankungen, Nierenerkrankungen, Sepsis, Blutvergiftungen. Knochenbrüche, dann Kieferbrüche. Also es gibt alles Mögliche, was dieser Zahnstein auslöst im Körper, weil da einfach super gut durchblutetes Gewebe im Zahnfleisch ist. Und diese bakterielle Last, die der Körper ständig mit sich rumträgt, ist halt einfach da und das wird ständig ins Blutsystem abgegeben und der Körper muss ständig gegen eine Transiente, also im Prinzip immer vorhanden sein, eine Bakterienlast im Blut kämpfen. Das setzt sich auch in der Leber ab. Herzklappen und Niere sind die ersten, die da vormetroffen sind. Dann sehen viele diese Verbindungen nicht zwischen Zähnen und Niere, Zähnen und Herz, Zähne und Leber. Denken, das kommt aus dem Nichts, tut es aber nicht. Auch da bei Menschen ganz klar belegt, aber auch beim Hund belegt, wenn man krassen Zahnstein hat und Parodontose und Entzündungen im Zahnfleisch, dann schlägt sich das auf alle Organe nieder. Und das führt dann natürlich zu einer höheren Sterblichkeit. Felix Tierwelt: Es ist schon echt spannend auch immer dieser Vergleich. Der Hund ist ja wie ein Wolf oder wie haben es früher die Wölfe gemacht. ist ja auch aus meiner Sicht ein bisschen quatschig, weil der Hund ist einfach krass viel domestizierter und viel, anfälliger. Aufgrund von Züchtungen, Umweltbedingungen, vielen Faktoren einfach viel, viel sensibler geworden. Und das darf man einfach nicht unterschätzen. Und diesen Irrglauben oder diesen Denkfehlern darf man eigentlich keine Bühne geben. Und da sollte man einfach weiter aufklären. Und deswegen haben wir schon ein bisschen Aufklärung betrieben, schonmal vielen Dank. Was sind denn jetzt... Ja? Claudia: Wenn wir mal ehrlich sind, hat der Chihuahua jetzt auch nicht mehr so viel mit dem Wolf zu tun. Also wenn man einen Schäferhund hat oder ein Wolfshund, okay, kann ich noch verstehen diesen Vergleich? Die haben ja auch oft nicht diese krassen Zahnprobleme. Aber diesen kleinen Hunden, dann kann ich auch sagen, naja, dann schicken sie ihn noch raus, dann soll er sich ein Reh jagen. Dann ist das Gebiss bestimmt auch super gereinigt, wenn er das ganze Reh mit Haaren und mit Pansen und mit Hufen und alles verspeist. Ja, das glaube ich schon, dass da wir eine gute Zahnreinigung hätten. Aber kann der gar nicht. Das Gebiss ist einfach ganz anders aufgebaut von diesen kleinen Hunden. Die haben viel größere Zähne im Verhältnis zu einem Wolf, wenn wir das jetzt so mal nehmen. Weil die Zähne einfach nicht in dem Maß geschrumpft sind bei der Zucht, wie es hätte sein müssen, damit die in den Kiefer passen. Und das führt dazu, dass die Zähne viel enger beieinander stehen. Und dieses enge Beinanderstehen erschwert die Reinigung, die natürlicherweise vorkommt vom Körper. Wir haben ja unseren Speichel. Der fließt an den Zähnen vorbei bei der Nahrungsaufnahme, auch jeden Tag und immer. Und diese Reinigung kann bei diesen kleinen Hunden gar nicht mehr richtig und erfolgreich durchgeführt werden. Und zusätzlich sind die auch dafür bekannt, dass die mehr Kalzium im Speichel haben, dass die Speichelzusammensetzung einfach anders ist als beim Wolf. Und dadurch bildet einfach mehr Zahnstein an den Zähnen. Das ist einfach anders. Der Hund ist einfach kein Wolf mehr. Felix Tierwelt: Definitiv, das habe ich letztens auch versucht mal aufzuklären in einem Video. Dann kam ein Postfinden von Leuten, wieder eine Rückmeldung, wo ich mir gedacht habe, wirklich manche leben noch in der Steinzeit, aber ich glaube, den kannst du auch nicht mehr recht machen, die Leute kannst du auch nicht mehr Anführungszeichen bekehren, aber das ist ja mal dahingestellt. Wir hatten es jetzt schon bisschen ⁓ die Denkfehler. Wie sieht es denn jetzt eigentlich anhand der Ursache aus? Also was ist jetzt eigentlich die Ursache überhaupt für Zahnstein oder für diese ganzen Zahnprobleme? Ist es bedingt durch die Überzüchtung oder woher kommt der ganze Scheiß eigentlich? Claudia: Ein ganz großes Problem ist ein rassebedingtes Problem. Wir wissen von kleinen Hunden, ganz oben sind die Dackel, die Chihuahuas, die Chizus, die französischen Bulldoggen. Die wurden entweder so klein gezüchtet oder so kurznasig gezüchtet, dass die Zähne nicht mehr viel Platz haben im Kiefer. Dadurch ist die Reinigung erschwert, zusätzlich der Speichel. Dann setzt sich Plak ab, dann setzt sich Zahnstein ab. Dieser Zahnstein ist nicht nur ein Problem ... kosmetisch auf der Krone. Das wäre mir sogar noch total egal als Zahntierärztin. Aber die Taschen. Wir haben ⁓ jeden Zahn, wenn man den, der Zahn ist aufgebaut in eine Wurzel oder zwei oder drei oder vier, manchmal wenn es besonders eine besondere Anomalie ist. Und die Wurzeln sind im Kiefer drin und darüber kommt die Krone und die Krone ist das, was wir sehen außen. Und ⁓ die Krone ist ein Zahnfleischsaum. Und in diesem Saum ist eine kleine Tasche. Die sollte nur ein bis maximal zwei Millimeter tief sein. Und der Zahnstein, wenn er auf der Krone sich ablagert, wächst oder geht in diese Tasche rein. Und da ist das Problem. Genau da, in dieser Tasche. Weil da kommen wir in den Wurzelbereich rein. Und da kommen wir auch zu dem Knochen. Und der Knochen mag das gar nicht, wenn da die ganze Zeit Bakterien sind. Und der Knochen reagiert niemals oder sehr selten zumindest mit einer bakteriellen Infektion. Weil eine Osteomyelitis, ist die Entzündung, die bakterielle Entzündung des Knochens, ist lebensbedrohlich. Also das ist wirklich dann, dann ist wirklich Worst Case. Und deswegen hat der Körper das im Prinzip schlau gemacht, dass der Kieferknochen zurückweicht. Das heißt, wir haben ein Zurückweichen des Kieferknochens und dadurch aber ein Freilegen der Wurzel. Und irgendwann ist dieser Käferknochen so weit zurückgefahren, dass die Wurzel komplett freilegt und der Zahn fällt aus. Und das sind dann die Vorberichte, wo ich dann zuhören kriege, der hat schon zwei, drei, vier Zähne verloren. Und dann weiß ich schon genau, was in diesem Maul passiert ist über Jahre. Das geht wirklich nicht innerhalb von ein Wochen oder Monaten. Das geschieht innerhalb von Jahren, dass wirklich dieser Körper alles versucht, ⁓ diesen gammligen Zahn loszuwerden. Und da ist genau auch das Problem, dass dann die anderen Zähne ja mit betroffen werden, weil der Kiefer ja nicht nur, also der geht so in einer Senke geht der zurück. Der geht halt nicht nur ⁓ die Wurzel zurück, sondern das ist halt so eine auslaufende Senke und das erfasst dann auch den Zahn rechts und links davon. Und dann werden die auch die Wurzeln freigelegt und das finden die Wurzeln wieder nicht gut, wenn die halt frei im Speichel und in der Maulhöhle liegen, dafür sind die einfach nicht gemacht. Dann entzünden die sich auch, da kommt auch der Kieferrückgang. Und so haben wir immer weiter den Kieferrückgang. Und bei kleinen Hunden kann so was sogar dazu führen, dass der Kiefer dann bricht. Felix Tierwelt: Das ist dann schon krass und vor allem, wie du es ja auch gesagt hast, dann kann es ja auch irgendwann lebensgefährlich werden oder generell und das ist kein Spaß, weil im Endeffekt geht es ja dann auch aufs Herz oder viele andere Faktoren spielen dann eine Rolle und das ist schon heftig und vor allem, wenn man das mal so ausdrückt, das geht ja relativ, also in Anführungszeichen relativ schnell, innerhalb ein paar Jahre, wenn sich das aufbauscht, dann hasse die Scheiße und dann ist die Scheiße richtig am dampfen und Mal die Zeit zurückdrehen, wir hatten es ja vorhin schon vor der Folge gehabt, geht dann nicht mehr und eigentlich hätte man Vorsorge betreiben sollen als dann Nachsorge, weil dann ist es leider zu spät. Claudia: Genau. Genau, und das sehen halt viele dann nicht. Wenn man dann sagt, hier ist jetzt irgendwo geringgradig oder mittelgradig Zahnstein, da sollten wir jetzt was machen. Weil da ist der richtige Moment, was zu machen. Und zwar nicht einfach nur äußerlich die Kronen. Das ist ja so mein Horrorszenario, dass so irgendwelche anderen Leute, sag ich mal, wach am besten noch Zahnstein entfernen. Das ist nett gemeint, ist aber reine Kosmetik. Dann sieht die Krone hübsch aus. Aber niemand kommt wach in diesen Zahnfleischsaum rein, ⁓ den ganzen Zahn drumrum. Das schafft man einfach nicht. Und da sind wir wieder beim Thema, leider, leider müssen wir das alles in Narkose machen. Weil alles andere ist Humbug und ein reines Reinigen der Kronen bringt uns gar nichts für die Gesundheit des Hundes. Oder Katze. Felix Tierwelt: Es ist ja auch bei uns Menschen so. Bringt ja nichts, wenn man vorne irgendwie putzt oder schön. Man muss ja auch die Zahn-Zwischenräume haben, weil sonst hat man ja wieder den Spaß, dass in den Zwischenräumen, dass die sich die Bakterien sammeln, dann geht ja das Zahnfleisch auch teilweise zurück oder der ganze Scheiß. Ich weiß gar nicht, wie diese Krankheit heißt. Parodontose? Nee, nicht. Genau. So rum. Und das ist ja beim Tier dann genauso, oder? Claudia: Parodontose, genau. Genau, genau dasselbe, nur halt meistens sehr viel schlimmer. Wobei ich auch Zahnarztgeschichten kenne, wo es auch teilweise bei Menschen sehr schlimm ist. Deswegen an euch alle da draußen Zähneputzen ist eine gute Sache. Auch beim Hund, vor allem beim kleinen Hund. Felix Tierwelt: schon, es ist... Definitiv. Lass uns mal ein bisschen gucken, was es so an Produkten gibt. Es gibt ja vieles da außen an Mythen, an Produkten. Manche machen teilweise es, manche sind aus meiner Sicht kompletter Schrott oder auch, wir hatten es ja vorhin schon gehabt, erzählen irgendwelche Lügen oder verarschen ja einen indirekt damit auch. Wie siehst du das? Wenn wir erstmal als erste Station haben mit Kauknochen. Ist ein Kauknochen per se eine gute Zahmpflege? Oder was ist denn deine Meinung überhaupt dazu? Claudia: Es kommt drauf an, es gibt einige Produkte, wirklich wissenschaftlich belegt sind, dass die was gegen den Zahnstein machen. Da gibt es eine Liste, die können wir euch gerne verlinken. Kannst du bestimmt machen, Felix. Die wurden wirklich darauf getestet, ob die A nicht zu hart sind für den Zahn, weil es kommen immer wieder Leute mit Hirschgeweinen, die gefüttert wurden oder andere harte Sachen, die einfach die Zähne brechen können. Da ist natürlich dann auch kein Zahnstein, ja, stimmt, aber wenn so ein Zahn dann abbricht, haben wir auch gar nichts gewonnen. Das heißt, diese viel zu harten Produkte gehen gar nicht. Und dann gibt es halt die Produkte, wo eventuell eine Wirksamkeit belegt ist. Ich weiß nicht, wir dürfen wahrscheinlich jetzt keine Produkte nennen, aber es gibt ja diese Zahnpflege-Sticks, die durchaus eine Wirksamkeit belegt haben, aber die ja sehr kalorienhaltig sind. Und da sind wir wieder bei einem Thema, ja, was ist jetzt besser? Ich sage immer, bei meinem Hund ist es so, ich gebe dem irgendein Zahnpflegeprodukt, bevor ich dem irgendwas anderes gebe. So. Also bevor ich jetzt irgendein anderes zuckerhaltiges oder kalorienhaltiges Produkt gebe, dann lieber eins, was nachweislich Zahnstein reduziert. Aber das muss halt wirklich dieses Siegel haben, alles andere ist meistens Quatsch. Es gibt auch ein Futter. was tatsächlich Zahnsteine reduziert und ich benutze hier gezielt das Wort reduzieren, weil es gibt kein einziges Produkt auf dem Markt, was Zahnstein verhindern kann. Null, 0,0. Das gibt es nicht und jeder, der das verspricht, ist ein Lügner. Das muss ich ganz klar so sagen, das gibt es einfach nicht. Und dieses Futter, auch das... Wenn wir das dürfen, können wir es gerne verlinken. Sonst schreibt mich gerne bei Instagram an, wenn ihr da Interesse dran hat. möchte nur keine Werbung machen für irgendjemanden. Bloß dieses Futter ist so konzipiert, dass dieses Brecki erst bricht, wenn das den Zahn komplett durchdrungen hat. Und alle anderen Breckis brechen, sobald die Zahnspitze oder die Zahnkrone das Brecki aufbricht. Deswegen auch hier ein Mythos, Trockenfutter ist gut für die Zähne. nicht wirklich, weil dieses Brecki halt sofort bricht. Also es erreicht gar nicht den allseits beliebten Zahnfleischsaum, den wir so wollen, sondern halt das hat wirklich dieses Patent, glaube ich, hat auch nur eine Firma, dass diese Breckis wirklich bis zum Zahnfleischsaum kommen und dann erst zerbrechen und das bringt wohl was. Aber auch wie gesagt nur reduzieren, gar nichts geht über Zähne putzen. Sprays gibt's ja auch, es gibt Salben, gibt Cremes, gibt Drops, es gibt Leckerlis, es gibt also, das kann, ich weiß, die werben dann mit Enzymen, die den Zahnstein auflösen, das ist alles nur möglich, wenn wir wirklich eine mechanische Reinigung auch haben, die dann auch diesen aufgeweichten Zahnstein entfernen würde. Das heißt, da sind wir wieder bei der Zahnbürste und alles andere nur draufsprühen, bringt gar nichts. Felix Tierwelt: Definitiv, so sehe ich es auch. Im Endeffekt, ich sehe es auch bisschen schlimmer mit den Zahnsprays oder manche sagen, sprühe dann das Futter an oder so ein Quatsch. also, kann ich mir auch das Geld dann sparen oder aus dem Fenster schmeißen. Es muss wirklich mechanisch sein. Klar, in dem Falle, du hast ja schon mitbekommen, ich bringe ja mein eigenes Produkt raus, ein Zahngel. Bei mir ist es aber auch so, es ist keine Garantie, es ist eine Vorbohrung, ist ein Pflegemittel. Also es tut jetzt nicht den Zahnstellen wegmachen, weil das ist völliger Bullshit. Da muss man mechanisch ran, das muss man einfach sagen und es gibt auch nirgendwo eine Garantie, wo man sagt, nimm das und du hast nie Zahnschein, weil das ist, wie wir es schon hatten, eine Lüge einfach, das muss man dazu sagen. Aber einfach, dass man überhaupt was macht, wie du sagst, mechanisch und dann vielleicht noch so ein Gel dazu machen, dass man den doppelten Schutz hat, in Anführungszeichen, das macht halt Sinn. Aber es geht halt mehr darum, dass man sich wirklich mit dem Thema auseinandersetzt und vor allem was macht. Nur, damit man ein schönes Produkt irgendwo im Wandschrank stehen hat, oder die Zahnbürste. Claudia: Mhm. Felix Tierwelt: im Zahnbecher hat, das bringt auch nichts. Und das sind halt viele so Sachen. Ich glaube, man wird auch total verrückt gemacht mit vielen Produkten, die dann Sachen belegen, wie du schon gesagt hast. Kein Zahnstein mehr oder der Zahnstein ist weg und du hast ein Leben lang alles toll. Das ist halt totaler Humbug und damit werden die Leute halt aus meiner Sicht auch von vorne bis hinten verarscht. Und das sind halt auch solche Thematiken wie die Kauknochen. Was ich manchmal sehe bei irgendwelchen Claudia: Mmh. Felix Tierwelt: Leckerlies, die toll sind für die Zähne oder tolle Snacks oder Kauartikel und in Wirklichkeit versteckt sich da ein bisschen Zucker sogar dahinter, wo ich mir mal sagen kann, ja, ihr habt es noch alle, aber Sachen behaupten, die gar nicht stimmen und da noch Zucker drin ist, das macht schon Spaß, auch das mit dem Trockenfutter. Es ist halt einfach Wahnsinn, was abgeht oder wie siehst du das? Wird da eigentlich nur Geld damit gemacht oder was ist denn deine Erfahrung oder Meinung dazu? Claudia: Ja, das ist der Sinn dahinter. Also ich hab selber einen Hund, die Socke, die wird dieses Jahr 15. Gebürtige Mischlingshündin Malteser und Yorkshire Terrier. Ergo beschissener Zahnsteinstatus. Und natürlich am Anfang irgendwo vor 15 Jahren dann hab ich auch gemerkt, ach, Mist, das wird irgendwie hier ganz schön ne Aktion, weil egal was ich mache, dieser Zahnstein kommt halt immer wieder. Und dann bin ich auch darauf reingefallen. Ich habe diese Produkte auch alle im Schrank gehabt. Vor allem natürlich, weil die uns Tierärzte auch gerne mit ins Boot holen wollen. Dann sind die auf den Messen und schicken einem Proben zu. Und ich habe das alles probiert und es hat gar nichts gebracht. Gar nichts. Ich habe Fotos gemacht, ich wollte das gerne dokumentieren, weil ich dachte, wenn das das ist, dann ist das richtig gut, dann verkaufe ich das in der Praxis. Dann kriegen die alle weniger Zahnsteine und so. hat gar nichts gebracht. Also ich hab das über Monate dokumentiert, ich hab meiner Hündin jeden Tag dieses Zeugs gegeben, das hat gar nichts gebracht. Und die gibt's wirklich schon lange auf dem Markt, es scheint da wirklich einen großen Markt zu geben, weil das Versprechen natürlich ist, hey, du musst nicht die teure Zahnsanierung beim Tierarzt machen, du kannst einfach Produkt XY für 15 Euro anwenden und dann ist gut. Und da wäre ich immer schon so hellhörig, das wird immer so bisschen verkauft, so wie... Die Ärzte reden uns das irgendwie ein oder wollen dann Geld verdienen. Und der, wirklich Geld verdienen möchte, steht dann da mit so einer weißen Weste und sagt, nein, ihr müsst das gar nicht, das ist alles Bullshit. Und das macht einen schon sehr traurig und auch ein bisschen so gebashed. Also da wird man wirklich so blöd, muss man sich immer wieder rechtfertigen für wissenschaftlich belegte Fakten. Und ja. Dafür sind wir hier. Deswegen auch einer der Gründe, warum ich gerne mein Wissen teile in Podcasts oder auf Instagram oder wo auch immer, weil das halt wirklich unfair ist. Die haben einfach ein viel höheres Marketingbudget. Die machen teilweise Fotos da rein, die absolut KI generiert sind. Die Zähne gehören gar nicht zu Hunden oder der Hund, das vorher Bild ist gar nicht derselbe wie das nachher Bild. Das erkennt man als Laie aber alles nicht. Und das ist natürlich unfair. Da ich selber darauf reingefallen bin, kann ich niemandem Vorwurf daraus machen. Aber ich hoffe einfach, dass sich da immer mehr Leute mit gut auseinandersetzen und auch immer mehr Leute merken, hey, wenn ich das richtig gut machen lasse, dann geht es meinem Tier halt auch viel besser. Und dann gehört das vielleicht irgendwann der Vergangenheit an. Wir werden sehen. Felix Tierwelt: Muss man mal gucken. Ich find's halt so schade, weißt du, dass immer dieses Schwarz-Weiß-Denken. Letztens hatte ich auch wieder, also schon ein Wochen her, da war irgendwas auf Instagram, Video, niemals mit deinem Hund zum Tierarzt. Wirklich, da denk ich mir auch so, habt doch, irgendjemand hat demjenigen ins Gehirn geschissen. Ganz ehrlich. Weil das sind so Sachen, man wird so getriggert oder es wird so Angst gestreut, wo man denkt, der Tierarzt ist doch nicht der schwarze Mann von nebenan, der da nur Böses will oder sonst was. Im Endeffekt... Claudia: Vielen Felix Tierwelt: gehört alles mit einem bezogen. Also klar, man soll jetzt auch nicht aus dem Furz was Gott was machen, aber man soll ein bisschen eigenständig denken und man hat ja auch, das muss man ja immer wieder dazu sagen und das ist auch mein Spruch immer wieder, Qual der Wahl. Man soll sich halt den Tierarzt finden oder suchen, wo man sich wohlfühlt, der einem was gut erklärt und wo man einfach weiß, okay, man ist am richtigen Ort und immer dieses, dieses oder wie du sagst, ne, nimm das Produkt XY und brauchst nie wieder eine ähm... Claudia: Mmh. Felix Tierwelt: Zahnfleisch, äh Zahnfleisch entfernen wollte ich schon sagen, Zahnsteinentfernung so rum. Und das ist halt traurig, weil es ist nicht so. Es gibt kein Produkt das das macht. Jeder Hund ist da glaube ich auch rassebedingt und auch individuell bedingt. Manche haben es noch krasser, manche haben es ein bisschen weniger. Aber ich denke einfach so eine Zahnsteinentfernung ist bei jedem irgendwann Pflicht und ein Muss, wenn es irgendwann schlimmer wird und darauf wollen wir auch mal drauf eingehen. Nämlich aus deiner Sicht wann Claudia: Ja. Felix Tierwelt: Ist denn so eine Zahnreinigung unter Narkose wirklich nötig? Also wann muss man das machen? Claudia: Sobald Zahnschein da ist, leider. Also das ist ... Und ich sag den Leuten immer, ich krieg die ja manchmal als Welpe. Manchmal haben die auch Probleme mit den Zähnen, wenn die Welpen sind noch, dann haben die ja noch keinen Zahnschein. Dann sag ich immer zu den Leuten, das Günstigste, was ihr jetzt machen könnt und das Beste für den Hund und das, ich mir auch am meisten wünschen würde, ist, wenn ihr eurem Hund jeden Tag die Zähne putzt. Weil dann, wenn wir ganz viel Glück haben, sehen wir uns nie zur Zahnsanierung. Das wär doch das Beste für alle. Und dann hab ich da gar kein Problem mit. Aber natürlich ist das aufwendig. Natürlich ist das anstrengender, als jeden Tag einen Spray zu gehen. Aber man muss sich das mal vorstellen, diese Denkweise. Ich habe drei kleine Kinder. Und wenn jetzt jemand zu mir kommen würde und sagen würde, du brauchst denen nicht jeden Tag zweimal die Zähne zu putzen, nimm einfach diese Spray, dann musst du nie mit denen zum Zahnarzt und du musst auch nicht jeden Tag die Zähne putzen. Da setzt unser Menschenverstand irgendwie ein und wir sagen, das ist, glaube ich, nicht wahr. Und bei den Hunden haben wir da andere Maßstäbe. Und ja, ich weiß nicht warum. Ich glaube, viele haben noch dieses Denken, die Wölfe haben ja auch keine Zähne geputzt, etc. Ja, die Neandertaler haben auch keine Zähne geputzt. Das glaube ich, auch nicht so gut bekommen. Felix Tierwelt: ist auf jeden Fall guter, ist auf jeden Fall was dran, das wollte ich sagen. Und auch ein guter Vergleich. Im Endeffekt muss man den Leuten das immer wieder vorhalten. Ich glaube, manche Leute, so wie es tut, müssen, glaube ich, auch mal leiden mit dem Vierbeiner, dass sie es wirklich checken. Das tut weh, das mit anzusehen. Oder vor allem du bist ja dann dementsprechend am Werkeln, am Handwerk sozusagen. Und das ist dann schon echt heftig. Ich verstehe es halt einfach nicht, weil im Endeffekt könnte es viel einfacher sein. Du hast es gerade angesprochen, wenn man Zahnreinigung betreibt, also Zähneputzen an sich, du hast es gerade bisschen geflunkert, aber ich weiß es nicht genau, du hast gesagt, man sieht sich möglicherweise nie. Es kann ja trotzdem zu etwas kommen oder wie siehst denn du das? Wenn man trotzdem Zähneputzt, kann es dazu kommen oder nicht oder wie ist das normalerweise? Claudia: Ja, natürlich. Also meine Socke, da haben wir wieder das beste Beispiel. Da habe ich akribisch jeden Tag Zähne geputzt. Aber ist trotzdem, damit konnte ich es nur verlangsamen, weil sie einfach genetisch so schlimme Zahnsteinbildung hatte. Und das ist ja genau wieder wie bei uns Menschen. Es gibt die Menschen, die sehr wenig Probleme haben mit den Zähnen. Die haben einen guten Zahnhalterapparat. Die haben einfach genetisch Glück gehabt in dem Moment. Und dann gibt es die, die alles machen, die Zahnseide benutzt, die Mundspülung benutzen, die Zähne putzen, dreimal täglich sogar. Und die müssen trotzdem irgendwo immer wieder hin, weil die Probleme kriegen. Und das ist genauso wie bei uns auch. Und deswegen gehört zum jährlichen Checkup, ob man das jetzt mit einer Impfung kombiniert oder nicht, in diese Büchse der Pandora möchte ich gar nicht einsteigen. Besser wär's natürlich. Aber einmal im Jahr gehört ein Tier untersucht und dann gehören auch die Zähne untersucht. Und da wird dann festgestellt werden, ob da irgendwas komisch ist oder nicht. Und es gibt ja auch so eine schöne Geschichte, ich immer erzähle. Es gibt ja auch so Ultraschall-Zahnbürsten für Hunde. Und Katzen, also man kann es auch bei einer Katze anwenden, aber es ist deutlich schwieriger. Und auch die machen nur die Kronen sauber. Und dann sieht man tatsächlich bei der Untersuchung nicht so viel. Und dann muss man wirklich auf minimale Veränderungen achten. Das ist genauso wie die, die den Zahnstein auf der Krone entfernen bei wem auch immer. Jemandem, der das wach macht halt. Das bieten ja schon einige an. Und dann sieht man auf der Krone nichts. Und dann, das ist wirklich so ein Täuschungsmanöver dann. Wenn ich das nicht weiß vorher, dann könnte ich meinen, okay, da ist alles in Ordnung, weil ich diesen Zahnstein, dieses Signal sozusagen nicht habe. Und da bin ich auch schon drauf reingefallen. Also da hatte ich einmal einen Hund, wo ich wirklich dachte, der hat nichts. Der ist wirklich, das sieht alles schick aus. Und ich weiß nicht, wo es herkommt. Und da war es tatsächlich auch Die hatte immer wieder unspezifische Schmerzsymptome und Maulgeruch auch immer wieder. Wir sind dann eher auf Magen gegangen, weil ich dachte, nee, die Zähne, sieht so gut aus. Ein großer Hund, ganz untypisch dafür. Dann hab ich gesagt, nee, es reicht jetzt hier, unsere Therapie bringt nichts, wir kommen hier nicht weiter, wir müssen jetzt einmal die Zähne röntgen. Und da war dann Katastrophe. Weil dieser Zahnstein, der hier oben entfernt wurde, in den Taschen aber noch war. Der hat dann schön sich die Wurzeln runtergearbeitet. Das konnte man wirklich außen sehr schwierig sehen. Und der musste dann leider auch viele Zähne lassen. Also... Ja. Felix Tierwelt: ist schon heftig worauf man da achten muss oder woran man überhaupt denken muss, vor allem in deinem Bereich. Bedeutet, wenn ich das so bisschen raushöre, heißt das auf Oko Deutsch regelmäßig die Zähne putzen, das vor allem trainieren mit dem Vierweiner und vor allem regelmäßig abchecken lassen und gegebenenfalls wirklich, wenn man mit Ultraschallzahnbürsten oder mit Zahnpflegeprodukten arbeitet und das zumindest gut ist oder gut klappt, teilweise auch bis zum Röntgen gehen, dass man wirklich die totale Sicherheit hat oder wie siehst du das? Claudia: Ja, definitiv. Ich sage auch, solange wir nicht geröntgt haben, gebe ich nie 100 Prozent. Dann kann ich nie sicher sagen, ob da jetzt nichts ist oder nicht. Wenn wir solche Symptome haben, da können wir auch gerne drüber sprechen, worauf wir da achten, dann führt nichts am Zahnröntgen vorbei. Da hilft auch kein normales Röntgen oder andere Geschichten. Wir brauchen wirklich ein dentales Röntgen, weil dann schiebe ich die Platten wirklich ins Maul rein, ⁓ dann hochauflösend diese Wurzeln beurteilen zu können. Felix Tierwelt: Lass uns auf jeden Fall nachher nochmal gleich als nächsten Schritt sozusagen auf die Symptome eingehen, woran man teilweise die Zahnschmerzen oder andere Problematiken erkennt. Bevor wir aber dahingehen, du kennst das bestimmt, dir wird das wahrscheinlich schon häufig gefragt sein oder gefragt werden, nämlich das Thema Narkose. Ist das jetzt wirklich so schlimm für Hunde? Worauf sollte man vielleicht ach geben? Was hat es damit auf sich? Weil manche haben ja totale Angst vor so einer Zahnsteinentfernung, weil die Hunde unter Narkose gesetzt werden. Claudia: Mh. Also wir haben ja ganz viele alte Patienten und ja, da muss man sich intensiv mit Narkose befassen, weil wir wollen natürlich nicht diese Patienten jetzt an sowas verlieren. ist Interesse von keinem Tierarzt. Aber da sind wir wieder bei dem Qualitätssiegel des Tierzahnarztes, weil bei uns wirklich ohne Inhalation geht halt gar nichts. Das heißt, die Kunden bekommen mindestens Sauerstoff und mit der Option halt dann über Narkosegase weiterzuarbeiten. Und Ein Gamechanger ist natürlich auch die lokale Betäubung. Das heißt, wenn ich meine Zähne, wenn ich Nervenbetäuben kann und Nervenblock setzen kann und ich diese Fähigkeit sozusagen gelernt habe, dann kann ich die Narkose ganz flach halten und kann trotzdem super schmerzhafte Eingriffe durchführen. Und der Hund ist im Prinzip nur unter einer leichten Situation, weil ich halt diesen Schmerz da lokal ausgeschaltet habe. Und dann komme ich auch bei alten Hunden sehr sicher durch lange Narkosen. und die fühlen sich natürlich auch im Nachhinein viel besser, weil die dann erstmal eine Zeit lang diesen Schmerz von den Extraktionen nicht haben. Und damit habe ich Zahnsanierungen, wenn die wirklich geschädigte Zähne haben, sind wir locker mal bei zwei, drei Stunden. Und da geht es auch ⁓ Narkoseüberwachung. Das heißt, jemand, der sowas anbietet, ohne professionelle, ausgebildete Helferinnen oder sogar Anästhesisten. Und ohne irgendwelche Monitore oder Wärme-Management, das gehört halt alles dazu, weil das alles unsere Fälle sind, wo es dann Komplikationen gibt. Und wenn ich was nicht überwache, dann kann ich es auch nicht beheben. Und unsere Narkosemittel sind alle reversibel. Das heißt, können auch, wenn wir merken, da passiert was, können wir sofort das aufheben. Hatte ich jetzt witzigerweise, Montag gerade, kommt nicht oft vor, aber wir hatten... eine Rhythmusstörung in der Narkose und die haben wir nicht behoben bekommen und dann haben wir den Hund aufgeweckt und dann war auch alles gut. Jetzt behandeln wir halt diese Rhythmusstörung. Aber natürlich muss man da sehr, sehr gut geschult sein und sehr, sehr gut aufpassen, weil wir haben das Leben unserer Patienten da im Moment auf dem Tisch und ich sage immer, ich mache es genauso alles, wie ich es bei meinem eigenen Hund machen würde. Das heißt, Es gibt keine Abschläge. Bei der Narkose mache ich keine Discounts oder irgendwas. Da gibt es immer das volle Paket. Wer das nicht möchte, der kann woanders hingehen. Das ist meine Verantwortung, diese Tiere mit meinem Gewissen gut durch die Narkose zu führen. Wir haben wirklich sehr geringe Komplikationsraten da. Natürlich kann man das niemals wegreden. Es gibt ein Narkosoresiko. Und einer von 10.000 Hunden ... wird auch leider ein tödliches Narkoseversterben haben. Das ist aber, was ist denn jetzt besser? Also es ist ja jetzt dieser einer von 10.000. Das Risiko muss man dann leider eingehen. Aber es ist auch für mich keine Option, ein Leben lang mit Schmerzen zu leben. das sag ich halt immer. Felix Tierwelt: Und vor allem weil du sagst, 1 zu 10.000 in dem Falle ist ja ein geringeres Risiko aus meiner Sicht, zumindest wenn ich das jetzt vergleiche gegenüber dem Thema, dass der Zahnstein immer mehr wird, dass es sich immer mehr entzündet, dass es irgendwann doch lebensgefährlich wird, ist ja da das Risiko höher als die 1 zu 10.000 in dem Falle. Claudia: Definitiv. Aber das eine sieht man direkt und das andere sieht man nicht wirklich direkt. Also da kann man sich immer noch so bisschen rausreden, naja, der ist halt alt, der jetzt seine Nierenprobleme. Aber dass die halt original von den Zahnproblemen eigentlich kommen, das wird halt vielleicht nicht genug kommuniziert. Felix Tierwelt: weil du es gerade so bisschen bildhaft und schön angesprochen hast, bedeutet ja für mich, wenn ich das jetzt ein bisschen Revue passieren lasse, dass die Narkose bei Zahn-OPs deutlich risikoärmer ist, also auf den Patienten, also auf den Vierbeiner, als zum Beispiel bei anderen OP's per se, weil ihr ja noch den Bereich zuspritzt, also abtäubt, so nennt man das ja glaube ich, und dann eine schwächere Narkose ansetzt oder wie ist das jetzt genau nochmal für mich. Claudia: Hm? Hm? Ja, also wenn man diese ganzen Vorsorgemaßnahmen trifft, würde ich dem zustimmen. Es gibt natürlich immer noch Praxen da draußen, die ohne Intubieren solche Geschichten machen. Und dann muss ich schon sagen, da wird es gefährlich. Also da schaudert es mir auch, wenn ich eine Zahnsanierung, wo ich mit viel Wasser arbeite, wo ich bohre vielleicht auch oder viel abstucke und das wird dann ohne Tubus durchgeführt oder ohne den den hinteren Bereich zu schützen. Wir tupfern das immer aus, damit da ja nichts von diesen bakteriellen Geschichten in die Tiefe kommt. Dann würde ich sagen, ist es viel risikohafter, wenn man keine lokalen Betäubungen hat, wenn man nicht intubiert, wenn man keinen Inhalationsgas hat. Weil dann a, der Kopf ist der schmerzhafteste Bereich, den wir haben können im Körper, wo wir operieren. Das heißt, wir brauchen viele Medikamente, ⁓ den zu betäuben, damit der Hund nicht aufsteht. beispielsweise. Und wir brauchen und wir haben halt das Risiko, dass wir mit Wasser da im Maul arbeiten und das dann gegebenenfalls, wenn man nicht richtig das macht, abgeschluckt wird. Beispiel der Hund wird wach oder bricht oder keine Ahnung was und dann haben wir nicht intubiert und der aspiriert das dann, dann haben wir ein Lungenproblem. Also es gibt schon grausige Sachen, die da passieren können und deswegen ist es so wichtig, dass wir auf einer Linie fahren und dass wir wirklich nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, sondern dass wir wirklich sagen, wenn wir diesen Standard haben von einem Tierzahnspezialisten, dann können wir davon ausgehen, dass die Narkose weniger Risiko hat als beispielsweise jetzt eine Bauch-OP. Weil bei einer Bauch-OP haben wir ja wirklich ein geöffnetes Abdomen, wir haben eine Wunde, die sich infizieren kann und da ist ja dem Maulbereich super dankbar. Also die heilen ja... Also da kann ich ja riesige Wunden setzen und die Schleimhaut ist dankbar, dass dieser Siff weg ist und heilt innerhalb von ein paar Wochen wieder zu. Und der Patient ist während der Zeit kaum beeinträchtigt. Felix Tierwelt: Ich finde das schon interessant. Woran erkennt man denn, ich sage mal ganz stumpf, dass es der richtige Tierarzt ist mit den entsprechenden Fachkenntnissen oder teilweise halt auch, wie du sagst, mit Intumination oder wie das heißt nochmal das Fachwort, woran erkennt man das? Claudia: Intubation, also im Prinzip, dass du die Atemwege sicherst über einen Schlauch, der innen die Luftröhre eingeführt wird. Der wird dann so geblockt, dass sozusagen nichts, was oben reinkommt, die Lunge gelangen kann. Also ganz oben natürlich die Deutsche Gesellschaft für Tierzahnmedizin, dass man da auf die Liste guckt. Da ist so eine deutschlandweite Karte, wo Tierzahnspezialisten zu finden sind. Aber ganz ehrlich, einfach auch mal nachfragen. Einfach mal nachfragen, wie macht ihr eure Narkose? Wer ist hier für meinen Hund zuständig? Und ich stelle mich dann eigentlich immer vor, wenn wir kommen. Und ich sage, das ist die Nadja, die ist heute für ihren Hund zuständig. Und wenn sie Sorgen machen, die hat ganz viele Fortbildungen in dem Bereich. Die kümmert sich die ganze Zeit nur ⁓ ihren Hund, während ich die Zähne mache. Weil das ist ja auch so eine Sache. Ich kann nicht beides gleichzeitig. Also ich muss jemanden haben und ich habe sogar zwei. Die das machen, weil die eine hilft mir sozusagen, damit ich schnell arbeiten kann und die andere macht wirklich nur Überwachung. Und dann auch wirklich fragen, wird der intubiert? Was für, haben Sie Inhalationsnarkose? Was wird überwacht? Leute, das machen, also die eine gute Narkose machen, die freuen sich darüber zu reden. Die sagen, ja, wir machen dies und wir machen EKG und wir machen CO2-Messungen und schön, dass sie nachfragen. Leute, die das nicht so machen, die habe ich die Erfahrung, spielen es eher runter und so ist nicht nötig und das geht ja ganz schnell und ja. Felix Tierwelt: Ich verstehe dich, ja da haben wir wieder die Qual der Wahl. In dem Falle, wer fragt, der gewinnt. So ist es einfach und dann findet man den richtigen Ansprechpartner, wenn es ⁓ die Zahn-OP geht, wenn es dann sein muss. Das mal zu der medizinischen Versorgung, wenn es wirklich Sinn macht oder wann es wirklich muss. Du hast das vorhin schon mal angesprochen Symptome. Was bedeutet das jetzt genau, woran erkenne ich zum Beispiel als Hundembesitzer, also anhand von welchen Symptomen mein Vierbeiner Probleme hat? Mit den Zähnen. Woran erkennt man das? Claudia: Als Erstes will ich natürlich immer ins Maul schauen. Bis zum letzten Backenzahn wirklich hochziehen, dann runter, dann Maul aufmachen. Viele mögen das dann schon nicht, wenn man das Maul aufmacht. Weil man da eventuell beim Kiefergelenk oder das Schmerzen vom Kiefer sozusagen nach oben zieht. Dann wollen die gar nicht so berührt werden am Maul. Empfindlichkeit bei Berührung vom Maul finde ich schon eine große Sache. Dann wie fressen die? schlingen die das Futter einfach nur runter. Da muss man sich einfach mal hinsetzen und wirklich gucken, wie frisst mein Hund oder meine Katze überhaupt. Ganz typisch für Katzen zum Beispiel, die Zahnschmerzen haben, ist, die fressen und lassen da was fallen. Und das kommt halt oft, wenn die auf einem schmerzhaften Zahn beißen, dann erschrecken die sich und lassen ein Stück fallen. Und dann müssen sie halt wieder sich Mut an. an Trinken wollte ich schon sagen, aber Mut bekommen, ⁓ dann wieder weiterzufressen. Weil die haben ja auch Hunger. Die haben ja Hunger und wollen fressen, ganz oft auch, dass die lange brauchen, ⁓ ihr Futter zu fressen. Dass die wirklich so bisschen ⁓ den Napf rumschleichen und gucken und dann sich überlegen müssen, ob die fressen oder nicht. Oder genau das Gegenteil, schlingen wie die Weltmeister. Dass der Schmerz sozusagen so schnell wie möglich vorbeigeht. Dass der dass wirklich der Magen schnell voll ist und die diesen schmerzhaften Prozess schnell beenden können. Das zählt nicht für Labradore übrigens, diese Sache. Labradore machen das immer. Und wenn Labradors nicht macht, ist er erkrankt. Und ganz oft auch gähnen. Gähnen ist auch so ganz typisches Zeichen für Schmerzen. Entweder im Magenbereich oder im Zahnbereich, dann gähnen die auch viel. Und sonst natürlich einseitiges Kauen. Da kann man auch gerne sich die Handykamera zu Hilfe nehmen und einfach mal filmen und das dann langsam mal abspülen. Dann sieht man nämlich, ob die jetzt vielleicht doch nur eine Seite kauen oder ob die sich abwechseln beim Kauen. Und das waren eigentlich die Hauptsymptome. Natürlich Schmerz generell, wenn man da merkt, dass die aufjaulen, aber das Aufjaulen kommt so gut wie nie vor. Das ist schon eher selten. Felix Tierwelt: Und dass der Firma da sich so bisschen zurückzieht und gar nicht mehr so ist wie normal, das wahrscheinlich denke ich auch und wahrscheinlich auch Mundgeruch, ne? Claudia: Genau. Ja klar, Mundgeruch. Felix Tierwelt: der Vierbeiner stinkt wie aus der Mülltonne, also nicht nur das Fell, sondern der Mund in dem Falle, dann sollte man vielleicht auch mal nachgucken und einfach sich damit mal beschäftigen. Das ist glaube ich schon ganz ganz wichtig. Also wenn man jetzt gerade hier zuschaut oder dazuhört und bemerkt diese Symptomatiken, dann vielleicht mal Augen auf, was die Mundthematik angeht und dann dementsprechend auch mal was machen. Das ist glaube ich ganz ganz wichtig. Lassen wir uns jetzt mal ein bisschen Claudia: Nö! Vielen Felix Tierwelt: paar Tipps raushauen, einfach Mehrwert stiften. Wir haben ja schon bisschen was immer so, ich würde schon sagen, teilweise angedeutet, aber kann man Zahnprobleme eigentlich wirklich vorbeugen? Du hast es schon ein bisschen erwähnt mit Zähne putzen und sowas, aber wie macht man das dann oder ist es überhaupt möglich? Claudia: Also, ich füttere meinem Hund zum Beispiel dieses besagte Zahnfutter, ohne jetzt Werbung zu machen, aber das ist einfach, weil es den Zahnstein so bisschen reduzieren kann. Dann Zähneputzen einmal täglich. Im Prinzip ist die Zahnbürste egal, aber ich nehme immer eine, die nicht ganz so hoch ist, weil so Kinderzahnbürsten sind recht hoch und ich finde dann so in die Backentasche zu kommen, ist ein bisschen schwierig. Und es gibt ganz viele verschiedene Zahnbürsten auf besagten Kaufplattformen. Da kann man sich wild austoben. Die Zahnpasta sollte Enzyme enthalten. Da gibt es ganz tolle auf dem Markt. Aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, wie gesagt, die mechanische Reinigung ist das Wichtigste. Eine Hundezahnpasta ist wichtig, weil die dürfen nicht einfach Menschenzahnpasta nehmen, weil da Florid drin ist und das mögen die Hundezähne nicht so gerne. Und was ich halt gerne auch mache, ist keine harten Kausachen füttern und schon zum Kauen und Speicheln und länger füttern animieren. Nicht weil der Brekkie den Zahn reinigt, sondern weil wir dann mehr Speichelproduktion haben und dann einfach eine bessere Reinigung im Maulbereich stattfindet. Also da ist wieder dieses viele kleine Mahlzeiten, sind da auch wieder besser als eine große am Tag. Also wenn es möglich ist, zwei- bis dreimal täglich füttern, ist auch hier gut. Und der größte Tipp ist eigentlich, dass man regelmäßig reinguckt und wenn Probleme da sind, schnell handeln kann und nicht, wenn dann halt wirklich eine Riesengeschichte ansteht. Felix Tierwelt: Verstehe. Ich verstehe dich. Also das fand ich auch ganz gut oder sehr interessant, was du gesagt hast. Es kommt gar nicht darauf an, was man für eine Hundezahnpasse hat. Ja klar, billig oder wenn man billig kauft, kauft man immer zwei oder dreimal. Das ist logisch. Das sollte man jetzt nicht machen. Aber im Endeffekt geht es halt ⁓ die Thematik, die mechanische Reibung oder einfach, es, dass halt was gemacht wird. Darum geht es. Wie siehst du das dann mit einem Fingerling? Ist das eigentlich auch Radzahm oder findest du dann so kleine Zahnbürsten besser? Claudia: Für den Anfang finde ich das gut. Ich habe bei meiner zum Beispiel auch am Anfang das so gemacht, dass ich da Leberwurst drauf geschmiert habe, dass sie überhaupt diesen Prozess gut findet. Und es gibt ja auch Hundezahnpasta mit allen möglichen Geschmacksrichtungen. Also es ist schon ganz cool, wenn es denen dann schmeckt. Und ich sage immer, gut werden die es nie finden. Das ist so wie bei meinem vierjährigen Sohn. Der wird es auch nie gut finden, dass wir die Zähne putzen. Aber es entsteht eine Routine und er weiß, okay, danach kommt aber dann die Geschichte oder danach kann ich dann... Und das genauso passiert das auch bei unseren Hunden, wenn die wissen, ⁓ morgens vorm Spazierengehen wird nochmal Zähne geputzt, aber danach ist dann cool, weil dann gehen wir spazieren. Und dann etabliert sich eine Routine und das ist das Wichtige, weil sonst kann man das gar nicht durchhalten. Und bei Katzen, jeder der Katzen Zähne putzt, verdient meinen vollsten Respekt. Es ist schwierig, weil die hauen wirklich ab. Also die holt man dann von Schränken runter oder so. Wenn man das denen früh beibringen kann, super. Auch mit Clickertraining, super. Aber bei Katzen, ist schon richtige Herausforderung und eine andere Hausnummer. Felix Tierwelt: Und ich glaube vor allem, wenn die erstmal Probleme haben mit den Zähnen, dann umso recht. Claudia: Dann hast du verloren. Katzen bekommen immer nur die schmerzhaftesten Sachen. Die werden sich nicht zähneputzen lassen. Aber wieder ein guter Hinweis, wenn man immer Zähne geputzt hat und es nicht mehr ist es ein guter Hinweis, dass wir da Probleme haben. Felix Tierwelt: Da sind wir wieder bei dem Punkt, dann sollte man mal das kontrollieren lassen. Weil du es sehr angesprochen hast mit dem Zähneputzen, wie häufig macht das ganze Sinn? Einmal am Abend oder wie gehst du an die Sache ran? Claudia: Generell sage ich immer einmal täglich, ob das jetzt morgens oder abends ist, ist egal. Bei Extremfällen tatsächlich hilft fast nur zweimal täglich. Also bei meinem zum Beispiel, bei meiner Socke, da ist zweimal täglich angesagt. Aber da auch, da ich jetzt, da bin ich auch ganz ehrlich, dreifach Mutti bin. ist das Zähneputzen für den Hund rausgefallen. Aber dafür kriegt sie auch alle 7-8 Monate ihre professionelle Zahnreinigung bei mir. Da komm ich nicht drumrum. Mag ich auch nicht gerne. Ich mag meinen eigenen Hund auch nicht gerne in Narkose legen. Aber ich weiß halt, dass gerade die Yorkshire-Tere, die neigen ja auch so zu Herzerkrankungen. Und ich hab nichts gewonnen dadurch, wenn ich dann sage, ⁓ nee, lieber nicht. Und dann bereue ich das für den Rest meines Lebens, wenn sie dann Herzklappenerkrankungen hat und ich denke, ⁓ Hättest du mal die Zähne besser behandelt, dann wäre das vielleicht nicht gekommen. Also das wären meine Gedankengänge, die ich immer hätte, wenn mein Hund irgendwann Leber, Nieren, Herzerkrankung kriegen würde, dass ich dann immer wieder denken würde, das kann auch sehr gut an den Zähnen gelegen haben. Felix Tierwelt: Definitiv. Es ist halt immer ein Punkt, man muss halt die Zeit investieren und das halt haben. Das ist halt echt nicht ohne. Und wie du so schön sagst, man kommt eigentlich an einer Zahnsteinentfernung gar nicht vorbei. Das ist einfach so. Der eine häufiger, der eine eben seltener. Im Endeffekt darf man glaube ich den Wald oder wie sagt man so schön, die Bäume, ne den Wald sieht man statt den Bäumen. Ach du weißt was ich glaube ich meine. So rum irgendwie. Claudia: Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht? Felix Tierwelt: Mein Gehirn ist schon auf Schlafmodus. Aber im Endeffekt, der Punkt ist, man darf das nicht wieder so schwarz-weiß denken haben. Jetzt putze ich schon die Zähne, jetzt kann nichts kommen. Das ist quatschig. Es kann immer was kommen. Ich bin auf jeden Fall mal gespannt, was du zu meinem Teil sagst. Vielleicht ist es ja irgendwas, was du auch dementsprechend nicht nur zu diesen ganzen Varianten sagst, scheiße, sondern vielleicht ist da wirklich was Gutes dran. Wir haben da wirklich sehr viel dran gearbeitet. Ich bin echt mal gespannt auf deine Fachkenntnis oder Fachmeinung vor allem. Claudia: Mh. Hm? Felix Tierwelt: was das angeht, aber da gucken wir einfach mal. Ansonsten, wenn du jetzt zum Beispiel, wie drücke ich das aus? Ich bin jetzt ein Hundebesitzer und ich habe einen Vierbeiner, sagen wir mal einen Jack Russell und der hat enorme Probleme. Wir haben jetzt eine, ich sag mal eine Zahnsteinentfernung bei dir schon hinter uns. Was würdest du da raten an drei Dingen, die man direkt umsetzt? Claudia: Mhm. Zähne putzen. Zähne putzen. Und Zähne putzen. Ja, ich will nicht so viel Werbung machen für das Futter, aber tatsächlich bin ich sehr überzeugt von diesem Futter. Du musst es, glaube ich, verlinken, weil ich glaube, die Leute, die es jetzt anhören wollen, schon wissen vielleicht. Das ist schon... HILZ. HILZ-TD ist das. Felix Tierwelt: Sehr gut. Du kannst mir... Sag mal einen Namen. Okay. Ich sag's mal ganz grob. Man kann's ausprobieren. Ich hab mich ja spezialisiert auf die Ernährung. Was Futter und Kuh angeht. Man muss es für sich selber wissen. Ich bin immer so ein Fan davon. Jeder Hund ist anders und man kann nicht pauschal sagen, nimm das Futter und tschüss. Das funktioniert leider nicht. Aber wenn man's ausprobieren möchte, ausprobieren. Aber Minimum dann für zwei, drei Monate. Weil so bin ich immer ein Fan davon, weil heutzutage wird halt viel getestet, mal zwei, drei Tage und mal gucken. Das funktioniert halt nicht. Man kann's probieren. Claudia: Mhm. Ich sage auch immer, wenn man Leckerlis zum Beispiel gerne geben möchte, kann man sich das Futter als Leckerli hinstellen und dann beim normalen Futter bleiben. Dann hat man auch noch einen Effekt, das haben die auch getestet, dass man dann, dass dieser Effekt nicht ab einer gewissen Summe von Futter sozusagen einsetzt, sondern dass das halt immer einen Effekt hat. Genau. Felix Tierwelt: Mh. Claudia: Dann würde ich das Dritte, was ich dann raten würde, also wenn wir drei verschiedene Sachen machen wollen, ist Kontrolluntersuchung nach sechs Monaten, wie gut du die Zähne geputzt hast. Felix Tierwelt: Das finde ich, glaube ich, richtig gut, einfach diese drei goldenen Regeln. Wie gesagt, ich will das Futter nicht schlechtreden. Ich sage mal so, was hinten dran steht, davon bin ich nicht so überzeugt, sage ich mal so. vom Futter per se, sondern eher was hinten dran ist alles. Aber das kann jeder für sich entscheiden. Ich bin kein Freund, immer alles schlecht zu reden, sondern jeder soll mal bisschen gucken, was so geht und individuell schauen. Oder gibt es ja genügend Videos im Internet auch von mir und sonstigen. Da muss man einfach für sich die richtige Richtung finden. Ansonsten, wir hatten jetzt das Beispiel nach Zahnsteinentfernung Co. Was würdest du jedem Welpenbesitzer direkt von Anfang mitgeben? Auch diese drei goldenen Regeln oder gibt es da noch ein paar andere? Claudia: Mit Zahnbürste. Felix Tierwelt: Die Zeit misst er, und die Zeit wasst er. Claudia: Genau. Und wenn ihr eure Hunde versichert, schaut doch mal bitte, dass die Zähne mit abgesichert sind. Weil da ist tatsächlich bei den Versicherungen jetzt, also wer das möchte, da ist das oft ausgeschlossen und das ist gerade für so kleine Rassen extrem kostspielig. Oder auch doof, dann hat man eine Versicherung und dann sind die Zähne ausgeschlossen, das ist so total doof. Und so früh wie möglich. Und bei Welpen ganz wichtig, achtet auf den Zahnwechsel. dass der wirklich richtig vonstatten geht. Auch da haben wir das ganz oft, dass die Leute zu spät kommen. Und dann haben wir schon Kieferfehlstellungen und die werden vermeidbar. Ich repariere die gerne, so ist nicht. Aber die werden einfach vermeidbar, wenn der Milchzahn rechtzeitig professionell entfernt wird und nicht abgewartet wird. Ach, vielleicht verwechsel ich das noch oder der fällt vielleicht irgendwann raus. Also bald der bleibende Zahn rauskommt. muss der Milchzahn weg sein, weil der bleibende Zahn nimmt den Platz ein von dem Milchzahn. Es ist nicht so, dass das von der Natur so gedacht ist, dass der Zahn daneben steht, weil dann, das ist, da ist nicht genug Platz drin. Gerade bei den kleinen Rassen haben wir schon gesagt, da ist sowieso wenig Platz drin und wenn der Milchzahn dann noch bleibt und den Platz, der sowieso schon eng ist, wegnimmt, das ist immer doof und das kann zu schmerzhaften Einbissen führen und dann... müssen wir vielleicht dann Zähne kürzen oder extrahieren oder kieferorthopädisch was einbauen. Und das ist ärgerlich, wenn man einfach gut auf den Zahnwechsel achtet und guckt, ob alle Zähne auch wirklich so ausfallen sollen oder wie sie sollen. Und ja, das ist immer eigentlich ganz wichtig. Felix Tierwelt: Weil du es gerade angesprochen hast und ich finde das sehr interessant und vor allem auch sehr wichtig. Woran erkenne ich denn, wenn der Hunde wel per an sich, er verliert ja dementsprechend die Zähne, die ersten Zähne, bevor dann die richtigen Zähne rauskommen, woran erkenne ich, wenn da zum Beispiel ein Zahn hängt, der eigentlich weg sollte? Claudia: Weil der doppelt ist. Also du hast dann immer den gleichen Zahn in doppelter Ausführung und dann weiß ich, okay, das ist falsch. Die sind auch ganz nah beieinander. Die sind ganz eng und das erkennt man eigentlich schon. Aber wenn nicht, dann gerne auch mal auf meiner Homepage oder mir bei Instagram folgen. Ich bringe immer mal wieder solche Stories. Dann kriegt man da so ein bisschen Blick für, das ist ein Milchzahn, das ist dies, das ist das oder einfach auch mal googeln. Google weist das auch wie ein bleibender, es heißt persistierender Milchzahn. Wenn das da ist, dann sieht man das eigentlich ganz gut. Und dann vielleicht noch als Tipp, es ist ja auch immer so die Frage, ist der Milchzahn abgebrochen oder ist er ausgefallen? Und bei einem ausgefallenen natürlichen Milchzahn, der ist ausgehöhlt. Man findet den dann oder im besten Fall findet man ihn. Dann sieht man wirklich, dass der so richtig ausgefressen ist. Und ein abgebrochener Milchzahn, der wird immer eine scharfe Kante haben. Daran kann man das gut unterscheiden, weil ein abgebrochener Milchzahn ist schlecht. Dann haben wir immer wieder noch einen Rest, der im Kiefer sitzt. Und normal ausgefallener Milchzahn, der ist ganz normal, so gehört es halt. Felix Tierwelt: Das ist schon mal gut zu wissen. wie wir es ja schon vorhin hatten bei diesen drei goldenen Regeln, immer wieder nachgucken lassen oder selber auch selber nachgucken, prüfen lassen und und und. Das ist halt das A und O, weil wenn schon am Anfang solche Probleme entstehen, dann posten wir halt später mal, weil die Zeit kannst du nicht mehr zurückdrehen. Du hast es ja vorhin schon angesprochen, auch das war guter Stichpunkt. Alle Infos zu dir, Kontaktdaten, egal ob Instagram, Co, wir quatschen nachher nochmal. Ich füge die unter dem Video oder überall auf allen Plattformen in die Videobeschreibung mit rein. Also wenn man wirklich dementsprechend Fragen hat oder sich weiterbilden möchte dem Thema, dann kann man das bei dir denke ich mal auf jeden Fall machen. Wie läuft denn das eigentlich bei dir ab, wenn jemand zum Beispiel sagt, ey ich habe wirklich Probleme bei meinen Vierbeiner. Keine Ahnung, Claudia ist total klasse hier übers Video, über den Podcast rüber gekommen. Wie kriegt man denn bei dir sozusagen so eine Zahnsteinentfernung? Wie läuft denn das so normalerweise ab? Claudia: Also wir holen die immer einmal rein zur Voruntersuchung, weil wir nicht wollen, dass wir ein erhöhtes Narkosarisiko eingehen, was gar nicht sein muss. Das heißt, eine klinische Untersuchung gehört auf jeden Fall dazu. Das heißt, ich höre das Herz ab, ich gucke mir den Gesundheitszustand an, ich gucke mir auch die Zähne an, natürlich, damit ich so ein bisschen beurteilen kann, was da auf mich zukommt. Und dann wird ein Termin vereinbart und dann kommt der Besitzer meistens wieder. Bei mir ist es so, in den allermeisten Fällen schläft der Hund bei einem Besitzer ein. Der kriegt so eine Leck-mich-am-Arsch-Spritze, so wie wir das aus dem Krankenhaus kennen. Und dann kann der in Ruhe beim Besitzer einschlafen. Übrigens auch ein großer Punkt, ⁓ Narkosemittel zu sparen und ⁓ die Narkose sicherer zu machen, ist genau dieser Punkt, dass der Besitzer dabei ist, weil die dann, wenn die auf Station sitzen, dann haben die so viel Adrenalin, die haben Angst und da muss man ja mit den Medikamenten immer wieder gegenarbeiten. Das heißt, wir sparen Narkosemedikamente, indem wir wirklich eine ruhige Umgebung schaffen und dann, dass alle in Ruhe einschlafen können, also die Hunde oder Katzen. Und dann nehmen wir das Tier mit. Da kriegt es dann Wienzugang, Tubus, Überwachung. Dann wird der Zahnstein erstmal abgemacht. Wir machen erstmal die Zähne schier. Dann röntgen wir alles. Dann entscheiden wir, was wir ziehen und was wir nicht ziehen. Meistens sprecht das im Vorhinein ab. dass die Leute mir vertrauen und dass ich sage, ich ziehe nichts, was nicht gezogen werden muss. Aber wenn ich da muss was gezogen werden oder behandelt werden anderweitig, es gibt ja auch die Option von Füllungen zum Beispiel, dann würde ich das auch machen direkt. Es ist meistens für die Narkose nicht so schön, wenn wir dann noch besprechen, ob wir das machen sollen oder nicht. Das ist schöner, wenn das im Vorhinein passiert. Aber auch das habe ich schon gemacht, dass ich wirklich dann noch mal hingehe und sage, so das und das haben wir jetzt, soll ich weitermachen? Und dann darf ich auch immer weitermachen. Und dann, wollen natürlich alle, dass das so schnell wie möglich geht, weil je schneller die Narkose ist, desto sicherer ist sie auch. Und da ist auch wieder so ein Punkt von den Tierzahnärzten, die sind natürlich auch wesentlich routinierter und schneller, was auch wieder die Narkose sicherer macht. Und... Genau, dann gehen wir ran und meistens extrahieren wir ja dann die Zähne. Das heißt, wir machen einen offenen chirurgischen Eingriff, bohren uns die Wurzeln frei, trennen die Zähne, holen die raus und dann wird das schön sauber gemacht und gespült und wieder vernäht, sodass wir keine offenen Wunden im Kiefer haben, weil das sehr schmerzhaft ist und auch zu Knocheninfektionen dann führen kann. Deswegen verschließen wir immer wieder unsere Wunden. Und dann geht es in die schöne warme Aufwachbox. Währenddessen haben natürlich die Mädels alles getan, damit der Hund oder die Katze nicht auskühlt, damit die Atmung stabil ist, die ist EKG und die Sauerstoffsättigung wird überwacht. Dann darf er meistens seine Gegenmittelspritze haben. Dann wacht er bei uns auf und sobald wir wissen, hier ist alles safe, der Hund, die Katze kann selbstständig stehen und gehen. Dann lassen wir die noch ein bisschen zur Beobachtung da und dann dürfen sie nach Hause. Felix Tierwelt: Das klingt ja schon mal sehr vielversprechend, aber ich glaube, da steckt auch extrem viel Arbeit dahinter. Weil wir es ja schon angesprochen haben, wo findet man dich denn überhaupt? Also örtlich gesehen, nicht dass jetzt jemand anfragt, aus Weißkott woher. Wo sitzt du denn? Kann man da von Deutschland weit zu dir anreisen? Macht das überhaupt Sinn? Wie ist denn das? Claudia: ein Uhrwerk. Wir sind ein Uhrwerk. Vielen Dank. Gerne, gerne. Also es ist so, dass wir in Friseute sitzen. Das ist bei Oldenburg in Norddeutschland. Und generell würde ich jedem meiner Kollegen zutrauen, dass sie es genauso gut machen wie ich, wenn sie dann gelistet sind auf der DGT-Liste. Aber wer zu mir kommen kann, darf das gerne machen. Ich versuche immer, dass wir so vertrauensvoll wie möglich sind und dass wir auch wirklich das vermitteln, dass wir unsere Patienten genauso behandeln wie unsere eigenen Tiere und dass wir nichts anderes machen und auch genauso besorgt sind. Fast mehr, wenn es andere Tiere sind als bei unseren eigenen. Und wichtig ist halt, dass man dann aber noch bleiben kann zu einer Kontrolluntersuchung. Also wir machen immer eine Kontrolle am Tag nach der OP, ob alles safe ist, ob nichts irgendwie... geblutet hat. Man kann mich auch noch erreichen nach der OP. Und wenn dann alles gut ist, dann macht der Haustheater meistens die Kontrolle nach drei Wochen. Und dann würde ich gerne regelmäßige Kontrollen haben und zu gucken, dass dann auch alles in Ordnung bleibt, was ich so schön ordentlich gemacht habe. Felix Tierwelt: Finde ich schon spannend und wir verlinken auch alles wie gesagt unter dem Video auch. Man kann ja vielleicht auch so eine kleine Urlaubsreise machen in Richtung Oldenburg und das vielleicht vereinbaren oder verbinden in dem Falle. Weil ich denke mal, wenn man da einen Tierarzt gefunden hat oder in dem Falle vor allem einen Zahntierarzt seines Vertrauens, dann kann man einfach auch das Tier einfach in ruhigen Gewissens abgeben sozusagen in deine Hände und das ist immer eine echt schöne Sache. Claudia: Hm? Mh. Felix Tierwelt: Wie geht es bei dir jetzt eigentlich in den nächsten, sagen wir mal, 10 Jahren weiter? Hast du irgendwelche geheime Projekte, irgendwelche Fortbildungen, die du noch beschreiten möchtest? Ich weiß es nicht. Gibt es da was? Oder vielleicht machen wir von vier Kindern dann? Oder ich weiß es nicht. Claudia: Nein, das ist abgeschlossen. Dieses Kapitel ist geschlossen. Ich habe ja Zwillinge bekommen und das ist jetzt erstmal genug Mutterschaft. Wir planen wirklich, die Praxis auszubauen, entweder mit einem kompletten Neubau oder einem Anbau in der jetzigen Lage. Das wird sich noch zeigen. Aber mein großer Traum ist ja NCT. Und zwar gibt es da die Conebeam CTs, die extra für die Zahnheilkunde hergestellt werden. Und das ist so bisschen mein Traum, den ich hoffentlich in den nächsten Jahren erfüllen kann. Ich bin da jetzt sogar schon sehr aktiv dran. Also ihr werdet es dann vielleicht erfahren bei Instagram, wenn wir das uns gönnen. Weil einfach mit dem CT ganz andere Sachen noch möglich werden, was die Zahnheilkunde angeht. Und zwar können wir dann wirklich auch viel mehr, was Tumore angeht, diagnostizieren. Lymphknoten, Geschichten und das finde ich ist immer noch viel zu selten vertreten, dass man wirklich auch in diese Pathologien einsteigt. Das heißt nicht nur Zähne, sondern auch wirklich diese ganzen Tumore drum herum, Frakturen, Kieferfrakturen. Da kümmere ich mich gerne drum und dann ist natürlich so ein schönes CT super. Und man sieht tatsächlich auch viel mehr. Es gibt ja wirklich gerade so französische Bulldoggen. Da kann man mit dem Röntgen, stößt man oft an Grenzen, weil die so schiefe, krumme Zähne haben, dass man die gar nicht so richtig gut darstellen kann. Und dann ist so ein CT halt Gold wert, weil man dann wirklich noch bessere Diagnostik hat, ⁓ dann noch genauer gucken zu können, welche Zähne jetzt das Problem sind. Felix Tierwelt: Es ist schon echt spannend, was es so alles gibt vor allem und das ist halt eine Kostensache. Was kostet so ein CT, wenn ich mal fragen darf? Claudia: in der Anschaffung ⁓ 200 bis 300.000 Euro, je nachdem, was man nimmt. Felix Tierwelt: Genau, also manche stellen sich den Lambo in die Garage und du holst hier einen CT. Claudia: Ne, das will ich gar nicht. Da bin ich ja wirklich, da bin ich ja auch wirklich leider Opfer meines Berufs. Mein einziges, mein einziger Daseinszweck ist im Prinzip noch bessere Medizin zu machen, beziehungsweise noch mehr Tieren zu helfen. Und da ist, kommt der dritte Lebenstraum dann nochmal in die Waagschale. Das ist, dass ich irgendwann eine Artenschutzstation gründen möchte. ⁓ Wildtiere wieder auszuwildern. Felix Tierwelt: Ich sehe schon, du hast noch einiges vor. Ist aber einfach schön, weißt du, dass es bei dir weitergeht? hatten ja auch, oder ich hatte das Vergnügen auch mit deiner Freundin, mit der Debbie, mit der Augentierärztin in dem Fall auch. Sie hat ja auch da einiges noch vor, auch spezielle Weiterbildungen und sonstiges noch. Also es ist schon spannend, dass es einfach weitergeht und man merkt einfach, dass du dafür brennst, dass du eine Leidenschaft dafür hast. Und ich finde, es ist viel schöner, einfach Mehrwert zu stiften oder was zu hinterlassen auf der Erde. Claudia: Hahaha. Felix Tierwelt: Anstelle der nächsten Lambo da weiß Gott was für ein Scheiß in der Gage zu haben, das macht einen auch nicht glücklicher. Wenn man andere Leute glücklich macht... Claudia: dem nächsten Lambo. Ich habe ja schon drei. Felix Tierwelt: Du weißt, was ich meine. Und das ist halt so ein Punkt. Man merkt das einfach, wie glücklich dann die Zweibeiner als auch Vierbeiner sind, wenn dann dieses Problem, was das mit dem Tand angeht, gelöst ist. Und das ist halt die große Thematik. Deswegen vielen, vielen herzlichen Dank, dass du die Zeit genommen hast. Ich fand das echt klasse und ich hoffe, dass für alle, die gerade noch zuschauen und zuhören, dass es eine schöne Aufklärung war, auch was Tipps angeht, dass man auch die Ursachen versteht, auch die Symptomatiken und Co., weil das war Claudia: Mhm. Felix Tierwelt: Uns beiden denke ich mal in dem Fall sehr sehr wichtig, dass wir da mehr Aufklärung schaffen oder mehr Bewusstsein vor allem. Deswegen da schon mal vielen vielen herzlichen Dank. Ansonsten vielleicht kennst du das oder auch nicht bei meinem Podcast ist es so, am Schluss hat immer der Gast das letzte Wort und das gehört in dem Falle dir natürlich, also nicht mir. Deswegen was würdest du all den Hundebesitzern da draußen mitgeben bezüglich der Zahngesundheit der Fellraketen? Claudia: Ich finde das Fällraketen ein super Wort. Ich möchte euch mitgeben, ihr bitte ein bisschen darauf achtet, wie eure Fällraketen das Futter aufnehmen und wie die Zähne aussehen und einfach mal mit denen übt, die Zähne anzuschauen. Das kann halt auch eine schöne Sache sein, dass man einfach mit denen auch trainiert. Genauso wie man mit denen trainiert sitzt, einen Platz zu machen, sollte man auch trainieren, ins Maul gucken zu dürfen und so. und zu wollen, dass sie da auch Bock drauf haben und dass sie das mit so einer Trainingseinheit einfach verbinden und dass die wissen, wenn ich das mache, dann gibt es auch ein Leckerli hinterher. Und das muss gar nicht alles immer so ernst genommen werden, sondern einfach auch spielerisch genommen werden. Und je eher ihr kommt, desto besser. Felix Tierwelt: Es ist auf jeden Fall ein schönes Schlusswort, daher nochmal Danke für deine Zeit und für alle die gerade noch zuschauen, weiterhin viel Spaß bei den anderen Folgen und ja, ich würde sagen, bis bald mal wieder, ne? Tschüss! Claudia: Bis dann, tschüss!